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Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte

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tattergreis:
Das Schlachtfeld und die Stellung  der alliierten Armee wurden vom Duke of Wellington ausgesucht, die strategische Situation maßgeblich von Gneisenau und Blücher bestimmt, Das waren Profis. Als Anfänger mal kurz die Schlacht von Waterloo gewinnen zu wollen, etwas, was Ney und Napoleon vollkommen in den Sand gesetzt haben, ist ja schon sehr ambitioniert, wenn das Szenario auch nur in etwa die historischen Umstände widerspiegelt und die Regeln ihr Geld wert sind. Und wenn das Gegenüber die Regeln auch noch besser kennt, dann ist es meines Erachtens besser, Ratschläge anzuhören und eigene Fehler zu ignorieren, damit das Spiel seine Spannung behält. 

Hougoumont fehlt die sichtblockierende Vegetation, das Ding war wirklich ne äußerst schwer zu knackende Nuss, und der von mir vorgeschlagende Angriff auf den linken Flügel der Armee von Wellington wäre außerst schwierig gewesen, weil das Gelände dort eh feucht war, der Angriff wäre eventuell buchstäblich steckengeblieben. Über Waterloo ist soviel bekannt, dass man endlos darüber diskutieren kann, allein die Höhenunterschiede an verschiedenen Stellen des Schlachtfeldes haben eine große Bedeutung, ich werde immer einen großen Bogen um diese Schlacht machen. Nichtsdestotrotz noch viel Vergnügen, dem englischen Befehlshaber möchte ich noch daran erinnern, dass er Truppen in Hal hat, und Napoleon reicht ein Unentschieden, Grouchy vermöbelt gerade Thielemann :)

Maréchal Davout:
Ich verstehe schon, inwiefern D.J. und Pappenheimer der Haltung meines Gegenübers zustimmen. Klar lernt man aus Fehlern und es ist ja auch vollkommen in Ordnung!
Aber auch Tattergreis hat recht. Das Szenario und die Regeln spiegeln meines Erachtens nach schon gut die Umstände wieder (die Höhenunterschiede, der feuchte Boden, der Verteidigungswert der Gehöfte usw. sind alle berücksichtigt). Man muss den Maßstab des groß-taktischen Spiels Grande Armee von Sam Mustafa mitbedenken. Dörfer werden durch eine Fläche, die nicht viel größer als eine Einheitenbase (Brigade) ist, dargestellt. In den Verteidigungswert sind schon das vorgelagerte Gelände, die Außenmauern mit Garten etc. eingerechnet, lassen sich optisch aber nicht komplett auf 10x10cm darstellen (ich hatte trotzdem zwischendurch etwas Vegetation im Vorfeld aufgestellt, um optisch das anzudeuten, was Tattergreis dazu gesagt hat. Wird man in späteren Fotos sehen. ;)
Mein Gegenüber hat auch so Sachen gemacht, wie die Marschreinfolge off-table der Reserven festzulegen (aber nur rasch, in so einem Karton neben dem Spieltisch). Beim Anmarsch der Reserven hat er dann schon gesehen, dass vieles ungünstig von der Reihenfolge war, es dann aber nicht mehr geändert, obwohl die Regeln diese vorherige Reihenfolge gar nicht vorschreiben. Sowas meine ich auch. Da machte er es sich eben selbst unnötig zu schwer. Davon abgesehen würde ich als Gegner immer gestatten, wenn irgendwas vergessen wurde, es noch nachzuziehen oder so. Wenn man bei seinen Fehlern bleiben will, ist das aber auch okay.

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich nochmal die Franzosen gespielt hätte. Das ist schon schwieriger zu spielen, man muss erstmal mehr manövrieren, erstmal in Stellung bringen, hat grundsätzlich ohnehin die schwierigeren Siegchancen. Als ich das letzte Mal die Franzosen bei Waterloo spielte, weiß ich noch, wie sehr ich ins Schwitzen kam, ob der Aufgabe und dann mit den Preußen im Nacken. Das hatte ich so bei Aspern-Essling oder anderen Schlachten nicht. Es hatte mich eben so gejuckt, mal meine neuen Briten zu spielen... Das nächste Mal vielleicht bei Fuentes de Onoro - da ist die Lage Massenas gegen Wellington so schlecht nicht (wenn nur dieser Bessieres nicht wäre!).


--- Zitat von: tattergreis am 25. April 2019 - 15:57:53 ---(...) englischen Befehlshaber möchte ich noch daran erinnern, dass er Truppen in Hal hat, und Napoleon reicht ein Unentschieden, Grouchy vermöbelt gerade Thielemann :)

--- Ende Zitat ---

Habe natürlich vor, Napoleon entscheidend zu schlagen!


--- Zitat von: Pappenheimer am 25. April 2019 - 09:34:12 ---Bei dem regelmäßig sich einstellenden Pech Deiner Gegenspieler ist das aber wohl nicht zu erwarten.  ;D

--- Ende Zitat ---

Auch wenn es halb-scherzhaft gemacht ist, erinnere ich hier an die weisen Worte:
Das Glück ist mit dem Tüchtigen!

Was Glück ist und was an geschicktem Taktieren liegt, ist bei den geschriebenen Berichten auch nicht immer gut rauszulesen... ;)

D.J.:
Die ersten Spiele mit einem neuem oder unbekanntem System sind immer schwer.
Ob es jetzt Eigensinn war, dass dein Mitspieler bei seinen Entscheidungen geblieben ist, oder einfach eine Form der Fairness dir gegenüber (berührt - geführt wie beim Schach), kann ich nicht beurteilen, denn ich war nicht am Tisch.

Ich kenne aber auch das System nicht gut genug, um mir über den regeltechnischen Teil klar zu sein.
Um bei der Wahrheit zu bleiben:
Ich kenne es vom Namen her und das war's auch schon ;)
Aber ich freue mich auf einen spannenden Spielbericht.
Denen kann ich auch folgen, ohne die Finesse des gespielten Systems zu kennen, einfach an den Aktionen und Reaktionen auf den Bildern und in den Kommentaren. Ich verstehe auch nicht jede Regel beim American Football, schaue es aber dennoch sehr gerne.
Und notfalls frage ich einfach nach :)

So, das war jetzt ein Wink mit der Holzkeule!
Ich will Bilder sehen, Schlachtengetümmel, Rauch, geschobene Minis ... sonst verlange ich mein Eintrittsgeld zurück ;D

Pappenheimer:
Gute Punkte, tattergreis.  :)
Hier sieht man ne tolle Darstellung von dem Hougoumont-Abschnitt: http://notjustoldschool.blogspot.com/search/label/Hougoumont

Deine Einschätzung zu Waterloo teile ich.
Wenn man Blücher mit einbezieht und dieser nicht Auflagen wie Spielfeldkante etc. kriegt, ist man als Napo erledigt, selbst wenn man Wellington irgendwie schlagen kann. Die Landwehren waren ja nun auch nicht so ein Mist wie manchmal Regelwerke es darstellen. Die haben sich bei Großbeeren und Leipzig z.B. gut geschlagen. Waren ja auch keine Rentner oder sowas sondern ganz normale Wehrfähige, die nur in der Anfangsphase etwas schlechter ausgerüstet waren. Aber gegen Napis Rekrutenarmee von 1813 (Erckmann-Chatrian charakterisieren das m.E. ganz gut) ein brauchbares Werkzeug.

Dafür dass Napi nummerisch vielleicht leicht Wellington überlegen war (in meinem Standardwerk, das ich damals las stand was von 69.000 Alliierte gegen 73.000 Franzosen), hatte dieser zahlreiche Bollwerke, die er auszunutzen verstand und obendrein ein für jeden Angreifer schwierig zu überwindendes Gelände, das den Franzosen rein physisch Kraft gekostet haben muss, auch wenn wir hier von Belgien sprechen.

Ich hätte in Maréchal Davouts erstem Spiel von offensiv auf defensiv versucht umzustellen, als die Preußen kamen, auch wenn das vom Spiel her scheinbar nicht nötig war.  Glaube aber auch, dass wir nie in unserer Runde eine derart einseitige Partie gespielt haben, dass eine Armee nach einer solchen Anzahl von Runden noch so fit war mühelos einen Angriff dieser Art so einfach begegnen zu können.

Zum aktuellen Spiel: im Moment sieht es aus, dass im franz. Zentrum zuviele Truppen stehen und Napi aufpassen muss, dass seine Brigaden an den Flügeln nicht isoliert vernichtet werden insbesondere nördlich Plancenoit.

Maréchal Davout:
@D.J.: Verstehe dich! Die Berichte schreibe ich ja vor allem auch so, dass man sie ohne Regelwerkskenntnis verstehen kann, zusätzlich gehe ich hier und da auf Regeln genauer ein, wenn es für den Verlauf wichtig ist.

@Pappenheimer: Ich gebe Tattergreis grundsätzlich auch recht. Nur würde ich es auch für unangebracht halten, wenn Blücher von überall kommen könnte. Die Marschsäulen der drei Korps (Bülow, Pirch und Ziethen) folgten ja Straßen und kamen aus einer bestimmten Richtung (grob von Osten). So kommen sie in unserem Szenario auch rein, da ist dann natürlich immernoch drin, dass sie bei Plancenoit z.B. die Franzosen im Rücken attackieren, was unangenehm genug ist.
Zu Spiel 1: meine Truppen waren tatsächlich nicht allzu sehr geschwächt, was vor allem daran lag, dass die schwierigeren Kämpfe immer gut mit Artillerie vorbereitet wurden und keine Brigade mehr als 1-2 Kämpfe gegen anderen Brigaden hatte. Kämpft man zu viel und wird gar gebrochen und muss sich wieder sammeln, sind die Truppen gegenüber ihrer Anfangsstärke natürlich viel schwächer und erschöpfter.
Die Landwehrverbände sind übrigens von der reinen Kampfstärke in diesem Sam Mustafa-Szenario nicht schwächer als Linieninfanterie.

Aktuell: Nördlich Plancenoit steht D´Erlons Infanterie tatsächlich auch aus meiner Sicht zu schwach. In meinem Spiel hatte ich hier kräftig durch die Garde verstärkt, aber die lässt mein Kumpel eher noch mittiger rücken, so dass da prompt auch alles verstopft ist.
Bericht geht bald weiter, aber den zu schreiben, dauert pro Beitrag doch immer etwas länger, daher später ;)

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