Kaserne > Projekte

Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte

<< < (544/966) > >>

Maréchal Davout:

--- Zitat von: tattergreis am 26. September 2020 - 22:43:17 ---Was ich bei Deiner Aufstellung etwas wundert ist die große Entfernung zwischen Hougoumont und den britischen Linien, gepaart mit dem Fehlen des Waldes ist eine Unterstützung/Verstärkung kaum möglich.
Wichtig wäre noch die Darstellung des östlichen Endes der alliierten Verteidigungsstellung, im Bereich östlich von Papelotte war das Gelände für Bewegungen von Kavallerie und Artillerie ungeeignet, weil sehr tief und zerschnitten.

cheers

--- Ende Zitat ---

Zuerst muss man dazu sagen, dass wir die Karte von Militärhistoriker und Spieldesigner Sam Mustafa genommen haben:



Wir haben den Abstand von Hougomont zu den beiden Aufstellungen ziemlich genau gemessen, denke ich - ein Rechteck der Karte entspricht 12 Zoll.
Was den Wald bei Hougomont angeht, wäre die Frage, wie groß er war. Behinderte er ein Bataillon beim Angriff oder war er größer? Grande Armee abstrahiert stark. Vielleicht ist der Wald schon angemessen in den Verteidigungswert der Garnison eingerechnet. Wenn man ein Waldelement hinsetzt, dass den Anmarschweg/Angriffsweg einer kompletten Brigade zusätzlich zum Verteidigungswert Hougomonts behindert, müsste das auf jeden Fall ein veritables Stück Wald mit dichterem Unterholz sein. Ich kenne Rekonstruktionen des Kampfes um Hougomont, wo Legere-Bataillone unter den Bäumen in Linie auf das Gehöft losgehen. Da wäre nicht viel Dickicht unter recht hohen Bäumen.
Wisst ihr da genaueres von einem dichten Wald, der nicht nur Bataillone, sondern mind. eine ganze Brigade flächenmäßig behindert hat?

Die Zerschnittenheit des Terrains östlich von Papelotte ist in unserer Karte auch nicht wirklich dargestellt...
Auf der historischen Karte, die ich bei Wikipedia finde (Gravure de I. Jouvenel (1773-1851?), Plan de la Bataille de Belle Aliance) ist die Vegetation westlich von Hougomont im Vergleich zu anderen Wäldern am Rande des Schlachtfeldes nicht sehr stark dargestellt. Ebenso empfinde ich das Terrain östlich von Papelotte als nicht irgendwie hervorgehoben.
Bin da aber für jede Meinung offen :)

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Plan_de_la_Bataille_de_Belle_Alliance.JPG

tattergreis:


Das Problem, welches die Franzosen mit Hougoumont hatten, war eben auch in der Vegetation begründet, aber wenn das in den Verteidigungwert eingerechnet wurde, dann ist das auch ne Lösung. Der Weg von der eigentlichen Verteidigungslinie auf dem Kamm bzw kurz dahinter zum Chateau war meines Erachtens gut gedeckt. Es war also nicht möglich, mit Artillerie im Direktfeuer aufs Chateau zu wirken, und eine Umgehung war schwierig, weil die HKL so nah war, alliierte Artillerie deckte den Raum dort.
Auf der Karte kann man sehen, dass ein kleiner Fluß von Papelotte an Frischermont vorbei nach Ohain fließt. Da es geregnet hatte, war das Gelände sehr matschig.

IIRC hast Du in einem Deiner Spiele den linken Flügel Wellingtons mit Cuirassieren zerpflückt, das wäre 1815 äußerst schwierig gewesen.

Waterloo ist nicht ohne Grund ein frontaler Angriff gewesen, m.E. gab es gar keine Alternative.

tattergreis:
Noch ne Anmerkung: ich finde nicht, dass man aus jedem tabletop-Spiel eine Simulation machen sollte, das könnte man bei meinem pingeligen Geschreibsel vielleicht denken. Zu meiner Entlastung: ich spiele Imagination.
Also viel Spaß beim Zocken  :)

Maréchal Davout:
Ich finde deine Einwendungen sehr interessant, danke!


--- Zitat von: tattergreis am 27. September 2020 - 18:59:05 ---Noch ne Anmerkung: ich finde nicht, dass man aus jedem tabletop-Spiel eine Simulation machen sollte, das könnte man bei meinem pingeligen Geschreibsel vielleicht denken. Zu meiner Entlastung: ich spiele Imagination.
Also viel Spaß beim Zocken  :)

--- Ende Zitat ---

La Grande Armée hat ja schon einen gewissen Anspruch der Simulation, insofern ist es nicht verkehrt, da nochmal genauer auf das eine oder andere zu schauen. Auf deiner Karte sieht es schon so aus, als ob ein kleines Waldstück vor Hougomont gerechtfertigt wäre.
Auf der anderen Seite ist es ein Wargame und wir haben es erstmal "out-of-the-box" wie bei Mustafa gespielt. Aber wenn man es schon öfter wiederholt, kann man sich dem historischen Gelände ruhig immer weiter annähern.
Die britische Linie sieht auf deiner Karte auf jeden Fall näher am Gehöft aus, als bei der "Spielkarte".

Maréchal Davout:
So, möge das Spiel beginnen:

Beim Wurf um die Initiative gewannen die Franzosen und ließen den Briten den Vortritt (so gab es die Chance auf einen Doppelzug, wenn nach dem Ziehen als Zweiter im ersten Unterspielzug die Initiative im 2. Unterspielzug auch an Frankreich ginge und man dort begönne). Im ersten Zug war zu Starten ohnehin nicht so wichtig, wie oft später im Spiel.

Größtenteils ordneten die Korpskommandeure die Reihen, brachten Artillerie so in Stellung, dass sie komplett aus dem 1. Treffen auf die Franzosen schießen konnte...



Nur um Papelotte rückte der aggressive Vandeleur mit seinem Detachement aus 2 Husarenbrigaden und 2x Horse Artillery vor. Picton ließ eine Brigade KGLer in das Gehöft einrücken, sie hatten allerdings noch keine Gelegenheit sich ordentlich einzuschanzen und hofften so, genug durch die Reiterei und Artillerie gedeckt zu sein, bis sie den festen Ort gebührend verteidigen konnten.





D´Erlons Korps macht hingegen nicht den Eindruck, als ob sie den Briten Papelotte einfach so überlassen wollen...





Frankreichs Reaktion kommt im nächsten Teil... :)

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln