Kaserne > Projekte

Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte

<< < (598/966) > >>

Maréchal Davout:
Bei unseren Erörterungen merkt man, wie schwer es auch bei einem französischen Sieg bei Waterloo für Napoleon ist, auch nur Briten und Preußen zu schlagen (Russen und Österreicher wären später ja auch noch zu besiegen).
Wenn ich diese Möglichkeiten bedenke, könnte man fast noch eine Kampagne daraus machen. Finale könnte dann die Schlacht um Brüssel sein, wo evtl. Wellington, Blücher, Grouchy und Napoleon wieder zusammenkommen.

Pappenheimer:
32 oder 34.000 Mann sind zwei schwache Korps. Korps hatten 1813 so um die 20.000 Mann. Natürlich waren 1814 die Korps noch kleiner und praktisch die Armeen Napoleons in Korpsstärke...
Thielemann hatte auch nach dem 19. Juni historisch betrachtet noch ausreichend Truppen und sein Korps war sicherlich noch nicht zerschlagen. Etwas über 3.000 Verluste gibt Wikipedia an.
Die Frage ist, was Blücher gesamtstrategisch noch gegenüber Napoléon ausrichten soll? Seine Armee ist noch ziemlich intakt und er kann darauf rechnen, dass in den nächsten 2 Wochen die Armeen der Russen und Österreicher den Rhein erreichen. Das Einzige, worauf also seine Absichten sein sollten ist eine Vereinigung mit der geschlagenen Armee Wellingtons anzustreben. Selbst bei höheren Verlusten dürften beide Armeen gemeinsam immernoch ein gewisses nummerisches Übergewicht gegenüber Napoléon haben und mit den verhältnismäßig wenigen Truppen (in Relation zu dem, was im Anmarsch war) banden beide Kommandeure Napoléons mit Abstand stärkste Kräfte. Eine Entscheidungsschlacht zu suchen musste also Napoléon viel wichtiger sein als Blücher und Wellington, denen es genügte auf Zeit zu spielen. Wenn Blücher das nicht einleuchtete, wird es wenigstens Gneisenau klar gewesen sein.
Beide Armeen sollten also einen Weg finden sich bis Brüssel durchzuschlagen, was mir durchaus denkbar scheint.


Bewertung der Schlacht:
Wellingtons Plan war mir nicht ganz offensichtlich. Er hatte halt eine verführerisch gute Position und verstärkte seine Schwachpunkte, wenn es nötig wurde. Letztlich hat es diesmal nicht gereicht.
Blücher erreichte das Schlachtfeld zu spät und verzettelte sich obendrein gegen schwache Kräfte Milhauds. Die Geschichtsschreibung des 19. Jh. hätte wohl eine unverständliche Vorgehensweise der preußischen Führung vorgeworfen - außer vielleicht deutsche wohlwollende Historiker. Sich mit einer Armee mit 3 Korps von nem Haufen Kürassieren und ein paar verschanzten Infanteristen aufhalten lassen!
Napoléon hat durchdacht agiert und sich flexibel den neuen Bedingungen angepasst. Als es durch die Mitte zeitweise zu einer Art Patt kam, hat er anders als der historische Empereur stärker noch auf die Umgehung bei Hougomont gesetzt. Selbst von Blücher hat er sich nicht irritieren lassen, wobei er in dem Sektor auch massiv viel Glück hatte, dass die paar Trüppchen ein ganzes Korps aufhielten!

Eine unterhaltsame Schlacht, wenn sie mir persönlich auch etwas zu stringent und optionslos vorkam. Napoléon setzt halt bei Waterloo aus bekannten Gründen auf die Brechstange und es gibt für mich auch aus der napoleonischen Zeit unzählige interessantere Schlachten von der taktischen Perspektive her (Austerlitz z.B. oder Auerstedt - wobei ich mich da frage, wie man die besonderen Bedingungen einbauen kann)...
Schön und detailverliebt präsentiert und breit ausgewälzt. Danke für Deine Mühen, M.Davout!

Maréchal Davout:
Naja, über Korpsgrößen braucht man nicht streiten 😉 Davout hatte zeitweise 70 000 Mann in seinem Korps... Auf die Relation kommt es an. 1815 waren Grouchys zwei Korps zu den größeren zu zählen (wie auch Reilles und D‘Erlons Korps. Lobaus Korps bei Waterloo oder die kleineren Kavalleriekorps sind da schon kopfschwächer.

Mal sehen, was als nächstes kommt... Auerstedt? Das könnte ich endlich mal meine Signature-Mini Davout dafür fertig machen (auch wenn meine Truppen dafür falsch uniformiert sind).

Pappenheimer:

--- Zitat von: Maréchal Davout am 07. Dezember 2020 - 07:21:40 ---Mal sehen, was als nächstes kommt... Auerstedt? Das könnte ich endlich mal meine Signature-Mini Davout dafür fertig machen (auch wenn meine Truppen dafür falsch uniformiert sind).

--- Ende Zitat ---
Ich würde es an Deiner Stelle trotz der falschen Uniformen machen. Die Frage ist, ob und wie Du die Unübersichtlichkeit und den Nebel einbaust, ob es eine (unwahrscheinliche) Chance gibt, dass Bernadotte doch noch den Weg aufs Schlachtfeld findet oder ob es per Würfelwurf entschieden wird, wann der preußische Oberbefehlshaber ausfällt? Und können die Preußen ihre Einheiten dann noch schlechter bewegen, wenn FW III. am Ruder ist und die Preußen "steuert"?

Immerhin würden Deine Fachwerkhäuschen hübsch zu der Landschaft passen. Die Gegend bei Auerstedt ebenso wie bei Jena ist sehr reizvoll und ich würde mich schon auf bewaldete Hügel und Hochplateaus mit tiefen Einschnitten freuen.

tattergreis:
Auerstedt lebt doch davon, dass die Preußen vollkommen  die Situation verkannten, am Besten man spielt diese Schlacht, ohne dass der Preußenspieler es weiß  :)
Auch Austerlitz lebt doch von einer Täuschung und der Inflexibilität der Alliierten, gar nicht zu sprechen von den Kommunikationsschwierigkeiten.

@MD: Das faszinierende an Auerstedt ist die enorme taktische Flexibilität der Franzosen, wie willst Du das denn darstellen?

Jena ist da viel einfacher.  :-\

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln