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Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte
Pappenheimer:
Bessières finde ich auch prima. Man sieht bei verschiedenen Befehlshabern, dass sie noch eine Weile die "alte" Mode mit den gepuderten Haaren und/oder Zopf hatten. Oftmals kann man von den Porträts her nicht genau sagen, ob nicht hinten doch noch ein Zopf ist. Bei der Infanterie wurde der Zopf offiziell 1803 abgeschafft. Wenn ich mich recht entsinne wurde dann auch eine neue Frisur festgelegt. Die alte Frisur war auch per Reglement eigentlich klar beschrieben. Aber wenn man Seele und Co anschaut, fällt auf, dass es viel Individualismus gegeben hat. Regimentschefs und andere Befehlshaber konnten dann auch für ihr Regiment anordnen, dass dieses die Haare bei Paraden oder dergleichen dennoch zu pudern hatte und man sieht überall bei der Infanterie noch 1806 Zöpfe. Generäle sind wieder was ganz anderes, da deren Frisur offenbar überhaupt nie vorgeschrieben war. Von daher scheint es mir so, dass sie einfach die jeweils moderne Zivilfrisur hatten. Was "modern" war sieht man ganz schön an zeitgenössischen Modekupfern wie "Galerie des Modes", "Costume Parisienne" oder in Deutschland das "Journal des Luxus und der Moden" aus Weimar. Diese Journale bildeten allerdings seltener die Hofmode ab und das ist wieder so ein Haken. Denn prinzipiell alle Marschälle aber auch viele Generäle waren ja auch gleichzeitig Höflinge von Napis Kaiserhof. Am kaiserlichen Hof wiederum sieht man zumeist entsprechende Hofanzüge wozu eigentlich Zopf und gepuderte Haare einfach besser passen wollen als der "moderne" Tituskopf wie er z.B. 1805 in Mode war. Diese Diskrepanz führte auch zu skurrilen Entwicklungen wie gepuderte kurze Haare zum Hofanzug und dann ein nicht mehr mit dem Haupthaar verbundener (sic!) Haarbeutel auf dem Rücken des bestickten Hofrocks.
Bessières hat im Grunde eine in den späteren 1790ern modische "Dackelohrfrisur" (wie sie auch ähnlich Napi in der Zeit hatte). Von daher war er nicht wirklich aus der Zeit gefallen. Es gab auch den einen oder anderen wie König Friedrich August I. von Sachsen, der noch die einzelne Seitenlocke und gepuderte Haare 1815 trug.
In einem Ausstellungskatalog zur Königin-Luise-Ausstellung von 2009 habe ich mal den Zopf von Friedrich Wilhelm III. von Preußen gesehen. Den hat dieser zu der Zeit um 1806 abgetrennt und man sah an dem Zopf wie klein der zu dieser Zeit bereits in Preußen war. Ich sehe die Frisuren wie auch die Barttracht (wie FW III. Schnurbart) sowohl als persönliche Vorliebe als auch als eine Art Statement.
Maréchal Davout:
--- Zitat von: D.J. am 18. Februar 2021 - 11:02:35 ---
--- Zitat von: Maréchal Davout am 18. Februar 2021 - 09:42:07 ---Ich frage mich immer noch, wie die Minis genau mit verpackt waren... Lagen die unten im Margarinegefäß? Hing da ein kleiner Blister seitlich dran? Oder, vielleicht am realistischsten, bekam man im Laden, wenn man sagte "Bitte ein Paket Margarine" von der Verkäuferin im Tante-Emma-Laden aus einem Karton hinterm Thresen eine der Figuren dazugelegt?
--- Ende Zitat ---
Ich habe da für dich etwas gefunden (und weil mich die Frage auch umtrieb :) )
https://www.lindefiguren.at/margarinefiguren/
Und die hier dürfte auch interessant sein
http://www.margarinefiguren.de/
Ich bin ehrlich:
Das ist schon ein spannendes Thema!
Ähnlich wie die Asterix & Obelix Figuren, die es in meiner Kindheit eine Weile zu einem bestimmten Kaugummi gab :)
https://www.ue-ei-stammtisch.de/index.php?thread/21637-kaugummifiguren-asterix-und-obelix/
https://www.ebay.at/sch/i.html?_sacat=0&_oac=1&_nkw=asterix+kaugummi&=&_ssc=1
--- Ende Zitat ---
Danke, D.J.! Das ist wirklich ein recht spannendes Thema. Vor allem der erste Link ist ja super.
Ich habe da wirklich erstaunlich viel von.
Die kleinen, komplett dreidimensionalen Häuser (zumeist 2-etagig) hatte ich auch dutzendfach - wohl sehr späte Serie, die hatten auch oft Rote Dächer und waren aus ca. 4 Teilen „verschweißt“. Die sind sehr fein modelliert und könnten im Grunde super für 6mm-Spiele Straßenzüge mit tollen Häusern versehen.
Einiges mehr wird man bei mir noch sehen, zumal ich viele Tiere eher für 28mm verwende (dafür passen sie).
Maréchal Davout:
--- Zitat von: Pappenheimer am 18. Februar 2021 - 11:08:37 ---Bessières finde ich auch prima. Man sieht bei verschiedenen Befehlshabern, dass sie noch eine Weile die "alte" Mode mit den gepuderten Haaren und/oder Zopf hatten. Oftmals kann man von den Porträts her nicht genau sagen, ob nicht hinten doch noch ein Zopf ist. Bei der Infanterie wurde der Zopf offiziell 1803 abgeschafft. Wenn ich mich recht entsinne wurde dann auch eine neue Frisur festgelegt. Die alte Frisur war auch per Reglement eigentlich klar beschrieben. Aber wenn man Seele und Co anschaut, fällt auf, dass es viel Individualismus gegeben hat. Regimentschefs und andere Befehlshaber konnten dann auch für ihr Regiment anordnen, dass dieses die Haare bei Paraden oder dergleichen dennoch zu pudern hatte und man sieht überall bei der Infanterie noch 1806 Zöpfe. Generäle sind wieder was ganz anderes, da deren Frisur offenbar überhaupt nie vorgeschrieben war. Von daher scheint es mir so, dass sie einfach die jeweils moderne Zivilfrisur hatten. Was "modern" war sieht man ganz schön an zeitgenössischen Modekupfern wie "Galerie des Modes", "Costume Parisienne" oder in Deutschland das "Journal des Luxus und der Moden" aus Weimar. Diese Journale bildeten allerdings seltener die Hofmode ab und das ist wieder so ein Haken. Denn prinzipiell alle Marschälle aber auch viele Generäle waren ja auch gleichzeitig Höflinge von Napis Kaiserhof. Am kaiserlichen Hof wiederum sieht man zumeist entsprechende Hofanzüge wozu eigentlich Zopf und gepuderte Haare einfach besser passen wollen als der "moderne" Tituskopf wie er z.B. 1805 in Mode war. Diese Diskrepanz führte auch zu skurrilen Entwicklungen wie gepuderte kurze Haare zum Hofanzug und dann ein nicht mehr mit dem Haupthaar verbundener (sic!) Haarbeutel auf dem Rücken des bestickten Hofrocks.
Bessières hat im Grunde eine in den späteren 1790ern modische "Dackelohrfrisur" (wie sie auch ähnlich Napi in der Zeit hatte). Von daher war er nicht wirklich aus der Zeit gefallen. Es gab auch den einen oder anderen wie König Friedrich August I. von Sachsen, der noch die einzelne Seitenlocke und gepuderte Haare 1815 trug.
In einem Ausstellungskatalog zur Königin-Luise-Ausstellung von 2009 habe ich mal den Zopf von Friedrich Wilhelm III. von Preußen gesehen. Den hat dieser zu der Zeit um 1806 abgetrennt und man sah an dem Zopf wie klein der zu dieser Zeit bereits in Preußen war. Ich sehe die Frisuren wie auch die Barttracht (wie FW III. Schnurbart) sowohl als persönliche Vorliebe als auch als eine Art Statement.
--- Ende Zitat ---
Auch ein spannendes Thema! Das deckt sich auch mit meinem Kenntnisstand. Das historische Museum Hannover hat da auch tolle Ausstellungsräume, wo man lebensgroße Figurinen in der Kleidung (zivil) und Frisur des 18. Jh. bis 1870 glaub ich hat. Da kann man sich diese modischen Trends und den Wandel gut veranschaulichen. Die Ölgemälde zu Waterloo sind auch Spitze, die rieSigen, ölbemalten Holztafeln zur hannoverschen Armee im 18. Jh (Originale) und die Königliche Originalkutschensammlung sind auch super.
Bessieres hat die Haare auch hinten in genau jener „Dackelohrfrisur“ bei meiner Mini modelliert. Lustig ist auch Murat (kommt auch noch!). Auf den ersten Blick hat er den „Tituskopf“ (Pony), aber seine Haare sind länger, die Koteletten enorm und ne gewisse Matte hat er auch. Teils zwischen Hair-Metal und Michael Jackson in den 80ern. Er war eben ein geborener Selbstdarsteller! 8)
Pappenheimer:
Ich finde es auch prima wie Dir der Drahtseilakt geglückt ist Joseph unterzubringen und doch nicht allzu präsent zu machen. Normalerweise würde ich dem eine eigene Base zubilligen. V.a. für Vittoria wäre das ja sehr gerechtfertigt.
Obwohl ... Jourdan hat ja ne ähnliche Frise wie Bessières gehabt. 8) Kommt dann noch Jourdan mit einer zweiten Kombibase oder gibts für den ein eigenes Modell?
D.J.:
Die Coiffeurmeister unter sich ;D
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