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Autor Thema: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker  (Gelesen 70806 mal)

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Riothamus

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Re: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker
« Antwort #690 am: 07. September 2020 - 14:54:59 »

Beim Lesen bin ich ja eher f├╝r Papier. Aber das ist ja sehr unterschiedlich. Beim Urheberrecht w├Ąre ich vorsichtig.

Ansonste dr├╝cke ich den Daumen f├╝r den Umzug, damit nichts verloren geht.

Ach ja, die Ausf├╝hrungen zum Trebuchet waren sehr interessant.
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Riothamus

SiamTiger

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Re: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker
« Antwort #691 am: 10. September 2020 - 07:39:18 »

Der US-amerikanische Youtube-Kanal Little Wars TV stellt die Frage, "Is historical wargaming dying out?" - stirbt historisches Tabletop aus? Also zum einen ist es aus meiner Sicht ein eher ungew├Âhnlicher Zeitpunkt diese Frage zu stellen, denn der Veranstaltungskalender nicht nur f├╝r historisches Tabletop ist quasi leer. Aber nicht nur das, auch der recht enthusiastische Artikel der Zeitschrift The Economist ├╝ber das Wachstum im Lead Belt spricht von einer guten Marktsituation - und das nicht nur f├╝r Games Workshop.
 Ich denke die Annahme stammt aus dem prim├Ąr us-zentrischen Blickwinkel des Fragestellers. Nicht nur ist die aktuelle Situation eine andere in den Vereinigten Staaten als in Europa (und auch innerhalb Europas), aber insgesamt hat man auch einen anderen Ansatz zu (Teilbereichen) des Miniaturenhobby. Das f├Ąllt z.B. bei den Veranstaltungen auf, die in den Staaten h├Ąufig in Hotels stattfinden und die Teilnehmer auch Inlandsfl├╝ge daf├╝r in Kauf nehmen. Die einzigen Veranstaltungen in Europa die in Hotels stattfinden, die mir aus dem Stehgreif heraus einfallen, sind z.B. die Scale Model Challenge, und bisher einmalige Gastspiele wie das Warhammer Fest Europe 2018 oder eine der Warmachine/Hordes Meisterschaften in Frankfurt. Europ├Ąische Veranstaltungen finden h├Ąufig in Gemeindeh├Ąusern statt, mit Ausnahme der wirklich gro├čen Events. Und das f├╝hrt nat├╝rlich auch zu einer anderen Gr├Â├če der Spiele bzw. Veranstaltungen die umgesetzt werden. Diese Unterschiede merkt man z.B. auch bei Uncle Atom, da die Themen oder Probleme die er anspricht, sich nicht immer auf unsere Seite des Teichs ├╝bertragen lassen (dominante Regelsysteme, Verf├╝gbarkeit von Kickstartern usw.).
   
 Zuallererst muss man sich eine Sache bei Tabletop vor Augen f├╝hren, die gerne von denen die bereits im Hobby sind vergessen wird - es hat eine ungemein hohe Einstiegsh├╝rde verglichen mit anderen Hobbies. Ja, andere Hobbies haben auch hohe Einstiegsh├╝rden, aber diese sind h├Ąufig an Ausstattung gebunden und das kann nicht selten finanziell behoben werden. Ja, man kann vorbemalte Miniaturen kaufen, fertiges Gel├Ąnde und so weiter, aber das ist auch nicht so einfach wie man vielleicht meint. Ich m├Âchte aber auch gar nicht soweit abdriften und einfach mal Tabletop mit Produkten vergleichen die man in den gleichen Lokalen kaufen kann. Nehmen wir mal an, es gibt an einem Freitag Abend eine Veranstaltung in einem solchen Laden. Mit Trading Cards kann man eine halbe Stunde vor Beginn dort auftauchen, ein Deck und paar Booster kaufen und an der Veranstaltung teilnehmen. Bei Brettspielen sollte man etwas fr├╝her auftauchen, eine halbe Stunde bis Stunde einplanen um alles vorzubereiten (Marker aus Druckb├Âgen l├Âsen, Tokens und evtl. Modelle zusammenbauen) und hat dann ein in sich geschlossenes Spiel. Aber f├╝r Miniaturenspiele? Sofern man nicht gerade auf Spiele wie Warhammer Underworlds (was technisch gesehen auch eher ein Miniaturenbrettspiel ist) wo man mit vorgef├Ąrbten Modellen in 2 Stunden Vorlauf spielfertig ist, liegt der Vorlauf eher mal bei 2 Wochen mit intensiver Arbeit.
 
  • Abstimmen des Regelwerks und Ma├čstabs
  • Regelwerk und Miniaturen erwerben
  • Werkzeug, Kleber, Pinsel und Farben erwerben, die zum Zusammenbau und Bemalen der Miniaturen ben├Âtigt werdens
  • Sofern die Spielst├Ątte nur die Tische zur Verf├╝gung stellt, eben auch eine Spielplatte mit Gel├Ąndest├╝cken bereitstellen
  • Transport der Armee und des Spielzubeh├Ârs zur Spielst├Ątte (etwas aufw├Ąndiger als ein Kartenspiel oder eine Brettspielbox)
Wir blenden jetzt auch mal bewusst, den potenziellen Umsatz pro Regalmeter aus, den verschiedene Produkte f├╝r den Ladenbesitzer erzeugen k├Ânnen. Denn das f├Ąllt nicht zu Gunsten unseres Hobbies aus.
   
 Der gr├Â├čte Unterschied zwischen historischem Tabletop und den Marktf├╝hrer(n) - und auch der Hauptgrund zus├Ątzlich zu den oben genannten Gr├╝nden warum es schwieriger ist ins historische Tabletop verglichen mit Fantasy oder Sci-Fi anzufangen - Komfort / Convenience. Dave von The Wargaming Company hat es im Video bereits genannt und die L├╝cke ist hier besonders gro├č, wenn man z.B. das gewohnt ist was Games Workshop bietet. Im historischen Tabletop bekommt man seine Regeln von Thomas, die Miniaturen bei Michael, kauft Banner und Bases von Georg und die B├╝cher und anderen Informationen noch bei wem anders. Warlord Games ├Ąndert das im historischen Bereich, da hatte man erst mit 28mm z.B. f├╝r 2. Weltkrieg und Napoleonischen Kriegen angefangen und ist von dort aus in "exotischere" Bereiche wie See- oder Fliegerspiele, und das auch weit ├╝ber 28mm hinaus. Stronghold Terrain bietet in Deutschland etwas ├Ąhnliches f├╝r SAGA an. Man kriegt hier das ├╝bersetzte Regelwerk, dazu passende Modelle der verschiedenen Hersteller von Gripping Beast, Footsore und V&V, passend als Kriegerbanden, die sogar Basezubeh├Âr abdecken. Sie sind nat├╝rlich nicht die ersten die eine breite Auswahl an historischen Modellen anbieten, hier war z.B. Northstar schon lange am Markt, oder in Deutschland eben Battlefield Berlin und Miniaturicum, aber das "McDonalds Sparmen├╝" wo man nicht lange ├╝berlegen muss und sich alles einzeln bestellt, sondern direkt eine Beilage und Getr├Ąnk zu seinem Burger bekommt, macht es eben deutlich einfacher eine Wahl zu treffen. Insbesondere wenn man noch gar nicht wei├č, was man eigentlich braucht. Und das ist etwas, was gerade j├╝ngere Spieler gewohnt sind.
   
 Au├čerdem fehlt historischen Tabletop etwas, das andere Spielsysteme anbieten - Einsteigerfreundliche Spiele. In den fr├╝hen Tagen des Tabletops sind einige Spieler - besonders im historischen Tabletop - ├╝ber Modellbaus├Ątze von Firmen wie Airfix oder Revell ins Hobby gekommen, auf der Suche nach Regeln um Szenarios oder Spiele zwischen ihren Platoons oder Regimentern durchzuspielen. In meiner Generation, also denen die in den 90ern angefangen haben, sind es h├Ąufig die Einsteigerspiele und Kooperationen von Citadel / Games Workshop mit MB Spiele gewesen, die zum Hobby gef├╝hrt haben. Wir sprechen hier von Heroquest, Claymore Saga und Space Crusade. Heute werden diese Produkte ungemein gut produziert und platziert, aber auch weiterhin prim├Ąr von Games Workshop. Es gibt hier Underworlds, Warcry, die Conquest Magazine Reihe und kleine "mundgerechte" Einsteiger Pakete um mal hinein zuschnuppern. Obwohl historisches Tabletop insgesamt g├╝nstiger ist als eine Warhammer-Armee, gibt es hier einfach keine 30 EUR Einsteigersets f├╝r Napoleonische, Antike oder Mittelaltersettings.
   
 Und wenn man sich dann weiterhin noch Gedanken um den Nachwuchs des historischen Tabletop macht, gibt es hier nach der hohen Einstiegsh├╝rde und geringerem Komfort dann noch das n├Ąchste Problem. Ob man es jetzt "Elitismus", "Gatekeeping" oder sonst wie nennt, es macht es einfach schwieriger sich historischem Systemen verglichen mit fiktiven Spielen anzuschlie├čen. Manche Leute die ich im historischen Tabletop kennengelernt habe, sind unglaublich schlechte Werbung f├╝r das Hobby als solches. Kn├Âpfchenz├Ąhler und ├╝bertrieben pingeliges Verhalten gegen├╝ber neuen. Da werden falsche Uniformfarben, schlecht recherchierte Streitkr├Ąfte und so weiter harsch kritisiert und Personen unter 30 als Kiddies abgetan. Bedenkt dass f├╝r viele der einzige Kontakt mit historischen Geschehnissen in der Schule oder den breiten Medien stattgefunden hat, und das entsprechend eingekocht und oberfl├Ąchlich ist. Also mal entspannt mit Leuten umgehen, die R├Âmer nur aus Asterix kennen, den zweiten Weltkrieg aus World of Tanks und mit Napoleon nur langweiligen Geschichtsunterricht verbinden. Die Leute sind schon weit aus der Komfortzone gekommen um sich ├╝berhaupt soweit mit unserem Hobby zu befassen, da sollte man etwas offener sein. Denn es ist f├╝r die Spieler auch deutlich einfacher, bei den Weltraumsoldaten und Aliens zu bleiben, als sich ins historische einzuarbeiten.
   
 Also alles in allem sch├Ątze ich historisches Tabletop fern ab vom Tod. Es gibt eine breite und weiter wachsende Auswahl an Kunststoffbaus├Ątzen, mehr professionelle Hersteller, deutlich attraktiv gestaltete Regelwerke und alles deutlich einfacher erh├Ąltlich als noch vor 10 Jahren. Wenn das kein Grund ist, sich dar├╝ber zu freuen, dann wei├č ich es auch nicht.
 

Sorandir

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Re: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker
« Antwort #692 am: 10. September 2020 - 21:26:27 »

Klare und sehr vern├╝nftige Analyse, find ich gut.  :) 
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http://www.kurpfalz-feldherren.de

Riothamus

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Re: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker
« Antwort #693 am: 11. September 2020 - 00:38:50 »

Ich kann dem auch fast ohne Abstriche zustimmen.

In erster Linie m├Âchte ich erg├Ąnzen, dass die englische Sprache f├╝r viele doch eine H├╝rde ist. Aber dar├╝ber haben wir ja schon oft geschrieben.

Little Wars TV hat dann aber auch mit einem Video nachgelegt, dass ein Einsteigerprojekt ank├╝ndigt.
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Riothamus

SiamTiger

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Re: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker
« Antwort #694 am: 15. September 2020 - 08:04:52 »

Im August hatte ich ├╝ber mein "professionelles" Tabletop-Jubil├Ąum geschrieben und w├Ąhrend meiner Zeit als Chefredakteur habe ich einige Messen und Veranstaltungen besucht, darunter auch ein paar Touren um die Hersteller zu besuchen. Die erste gro├če Tour dieser Art ist heute auf den Tag genau 10 Jahre her (Es ging in der Nacht vom 14. auf den 15. los), und es ging zum Lead Belt, den Zinng├╝rtel.  Wem der Begriff nicht gel├Ąufig ist, als Zinng├╝rtel beschreibt man das Gebiet um Nottingham. Da durch dass Games Workshop dort sitzt haben sich in der Zwischenzeit zahlreiche Miniaturen- und Tabletopfirmen dort angesiedelt, einige davon ehemalige Zulieferer und Mitarbeiter von Games Workshop.
   
   
Da wir damals wegen der Berichterstattung, Messen usw. sowieso schon in Kontakt mit einigen der Gro├čen der Branche standen, hatten wir uns ein paar Termine in und um Nottingham gesichert, und passend dazu ein Hotel in der Stadt (das Jury's Inn, anst├Ąndiges Hotel, kann man nichts sagen). Wenn ich wir sage, meine ich damit Christian/Darkover (meinen damaligen stellvertretenden Chefredakteur), seine Frau Sarah, und zwei meiner Freunde aus dem lokalen Tabletopclub; Andre (den albanischen Nationaltrainer, dazu aber sp├Ąter mal mehr) und Lukas (mein Mitbewohner aus Studienzeiten).
 Das Portal erzeugte keine nennenswerten Gewinne und ich war damals noch Student, also war das Spa├čbudget ├╝berschaubar, bot mir allerdings auch nicht mehr M├Âglichkeiten als mal eine Runde zu geben. Abgesehen davon, wir sind ja effiziente Deutsche, das hier ist war auch kein Urlaub sondern ganz klare Dienstreise f├╝r's Portal. Wir sind schlie├člich zur Kontaktpflege vor Ort ... also "eigentlich". Um vor Ort flexibler zu sein, und da in Nottingham nicht alles mit den ├Âffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, hatten wir uns f├╝r die Anreise mit dem Auto entschieden. Fl├╝ge nach Nottingham werden ├╝blicherweise ├╝ber Birmingham oder East Midland umgesetzt, nicht wirklich ein Problem von uns aus denn mit K├Âln, Frankfurt und dem Hahn habe ich drei Flugh├Ąfen innerhalb von einer Stunde Umkreis. Aber die Flugtickets, das begrenzte Gep├Ąckvolumen und der zus├Ątzliche Bedarf eines Mietwagens der gro├č genug f├╝r uns f├╝nf w├Ąre, war einfach deutlich teurer. Daher hatte Christian angeboten mit seinem Golf Kombi zu fahren.
   
 Von Koblenz, meinem alten Wohnort, sind es bis Nottingham knapp 900 km. Also eine ziemliche Tour f├╝r einen Tag. Lukas und Andre sind nach Feierabend am Dienstag, den 14. schon rumgekommen. Wir haben gemeinsam gekocht und uns breit ausgetauscht ├╝ber was wir sehen wollen und welche interessanten Projekte sich ergeben k├Ânnen. Scherzend ob ein Kombi ├╝berhaupt ausreichend w├╝rde, um unsere Beute zur├╝ckzubringen oder wir nicht besser einen Transporter gemietet h├Ątten. Gegen halb 11 haben uns dann Christian und Sarah eingesammelt und wenig sp├Ąter ging es dann durch Belgien nach Calais. Morgens um 5 kamen wir am Hafen an und durften auf die F├Ąhre. Eine staufreie Weiterreise bedeutete, dass wir es schon am sp├Ąten Morgen, etwa 10 Uhr, bis nach Nottingham geschafft hatten. Ein schneller Check-In und frisch machen (ja, das war nach der langen Autofahrt und zu dritt auf der R├╝ckbank zwingend notwendig) war die erste Amtshandlung. Die anderen nutzten die Gelegenheit sich auf's Ohr zu hauen, aber ich hatte mir die Gegend ums Hotel angeschaut und einen l├Ąngeren Spaziergang eingelegt, der mich an beiden Fussballstadien in Nottingham (Forests City Ground und Countys Meadow Lane) vorbeif├╝hrte.
   
Nottingham - Visiting the Lead Belt Nottingham - Visiting the Lead Belt Nottingham - Notts County Meadow Lane Nottingham - Nottingham Forest City Ground
   
Wir hatten keinen Programmpunkt f├╝r den Tag - also eigentlich schon, aber der wurde kurzfristig abgesagt - und so ging es prim├Ąr darum erst einmal anzukommen. Wie gesagt, das war 2010, teures Roaming und Internet war in Hotels noch nicht so verbreitet. Daher entschieden wir uns den Nachmittag in der Warhammer World einzukehren.
 Die Warhammer World bot damals schon kostenloses Wi-Fi und mit der Bugmans Bar auch passende Verpflegungsm├Âglichkeiten (die Studioangestellten nutzen die Bar als Kantine und Pub nach Feierabend), daher also ein perfekter "Heimathafen" f├╝r den Trip. Wir hatten das Games Worksoph HQ im Vorfeld kontaktiert, so wie wir es mit den anderen Herstellern auch gemacht hatten. Aber das war noch die Kirby ├ära und da war das alles nicht so einfach. Wir hatten schon einen best├Ątigten Termin f├╝r ein Interview mit Jervis Johnson, das wurde dann kurzfristig abgesagt. Wir waren um eine Alternative bem├╝ht, da hatte man allerdings gemauert. Es gab damals einfach noch nicht das Community-Management wie heute und auch der Umgang mit Dritten war ein anderer. Dazu stand in eben jener Woche noch ein Shareholder-Meeting sowie internationales Vertriebsmeeting an, weshalb ich zum Teil schon verstehen kann, dass es nicht ganz optimal war. Man h├Ątte es aber deutlich besser handeln k├Ânnen. Aber wie gesagt, wir waren sowieso in Nottingham, die Bugmans Bar war offen, also fuhren wir trotzdem hin.
 Lukas und Andre nutzten die Spieltische (die eigentlich gar nicht h├Ątten da sein sollen) f├╝r ein paar Runden 40.000, mit ihren mitgebrachten Chaos und Oldhammer Space Marine Armeen. Das benannte Shareholder Meeting war auch der Grund dass so wenige Tische aufgebaut waren, davon also nicht irritieren lassen. Und ja, das ist das alte Design der Warhammer World, vor dem gro├čen Umbau, der dann die neue Ladenfront und den Forge World Shop integrierte.
   
Games Workshop - Warhammer World Games Workshop - Warhammer World Games Workshop - Warhammer World
Games Workshop - Warhammer World Games Workshop - Warhammer World Games Workshop - Warhammer World Games Workshop - Warhammer World
   
Unsere Hartn├Ąckigkeit w├╝rde sich aber bezahlt machen. Wir hatten durch Zufall Jes Goodwin bei seiner Raucherpause getroffen. Und er bot uns an, sich nach Feierabend noch einmal Zeit f├╝r uns zu nehmen. Es war ein sehr angenehmes Gespr├Ąch, insbesondere als dann auch klar wurde, dass wir aus ihm keine Ger├╝chte herauslocken wollten oder unsinnige Preis- oder Punktediskussionen f├╝hren wollten. Einfach ein angeregter Austausch und ein paar Drinks. Es war sehr angenehm zu sehen, mit wie viel Leidenschaft jemand das macht, was er macht. Wir sprachen ├╝ber seinen Werdegang, wie er zu Games Workshop gekommen ist und zum Abschied gab es noch ein paar signierte Ansichtskarten aus der Warhammer World. Auch das Wiedersehen auf dem Warhammer Fest in 2018 war eine tolle Sache.
   
Games Workshop - Warhammer World Games Workshop - Warhammer World Warhammer Fest Europe 2018
Games Workshop - Warhammer World
   
Zeichenbegrenzung, Restbeitrag hier - https://www.chaosbunker.de/de/2020/09/15/throwback-lead-belt-nottingham-2010-tag-1/

SiamTiger

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Re: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker
« Antwort #695 am: 16. September 2020 - 06:33:57 »

 F├╝r den ersten vollen Tag in Nottingham hatten wir die beiden damaligen neuen "Herausforderer" auf dem Plan, Warlord Games und Mantic Games.
 Warlord sa├č damals bereits im Lenton Business Centre, wo sie auch heute noch anzutreffen sind. Aber damals als junges und noch kleines Unternehmen hatte man nur einzelne B├╝ros angemietet, die ├╝ber den B├╝rokomplex verteilt waren und nicht einen ganzen Fl├╝gel und eigenem Ladenlokal wie heute.
   
Warlord Games - Studio Nottingham
   
Das Sortiment war damals schon recht breit aufgestellt im Bereich der historischen Miniaturen, aber noch weit von der Auswahl an Kunststoffbaus├Ątzen von heute entfernt. Die Legion├Ąre des fr├╝hen r├Âmischen Reichs und ein paar Black Powder Baus├Ątze waren verf├╝gbar, sowie die ersten deutschen Soldaten f├╝r Bolt Action.
   
Warlord Games - Studio Nottingham Warlord Games - Studio Nottingham Warlord Games - Studio Nottingham
   
Es war wirklich toll mal hinter die Kulissen zu blicken und eine moderierte F├╝hrung der Produktion zu bekommen. Das war das erste Mal, dass wir den Schleuderguss so aus der N├Ąhe sehen konnten (also 1999 konnte man in der Warhammer World das im In-Store sehen). Das volle Programm, mit dem Anlegen der Master, dem Guss selbst und sp├Ąteren Kommissionieren der Blister.
   
Warlord Games - Studio Nottingham
Warlord Games - Studio Nottingham Warlord Games - Studio Nottingham Warlord Games - Studio Nottingham
Warlord Games - Studio Nottingham Warlord Games - Studio Nottingham Warlord Games - Studio Nottingham
Warlord Games - Studio Nottingham

Zeichenbegrenzung, der Link f├╝r alles weitere: https://www.chaosbunker.de/de/2020/09/16/throwback-lead-belt-nottingham-2010-tag-2/

SiamTiger

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Re: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker
« Antwort #696 am: 17. September 2020 - 09:04:48 »

 Das Programm f├╝r Freitag begann recht fr├╝h, schon morgens fr├╝h um 9. Beeindruckt vom Vortag stand ein Fr├╝hschoppen bei Mantic an, da ein paar von uns sich mit Kings of War Armeen eindecken wollten. In meinem Fall waren es nur ein paar Zombies (die sind wirklich vielseitig und ich habe da versch. Nutzen f├╝r) und das Gefolge des Zwergenk├Ânigs. Oben drauf gab es noch einen signierten Mantic-Messengerbag mit pers├Ânlicher Widmung von Ronnie und Alessio.
Mantic Games - Studio Nottingham
   
Aber es war nur ein kurzer Aufenthalt bei Mantic, da wir noch Teil zwei des Termins bei Warlord Games hatten. Ich hatte die Gelegenheit John Stallard zu treffen, der am Vortag verhindert war (er hat am Games Workshop Shareholder Meeting teilgenommen). Und es war wirklich interessant einen weiteren ehemaligen hochrangigen GW Manager kennen zu lernen. John war auch am gleichen Spielbericht beteiligt, den wir gestern erw├Ąhnt hatten, wie Ronnie.
   
Warlord Games - Studio Nottingham Warlord Games - Studio Nottingham White Dwarf - May 98 48,000 Point Battle Report White Dwarf - May 98 48,000 Point Battle Report
   
Nat├╝rlich ist Paul Sawyer ist nat├╝rlich auch kein Unbekannter. Der langj├Ąhrige Chefredakteur des White Dwarf (hier wahrscheinlich weniger bekannt, da das deutsche Magazin seine eigene Redaktion hatte), war auch erfolgreicher Vier Gener├Ąle Teilnehmer und gef├╝rchteter Tiermenschen-H├Ąuptling.
   
White Dwarf - February 1998 #218 Tale of Four Gamers Paul Sawyers Beastman White Dwarf - February 1998 #218 Tale of Four Gamers Paul Sawyers Beastman
   
W├Ąhrend wir ├╝ber bevorstehende Neuheiten gesprochen haben, durften wir uns auch schon ein paar 3-Ups und noch nicht ver├Âffentliche Modelle anschauen. Gerade so ein 3-Up in der Hand ist schon echt imposant. Was mir bei Warlord damals imponiert hat, war verglichen mit vielen anderen, dass man hier nicht nur ein pers├Ânliches Projekt ver├Âffentlichen m├Âchte sondern einen langfristigen Plan hat. Da gab es halt schon eine mehrj├Ąhrige Roadmap und jetzt zu sehen wie sich das ├╝ber die 10 Jahre hin entwickelt hat ist schon imposant.
 Das Lenton Business Center ist die Adresse von mehr als nur einer Miniaturenfirma und deckt sogar im Hinterhof mehrere Gie├čereien ab. So war unser Weg zu Northstar Military Figures nicht weit. Hier hat Steve uns freundlicherweise den Inhaber, Nick Eyre, vorgestellt. Ich wei├č noch wie Steve uns ank├╝ndigte mit "Hey Nick, ich hab hier ein paar Deutsche f├╝r dich" und sehr z├╝gig aus dem B├╝ro ein "In welchem Ma├čstab?" zur├╝ck kam. Steve schaute uns kurz an "... True Scale w├╝rde ich sagen?" Ein guter Start.
 Northstar ist Gro├čh├Ąndler f├╝r viele verschiedene Hersteller und Miniaturenreihen und auch Distributor f├╝r zahlreiche kleinere Unternehmen, die das selbst nicht abbilden k├Ânnten. Die perfekte Adresse also insbesondere wenn man nach historischen Miniaturen sucht. Mittlerweile hat er sich sogar mit Osprey Games zusammengetan und dabei so Beststeller wie Frostgrave oder Oathmark an den Markt gebracht. Ich hatte mir damals einen A7V gekauft und Andre seine 15mm Gel├╝ste bedient, dabei aber auch die kompletten Best├Ąnde von Blistern und T├╝tchen wie Kriegselefanten und bestimmten Pikentruppen aufgekauft. Obendrein hatten wir noch die Gelegenheit mit ein paar der Gesichtern hinter Warhammer Historical zu sprechen.
   
Nick Eyre's North Star Military Figures Nick Eyre's North Star Military Figures
   
Aber wir mussten auch wieder los, denn wir waren zum Essen verabredet. Wir w├╝rden Alessio am Nottingham Castle treffen. Er hatte uns ein Mittagessen im Ye Olde Trip to Jerusalem arrangiert, bei dem wir Michael und Alan Perry, die ber├╝hmten Perry Zwillinge kennenlernen w├╝rden. Die beiden sind bereits seit mehr als 30 Jahren im Hobby t├Ątig und es war eine ungemeine Ehre die beiden so pers├Ânlich zu treffen. Wir sprachen ├╝ber verr├╝ckte Umbauten, Ma├čst├Ąbe und pers├Ânliche Spielvorlieben.
   
Ye Olde Trip to Jerusalem Ye Olde Trip to Jerusalem Michael & Alan Perry Michael & Alan Perry Michael & Alan Perry

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Re: Siamtigers Log-o-rama / Chaosbunker
« Antwort #697 am: 18. September 2020 - 08:13:04 »

Der letzte Tag am Lead Belt brachte uns dann auch mal in den Gro├čraum des Nottinghamshire, nach Mansfield um genau zu sein. Warum dort hin? Maelstrom Games hatte seine R├Ąumlichkeiten dort, damals einer der gr├Â├čten Tabletoph├Ąndler, vielleicht die direkte #2 nach Wayland Games im Vereinigten K├Ânigreich.   
Maelstrom Games - Brick & Mortar Store
   
Aber was den Besuch so interessant machte, war nicht nur die riesige Auswahl, sondern die sehr gro├čz├╝gigen Spielr├Ąumlichkeiten. Ein Spielbereich mit 72 (!) Tischen, die am Tag unseres Besuchs zeitgleich f├╝r zwei Turniere, Epic 40.000 und Warhammer Ancient Battles, im Einsatz waren. Dabei gab es au├čerdem noch eine Bar, einen Loungebereich und sogar noch mehr Spieltische. Was mir aber imponiert hat, war dass trotz der vielen Tische und dass es sich nicht um Clubr├Ąume handelt, die Gel├Ąndedichte und -qualit├Ąt ├╝berdurchschnittlich war.
   
Maelstrom Games - Brick & Mortar Store Maelstrom Games - Brick & Mortar Store Maelstrom Games - Brick & Mortar Store Maelstrom Games - Brick & Mortar Store
   
Andre nutzte dann auch vor Ort die Gelegenheit, auch da es unser letzter Tag des Trips war, eine unglaublich gro├če Atlantikwall Gel├Ąndebox zu kaufen, die auf dem R├╝ckweg noch mal so richtig Platz wegnehmen w├╝rde auf der R├╝ckbank...
 Zu Maelstrom Games selbst, wir hatten damals den ganzen Stress der dort hinter den Kulissen abging nicht wirklich mitbekommen und auch wie Kunden bei den letzten Bestellungen um ihr Geld gebracht wurden, was dann sp├Ąter auch zur Insolvenz 2012 gef├╝hrt hatte.
 Wir sind dann auch wieder zur├╝ck nach Nottingham f├╝r unseren letzten Termin der Tour mit Urban Mammoth (der Besitzer John Robertson sitzt in Schottland, daher hatte er Mark Brendan und Jake Thornton, aka Quirkworthy, als Vertreter geschickt). Leider hat Urban Mammoth im Jahr drauf den Betrieb eingestellt. Es gab ein cartoon-Scharm├╝tzel namens Warheads und es gab Pl├Ąne f├╝r ein 6mm Spin-Off von Urban War, dass den Namen Age of Tyrants tragen sollte. Wir sprachen ├╝ber beide Systeme und die angedachten Neuheiten.
 Um die Ansprechpartner mal vorzustellen, Mark Brendan arbeitete an Void und Warheads, und schrieb sogar Geschichten wie Tenebrae f├╝r Games Workshop. Jake Thornton schrieb die Regeln f├╝r Dreadball, Mars Attacks und Reichsbusters und war an der 6. Edition von Warhammer Fantasy sowie ein paar Armeeb├╝chern involviert.
   
Urban Mammoth
   
Und um Urban Mammoth in Verh├Ąltnis zu setzen, es gab Urban War, ein 28mm Skirmisher und Metropolis, das passende gr├Â├čere Schlachtensystem. Sie hatten damals Void und Celtos von I-Kore aufgegriffen und sp├Ąter die beiden Miniaturenreihen an Scotia Grendel und Brigade Models verkauft. Es gab Pl├Ąne von John Robertson Age of Tyrants wieder aufzugreifen, aber das hat leider nicht geklappt und er arbeitet mittlerweile als freier Modellierer f├╝r andere Firmen.
 Unsere Reise war beendet und wir hatten noch eine letzte Runde in Nottingham am Kanal, als uns klar wurde dass es Zeit wurde zur├╝ck zu fahren - denn das britische Vorgl├╝hen begann. Ein paar Jahre sp├Ąter, w├Ąhrend meiner Tour rund um den Warlord Games Day hatte ich etwas mehr Zeit die Bars und Pubs am Kanal zu erkunden. Auf unserer R├╝ckreise war es etwas "gem├╝tlicher", denn das Auto war gut gef├╝llt von den neuen Anschaffungen. Sonntag morgens um 05:00 waren wir dann wieder in Koblenz. Ziemliche imposante Woche. Es gibt hier auch kein Beutephoto wie bei den meisten meiner anderen Reisen, aber das meiste wurde in Reviews Ende 2010 und Anfang 2011 aufbereitet.
 Es ist etwas schade, dass wir nicht mehr Bilder geschossen haben, insbesondere von dem drumherum. Aber das war 2010 und ein nagelneues Galaxy S mit 5 MP Kamera w├╝rde ich erst das Jahr drauf kaufen. Aber die Reise war sehr unterhaltsam und es war eine gro├čartige Erfahrung all diese tollen Menschen aus der Tabletopbranche kennenzulernen und zu sehen, welchen Einfluss sie darauf hatten. Insbesondere hatte man au├čerhalb einer Messe auch mal mehr Zeit sich wirklich auszutauschen. Falls ihr euch noch an meinen Kick-off Artikel aus dem Januar erinnert, es gab eigentlich ziemlich solide Pl├Ąne f├╝r dieses Jahr. Ein paar Sachen wurden umgesetzt, wie z.B. das Reduzierung des Zinnbergs, aber eines der Vorhaben war es eigentlich nochmal eine Tour an den Lead Belt zu organisieren. Dieses Mal als Herrentour, mit BOYL 2020 als Hauptveranstaltung (und damit auch endlich mal bei den Ansells und Wargames Foundry vorbeizuschauen) und bevor Brexit so einen Trip nochmal umst├Ąndlicher macht. Aber dann kam halt 2020, daher m├╝ssen wir schauen, wann die Veranstaltungen mal wieder aufgegriffen werden k├Ânnen. Aber das ist einer der Gr├╝nde warum ich diese Reihe an Throwbacks angefangen habe um der geringeren Ausbeute an Besuchsberichten etwas entgegen zu bringen und ich denke die Nostalgie-Reisen haben bisher ganz gut geklappt.