Der zweite Teil der US-Cavalry-Reihe für Dead Man’s Hand von
Great Escape Games ist eine Box berittener Soldaten: die Mounted U.S. Cavalry. Sie setzt die Linie der Cowboys (und Cowgirls) zu Pferd fort und passt perfekt zur US Cavalry. Die berittene US Cavalry wurde im März 2026 per Kickstarter finanziert und wurde im April und Mai dieses Jahres ausgeliefert.
Falls ihr es verpasst habt: Wir haben die US Cavalry zu FuĂź hier im Blog bereits frĂĽher vorgestellt.
Die Packung
Mounted US Cavalry (DMHP007) enthält 10 mehrteilige Plastikminiaturen für eine UVP von 28 GBP. Genau wie das Infanterie-Set liefert es euch die Teile, um US Cavalry zu Pferd zu bauen, sowie Optionen für die 9th und 10th Buffalo Soldiers. Wir haben für diese Review ein Paket erhalten, das einer halben Box entsprach, mit drei verschiedenen Gussrahmen.
An der Gussqualität gibt es nichts auszusetzen. Die Gussgrate sind absolut im Rahmen, und die Anordnung auf den Gussrahmen verschwendet kaum Platz. Ihr bekommt saubere Güsse, die die Details ordentlich einfangen. Die berittenen Modelle kommen außerdem mit Gussrahmen für die Pferde und ovalen Bases. Soweit ich das beurteilen kann, und da ich die anderen berittenen Sets selbst nicht in der Hand hatte, sind die Pferde bei den verschiedenen berittenen DMH-Sets identisch.
Jeder Gussrahmen enthält genug Teile, um fünf Miniaturen zu bauen. Im Fall der US Cavalry umfasst das Waffenoptionen, 16 verschiedene Köpfe, ein paar Taschen und Holster. Die Pferde haben fünf verschiedene Posen und verschiedene Satteltaschen und Gepäckstücke.
Hier ist ein Vergleich der US-Cavalry-Köpfe von beiden Gussrahmen. Wie ihr sehen könnt, sind einige identisch oder zumindest sehr ähnlich. Zuerst fand ich das eine großartige Idee, weil man so dieselbe Figur beritten und zu Fuß darstellen kann. In der Praxis wirkt es aber eher wie eine verpasste Chance. Diese Gussrahmen kommen ohnehin paarweise, also zwei pro fünf Modelle, sodass ihr im Karton jeweils eine Dopplung jedes Kopfes bekommt. Da hätten sie stattdessen noch ein paar weitere
Gesichter oder Posen hinzufügen können, und das Set hätte von mehr Variation profitiert.
Fangen wir mit den Pferden an. Wie erwähnt, gibt es fünf verschiedene Posen, sie sind mit Buchstaben gekennzeichnet, und man sollte die Körper untereinander mischen können. Zusätzlich zu den Pferden gibt es auf dem Gussrahmen reichlich Satteltaschen und weiteres Gepäck. Der Zusammenbau ging schnell und völlig problemlos.
Sie stehen stabil auf den Bases. Die Pferdeköpfe sind vielleicht nicht die schönsten Sculptings, aber sie erfüllen absolut ihren Zweck.
Als Nächstes kommen die Reiter. Die Beine haben einen breiten Stand, damit sie sauber auf den Pferderücken passen. Kleine Details, wie die unterschiedlichen Gürtelschnallen und der untere Teil der Offiziersjacke, helfen dabei, sie voneinander zu unterscheiden. Dazu kommen verschiedene Torsos, die auf den Designs aufbauen, die wir schon von den unberittenen Körpern kennen.
Auch die Waffenoptionen in diesem Set sind ähnlich, nur sind die Posen an das Tragen zu Pferd angepasst. Um die Vielfalt zu zeigen, haben wir uns für einen Säbel beim Offizier, ein Signalhorn und eine Mischung aus Karabinern und Pistolen/Revolvern entschieden.
Es gibt hier ebenfalls verschiedene Köpfe. Wie oben erwähnt, sind einige davon identisch mit den unberittenen Versionen.
Ich habe den Kopf von einem der Offiziere vom unberittenen Gussrahmen verwendet, um die Figur wiedererkennbarer zu machen. Darüber hinaus könnt ihr sie untereinander mischen, nicht nur innerhalb dieses Sets, sondern auch mit anderen DMH-Kits. Das ist tatsächlich der einzige Schritt im gesamten Bau, der nicht ganz so geschmeidig verläuft, wie er könnte. Das Kugelgelenk zwischen Köpfen und Hälsen sitzt nicht immer sauber, deshalb muss man in manchen Fällen etwas vom Hals abnehmen, damit die Köpfe nicht zu hoch auf dem Körper sitzen.
Jetzt zu den optionalen Kleinteilen. Wir haben die verschiedenen Taschen und Gegenstände von den Pferde- und Reitergussrahmen genutzt, um den Miniaturen etwas mehr Abwechslung zu geben. Ihr könnt ihnen Holster und verschiedenes Ausrüstungszeug mitgeben.
Wie bereits erwähnt, kann man einige der Figuren fast identisch oder zumindest sehr ähnlich bauen, sodass man sie sowohl zu Fuß als auch zu Pferd verwenden kann. Außerdem möchte ich euch noch ein Vergleichsbild der Plastikminiaturen neben Artizan Design links, dem älteren Wargames Foundry in der Mitte und Boot Hill Miniatures rechts zeigen. Einige der älteren Foundry-Miniaturen kommen eher in die Nähe von 25 mm und fallen je nach Basegestaltung entsprechend auf.
Und um den Review abzuschlieĂźen, zeigt die letzte Bildserie unsere Kavalleristen zu Pferd.
Fazit Der Aufpreis, um eure US Cavalry zu Pferd zu bekommen, liegt bei weiteren 10 GBP gegenĂĽber dem Set zu FuĂź. Ich halte das fĂĽr fair, denn ihr bekommt zwei Gussrahmen fĂĽr die Pferde und zwei fĂĽr die Bases. Andere Reihen halbieren den Inhalt oft, sobald man zu berittenen Miniaturen greift. Wenn man das als MaĂźstab nimmt, sind 28 GBP fĂĽr 10 berittene Miniaturen ein besseres Angebot als 18 GBP fĂĽr 5 berittene Miniaturen.
Ich habe kein Problem mit dem Crowdfunding. Ganz im Gegenteil. Da Old-West-Gaming eine Nische ist und die meisten Spiele in diesem Genre Skirmish-Spiele sind, die ihren Fokus eher auf SchieĂźereien in der Stadt als auf berittene Miniaturen legen, kann ich den Vorteil sehen, die Nachfrage auf diese Weise abzusichern.
Ich finde es wirklich gut, dass wir für diese Epoche nun mehr berittene Miniaturen aus Plastik haben. Gerade in einem Setting wie dem Wilden Westen, in dem Pferde ein so zentrales Element sind, fand ich es immer etwas schwierig, nur so wenige berittene Optionen zu haben. Oder zum Beispiel bei Foundry, die einige ihrer Sets neu verpackt haben: Da konnte es passieren, dass ihr dieselbe Figur zu Fuß und zu Pferd in unterschiedlichen Sets hattet und später doppelte Figuren bekommen habt, wenn ihr eure Truppe erweitern wolltet. Dieser Ansatz ist flexibler. Und auch wenn es ein netter Bonus ist, eure reguläre Cowboy-Bande zu Pferd zu haben, ist das hier aus meiner Sicht noch wichtiger. Ich meine, sie sind buchstäblich die Kavallerie. Außerdem öffnet es das Spiel für Szenarien, die mit unberittenen Miniaturen nicht wirklich Sinn ergeben, wie einen Zugüberfall oder ein Gefecht in der offenen Prärie.
Bis hierhin ist das ein solides Set. Mein einziges Problem sind die Proportionen, was dasselbe Problem ist, das auch das Infanterie-Set hat. Einige Hände und Arme, besonders die, die die Gewehre greifen, wirken im Vergleich zu denen mit Pistolen/Revolvern klein. Und dann gibt es noch das Problem mit den Köpfen. Die meisten davon brauchen etwas Nacharbeit, damit sie sauber auf den Schultern sitzen. Wie ich schon im Review erwähnt habe, sind 16 verschiedene Köpfe eigentlich mehr als genug, aber es wäre noch besser gewesen, wenn das Set nicht schon innerhalb der Box Dopplungen enthalten hätte, zumal einige der gleichen Designs auch im anderen Set vorkommen. In manchen Fällen habt ihr so viermal denselben Kopf über zwei Sets hinweg, und das ist schade, weil diese Plätze für noch mehr Variation hätten genutzt werden können.
Trotzdem lassen sich aus diesem Set dynamische Miniaturen bauen. Sie fangen die Bewegung von Soldaten zu Pferd gut ein, und die Armposen passen schön. Und falls euch etwas fehlt, gibt es noch zwei weitere berittene Cowboy-Sets. Darüber hinaus gibt es noch viel mehr Plastikminiaturen, mit denen man kombinieren kann — je nachdem, ob man im Wilden Westen bleiben oder in Horror-West wie
Dracula’s America oder sogar in noch stärker in Richtung Sci-Fi / Wild-West / Steampunk gehen möchte.
Ich hatte euch im anderen Review schon einige Osprey-Buchtipps gegeben, und das möchte ich hier gern wiederholen. Die Ausgaben Men-at-Arms 33: US Cavalry und Men-at-Arms 168: US Cavalry on the Plains 1850–90 liefern euch mehr Hintergrund zu diesen Modellen.