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Autor Thema: Versuch zu Schnee  (Gelesen 1682 mal)

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Riothamus

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Versuch zu Schnee
« am: 16. Oktober 2015 - 06:23:05 »

Ich habe im Baumarkt einen Liter sogenannten Kristallschnee fĂŒr 1,99€ erstanden. In einer Schicht aufgeleimt wirkt er wie eine schĂŒttere Schneedecke nach nur kurzem Schneefall. Bei einer zweiten Schicht kann man punktuell immer noch hindurch schauen, aber eine Schicht auf weißem Untergrund wirkt hervorragend. Bevor Ihr mir vorwerft Euch mit Versuchsprotokollen zu langweilen, hier eine kleine Geschichte:

In einer berĂŒhmten Stadt der Magier:

Erster Versuch.

Langsam begann Gernot der Frevler die Worte der Beschwörung zu intonieren. SorgfĂ€ltig las er die Worte der alten Sprache aus dem Buch der Finsternis, denn ein Fehler konnte katastrophale Auswirkungen haben. Und er hatte schon so mit EinschrĂ€nkungen zurecht kommen mĂŒssen. Nachdem er aus dem Zirkel der Magier ausgeschlossen war, hatte er sich an diese Stelle schleichen mĂŒssen. Das Pentagramm musste er aus Balken fĂŒr die Renovierung der Kapelle improvisieren. Dabei hatte er zu allem Übel die wertvolle Robe mit den Schutzsymbolen zerrissen. Aber ohne die Labore des Großzirkels dauerte es zu lange, die eigentlich notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Und an der Stelle des alten Frevels, dĂŒrfte es leichter sein, einen mĂ€chtigen RĂ€cher zu rufen. Da er sich nach seiner Verbannung eigentlich nicht hier aufhalten durfte, hatte er auch keine andere Wahl. Und jetzt begann er es zu spĂŒren. Die FĂ€den der Magie begannen sich zu verdichten. Er konnte
sie so leicht formen, wie er es bisher nur aus den Beschreibungen lĂ€ngst vergangener Erzmagier kannte. Ha! Was fiel diesen Ignoranten ein, ihn auszuschließen! Soweit er wusste hatte es noch kein lebender Magier geschafft das Portal so schnell zu öffnen. Jetzt war der Punkt erreicht, dass sich die FĂ€den zu dem komplexen Muster geordnet hatten, dass auf jeden DĂ€mon einen unvermeidbaren Zwang ausĂŒbte, sich in der Welt zu manifestieren. Jetzt ging es von selbst. Er wĂŒrde dem DĂ€mon befehlen, Werkzeug seiner Rache zu sein! Dann wĂŒrde er die FĂŒhrung des Großzirkels an sich reißen! Wenn der Rat tot war, stand ihm nichts mehr im Weg. Jetzt sah er im dunklen Nebel der Portalöffnung einen roten Schimmer. Ein DĂ€mon nĂ€herte sich. Ein großer DĂ€mon! GlĂŒhend und beharrt, hĂ€sslich
und unförmig. In der SphÀre des Chaos musste er als Prachtexemplar gelten.

\"WER STÖRT MEINE RUHE!\" halten die Worte des DĂ€mons im Kopf des Beschwörers. Tief holte er Luft, um das Werk seiner Rache in Gang zu setzen, zufrieden setzte er an, dem DĂ€mon zu befehlen: \"Töte ...\". Aber der DĂ€mon begann zu lachen: \"Hier ist meine Macht zu groß fĂŒr dich, Wurm!\" Er trat aus dem Pentagramm, dessen Magie scheinbar ohne eine Wirkung zusammenbrach. Statt dessen begannen die ein ungefĂ€hres Pentagramm bildenden Balken lĂ€ngs ihrer Mitte zu glĂŒhen.

\"Nicht einmal Schutzvorkehrungen hast du getroffen! Kein Drudenfuß, keine Schutzrobe! Deine Strafe wird Deine Dreistigkeit aufwiegen!\" Ein Feuerball flog in Richtung des Magiers und zerfetzte ihn. Nur seine abgerissenen Schenkel blieben stehen. Ohne zu wanken. Eine Warnung fĂŒr alle Zeit, DĂ€monen zu verĂ€rgern. Sein Stab und sein Buch fielen nieder. Ihre SchutzsphĂ€re glĂŒhte immer schwĂ€cher, als der DĂ€mon verschwand.

Zweiter Versuch.

In den frostigen Ruinen einer berĂŒhmten Stadt der Magier:

Dangalf beobachtete den Eingang zum Hof des großen Frevels. Die Nekromanten schienen noch nicht in der NĂ€he zu sein. Gut. Aber er musste vorsichtig sein. Mit DĂ€monen war nicht zu spaßen und er war nicht mehr der JĂŒngste. Sein Lehrling Thomas fragte leise: \"Und ihr seid sicher, dass Buch und Stab nach der langen Zeit noch brauchbar sind?\" \"Brauchbar? Brauchbar! Keinem anstĂ€ndigen Magier kĂ€me es in den Sinn das Buch der Finsternis und den Stab der Beschwörung zu nutzen, Junge. Sie dienen einzig finsteren Zwecken. - Ruhig. Da ist jemand auf einen Zweig getreten. Stimmen!\" Er holte tief Luft und begann zu rennen. Thomas drehte sich zu Harald Schwertschwinger um: \"Wir folgen ihm besser schnell!\" Der Söldner seufzte und gab das Zeichen, dem Magier zu folgen.

Hargur der Finstere schritt seinem furchtsamen Gefolge voraus. Spurenleser! Warum gab er immer wieder Geld fĂŒr sie aus, wenn sie dann doch nicht voranschritten und sich vor den Gefahren, vor denen sie ihn warnen sollten, im Pulk der Söldner versteckten. Ein Zweig knackte laut. Wieder einmal Gerbald der Grindige, sein Lehrling. Eine Schande fĂŒr alle Totenbeschwörer! Kein GespĂŒr fĂŒr Stil. Seine Kleidung war grau. Wie oft hatte er ihm erklĂ€rt, dass Schwarz die angemessene Farbe ist! Und blöd war er auch: \"Entschuldigung Meister, aber hier ist es einfach zu glatt.\" sprach er mit lauter Stimme. \"Idiot! Wenn diese unausstehlichen Gutmagier in der NĂ€he sind, hast du sie jetzt auf unsere Spur gesetzt. Wenn wir zurĂŒckkommen werde ich deine Zunge in einem Glas Alkohol marinieren. Ein neuer Lehrling kostet mich weniger als du.\" WĂ€hrend der Lehrling erschauderte, spĂ€hte Hargur ĂŒber die langsam höher werdenden Ruinen hinweg. Dort musste es sein. Der Ort an dem das Buch der Finsternis liegen sollte. Das Buch, mit dem selbst ein Idiot wie Gerbald, die mĂ€chtigsten DĂ€monen unter Kontrolle bringen sollte. Lange hatte er es nur fĂŒr eine Legende gehalten, doch nachdem die Stadt wieder zugĂ€nglich war, hatte er Hinweise gefunden, die ihn an diesen Ort fĂŒhrten.

Doch was war das? Ein graublauer Schatten huschte zwischen den Ruinen hindurch, auf den Hof zu, der den Schatz fĂŒr jeden bereit hielt, der als erster Zugriff. Dangalf der Gute! Und gefolgt von Söldnern! Seit wann beschĂ€ftigte der naive Trottel Söldner? Er holte tief Luft. Seinem furchtsamen Gefolge rief er zu: \"Schnell voran! Bevor dieses thaumaturgische Gelumpe uns das Buch wegschnappt, mit dem es nicht mal etwas anfangen kann! Schneller Gerbald! Eine kleine Chance deine Zunge zu behalten!\"

Dangalf rannte durch einen Bogen in den von Ruinen umgebenen Hof. Er sah die leicht erhöhte Stelle, an der aller Schnee geschmolzen war. Holzbalken bildeten ein ungefĂ€hres Pentagramm. Auf jedem glĂŒhte eine dĂŒnne Linie, die aber nur einen geringen Teil des Holzes lĂ€ngs des GlĂŒhens verkohlt hatten. Daneben standen zwei skelettierte Beine. Sie waren ĂŒber dem Knie durchtrennt und an der Bruchstelle verkohlt. Über dem Ort des Frevels hing ein dĂŒnner, kaum merklicher Nebel. Abrupt blieb er stehen. Hinter sich hörte er seine Expedition, aber auch von links kamen GerĂ€usche. Er sah, wie Hargur mit seinen Söldnern ĂŒber eine eingestĂŒrzte Mauer in den Hof vordrang. Auch Hargur blieb stehen, als er das GlĂŒhen der Balken sah. Doch wĂ€hrend sich die erfahrenen Söldner ohne Befehl lieber hinter ihren Auftraggebern hielten, stĂŒrmten die Lehrlinge voran.



Plötzlich verdichteten sich der Nebel. Jetzt zögerten auch die Lehrlinge. Doch plötzlich sprangen zwei kleine, geflĂŒgelte DĂ€monen aus dem jetzt deutlich erkennbaren Portal. Jeder fĂŒr sich kein großes Problem, doch bevor jemand reagieren konnte, hatten die DĂ€monen die Unvorsichtigen zu Fall gebracht. Beide Magier hießen ihre Söldner vorzugehen und webten Magie gegen die DĂ€monen. Doch fĂŒr die Lehrlinge war es zu spĂ€t.

Jetzt erschien ein aufgespießter menschlicher, jedoch roter und mit Hörnern versehener SchĂ€del. Plötzlich begannen die Augenhöhlen zu leuchten und eine Stimme ertönte: \"Ich bin Gernot, der Aufgespießte, Diener des MĂ€chtigen, verdammt hier zu wachen, und zu verhindern, dass ihr ihn stört. Kommt nĂ€her und sterbt! Geht weiter und sterbt spĂ€ter!\"



Es hilft nichts, dachte sich Hargur, ich opfere meine Söldner. \"Die DĂ€monen sind weg, holen wir uns die SchĂ€tze!\" Dangalf zögerte, obwohl ihm klar war, dass er sie aufhalten musste. Bevor er den Befehl zum Angriff geben konnte, stĂŒrzte ein Geringerer DĂ€mon aus dem Portal hervor. Wieder mussten die Gegner Seite an Seite kĂ€mpfen. Doch einer der Söldner kam dem Portal zu nahe und ein wirklich MĂ€chtiger DĂ€mon trat durch das Portal. GlĂŒhend und beharrt, hĂ€sslich und unförmig. In der SphĂ€re des Chaos musste er als Prachtexemplar gelten. \"Schon
wieder! Sterbliche empfangt eure Strafe!\"

Dritter Versuch:

Einige Wochen spĂ€ter in den frostigen Ruinen einer berĂŒhmten Stadt der Magier:

Erneut nĂ€hern sich von Magiern angefĂŒhrte Söldner dem unglĂŒckseligen Hof...

Tja, das GelĂ€ndeteil brauchte eine Geschichte. Wer will, kann ein Szenario daraus machen. Wie stark die dĂ€monischen Gegner sind, ob sie erscheinen, wenn man eine bestimmte Entfernung zum Portal unterschreitet, oder ein anderer Auslöser eintritt, sei jedem selbst ĂŒberlassen. Was das Buch und der Stab bewirken und ob da noch andere SchĂ€tze sind, die sichtbar werden, wenn ein gewisser DĂ€mon (GlĂŒhend und beharrt, hĂ€sslich undunförmig.) vernichtet ist, sei jedem selbst ĂŒberlassen.


Das Objekt vorne ist die Frucht der Finsternis. Sie entstand, weil Green Stuff ĂŒbrig war, war dann aber zu groß fĂŒr einen Apfel.
An SchĂ€del und Stab fehlen noch Highlights. Bei Rot bin ich mir da noch nicht sicher und werde noch experimentieren. Welche Rottöne nehmt ihr fĂŒr DĂ€monen?

Das Kopfsteinpflaster habe ich mit Kugelschreiber in Reste einer Aquarienunterlage gedrĂŒckt. Einem halbjĂ€hrigen Langzeitversuch zu Folge hĂ€lt das. Leider erkennt man das Relief in dem Winkel der Aufnahmen nicht wirklich.

Zauberstab: Stiel (wie SchÀdel und Beine) aus der Wargames Factory Skelettbox. Kugeln: KleinmÀdchen Spielzeugschmuck aus den 80ern und gerade so eben vor der Entsorgung gerettet.
Hörner: Green Stuff.
Buch: Nach dieser Methode.

Fazit: Ich finde den Schnee genial. (Zur Erinnerung: Darunter befindet sich weißer Anstrich.)

Ach ja, meine ersten gemalten Augen:



Es ist nicht ganz scharf geworden, aber man erahnt die roten Punkte. Ich hÀtte nie gedacht, dass ich mal einem SchÀdel Augen male.
Gespeichert
Gruß

Riothamus

Riothamus

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Versuch zu Schnee
« Antwort #1 am: 16. Oktober 2015 - 06:52:50 »

Ich hatte vergessen, die Verwendung kurz zu beschreiben: Untergrund weiß streichen, dann den Kristallschnee wie normales Flock aufleimen.
Gespeichert
Gruß

Riothamus