Hi!
Das Vorhaben, diesen Text auch mit Hinblick auf Wargaming zu schreiben ist anerkennenswert und auch den Einstieg find ich gut verfasst.
Weiter unten, just wo es um die TÀter geht, wird alles jedoch deutlich unschÀrfer:
Die bessere [Ideologie] sollte ĂŒberleben. So der Gedanke. Keine Gnade.
Kampf war der Kampf mit allen Mitteln. Sadistisch, menschenverachtend geplant. Die AusfĂŒhrenden instrumentalisiert, geleitet. Viele nichtwissend, mitlaufend, andere echte TĂ€ter.
Keine Unterscheidung zwischen der einen guten Seite, und der anderen bösen Seite. Es ist wie immer in der Geschichte der Menschheit. Gut und böse sind immer nebeneinander. In Familien, genauso wie in militĂ€rischen Einheiten. In Gruppen, ZĂŒgen, Kompanien, Regimentern, Brigaden, Divisionen, Korps, Armeen, Heeresgruppen.
Es gibt Opfer, es gibt TĂ€ter. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Je nach Einheit. Je nach Truppe.
Es gab böse Deutsche und es gab gute Deutsche? Und das Abschlachten war quasi menschheitsgeschichtlicher Normalzustand? Und was sind \"echte\" TÀter? Gibt es auch unechte?
Es sollte nicht die bessere Ideologie, sondern ein Volk ĂŒberleben, das andere vernichtet werden. Die Deutschen waren angetreten, um Massenmord zu begehen - ein in der moderne eher seltenes Projekt, das zivilisatorischen Mindeststandarts widersprach. Diese ragten eben noch bis in die SoldbĂŒcher - nĂ€mlich dass das Ermorden von Kriegsgefangenen und das verheeren des Landes nicht statthaft sei. Weder aus den Reihen der GeneralitĂ€t, noch aus denen der Soldaten gab es nennenswerten Widerstand - und jene, die desertierten, hatten es in der BRD schwer. Die eben nicht mehr saubere Wehrmacht fuhr Munition nach Babi Yar, erschoss aus Mangel echter Partisanen (in \'41) zersprengte Soldaten und Zivilisten und beschwerte sich höchstens einmal, wenn ihnen das Gemetzel der noch barbarischeren SS-Gruppen entlang der Rollbahn ihren eigentlichen Auftrag zu dringlich ins GedĂ€chtnis rief.
Dem Text gelingt es schlieĂlich nicht ganz, ĂŒber den Tod \"von Menschlichkeit\" zu sprechen. Aber gerade das ist der Kern von Barbarossa: Ideologie, Rasseantisemitismus, urtĂŒmlichster Rassismus und damit das deutsche Projekt, Europa in ein Schlachthaus zu verwandeln. All jene, die auch entsprechende Figuren schieben, sollten das zumindest zur Kenntnis nehmen.
In diesem Sinne, gute Arbeit Thrifles.