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  • 19. August 2019 - 15:09:51
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Autor Thema: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743  (Gelesen 1278 mal)

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Pappenheimer

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HONOURS OF WAR: Dettingen 1743 - 2.0
« Antwort #15 am: 11. Juni 2019 - 17:20:54 »

"Auf unserem rechten FlĂŒgel rĂŒckte General d'Harcout mit der Maison du Roi gefolgt von Monsieur d'EstrĂ©es vor. Die Massen an britischer Kavallerie stĂŒrmten auf die Maison du Roi zu und ein heftiger Kampf entbrannte.

Von meinem Standpunkte aus konnte ich beobachten, dass der Feind versuchte mit einer Brigade schwerer Reiter sogar unsere Ă€ußerste Rechte zu umgehen.
Nach dem Zusammenprall wurden die Grenadiers Ă  Cheval von der Übermacht an Gegner zerschlagen. Aber auch der Feind bĂŒĂŸte ein Drittel seines ersten Treffens ein wie mir Mr. d'Harcourt spĂ€ter versicherte. Die Reste unserer ehrenvollen Maison du Roi zogen sich auf Dettingen zurĂŒck wobei sie die HĂ€lfte von d'EstrĂ©es Truppen mit sich rissen.

Leicht links von ihnen wurde ein Teil der Gardes Francaises zum RĂŒckzuge gezwungen.

Immerhin hatte sich auch ein Teil der feindlichen Kavallerie zurĂŒckziehen mĂŒssen um sich außerhalb der Reichweite meiner 16-PfĂŒnder zu sammeln.

...
« Letzte Änderung: 11. Juni 2019 - 17:37:07 von Pappenheimer »
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Pappenheimer

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HONOURS OF WAR: Dettingen 1743 - 2.0
« Antwort #16 am: 11. Juni 2019 - 17:54:33 »

"Da nun der Feind einen Teil unserer Garden insbesondere durch die KartĂ€tschen zurĂŒckgeworfen hatte, entschloss sich der Duc de Grammont dem weiteren Vordringen der Österreicher die Stirn zu bieten indem er standhielt. Zu seinem eigenen Erstaunen schlug seine Artillerie und seine Gardeinfanterie mehr als die HĂ€lfte der feindlichen Bataillone gegen 11 Uhr mit ihrem Feuer in die Flucht.

Derweil unterhielten unsere Batterien vom anderen Mainufer herĂŒber ein munteres Feuer auf den gegnerischen linken FlĂŒgel. Daher hielt der Feind es fĂŒr gut, die Schwere hannoveranische Reiterei zurĂŒck zu nehmen.

Der Duc de Duras, der mit seiner Tapferkeit den MĂ€nnern seiner Brigade ein Vorbild war, berichtete mir, dass der Gegner nachdem er einen Teil von Duras Brigade zum RĂŒckzuge gezwungen hatte, einen heftigen Angriff mit all seiner Kavallerie unternahm, welche nicht nur den Duc de Duras, sondern auch Mr. de Chartres verblĂŒffte.

Besonders heftig litt die Brigade des Mr. de Clermont-Tonnerre darunter, dessen erstes Regiment in die Flucht geschlagen wurde - jedoch nicht ohne auch den Gegner dermaßen zu erschĂŒttern, dass die Reste der Einheit zurĂŒck fluteten.

WĂ€hrend ein Bataillon des Duc de Chartres dem Ansturm widerstand, flĂŒchtete eines des Brigadier de Duras, obwohl er sich selbst anschickte, die MĂ€nner zurĂŒck zu halten.

Teils geriet die feindliche Kavallerie dadurch aber ihrerseits in Auflösung, teils waren die Verluste dermaßen heftig, dass sie von einer Verfolgung unserer Truppen absehen musste.
Infolge der Niederlage des ersten österreichischen Treffens im Zentrum geriet nun eine britische Brigade ins erste Treffen, deren 6-pfĂŒnder sogleich mit einem Hagel von KartĂ€tschen die Truppen des Duc de Duras ĂŒberschĂŒtteten, welche dem in Not geratenen Duc de Grammont mit den Garden zur Hilfe eilten und die Niederlage der Österreicher mit bewirkt hatten.

Ehe ich persönlich eintraf, kam Monsieur de Bulckley angerĂŒckt. Ich gab ihm den Befehl mit EilmĂ€rschen den Garden zur Hilfe zu kommen. Denn dass dies die Brigade Navarre unter dem ausgezeichneten Monsieur de Mortemart allein schaffen wĂŒrde die großen Massen an britischer und hannoveranischer Infanterie im Zentrum aufzuhalten, erschien mir höchst unwahrscheinlich.
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Pappenheimer

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HONOURS OF WAR: Dettingen 1743 - 2.0
« Antwort #17 am: 12. Juni 2019 - 15:32:09 »

"Als ich eintraf befand sich die ganze Front in vollem Einsatz. Vor allem unser linker FlĂŒgel schien mir bedrĂ€ngt. Der englische König soll dort alle KrĂ€fte in den Kampf geworfen haben.
Da ich auf der Linken ĂŒber keine Kavallerie mehr verfĂŒgte und auch die Infanterie empfindliche Verluste hingenommen hatte, war ich froh, als ich erfuhr, dass der Comte d'Eu seine Dragoner absitzen ließ, um als Infanterie unsere Flanke zu sichern. TatsĂ€chlich hatte sich der Feind dazu entschlossen seine frischen Bataillone des zweiten Treffens in den Angriff zu schicken. Der alte Feldmarschall Stair soll die Rotröcke persönlich vorgefĂŒhrt haben, die aber mit einer trefflichen Salve von Chartres Infanterie empfangen wurden.

Derweil hatte der Duc de Grammont die Gardes Francaises zurĂŒckgezogen und die frischen Bataillone der Brigade Navarre traten an ihre Stelle, um sich den österreichischen Reserven entgegen zu stemmen.

Ein heftiges Feuer dröhnte von meinem linken FlĂŒgel herĂŒber. Der Duc de Duras verlor eines seiner letzten Bataillone in einem starken Feuergefecht im Angesicht der Briten, die auch mit KartĂ€tschen aus kurzer Distanz hinein schossen. Aber auch die feindlichen Truppen konnten teils in die Flucht geschlagen werden.

Mit besonderer Bravour behaupteten sich die Dragoner des Regiments OrlĂ©ans gegenĂŒber den gefĂŒrchteten britischen Rotröcken.

Der Feind sah indessen leider von einer Attacke seiner österreichischen Dragonerbrigade ab, welche von den MĂ€nnern der Brigade Navarre gewiss zurĂŒckgetrieben worden wĂ€re. Unsere schwere Artillerie hatte aber auch bereits einige Löcher in die gegnerischen Reihen geschlagen, so dass ihr Mut gesunken gewesen sein mochte.

Im Zentrum war der Pulverqualm besonders dicht. Beide Seiten schossen dort teilweise auf kĂŒrzeste Distanz die Salven in die jeweiligen GegenĂŒber. Man sagte mir, dass ein hoher feindlicher General, wohl der Befehlshaber der österreichischen Reserven getroffen vom Pferd gestĂŒrzt sei. Dies mĂŒsste dann wohl der Feldmarschallleutnant von Salm gewesen sein, der erst seit gegen 12 Uhr mit seinen Bataillonen die Truppen des Feldmarschalls Neipperg unterstĂŒtzte.

In einem wilden GebrĂŒll stĂŒrzten sich die Rotröcke auf unsere MĂ€nner des Regiments La Marine. Beide Seiten erlitten in dem Handgemenge so hohe Verluste, dass die Einheiten zurĂŒck fluteten. Das letzte Bataillon des Duc de Duras, das sich vor dem Forchbach sammelte, wurde mitgerissen, konnte aber in einem ordentlichen RĂŒckzug ĂŒber den Bach gesetzt werden.

Auch der Feind hatte aber unserem linken FlĂŒgel gegenĂŒber vor allem durch die geschickte KampffĂŒhrung des Duc de Chartres und einem Flankenfeuer, das er den Hannoveranern zumutete hohe Verluste erlitten.

Ich ritt selbst auf unseren linken FlĂŒgel um ihn in Augenschein zu nehmen. Unsere Kavallerie dort war vollkommen ruiniert und die Brigaden der Messieurs de Duras und de Chartres hatten so empfindliche Verluste hinnehmen mĂŒssen, dass ich beschließen musste den RĂŒckzug anzutreten, auch wenn sich die gegnerischen Reihen gleichfalls gelichtet hatten. Denn der Feind verfĂŒgte noch ĂŒber eine ausgeruhte britische Brigade, die er langsam samt starker Artillerie auf den linken FlĂŒgel gezogen hatte. Die Rotröcke sollen dort dennoch zwei Drittel ihrer Einheiten verloren haben.

Ich erteilte der Brigade Navarre den Befehl den RĂŒckzug ĂŒber den Forchbach bei Dettingen zu decken.

WĂ€hrenddessen sollte Mr. de Bulckeley nach Norden gehen und eine Front aufrichten wohinter sich die Brigaden der Messieurs de Chartres und de Duras zurĂŒckfallen lassen mochten. Der Comte d'Eu wĂŒrde sich mit seinen noch immer ziemlich kampfbereiten Dragonerregimentern schon der nachdrĂ€ngenden Rotröcke erwehren.

Wenngleich unsere Truppen heute nicht die Ehre hatten als Sieger das Schlachtfeld zu behaupten, haben sie sich doch ausgezeichnet geschlagen. Hervorheben möchte ich das Verhalten des Duc de Chartres und des Duc de Duras, welche den AnstĂŒrmen des Feindes tapfer bis zur Erschöpfung widerstanden haben. Die Gardes Francaises haben auch Seiner MajestĂ€t alle Ehre gemacht.

Im Feldlager bei Frankfurt,

Duc de Noailles"


« Letzte Änderung: 12. Juni 2019 - 15:37:16 von Pappenheimer »
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Maréchal Davout

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #18 am: 15. Juni 2019 - 22:15:17 »

Danke fĂŒr den schönen Schlachtbericht! PrĂ€chtig anzuschauen - der Gesamteindruck mit den Fahnen, Schlachtreihen etc. ist toll!
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Pappenheimer

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #19 am: 17. Juni 2019 - 09:28:57 »

Danke fĂŒr den schönen Schlachtbericht! PrĂ€chtig anzuschauen - der Gesamteindruck mit den Fahnen, Schlachtreihen etc. ist toll!
Vielen Dank fĂŒr den Kommentar, M. Davout!

Das fanden meine beiden Mitspieler auch.

HĂ€ttest Du Interesse an sowas wie Statstiken zum Schlachtverlauf etc?
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tattergreis

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #20 am: 18. Juni 2019 - 19:25:17 »

Mich wĂŒrde ja mal ein rematch interessieren, bei welchem die Maison-Kavallerie als Reserve an der Leine gehalten werden kann. Welche eigenen taktischen Möglichkeiten hast Du denn noch gesehen nachdem Deine Gardekavallerie abgeschlagen war?
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The principles being found, genius makes the
application of them ; in this consists the whole art of war._

Maréchal Davout

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #21 am: 18. Juni 2019 - 23:03:32 »

HĂ€ttest Du Interesse an sowas wie Statstiken zum Schlachtverlauf etc?

Ja, klar - zeig her! :)

Ansonsten finde ich TattergreisÂŽ taktische Nachfrage auch sehr interessant...
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Pappenheimer

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #22 am: 19. Juni 2019 - 09:33:08 »

Mich wĂŒrde ja mal ein rematch interessieren, bei welchem die Maison-Kavallerie als Reserve an der Leine gehalten werden kann. Welche eigenen taktischen Möglichkeiten hast Du denn noch gesehen nachdem Deine Gardekavallerie abgeschlagen war?
Im Grunde war es ja nur ein Patt. Ich hatte nur die Grenadiers Ă  Cheval verloren und der Feind immerhin auch eine Einheit Kavallerie.
Links war zu dem Zeitpunkt noch alles offen.
Dass meine leichte Artillerie auf dem linken FlĂŒgel rasch 3 Hits einsteckte, machte mich verunsichert. Ich hĂ€tte aber beispielsweise einfach nicht soweit mit den Brigaden von Duras und Chartres vorrĂŒcken brauchen. Das fĂŒhrte zwar zum Brechen von zwei feindlichen Bataillonen, aber auch letztlich dazu dass fast alle Bataillone unter Duras aufgerieben wurden.
Viele Spieler betonen ja immer die großartige Wirkung, wenn man in die Frontlinie des Feindes eingebrochen ist. Letztlich fĂŒhrte das in meinem Fall - und der scheint mir typisch - dazu, dass die vorgezogenen Bataillone von allen Seiten unter Feuer genommen werden konnten und komplett im KartĂ€tschenhagel der britischen 6-PfĂŒnder standen.
Ich hatte die Idee, sukzessive zurĂŒck zu gehen und zu hoffen, dass meine Schwere Artillerie (immerhin 3 Batterien) den linken feindlichen FlĂŒgel aufweichen wĂŒrde, so dass z.B. die eintreffende Brigade Bulckleys (Superior!) eine gewisse Chance hatte, hier entscheidend Einheiten zu vernichten. Im Zentrum war der Kampf ja entweder ausgeglichen oder sogar eher zu meinem Gunsten. Grammont verlor keines seiner Bataillone trotz österreichischer KartĂ€tschen.

Die Frage ist, was es den Franzosen bringen soll, wenn die Maison du Roi stehen bliebe. Dann rĂŒckt der massive alliierte FlĂŒgel direkt auf sie zu und die Garden wĂ€ren noch isolierter und der rechte franz. FlĂŒgel bald gegen den Forchbach gedrĂŒckt.

Hier fĂŒr MarĂ©chal Davout ein paar Statistiken:
Verluste Runde 1:
Alliierte: 1,5 Punkte (1 Einheit vern., eine sammelt sich)
Franzosen: 3,5 Punkte (1 Einheit vernichtet, 5 sammeln sich)

Verluste Runde 2:
Alliierte: 5,5 Punkte
Franzosen: 3,5 Punkte

Verluste Runde 3:
Alliierte: 7 Punkte
Franzosen: 6,5 Punkte (6 Einheiten vern., 1 sammelt sich)

Es war also am Ende ein ganz knappes Spiel. Die Alliierten hĂ€tten nur noch eine Einheit mehr verlieren mĂŒssen, dann hĂ€tten sie evtl. auch einen RĂŒckzug hinlegen mĂŒssen. Da haben sie aber zu ihrem GlĂŒck darauf verzichtet mit der Brigade Diemars einen Reiterangriff zu unternehmen, der wohl durch meine Infanterie zusammengeschossen worden wĂ€re.

Vielen Dank fĂŒr die Anregungen. Falls Du mal hier in der Gegend bist, Tattergreis, spielen wir das einfach mal.  :)
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tattergreis

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #23 am: 19. Juni 2019 - 20:44:38 »

Zitat
Die Frage ist, was es den Franzosen bringen soll, wenn die Maison du Roi stehen bliebe.
Es hÀtte dem franz. König eine Menge Lösegeld erspart...

Grundlage meiner Überlegung ist die Annahme, dass genĂŒgend Infanterie und Artillerie vorhanden war, um eine durchgehende Stellung zwischen Main und den AuslĂ€ufern des Spessarts zu errichten (nötigenfalls verzichtet man als franz. Befehlshaber auf den Angriff in den RĂŒcken des Gegners), auf jeden Fall bleibt man hinter dem Forbach, Die Verzögerungen des alliierten Angriffs kann man zum Befestigen der Stellung nutzen, wĂ€hrend man die Gardekav meinetwegen in ein Bordell schickt.
Wenn die Pragmatiker dann merken, dass sie in einer Mausefalle sitzen, können sie mit nassen FĂŒĂŸen unter Artilleriebeschuss einen Durchbruch versuchen, und wenn dieser stattfinden sollte, darf die Gardekav ran und darum wetteifern, wer des engl. Königs habhaft wird.
Das Lustige an dem Szenario ist ja, dass ein Unentschieden, also ein fehlender Durchbruch, die Gefangennahme des engl. Königs bedeutet, also ein strategisches Waterloo darstellt.
Zitat
Viele Spieler betonen ja immer die großartige Wirkung, wenn man in die Frontlinie des Feindes eingebrochen ist.
Ist ja auch im Prinzip richtig, wenn der Einbruch ein Aufrollen der durchbrochenen Linie androht, mĂŒssen die bedrohten Btls ja eigentlich reagieren. Es reicht eigentlich eine Kompanie aus, die einem Btl in die Flanke feuert, um eine Position unhaltbar zu machen. Aber natĂŒrlich braucht man frische Reserven, um einen lokalen Erfolg in einen Sieg zu verwandeln. Und wenn das Ablösen verbrauchter Truppen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig leicht geschieht, muss man das obligatorische zweite Treffen auch nicht mit abgekĂ€mpften Truppen bekĂ€mpfen.. Die Möglichkeit, mit einem Durchbruch den RĂŒckzugsweg des Gegners zu bedrohen, ist doch eine schöne Alternative zur reinen Abnutzungsschlacht mit automatischen Sieg bei Uberschreitung einer Prozentgrenze.
cheers!
ps aus welcher Ecke Tysklands kommst Du nochmal?

 
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Pappenheimer

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #24 am: 19. Juni 2019 - 23:15:53 »

1.
Es hÀtte dem franz. König eine Menge Lösegeld erspart...

2.
Grundlage meiner Überlegung ist die Annahme, dass genĂŒgend Infanterie und Artillerie vorhanden war, um eine durchgehende Stellung zwischen Main und den AuslĂ€ufern des Spessarts zu errichten (nötigenfalls verzichtet man als franz. Befehlshaber auf den Angriff in den RĂŒcken des Gegners), auf jeden Fall bleibt man hinter dem Forbach, Die Verzögerungen des alliierten Angriffs kann man zum Befestigen der Stellung nutzen, wĂ€hrend man die Gardekav meinetwegen in ein Bordell schickt.

3.
Das Lustige an dem Szenario ist ja, dass ein Unentschieden, also ein fehlender Durchbruch, die Gefangennahme des engl. Königs bedeutet, also ein strategisches Waterloo darstellt.

4.
ps aus welcher Ecke Tysklands kommst Du nochmal?
1.
Das ist natĂŒrlich wieder hĂŒbsch zeitgenössisch gedacht.  :)

Als Spieler sehe ich es eher so, dass die Garden immerhin besser sind als die meiste ĂŒbrige Kavallerie und die wenigstens ĂŒberhaupt was reißen können.

2.
Das wĂŒrde irgendwie ein tieferes Spielfeld vorraussetzen.
Noailles ist mit ein paar Brigaden Grammont zur Hilfe geeilt. Insgesamt haben laut den meisten Angaben die Franzosen 26.000 Mann etwa im Einsatz und die Pragis 35.000. Das ist zwar ne nummerische deutliche Übermacht, aber bei der Ende des Raumes konnten die Pragis diese sicher nicht ausnutzen. Obendrein gab's ja scheinbar keine Berge, wo sie ihre Artillerie hĂ€tten schön einsetzen können. So wird meistens nur die flankierend feuernde hannoveranische Artillerie im Hauptkampf selbst erwĂ€hnt - auf Stairs rechtem FlĂŒgel.

MarĂ©chal de Noailles hielt wohl die vielleicht 20.000 Mann Grammonts fĂŒr ausreichend, so dieser hinter dem Bach verblieb.
Die ganze Schlacht ist aber auch noch immer fĂŒr mich ein Mysterium.

3.
Du bist also fĂŒr ein freieres Szenario, wo nicht als Grundvorraussetzung steht, dass Grammont oder Harcourt die Fehler gemacht haben, die sie machten?
Das ist so wie einer der mal schrieb, dass Waterloo als Franzose gewinnbar ist, wenn man halt nicht historisch aufstellen braucht sondern nur die Truppen von damals hat.

4.
Da wo der Bundes-Jogi ins Fitnessstudio geht.  ;)
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D.J.

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #25 am: 20. Juni 2019 - 11:19:42 »

Oh, ein neuer Spielbericht! Danke dir :)
Den werde ich mir spÀter in Ruhe anschauen. Meine Frau und ich haben aus dem Urlaub als "Souvenir" nÀmlich eine feine Bronchitis mitgebracht und wir sind derzeit daher etwas angeschlagen.
Aber sobald ich wieder freien Kopf habe, werde ich den Bericht genießen (können)
Danke dir vorab fĂŒr deine MĂŒhen :)
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Keiner von uns kommt hier lebend raus! Also hört auf, euch wie Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen, spaziert in der Sonne, springt ins Meer, sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern, seid komisch. FĂŒr nichts anderes ist Zeit.
(Sir Philip Anthony Hopkins)

Pappenheimer

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #26 am: 21. Juni 2019 - 15:09:09 »

Oh, ein neuer Spielbericht! Danke dir :)
Den werde ich mir spÀter in Ruhe anschauen.
Da freue ich mich drauf.

Gute Besserung Dir und Deiner besseren HĂ€lfte!  :)
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D.J.

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #27 am: 22. Juni 2019 - 10:04:39 »

So, ich habe mir den Bericht in aller Ruhe angeschaut :)
Holla, was fĂŒr prachtvolle Bilder!
Die Miniaturen sehen wie immer einfach nur klasse aus. Dazu das schöne, große Spielfeld und der als Brief gestaltete Bericht selber.
Das Geschehen war hier ungewöhnlich heftig, wie ich finde, die Alliierten und die Franzosen dabei wie zwei Terrier, die sich ineinander verbissen haben. Da war, vermutlich auch durch das GelÀnde selber, wenig Raum weitlÀufige Manöver.
VerblĂŒfft war ich aber ĂŒber die Folgen deines Einbruchs in die gegnerische Frontlinie. Das du da beinahe alle Bataillone unter Duras (ein Name, den ich mir wegen dem klingonischen Haus Duras aus Star Trek gut merken konnte :D ) verloren hast, hat mich verblĂŒfft. 
Aber deine nachfolgenden ErklÀrungen und die Diskussion mit Tattergreis haben das gut erklÀrt.

Danke fĂŒr deine MĂŒhen :)
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tattergreis

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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #28 am: 22. Juni 2019 - 10:34:53 »

Zitat
Du bist also fĂŒr ein freieres Szenario, wo nicht als Grundvorraussetzung steht, dass Grammont oder Harcourt die Fehler gemacht haben, die sie machten?
Das ist so wie einer der mal schrieb, dass Waterloo als Franzose gewinnbar ist, wenn man halt nicht historisch aufstellen braucht sondern nur die Truppen von damals hat.

Tabletop ist halt keine Simulation, mir ist nicht ganz klar, warum ich die Fehler von Anderen wiederholen soll.
Wenn Marechal Davout als Franzose gegen seinen Kumpel ein Waterloo-rematch spielt, schafft er wahrscheinlich auch ein unhistorisches Resultat, es sein denn, alle Preußen stehen um 13 Uhr auf der Matte. Das (MDs Sieg meine ich) fĂ€nde ich aber in Ordnung, welchen Sinn macht es denn, wenn man jemanden zwingt, Reilles Korps an Hougomont zu verschwenden. Die FĂ€higkeit des Spielers ist doch gefragt, ansonsten ist doch nur ein WĂŒrfelspiel.
Prinzipiell ist es beim Horse & Musket immer sinnvoll, aggressiv mit allen Truppenteilen vorzugehen, insbesondere mit der Artillerie. Wenn man dann noch Deine FĂ€higkeit zur Kampfmoralpflege der eigenen Truppen abkupfert, beeinflusst das Szenario den Verlauf doch kaum, oder sehe ich das falsch?

cheers
« Letzte Änderung: 22. Juni 2019 - 10:37:09 von tattergreis »
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Re: HONOURS OF WAR: Dettingen 1743
« Antwort #29 am: 24. Juni 2019 - 20:57:48 »


Prinzipiell ist es beim Horse & Musket immer sinnvoll, aggressiv mit allen Truppenteilen vorzugehen, insbesondere mit der Artillerie. Wenn man dann noch Deine FĂ€higkeit zur Kampfmoralpflege der eigenen Truppen abkupfert, beeinflusst das Szenario den Verlauf doch kaum, oder sehe ich das falsch?

cheers
Bei Dettingen empfinde ich halt diesen sinnlosen Angriff der Maison du Roi als DAS Charakteristikum.
Ohne dieses ist Dettingen eine recht langweilige "normale" frontale Schlacht. Praktisch das, was ich in zahllosen britischen Blogs lese.
Da fehlt mir dann irgendwie die "Dettingen-Experience". Ich finde halt die eigenen ĂŒblichen Muster den Vorgaben möglichst flexibel anzupassen, als die Herausforderung - als letztlich das, was mich an historischen Schlachten reizt.

Wenn ich mir viele Spiele anschaue, die fiktive Schlachten durchziehen, dann finde ich die oftmals sterbend langweilig. Eben zwei Armeen die irgendwie gleichzeitig aufeinander zu rĂŒcken und sich aneinander abkĂ€mpfen.
Solche "Meeting-Engagements" sind aber m.E. wenig historisch oder noch klarer AusgedrĂŒckt die absolute Seltenheit. Meistens ist eine Seite in der Defensive, wofĂŒr es ĂŒberwiegend 2 GrĂŒnde gibt:
A) Der Verteidiger wird ĂŒberrascht und rafft seine KrĂ€fte irgendwie zu einer mehr oder minder gelungenen Verteidigung zusammen. Beispiele: Hohenfriedeberg, Mollwitz (?), Villetri
B) Der Verteidiger hat eine scheinbar ausgezeichnete Stellung bezogen.
Die kann wirklich prima sein: Fontenoy, Kunersdorf, Kolin, Guastalla, Kesselsdorf, Kay, Cuneo
Oder nur vermeintlich prima, aber bisweilen eher eine Art Falle: Soor, HöchstÀtt 2, Ramillies, Zorndorf, Burkersdorf, Freiberg

Beim Aufeinanderprall wĂŒrde mir einfallen: Chotusitz, Groß JĂ€gersdorf(?).

Manche Schlachten sind diskutabel. Lobositz z.B..

Bei manchen Schlachten wie Fontenoy z.B. fĂ€nde ich das Schlachtfeld charakteristisch genug. Da bleibt beiden Seiten eigentlich freigestellt, z.B. ob die NiederlĂ€nder tatsĂ€chlich zu frĂŒh angreifen, auch wenn ich gern die NiederlĂ€nder nĂ€her den franz. Linien aufstellen wĂŒrde, damit sie zumindest verleitet sind frĂŒher zu attackieren.
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