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Autor Thema: Go West! at the Movies  (Gelesen 661 mal)

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D.J.

  • Bauer
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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #15 am: 11. Januar 2019 - 06:23:26 »

FĂŒr alle, die jetzt einen Beitrag ĂŒber Grouch, Harpo, Beppo & Chico erwarten - reingefallen!

 ;D ;D
Klasse Thread, dem ich ab jetzt folge :D
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So, jetzt nimmt sich jeder noch ein Eis und dann reiten wir los. :D

Pappenheimer

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #16 am: 11. Januar 2019 - 14:01:31 »

 "Il mio nome Ăš Nessuno" ("Mein Name ist Nobody").
Italien 1973
Regie: Valerii/Leone
Darsteller: Henry Fonda, Terence Hill, Jean Martin

Wohl einer der seltsamsten Western, die es gibt. Sergio Leone hatte die Idee dazu. Offiziell wird er im Vorspann nicht als Regisseur genannt, soll aber als er davon Wind bekam, dass Valerii eventuell den besten Western aller Zeiten schuf, angereist sein um Valerii die Tour zu vermiesen. Daher wurden einige alberne Szenen eingeschoben, die recht fehl am Platz wirken wie die ĂŒberlange SchlĂ€gerei auf dem Rummelplatz etwa in der Mitte des Films. Leone hat entsprechend Fotos aber auch bei der großartigen Szene des Showdowns in New Orleans im Regiestuhl gesessen. Außerdem soll er laut Hill von Fonda den Tipp bekommen haben, einfach Hill die Regie zu ĂŒberlassen (was Hill dann spĂ€ter zu der irrigen Meinung verleitete, er könne als Regisseur arbeiten  :-X ). Fonda war ĂŒber das Endergebnis so verĂ€rgert, dass er sich den Film nie mehr anschaute. Er hat dann auch nicht mehr mit Leone zusammen gearbeitet.

Handlung: 1899. Jack Beauregard will nach Europa auswandern, denn es hĂ€lt ihn nichts mehr im Westen. Doch es fehlt ihm das Geld fĂŒr die Überfahrt. Auf einer Odysee begegnet ihm Nobody (der Witz kommt in der Deutschen Fassung wenig rĂŒber), der nochmal Beauregard in Action sehen will, denn er ist ein Fan des Revolvermannes. Aber ihm kommt auch Sullivan in die Quere, der Beauregard vorsichtshalber durch die Wilde Horde umlegen lassen möchte, da Sullivan von Beauregard fĂŒrchtet, dass er sich fĂŒr den Mord an Beauregards zwielichtigen Bruder rĂ€chen wird. Daher pflastern bald Leichen Beauregards Weg. Denn die Wilde Horde ist hinter ihm her, noch mehr seit Beauregard den Unterschlupf der Bande gefunden und deren Geheimnis aufgespĂŒrt hat. Beauregard will nicht kĂ€mpfen, doch er muss es. Denn Nobody schnappt der Bande einen gewaltigen von Soldaten bewachten Goldtransport weg, den sie ĂŒberfallen wollte. Nach einem der grĂ¶ĂŸten Gefechte des Italo-Western in epischem Stil geht es Nobody nur noch darum fĂŒr Beauregard einen stilvollen Abgang zu schaffen - Jack Beauregard muss sterben, ist ja klar!

Die Handlung ist eigentlich vom GrundgerĂŒst genial. Das Schauspielerduo Fonda/Hill auch. Übrigens einer der seltenen FĂ€lle, wo Hill mal mehr schauspielern darf. Die Settings sind berauschend. Die KostĂŒme und Ausstattung regelrecht atemberaubend. Man merkt dabei Leones eigene Entwicklung, weg vom US-Vorbild hin zu mehr und mehr authentischem Gewand der KĂ€mpfer. So tragen Gute wie Böse einfach mal richtige Kleidung, Beauregard z.B. in regelrecht kultiger Kluft, oft auch in typischem 1890er Sakko. Auch die ganz kurz eingeblendeten Soldaten wirken top.
Der Film hat so unendlich viele Motive, dass man damit BĂ€nde fĂŒllen könnte und obwohl er auch von Leone sabotiert wurde, ist er bis heute eines seiner Meisterwerke. Es gibt einfach alles, was ein Western braucht: Saloon, Barbier, Eisenbahn, Miene, ja sogar mal kurz Indianer. Der Schurke ist herrlich schurkisch und großartig besetzt. Das Hauptmanko liegt in den widersprĂŒchlichen Slapsticknummern an 2-3 Stellen des Films, die durch die Schnodder-Synchro auf Deutsch noch verstĂ€rkt werden.
Themen: Der Ende des Westens.
Die Ablösung der Generationen auf mindestens 3 Ebenen: Alter US-Western (wofĂŒr Fonda steht) durch Italowestern (dass der kurz darauf auch verschwindet, konnte man nicht ahnen)
Alter Held durch jungen, der dann auch schneller und besser schießt.
Ernsthafter (Italo- und US-)Western (Fonda) gegen Spaßwestern der Trinity-Generation(Hill)
Die moderne Technik (Telegraphen als Handy von um 1900).
Die Erschließung des Westens (frĂŒher war der Westen unendlich weit und man traf nie jemanden zweimal...)
Geld regiert die Welt (typisches sozialkritisches Thema) - mal will Sullivan den Nobody, mal sogar Jack Beauregard kaufen und Beauregard hat eigentlich auch nichts dagegen
...
Letztlich ist der Film auch eine Abrechnung Leones mit Packinpah dessen Wild Bunch er nicht nur niedermetzeln lÀsst, sondern der hier sogar als Leiche auf dem Indianerfriedhof liegt. Typisch Intellektuelle, gekrÀnkt bis aufs Blut nur weil Packinpah nicht mit Leone zusammenarbeiten wollte! Wie sollte das auch gut gehen? Zwei Genies und obendrein zwei Perfektionisten an einem Set? Never!

Darsteller: ****
Bilder *****
Story ****
Sound *****

Anmerkung: bei Streifen mit Ennio Morricone als Komponist muss Sound/Musik mit rein, denn die macht laut Leone ja 1/3 des Films aus.
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Poliorketes

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #17 am: 11. Januar 2019 - 22:15:47 »

Thumps up!
auf Bewertung der Musik habe ich bewußt verzichtet, das wĂŒrde den Text noch lĂ€nger machen. Dimitri Tiomkin, Elmer Bernstein, Alfred Newman, Ennio Morricone...

Vera Cruz
USA 1954, Farbe
Regie: Robert Aldrich
Darsteller: Gary Cooper, Burt Lancaster, Denise Darcel, Sara Montiel, Cesar Romero, Ernest Borgnine, Jack Elam, Charles Buchinski

Robert Aldrich, das schwarze Schaf eines mit den Rockefellers verschwĂ€gerten reichen OstkĂŒsten-Clans, war noch am Anfang einer Karriere, die einige der besten Filme der 50er und 60er hervorbringen sollte: Krimis (Rattennest), Kriegsfilme (Ardennen 1944, Das dreckige Dutzend), Abenteuerfilme (Der Flug des Phoenix) und Psychothriller (Was geschah wirklich mit Baby Jane?). Gary Cooper konnte zu Ende seiner Karriere noch einmal seine ganze Klasse zeigen und lieferte sich ein großartiges Leinwandduell mit Burt Lancaster, der als Co-Produzent auf dem Höhepunkt seiner Karriere war. Aber auch die Nebenrollen brauchten sich nicht zu verstecken. Denise Darcel ist Westernfreunden aus Karawane der Frauen bekannt, Sara Montiel ist in Spanien eine Legende, die Almodovars Transvestit Zahara in La mala Educacion inspirierte. Cesar Romero gab spĂ€ter den Joker in der Batman-TV-Serie mit Adam West. Ernest Borgnine und Jack Elam gehören zu den bekanntesten Western-Nebendarstellern, und Charles Buchinski wurde als Charles Bronson zum Actionstar.

Die Handlung: Nach dem BĂŒrgerkrieg zog es amerikanische GlĂŒcksritter nach Mexiko, wo die Guerilla des rechtmĂ€ĂŸigen PrĂ€sidenten Juarez gegen den von französischen Invasoren und Großgrundbesitzern gestĂŒtzten Kaiser Maximilian (Bruder von Kaiser Franz Joseph) kĂ€mpfen. Der ehemalige Adjutant von Robert E. Lee, der desillusionierte Ben Trane (Cooper), gerĂ€t an die Truppe des Outlaws Joe Erin (Lancaster), der ihm zuerst ein gestohlenes Pferd verkauft und ihn dann ausrauben will. Trane behĂ€lt die Oberhand, was Joe Erin imponiert, er macht ihn zum Partner. Ein französischer Marquis (Romero) heuert beide an, fĂŒr Kaiser Maximilian einen gut bezahlten Auftrag anzunehmen. Bei einem Empfang im Kaiserpalast, den die Outlaws aufmischen, wird ihnen eine GrĂ€fin vorgestellt (Denise Darcel), die mit Romero liiert ist und von der Truppe und einer Ulaneneskorte fĂŒr 50.000 $ zum Hafen Vera Cruz gebracht werden soll. Schnell stellt sich heraus, daß ihre Kutsche 3 Mio in Gold transportiert, mit dem Maximilian in Europa Truppen anwerben will. Cooper und Lancaster wollen sich das Geld unter den Nagel reissen, und erhalten in der GrĂ€fin eine unerwartete Komplizin, die schon ein Schiff fĂŒr die Flucht nach Europa besorgt hat. Aber auch die Juaristas sind mit ihrer schlecht ausgerĂŒsteten Armee hinter dem Gold her, und eine junge Diebin (Montiel), die Cooper schöne Augen macht, sorgt fĂŒr Unruhe unter den Outlaws - und entpuppt sich als Spionin der Juaristas. WĂ€hrend Cooper, Lancaster und Darcel versuchen, sich gegenseitig auszubooten, hat der Marquis das Spiel lĂ€ngst durchschaut und das Gold umgeladen und nach Vera Cruz gebracht, wo die GrĂ€fin exekutiert werden soll. Die Outlaws als unfreiwillige Köder werden von den Juaristas umstellt, aber Cooper macht einen Deal. Die Bande hilft fĂŒr eine hohe Belohnung beim Sturm auf Vera Cruz, der unter hohen Verlusten gelingt. Lancaster entlockt der GrĂ€fin den Landeplatz des Schiffes, erschießt seinen letzten noch lebenden Kumpan und will mit dem Planwagen voll Gold verschwinden. Aber Gary Cooper hat seine Ideale wiederentdeckt und es kommt zum Showdown. Burt Lancaster stirbt mit einem letzten breiten Grinsen.

Einer meiner absoluten Lieblingswestern. FĂŒr Aldrich ungewöhnlich fehlt es bei diesem bunten Abenteuer an gesellschaftskritischem Tiefgang, aber das wĂŒrde wohl nur den Spaß verderben. Burt Lancaster in schwarzem Leder und mit breitestem ZahnpastalĂ€cheln wirbelt als gewissenloser GlĂŒcksritter durch den Film, wĂ€hrend Gary Cooper den ruhigen Gegenpol bildet und sich die ganze Zeit vormachen will, das Ideale fĂŒr Verlierer sind und er ein Gewinner sein will. Denise Darcel gibt eine phantastische Femme Fatale, die jeden ihrer GefĂ€hrten betrĂŒgen und sogar umbringen lassen wĂŒrde, um an das Gold zu kommen - und dann trotzdem von Lancaster betrogen wird. Sara Montiel umgarnt und betrĂŒgt Cooper genauso wie Darcel Lancaster und Romero, aber ohne Bosheit und mit der Andeutung einer gemeinsamen Zukunft. Die beste Rolle hat Romero. Sein angesichts der rĂŒpelhaften amerikanischen Cretins und betrĂŒgerischer Schönheiten immer joviales Wesen verdeckt seine LoyalitĂ€t zu Maximilian und seinen gerissenen Plan. Obwohl von Anfang an klar ist, daß er fĂŒr seinen Kaiser stirbt (was er dann recht unspektakulĂ€r auch tut), behĂ€lt er gegen alle Gaunereien die Oberhand und wird nur durch den aufopferungsvollen Kampf der Juaristas geschlagen.

Robert Aldrich holt aus seinen Darstellern das Beste heraus und es gelingt ihm, Architektur (z.B. die Sonnenpyramide von Teotihuacan) und Massenszenen (hier vor allem immer wieder die schweigenden, weißgekleideten Juaristas, die in einer langen Reihe zum Angriff bereitstehen) wirkungsvoll in Szene zu setzen. Allerdings kommt die Landschaft zu kurz, was aber am dunstigen Wetter gelegen haben kann. Gedreht wurde in Mexiko und nur wenig im Studio.

Darsteller: *****
Bilder: ****
Story: ****

Joe Hembus gibt 2 Sterne und nennt Cooper und Lancaster „zwei große, virile Gringos in einem Land der kleinen KostĂŒmhelden“, womit er auf das Klischee der Überlegenheit des US-Amerikaners gegenĂŒber dem Mexikaner zielt.
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Beim Aussteigen stolpert man schon mal ĂŒber das Dach des nebenan geparkten Autos. Von ParkhĂ€usern reden wir hier lieber nicht. Sagen wir, der Wendekreis ist groß. (Aus einem Test des Ford Ranger)

Pappenheimer

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #18 am: 14. Januar 2019 - 11:29:26 »

Tolles Review.
Jack Elam und Ernest Borgine sind eh zwei meiner Lieblingsschauspieler des Genres.
Aber ich mag auch sehr gerne Nebendarsteller, die mir manchmal lieber sind als Hauptdarsteller.
Kinski z.B. mag ich als Nebendarsteller wie in "FĂŒr ein paar Dollar mehr" viel lieber.
Charles Bronson sehe ich aber auch als einen der berĂŒhmtesten Westerndarsteller. Mit "Vera Cruz", "Die Gloreichen Sieben", "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Chatos Land" hat er schon in vier echten Klassikern mitgemacht. Das hat kaum einer sonst zustande gebracht, auch wenn er als Held eben mal kein Schönling ist.
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khde

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #19 am: 14. Januar 2019 - 11:31:49 »

Bei Charles Bronson fÀllt mit sofort Nevada Pass ein, gute Verfilmung eines guten Authors.
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Hail, Hail, Freedonia, land of the brave and free.

They got guns, We got guns, All God’s chillun got guns!
I’m gonna walk all over the battlefield, ‘Cause all God’s chillun got guns!

newood

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #20 am: 14. Januar 2019 - 15:17:51 »

Mir fÀllt da noch was ein

Wiegenlied vom Totschlag
... die Blutorgie von 1970 kennen möglicherweise nur die Älteren

Ich kÀmpfe niemals wieder
... ein eher kleiner Film, der ohne große Aufmachung gelaufen ist, die Flucht der Nez-Perz zeigt und kaum bekannt sein dĂŒrfte

Tombstone
... mit Kurt Russel, Sam Elliot und natĂŒrlich Val Kilmer

El Dorado
... allein schon wegen der Musik

Der letzte Zug nach Gun Hill
... wegen der Schauspieler Douglas und Quinn

Der mit dem Wolf tanzt
... die BĂŒffeljagd war doch der Hammer

Open Range
... glaubhafte Nummer, tolle Nummer und ideale Vorlage
fĂŒr ein gutes ShootOut

mfg
newood
 
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