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  • 21. Mai 2019 - 17:54:08
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Autor Thema: Go West! at the Movies  (Gelesen 875 mal)

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D.J.

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #15 am: 11. Januar 2019 - 06:23:26 »

F├╝r alle, die jetzt einen Beitrag ├╝ber Grouch, Harpo, Beppo & Chico erwarten - reingefallen!

 ;D ;D
Klasse Thread, dem ich ab jetzt folge :D
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Keiner von uns kommt hier lebend raus! Also h├Ârt auf, euch wie Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen, spaziert in der Sonne, springt ins Meer, sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern, seid komisch. F├╝r nichts anderes ist Zeit.
(Sir Philip Anthony Hopkins)

Pappenheimer

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #16 am: 11. Januar 2019 - 14:01:31 »

 "Il mio nome ├Ę Nessuno" ("Mein Name ist Nobody").
Italien 1973
Regie: Valerii/Leone
Darsteller: Henry Fonda, Terence Hill, Jean Martin

Wohl einer der seltsamsten Western, die es gibt. Sergio Leone hatte die Idee dazu. Offiziell wird er im Vorspann nicht als Regisseur genannt, soll aber als er davon Wind bekam, dass Valerii eventuell den besten Western aller Zeiten schuf, angereist sein um Valerii die Tour zu vermiesen. Daher wurden einige alberne Szenen eingeschoben, die recht fehl am Platz wirken wie die ├╝berlange Schl├Ągerei auf dem Rummelplatz etwa in der Mitte des Films. Leone hat entsprechend Fotos aber auch bei der gro├čartigen Szene des Showdowns in New Orleans im Regiestuhl gesessen. Au├čerdem soll er laut Hill von Fonda den Tipp bekommen haben, einfach Hill die Regie zu ├╝berlassen (was Hill dann sp├Ąter zu der irrigen Meinung verleitete, er k├Ânne als Regisseur arbeiten  :-X ). Fonda war ├╝ber das Endergebnis so ver├Ąrgert, dass er sich den Film nie mehr anschaute. Er hat dann auch nicht mehr mit Leone zusammen gearbeitet.

Handlung: 1899. Jack Beauregard will nach Europa auswandern, denn es h├Ąlt ihn nichts mehr im Westen. Doch es fehlt ihm das Geld f├╝r die ├ťberfahrt. Auf einer Odysee begegnet ihm Nobody (der Witz kommt in der Deutschen Fassung wenig r├╝ber), der nochmal Beauregard in Action sehen will, denn er ist ein Fan des Revolvermannes. Aber ihm kommt auch Sullivan in die Quere, der Beauregard vorsichtshalber durch die Wilde Horde umlegen lassen m├Âchte, da Sullivan von Beauregard f├╝rchtet, dass er sich f├╝r den Mord an Beauregards zwielichtigen Bruder r├Ąchen wird. Daher pflastern bald Leichen Beauregards Weg. Denn die Wilde Horde ist hinter ihm her, noch mehr seit Beauregard den Unterschlupf der Bande gefunden und deren Geheimnis aufgesp├╝rt hat. Beauregard will nicht k├Ąmpfen, doch er muss es. Denn Nobody schnappt der Bande einen gewaltigen von Soldaten bewachten Goldtransport weg, den sie ├╝berfallen wollte. Nach einem der gr├Â├čten Gefechte des Italo-Western in epischem Stil geht es Nobody nur noch darum f├╝r Beauregard einen stilvollen Abgang zu schaffen - Jack Beauregard muss sterben, ist ja klar!

Die Handlung ist eigentlich vom Grundger├╝st genial. Das Schauspielerduo Fonda/Hill auch. ├ťbrigens einer der seltenen F├Ąlle, wo Hill mal mehr schauspielern darf. Die Settings sind berauschend. Die Kost├╝me und Ausstattung regelrecht atemberaubend. Man merkt dabei Leones eigene Entwicklung, weg vom US-Vorbild hin zu mehr und mehr authentischem Gewand der K├Ąmpfer. So tragen Gute wie B├Âse einfach mal richtige Kleidung, Beauregard z.B. in regelrecht kultiger Kluft, oft auch in typischem 1890er Sakko. Auch die ganz kurz eingeblendeten Soldaten wirken top.
Der Film hat so unendlich viele Motive, dass man damit B├Ąnde f├╝llen k├Ânnte und obwohl er auch von Leone sabotiert wurde, ist er bis heute eines seiner Meisterwerke. Es gibt einfach alles, was ein Western braucht: Saloon, Barbier, Eisenbahn, Miene, ja sogar mal kurz Indianer. Der Schurke ist herrlich schurkisch und gro├čartig besetzt. Das Hauptmanko liegt in den widerspr├╝chlichen Slapsticknummern an 2-3 Stellen des Films, die durch die Schnodder-Synchro auf Deutsch noch verst├Ąrkt werden.
Themen: Der Ende des Westens.
Die Abl├Âsung der Generationen auf mindestens 3 Ebenen: Alter US-Western (wof├╝r Fonda steht) durch Italowestern (dass der kurz darauf auch verschwindet, konnte man nicht ahnen)
Alter Held durch jungen, der dann auch schneller und besser schie├čt.
Ernsthafter (Italo- und US-)Western (Fonda) gegen Spa├čwestern der Trinity-Generation(Hill)
Die moderne Technik (Telegraphen als Handy von um 1900).
Die Erschlie├čung des Westens (fr├╝her war der Westen unendlich weit und man traf nie jemanden zweimal...)
Geld regiert die Welt (typisches sozialkritisches Thema) - mal will Sullivan den Nobody, mal sogar Jack Beauregard kaufen und Beauregard hat eigentlich auch nichts dagegen
...
Letztlich ist der Film auch eine Abrechnung Leones mit Packinpah dessen Wild Bunch er nicht nur niedermetzeln l├Ąsst, sondern der hier sogar als Leiche auf dem Indianerfriedhof liegt. Typisch Intellektuelle, gekr├Ąnkt bis aufs Blut nur weil Packinpah nicht mit Leone zusammenarbeiten wollte! Wie sollte das auch gut gehen? Zwei Genies und obendrein zwei Perfektionisten an einem Set? Never!

Darsteller: ****
Bilder *****
Story ****
Sound *****

Anmerkung: bei Streifen mit Ennio Morricone als Komponist muss Sound/Musik mit rein, denn die macht laut Leone ja 1/3 des Films aus.
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Poliorketes

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #17 am: 11. Januar 2019 - 22:15:47 »

Thumps up!
auf Bewertung der Musik habe ich bewu├čt verzichtet, das w├╝rde den Text noch l├Ąnger machen. Dimitri Tiomkin, Elmer Bernstein, Alfred Newman, Ennio Morricone...

Vera Cruz
USA 1954, Farbe
Regie: Robert Aldrich
Darsteller: Gary Cooper, Burt Lancaster, Denise Darcel, Sara Montiel, Cesar Romero, Ernest Borgnine, Jack Elam, Charles Buchinski

Robert Aldrich, das schwarze Schaf eines mit den Rockefellers verschw├Ągerten reichen Ostk├╝sten-Clans, war noch am Anfang einer Karriere, die einige der besten Filme der 50er und 60er hervorbringen sollte: Krimis (Rattennest), Kriegsfilme (Ardennen 1944, Das dreckige Dutzend), Abenteuerfilme (Der Flug des Phoenix) und Psychothriller (Was geschah wirklich mit Baby Jane?). Gary Cooper konnte zu Ende seiner Karriere noch einmal seine ganze Klasse zeigen und lieferte sich ein gro├čartiges Leinwandduell mit Burt Lancaster, der als Co-Produzent auf dem H├Âhepunkt seiner Karriere war. Aber auch die Nebenrollen brauchten sich nicht zu verstecken. Denise Darcel ist Westernfreunden aus Karawane der Frauen bekannt, Sara Montiel ist in Spanien eine Legende, die Almodovars Transvestit Zahara in La mala Educacion inspirierte. Cesar Romero gab sp├Ąter den Joker in der Batman-TV-Serie mit Adam West. Ernest Borgnine und Jack Elam geh├Âren zu den bekanntesten Western-Nebendarstellern, und Charles Buchinski wurde als Charles Bronson zum Actionstar.

Die Handlung: Nach dem B├╝rgerkrieg zog es amerikanische Gl├╝cksritter nach Mexiko, wo die Guerilla des rechtm├Ą├čigen Pr├Ąsidenten Juarez gegen den von franz├Âsischen Invasoren und Gro├čgrundbesitzern gest├╝tzten Kaiser Maximilian (Bruder von Kaiser Franz Joseph) k├Ąmpfen. Der ehemalige Adjutant von Robert E. Lee, der desillusionierte Ben Trane (Cooper), ger├Ąt an die Truppe des Outlaws Joe Erin (Lancaster), der ihm zuerst ein gestohlenes Pferd verkauft und ihn dann ausrauben will. Trane beh├Ąlt die Oberhand, was Joe Erin imponiert, er macht ihn zum Partner. Ein franz├Âsischer Marquis (Romero) heuert beide an, f├╝r Kaiser Maximilian einen gut bezahlten Auftrag anzunehmen. Bei einem Empfang im Kaiserpalast, den die Outlaws aufmischen, wird ihnen eine Gr├Ąfin vorgestellt (Denise Darcel), die mit Romero liiert ist und von der Truppe und einer Ulaneneskorte f├╝r 50.000 $ zum Hafen Vera Cruz gebracht werden soll. Schnell stellt sich heraus, da├č ihre Kutsche 3 Mio in Gold transportiert, mit dem Maximilian in Europa Truppen anwerben will. Cooper und Lancaster wollen sich das Geld unter den Nagel reissen, und erhalten in der Gr├Ąfin eine unerwartete Komplizin, die schon ein Schiff f├╝r die Flucht nach Europa besorgt hat. Aber auch die Juaristas sind mit ihrer schlecht ausger├╝steten Armee hinter dem Gold her, und eine junge Diebin (Montiel), die Cooper sch├Âne Augen macht, sorgt f├╝r Unruhe unter den Outlaws - und entpuppt sich als Spionin der Juaristas. W├Ąhrend Cooper, Lancaster und Darcel versuchen, sich gegenseitig auszubooten, hat der Marquis das Spiel l├Ąngst durchschaut und das Gold umgeladen und nach Vera Cruz gebracht, wo die Gr├Ąfin exekutiert werden soll. Die Outlaws als unfreiwillige K├Âder werden von den Juaristas umstellt, aber Cooper macht einen Deal. Die Bande hilft f├╝r eine hohe Belohnung beim Sturm auf Vera Cruz, der unter hohen Verlusten gelingt. Lancaster entlockt der Gr├Ąfin den Landeplatz des Schiffes, erschie├čt seinen letzten noch lebenden Kumpan und will mit dem Planwagen voll Gold verschwinden. Aber Gary Cooper hat seine Ideale wiederentdeckt und es kommt zum Showdown. Burt Lancaster stirbt mit einem letzten breiten Grinsen.

Einer meiner absoluten Lieblingswestern. F├╝r Aldrich ungew├Âhnlich fehlt es bei diesem bunten Abenteuer an gesellschaftskritischem Tiefgang, aber das w├╝rde wohl nur den Spa├č verderben. Burt Lancaster in schwarzem Leder und mit breitestem Zahnpastal├Ącheln wirbelt als gewissenloser Gl├╝cksritter durch den Film, w├Ąhrend Gary Cooper den ruhigen Gegenpol bildet und sich die ganze Zeit vormachen will, das Ideale f├╝r Verlierer sind und er ein Gewinner sein will. Denise Darcel gibt eine phantastische Femme Fatale, die jeden ihrer Gef├Ąhrten betr├╝gen und sogar umbringen lassen w├╝rde, um an das Gold zu kommen - und dann trotzdem von Lancaster betrogen wird. Sara Montiel umgarnt und betr├╝gt Cooper genauso wie Darcel Lancaster und Romero, aber ohne Bosheit und mit der Andeutung einer gemeinsamen Zukunft. Die beste Rolle hat Romero. Sein angesichts der r├╝pelhaften amerikanischen Cretins und betr├╝gerischer Sch├Ânheiten immer joviales Wesen verdeckt seine Loyalit├Ąt zu Maximilian und seinen gerissenen Plan. Obwohl von Anfang an klar ist, da├č er f├╝r seinen Kaiser stirbt (was er dann recht unspektakul├Ąr auch tut), beh├Ąlt er gegen alle Gaunereien die Oberhand und wird nur durch den aufopferungsvollen Kampf der Juaristas geschlagen.

Robert Aldrich holt aus seinen Darstellern das Beste heraus und es gelingt ihm, Architektur (z.B. die Sonnenpyramide von Teotihuacan) und Massenszenen (hier vor allem immer wieder die schweigenden, wei├čgekleideten Juaristas, die in einer langen Reihe zum Angriff bereitstehen) wirkungsvoll in Szene zu setzen. Allerdings kommt die Landschaft zu kurz, was aber am dunstigen Wetter gelegen haben kann. Gedreht wurde in Mexiko und nur wenig im Studio.

Darsteller: *****
Bilder: ****
Story: ****

Joe Hembus gibt 2 Sterne und nennt Cooper und Lancaster ÔÇ×zwei gro├če, virile Gringos in einem Land der kleinen Kost├╝mheldenÔÇť, womit er auf das Klischee der ├ťberlegenheit des US-Amerikaners gegen├╝ber dem Mexikaner zielt.
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Beim Aussteigen stolpert man schon mal ├╝ber das Dach des nebenan geparkten Autos. Von Parkh├Ąusern reden wir hier lieber nicht. Sagen wir, der Wendekreis ist gro├č. (Aus einem Test des Ford Ranger)

Pappenheimer

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #18 am: 14. Januar 2019 - 11:29:26 »

Tolles Review.
Jack Elam und Ernest Borgine sind eh zwei meiner Lieblingsschauspieler des Genres.
Aber ich mag auch sehr gerne Nebendarsteller, die mir manchmal lieber sind als Hauptdarsteller.
Kinski z.B. mag ich als Nebendarsteller wie in "F├╝r ein paar Dollar mehr" viel lieber.
Charles Bronson sehe ich aber auch als einen der ber├╝hmtesten Westerndarsteller. Mit "Vera Cruz", "Die Gloreichen Sieben", "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Chatos Land" hat er schon in vier echten Klassikern mitgemacht. Das hat kaum einer sonst zustande gebracht, auch wenn er als Held eben mal kein Sch├Ânling ist.
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khde

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #19 am: 14. Januar 2019 - 11:31:49 »

Bei Charles Bronson f├Ąllt mit sofort Nevada Pass ein, gute Verfilmung eines guten Authors.
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Hail, Hail, Freedonia, land of the brave and free.

They got guns, We got guns, All GodÔÇÖs chillun got guns!
IÔÇÖm gonna walk all over the battlefield, ÔÇśCause all GodÔÇÖs chillun got guns!

newood

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #20 am: 14. Januar 2019 - 15:17:51 »

Mir f├Ąllt da noch was ein

Wiegenlied vom Totschlag
... die Blutorgie von 1970 kennen m├Âglicherweise nur die ├älteren

Ich k├Ąmpfe niemals wieder
... ein eher kleiner Film, der ohne gro├če Aufmachung gelaufen ist, die Flucht der Nez-Perz zeigt und kaum bekannt sein d├╝rfte

Tombstone
... mit Kurt Russel, Sam Elliot und nat├╝rlich Val Kilmer

El Dorado
... allein schon wegen der Musik

Der letzte Zug nach Gun Hill
... wegen der Schauspieler Douglas und Quinn

Der mit dem Wolf tanzt
... die B├╝ffeljagd war doch der Hammer

Open Range
... glaubhafte Nummer, tolle Nummer und ideale Vorlage
f├╝r ein gutes ShootOut

mfg
newood
 
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Pappenheimer

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #21 am: 03. April 2019 - 11:19:45 »

Allerdings hat er schon fr├╝h in seiner Karriere mehrere Klassiker des Genres gedreht: Drums along the Mohawk / Trommeln am Mohawk ist trotz der stereotypen Indianer ein gelungener Fr├╝hwestern und ein Tip f├╝r alle FWI/AWI-Spieler, geradezu ikonisch ist er aber
Den h├Ątte ich so gern mal gesehen. Der lief vor ner Weile auf arte, aber ich konnte nur Ausschnitte in der Youtube-Mediathek finden. Trotz des deutlichen Zeitkolorits wirkte es schon sehr ├╝berzeugend, was nat├╝rlich vor allem an der Schauspielkunst von Henry Fonda und Claudette Colbert liegt. Claudette Colbert ist auch mal eine ungewohnte Besetzung, wo sonst in den fr├╝hen Western oftmals wahre Diven auftraten, die mithin den Salon in die H├╝tte brachten und eigentlich zu glamour├Âs f├╝r die Handlung schienen. Claudette Colbert wirkt eher wie ein M├Ądel vom Lande, einfach und die richtige Frau f├╝r einen Siedler, der auch mal hungrig heimkommt.

Ich habe entdeckt, dass es "Unconquered" (1947) auf YT gibt. Die Handlung liest sich zwar reichlich haneb├╝chen, aber Gary Cooper ist immer ein guter Anlass nen Western oder Abenteuerfilm anzuschauen.
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Pappenheimer

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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #22 am: 08. Mai 2019 - 11:11:06 »

Erst in den letzten Tagen bin ich auf einen der gro├čartigsten Italowestern gesto├čen, die es gibt. Ein Meisterwerk.

"Qui├ęn sabe?"/"T├Âte Amigo"/"A bullet for the general"
I 1966
Regie: Damiano Damiani
Darsteller: Gian Maria Volont├ę, Lou Castel, Klaus Kinski, Martine Beswick, Aldo Sambrell

Handlung: Ein Amerikaner reist in einem Zug, der voller Soldaten ist. Dieser wird durch eine Sperre gestoppt. Der kommandierende Leutnant Pereda wei├č nicht was er tun soll. Sie sind in einem Hinterhalt gelandet, denn die Angreifer haben einen Vorgesetzten Peredas auf die Schienen gekettet. So verliert Pereda einen Mann nach dem anderen bis er selbst sein Leben einb├╝├čt. Der Amerikaner, der fortan El Ni├▒o genannt wird, tut so, als habe er den Angreifern um El Chuncho beim ├ťberfall geholfen und wird daher in dessen Bande aufgenommen. Gemeinsam ├╝berfallen sie fortan Forts der Regierungstruppen, wobei es ihnen weniger darum geht die Soldaten zu t├Âten als an die modernen Gewehre zu kommen, die El Chuncho an General Elias verkaufen will. Eine erste Wende tritt ein, als sie in San Miguel ein stattliches Maschinengewehr finden. Auch stellt sich hier heraus wieviel  El Ni├▒o nunmehr El Chuncho bedeutet, indem er f├╝r diesen eines seiner Bandenmitglieder ermordet. El Ni├▒o entf├╝hrt mit einem Teil der Bande das Maschinengewehr und weitere Gewehre, w├Ąhrend El Chuncho eigentlich mit seinem fanatischen Bruder El Santo die Kleinstadt gegen Regierungstruppen verteidigen will. Doch als El Chuncho entnervt ├╝ber die Unf├Ąhigkeit der Bauern ist aus ihnen K├Ąmpfer zu machen und obendrein bemerkt, dass das MG weg ist, verspricht er El Santo das MG zur├╝ck zu holen. Er trifft auf die Bande, schlie├čt sich ihr aber dann doch an. An einem Treffpunkt mit dem Abgesandten von General Elias werden sie von Regierungstruppen attackiert. Zwar k├Ânnen diese dank des MG allesamt niedergem├Ąht werden, aber die Bande verliert auch schlie├člich alle Leute bis auf den Amerikaner und El Chuncho, die nun zu General Elias weiter ziehen. Hier verkauft El Chuncho die Gewehre f├╝r 5.000 Pesos an den General, wird aber auch von diesem damit konfrontiert, dass er daran schuld ist, dass San Miguel von Regierungssoldaten ausradiert wurde. El Ni├▒o zeigt endlich sein wahres Gesicht...

Dieser Film ist vorab bemerkt eine herrliche Vorlage f├╝r Skirmish-Games f├╝r Wargamer, v.a. wenn man nat├╝rlich den Zeitschnitt gut findet. Es gibt zahlreiches Rumgeballer, Angriffe auf Forts und Schie├čereien auf offenem Gel├Ąnde. Die Zeitstellung ist nach 1914. Die Hotchkiss M1914 soll ganz neu sein und die Truppen der Regierung verf├╝gen noch nicht ├╝ber gepanzerte Fahrzeuge wie dann in "Todesmelodie" (Leone).
Es macht einfach Spa├č so einer tollen Besetzung zuzuschauen. Volont├ę war wohl einer der besten Italowestern-Darsteller und Kinski ist hier auch in seinem Element als irrer Bruder des Bandenf├╝hrers - womit zwei Facetten von Irrsinn nebeneinander gestellt sind. Sambrell hat eher sowas wie einen Cameoauftritt und da er gew├Âhnlich Halsabschneider darstellte (Navajo-Joe, Spiel mir das Lied vom Tod) erstaunt vielleicht seine Rolle als Leutnant - aber hervorragend gespielt. Auch Lou Castel als abgefeimter Ami, der gewissenlos wie auch berechnend vorgeht, ist einfach gro├čartig eingesetzt.
Das ganze Drehbuch wie auch Kamera und Regie ergeben einen Augenschmaus, untermalt von dem unverkennbaren, aber hier deutlich zur├╝ckhaltenderen Score von Morricone.
Der Aufwand an Drehorten, Komparsen und Ausstattung bis hin zu Eisenbahnen ist einfach berauschend und ich fragte mich woher wohl die Kohle damals kam. Leone hat in seinen fr├╝hen Filmen deutlich begrenzter auffahren k├Ânnen.
F├╝r Fans des Genres ein Muss. Habs auf Englisch auf YT gestern angeschaut.

Darsteller: *****
Bilder: ****
Story: *****
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Re: Go West! at the Movies
« Antwort #23 am: 08. Mai 2019 - 12:10:32 »

Genug der Vorrede, hier sind meine pers├Ânlchen Top Ten der ultimativen Western-Stars:
Schwierig, schwierig.

1 Henry Fonda (Spiel mir das Lied vom Tod)
2 Eli Wallach (Ace High, Zwei glorreiche Halunken)
3 Gary Cooper (12 Uhr Mittags)
4 Gian Maria Volont├ę (F├╝r ein paar Dollar mehr, T├Âte Amigo)
5 Aldo Sambrell (Navajo Joe, Spiel mir das Lied vom Tod)
6 Frank Wolff (Leichen pflastern seinen Weg, Spiel mir das Lied vom Tod, Gott vergibt ... Django nie!)
7 Klaus Kinski (Leichen pflastern seinen Weg, F├╝r ein paar Dollar mehr)
8 Lee van Cleef (F├╝r ein paar Dollar mehr, Zwei glorreiche Halunken)
9 Jack Elam (Spiel mir das Lied vom Tod)
10 Clint Eastwood (F├╝r eine Handvoll Dollar, Erbarmungslos)

Ich mag halt eher den Italowestern. Aber da wurde auch massig Schrott produziert, der mit den Meisterwerken maximal den Grad an Gewalt und die Menge an Leichen gemeinsam hat.
Manche haben auch in beiden Genres gearbeitet und obendrein hatte der US-Western vielleicht dann auch Z├╝ge der erfolgreichen italienischen Regisseure ├╝bernommen(?).
Es gibt ja auch immer wieder erfolglose US-Schauspieler, die dann ├╝ber den Italowestern pl├Âtzlich re├╝ssierten, bzw. erfolgreiche Hollywoodgr├Â├čen, die dann mit Ende 40 schon in den USA abgeschrieben waren und in Europa eine gro├če zweite Karriere hinlegten. Eli Wallach f├Ąllt mir da auf Anhieb ein, Fonda vielleicht auch.
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