Sweetwater Forum

Sweetwater Forum

  • 23. Januar 2022 - 07:48:02
  • Willkommen Gast
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Endlich wieder da!

Autor Thema: Go West! at the Movies  (Gelesen 4529 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

emigholz

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.265
  • Der dritte Zwilling
    • 0
Re: Go West! at the Movies
« Antwort #30 am: 26. November 2021 - 17:20:52 »

Das dĂŒrfte in dem Fall sogar Ennio Morricone gewesen sein. Meine da mal ein Cover gesehen zu haben.

Gerade geguckt, findest unter seinen Scores in Wikipedia

Oh und Tötet Amigo gibts gerade auf Prime, den guck ich mir die tage auch mal an nachdem ich hier drĂŒber gelesen habe.
Vera Cruz kam letztens erst wieder im Fernsehen, den kann man einfach nicht wegschalten  ::)
« Letzte Änderung: 26. November 2021 - 17:38:23 von emigholz »
Gespeichert

Pappenheimer

  • Edelmann
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 4.550
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Re: Go West! at the Movies
« Antwort #31 am: 29. November 2021 - 14:16:37 »

Das dĂŒrfte in dem Fall sogar Ennio Morricone gewesen sein. Meine da mal ein Cover gesehen zu haben.

Gerade geguckt, findest unter seinen Scores in Wikipedia

Oh und Tötet Amigo gibts gerade auf Prime, den guck ich mir die tage auch mal an nachdem ich hier drĂŒber gelesen habe.
Vera Cruz kam letztens erst wieder im Fernsehen, den kann man einfach nicht wegschalten  ::)
Ja, hatte ich auch irgendwo zwischen den Zeilen geschrieben. Mein Sohnemann ist jetzt auch ein großer Fan von dem Film. Aber er hört auch beim Aufbauen von WesternhĂ€usern Morricone-Soundtracks. Also alles richtig gemacht.  8)

Bin gespannt, was Dein Eindruck von "Töte Amigo" ist. Ich hatte den frĂŒher so garnicht auf dem Radar. Ich empfand immer "The great silence" als DEN gesellschaftskritischen Western par excellence. Aber da waren eigentlich viele Regisseure damals so unterwegs und man fragt sich heute wie Western mit so Larifari-Inhalt ĂŒberhaupt gefallen konnten.

Ich muss mal schauen, ob ich irgendwo den Western mit Burt Lancaster und Telly Savales finden kann. Der war auch sehr dreckig und vom Ton her ein bisschen Italowestern mĂ€ĂŸig.

Ich frage mich auch gerade, ob "Mein Name ist Nobody" vielleicht der erste Italowestern mit Native Americans war. Kommt drauf an vielleicht ob man die Frau am Anfang von "Spiel mir das Lied vom Tod" als Rolle mitzĂ€hlt. Weiß jemand, was ich meine?
Gespeichert

emigholz

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.265
  • Der dritte Zwilling
    • 0
Re: Go West! at the Movies
« Antwort #32 am: 29. November 2021 - 18:12:52 »

Meinst du die Scalphunters mit Shelly Winters? Der war auch super aber tatsÀchlich war Savalas in einigen richtigen Italo Western, meine zb von Corbuci oder zb mit Bud Spencer.

zu Amigo: Ich war erstmal hin und hergerissen da man erst dachte es sei alles sehr vorhersehbar bis sich zum Ende tatsĂ€chlich mehrere Wendungen ergeben die dem ganzen echt doch noch das I-TĂŒpfelchen aufsetzen, Ich sag nur: "Kauf dir Brot, nein kauf Dynamit"
Das Wechselspiel der beiden Hauptchars wer jetzt der Held bzw der Antiheld ist und mit wem man mitfiebert wechselt dabei gerne mal. Gian Maria Volonté schlÀgt sie aber schauspielerisch alle. Warum Kinski auf dem Cover ist, ich fand ihn jetzt nicht so wichtig und er kam neben seinem Bruder einfach nicht zu Geltung, vielleicht hÀtte er mehr Screentime gebraucht oder man hat das fanatische von ihm zu oft und besser gesehen.

Bei Spiel mir das Lied vom Tod musst mir auf die SprĂŒnge helfen aber Woody Strode der mit Jack Elam am Bahnhof wartet ist zumindest halber Native. Und bei Jack Elam muss ich immer dran denken wie er am Ende von Latigo am Zugende steht und sagt er wandert aus und wird ein großer Star im Italo Western  ;D
Gespeichert

Pappenheimer

  • Edelmann
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 4.550
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Re: Go West! at the Movies
« Antwort #33 am: 30. November 2021 - 17:36:05 »

1.
Das Wechselspiel der beiden Hauptchars wer jetzt der Held bzw der Antiheld ist und mit wem man mitfiebert wechselt dabei gerne mal. Gian Maria Volonté schlÀgt sie aber schauspielerisch alle. Warum Kinski auf dem Cover ist, ich fand ihn jetzt nicht so wichtig und er kam neben seinem Bruder einfach nicht zu Geltung, vielleicht hÀtte er mehr Screentime gebraucht oder man hat das fanatische von ihm zu oft und besser gesehen.
2.
Bei Spiel mir das Lied vom Tod musst mir auf die SprĂŒnge helfen aber Woody Strode der mit Jack Elam am Bahnhof wartet ist zumindest halber Native. Und bei Jack Elam muss ich immer dran denken wie er am Ende von Latigo am Zugende steht und sagt er wandert aus und wird ein großer Star im Italo Western  ;D
1.
Kinski ist da halt der große Name noch heute im Unterschied zu anderen Darstellern.

2.
Mit nem Native meinte ich eine Frau, die am Anfang aus der Bahnstation erschrocken davon rennt, als die 3 Killer den Stationsvorsteher (glaube ich) einsperren. Sie ist nur fĂŒr Augenblicke im Bild.
Gespeichert

emigholz

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.265
  • Der dritte Zwilling
    • 0
Re: Go West! at the Movies
« Antwort #34 am: 01. Dezember 2021 - 16:14:03 »

Ok weil Woody Strode halb Afro Amerikaner halb Blackfood Native immerhin in einigen Filmen zu sehen war, unvergessen sein Duell mit Spartacus oder in Dschingis Khan, nach Spiel mir das Lied vom Tod kam ne Reihe Italo Western. FĂŒr die damalige Zeit auch schon beachtlich wenn man bedenkt das da meist noch Weiße die Indianer spielten, manchmal zum GlĂŒck sonst hĂ€tten wir keinen Bronson oder Lancaster in ihren tollen Rollen gehabt.
Gespeichert

Pappenheimer

  • Edelmann
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 4.550
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Re: Go West! at the Movies
« Antwort #35 am: 06. Dezember 2021 - 15:32:59 »

Ok weil Woody Strode halb Afro Amerikaner halb Blackfood Native immerhin in einigen Filmen zu sehen war, unvergessen sein Duell mit Spartacus oder in Dschingis Khan, nach Spiel mir das Lied vom Tod kam ne Reihe Italo Western. FĂŒr die damalige Zeit auch schon beachtlich wenn man bedenkt das da meist noch Weiße die Indianer spielten, manchmal zum GlĂŒck sonst hĂ€tten wir keinen Bronson oder Lancaster in ihren tollen Rollen gehabt.
Bei nem guten bis sehr guten Regisseur wie Leone und Colizzi hat man auch genau dieses Potenzial aus Woody Strode rausgeholt. Finde es daher auch schade, dass bei den "besten Westerndarstellern" in den Listen eher kein Woody Strode sondern immer die gleichen wie John Wayne rauskommt. Aber ich lebe auch gerne mit meiner Rolle als Außenseiter.  ;)

"Mit eisernen FĂ€usten" / "Scalphunters"
USA 1968
Regie: Sydney Pollack
Darsteller: Burt Lancaster, Shelley Winters, Telly Savalas, Ossie Davis

Handlung: Der Fallensteller Joe Bass will seine Felle wiederhaben, die ihm von Kiowa abgenommen worden sind. Dabei muss er sich zudem mit der Bande unter Jim Howie rumschlagen, der die willensstarke Kate mit im GepĂ€ck hat. Die KĂ€mpfe mit Kiowa und Banditen offenbaren aber auch die grĂ¶ĂŸte SchwĂ€che von Joe Bass mit anderen wie dem Sklaven Joseph Lee zu kooperieren. Denn Bass ist ein von sich selbst durch und durch ĂŒberzeugter EinzelgĂ€nger. So ist der Film mehr als nur eine wĂŒtende PrĂŒgelei zwischen Gut und Böse, mehr als ein "Indianerfilm", sondern auch ein Film ĂŒber Eitelkeit, Vergebung und immer wieder neu austarierte MachtverhĂ€ltnisse vor einer scheinbar erbarmungslosen Natur.

Dieser US-Western erinnert schon in seinen Bildern stark an Italowestern und mit Telly Savalas ist auch ein Hauptdarsteller mit von der Partie, der auch spĂ€ter selber in italienischen Produktionen auftreten sollte. Das sind aber nicht nur die Kameraeinstellungen, sondern auch der starke politische Fokus mit der Vorstellung einer natĂŒrlichen Überlegenheit, die Bass nicht nur den Kiowa sondern auch seinem Sklaven gegenĂŒber inne wohnt. Diese Faktoren machen neben der hervorragenden schauspielerischen Leistung aller Charaktere auch des damals noch eher unbekannten Davis den Reiz des Films aus (typisch fĂŒr die damalige Zeit bekamen weder Savalas, noch Lancaster oder Davis einen Oscar oder Golden Globe - vielleicht stand dem wie Morricones lange auf sich warten lassende Auszeichnung im Wege, dass Western oftmals leider unterschĂ€tzt wurden). Der Film schafft es auch die Handlung nicht als etwas abgeschlossenes zu bearbeiten wie die ĂŒblichen (auch italienischen) Rachewestern, sondern vermittelt dem Zuschauer ein GefĂŒhl, dass die Handlung eben nur eine Episode aus dem Leben von Bass und Lee ist.

Darsteller: *****
Bilder ****
Story *****
« Letzte Änderung: 17. Januar 2022 - 16:02:07 von Pappenheimer »
Gespeichert

Pappenheimer

  • Edelmann
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 4.550
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Companeros (1970)
« Antwort #36 am: 17. Januar 2022 - 09:04:14 »

Nachdem Sergio Corbucci schon einige der prÀgendsten Filme des Genres drehte, kam 1970 dieser Revolutions-Italowestern raus, der sich selbst nicht so besonders ernst nimmt.

"Laßt uns töten, Companeros" / bisweilen nur "Companeros"
I 1970
Regie: Sergio Corbucci
Darsteller: Franco Nero, TomĂĄs MiliĂĄn, Fernando Rey, Jack Palance, Iris Berben

Handlung: Der Baske wird nachdem er einen Obersten der Leute von DĂ­az tötet zu einer Art Volksheld und von General Mungo als dessen Stellvertreter auserkoren, was aber letztlich nur heißt, dass er immer seinen Kopf hinhalten muss, wenn es brenzelig wird. Die MĂ€nner des Basken erobern San Bernardino und metzeln die AnhĂ€nger von Professor Xantos nieder. Als der sogenannte Schwede eintrifft, der mit Mungo wegen Waffentransporten handeln will, möchte der Baske ihn erschießen lassen, da der Schwede zwei von Mungos Leuten getötet hat und obendrein mit den Xantisten zu paktieren scheint. Doch degradiert General Mungo als er endlich ankommt kurzerhand den Basken dafĂŒr, muss dann aber diesen und den Schweden losschicken um Professor Xantos aus einem US-GefĂ€ngnis zu befreien, weil dieser als Einziger die Kombination des Safes von der Bank von San Bernardino kennt. Dummerweise stehen nun den beiden Schlitzohren nicht nur die Regierungstruppen im Weg, sondern heftet sich auch ein alter GefĂ€hrte des Schweden an ihre Versen, der auf Rache sinnt ...

Dieser Film hat generell alles zu bieten, was man von einem Revolutionswestern erwartet. Es wird viel geballert, es gibt nen Zug, verschiedene Parteien und einen Anteil Sozialkritik.
Dennoch kommt mir der Film insgesamt schwĂ€cher vor als Corbuccis frĂŒhere Werke und sogar als "Stetson - Drei Halunken erster Klasse", weil er allzusehr sich selbst referenziert. Die Kritik an den gewissenlosen US-Amerikanern hat man bei Damiani schon besser gesehen und die Handlung ĂŒberzeugt einfach nicht recht durch richtige Twists. Die Action hat einiges zu bieten ohne aber etwas Neues dem Genre hinzu zu fĂŒgen. Da die Helden jede noch so gefĂ€hrliche Situation scheinbar unbeschadet ĂŒberstehen, geht dem Film dann auch recht die Spannung ab (ich denke da v.a. auch an das Ende mit der irgendwie doch arg schwachen Armee von General Mungo).
Überzeugend war fĂŒr mich aber das Schauspiel der 4 Hauptdarsteller, die jeweils perfekt auf ihre Rollen passen. Die Kameraarbeit ist gut und dem Film kann man insgesamt immerhin nicht absprechen unterhaltsam zu sein. Die deutsche Komödiensynchronfassung von Rainer Brandt erinnert stark an die lapidaren Wortgefechte aus v.a. Trinity-Filmen...
Der Score stammt von Ennio Morricone - mehr braucht man wahrscheinlich nicht zu sagen.  8)

Darsteller: ****
Bilder ****
Story ***
Sound *****
Gespeichert

Pappenheimer

  • Edelmann
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 4.550
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Der Tod ritt dienstags (1967)
« Antwort #37 am: 18. Januar 2022 - 15:00:04 »

Dies ist nun ein Klassiker unter den Italowestern und hat bei all seinen SchwĂ€chen doch seit Jahren bei mir ein gewisses GefĂŒhl der Nostalgie erhalten.

"I giorni dell'ira" (Der Tod ritt dienstags)
I, BRD 1967
Regie: Tonino Valerii
Darsteller: Giuliano Gemma, Lee Van Cleef, Walter Rilla, Christa Linder

Handlung: Scott Mary ist der starke Kerl, den man herumschupsen und schlagen darf, der die niedersten TĂ€tigkeiten verrichten muss in Clifton bis ein Fremder in der Gegend auftaucht. Es ist Frank Talby, der seinen Anteil an einem Coup sucht. Schließlich findet er Wild Jack, seinen ehemaligen Komplizen und erfĂ€hrt von ihm, dass er sich seine 50.000 Dollar selber von einer Reihe von BĂŒrgern von Clifton besorgen muss, die Wild Jack betrogen haben. Talby verĂ€ndert das Leben in dem kleinen Nest vollstĂ€ndig. Er bringt Scott den Umgang mit dem Revolver bei und errichtet eine Art Gewaltregiment ĂŒber die Stadt. Scotts Freund, der alte Murph Allen, will wieder Ruhe und Ordnung herstellen und ĂŒbernimmt die Rolle des Marshals von Clifton nachdem Talby diesen erschossen hat. Nun steht Scott zwischen den StĂŒhlen und muss sich zwischen Murph und Talby wie es scheint entscheiden ...

Der Film psychologisiert sehr stark. NatĂŒrlich erscheint es heute, wenn man Giuliano Gemma in der Gesamtsicht als Muskelprotz der SandalenfilmĂ€ra und als Revolvermann zahlreicher Italowestern vor Augen hat, schwierig ihn sich als wehrloses Opfer vorzustellen, aber wenn das erstmal geht, funktioniert der Western sehr gut. Mir gefĂ€llt natĂŒrlich vor allem die Performance von Lee Van Cleef.
Eher mies finde ich das Szenenbild. Die GebĂ€ude wirken durchweg zu aufgerĂ€umt und zu sehr nach BĂŒhne und auch auf der Straße kommt selten der Eindruck vom Wilden Westen. Einzig das Setting am Anfang, als Wild Jack auf Talby trifft, fand ich irgendwie stimmig. Die KostĂŒme sind auch extra low budget. Die Schießereien zeigen nicht die Höhe an Spannung wie wir sie teilweise von Corbucci und Colizzi oder stets bei Leone gewohnt sind.
Dennoch wĂŒrde ich mich den eher negativen Kritiken, dass Damiani hier vor allem "Mein Name ist Nobody" vorbereitet nicht unterschreiben - zumal dessen Handlung ja von Leone entworfen worden war.

Darsteller: *****
Bilder ***
Story *****
Gespeichert