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Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu

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Pappenheimer:
Wegen der Begeisterung von D.J. mache ich den Thread hier mal auf.

Ich bin nach wievor ein großer Fan des Mantel- und Degenfilms, der sich natürlich ein bisschen mit den Piratenfilmen überschneidet.
Meine Helden sind entsprechend Michael York, Oliver Reed oder auch modernere wie Vincent Perez.
Die Unterscheidung zum Historienfilm sind die vielleicht überwiegend fiktionalen Elemente und ein bisschen der Schwerpunkt auf Action und Romantik.
Für mich muss zu so einem Film, ne flotte Handlung, gute Schauspieler, gescheite Fechtszenen, ne Prise Humor und wohl auch hübsche Mädels gehören.

Pappenheimer:
"D'Artagnans Tochter"
F 1994
Regie: Bertrand Tavernier
Darsteller: Philippe Noiret, Sophie Marceau, Claude Rich

Handlung: D'Artagnan hat eine fiktive Tochter (die nicht in die Handlung der Romane passt), die im Kloster großgezogen wird. Bei einem Angriff aufs Kloster werden zahlreiche Nonnen entführt und die Oberin ermordet. Eloïse d’Artagnan macht sich auf den Weg nach Paris, um beim König Ermittlungen in der Sache zu erreichen. Doch sie gerät auch in die Fänge von Mazarin, der eine Verschwörung wittert. Schließlich kommen sie eher zufällig einem Mordkomplott gegen den jungen Louis XIV auf die Schliche, welchem der trottelige Duc de Crassac vorsteht. Nun müssen sich alle Königliche Musketiere aufbieten lassen, um die Ränke der Frondeurs zu durchkreuzen.

Dieser Film ist ein typisches Produkt des franz. Kinoroutiniers Tavernier mit typischem französischem Humor und einer exzellent aufgelegten Darstellerriege, allen voran Philippe Noiret, aber auch ein Claude Rich, der als Bösewicht einmal seine humorige Seite zeigt. Es macht einfach Spaß die Hatz durch das Frankreich der 1640er zu verfolgen. Die Kampfszenen wirken überwiegend recht glaubwürdig und sind teilweise erstaunlich geschickt gefilmt.
Mit Sophie Marceau ist obendrein auch eine Schönheit zu sehen, die damals wohl auf dem Höhepunkt ihrer Popularität stand. Die Rollen vom schwachen und starken Geschlecht sind ein bisschen vertauscht, was den Film wieder recht modern macht ohne direkt feministisch oder arg anachronistisch zu wirken. Die Ausstattung ist erstaunlich gut und die Drehorte sind fantastisch. Die Landschaftsszenen erinnern an die Kamerafahrten in Klassikern von Tavernier wie "Wenn das Fest beginnt ..." Bezaubernd fand ich auch Details wie Straßenszenen, die einfach wirken, als ob man im Paris des 17.Jh. ist.
Für jeden Fan des Genres meines Erachtens ein Muss.

Darsteller *****
Bilder ***** 
Story ****
Fechtszenen ****

D.J.:

--- Zitat von: Pappenheimer am 27. Februar 2019 - 17:56:06 ---Wegen der Begeisterung von D.J. mache ich den Thread hier mal auf.
--- Ende Zitat ---

;D
"Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen" hätte auch gereicht ;D


--- Zitat von: Pappenheimer am 27. Februar 2019 - 17:56:06 ---Ich bin nach wievor ein großer Fan des Mantel- und Degenfilms, der sich natürlich ein bisschen mit den Piratenfilmen überschneidet.
Meine Helden sind entsprechend Michael York, Oliver Reed oder auch modernere wie Vincent Perez. Die Unterscheidung zum Historienfilm sind die vielleicht überwiegend fiktionalen Elemente und ein bisschen der Schwerpunkt auf Action und Romantik.
Für mich muss zu so einem Film, ne flotte Handlung, gute Schauspieler, gescheite Fechtszenen, ne Prise Humor und wohl auch hübsche Mädels gehören.

--- Ende Zitat ---

Besser hätte ich es nicht umschreiben können :)
Dieser Thread fängt dann auch direkt gut an, denn ... diesen Film kannte ich gar nicht!  :o
Den werde ich mir direkt mal auf die Liste setzen.
Danke dir :)

Pappenheimer:
"Tom Jones - Zwischen Bett und Galgen"
UK 1963
Regie: Tony Richardson
Darsteller: Albert Finney, Susannah York, Hugh Griffith, Edith Evans

Handlung: Die Handlung folgt dem Klassiker von Henry Fielding, auch wenn teilweise Szenen ausgelassen wurden. Tom Jones wächst bei Squire Allworthy auf und verliebt sich in Squire Westerns Tochter Sophie. Doch die Ränke von Mr. Blifl vertreiben ihn neben Toms eigenen Fehltritten aus dem Hause des guten Patrons und er begibt sich auf eine Odysee durch das England des Jakobitenaufstandes 1745. Sophie Western folgt ihrem Geliebten, der sich unterdessen nicht nur mit mancher heikler Situation sondern auch mit dem Problem rumschlagen muss, dass ihm alle Frauen sogleich erliegen. Endlich landet er in London, wo er in die Fänge von Lady Bellaston gerät. Nach einem Duell wird Tom des Mordes angeklagt und droht hingerichtet zu werden. Doch nun lösen sich alle Intrigen auf und auch Toms gute Taten zahlen sich endlich aus.

Die Handlung strafft stark den Roman. Vor allem Patridges Rolle wird extrem reduziert und statt als eine Art Sancho Pansa seinem "Herrn" nicht mehr von der Seite zu weichen, trifft er erst kurz vor London auf Tom Jones und ist auch hier nicht die Witzfigur wie im Roman. Dafür kommt diese Komponente, dass Tom Jones ein unglaubliches Geschick hat von einer brenzligen Situation in die nächste zu stolpern gut rüber.
Albert Finney macht seine Sache als Tom Jones ausgezeichnet und ist sehr glaubwürdig, was ihm damals auch die Oscar-Nominierung einbrachte. Überhaupt erntete der Streifen zahlreiche Oscars und noch mehr Nominierungen. Filmisch sicher ein Meisterwerk mit vielen genialen Einfällen wie die Stummfilmsequenzen am Beginn. Das Herzstück ist seltsamerweise eine regelrecht atemberaubende "Szene" mit einer Jagd. Sowas habe ich auch im modernen Actionkino nicht gesehen, diese Energie wie die Jagdgesellschaft durch den Wald und über die Felder prescht, die Gäule sogar Gänse tot trampeln. Eine andere bemerkenswerte Szene die Fressszene im Wirtshaus, als Tom Jones auf seine angebliche Mutter trifft.
Dieser Film ist an Action und exzellenten Darstellern (bis hin zu den Hauslehrern) immer noch ein Meilenstein und jedem Fan des Genres zu empfehlen, selbst wenn die Ausstattung heute vielleicht manchmal antiquiert wirkt. Selten so gelacht. Trotz der Kürzungen bringt es den Geist von Fieldings Meisterwerk rüber. Habe ich schon die tollen Drehorte erwähnt? ...

Darsteller *****
Bilder ****
Story *****
Fechtszenen ***

D.J.:
Der Titel sagt mir jetzt nicht viel, aber irgendwie klingelt da etwas ganz dumpf bei mir.
Bei dem Alter des Films eher nicht denkbar, aber war da was mit Interaktion mit dem Zuschauer oder so? Das müsste ich selber auch mal ergockeln, aber ich glaube, den habe ich in dem kleinen Kino in unserem Viertel gesehen, als ich noch ein Knirps war (also etwa um die Zeit, als Moses und ich mit den Dinos Klicker spielten, er in Shorts und ich in einer unmöglichen krachledernen rumlief ;) )

Nachtrag 1:
Ich habe es gefunden :)
In dem Film durchbrachen die Darsteller einige Male die sogenannte "vierte Wand" und wandten sich an die Zuschauer (bei wikipedia gefunden) Für damalige Verhältnisse eine ziemlich große Sache, glaube ich. Ich bin mir immer noch nciht sicher, ob ich diesen Film wirkllich kenne, aber das würde dieses vage erinnern an etwas Besonderes erklären.
Danke für die Rezi, Pappenheimer.
Jetzt habe ich einen Titel und kann mal schauen, wo ich den auftreibe :)

Nachtrag 2 und OT (weil ich gefragt wurde)
Die von mir genannte krachlederne war eine kurze und sehr steife Lederhose mit eingebauten Hosenträgern und einer Art Latz, auf der ein Edelweiß-Emblem genäht war. Nix aufregendes, aber für einen Kölner Jungen von 12 Jahren Anfang der siebziger einfach nur endpeinlich.

Danke Mama und Papa.
 :-\

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