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  • 14. Juli 2020 - 08:36:55
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Autor Thema: Montrose´s Feldzug in Schottland (ECW)- Update 17.6.20 Spielbericht:Inverlochy )  (Gelesen 1118 mal)

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Pappenheimer

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Super Bericht. Da hast Du Dir wie immer viel Mühe auch mit den Fotos gemacht.
 :)
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Sorandir

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Hier gehts dann auch bald weiter.
Die nächste Schlacht in der Montrose Kampagne war die von Inverlochy am 02.Februar 1645.

wiki: https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Inverlochy_(1645)

Für diese Schlacht fehlte mit noch eine Burg, das Inverlochy Castle. Da ich bisher keine mittelalterliche 15mm Burg habe, wurde diese dann aus Karton und Styrodur gebastelt:





Ich hab mich dabei nicht besonders an das tatsächliche Vorbild gehalten, da ein richtiger Nachbau einen viel zu großen Anteil am Schlachtfeld eingenommen hätte, im Verhältnis zur kleinen Rolle, die sie in der Schlacht spielte.
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Sorandir

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Spielbericht: The Battle of Inverlochy 1645

Historischer Hintergrund:
Im Winter 1644 marschierten die Royalisten unter dem Marquis of Montrose und Alasdair McColla nach Argyll um die Länder des verhassten Clans Campbell zu verheeren. Argyll sammelte eine Armee seiner Clansmänner zusammen und befahl noch zwei reguläre Infanterieregimenter der Covenanter nach Argyllshire.
Bei Inverlochy kam es zur Schlacht. Argyll hatte sich die Schulter bei einem Sturz vom Pferd ausgerenkt und beobachtete die Schlacht von seinem Schiff aus, das im Loch Linnhe segelte. Die Covenanter hatten ein kleines Detachement Musketenschützen in das Inverlochy Castle gelegt, um die Royalisten mit Flankenfeuer beschießen zu können. Außerdem hatten die Covenanter noch zwei kleine Geschütze dabei, vielleicht von Argylls Schiff.
In der historischen Schlacht stürmten die beiden irischen Regimenter auf beiden Flanken der Royalisten vor und brachten mit einem Highland Charge die gegenüberstehenden beiden Covenanter-Regimenter fast sofort zum fliehen. Das royalistische Zentrum und die Clanskrieger der Campbells griffen sich gegenseitig an. Aber sobald die siegreichen Iren den Campbells in die Flanken fielen, waren diese verloren. Auf der anschließenden Flucht wurde über tausend Campbells getötet, in denn See getrieben oder gefangen und später hingerichtet. Einige flüchteten sich ins Castle. Aber während den Covenantern Pardon gewährt wurde, mussten die Campbells dort alle sterben.

Die Armeen:
Royalisten:
3 x 6 Irish Brigade
1 x 8 Highlander McDonalds Bodyguard
1 x 8 Highlander Warriors

Covenanter:
2 x 6 Covenanter Inf. Pike&Shot
3 x 8 Highlander Campbells
1 x 2 Covenanter Muskets (im Castle)
1 x 2 light Artillery

Regelwerk: Field of Glory Renaissance



Das war das nächste Spiel meiner Montrose-Solokampagne.
Da mir in 15 mm eine passende Burg fehlte, habe ich diese aus Karton und Styrodur geschnitzt und gebaut. Die Burg stand im Spiel auf der linken Covenanter Flanke, ansonsten war das Schlachtfeld frei.



Das Spiel
Die Royalisten gingen zügig aber diszipliniert vor. Die vereinzelten Schüsse aus dem Castle beeindruckte die Iren nicht.



Im Zentrum wurde ein Regiment Highlander beim Vormarsch durch den Beschuss der Campbells und der leichten Artillerie vorübergehend erschüttert, aber Montrose konnte schnell wieder die Ordnung herstellen.



Als es auf der ganzen Linie den Covenantern nicht gelang, die Angreifer durch Beschuss aufzuhalten, setzten sich auch die beiden Einheiten der Campbell Highlander im Zentrum in Bewegung. Sie rückten beiderseits der Artilleriestellung vor.



Die Iren feuerten ihre Musketen im Anmarsch ab und griffen dann die beiden Covenanter-Regimenter auf den Flanken an. Auf der Flanke vor Inverlochy Castle verlief der Angriff vollkommen historisch, als die Covenanter dort fast sofort begannen den Kampf aufzugeben.



Auf der rechten Flanke der Covenanter war genau das Gegenteil der Fall. Die (eigentlich schlechteren) Covenanter schlugen sich mit Bravour und brachen die angreifende Einheit der Iren.




Überblick zum Stand des Gechehens

Nun begann der Wettlauf, welche siegreiche Flankeneinheit zuerst die Kämpfe im Zentrum unterstützen konnte. Dort hatte mittlerweile McCollas Bodyguard die linke Einheit der Campbells angegriffen.



Als sie aber nur langsame Fortschritte machten, verlor Alisdair McColla die Geduld, zog sein Breitschwert und warf sich direkt ins Handgemenge. Dies brachte auch gleich Ergebnisse, da die Campbells schnell Verluste anhäuften und ihre Moral ins Wanken geriet. Aber gerade als es den Anschein hatte, dass der Kampf entschieden wäre, geschah das nahezu Unmögliche: In der ersten Reihe kämpfend, war McColla auch den Hieben der verzweifelten Campbells ausgesetzt. Diese verloren eine Nahkampfrunde, würfelten aber die glückliche Doppelsechs, was bedeutete, dass McColla fiel !
Der verwundete Highlander wurde vom Feld getragen. Für ihn war diese Schlacht vorbei.
Die fälligen Moraltests für McCollas Bodyguard und der nahestehenden Highlander der McDonalds wurden aber unter Montroses strengen Blicken bestanden. McCollas Bodyguard rang in den anschließenden Runden, auch ohne ihren Chief, die Campbells nieder und brachte sie zur Flucht. Mittleweile war die letzte Einheit der Campbells durch die Kanonen vorgerückt und hatte sich dem Handgemenge angeschlossen um ihren wankenden Clansmitgliedern zu helfen.

Auf der rechten Flanke der Covenanter hatte sich die siegreiche Pike&Shot Einheit dem Zentrum zugedreht und marschierte in die Flanke der McDonalds. Der anschließende Flankenangriff verlief zunächst enttäuschend und die Royalisten hielten, unter dem direkten Kommando von Montrose, kurze Zeit stand. Bald aber machte sich die doppelte Bedrängung durch die Campbells in der Front und den Covenantern in der Flanke bemerkbar und die Royalisten flohen. Es gelang den Verfolgern aber nicht, Montrose zu schnappen, der sich dann den letzten Iren im Zentrum anschloss. Die Iren richteten sich dann auf ihre überrannte Flanke aus, auch um McCollas Bodyguard abzuschirmen.
Kurz darauf fielen sie siegreichen Iren der linken Flanke der Campbell Reserve, die gegen McCollas Bodyguard kämpfte, in den Rücken. Auch diese Campbells wuchsen über sich hinaus, wichen nicht zurück und brachten den McDonalds einige Verluste bei. Letztendlich bewies sogar der Covenanter-General Campbell of Auchinbrek seinen Wert, als es ihm vorübergehend gelang, die angeschlagene Reserve zu sammeln.
Es stand nun auf Messers Schneide, welche Einheit und damit auch Armee brach: die Campbells links vom Zentrum und somit die Covenanterarmee, oder die Iren unter der Führung von Montrose.
Letztendlich setzte sich die bessere Qualität und die früheren Erfolge von McCollas Bodyguard durch und sie konnten zusammen mit den Iren die Campbells brechen. Aber noch nicht einmal das, hätte die etwas größere Covenanter-Streitmacht zum Armeebruch gebracht. Erst als McDonalds Highlander in der Verfolgung der fliehenden Campbell Highlander auch die Geschütze überrannten, war das Schicksal der Covenanter besiegelt.

So endete das Spiel historisch mit einem Sieg der Royalisten. Allerdings haben sich die Covenanter wesentlich besser geschlagen, in dem sie nicht bloß standhielten, sondern sogar einen Flügel der Royalisten zerschlugen und Alisdair McColla fiel (auch wenn das Glück statt Können war).


Mehr und Größere Bilder gibt es hier:
http://www.kurpfalz-feldherren.de/artikel/year-miracles-montrose%C2%B4s-feldzug-schottland-1644-1645
« Letzte Änderung: 17. Juni 2020 - 08:39:59 von Sorandir »
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Pappenheimer

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17.6.20 Spielbericht:Inverlochy )
« Antwort #18 am: 17. Juni 2020 - 10:01:43 »

Ein sehr schöner Spielbericht. So kleine Schlachten - ist ja auf der Größe von meinem Sablat-Spiel - haben was. Man hat eine gute Chance das in absehbarer Zeit zu schaffen und dennoch den Eindruck einer ganzen Schlacht (ich mag nicht so gern das Spielen von Ausschnitten von Schlachten).

Wie empfindest Du die taktische Tiefe? Die Armeen sind ja zahlenmäßig sehr ausgeglichen. Konnte man da irgendwie dennoch einen Schwerpunkt bilden? Oder eher der Sieg durch bessere Qualität UND McColla?
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Maréchal Davout

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Ich fand es auch spannend und unterhaltsam geschrieben - danke!

Ein sehr schöner Spielbericht. So kleine Schlachten - ist ja auf der Größe von meinem Sablat-Spiel - haben was. Man hat eine gute Chance das in absehbarer Zeit zu schaffen und dennoch den Eindruck einer ganzen Schlacht (ich mag nicht so gern das Spielen von Ausschnitten von Schlachten).

Im Grunde ist das ja auch ungefähr die Größe an Schlacht, die für Warhammer typisch ist. Manche sagen da ja immer wieder, dass das dann nur ein größerer Skirmish ist, aber ich finde, wenn die Einheiten als Regimenter agieren und es Flankenangriffe, Artillerieunterstützung, Linien, die vorgehen gibt, dann fühlt es sich schon wie eine (kleinere) Schlacht an.
Auch die Rolle von Charakteren war hier gegeben (Moral und ein bisschen Kampfkraft), wie es bei dem Scale sein sollte :)
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Sorandir

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@Pappenheimer:
Nunja taktische Tiefe ist bei der Epoche, den fast arrangierten Schlachten und dem eigentlich hohen Qualitätsunterschied zwischen Montroses Royalisten und den Covenantern eher weniger da.
In einem historischen Refight würde ich nur einem leidgewohnten Spieler die Seite der Covenanter geben, aber bei einem Solo-Spiel geht das vollkommen in Ordnung. Es scheint, als dass die Covenanter gar nicht so schlecht würfeln können im Wargame, wie sie sich in den historischen Schlachten präsentiert haben  :D
Unterschiede sind aber genug da, um die Spiele trotzdem  interessant zu machen,  vor allem durch die unterschiedlichen Kampfweisen von Pike&Shot, den Clanskriegern, der verschiedenen Reitereien und der schlechteren Qualität aber dafür höheren Masse der Covenanter gegenüber den Royalisten.


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