Sweetwater Forum

Sweetwater Forum

  • 15. August 2020 - 21:39:27
  • Willkommen Gast
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Endlich wieder da!

Autor Thema: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: FT-17  (Gelesen 1720 mal)

0 Mitglieder und 2 GĂ€ste betrachten dieses Thema.

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0

Hier entsteht ein kleines "Kompendium" zu allen angebotenen Modellen im Maßstab 1/56 (28 mm) die sich zum Thema 1914 - 1919 auf dem Markt befinden. Die BausĂ€tze und Figuren werden verglichen und bewertet. Der interessierte Sammler wird hier ein paar Vor- und Nachteile zu fast jedem Typ finden sowie auch eine Übersicht zu entsprechenden Anbietern/Herstellern.



Hallo zusammen,

ich bin mal wieder in Sachen Modellbau etwas unterwegs gewesen und habe mich endlich an ein Thema gewagt, dass ich schon immer mal anreißen wollte:

Der erste Weltkrieg (und Nachspiel bis 1919)

Aus diesem Grunde habe ich mich auf dem Table-Top-Markt etwas umgesehen und informiert und hoffe, dass ich in den nÀchsten Monaten immer mal wieder neue Infos zu Figuren und Modelle hier einstellen werde.
Dieser Beitrag soll nicht einfach zur Schaustellung meiner abgeschlossenen Projekte bestehen, sondern in erster Linie eine Übersicht und Bewertung von Figuren und Modellen sein/werden, die auf dem Markt zu diesem Thema angeboten werden. Und es soll an Beispielen gezeigt werden, was man aus einzelnen Miniaturen (trotz gewisser Mankos) machen kann.

Zudem werde ich versuchen die einzelnen Modelle und Figuren mit einer Wertung zu versehen (bzw. wenn möglich auch direkte Vergleiche zwischen verschiedenen Herstellern machen), damit der interessierte Spieler/Sammler einen schnellen Überblick ĂŒber die einzelnen Themengebiete bekommt und fĂŒr seine AnsprĂŒche, dass Beste schnell finden kann.


Die hier (aktuell) vorgestellten Projekte in Übersicht:
1.     Mark A „Whippet“ vom Hersteller Brigade Games Miniatures (siehe Unten)
2.     Mark C „Hornet“ vom Hersteller Empress Miniatures (siehe Unten)
3.     LK II von Empress Miniature (siehe Unten)
4.     Mark V* von Scarab Miniatures (siehe Unten)
5.     Mark I (female) von Die Waffenkammer (siehe unten)
6.     3,7cm TAK von Great War Minatures (siehe unten)
7.     Renault FT-17 von Warlord Games (siehe unten)
8.     A7V von Warlord Games (in Arbeit)
9.     A7V von Great War Miniatures (in Arbeit)
10.   Mark IV von Great War Miniatures (in Arbeit)




Mark A „Whippet“ vom Hersteller Brigade Games Miniatures



Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der Whippet (brit. Windhundrasse) ist ein Fahrzeug der (wie ich sie nenne) zweiten Generation an britischen Panzern. Der Kampfwagen wurde als „schnelles“ Fahrzeug konzipiert, das in FronteinbrĂŒche hineinstoßen sollte um das feindlicher Hinterland unsicher zu machen. Dieses Fahrzeug hatte bereits einen von der Besatzung abgetrennten Motorraum, was fĂŒr die damalige Zeit nicht die Regel war. (Im Mark I – V war der Motor im Mannschaftsbereich, was dazu fĂŒhrte, dass die Besatzungen auf Grund von Rauchvergiftung i.d.R. bis zu 48 Stunden nach einem Einsatz ausfielen.)

Der Whippet erfĂŒllte seine Aufgabe als „leichter, schneller“ Panzer zufriedenstellend und wurde vom MĂ€rz 1918 bis zum Ende des Krieges an der Front eingesetzt.



Der Bausatz (von Brigade Games Miniatures)

Umfang:
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
4 x Maschinengewehre (Zinn)
2 x Auspuffrohr (Zinn)
1 x hintere Abschlussplatte (Zinn)
2 x SchÀkel (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!






Maße (Maßstab):
Hier liegen mir im Augenblick keine Risszeichnungen des Whippet zu Grunde.
Augenscheinlich scheinen die Maße aber fĂŒr den 28mm Maßstab (1/56) zu stimmen.
Sobald mir hier mehr Material zur VerfĂŒgung steht werde ich die Bewertung Nachreichen.

Detaillierung:
Das Modell weißt eine recht gute Detallierung mit erhabenen Nieten und Klappen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt. Wahrscheinlich aus dem Gedanken heraus, dass dies ein reines Tabletop-Modell ist, wurden die vorderen und hinteren Kettensicherungshalter aus L-Profilen weggelassen (Abbruchgefahr beim Handling). Ein Nachbau kann nur unter grĂ¶ĂŸeren Aufwand erfolgen.
Die Maschinengewehre selbst sind sehr einfach gehalten. FĂŒr ein Tabletopmodell jedoch ausreichend.

GussqualitÀt:
Die GussqualitĂ€t ist gerade noch ausreichend. Zum einen gibt es mehrere Bereiche in denen unschöne Verwerfungen und Grade bestehen. Teils sind diese so ungĂŒnstig gelegen, dass man diese nur schwer entfernen kann ohne Details wie Nieten oder Leisten zu beschĂ€digen.
Auch die BelĂŒftungsschlitze an der seitlichen Fahrzeugwand sind teilweise schlecht ausgefĂŒhrt und weisen Gussreste auf. Ein Nacharbeiten ist teilweise schwierig.








Der grĂ¶ĂŸte Wehrmutstropfen ist aber (zumindest bei meinem Modell) der verzogene hintere Aufbau. Der Turm ist nach links geneigt und man bekommt den Eindruck, dass der Mannschaftsraum jede Minute zur linken Seite des Panzers abrutscht. Eine Korrektur scheint hier nicht möglich zu sein.



Die eingeschrĂ€nkte QualitĂ€t ist wahrscheinlich auf das Alter der benutzen Formen zurĂŒckzufĂŒhren.


Passgenauigkeit:
FĂŒr die beiden Kettensegmente sind genaue Halterungen am Rumpf vorhanden, die ein genaues Anpassen kinderleicht machen. Die Maschinengewehre samt Kugelblende lassen sich ebenfalls gut in die dafĂŒr vorgesehenen Ausspaarungen einpassen. Lediglich die beiden Auspuffrohre bereiteten mir große Probleme, da entweder der Sekundenkleber nicht trocknen wollte, oder aber das Resin Probleme mit dem Kleber hatte.


Matetrial (QualitÀt):
Das Resin ist ein relativ leichtes Material und recht robust.  Die Zinnteile sind zu einem gewissen Grade biegsam und verzeihen das ein oder andere KrĂŒmmen.

Decals:
Bei diesem Bausatz sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese aber auch nicht. So reicht im Grunde eine monotone grĂŒnlich/olive Tarnbemalung. Möchte man sein Modell doch etwas detaillierter darstellen, kann man hier noch die weiß-rot-weißen britischen Hoheitsmarkierungen mit Farbe selbst aufbringen. FĂŒr Fahrzeuge mit einer Seriennummer oder Sondermarkierung sollte man sich Decals aus anderen BausĂ€tzen/Decalsetz zusammenstellen, selbst Decals herstellen oder aber mit ruhiger Hand diese selbst aufmalen.

Anleitung:
Obwohl der „Bausatz“ aus sehr wenigen Komponenten besteht hĂ€tte ich mir zumindest eine einfache Risszeichnung zum Zusammenbau gewĂŒnscht. Es dauerte einige Zeit bis ich herausgefunden hatte, wie die hintere Abschlussplatte korrekt angebracht wird. Zu den SchĂ€keln konnte ich wiederum keine Infos finden (weder an Modellen noch in Originalfotos waren Hinweise zu finden). An meinem Modell habe ich sie darum weggelassen.

Preis:
FĂŒr mein Modell habe ich 35.00 USDollar bezahlt. Dies ist fĂŒr ein Resinmodell ein durchschnittlicher Preis. Problem ist, dass man als europĂ€ischer Kunde noch Transport und u.U. Zoll bezahlen muss. So treiben natĂŒrlich diese Faktoren den eigentlichen Preis in die Höhe. Einen europĂ€ischen Lieferanten fĂŒr das Modell von Brigade Games Miniatures habe ich bis jetzt nicht gefunden.

Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine SchĂŒssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder ĂŒber einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschĂ€dlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 

Abmessungen:
Höhe: 4,8 cm
Breite: 4,8 cm (ca. 5,0 cm mit ĂŒberstehenden Maschinengewehr)
LĂ€nge: 10,5 cm

Zusammenfassung Bewertung:
Maße (Maßstab):   - wird nachgereicht –
Detaillierung:       gut (minus)
GussqualitĂ€t:       ausreichend
Passgenauigkeit:   gut
Material (QualitĂ€t):   gut
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:              - nicht vorhanden -
Preis:         gut (minus)














« Letzte Änderung: 26. Juli 2020 - 18:37:41 von Armstrong »
Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Decebalus

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 2.136
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #1 am: 07. Mai 2020 - 12:59:56 »

Vielen Dank fĂŒr den schönen Bericht.

Also bemalt macht der dann doch was her. (Rein von der Optik und im Vergleich mit den 15mm Modellen, die ich kenne, kommt mir der hintere Teil, hinter dem Turm, etwas zu lang vor.)
Gespeichert

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #2 am: 07. Mai 2020 - 13:06:12 »

Mark C „Hornet“ vom Hersteller Empress Miniatures




Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der Hornet (dt. Hornisse) ist der Nachfolger des „Whippet“. Die Kriegsleitung hatte entschieden, dass man einen neuen und lĂ€ngeren mittleren Panzerwagen benötigte, da die deutsche Seite seit Aufkommen der Panzer breitere GrĂ€ben aushob und somit das Passieren der Stellungssysteme fĂŒr feindliche Kampffahrzeuge sehr erschwerte.  Der Hornet basiert grundsĂ€tzlich auf demselben Konstruktionsprinzip wie der Whippet (oder Mark A), hatte ebenfalls einen abgetrennten Motorraum und sollte vor allen Dingen durch seine Geschwindigkeit in EinbrĂŒche der Front hineinstoßen um das Hinterland zu erobern und zu sichern.
 


Hierzu wurden zwei Varianten entwickelt. Zum einen der „weibliche“ Hornet mit Maschinengewehren, sowie die mĂ€nnliche Version mit einem 6-pfĂŒnder HauptgeschĂŒtz und Maschinengewehren. In beiden FĂ€llen waren die Waffen in Kasematten untergebracht, es gab keine TĂŒrme. Im Unterschied zum Mark A „Whippet“ wurde der Kampfraum diesmal in der Front angebracht, wĂ€hrend der Motor sich im Heck befand.





Die Heeresleitung orderte mehrere tausend StĂŒck von beiden Varianten, doch kaum wurden die ersten Fahrzeuge ausgeliefert, kapitulierten die MittelmĂ€chte. Die ProduktionsauftrĂ€ge wurden umgehend storniert. Den einzigen „Kriegsbeitrag“ den der „Hornet“ leistete war somit nur die Teilnahme an der Siegesparade.
Zudem wurden nur einige weibliche Exemplare gebaut. Die mĂ€nnliche Variante kam ĂŒber den Prototypen nicht hinaus.
Die Panzer wurden jedoch in der Niederschlagung des irischen Aufstands in Dublin eingesetzt. Hier wurden sie zur Abschreckung auf einem zentralen Platz positioniert. Es ist nicht bekannt, ob sie an irgendwelchen Kampfhandlungen teilgenommen haben.

Vergleich mit dem Whippet (von Empress Miniatures)




Der Bausatz (von Empress Miniatures)

Umfang (weiblich):
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
5 x Maschinengewehre (Zinn)
1 x Auspufftopf mit -rohr (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!





Umfang (mÀnnlich):
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
1 x GeschĂŒtzrohr (Resin)
3 x Maschinengewehre (Zinn)
1 x Auspufftopf mit -rohr (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!





Maße (Maßstab):
Hier liegen mir im Augenblick keine Risszeichnungen des Hornet zu Grunde.
Augenscheinlich scheinen die Maße aber fĂŒr den 28mm Maßstab (1/56) zu stimmen.
Jedoch erscheint mir bei der mÀnnlichen Variante der Kasematten-Aufbau etwas zu extrem nach vorne geneigt.
Sobald mir hier mehr Material zur VerfĂŒgung steht werde ich die Bewertung Nachreichen.

Detaillierung:
Das Modell weißt eine sehr saubere Detaillierung mit erhabenen Nieten und Klappen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt.
Die Maschinengewehre selbst sind sehr robust und vielleicht etwas ĂŒberproportioniert gehalten. FĂŒr ein Tabletopmodell jedoch ausreichend.
Bei der mĂ€nnlichen Version liegt das GeschĂŒtzrohr als Resinteil bei. Das Resin selbst ist recht flexibel und das Rohr bereits sauber aufgebohrt. Jedoch empfehle ich (fĂŒr besseren Halt) das GeschĂŒtzrohr zu stiften und dann in der vorhergesehenen Bohrung an der Kasematte zu befestigen.
Die Verteilung und Anordnung der Nieten ist sehr vereinfacht dargestellt und spiegelt nur rudimentÀr das Erscheinungsbild des Originals wieder.

GussqualitÀt:
Die GussqualitĂ€t ist recht gut. Das Modell ist sauber gegossen und es gibt keine Blasenbildung oder Gussgrade. Allerdings hat man sich aus irgendeinem Grunde entschlossen bei den Kettensektionen beide Seiten mit derselben Außenstrukturierung zu versehen (Wahrscheinlich um nur eine Gussform anfertigen zu mĂŒssen).
An der Kettensektion hatte ich leider an meinen Modellen leichte AbbrĂŒche an den ĂŒberstehenden Kettensegmenten!



An der mĂ€nnlichen Variante war zudem an der unteren vorderen Rumpfplatte Überreste von Pappe zu finden.



Passgenauigkeit:
Die beidseitige Detaillierung der Kettensektionen hat ihre Nachteile.
Man ist gezwungen entweder alle Details an der (gewÀhlten Innenseite) zum Rumpf hin abzuschleifen, oder aber versucht trotz der Strukturen das Laufwerk an den Rumpf zu kleben (was auch Empress Miniature an dem Modell auf ihrer Seite getan hat).



Die Spalten habe ich mit Modelliermasse zugespachtelt:



Ich habe mich leider fĂŒr die zweite Lösung entschieden, was bei mir eine verzogene/schrĂ€g stehende linke Kettensektion (bei der weiblichen Variante) zur Folge hatte, die ich nicht mehr vom Rumpf lösen konnte (Sekundenkleber sei Dank). Aus diesem Grunde empfehle ich deshalb das Abschleifen der Detaillierung an der Innenseite oder aber sehr sorgfĂ€ltiges Anpassen. ACHTUNG! Schleifen nur Draußen oder mit Absaugvorrichtung. Resinstaub ist stark GesundheitsschĂ€dlich!

Matetrial (QualitÀt):
Das Resin das verwendet wurde ist relativ leicht und recht robust. Allerdings muss beim Zusammenbau Vorsicht an den Ecken der Ketten geboten werden, da diese u.U. UmstĂ€nden bei zu viel Druck abbrechen können. Die Zinnteile sind sehr robust und biegsam und verzeihen das ein oder andere KrĂŒmmen.

Decals:
Bei diesen BausĂ€tzen sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese aber auch nicht. So reicht im Grunde eine monotone grĂŒnlich/olive Tarnbemalung.
Möchte man sein Modell doch etwas detaillierter darstellen, kann man hier (bei der weiblichen Variante) noch die weiß-rot-weißen britischen Hoheitsmarkierungen mit Farbe selbst aufbringen (hierzu gibt es aber laut meines Wissens keine existierenden Fotos. Alle Fahrzeuge scheinen ohne jegliche Markierungen ausgekommen zu sein).
Von der mĂ€nnlichen Variante gab es nur den Prototyp der einheitlich wahrscheinlich in oliv-grĂŒn gestrichen war (ohne jegliche Markierungen).
Eine Besondere Herausforderung ist der weibliche Prototyp, der an den Seiten des vorderen Aufbaus  große SchriftzĂŒge des Herstellers/Entwicklers aufwies. Ich denke hier kommt man nur mit selbst erstellen Decals weiter.



Anleitung:
Es gibt keine Anweisungen zum Zusammenbau. Die BausĂ€tze bestehen aus nur wenigen Komponenten und es Bedarf im Grunde auch keiner Anleitung. Einziges Manko ist das Anbringen der Kettensegmente, da man Aufgrund der beidseitigen Strukturen keinen Anhaltspunkt hat, wie genau sie an den Rumpf angebracht werden sollen. Hier hilft ein Blick auf die Seite von Empress Miniatures, da man dort ein Zusammengebautes Fahrzeug sieht. Zur Not kann man sich natĂŒrlich auch an Fotos von anderen Modell oder dem Original orientieren. 

Preis:
FĂŒr meine Modelle habe ich jeweils 24.00 Brit. Pfund bezahlt. Dies ist fĂŒr ein Resinmodell ein durchschnittlicher Preis. Eingerechnet werden mĂŒssen noch Transportkosten. Wie es sich in Zukunft mit eventuellen Zollkosten verhĂ€lt kann ich nicht sagen.





Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine SchĂŒssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder ĂŒber einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschĂ€dlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 


Zusammenfassung Bewertung:
Maße (Maßstab):   - wird nachgereicht –
Detaillierung:      gut
GussqualitĂ€t:      gut
Passgenauigkeit           ausreichend
Material (QualitĂ€t)   gut
Decals         - nicht vorhanden-
Anleitung              - nicht vorhanden -
Preis                 gut







Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Riothamus

  • Edelmann
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 4.137
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #3 am: 07. Mai 2020 - 16:15:08 »

Einfach nur grandios. Und dann noch alle denkbaren Infos dazu!
Gespeichert
Gruß

Riothamus

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #4 am: 07. Mai 2020 - 22:47:36 »

Vielen Dank fĂŒr den schönen Bericht.

Also bemalt macht der dann doch was her. (Rein von der Optik und im Vergleich mit den 15mm Modellen, die ich kenne, kommt mir der hintere Teil, hinter dem Turm, etwas zu lang vor.)

Danke fĂŒr das Lob. Der hintere Bereich kann lĂ€nger wirken. Das hat mit der Metallplatte zu tun, die meiner Meinung nach zu weit nach hinten ĂŒbersteht. Um dies zu korrigieren, mĂŒĂŸte man den "vorderen" Teil einkĂŒrzen, womit man aber auch die genietet Leiste verlieren wĂŒrde, die auf der Platte dargestellt wird. Es ist halt nicht wirklich ein perfektes Modell.
Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #5 am: 07. Mai 2020 - 22:51:55 »

Einfach nur grandios. Und dann noch alle denkbaren Infos dazu!

Ich werde versuchen, so viele Modelle und Figuren, die ich zu diesem Thema finde, vorzustellen. Allerdings nur dann, wenn ich diese auch vorher gebaut und bemalt habe. Dann kann man am Besten etwas zu der QualitÀt sagen und auch auf Fehler oder Besonderheiten hinweisen.

Ich nehme mir allerdings heraus zu "schlechte" Modelle herauszulassen. Ich werde diese zwar erwĂ€hnen, aber hier nicht unbedingt vorstellen, da mir dafĂŒr das Geld (sie zu kaufen) und die Zeit (sie zu bauen) zu schade ist.
Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Kniva

  • Fischersmann
  • ***
  • BeitrĂ€ge: 558
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #6 am: 08. Mai 2020 - 09:27:31 »

Zwei Fragen:
1. Wie hast Du die Panzerketten bemalt?
2. Was hast Du als Dreck/Schlamm benutzt?

Gruß

Kniva
Gespeichert

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #7 am: 08. Mai 2020 - 18:45:29 »

Zwei Fragen:
1. Wie hast Du die Panzerketten bemalt?
2. Was hast Du als Dreck/Schlamm benutzt?

Gruß

Kniva


Die Panzerketten wurden zuerst grundiert (die Farbe ist im Grunde egal).
Danach wurden die Ketten mit Leadbealcher (von Citadel) bemalt.
Optional: Je nach Laune danach ein Wash mit vallejo Dark Grey (76.517).
Danach AK Track Wash (AK 083).
Der Schlamm wurde durch vallejo Thick Mud (73.807) dargestellt.
Soll es nur Staub sein empfehle ich braune Pastellkreide per Schwamm aufzutragen oder eines von tamiya weathering master sets zu nehmen.
Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #8 am: 13. Mai 2020 - 20:33:13 »

LK II vom Hersteller Brigade Games Miniatures



Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der LK II (leichter Kampfwagen II) war eine Weiterentwicklung der deutschen Armee des 1.Welkriegs. Beeindruckt von den Erfolgen des französischen Renault-Panzers (erst spÀter als FT-17 bezeichnet) und enttÀuscht von der Performanz des A7Vs entschloss man sich ebenfalls einen kleinen und leichten Panzerwagen herzustellen, der sich vor allen Dingen durch seine Geschwindigkeit auszeichnen sollte.
Nachdem der erste Entwurf (LK I) aufgrund der zu dĂŒnnen Panzerung und anderen MĂ€ngel verworfen wurde, entstand der LK II. Von Ihm sollte es sowohl eine mĂ€nnliche Variante (mit einem GeschĂŒtz in einer Kasematte) als auch eine weibliche Version (mit einem MG in einem drehbaren Turm) geben. Die ersten Panzer waren bereits gebaut und standen vor der Indienststellung, als der Krieg beendet war.
Da Deutschland laut Versailler Vertrag in Zukunft keine Panzer mehr besitzen durfte, wurden die bereits gebauten Exemplare in „Großtraktoren“  umbenannt und an Schweden und Ungarn verkauft.

WÀhrend die Ungarn ihre Panzer in Einzelteilen zerlegt lange Zeit durchs Land verschickten (um diese vor der alliierten Kontrollkommission zu verbergen) konnten die Schweden ihre Exemplare als Stridsvagn bezeichnet offen mehrere Jahre einsetzen. Nachdem die Ungarn endlich ihre Panzer auch zusammenbauen konnten, fehlten ihnen am Ende durch das stÀndige Verschicken so viele Einzelteile, dass sie nur noch einen Teil der Panzer wieder zusammensetzen konnten.
 
Das Modell von Empress zeigt ĂŒbrigens den KL II in der OriginalausfĂŒhrung. Bei den schwedischen Panzern waren spĂ€ter in der Frontplatte Kreisrunde Klappen eingesetzt hinter denen sich Scheinwerfer verbargen.




Der Bausatz (von Brigade Games Miniatures)

Umfang:
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
1 x Maschinengewehr - OriginalausfĂŒhrung (Zinn)
1 x Maschinengewehr - schwedisches Update von 1928 (Zinn)
1 x AnhÀngerkupplung (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!

Maße (Maßstab):
Hier liegen mir im Augenblick keine Risszeichnungen des LK II vor.
Augenscheinlich scheinen die Maße aber fĂŒr den 28mm Maßstab (1/56) zu stimmen.
Sobald mir hier mehr Material zur VerfĂŒgung steht werde ich die Bewertung Nachreichen.

Detaillierung:
Das Modell weißt eine recht gute Detallierung mit erhabenen Nieten und Klappen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt. Allerdings befindet sich auf der rechten Seite der Motorabdeckung eine rechteckige Aussparung. Ich konnte diese auf den Bildern von den Originalfahrzeugen nicht finden. Es sieht so aus als habe der Designer hier die Abdeckungslamellen zum Motorraum hin vergessen oder ausgespart.



Die Maschinengewehre selbst sind sehr einfach gehalten. FĂŒr ein Tabletopmodell jedoch ausreichend.
Auch die OberflĂ€chen der Ketten sind etwas einfach gehalten, erfĂŒllen aber ihren Zweck.
Der Turm sitzt nur locker in einem flachen Drehkranz. Am besten man bohrt in den Rumpf und den Turm ein Loch und setzt dort kleine Magnete ein, um fĂŒr einen sicheren Halt zu sorgen um ggf. beim Transport nicht den Turm zu verlieren.

GussqualitÀt:
Die GussqualitĂ€t ist gut. Die OberflĂ€chendetails sind sauber gegossen und es gab keine Verwerfungen und GussrĂ€nder. Allerdings hatten das Modell leichte Blasenbildungen an manchen Nieten (d.h. beim Gießvorgang bildet sich eine Blase direkt hinter einer Niete und beim Entfernen der Form bricht die Niete ab und gibt den darunter liegenden Hohlraum frei).



Passgenauigkeit:
FĂŒr die beiden Kettensegmente sind Halterungen am Rumpf vorhanden auf die die Laufwerkssegmente aufgeklebt werden. An den Innenseiten der Laufwerke befinden sich Leisten, die direkt der LĂ€nge der Aufnahmen am Rumpf entsprechen. Die Metallteile (Maschinengewehr und AnhĂ€ngerkupplung) können auch problemlos an den Rumpf angebracht werden.



Matetrial (QualitÀt):
Das Resin ist ein relativ leichtes Material und recht robust.  Die Zinnteile sind massiv und dick und verzeihen auch das eine oder andere „grobe“ Handling.

Decals:
Bei diesem Bausatz sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese aber auch nicht. Bei dem Originalfahrzeug des kaiserlichen Heeres handelte es sich wahrscheinlich um einen Grauen oder „Feldgrauen“ monotonen Anstrich ohne jegliche Hoheitsabzeichen oder Beschriftungen (der Typ war ja noch in Erprobung). Im Dienste der Schweden waren die Fahrzeuge einfarbig oder  mit einem Bundfarbenanstrich versehen. Markierungen oder Hoheitsabzeichen wurden auch hier scheinbar nicht verwendet. (Es gibt zahlreiche Bilder zu noch existierenden Fahrzeugen im Internet.)



Anleitung:
Der „Bausatz“ besteht aus sehr wenigen Komponenten und bedarf nicht unbedingt einer Bauanleitung. Einziges Problem fĂŒr mich waren die beiden Maschinengewehre. Erst nach lĂ€ngerer Recherche wurde klar, dass eines fĂŒr die ursprĂŒngliche FahrzeugausfĂŒhrung und das zweite fĂŒr den ĂŒberarbeiteten Stridsvagn der Schweden vorgesehen ist.

Preis:
FĂŒr mein Modell habe ich ÂŁ16.00 bezahlt. Dies ist fĂŒr ein so kleines Resinmodell ein akzeptabler Preis. Problem ist, dass man als deutscher Kunde noch Transport und u.U. Zoll bezahlen muss. So treiben natĂŒrlich diese Faktoren den eigentlichen Preis in die Höhe.



Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine SchĂŒssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder ĂŒber einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschĂ€dlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 

Abmessungen:
Höhe: 4,5 cm
Breite: 3,5 cm
LĂ€nge: 9,5 cm



Zusammenfassung Bewertung:
Maße (Maßstab):   - wird nachgereicht –
Detaillierung:       befriedigend plus
GussqualitĂ€t:       gut
Passgenauigkeit:   gut
Material (QualitĂ€t):   gut
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:      - nicht vorhanden -
Preis:         gut

« Letzte Änderung: 13. Juli 2020 - 00:24:12 von Armstrong »
Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Decebalus

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 2.136
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #9 am: 14. Mai 2020 - 12:06:02 »

Ganz starker Thread! Historisch + Warentest + Bemalvorlage.

Was machst Du mit den Modellen? Spielst Du auch damit?
Gespeichert

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #10 am: 14. Mai 2020 - 14:17:42 »

Ganz starker Thread! Historisch + Warentest + Bemalvorlage.

Was machst Du mit den Modellen? Spielst Du auch damit?

Im Augenblick baue ich nur. WÀre aber schön Mitspieler zu finden. In der Vitrine verstauben die Modelle nur. Bin gerade dabei eine kleine französische Streitmacht aufzubauen. Die Figuren und Panzer werde ich hier auch bald vorstellen. Ich warte aber noch auf eine kleine Zusatzlieferung aus den USA.
Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0
Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
« Antwort #11 am: 16. Mai 2020 - 19:11:08 »

Mark V* vom Hersteller Scarab Miniatures



Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der Mark V*(sprich: „Mark 5 star“) ist eine Variante des Mark V. Der Grund warum dieser Panzer existiert war die Reaktion der Deutschen auf die Bedrohung durch britische Panzer. Nach dem ersten Schock durch die britischen und (spĂ€ter auch) französischen Panzerangriffe kam bei der deutschen Heeresleitung schnell die Überzeugung auf, dass der Panzer nur eine „Modeerscheinung“ war. Hier verschlief man förmlich die Chance auf eine gezielte Eigenentwicklung und fokussierte sich lediglich auf die Abwehr von Panzern (dies spiegelt sich auch in der halbherzigen Entwicklung und Produktion des A7Vs wieder).
Eine dieser Abwehrmaßnahmen war die Verbreiterung der SchĂŒtzengrĂ€ben. Dadurch waren die alliierten Panzer in ihren Angriffen beschrĂ€nkt, da viele von Ihnen an den deutschen GrĂ€ben scheiterten und die eigentlich Aufgabe des Panzers (tief ins Hinterland vorzustoßen) nicht erfĂŒllen konnten.

Dies war schließlich die Geburtsstunde des Mark V*. Der gewöhnliche Mark V wurde um eine Mittelsektion verlĂ€ngert, ein paar weitere Maschinengewehrpositionen wurden eingebaut und der hintere neu entstandene Raum sollte zudem zum Transport von Infanteristen dienen.

TatsÀchlich wurde auch der Versuch unternommen Soldaten innerhalb des Panzers zu transportieren und dann vor den feindlichen Linien abzusetzen. Allerdings waren die MÀnner durch die schlechten Bedingungen im Panzer (Dunkelheit, Hitze, Abgase) nicht mehr kampfÀhig und brachen zusammen, wenn sie endlich wieder frische Luft bekamen.

So wurde der Mark V* lediglich als reiner Kampfpanzer eingesetzt, der den Feind dazu zwang seine GrĂ€ben abermals zu verbreitern, was dazu fĂŒhrte, dass die Schutzfunktion des Grabens (bei Bombardement) nicht mehr wirklich gewĂ€hrleistet war.

Hinweis zum „Ausgrabungs-Balken“ (bzw. zur Reling an britischen Panzern)
Der Balken wurde benutzt, wenn ein Fahrzeug sich in den Schlamm eingegraben hatte. Mit Gliederketten wurde der Balken an den Panzerketten befestigt und so durch den Antrieb ĂŒber die Schienen des GelĂ€nders unter den Panzer gezogen. Hier sollte er dem Fahrzeug zusĂ€tzlichen Halt geben, so dass es sich aus seiner misslichen Lage von selbst befreien konnte. Die Reling war dafĂŒr da, um zu verhindern, dass der Balken beim Rundumlauf die Aufbauten des Panzers beschĂ€digte. Auf vielen Fotos von Fahrzeugen im Einsatz, sieht man oft stark verbogene GelĂ€nder, die durch den Rundumlauf beschĂ€digt wurden. Es scheint, dass dies keine Seltenheit war. 



Der Bausatz (von Scarab Miniatures)

Umfang:
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
10 x Maschinengewehr (Zinn)
2 x vordere Reling (Zinn)
2 x hintere Reling (Zinn)
2 x vordere Halterung fĂŒr Reling (Zinn)
2 x hintere Halterung fĂŒr Reling (Zinn)
1 x AuspuffdÀmpfer (Zinn)
1 x Gitter(?) (Zinn)
1 x Auspuffrohr (Kupfer)
Keine Decals!
Keine Anleitung!









Maße (Maßstab):
Hier liegen mir im Augenblick leider keine Risszeichnungen vor.
Anhand von Originalfotos scheinen die Maße aber fĂŒr den 28mm Maßstab (1/56) zu stimmen.
Allerdings ist wahrscheinlich der hintere Aufbau (Turm) zu breit!
Sobald mir hier mehr Material zur VerfĂŒgung steht werde ich die Bewertung Nachreichen.

Detaillierung:
Das Modell weißt eine recht gute Detallierung mit erhabenen Nieten und StĂ¶ĂŸen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt. Die Nieten sind vielleicht etwas zu groß geraten. Im Vergleich mit anderen Resinmodellen ist dies aber eine gĂ€ngige Praxis. Dies hat damit zu tun, dass die Formen von einem handgebauten Original stammen. D.h. jede Niete wurde von dem Designer per Hand geschnitten und gesetzt. Die Reling und die Halterung sind leider falsch dargestellt und weisen mehrere Fehler und unschöne Stellen auf (mehr dazu spĂ€ter). Das Lange Auspuffrohr ist als Kupferstange beigefĂŒgt. Es ist bereits in die Form vorgebogen
 die leider nicht stimmt.
Die Maschinengewehre selbst sind sehr einfach gehalten. FĂŒr ein Tabletopmodell jedoch vollkommen ausreichend. Die OberflĂ€chen der Ketten sind sehr schön und detailliert wiedergegeben.

GussqualitÀt:
Die GussqualitÀt ist gut. Die OberflÀchendetails sind sauber wiedergegeben und es gab keine Verwerfungen und GussrÀnder. An manchen Nieten hat das Modell eine leichte Blasenbildung, dies sind aber EinzelfÀlle und stechen auch nicht direkt ins Auge. Leider waren die Ketten an meinem Modell leicht beschÀdigt.



Passgenauigkeit:
Die beiden Kettensegmente mussten in heißem Wasser erwĂ€rmt und leicht an den Rumpf angepasst werden (nichts Untypisches bei Resinmodellen). Ihr Sitz ist aber im Grunde zufriedenstellen, wenngleich ich einen leichten Spalt zwischen dem Rumpf und der rechten Abdeckung habe (den man aber durch die ĂŒberstehende Kette fast nicht sieht).

Erstes Problem ist das Auspuffrohr. Dies war zwar vorgebogen, doch passte es in keinster Weise an das Modell. Ich musste vorsichtig an manchen Stellen den Stab wieder gerade biegen, neu anpassen und zum Schluss mit einer SĂ€ge einkĂŒrzen.



Ein weiteres Problem stellen die „sponson“ (die Maschinengewehr-Ausleger an den Seiten) dar. Zum einen passen die TĂŒrme nicht sauber in die Kasematten, zum anderen passen die beiden Ausleger wiederum nicht genau in die Aussparungen der beiden seitlichen Kettensegmente (Letzteres ist ein generelles Problem, das sich anscheinend viele Hersteller teilen). Hier kommt man nur mit Spachtelarbeit weiter!



Noch schlimmer war die Anbringung des GelĂ€nders. Hier muss man die falsche Halterung an der Reling entfernen, und zudem noch ein paar GelĂ€nderhalterungen fĂŒr den hinteren Bereich des Panzers „scratch“ anfertigen. Zudem sind die mittleren Halterungen (die direkt an den hinteren Turmaufbau geklebt werden) zu lang. Dies hat damit zu tun, das der Designer höchst wahrscheinlich den Turm zu breit dargestellt hat. Hier hilft nur das EinkĂŒrzen der beiden Zinnteile.





Alternativ könnt ihr natĂŒrlich auch die Reling vollkommen weglassen! An mindestens zwei Fahrzeugen (von denen heute noch Fotos existieren) ist keine Reling vorhanden.


Matetrial (QualitÀt):
Das Resin ist ein relativ leichtes Material und recht robust.  Durch die Masse des Models liegt das Fahrzeug aber doch relativ schwer in der Hand. Die Zinnteile sind recht filigran (besonders die Maschinengewehre). Trotzdem scheinen Aufbauten wie die Reling an meinem Fahrzeug nach dem Zusammenbau recht robust zu sein. FĂŒr das Handling auf dem Spieltisch wird man den Panzer wahrscheinlich sowieso nur im hinteren Bereich anfassen (wo sich keinerlei  abbruchgefĂ€hrdete Bauteile befinden). Wie gesagt, kann man die Reling auch einfach weg lassen.



Decals:
Bei diesem Bausatz sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese aber auch nicht unbedingt. Die Panzer scheinen einheitlich Khaki/OlivegĂŒn gestrichen worden zu sein. Im vorderen Bereich (am sogenannten Horn) war u.U. die weiß-rot-weiße britische Hoheitsmarkierung angebracht. Ebenfalls kann diese optional auf dem Dach (am hinteren Turm) angebracht werden. Im hinteren Bereich wurde u.U. eine vier- oder fĂŒnfstellige Fahrzeugnummer gefĂŒhrt. Es scheint nicht so, dass diese Fahrzeuge Spitznamen oder sonstige Markierungen von ihrer Besatzung erhalten haben (ausgeschlossen kann dies jedoch nicht werden). 


Anleitung:
Der „Bausatz“ hat keine Anleitung. WĂŒrde er nur aus dem Rumpfsegment bestehen wĂ€re dies wahrscheinlich noch vertretbar. Aber fĂŒr den Bau der Reling ist zwingend ein Hinweis, ein Foto oder zumindest eine Beschreibung erforderlich. Mich hat es etwa 2 Tage Recherche gekostet um den „wahrscheinlichen“  Aufbau des GelĂ€nders zu ermitteln. Es existieren wenige Fotos von Originalfahrzeugen im Internet und es gibt so ziemlich gar kein Modell an dem man sich orientieren könnte. (Aus diesem Grunde habe ich euch diesmal ausfĂŒhrlich Bilder in den Bericht gestellt, damit ihr euch daran orientieren könnt.)
Dadurch, dass noch ein Teil der GelĂ€nderstĂŒtzen fehlen und Widerum an anderer Stelle eine falsche StĂŒtze angebracht wurde wird die ganze Sachlage noch verkompliziert.
Zudem ist dem Bausatz ein Gestell (oder Gitter?) beigelegt, dass ich nirgendwo zuordnen konnte.
 


Preis:
FĂŒr mein Modell habe ich ÂŁ25.00 bezahlt. Dies ist fĂŒr ein so großes Resinmodell ein guter Preis. FĂŒr das Geld bekommt man eine Menge geboten (große Resinteile, eine große Anzahl Zinnteile und zudem noch ein Abgasrohr aus Kupfer). Problem ist, dass man als deutscher Kunde noch Transport und u.U. Zoll bezahlen muss. So treiben natĂŒrlich diese Faktoren den eigentlichen Preis in die Höhe.

Ein Tipp zur Detaillierung: Spendiert eurem Fahrzeug eine Kette fĂŒr den „Grabungsbalken“! Das lĂ€sst es realistischer wirken!


Weitere Hinweise:
Dies ist kein Modell fĂŒr AnfĂ€nger! Ihr solltet wissen, wie man verspachtelt und verschleift und den Umgang mit Zinnteilen und Sekundenkleber gewohnt sein. Selbst wenn man nicht die Reling baut muss man immer noch die Ausleger der Maschinengewehre vernĂŒnftig in den Rumpf einpassen können, oder aber mit riesigen Spalten in der Panzerung leben.

Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine SchĂŒssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder ĂŒber einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschĂ€dlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 

Das Fahrzeug einmal ohne Matsch:





Und einmal im LĂ€ngenvergleich zum Mark IV von Great War Miniatures (noch im Bau):


Abmessungen:
Höhe: 4,7 cm (ca. 5,2 cm mit „Ausgrabungs-Balken)
Breite: 6,5 cm – 7,5 cm (je nach Ausrichtung der Maschinengewehre)
LĂ€nge: 17,5 cm


Zusammenfassung Bewertung:

Maße (Maßstab):   - wird nachgereicht –
Detaillierung:       befriedigend plus
GussqualitĂ€t:       gut minus
Passgenauigkeit:   ausreichend
Material (QualitĂ€t):   gut minus
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:      - nicht vorhanden -
Preis:         gut


Fazit:
Diesmal bin ich gezwungen ein Fazit zu ziehen. Das hat damit zu tun, dass ich sehr zwiegespalten bin. Zum einen ist dieses Fahrzeug aufgrund seiner GrĂ¶ĂŸe ein echter Hingucker und wird sofort der Mittelpunkt auf jedem Gefechtsfeld. Auch der Preis und der Lieferumfang des Bausatzes sind wirklich gut. Warum bin ich dann nicht zufrieden und lasse es hier dabei bewenden? Nun, das hat zum einen mit der notwendigen Bauanleitung zu tun, die fehlt und zum anderen mit den falschen, bzw. fehlenden Bauteilen. Das Modell ist etwas fĂŒr einen erfahrenen Modellbauer. FĂŒr jemanden, der nur Figuren bemalt und noch nie mit Spachtelmasse und Schleifpapier gearbeitet hat, rate ich hier ab. Ihr werdet sonst bestimmt enttĂ€uscht sein. Und zum ersten Versuch mit Modelliermasse sich gerade dieses Modell zu nehmen halte ich nicht fĂŒr die beste Idee.  Zudem mĂŒsst ihr, wenn ihr denn die Reling dran haben wollt, auch noch Teile selbst aus Plastik erstellen. Wenn ihr euch dazu entscheidet, wĂŒrde ich euch empfehlen die Bilder von meinem Modell als Vorlage zu nehmen. Ich habe leider sonst keine wirklich nutzbaren im Internet gefunden. Aus diesem Grunde habe ich in diesem Bericht auch diesmal mehr Bilder untergebracht, so dass ihr euch daran orientieren könnt.











Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Decebalus

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 2.136
    • 0

Und wieder Lob! Toller Bericht fĂŒr die leider Wenigen, die sich fĂŒr WK 1 interessieren.

Falls Du in Laune bist. Mach doch mal Bilder mit Figuren und GelÀnde. Deine Tollen Modelle habne es verdient in Szene gesetzt zu werden.
Gespeichert

Armstrong

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 143
    • 0

Und wieder Lob! Toller Bericht fĂŒr die leider Wenigen, die sich fĂŒr WK 1 interessieren.

Falls Du in Laune bist. Mach doch mal Bilder mit Figuren und GelÀnde. Deine Tollen Modelle habne es verdient in Szene gesetzt zu werden.

Und wieder vielen Dank fĂŒr das Lob! Freut mich immer mal wieder so etwas zu lesen.
Dies hier ist wirklich ein persönliches Anliegen. Vielleicht kommt bald mehr Interesse auf, wenn die ersten Figuren folgen, oder die ersten "bunten" Panzer online gehen. Ich muss gestehen, dass von mir bis jetzt nur recht monoton bemalte Fahrzeuge online gestellt wurden.

Zur Szenerie:
Ist vielleicht eine Idee. Ich muss mal schauen, wie ich sowas bewerkstelligen kann.
Gespeichert
\"THE BRITISH ARE COMING!\" - \"LET THEM COME!\"

Riothamus

  • Edelmann
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 4.137
    • 0

Einfach wieder Spitze!
Gespeichert
Gruß

Riothamus