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  • 12. April 2026 - 01:35:15
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Autor Thema: Lead&Follow  (Gelesen 1275 mal)

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Machine Head

  • Schuster
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Lead&Follow
« am: 25. MĂ€rz 2026 - 20:14:20 »

Ich möchte euch heute gerne ein neues Regelsystem namens "Lead&Follow" vorstellen, dass voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheinen soll. Es handelt sich dabei um ein WW2-Regelwerk fĂŒr kleinere MaßstĂ€be, wobei 15mm empfohlen werden. Es wird im ersten Schritt eine deutsche Version und spĂ€ter noch eine englische Variante geben.


Das Hauptregelwerk beinhaltet sĂ€mtliche Grundregeln, 10 Szenarien, eine Möglichkeit des zufallsbasierten Spiels und Kampagnenregeln. ZusĂ€tzlich finden sich Armeelisten fĂŒr die 4 großen Kriegsparteien: Deutsches Reich, Sowjetunion, Großbritannien und die USA. Die Armeelisten im Hauptregelwerk bilden dabei den Zeitraum von 1944-1945 ab. Es ist nicht ausgeschlossen, dass irgendwann auch noch die frĂŒheren Kriegsjahre sowie andere Kriegsparteien aufgegriffen werden.


Armeezusammenstellung
Die Armeeerstellung erfolgt nach einem einfachen Prinzip. Gespielt wird in der Regel mit 500-1500 Punkten. Die HĂ€lfte davon muss mindestens auf die Haupttruppengattung (z.B. Infanterie: FallschirmjĂ€ger) entfallen. Mindestens 25% mĂŒssen von einer 2. Truppengattung (z.B. gepanzerte StreitkrĂ€fte) belegt werden. Die restlichen Punkte dĂŒrfen einer 3. Truppengattung (z.B. UnterstĂŒtzungseinheiten oder einer anderen Infanterieart) zugeteilt werden.

Eine Liste könnte so zum Beispiel aus 600 Punkten Grenadieren, 320 Punkten mittleren Panzern und 80 Punkten UnterstĂŒtzungswaffen bestehen.


Eine Partie spielen
Wie bereits beschrieben, gibt es bei L&F verschiedene Möglichkeiten eine Partie zu spielen. Den höchsten Wiederspielwert hat sicherlich das „Zufallsszenario“. In mehreren Schritten werden dabei einzelne Punkte wie Mission, Kampfbereitschaft und die Beschaffenheit des Spielfeldes ausgewĂŒrfelt oder beliebige Punkte davon selbst bestimmt. Die ausgewĂ€hlten Haupttruppengattungen bestimmen dabei ĂŒber Angreifer und Verteidiger.


Der Spielzug
Ein Spielzug wird in 3 Phasen eingeteilt.

In der Befehlsphase wird die Armeemoral geprĂŒft und der WĂŒrfelpool fĂŒr die Einheitenaktivierung gebildet. Letzteres ist nötig, um festzustellen, wie viele der eigenen Einheiten in der aktuellen Runde handlungsfĂ€hig sind.
In der UnterstĂŒtzungsphase werden eventuell angeforderte LuftschlĂ€ge und ArtillerieschlĂ€ge von außerhalb der Karte durchgefĂŒhrt.
In der taktischen Phase werden nacheinander die einzelnen Einheiten aktiviert und jeweils komplett abgehandelt. Es gibt keine separierten Phasen wie Bewegungsphase oder Schussphase.

Lead&Follow ist grundsĂ€tzlich ein klassisches I-go-you-go-System, in dem die Spieler nacheinander alle ihre Einheiten aktivieren, ehe der andere Spieler an der Reihe ist. In der Runde ihres Gegenspielers sind sie aber dennoch nicht nur zum Zuschauen gezwungen. Stattdessen können sie versuchen Hinterhalte zu legen und damit auf Aktivierungen des Gegners reagieren. Der Einsatz der Hinterhalte sollte aber gut ĂŒberlegt sein. Sie senken die Effizienz der reagierenden Einheit in der nĂ€chsten Runde deutlich und reduzieren zudem den neuen Befehlspool, bei dem zu diesem Zeitpunkt nicht klar ist, wie groß er ausfallen wird!

Eine „Einheit“ ist bei L&F immer als Trupp angegeben. Ein Infanterietrupp könnte z.B. aus 4-Mann bestehen, die zusammen agieren. Ein Fahrzeug, sowie beispielsweise eine Panzerabwehrkanone gelten ebenfalls als Trupp. Es werden keine VerbĂ€nde gesamtheitlich aktiviert, sondern immer ein einzelner Trupp. Die Basierung spielt dabei keine Rolle. Es können also bestehende Miniaturensammlungen entstaubt und 1:1 genutzt werden.


Bewegung
Die verschiedenen Einheitentypen haben unterschiedliche Bewegungswerte, wobei diese sich grob in 3 Kategorien einteilen lassen.

Infanterie bewegt sich standardisiert je nach Körperhaltung unterschiedlich weit. Eine kriechende Einheit hat nur eine sehr begrenzte Bewegungsweite, wĂ€hrend sie aufrecht sprintend große Entfernungen zurĂŒcklegt. Die Körperhaltung eines Trupps wird manuell ausgewĂ€hlt. Lediglich bei feindlichem Beschuss legen sich die Soldaten "automatisch" hin.
UnterstĂŒtzungswaffen haben je nach Waffentyp ebenfalls standardisierte Werte, wenn sie von Hand ihrer Bedienmannschaften bewegt werden sollen. Eine leichte Panzerabwehrkanone bewegt sich beispielsweise schneller als ein mittleres FlugabwehrgeschĂŒtz. Schwere UnterstĂŒtzungswaffen können gar nicht von Hand gezogen, wohl aber mit einem Transportfahrzeug bewegt werden.
Fahrzeuge wiederum haben ihr ganz eigenes Bewegungsprofil. Sie nutzen Bewegungspunkte. Dabei gilt, dass ein Bewegungspunkt ein Zoll Reichweite entspricht. Zudem ist in jedem Profil angegeben, wie viele Bewegungspunkte benötigt werden, um eine 45° oder 90° Drehung des Fahrzeugs durchzufĂŒhren.

GelĂ€nde hindert die einzelnen Einheitentypen unterschiedlich stark bei ihrem Vorankommen. Überhaupt ist GelĂ€nde ein wesentlicher Faktor, da es sich durch unterschiedliche Deckungswerte, Sicht- und Bewegungsbehinderungen enorm auswirkt.


Beschuss, Aktionen und WĂŒrfelwĂŒrfe
Die AufklĂ€rung ist ein ganz elementarer Bestandteil von L&F und mindestens ebenso wichtig, wie der eigentliche Beschuss. Es kann kein Feind unter Feuer genommen werden, der als solcher nicht klar identifiziert wurde. Eine Panzereinheit die die feindlichen Positionen nicht kennt, kann nur sehr eingeschrĂ€nkt wirken und ist ihrer StĂ€rken deutlich beraubt. SpĂ€her und Einheiten mit FernglĂ€sern sind daher ĂŒberlebenswichtig und mĂŒssen taktisch klug eingesetzt werden. Auch herkömmliche Einheiten, wie beispielsweise ein Gewehrtrupp, können aufklĂ€ren. Sie sind dabei allerdings bei weitem nicht so effektiv wie dedizierte Einheiten.
Sofern ein eigener Trupp Reichweite und Sichtlinie zu einer aufgeklĂ€rten feindlichen Einheit hat, kann er diese auch unter Beschuss nehmen. Die meisten WĂŒrfelwĂŒrfe basieren bei Lead&Follow auf einem FĂ€higkeitstest, der durch klare und logische Faktoren beeinflusst wird. FĂŒr alle WĂŒrfelwĂŒrfe werden W10 genutzt.

Der Beschuss unterscheidet sich je nachdem, mit welchem Waffentyp geschossen wird. Grob werden die einzelnen Waffensysteme in 3 Kategorien eingeteilt. Leichte und Infanteriewaffen ohne Panzerungsdurchschlag. Waffen mit Panzerungsdurchschlag und ballistische Waffen.

Die meisten Eigenschaften der Einheiten sind je nach Typ allgemeingĂŒltig. Gibt es doch Besonderheiten oder Sonderregeln sind sie im Profil aufgefĂŒhrt, gelten zumeist universell fĂŒr mehrere Einheiten und sind gesammelt an einer Stelle im Regelbuch nachzulesen. 

Eine wesentliche Designphilosophie von L&F ist es, die Spieler immer wieder vor schwierige Entscheidungen zu stellen. Dies wird schnell deutlich, wenn man 1-2 Runden gespielt hat. So gut wie alle Einheiten haben nĂ€mlich vielfĂ€ltige Möglichkeiten Einfluss auf das Schlachtfeld zu nehmen. Soll der Offizier lieber eine gĂŒnstige, aber exponierte Position einnehmen, um das Fernglas zu benutzen oder selbst zu feuern? Oder sollte er lieber in Deckung verbleiben und umliegende Einheiten mit einem Sonderbefehl unterstĂŒtzen?
Soll die Infanterieeinheit an Ort und Stelle weiter aufklĂ€ren und somit Ziele fĂŒr die nahe Pak liefern? Soll der Trupp sich lieber hinlegen, somit außer Sicht des Gegners gelangen und sich bereit fĂŒr einen eigenen Hinterhalt machen, wenn der Feind in der kommenden Runde weiter vorrĂŒckt? Oder sollen die MĂ€nner sich doch lieber in Richtung des nahen GebĂ€udes bewegen, um in der nĂ€chsten Runde aus sicherer Deckung heraus das Feuer zu eröffnen?

Die oben erwĂ€hnten Offiziere sind ein weiteres besonderes Merkmal. Diese haben je nach Truppengattung (Infanterie, gepanzerte KrĂ€fte, UnterstĂŒtzungswaffen) spezielle Befehle, die oft einen taktischen Vorteil liefern können, ohne Spielentscheidend zu sein. Einen Panzer ohne Bewegungsmalus vorrĂŒcken lassen, die durch Sperrfeuer niedergehaltene Infanterieeinheit reaktivieren oder das Feuer der Artillerie leiten – alles durch die Befehle des Offiziers/Kommandeurs möglich!


Siegbedingungen
Ein Spiel gewinnt man entweder, in dem das jeweilige vom Szenario vorgegebene Missionsziel erfĂŒllt wurde, oder indem die Armeemoral der Gegenseite gebrochen wird. Letzteres passiert, wenn ausreichend Verluste zu verzeichnen sind und der Befehlshabende Offizier den Armeemoraltest zu Beginn einer neuen Runde verpatzt. Da dies oft schon bei Verlust von ca. der HĂ€lfte der Truppen der Fall ist, ist jede einzelne Einheit wichtig.


Ausblick
In den nÀchsten Tagen wird es Lead&Follow auch bei den gÀngigen heutigen Anlaufstellen wie Facebook, Instagram und Discord geben. Wenn es soweit ist, teile ich die Links hier auch nochmal. Die ersten Cons sind zudem schon in Planung, bzw. mit den Bremer Tabletoptagen schon besucht.

Ich hoffe mit der obigen Systemvorstellung konnte ich ein wenig Interesse wecken. Bei Fragen zum Spiel stehe ich gerne Rede und Antwort!
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Karsten

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Re: Lead&Follow
« Antwort #1 am: 26. MĂ€rz 2026 - 07:56:19 »

Sehr gut  :D
... Karsten
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Fritz Stern: "Bei mir ist es so, dass ich schnell spreche, denn wenn ich langsam spreche, habe ich schon wieder vergessen, was ich am Anfang sagen wollte."

Wellington

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Re: Lead&Follow
« Antwort #2 am: 26. MĂ€rz 2026 - 16:38:08 »

Klingt nach einem Mix aus Battlegroup und Chain of Command.
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Weniger labern, mehr spielen ...

Wellingtons Martktplatz

Machine Head

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Re: Lead&Follow
« Antwort #3 am: 26. MĂ€rz 2026 - 18:32:39 »

Battlegroup spiel ich selbst auch gerne und Chain of Command hab ich zumindest 2x gespielt.
Vielleicht hört es sich fĂŒr dich wie ein Mix an, aber es spielt sich dann doch gĂ€nzlich anders.
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daneaxe

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Re: Lead&Follow
« Antwort #4 am: 11. April 2026 - 14:28:42 »

Wie viel Manöverelemente stehen bei einem ĂŒblichen Spiel auf dem Tisch? Und wie viele Arten von Markern gibt es?

Wie lange dauert eine Partie im Schnitt?
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Machine Head

  • Schuster
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Re: Lead&Follow
« Antwort #5 am: 11. April 2026 - 21:56:02 »

Ein ĂŒbliches Spiel liegt in etwa bei 1000 Punkten pro Seite. Die Anzahl der Manöverelemente ist stark davon abhĂ€ngig welche Hauptwaffengattung, welche VerbĂ€nde und welche Erfahrungsstufe die Armee aufweist. Durchschnittlich sind es meist irgendwas zwischen 12 und 18 Elementen.

Es werden 3 Marker benötigt, von denen aber keiner permanent an den Modellen anliegt. Es empfehlen sich noch kleine WĂŒrfel, um die abnehmende GefechtsstĂ€rke bei Infanterie und UnterstĂŒtzungswaffen festzuhalten.

Eine Partie mit den obigen Voraussetzungen dauert im Schnitt zwischen 1 1/2 bis 2h.
Bei den letzten 5 Demospielen hatten wir auf einer Seite 600 und auf der anderen 800 Punktearmeen und haben inklusive ErklÀrungen ca. 2h pro Spiel gebraucht.
« Letzte Änderung: 11. April 2026 - 22:41:15 von Machine Head »
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daneaxe

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Re: Lead&Follow
« Antwort #6 am: 11. April 2026 - 23:43:35 »

Danke fĂŒr die Info!
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