Sweetwater Forum

Kaserne => Bildergalerie => Thema gestartet von: Armstrong am 07. Mai 2020 - 02:02:13

Titel: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: FT-17
Beitrag von: Armstrong am 07. Mai 2020 - 02:02:13
Hier entsteht ein kleines "Kompendium" zu allen angebotenen Modellen im Maßstab 1/56 (28 mm) die sich zum Thema 1914 - 1919 auf dem Markt befinden. Die Bausätze und Figuren werden verglichen und bewertet. Der interessierte Sammler wird hier ein paar Vor- und Nachteile zu fast jedem Typ finden sowie auch eine Übersicht zu entsprechenden Anbietern/Herstellern.



Hallo zusammen,

ich bin mal wieder in Sachen Modellbau etwas unterwegs gewesen und habe mich endlich an ein Thema gewagt, dass ich schon immer mal anreißen wollte:

Der erste Weltkrieg (und Nachspiel bis 1919)

Aus diesem Grunde habe ich mich auf dem Table-Top-Markt etwas umgesehen und informiert und hoffe, dass ich in den nächsten Monaten immer mal wieder neue Infos zu Figuren und Modelle hier einstellen werde.
Dieser Beitrag soll nicht einfach zur Schaustellung meiner abgeschlossenen Projekte bestehen, sondern in erster Linie eine Übersicht und Bewertung von Figuren und Modellen sein/werden, die auf dem Markt zu diesem Thema angeboten werden. Und es soll an Beispielen gezeigt werden, was man aus einzelnen Miniaturen (trotz gewisser Mankos) machen kann.

Zudem werde ich versuchen die einzelnen Modelle und Figuren mit einer Wertung zu versehen (bzw. wenn möglich auch direkte Vergleiche zwischen verschiedenen Herstellern machen), damit der interessierte Spieler/Sammler einen schnellen Überblick über die einzelnen Themengebiete bekommt und für seine Ansprüche, dass Beste schnell finden kann.


Die hier (aktuell) vorgestellten Projekte in Übersicht:
1.     Mark A „Whippet“ vom Hersteller Brigade Games Miniatures (siehe Unten)
2.     Mark C „Hornet“ vom Hersteller Empress Miniatures (siehe Unten)
3.     LK II von Empress Miniature (siehe Unten)
4.     Mark V* von Scarab Miniatures (siehe Unten)
5.     Mark I (female) von Die Waffenkammer (siehe unten)
6.     3,7cm TAK von Great War Minatures (siehe unten)
7.     Renault FT-17 von Warlord Games (siehe unten)
8.     A7V von Warlord Games (in Arbeit)
9.     A7V von Great War Miniatures (in Arbeit)
10.   Mark IV von Great War Miniatures (in Arbeit)




Mark A „Whippet“ vom Hersteller Brigade Games Miniatures

(https://s12.directupload.net/images/200507/5a7np7q8.jpg) (https://www.directupload.net)

Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der Whippet (brit. Windhundrasse) ist ein Fahrzeug der (wie ich sie nenne) zweiten Generation an britischen Panzern. Der Kampfwagen wurde als „schnelles“ Fahrzeug konzipiert, das in Fronteinbrüche hineinstoßen sollte um das feindlicher Hinterland unsicher zu machen. Dieses Fahrzeug hatte bereits einen von der Besatzung abgetrennten Motorraum, was für die damalige Zeit nicht die Regel war. (Im Mark I – V war der Motor im Mannschaftsbereich, was dazu führte, dass die Besatzungen auf Grund von Rauchvergiftung i.d.R. bis zu 48 Stunden nach einem Einsatz ausfielen.)

Der Whippet erfüllte seine Aufgabe als „leichter, schneller“ Panzer zufriedenstellend und wurde vom März 1918 bis zum Ende des Krieges an der Front eingesetzt.

(https://s12.directupload.net/images/200507/agf3sie2.jpg) (https://www.directupload.net)

Der Bausatz (von Brigade Games Miniatures)

Umfang:
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
4 x Maschinengewehre (Zinn)
2 x Auspuffrohr (Zinn)
1 x hintere Abschlussplatte (Zinn)
2 x Schäkel (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!

(https://s12.directupload.net/images/200507/fhpexjyj.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/nbsb9spr.jpg) (https://www.directupload.net)


Maße (Maßstab):
Hier liegen mir im Augenblick keine Risszeichnungen des Whippet zu Grunde.
Augenscheinlich scheinen die Maße aber für den 28mm Maßstab (1/56) zu stimmen.
Sobald mir hier mehr Material zur Verfügung steht werde ich die Bewertung Nachreichen.

Detaillierung:
Das Modell weißt eine recht gute Detallierung mit erhabenen Nieten und Klappen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt. Wahrscheinlich aus dem Gedanken heraus, dass dies ein reines Tabletop-Modell ist, wurden die vorderen und hinteren Kettensicherungshalter aus L-Profilen weggelassen (Abbruchgefahr beim Handling). Ein Nachbau kann nur unter größeren Aufwand erfolgen.
Die Maschinengewehre selbst sind sehr einfach gehalten. Für ein Tabletopmodell jedoch ausreichend.

Gussqualität:
Die Gussqualität ist gerade noch ausreichend. Zum einen gibt es mehrere Bereiche in denen unschöne Verwerfungen und Grade bestehen. Teils sind diese so ungünstig gelegen, dass man diese nur schwer entfernen kann ohne Details wie Nieten oder Leisten zu beschädigen.
Auch die Belüftungsschlitze an der seitlichen Fahrzeugwand sind teilweise schlecht ausgeführt und weisen Gussreste auf. Ein Nacharbeiten ist teilweise schwierig.

(https://s12.directupload.net/images/200507/uj9wcs68.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/lyaijmly.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/c2p6rp6o.jpg) (https://www.directupload.net)


Der größte Wehrmutstropfen ist aber (zumindest bei meinem Modell) der verzogene hintere Aufbau. Der Turm ist nach links geneigt und man bekommt den Eindruck, dass der Mannschaftsraum jede Minute zur linken Seite des Panzers abrutscht. Eine Korrektur scheint hier nicht möglich zu sein.

(https://s12.directupload.net/images/200507/5xss388f.jpg) (https://www.directupload.net)

Die eingeschränkte Qualität ist wahrscheinlich auf das Alter der benutzen Formen zurückzuführen.


Passgenauigkeit:
Für die beiden Kettensegmente sind genaue Halterungen am Rumpf vorhanden, die ein genaues Anpassen kinderleicht machen. Die Maschinengewehre samt Kugelblende lassen sich ebenfalls gut in die dafür vorgesehenen Ausspaarungen einpassen. Lediglich die beiden Auspuffrohre bereiteten mir große Probleme, da entweder der Sekundenkleber nicht trocknen wollte, oder aber das Resin Probleme mit dem Kleber hatte.


Matetrial (Qualität):
Das Resin ist ein relativ leichtes Material und recht robust.  Die Zinnteile sind zu einem gewissen Grade biegsam und verzeihen das ein oder andere Krümmen.

Decals:
Bei diesem Bausatz sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese aber auch nicht. So reicht im Grunde eine monotone grünlich/olive Tarnbemalung. Möchte man sein Modell doch etwas detaillierter darstellen, kann man hier noch die weiß-rot-weißen britischen Hoheitsmarkierungen mit Farbe selbst aufbringen. Für Fahrzeuge mit einer Seriennummer oder Sondermarkierung sollte man sich Decals aus anderen Bausätzen/Decalsetz zusammenstellen, selbst Decals herstellen oder aber mit ruhiger Hand diese selbst aufmalen.

Anleitung:
Obwohl der „Bausatz“ aus sehr wenigen Komponenten besteht hätte ich mir zumindest eine einfache Risszeichnung zum Zusammenbau gewünscht. Es dauerte einige Zeit bis ich herausgefunden hatte, wie die hintere Abschlussplatte korrekt angebracht wird. Zu den Schäkeln konnte ich wiederum keine Infos finden (weder an Modellen noch in Originalfotos waren Hinweise zu finden). An meinem Modell habe ich sie darum weggelassen.

Preis:
Für mein Modell habe ich 35.00 USDollar bezahlt. Dies ist für ein Resinmodell ein durchschnittlicher Preis. Problem ist, dass man als europäischer Kunde noch Transport und u.U. Zoll bezahlen muss. So treiben natürlich diese Faktoren den eigentlichen Preis in die Höhe. Einen europäischen Lieferanten für das Modell von Brigade Games Miniatures habe ich bis jetzt nicht gefunden.

Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine Schüssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder über einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschädlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 

Abmessungen:
Höhe: 4,8 cm
Breite: 4,8 cm (ca. 5,0 cm mit überstehenden Maschinengewehr)
Länge: 10,5 cm

Zusammenfassung Bewertung:
Maße (Maßstab):   - wird nachgereicht –
Detaillierung:       gut (minus)
Gussqualität:       ausreichend
Passgenauigkeit:   gut
Material (Qualität):   gut
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:              - nicht vorhanden -
Preis:         gut (minus)


(https://s12.directupload.net/images/200507/x2c3l5qj.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/olw23i8w.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/fot44ji5.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/f3nb4t8t.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/n96qr4qh.jpg) (https://www.directupload.net)



Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Decebalus am 07. Mai 2020 - 12:59:56
Vielen Dank für den schönen Bericht.

Also bemalt macht der dann doch was her. (Rein von der Optik und im Vergleich mit den 15mm Modellen, die ich kenne, kommt mir der hintere Teil, hinter dem Turm, etwas zu lang vor.)
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Armstrong am 07. Mai 2020 - 13:06:12
Mark C „Hornet“ vom Hersteller Empress Miniatures

(https://s12.directupload.net/images/200507/wjerzmjl.jpg) (https://www.directupload.net)
(https://s12.directupload.net/images/200507/ebv8997h.jpg) (https://www.directupload.net)

Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der Hornet (dt. Hornisse) ist der Nachfolger des „Whippet“. Die Kriegsleitung hatte entschieden, dass man einen neuen und längeren mittleren Panzerwagen benötigte, da die deutsche Seite seit Aufkommen der Panzer breitere Gräben aushob und somit das Passieren der Stellungssysteme für feindliche Kampffahrzeuge sehr erschwerte.  Der Hornet basiert grundsätzlich auf demselben Konstruktionsprinzip wie der Whippet (oder Mark A), hatte ebenfalls einen abgetrennten Motorraum und sollte vor allen Dingen durch seine Geschwindigkeit in Einbrüche der Front hineinstoßen um das Hinterland zu erobern und zu sichern.
 
(https://s12.directupload.net/images/200507/83pg2j5q.jpg) (https://www.directupload.net)

Hierzu wurden zwei Varianten entwickelt. Zum einen der „weibliche“ Hornet mit Maschinengewehren, sowie die männliche Version mit einem 6-pfünder Hauptgeschütz und Maschinengewehren. In beiden Fällen waren die Waffen in Kasematten untergebracht, es gab keine Türme. Im Unterschied zum Mark A „Whippet“ wurde der Kampfraum diesmal in der Front angebracht, während der Motor sich im Heck befand.

(https://s12.directupload.net/images/200507/rqs5ltai.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/guobndwq.jpg) (https://www.directupload.net)

Die Heeresleitung orderte mehrere tausend Stück von beiden Varianten, doch kaum wurden die ersten Fahrzeuge ausgeliefert, kapitulierten die Mittelmächte. Die Produktionsaufträge wurden umgehend storniert. Den einzigen „Kriegsbeitrag“ den der „Hornet“ leistete war somit nur die Teilnahme an der Siegesparade.
Zudem wurden nur einige weibliche Exemplare gebaut. Die männliche Variante kam über den Prototypen nicht hinaus.
Die Panzer wurden jedoch in der Niederschlagung des irischen Aufstands in Dublin eingesetzt. Hier wurden sie zur Abschreckung auf einem zentralen Platz positioniert. Es ist nicht bekannt, ob sie an irgendwelchen Kampfhandlungen teilgenommen haben.

Vergleich mit dem Whippet (von Empress Miniatures)

(https://s12.directupload.net/images/200507/i5jygu7h.jpg) (https://www.directupload.net)
(https://s12.directupload.net/images/200507/2hzfpvqv.jpg) (https://www.directupload.net)

Der Bausatz (von Empress Miniatures)

Umfang (weiblich):
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
5 x Maschinengewehre (Zinn)
1 x Auspufftopf mit -rohr (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!

(https://s12.directupload.net/images/200507/42srgsy3.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/dbn58jrl.jpg) (https://www.directupload.net)

Umfang (männlich):
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
1 x Geschützrohr (Resin)
3 x Maschinengewehre (Zinn)
1 x Auspufftopf mit -rohr (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!

(https://s12.directupload.net/images/200507/lev77l2o.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/rofz7ach.jpg) (https://www.directupload.net)

Maße (Maßstab):
Hier liegen mir im Augenblick keine Risszeichnungen des Hornet zu Grunde.
Augenscheinlich scheinen die Maße aber für den 28mm Maßstab (1/56) zu stimmen.
Jedoch erscheint mir bei der männlichen Variante der Kasematten-Aufbau etwas zu extrem nach vorne geneigt.
Sobald mir hier mehr Material zur Verfügung steht werde ich die Bewertung Nachreichen.

Detaillierung:
Das Modell weißt eine sehr saubere Detaillierung mit erhabenen Nieten und Klappen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt.
Die Maschinengewehre selbst sind sehr robust und vielleicht etwas überproportioniert gehalten. Für ein Tabletopmodell jedoch ausreichend.
Bei der männlichen Version liegt das Geschützrohr als Resinteil bei. Das Resin selbst ist recht flexibel und das Rohr bereits sauber aufgebohrt. Jedoch empfehle ich (für besseren Halt) das Geschützrohr zu stiften und dann in der vorhergesehenen Bohrung an der Kasematte zu befestigen.
Die Verteilung und Anordnung der Nieten ist sehr vereinfacht dargestellt und spiegelt nur rudimentär das Erscheinungsbild des Originals wieder.

Gussqualität:
Die Gussqualität ist recht gut. Das Modell ist sauber gegossen und es gibt keine Blasenbildung oder Gussgrade. Allerdings hat man sich aus irgendeinem Grunde entschlossen bei den Kettensektionen beide Seiten mit derselben Außenstrukturierung zu versehen (Wahrscheinlich um nur eine Gussform anfertigen zu müssen).
An der Kettensektion hatte ich leider an meinen Modellen leichte Abbrüche an den überstehenden Kettensegmenten!

(https://s12.directupload.net/images/200507/exclvl6z.jpg) (https://www.directupload.net)

An der männlichen Variante war zudem an der unteren vorderen Rumpfplatte Überreste von Pappe zu finden.

(https://s12.directupload.net/images/200507/8czzdaza.jpg) (https://www.directupload.net)

Passgenauigkeit:
Die beidseitige Detaillierung der Kettensektionen hat ihre Nachteile.
Man ist gezwungen entweder alle Details an der (gewählten Innenseite) zum Rumpf hin abzuschleifen, oder aber versucht trotz der Strukturen das Laufwerk an den Rumpf zu kleben (was auch Empress Miniature an dem Modell auf ihrer Seite getan hat).

(https://s12.directupload.net/images/200507/fhhlfcoa.jpg) (https://www.directupload.net)

Die Spalten habe ich mit Modelliermasse zugespachtelt:

(https://s12.directupload.net/images/200507/nz6xbit8.jpg) (https://www.directupload.net)

Ich habe mich leider für die zweite Lösung entschieden, was bei mir eine verzogene/schräg stehende linke Kettensektion (bei der weiblichen Variante) zur Folge hatte, die ich nicht mehr vom Rumpf lösen konnte (Sekundenkleber sei Dank). Aus diesem Grunde empfehle ich deshalb das Abschleifen der Detaillierung an der Innenseite oder aber sehr sorgfältiges Anpassen. ACHTUNG! Schleifen nur Draußen oder mit Absaugvorrichtung. Resinstaub ist stark Gesundheitsschädlich!

Matetrial (Qualität):
Das Resin das verwendet wurde ist relativ leicht und recht robust. Allerdings muss beim Zusammenbau Vorsicht an den Ecken der Ketten geboten werden, da diese u.U. Umständen bei zu viel Druck abbrechen können. Die Zinnteile sind sehr robust und biegsam und verzeihen das ein oder andere Krümmen.

Decals:
Bei diesen Bausätzen sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese aber auch nicht. So reicht im Grunde eine monotone grünlich/olive Tarnbemalung.
Möchte man sein Modell doch etwas detaillierter darstellen, kann man hier (bei der weiblichen Variante) noch die weiß-rot-weißen britischen Hoheitsmarkierungen mit Farbe selbst aufbringen (hierzu gibt es aber laut meines Wissens keine existierenden Fotos. Alle Fahrzeuge scheinen ohne jegliche Markierungen ausgekommen zu sein).
Von der männlichen Variante gab es nur den Prototyp der einheitlich wahrscheinlich in oliv-grün gestrichen war (ohne jegliche Markierungen).
Eine Besondere Herausforderung ist der weibliche Prototyp, der an den Seiten des vorderen Aufbaus  große Schriftzüge des Herstellers/Entwicklers aufwies. Ich denke hier kommt man nur mit selbst erstellen Decals weiter.

(https://s12.directupload.net/images/200507/2ffzrpp9.jpg) (https://www.directupload.net)

Anleitung:
Es gibt keine Anweisungen zum Zusammenbau. Die Bausätze bestehen aus nur wenigen Komponenten und es Bedarf im Grunde auch keiner Anleitung. Einziges Manko ist das Anbringen der Kettensegmente, da man Aufgrund der beidseitigen Strukturen keinen Anhaltspunkt hat, wie genau sie an den Rumpf angebracht werden sollen. Hier hilft ein Blick auf die Seite von Empress Miniatures, da man dort ein Zusammengebautes Fahrzeug sieht. Zur Not kann man sich natürlich auch an Fotos von anderen Modell oder dem Original orientieren. 

Preis:
Für meine Modelle habe ich jeweils 24.00 Brit. Pfund bezahlt. Dies ist für ein Resinmodell ein durchschnittlicher Preis. Eingerechnet werden müssen noch Transportkosten. Wie es sich in Zukunft mit eventuellen Zollkosten verhält kann ich nicht sagen.

(https://s12.directupload.net/images/200507/oo8potfo.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/jyfvlgq8.jpg) (https://www.directupload.net)

Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine Schüssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder über einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschädlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 


Zusammenfassung Bewertung:
Maße (Maßstab):   - wird nachgereicht –
Detaillierung:      gut
Gussqualität:      gut
Passgenauigkeit           ausreichend
Material (Qualität)   gut
Decals         - nicht vorhanden-
Anleitung              - nicht vorhanden -
Preis                 gut



(https://s12.directupload.net/images/200507/oqtsoswt.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200507/kqq5mrqf.jpg) (https://www.directupload.net)

Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Riothamus am 07. Mai 2020 - 16:15:08
Einfach nur grandios. Und dann noch alle denkbaren Infos dazu!
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Armstrong am 07. Mai 2020 - 22:47:36
Vielen Dank für den schönen Bericht.

Also bemalt macht der dann doch was her. (Rein von der Optik und im Vergleich mit den 15mm Modellen, die ich kenne, kommt mir der hintere Teil, hinter dem Turm, etwas zu lang vor.)

Danke für das Lob. Der hintere Bereich kann länger wirken. Das hat mit der Metallplatte zu tun, die meiner Meinung nach zu weit nach hinten übersteht. Um dies zu korrigieren, müßte man den "vorderen" Teil einkürzen, womit man aber auch die genietet Leiste verlieren würde, die auf der Platte dargestellt wird. Es ist halt nicht wirklich ein perfektes Modell.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Armstrong am 07. Mai 2020 - 22:51:55
Einfach nur grandios. Und dann noch alle denkbaren Infos dazu!

Ich werde versuchen, so viele Modelle und Figuren, die ich zu diesem Thema finde, vorzustellen. Allerdings nur dann, wenn ich diese auch vorher gebaut und bemalt habe. Dann kann man am Besten etwas zu der Qualität sagen und auch auf Fehler oder Besonderheiten hinweisen.

Ich nehme mir allerdings heraus zu "schlechte" Modelle herauszulassen. Ich werde diese zwar erwähnen, aber hier nicht unbedingt vorstellen, da mir dafür das Geld (sie zu kaufen) und die Zeit (sie zu bauen) zu schade ist.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Kniva am 08. Mai 2020 - 09:27:31
Zwei Fragen:
1. Wie hast Du die Panzerketten bemalt?
2. Was hast Du als Dreck/Schlamm benutzt?

Gruß

Kniva
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Armstrong am 08. Mai 2020 - 18:45:29
Zwei Fragen:
1. Wie hast Du die Panzerketten bemalt?
2. Was hast Du als Dreck/Schlamm benutzt?

Gruß

Kniva


Die Panzerketten wurden zuerst grundiert (die Farbe ist im Grunde egal).
Danach wurden die Ketten mit Leadbealcher (von Citadel) bemalt.
Optional: Je nach Laune danach ein Wash mit vallejo Dark Grey (76.517).
Danach AK Track Wash (AK 083).
Der Schlamm wurde durch vallejo Thick Mud (73.807) dargestellt.
Soll es nur Staub sein empfehle ich braune Pastellkreide per Schwamm aufzutragen oder eines von tamiya weathering master sets zu nehmen.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Armstrong am 13. Mai 2020 - 20:33:13
LK II vom Hersteller Brigade Games Miniatures

(https://s12.directupload.net/images/200513/tldgaxkf.jpg) (https://www.directupload.net)

Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der LK II (leichter Kampfwagen II) war eine Weiterentwicklung der deutschen Armee des 1.Welkriegs. Beeindruckt von den Erfolgen des französischen Renault-Panzers (erst später als FT-17 bezeichnet) und enttäuscht von der Performanz des A7Vs entschloss man sich ebenfalls einen kleinen und leichten Panzerwagen herzustellen, der sich vor allen Dingen durch seine Geschwindigkeit auszeichnen sollte.
Nachdem der erste Entwurf (LK I) aufgrund der zu dünnen Panzerung und anderen Mängel verworfen wurde, entstand der LK II. Von Ihm sollte es sowohl eine männliche Variante (mit einem Geschütz in einer Kasematte) als auch eine weibliche Version (mit einem MG in einem drehbaren Turm) geben. Die ersten Panzer waren bereits gebaut und standen vor der Indienststellung, als der Krieg beendet war.
Da Deutschland laut Versailler Vertrag in Zukunft keine Panzer mehr besitzen durfte, wurden die bereits gebauten Exemplare in „Großtraktoren“  umbenannt und an Schweden und Ungarn verkauft.

Während die Ungarn ihre Panzer in Einzelteilen zerlegt lange Zeit durchs Land verschickten (um diese vor der alliierten Kontrollkommission zu verbergen) konnten die Schweden ihre Exemplare als Stridsvagn bezeichnet offen mehrere Jahre einsetzen. Nachdem die Ungarn endlich ihre Panzer auch zusammenbauen konnten, fehlten ihnen am Ende durch das ständige Verschicken so viele Einzelteile, dass sie nur noch einen Teil der Panzer wieder zusammensetzen konnten.
 
Das Modell von Empress zeigt übrigens den KL II in der Originalausführung. Bei den schwedischen Panzern waren später in der Frontplatte Kreisrunde Klappen eingesetzt hinter denen sich Scheinwerfer verbargen.

(https://s12.directupload.net/images/200513/cuehndh5.jpg) (https://www.directupload.net)


Der Bausatz (von Brigade Games Miniatures)

Umfang:
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
1 x Maschinengewehr - Originalausführung (Zinn)
1 x Maschinengewehr - schwedisches Update von 1928 (Zinn)
1 x Anhängerkupplung (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!

Maße (Maßstab):
Hier liegen mir im Augenblick keine Risszeichnungen des LK II vor.
Augenscheinlich scheinen die Maße aber für den 28mm Maßstab (1/56) zu stimmen.
Sobald mir hier mehr Material zur Verfügung steht werde ich die Bewertung Nachreichen.

Detaillierung:
Das Modell weißt eine recht gute Detallierung mit erhabenen Nieten und Klappen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt. Allerdings befindet sich auf der rechten Seite der Motorabdeckung eine rechteckige Aussparung. Ich konnte diese auf den Bildern von den Originalfahrzeugen nicht finden. Es sieht so aus als habe der Designer hier die Abdeckungslamellen zum Motorraum hin vergessen oder ausgespart.

(https://s12.directupload.net/images/200513/ypgu82xx.jpg) (https://www.directupload.net)

Die Maschinengewehre selbst sind sehr einfach gehalten. Für ein Tabletopmodell jedoch ausreichend.
Auch die Oberflächen der Ketten sind etwas einfach gehalten, erfüllen aber ihren Zweck.
Der Turm sitzt nur locker in einem flachen Drehkranz. Am besten man bohrt in den Rumpf und den Turm ein Loch und setzt dort kleine Magnete ein, um für einen sicheren Halt zu sorgen um ggf. beim Transport nicht den Turm zu verlieren.

Gussqualität:
Die Gussqualität ist gut. Die Oberflächendetails sind sauber gegossen und es gab keine Verwerfungen und Gussränder. Allerdings hatten das Modell leichte Blasenbildungen an manchen Nieten (d.h. beim Gießvorgang bildet sich eine Blase direkt hinter einer Niete und beim Entfernen der Form bricht die Niete ab und gibt den darunter liegenden Hohlraum frei).

(https://s12.directupload.net/images/200513/9tpebr3p.jpg) (https://www.directupload.net)

Passgenauigkeit:
Für die beiden Kettensegmente sind Halterungen am Rumpf vorhanden auf die die Laufwerkssegmente aufgeklebt werden. An den Innenseiten der Laufwerke befinden sich Leisten, die direkt der Länge der Aufnahmen am Rumpf entsprechen. Die Metallteile (Maschinengewehr und Anhängerkupplung) können auch problemlos an den Rumpf angebracht werden.

(https://s12.directupload.net/images/200513/4565c48r.jpg) (https://www.directupload.net)

Matetrial (Qualität):
Das Resin ist ein relativ leichtes Material und recht robust.  Die Zinnteile sind massiv und dick und verzeihen auch das eine oder andere „grobe“ Handling.

Decals:
Bei diesem Bausatz sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese aber auch nicht. Bei dem Originalfahrzeug des kaiserlichen Heeres handelte es sich wahrscheinlich um einen Grauen oder „Feldgrauen“ monotonen Anstrich ohne jegliche Hoheitsabzeichen oder Beschriftungen (der Typ war ja noch in Erprobung). Im Dienste der Schweden waren die Fahrzeuge einfarbig oder  mit einem Bundfarbenanstrich versehen. Markierungen oder Hoheitsabzeichen wurden auch hier scheinbar nicht verwendet. (Es gibt zahlreiche Bilder zu noch existierenden Fahrzeugen im Internet.)

(https://s12.directupload.net/images/200513/eoh4kucp.jpg) (https://www.directupload.net)

Anleitung:
Der „Bausatz“ besteht aus sehr wenigen Komponenten und bedarf nicht unbedingt einer Bauanleitung. Einziges Problem für mich waren die beiden Maschinengewehre. Erst nach längerer Recherche wurde klar, dass eines für die ursprüngliche Fahrzeugausführung und das zweite für den überarbeiteten Stridsvagn der Schweden vorgesehen ist.

Preis:
Für mein Modell habe ich £16.00 bezahlt. Dies ist für ein so kleines Resinmodell ein akzeptabler Preis. Problem ist, dass man als deutscher Kunde noch Transport und u.U. Zoll bezahlen muss. So treiben natürlich diese Faktoren den eigentlichen Preis in die Höhe.

(https://s12.directupload.net/images/200513/hk4vlkn3.jpg) (https://www.directupload.net)

Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine Schüssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder über einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschädlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 

Abmessungen:
Höhe: 4,5 cm
Breite: 3,5 cm
Länge: 9,5 cm

(https://s12.directupload.net/images/200513/saw2zkg3.jpg) (https://www.directupload.net)

Zusammenfassung Bewertung:
Maße (Maßstab):   - wird nachgereicht –
Detaillierung:       befriedigend plus
Gussqualität:       gut
Passgenauigkeit:   gut
Material (Qualität):   gut
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:      - nicht vorhanden -
Preis:         gut

Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Decebalus am 14. Mai 2020 - 12:06:02
Ganz starker Thread! Historisch + Warentest + Bemalvorlage.

Was machst Du mit den Modellen? Spielst Du auch damit?
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Armstrong am 14. Mai 2020 - 14:17:42
Ganz starker Thread! Historisch + Warentest + Bemalvorlage.

Was machst Du mit den Modellen? Spielst Du auch damit?

Im Augenblick baue ich nur. Wäre aber schön Mitspieler zu finden. In der Vitrine verstauben die Modelle nur. Bin gerade dabei eine kleine französische Streitmacht aufzubauen. Die Figuren und Panzer werde ich hier auch bald vorstellen. Ich warte aber noch auf eine kleine Zusatzlieferung aus den USA.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt?
Beitrag von: Armstrong am 16. Mai 2020 - 19:11:08
Mark V* vom Hersteller Scarab Miniatures

(https://s12.directupload.net/images/200516/wbb4c7h7.jpg) (https://www.directupload.net)

Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der Mark V*(sprich: „Mark 5 star“) ist eine Variante des Mark V. Der Grund warum dieser Panzer existiert war die Reaktion der Deutschen auf die Bedrohung durch britische Panzer. Nach dem ersten Schock durch die britischen und (später auch) französischen Panzerangriffe kam bei der deutschen Heeresleitung schnell die Überzeugung auf, dass der Panzer nur eine „Modeerscheinung“ war. Hier verschlief man förmlich die Chance auf eine gezielte Eigenentwicklung und fokussierte sich lediglich auf die Abwehr von Panzern (dies spiegelt sich auch in der halbherzigen Entwicklung und Produktion des A7Vs wieder).
Eine dieser Abwehrmaßnahmen war die Verbreiterung der Schützengräben. Dadurch waren die alliierten Panzer in ihren Angriffen beschränkt, da viele von Ihnen an den deutschen Gräben scheiterten und die eigentlich Aufgabe des Panzers (tief ins Hinterland vorzustoßen) nicht erfüllen konnten.

Dies war schließlich die Geburtsstunde des Mark V*. Der gewöhnliche Mark V wurde um eine Mittelsektion verlängert, ein paar weitere Maschinengewehrpositionen wurden eingebaut und der hintere neu entstandene Raum sollte zudem zum Transport von Infanteristen dienen.

Tatsächlich wurde auch der Versuch unternommen Soldaten innerhalb des Panzers zu transportieren und dann vor den feindlichen Linien abzusetzen. Allerdings waren die Männer durch die schlechten Bedingungen im Panzer (Dunkelheit, Hitze, Abgase) nicht mehr kampfähig und brachen zusammen, wenn sie endlich wieder frische Luft bekamen.

So wurde der Mark V* lediglich als reiner Kampfpanzer eingesetzt, der den Feind dazu zwang seine Gräben abermals zu verbreitern, was dazu führte, dass die Schutzfunktion des Grabens (bei Bombardement) nicht mehr wirklich gewährleistet war.

Hinweis zum „Ausgrabungs-Balken“ (bzw. zur Reling an britischen Panzern)
Der Balken wurde benutzt, wenn ein Fahrzeug sich in den Schlamm eingegraben hatte. Mit Gliederketten wurde der Balken an den Panzerketten befestigt und so durch den Antrieb über die Schienen des Geländers unter den Panzer gezogen. Hier sollte er dem Fahrzeug zusätzlichen Halt geben, so dass es sich aus seiner misslichen Lage von selbst befreien konnte. Die Reling war dafür da, um zu verhindern, dass der Balken beim Rundumlauf die Aufbauten des Panzers beschädigte. Auf vielen Fotos von Fahrzeugen im Einsatz, sieht man oft stark verbogene Geländer, die durch den Rundumlauf beschädigt wurden. Es scheint, dass dies keine Seltenheit war. 



Der Bausatz (von Scarab Miniatures)

Umfang:
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
10 x Maschinengewehr (Zinn)
2 x vordere Reling (Zinn)
2 x hintere Reling (Zinn)
2 x vordere Halterung für Reling (Zinn)
2 x hintere Halterung für Reling (Zinn)
1 x Auspuffdämpfer (Zinn)
1 x Gitter(?) (Zinn)
1 x Auspuffrohr (Kupfer)
Keine Decals!
Keine Anleitung!

(https://s12.directupload.net/images/200516/evljs48t.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/zqb78wg2.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/47jsyiug.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/kyjb7w8q.jpg) (https://www.directupload.net)

Maße (Maßstab):
Hier liegen mir im Augenblick leider keine Risszeichnungen vor.
Anhand von Originalfotos scheinen die Maße aber für den 28mm Maßstab (1/56) zu stimmen.
Allerdings ist wahrscheinlich der hintere Aufbau (Turm) zu breit!
Sobald mir hier mehr Material zur Verfügung steht werde ich die Bewertung Nachreichen.

Detaillierung:
Das Modell weißt eine recht gute Detallierung mit erhabenen Nieten und Stößen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt. Die Nieten sind vielleicht etwas zu groß geraten. Im Vergleich mit anderen Resinmodellen ist dies aber eine gängige Praxis. Dies hat damit zu tun, dass die Formen von einem handgebauten Original stammen. D.h. jede Niete wurde von dem Designer per Hand geschnitten und gesetzt. Die Reling und die Halterung sind leider falsch dargestellt und weisen mehrere Fehler und unschöne Stellen auf (mehr dazu später). Das Lange Auspuffrohr ist als Kupferstange beigefügt. Es ist bereits in die Form vorgebogen… die leider nicht stimmt.
Die Maschinengewehre selbst sind sehr einfach gehalten. Für ein Tabletopmodell jedoch vollkommen ausreichend. Die Oberflächen der Ketten sind sehr schön und detailliert wiedergegeben.

Gussqualität:
Die Gussqualität ist gut. Die Oberflächendetails sind sauber wiedergegeben und es gab keine Verwerfungen und Gussränder. An manchen Nieten hat das Modell eine leichte Blasenbildung, dies sind aber Einzelfälle und stechen auch nicht direkt ins Auge. Leider waren die Ketten an meinem Modell leicht beschädigt.

(https://s12.directupload.net/images/200516/kwxmex94.jpg) (https://www.directupload.net)

Passgenauigkeit:
Die beiden Kettensegmente mussten in heißem Wasser erwärmt und leicht an den Rumpf angepasst werden (nichts Untypisches bei Resinmodellen). Ihr Sitz ist aber im Grunde zufriedenstellen, wenngleich ich einen leichten Spalt zwischen dem Rumpf und der rechten Abdeckung habe (den man aber durch die überstehende Kette fast nicht sieht).

Erstes Problem ist das Auspuffrohr. Dies war zwar vorgebogen, doch passte es in keinster Weise an das Modell. Ich musste vorsichtig an manchen Stellen den Stab wieder gerade biegen, neu anpassen und zum Schluss mit einer Säge einkürzen.

(https://s12.directupload.net/images/200516/2jwud6ts.jpg) (https://www.directupload.net)

Ein weiteres Problem stellen die „sponson“ (die Maschinengewehr-Ausleger an den Seiten) dar. Zum einen passen die Türme nicht sauber in die Kasematten, zum anderen passen die beiden Ausleger wiederum nicht genau in die Aussparungen der beiden seitlichen Kettensegmente (Letzteres ist ein generelles Problem, das sich anscheinend viele Hersteller teilen). Hier kommt man nur mit Spachtelarbeit weiter!

(https://s12.directupload.net/images/200516/65jk8fpw.jpg) (https://www.directupload.net)

Noch schlimmer war die Anbringung des Geländers. Hier muss man die falsche Halterung an der Reling entfernen, und zudem noch ein paar Geländerhalterungen für den hinteren Bereich des Panzers „scratch“ anfertigen. Zudem sind die mittleren Halterungen (die direkt an den hinteren Turmaufbau geklebt werden) zu lang. Dies hat damit zu tun, das der Designer höchst wahrscheinlich den Turm zu breit dargestellt hat. Hier hilft nur das Einkürzen der beiden Zinnteile.

(https://s12.directupload.net/images/200516/rud39xsr.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/48fufptg.jpg) (https://www.directupload.net)

Alternativ könnt ihr natürlich auch die Reling vollkommen weglassen! An mindestens zwei Fahrzeugen (von denen heute noch Fotos existieren) ist keine Reling vorhanden.


Matetrial (Qualität):
Das Resin ist ein relativ leichtes Material und recht robust.  Durch die Masse des Models liegt das Fahrzeug aber doch relativ schwer in der Hand. Die Zinnteile sind recht filigran (besonders die Maschinengewehre). Trotzdem scheinen Aufbauten wie die Reling an meinem Fahrzeug nach dem Zusammenbau recht robust zu sein. Für das Handling auf dem Spieltisch wird man den Panzer wahrscheinlich sowieso nur im hinteren Bereich anfassen (wo sich keinerlei  abbruchgefährdete Bauteile befinden). Wie gesagt, kann man die Reling auch einfach weg lassen.

(https://s12.directupload.net/images/200516/qkapbgdq.jpg) (https://www.directupload.net)

Decals:
Bei diesem Bausatz sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese aber auch nicht unbedingt. Die Panzer scheinen einheitlich Khaki/Olivegün gestrichen worden zu sein. Im vorderen Bereich (am sogenannten Horn) war u.U. die weiß-rot-weiße britische Hoheitsmarkierung angebracht. Ebenfalls kann diese optional auf dem Dach (am hinteren Turm) angebracht werden. Im hinteren Bereich wurde u.U. eine vier- oder fünfstellige Fahrzeugnummer geführt. Es scheint nicht so, dass diese Fahrzeuge Spitznamen oder sonstige Markierungen von ihrer Besatzung erhalten haben (ausgeschlossen kann dies jedoch nicht werden). 


Anleitung:
Der „Bausatz“ hat keine Anleitung. Würde er nur aus dem Rumpfsegment bestehen wäre dies wahrscheinlich noch vertretbar. Aber für den Bau der Reling ist zwingend ein Hinweis, ein Foto oder zumindest eine Beschreibung erforderlich. Mich hat es etwa 2 Tage Recherche gekostet um den „wahrscheinlichen“  Aufbau des Geländers zu ermitteln. Es existieren wenige Fotos von Originalfahrzeugen im Internet und es gibt so ziemlich gar kein Modell an dem man sich orientieren könnte. (Aus diesem Grunde habe ich euch diesmal ausführlich Bilder in den Bericht gestellt, damit ihr euch daran orientieren könnt.)
Dadurch, dass noch ein Teil der Geländerstützen fehlen und Widerum an anderer Stelle eine falsche Stütze angebracht wurde wird die ganze Sachlage noch verkompliziert.
Zudem ist dem Bausatz ein Gestell (oder Gitter?) beigelegt, dass ich nirgendwo zuordnen konnte.
 
(https://s12.directupload.net/images/200516/6sbxrs7w.jpg) (https://www.directupload.net)

Preis:
Für mein Modell habe ich £25.00 bezahlt. Dies ist für ein so großes Resinmodell ein guter Preis. Für das Geld bekommt man eine Menge geboten (große Resinteile, eine große Anzahl Zinnteile und zudem noch ein Abgasrohr aus Kupfer). Problem ist, dass man als deutscher Kunde noch Transport und u.U. Zoll bezahlen muss. So treiben natürlich diese Faktoren den eigentlichen Preis in die Höhe.

Ein Tipp zur Detaillierung: Spendiert eurem Fahrzeug eine Kette für den „Grabungsbalken“! Das lässt es realistischer wirken!
(https://s12.directupload.net/images/200516/5zd6tgc6.jpg) (https://www.directupload.net)

Weitere Hinweise:
Dies ist kein Modell für Anfänger! Ihr solltet wissen, wie man verspachtelt und verschleift und den Umgang mit Zinnteilen und Sekundenkleber gewohnt sein. Selbst wenn man nicht die Reling baut muss man immer noch die Ausleger der Maschinengewehre vernünftig in den Rumpf einpassen können, oder aber mit riesigen Spalten in der Panzerung leben.

Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine Schüssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder über einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschädlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 

Das Fahrzeug einmal ohne Matsch:
(https://s12.directupload.net/images/200516/jgzvc759.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/kmotq9vi.jpg) (https://www.directupload.net)


Und einmal im Längenvergleich zum Mark IV von Great War Miniatures (noch im Bau):
(https://s12.directupload.net/images/200516/jfeuam35.jpg) (https://www.directupload.net)

Abmessungen:
Höhe: 4,7 cm (ca. 5,2 cm mit „Ausgrabungs-Balken)
Breite: 6,5 cm – 7,5 cm (je nach Ausrichtung der Maschinengewehre)
Länge: 17,5 cm


Zusammenfassung Bewertung:

Maße (Maßstab):   - wird nachgereicht –
Detaillierung:       befriedigend plus
Gussqualität:       gut minus
Passgenauigkeit:   ausreichend
Material (Qualität):   gut minus
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:      - nicht vorhanden -
Preis:         gut


Fazit:
Diesmal bin ich gezwungen ein Fazit zu ziehen. Das hat damit zu tun, dass ich sehr zwiegespalten bin. Zum einen ist dieses Fahrzeug aufgrund seiner Größe ein echter Hingucker und wird sofort der Mittelpunkt auf jedem Gefechtsfeld. Auch der Preis und der Lieferumfang des Bausatzes sind wirklich gut. Warum bin ich dann nicht zufrieden und lasse es hier dabei bewenden? Nun, das hat zum einen mit der notwendigen Bauanleitung zu tun, die fehlt und zum anderen mit den falschen, bzw. fehlenden Bauteilen. Das Modell ist etwas für einen erfahrenen Modellbauer. Für jemanden, der nur Figuren bemalt und noch nie mit Spachtelmasse und Schleifpapier gearbeitet hat, rate ich hier ab. Ihr werdet sonst bestimmt enttäuscht sein. Und zum ersten Versuch mit Modelliermasse sich gerade dieses Modell zu nehmen halte ich nicht für die beste Idee.  Zudem müsst ihr, wenn ihr denn die Reling dran haben wollt, auch noch Teile selbst aus Plastik erstellen. Wenn ihr euch dazu entscheidet, würde ich euch empfehlen die Bilder von meinem Modell als Vorlage zu nehmen. Ich habe leider sonst keine wirklich nutzbaren im Internet gefunden. Aus diesem Grunde habe ich in diesem Bericht auch diesmal mehr Bilder untergebracht, so dass ihr euch daran orientieren könnt.

(https://s12.directupload.net/images/200516/hvtgo8ox.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/rboo6qvj.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/3w8w93ea.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/oicuh4wr.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200516/wsfym42o.jpg) (https://www.directupload.net)
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: Decebalus am 18. Mai 2020 - 14:38:31
Und wieder Lob! Toller Bericht für die leider Wenigen, die sich für WK 1 interessieren.

Falls Du in Laune bist. Mach doch mal Bilder mit Figuren und Gelände. Deine Tollen Modelle habne es verdient in Szene gesetzt zu werden.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: Armstrong am 19. Mai 2020 - 13:10:25
Und wieder Lob! Toller Bericht für die leider Wenigen, die sich für WK 1 interessieren.

Falls Du in Laune bist. Mach doch mal Bilder mit Figuren und Gelände. Deine Tollen Modelle habne es verdient in Szene gesetzt zu werden.

Und wieder vielen Dank für das Lob! Freut mich immer mal wieder so etwas zu lesen.
Dies hier ist wirklich ein persönliches Anliegen. Vielleicht kommt bald mehr Interesse auf, wenn die ersten Figuren folgen, oder die ersten "bunten" Panzer online gehen. Ich muss gestehen, dass von mir bis jetzt nur recht monoton bemalte Fahrzeuge online gestellt wurden.

Zur Szenerie:
Ist vielleicht eine Idee. Ich muss mal schauen, wie ich sowas bewerkstelligen kann.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: Riothamus am 19. Mai 2020 - 13:47:06
Einfach wieder Spitze!
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: meyer am 19. Mai 2020 - 16:19:20
Tolle Modelle, und vor allem sehr schön bemalt/gealtert. Die Recherche ist schließlich das Sahnehäubchen!

Bin ja auch am WK1 dran, aber nur mit Figuren in 28mm. Für Panzer fehlt mir bei dem Maßstab und der Epoche bisher der Zugang...
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: Armstrong am 19. Mai 2020 - 18:09:31
Bin ja auch am WK1 dran, aber nur mit Figuren in 28mm. Für Panzer fehlt mir bei dem Maßstab und der Epoche bisher der Zugang...

Wenn du dich doch mal für einen Panzer erwärmen solltest, kann ich dir bestimmt helfen den besten Anbieter zu finden.  ;)
Und im Zweifelsfalle: Ich helfe auch gerne aus und baue auf Bestellung.  ;D

 
Danke noch mal an alle für das Lob! Hilft mir beim Weitermachen!

Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: Frank Bauer am 20. Mai 2020 - 10:42:21
Das ist ein toller Thread.
Auch wenn mich der WWI im Wargaming gar nicht interessiert, bewundere ich deine tollen Bemalkünste und lese interessiert wenigstens den historischen Abriss.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: khr am 20. Mai 2020 - 22:02:45
Sehr schön gemachte Modelle. Besonders gefällt mir die Verschmutzung der Ketten mit Schlamm. Viele Modellbauer tun da zuviel des Guten. Hier finde ich es gerade richtig.
 
Viele Grüße
Karl Heinz
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: Armstrong am 27. Mai 2020 - 21:16:39
Das ist ein toller Thread.
Auch wenn mich der WWI im Wargaming gar nicht interessiert, bewundere ich deine tollen Bemalkünste und lese interessiert wenigstens den historischen Abriss.

Oh? Ist schön zu wissen, dass sich auch jemand für den geschichtlichen Abriss interessiert! Ich hatte Angst die Leute damit zu langweilen. Versuche es informartiv aber kurz zu halten. Sonst fang ich noch an über die Geschichte der Panzer im WWI zu schwadronieren. ^^°
Oder vielleicht sollte ich doch etwas mehr schreiben?
Meinungen und Verbesserungsvorschläge sind hier erwünscht!

Und danke für das Lob!
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: Armstrong am 27. Mai 2020 - 21:18:38
Sehr schön gemachte Modelle. Besonders gefällt mir die Verschmutzung der Ketten mit Schlamm. Viele Modellbauer tun da zuviel des Guten. Hier finde ich es gerade richtig.
 
Viele Grüße
Karl Heinz

Vielen Dank für das Lob! Im Grunde heißt es ja immer Weniger ist Mehr. Obwohl manchmal muss ich mich schon mit dem Schlamm zurückhalten. Besonders wenn ich mich an einigen historischen Aufnahmen orientiere, in denen man kaum noch den Panzer sieht (wir sprechen nicht von Wracks). ^^°
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: BodeGier am 07. Juni 2020 - 18:11:51
Einfach ein ganz grosses Lob für dieses Thema. Und bitte auch mehr zum Thema WW1 - Tanks.
(PS. Ich habe nur die Modelle  für  Great War in  1:100 - die sind nicht  so detailreich und dafür leichter zu bauen.)
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark I
Beitrag von: Armstrong am 28. Juni 2020 - 01:45:31
Mark I (female) vom Hersteller Die Waffenschmiede

(https://s12.directupload.net/images/200628/d3eknzmf.jpg) (https://www.directupload.net)

Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der Mark I ist der erste Kampfpanzer der Welt. Bevor einige aufschreien: Der „Little Willie“ (benannt nach dem Neffen des deutschen Kaisers;
ja auch die Briten hatten Humor)
war ein unbewaffnetes Testfahrzeug, das nie für den Kriegseinsatz vorgesehen war.
Als der Panzer zum ersten Mal 1916 bei Flers (Schlacht an der Somme) in kleiner Anzahl eingesetzt wurde, sorgt er bei der deutschen Seite für
einen regelrechten „Tank-Schock“. Die überraschten deutschen Soldaten verließen teilweise panikartig ihre Stellungen und flohen als die
britischen „tanks“ auf sie zukamen.

Tank (Deutsch: Behälter, Tank) – Diese Bezeichnung wurde für die Panzer gewählt um das Projekt geheim zu halten. Bei den Briten war auch die
Bezeichnung „land(battle)ship“ in Gebrauch.
Dieses Projekt war anfänglich der Marine unterstellt, da man den Panzer als ein Schlachtschiff für das Land ansah.
Tatsächlich war dem deutschen Geheimdienst bis zum ersten Einsatz der britischen Panzerfahrzeuge nichts zu Ihrer Existenz bekannt.
Interessanterweise behielten die Briten diese Tarnbezeichnung bei, sodass noch heute Panzer im Englischen als Tanks bezeichnet werden.

 
Es wird heute noch diskutiert, ob dieser Einsatz verfrüht war, da man mit einer größeren Anzahl Panzern bestimmt einen weitaus besseren
Erfolg erzielt hätte. Besonders die Franzosen, die unabhängig von den Briten ebenfalls mehrere Panzerfahrzeuge in der Entwicklung hatten,
beschwerten sich offen über diese vertane Chance.
Doch der begrenzte örtliche Angriff vermittelte schon einen ersten Eindruck des Potentials dieser Fahrzeuge. Tatsächlich waren sie nur mäßig
effektiv, da viele bereits vor dem Angriff mit Motorschäden ausfielen und die restlichen Fahrzeuge zu großen Teilen später im Gelände liegen
blieben.
Der Geländegewinn wurde sehr schnell durch deutsche Gegenangriffe wieder zu Nichte gemacht.
 
Der Mark I unterscheidet sich durch seine Nachfolger hauptsachlich durch seinen Radwagen, der am Heck des Panzers hängt.
Diese Konstruktion sollte die Steuerung des Fahrzeugs unterstützen und „vereinfachen“. Tatsächlich hatte der Wagen wenig Effektivität und
wurde bereits am Mark II weg gelassen. Sogar am Marl I sollen die Wagen nachträglich im Felde entfernt worden sein.

(https://s12.directupload.net/images/200628/2ebo5gwy.jpg) (https://www.directupload.net)

Vom Mark I gab es bereits eine männliche und weibliche Variante. Die männliche Version hatte zwei 6-Pfünder Geschütze, bei denen aber die
Rohre länger als bei den Folgevarianten waren. Schon bald merkte man, dass diese in schwierigem Gelände dazu neigten, sich in den Boden zu
bohren und dadurch beschädigt wurden.
Die weibliche Variante hatte breitere Ausleger (Maschinengewehrkasematten) als bei den Folgemodellen an den Seiten. Der Vorteil hierbei war,
dass beide Maschinengewehrtürme fast denselben Deckungsbereich hatten. Diese großen Ausleger wurde bei den Folgevarianten reduziert
(hauptsächlich aus dem Grunde, da man ab dem Mark IV, die Kasematten zum Transport mit der Eisenbahn „einziehen“ konnte und nicht mehr
von Rumpf entfernen musste), sodass jeder Turm nur noch einen eingeschränkten Bereich abdecken konnte.

(https://s12.directupload.net/images/200628/6jvuwqfn.jpg) (https://www.directupload.net)

Auf Fotos dieser Zeit sieht man oft Fahrzeuge mit Dachartigen Netzaufbauten. Diese wurden im Felde ergänzt und sollten zur Abwehr von
Handgranaten dienen, die der Gegner u.U. auf das Dach schmeißen konnte. Ob dies wirklich jemals passiert ist, ist fraglich. Zumal bei den
Folgemodellen solche „Dächer“ nicht mehr zu sehen waren.

Der Bausatz (von "Die Waffenschmiede")

(https://s12.directupload.net/images/200628/yjwcgl9c.jpg) (https://www.directupload.net)


Umfang:
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
2 x Ponsons (Seitenausleger) (Resin)
4 x Türme mit gepanzerten Maschinengewehren (Resin)
1 x Radwagen (Resin)
2 x Rad (Resin)
2 x Scheinwerfer (Resin)
3 x Auspuffabdeckung /Resin)
2 x Block (zum anbringen des hinteren Maschinengewehrturmes) (Resin)
Keine Decals!
Keine Anleitung!

(https://s12.directupload.net/images/200628/agtkprh3.jpg) (https://www.directupload.net)


Maße (Maßstab):
Die Abmessungen stimmen grundsätzlich  für den 28mm Maßstab (1/56). Die Details wie Nieten und Blechstöße sind gut wiedergegeben, und
auch der Radwagen scheint in seinem Aufbau stimmig zu sein. Einziges Manko ist der Aufbau des Fahrerhauses. Dieses ist leider zu niedrig
(gedrungen) geraten und es fehlen dort auch Details: z.B. die Pistolenöffnungen an der hinteren Panzerplatte (um unerwünschte Mitfahrer
vertreiben zu können). Die Abweichungen von Original scheinen sich einzig auf das Fahrerhaus zu beschränken, da der Panzer sonst durchaus
stimmig wiedergegeben wurde.

(https://s12.directupload.net/images/200628/fdjobelm.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200628/v3m2l4fw.jpg) (https://www.directupload.net)


Detaillierung:
Das Modell weißt eine recht gute Detaillierung mit erhabenen Nieten und Klappen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut
dargestellt. Bis auf die bereits erwähnte falsche Darstellung des Fahrerhauses würde ich das Modell als sehr gute Reproduktion bezeichnen.
Besonders gefällt der Radwagen, der tatsächlich nur aus drei Teilen (Aufhängung plus zwei Räder) besteht).
Die Maschinengewehre selbst sind sehr interessant, da es sich um MGs mit Panzerung handelt. Sie sind sehr robust und halten wohl jedem
Tabletopgefecht stand.
Besonders toll ist, dass man mit etwas Geschick und Geduld am fertigen Modell die vier Maschinengewehrtürme drehbar darstellen kann!
Dies ist mir sogar gelungen!  ;D

(https://s12.directupload.net/images/200628/zc29n54e.jpg) (https://www.directupload.net)


Gussqualität:
Die Gussqualität ist gut. Die Oberflächendetails sind sauber gegossen und es gab keine Verwerfungen und Gussränder. Mein Modell war bis auf vielleicht drei nicht sauber ausgegossenen Nieten sehr gut gefertigt. Lediglich ein wenig Überreste der Silikonform mussten mit einer Pinzette entfernt werden.
 
(https://s12.directupload.net/images/200628/l7pxeo67.jpg) (https://www.directupload.net)


Passgenauigkeit:
Für die beiden Kettensegmente sind viereckige Halterungen am Rumpf vorhanden auf die genau die Auspaarung der Kettenelemente passt.
Die Ausleger wiederum passen gut in die Löcher der Kettensegmente, allerdings kann es zu einer leichten Spaltbildung an den oberen,
bzw. unteren Kanten kommen. Mein Tipp ist, die Kasematten nach oben stimmig anzupassen und unter dem Ausleger einen leichten Spalt
zu lassen. Dieser ist fast nicht einsehbar und wenn er auch doch stört, könnt ihr ihn u.U. mit Schlammrückständen verdecken.
Ein weiteres kleines Manko ist der fordere Maschinengewehrturm. Die Aussparung am Rumpf ist zu tief (sie ist wahrscheinlich für den größeren
Geschützturm der männlichen Variante ausgelegt) sodass der Maschinengewehrturm (will man ihn drehbar darstellen)  in der Kasematte extrem
nach vorn und hinten rutscht. Hier hilft es, mit Spachtelmasse die Aussparung etwas zu reduzieren und damit den Turm stimmig in die
Kasematte zu drücken.

(https://s12.directupload.net/images/200628/m49xyx2u.jpg) (https://www.directupload.net)

 
Matetrial (Qualität):
Das Resin ist ein sehr leichtes Material und recht robust.  Die Maschinengewehre sind massiv und dick und verzeihen auch das eine oder andere
„grobe“ Handling. Andere Werkstoffe sind nicht enthalten.


Decals:
Bei diesem Bausatz sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese auch nicht. Beim Mark I wurden allerhand verschiedene Farbschemen ausprobiert. Im Internet findet man hierzu viele Hinweise und Zeichnungen/Fotos. Zur Not kann man sich
eine Fahrzeugkennung auch aus anderen Decals zusammenstellen (wie bei meinem Modell geschehen).
Bitte beachtet, dass der Mark I noch nicht mit der weiß-rot-weißen britischen Hoheitsmarkierung ausgestattet war!
Diese wurde erst später entwickelt als der Marl IV als Standardpanzer den Mark I ersetzt hatte. (Hauptsächlich, weil die „unverschämten
Deutschen“ erbeutete Mark IV Panzer in großer Zahl für Ihre eigene Truppe nutzen und man mit der Markierung der Fahrzeuge Freundbeschuss
verhindern wollte.)   



Anleitung:
Der „Bausatz“ besteht aus sehr wenigen Komponenten und bedarf nicht unbedingt einer Bauanleitung. Es dauerte etwas, bis auch ich
verstanden hatte, dass die beiden mitgelieferten Resinblöcke in die Löcher am Rumpf geklebt werden müssen, damit die hinteren Türme
korrekt positioniert werden können (siehe Abbildung oben). Für unerfahrene WW1-Enthusiasten empfehle ich, euch Fotos des Originals
oder von gebauten Modellen anzusehen und danach erst euren Panzer zusammenzukleben. Nichts ist ärgerlicher als sein Fahrzeug fertig
gebaut und bemalt in den Händen zu halten und dann zu sehen, dass man ein Teil völlig falsch angebracht hat. (Ich spreche hier aus Erfahrung.  :'( )

Ein Tip zum Zusammenbau!
Bemalt die "Spalten" zwischen Ketten und Panzerung BEVOR ihr das Modell zusammenklebt! Ansonsten werdet ihr an der Dachsektion
einiges zu Fummeln haben um diesen Zwischenraum zu bemalen. Ich spreche hier aus Erfahrung.
Die beiden Ausleger solltet ihr entweder vorab in die Seitenteile der Kettensektion kleben, oder ihr bemalt die Türme in den Farben,
die ihr wollt und setzt sie dann ein. Ein nachträgliches Bemalen der Türme nachdem sie verbaut wurden gestaltet sich als umständlich
und schwierig (besonders wenn sie drehbar sind). 
Damit die Türme sich leichter in den Kasematten bewegen können, solltet ihr jeweils on der Ober- oder Unterseite der Türme etwas Material mit der Feile abtragen.
Bei dem vorderen Turm solltet Ihr mit Green Stuff oder etwas Plastiksheet die Aussparung am Rumpf auffüllen. Passt hier vorsichtig an
und setzte öfter zum Test den Turm mit der Kasematte auf.



Preis:
Für mein Modell habe ich 30,25 Euro bezahlt. Dies ist für dieses Resinmodell ein akzeptabler Preis. Ihr könnt zum Glück den Panzer auch hier
in Deutschland kaufen oder u.U. in britischen Onlineshops. Das Modell direkt bei „Die Waffenkammer“ in Kanada zu bestellen halte ich nicht
für eine gute Idee (aufgrund von Zollgebühren und Lieferzeit). 


Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine Schüssel mit heißem Wasser ein paar
Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Um die Türme beweglich dazustellen, solltet ihr Spachtelmasse (Green Stuff) verwenden. Alternativ könnt ihr bestimmt auch etwas
Plastiksheet verwenden. 
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder über einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschädlich und ist
höchstwahrscheinlich krebserregend! 



Abmessungen:
Höhe: 4,5 cm
Breite: 8,0 cm (9,7 cm mit zu den Seiten ausgerichteten Maschinengewehren)
Länge: 18,4 cm

(https://s12.directupload.net/images/200628/snxmixi9.jpg) (https://www.directupload.net)


Zusammenfassung Bewertung:
Maße (Maßstab):   gut minus
Detaillierung:       gut
Gussqualität:       gut plus
Passgenauigkeit:   gut plus
Material (Qualität):   gut plus
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:      - nicht vorhanden -
Preis:         gut minus



Fazit:
Mit diesem Modell könnt ihr nicht viel falsch machen. Es ist wirklich gut designt, robust und einfach zusammenzubauen. Große Pluspunkte für
mich sind der tolle Radwagen, der recht gut wiedergegeben wurde und doch nur aus drei Teilen besteht und natürlich die Kasematten mit den
optional beweglichen Türmen. Ich muss gestehen, dass ich dieses Modell für eines der gelungensten Resinmodelle im Bereich erster Weltkrieg
im Maßstab 1/56 halte.

(https://s12.directupload.net/images/200628/jjqj6rlm.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200628/ib3eazkp.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200628/xxec9nya.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200628/ofxiqppc.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200628/j9z5gb9y.jpg) (https://www.directupload.net)

Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es vom wem auf dem Markt? Update: Mark V*
Beitrag von: Armstrong am 28. Juni 2020 - 01:47:28
Einfach ein ganz grosses Lob für dieses Thema. Und bitte auch mehr zum Thema WW1 - Tanks.
(PS. Ich habe nur die Modelle  für  Great War in  1:100 - die sind nicht  so detailreich und dafür leichter zu bauen.)

Vielen Dank! Ich kenne die Modelle von "Flames of War". Habe ein paar hier im Regal... aber bis jetzt nur vorgrundiert.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: Mark I
Beitrag von: Armstrong am 11. Juli 2020 - 16:43:36
3,7 cm TAK vom Hersteller Great War Miniatures

(https://s12.directupload.net/images/200711/swcrmngp.jpg) (https://www.directupload.net)

Kurzer geschichtlicher Abriss:
Nach dem Erscheinen der ersten britischen und später auch französischen Tanks versuchte die deutsche Armeeführung durch neue Infanterietaktiken, breitere Gräben und nicht zuletzt durch die Entwicklung eines eigenen Panzerwagens (dem A7V) der neuen Bedrohung beizukommen. Hinzu kamen ebenfalls als erste Reaktion die Einführung eines sogenannten Tankgewehrs, dass durch eine Vergrößerung des Patronenkalibers genügend Durchschlagskraft besaß, um die Panzerplatten der feindlichen Fahrzeuge zu durchschlagen. Dieses Gewehr erwies sich aufgrund seiner Länge, seines Gewichts und nicht zuletzt durch seinen starken Rückstoß als unhandlich und äußerst unbeliebt bei der Truppe. Ein schweres MG, das die gleichen panzerbrechenden Kugeln verwendete, wurde schon in der Entwicklungsphase als zu komplex, schwer und teuer in der Herstellung fallen gelassen.
So kam es, dass schließlich eine Ausschreibung für eine TAK (TankAbwehrKanone) erfolgte und wenig später ein Modell von Rheinmetall als Sieger hervorging.
In den letzten Kriegsmonaten wurde diese neue Kanone an die Truppe ausgeliefert und eingesetzt.
Bei Kriegsende waren ca. 600 TAKs im Einsatz.
Die Geschütze wurden in Minenwerfer-Kompanien zu je 32 Kanonen organisiert, wobei jeweils zwei Kanonen jeweils ein Team bildeten und sich gegenseitig unterstützten. Jedes Geschütz wiederum besaß als Bedienung eine Gruppe von 7 Soldaten. Diese teilte sich in einen Kommandanten, einen Richtschützen, einen Ladeschützen und 4 Soldaten auf. Letztere waren für den Schutz der Kanone zuständig.   
Die Räder der Kanonen konnten im Feld entfernt werden, um die Silhouette noch kleiner zu machen.
Zum Transport wurde das Geschütz an eine Protze befestigt und von Pferden gezogen, im Felde von wiederum von 4 Männern, die es an Gurten und an den befestigten Handgriffen vorwärts bewegten. (Man kann sich vorstellen, wie schwer der Transport in einem matschigen und von Kratern zerfurchten Frontabschnitt gewesen sein muss.)
Über die Wirksamkeit dieser Geschütze im Kampf gegen Panzer ist mir leider nichts bekannt. Jedoch war die Durchschlagskraft der Kanone so groß, dass auf 500m ihr so ziemlich keine Panzerung widerstand.


Der Figurensatz (von Great War Miniatues)

(https://s12.directupload.net/images/200711/kyytfqcx.jpg) (https://www.directupload.net)

Umfang:
1 x Geschützlafette (Zinn)
1 x Kanonenrohr mit Zielhalterung (Zinn)
2 x Räder (Zinn)
1 x Haltgriff (Zinn)
1 x Richtschütze (auf der Lafette sitzend) (Zinn)
1 x Ladeschütze (Zinn)
1 x Geschützführer (Zinn)

Maße (Maßstab):
Die Abmessungen stimmen grundsätzlich für den 28mm Maßstab (1/56). Die Details wie Nieten, Bügel und Halterungen sind gut wiedergegeben. Aufgrund des Maßstabs und dem Verwendungszweck als Tabletop-Modell sind einige Details nicht wiedergegeben worden. Zudem sind am Modell die Seitenteile der Protze massiv dargestellt, obwohl diese eher ein offenes Gestell waren. Generell ist der Erkennungsgrad aber gegeben und das Modell eine solide Darstellung des Geschützes.

Die Figuren wiederrum sind eher im Bereich der „überbetonten Körperdarstellung“ anzusiedeln. Dies ist bei Tabletopmodellen ein genereller Designstandard bei dem Kopf und Hände oft leicht vergrößert zur Körperstatur sind und der Körperbau etwas stämmiger und gedrungener wirkt. Dadurch kann man deutlicher ausdrucksstarke Gesichter darstellen und zudem wirkt sich die massivere Statur auf die Stabilität der Zinnfigur aus. Dies ist bei Great War aber in einem guten Verhältnis zur Proportion erfolgt, so dass die Figuren stimmig wirken, jedoch nicht unbedingt mit filigranen Figuren aus dem Plastikmodellbau konkurrieren können.

Mit einer Körpergröße von etwa 30mm (ohne Base) sind Great War Miniatures Figuren im mittleren Bereich der Messskala für 28mm Miniaturen (1/56) anzusiedeln.

Da bei der TAK die gesamte Besatzung kniend dargestellt wird, fällt die Figurenhöhe aber nicht weiter auf.

(https://s12.directupload.net/images/200711/v7bglxyu.jpg) (https://www.directupload.net)

Detaillierung:
Wie bereits oben erwähnt ist die Detaillierung der Kanone recht gut gelungen, wenngleich einige Abstriche bei der 100%igen Darstellung in Kauf genommen wurden. Neben filigranen Details die u.U. zu Abbruchgefahr neigen würden, sind eigentlich nur die massiv gegossenen Außenseiten der Lafette zu bemängeln, die eigentlich einen offenen Rahmen darstellen müssten.

Die Figuren wiederum sind ansprechend dargestellt und weisen eine gute Detaillierung auf. Schön sind die korrekt dargestellten (ikonischen) Belüftungsbolzen an den Stahlhelmen.  Zwei Figuren besitzen einen Gasmaskenbehälter, der an ihrem Koppel hängt, während der Ladeschütze seine Gasmaske offen auf der Brust trägt. An sich ist dies nicht unkorrekt, doch ist es doch fraglich ob man beim Handhaben der Geschosse nicht die recht empfindliche Gasmaske leichtsinnig dem Risiko der Beschädigung aussetzt. Dies ist aber eine Auslegungssache.

Alle Figuren Besitzen Feldflaschen und Brotbeutel/Kampftaschen. Geschützführer und Ladeschütze haben zudem das Bajonett am Gürtel, das beim Richtschützen (der auf der Lafette sitzt) fehlt. Zudem tragen beide ein Koppeltragegestell. (Bitte hier nicht wundern, warum dieses nicht auf dem Rücken sichtbar ist! Das deutsche Koppeltrageset bestand aus zwei Riemen, die vom Gürtel zur Schulter gingen und dann direkt um den Nacken miteinander verbunden waren. Es gab keine Y-Träger wie sie im 2. Weltkrieg gängig waren.)
Alle Figuren tragen die üblichen Aufbewahrungstaschen für die Gewehrmunition an ihrem Gürtel und der Geschützführer hat auch ein Gewehr (Modell 98) an seinen Rücken geschnallt.

Problem hierbei ist, dass (soweit ich es recherchieren konnte) die Geschützmannschaften standardmäßig mit Pistolen (wahrscheinlich vom Typ Mauser) ausgerüstet waren. In diesem Fall wären die Munitionstaschen sowie der umgeschnallte Karabiner des Geschützführers inkorrekt.

Da aber die vier Unterstützungssoldaten höchstwahrscheinlich mit Gewehren ausgestattet waren, hat man hier jede Menge interpretationsspielraum. 

Gussqualität:
Die Gussqualität ist gut. Die Figuren sind sauber gegossen, haben allerdings Gussränder, die man vorsichtig entfernen sollte. Leider verlaufen diese bei dem Ladeschützen direkt über das Gesicht. Hier kann es in manchen Fällen zu unschönen und später sehr auffälligen Linien führen die unter Umständen das Gesicht verunstalten können. Hier muss man am besten nach dem Grundieren mit einem Skalpell noch einmal nacharbeiten.

Passgenauigkeit:
Die TAK besteht aus wenigen Teilen und ist schnell zusammengebaut. Sollte man unsicher sein, wie genau die Teile zusammenpassen findet man genügend Bilder von Originalgeschützen im Internet. Die Figuren sind aus einem Guss. Der Richtschütze wird später auf der Lafette befestigt. Problem hierbei ist, das er mit der rechten Hand an das Rad zum Ausrichten des Geschützes greift und somit leicht nach Vorn und Rechts gebeugt ist. Dies führt dazu, dass die Miniatur nicht sauber im Sitz befestigt werden kann. Durch die persönliche Ausrüstung, die er am Körper trägt, wird dieser Umstand jedoch größenteils kaschiert.

(https://s12.directupload.net/images/200711/skoxiksa.jpg) (https://www.directupload.net)

Matetrial (Qualität):
Das Zinn liegt gut in der Hand und ist biegsam ohne schnell zu brechen. Die einzelnen Bauteile der Kanone sind wie die Figuren robust designt und ideal für das Handling auf dem Spieletisch. Lediglich der Handgriff, der am Ende der Lafette angebracht wird, ist recht filigran und könnte „im Eifer des Gefechts“ u.U. verbiegen. 

Decals:
Es liegen natürlich keine Decals bei den Figuren bei. Dafür gibt es auch keinen Grund, da ja alles normalerweise durch die Bemalung dargestellt wird. Natürlich könnte man unter Umständen ein paar Decals für spezielle Einheitsabzeichen auf den Schulterklappen oder für Rangabzeichen gebrauchen (zur Erleichterung der Bemalung). Ich bin mir sicher, dass hier auf kurz oder lang eventuell auch ein Anbieter dieses Thema aufgreift.   

(https://s12.directupload.net/images/200711/ziobkmqb.jpg) (https://www.directupload.net)

Bemalung:
TAK
Die TAK kann im Grunde verschiedenfarbig bemalt werden. Zum einen gibt es zahlreiche Bilder von Originalen im Internet, zum anderen scheint es, dass es keine Einheitliche Farbgebung oder irgendeine Vorschrift/Anweisung zur Tarnbemalung gegeben hat.
So kann man sein Geschütz sowohl einfarbig in Feldgrau (es gibt keine RAL Spezifikation der Farbe, somit ist dies eine persönliche Auslegungssache) als auch in einem Bundfarbenanstrich ausführen.
Bei dem Bundfarbenanstrich wiederum gibt es auch verschiedene Versionen die von einem 3 oder 4 Farbschema mit oder ohne Schwarze Trennstreifen ausgeht.

Besatzung
Die Bemalung der Besatzung ist ebenfalls dem persönlichen Geschmack überlassen. Innerhalb einer Einheit gab es oft große Farbvariationen der Uniformen. Sowohl die eher gräulichen Hosen, als auch die mehr grünlich/olivfarbenen Feldblusen konnten je nach Ausgabedatum und Nutzungsdauer in der Farbgebung und Intensität der Farben unterschiedlich wirken.
Grundsätzlich sollte man folgende Farbgebungen grob befolgen:
•   Feldblusen in Feldgrau
•   Hosen in grau (optional mit einem dünnen roten Zierstreifen an der Außenseite)
•   Helme in dunklem Grün/Oliv  (Optional mit einem Tarnmuster – hier gibt es ebenfalls zahlreiche Variationen, da die Bemalung von den Soldaten vor Ort durchgeführt wurde)
•   Stiefel in Schwarz
•   Wickelgamaschen in einem Grün-/Braun- oder Olivton.
•   Koppel und Tragestell in Lederbraun oder Schwarz
•   Brotbeutel/Kampftasche in Beige oder Sandfarben
•   Feldflasche in Braun mit dunkelbraunen oder schwarzen Lederstreifen
•   Gasmaskenbehälter in dunkel Grün oder Oliv

(https://s12.directupload.net/images/200711/n3gt44k8.jpg) (https://www.directupload.net)

Anleitung:
Der „Bausatz“ besteht aus sehr wenigen Komponenten und bedarf nicht unbedingt einer Bauanleitung. Bei Unsicherheit, wie welches Bauteil zusammengehört, kann man sich im Internet an zahlreiche Bildern von Originalgeschützen orientieren. 

Preis:
Für mein Set habe ich 9,90 Euro bezahlt. Für diesen Preis bekommt man ein schönes Set, das als vollwertige Einheit auf dem Spieletisch eingesetzt werden kann. Man  muss sich allerdings selbst um ein geeignetes Base oder mehrere Bases kümmern, was aber durchaus Gang und Gebe bei reinen Zinnfigurensets ist. Great War Miniatures kann man in Deutschland in mehreren Onlineshops kaufen. Somit ist man hier befreit von Zollgebühren und langen Transportzeiten.

(https://s12.directupload.net/images/200711/stk3vl3q.jpg) (https://www.directupload.net)

Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Zinnteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile langsam und mit viel Gefühl wieder in die richtige Form zu biegen, da ansonsten Bruchgefahr droht.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten/Grate haben.

Abmessungen (Geschütz):
Höhe: 2,2 cm
Breite: 2,5 cm
Länge: 5,2 cm (mit Handgriff: 6,5 cm)

Abmessungen (Figuren):
Höhe:  ca.3 cm (stehend, ohne Base)


Zusammenfassung Bewertung:

Maße (Maßstab):   gut plus
Detaillierung:       gut
Gussqualität:       gut
Passgenauigkeit:   gut plus
Material (Qualität):   gut plus
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:      - nicht vorhanden -
Preis:         gut



Fazit:
Ein schönes Modellset zu einem sehr „ausgefallenen“ Thema. Berücksichtigt man, dass diese Geschütze erst in den letzen Kriegsmonaten an der Front auftauchten, so hat Great War Miniatures hier einen kleinen Exoten für das Tabletop-Schlachtfeld erstellt. Das Modell ist schön detailliert und besitzt eine passende Besatzung in glaubwürdigen Posen. Auf dem Spielfeld ist dieses Set mit der richtigen Bemalung ein absoluter Hingucker und ein gefährlicher Gegner für jeden feindlichen Tank.

(https://s12.directupload.net/images/200711/6ohr7eo3.jpg) (https://www.directupload.net)
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: Riothamus am 11. Juli 2020 - 17:56:25
Dein Eifer muss mal wieder gelobt werden. Deine Berichte sind sehr informativ und dabei gut zu lesen. Ich musste mich mehrfach zurückhalten, Besprochenes zu bestellen und ein neues Gebiet zu erkunden.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: Darkfire am 12. Juli 2020 - 07:06:06
Welcher deutsche Händler führt "Die Waffenkammer" noch? Battlefield hatte mal, hat aber vor Jahren Abverkauf gemacht.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: Armstrong am 12. Juli 2020 - 12:14:16
Welcher deutsche Händler führt "Die Waffenkammer" noch? Battlefield hatte mal, hat aber vor Jahren Abverkauf gemacht.

Frontline Games bietet im Augenblick ein (leicht eingeschränktes) Sortiment von "Die Waffenkammer" an:
https://www.frontlinegames.de/Hersteller-Firmen/Die-Waffenkammer:::114_1385.html?language=de (https://www.frontlinegames.de/Hersteller-Firmen/Die-Waffenkammer:::114_1385.html?language=de)
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: Armstrong am 12. Juli 2020 - 12:21:54
Dein Eifer muss mal wieder gelobt werden. Deine Berichte sind sehr informativ und dabei gut zu lesen. Ich musste mich mehrfach zurückhalten, Besprochenes zu bestellen und ein neues Gebiet zu erkunden.

Danke! Wie gesagt, Kommentare helfen mir super um weiter zu machen. In den nächsten Uploads werde ich jetzt auch immer mehr Figuren einstreuen. Schließlich sind die ja die eigentlichen Hauptakteure jener Zeit.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: Darkfire am 12. Juli 2020 - 15:50:13
Welcher deutsche Händler führt "Die Waffenkammer" noch? Battlefield hatte mal, hat aber vor Jahren Abverkauf gemacht.

Frontline Games bietet im Augenblick ein (leicht eingeschränktes) Sortiment von "Die Waffenkammer" an:
https://www.frontlinegames.de/Hersteller-Firmen/Die-Waffenkammer:::114_1385.html?language=de (https://www.frontlinegames.de/Hersteller-Firmen/Die-Waffenkammer:::114_1385.html?language=de)

Danke für den Tipp, leider ist das Angebot sehr eingeschränkt   :(
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: fraction am 12. Juli 2020 - 16:22:19
Wirklich sehr ausführliche Informationen, hinter denen ein großer Aufwand steckt. Den vielen diesbezüglich lobenden Worten kann und möchte ich mich überwiegend anschließen.

Was ich für eine nicht ganz korrekte Information halte, sind deine Auffassung Hinsicht der größe der Great War Miniaturen. Die von dir gemessenen 30mm beziehen sich nach eigenen Worten auf eine Messung von Kopf bis Fuß ohne Base. Das ist das "korrekte" Maß bei 28mm / 1/56 Figuren. Die 28mm sind Fuß bis Augenhöhe. Korrekt in Anführungszeichen und insgesamt nicht zu ernst / verbindlich nehmen da 28mm ein ästhetischr Richtwert und kein Maßstab ist.

Ausführliche Ausführungen dazu hier:https://alkony.enerla.net/english/the-nexus/miniatures-nexus/miniature-hobby/miniatures-a-question-of-size-and-scale-explaining-miniature-size-and-miniature-scale

Habe mittlerweile eine sehr große Auswahl an Herstellern von historischen 28mm Figuren auf dem Maltisch gehabt und Great War ist höchstens im Mittelfeld was die Größe der Figuren angeht.

Ansonsten aber wie gesagt großes Lob für die tolle Aufbereitung der Informationen.

Gruß Robin
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: Lettow-Vorbeck am 12. Juli 2020 - 18:16:27
Welcher deutsche Händler führt "Die Waffenkammer" noch? Battlefield hatte mal, hat aber vor Jahren Abverkauf gemacht.

Frontline Games bietet im Augenblick ein (leicht eingeschränktes) Sortiment von "Die Waffenkammer" an:
https://www.frontlinegames.de/Hersteller-Firmen/Die-Waffenkammer:::114_1385.html?language=de (https://www.frontlinegames.de/Hersteller-Firmen/Die-Waffenkammer:::114_1385.html?language=de)

Danke für den Tipp, leider ist das Angebot sehr eingeschränkt   :(

Bret anschreiben oder anrufen. In der Regel besorgt er alles sehr schnell , günstig und zuverlässig :)
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: Armstrong am 12. Juli 2020 - 20:36:26
Welcher deutsche Händler führt "Die Waffenkammer" noch? Battlefield hatte mal, hat aber vor Jahren Abverkauf gemacht.

Frontline Games bietet im Augenblick ein (leicht eingeschränktes) Sortiment von "Die Waffenkammer" an:
https://www.frontlinegames.de/Hersteller-Firmen/Die-Waffenkammer:::114_1385.html?language=de (https://www.frontlinegames.de/Hersteller-Firmen/Die-Waffenkammer:::114_1385.html?language=de)

Danke für den Tipp, leider ist das Angebot sehr eingeschränkt   :(

Bret anschreiben oder anrufen. In der Regel besorgt er alles sehr schnell , günstig und zuverlässig :)

Danke. Wollte ich auch noch schreiben. Dann dauert es zwar etwas, aber dennoch habt ihr keine Zollgebühren und müßt auch nicht ins Zollamt.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: 3,7cm TAK
Beitrag von: Armstrong am 12. Juli 2020 - 20:39:02
Wirklich sehr ausführliche Informationen, hinter denen ein großer Aufwand steckt. Den vielen diesbezüglich lobenden Worten kann und möchte ich mich überwiegend anschließen.

Was ich für eine nicht ganz korrekte Information halte, sind deine Auffassung Hinsicht der größe der Great War Miniaturen. Die von dir gemessenen 30mm beziehen sich nach eigenen Worten auf eine Messung von Kopf bis Fuß ohne Base. Das ist das "korrekte" Maß bei 28mm / 1/56 Figuren. Die 28mm sind Fuß bis Augenhöhe. Korrekt in Anführungszeichen und insgesamt nicht zu ernst / verbindlich nehmen da 28mm ein ästhetischr Richtwert und kein Maßstab ist.

Ausführliche Ausführungen dazu hier:https://alkony.enerla.net/english/the-nexus/miniatures-nexus/miniature-hobby/miniatures-a-question-of-size-and-scale-explaining-miniature-size-and-miniature-scale

Habe mittlerweile eine sehr große Auswahl an Herstellern von historischen 28mm Figuren auf dem Maltisch gehabt und Great War ist höchstens im Mittelfeld was die Größe der Figuren angeht.

Ansonsten aber wie gesagt großes Lob für die tolle Aufbereitung der Informationen.

Gruß Robin

Großer Dank für den Hinweis. Werde ich korrigieren! Auch der Link ist Klasse. Sowas habe ich gesucht. Danke noch mal.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: FT-17
Beitrag von: Armstrong am 26. Juli 2020 - 18:36:42
Renault FT-17 vom Hersteller Warlord Games

(https://s12.directupload.net/images/200726/y3jfg2do.jpg) (https://www.directupload.net)

Kurzer geschichtlicher Abriss:
Der Renault, später bekannt unter dem Namen FT-17 ist unbestreitbar die modernste Panzerentwicklung des ersten Weltkriegs. Dieser Panzer war klein, simpel konstruiert, einfach zu bedienen und schnell und relativ Preiswert in großer Stückzahl herzustellen.
Der FT-17 war auch die erste Abkehr vom schweren, großen Kampfwagen, hin zu einem kleinen und leichten Gefährt, das gut mit den Schlachtfeldbedingungen im ersten Krieg zurechtkam.

1916 entwickelt, wurden 1917 die ersten Prototypen von Renault produziert (daher auch die Bezeichnung FT-17). Interessanterweise ist der Name FT-17 niemals von Renault selbst benutzt worden.

Seinen ersten Einsatz hatte der kleine Panzer am 31. Mai 1918 bei Soissons. Es war eine böse Überraschung für die Deutschen, als die französische Infanterie unterstützt von Dutzenden kleinen Kampfpanzern auf ihre Stellungen zustürmte.
Der FT-17 war seiner Zeit weit voraus. So besaß er als erster Panzer eine selbsttragende Panzerwanne (was das Fahrzeug leichter machte als ein Panzer mit Stahlrahmen), eine Federung, einen drehbaren Geschützturm, einen Fahrer der im vorderen Teil des Panzers direkt zwischen den Ketten saß (und somit ein optimales Sichtfeld zum Fahren hatte) und einen Motor im Heckbereich.
Trotzdem hatte der Renault auch seine Nachteile. Er war nur leicht gepanzert und konnte Gräben nur bedingt überschreiten. Zudem war der Panzer aufgrund seines weit vorne liegenden Turms kopflastig, weshalb der Kampfwagen einen Ausleger nach hinten bekam, der als Gegengewicht verhindern sollte, dass das Gefährt bei Fahrten durch unwegsames Gelände nach vorne überkippte und mit der Nase im Schlamm steckenblieb. Zudem half der Ausleger bei der Überschreitung von Gräben.

Bewaffnet war der Panzer mit einem Hochtkiss Maschinengewehr oder aber mit einer Kurzrohrkanone vom Typ Puteaux SA18 37 mm L/21. Der Kampfpanzer hatte zudem auch zwei verschiedene Turmausführungen. Zum einen den Rundturm (wie beim Warlord Games Modell) und zum anderen einen Hexagonalturm. Grund für diesen Unterschied waren die Unterschiedlichen Produzenten des Turms. Einige hatten große Schwierigkeiten die runde Form hinzubekommen, weshalb man alternativ eine zusammengenietete, eckige Variante erstellte. Zudem gab es den FT-17 auch noch als Funkvariante mit einem kastenartigen Aufbau.

Die Kampfpanzerversion hatte 2 Mann Besatzung. Einen Fahrer der im vorderen Bereich saß und einen Kommandanten/Schützen der im Turm stand. Es gab keine Sitzmöglichkeit für diesen und man kann sich lebhaft vorstellen, wie angenehm die Fahrt auf unebenem Gelände für den Panzerführer gewesen sein muss.

Interessanterweise endete die Dienstzeit des FT-17 nicht mit dem Ende des 1. Weltkriegs, sondern der Panzer wurde selbst noch im 2. Weltkrieg bis 1945 auf deutscher Seite eingesetzt. Hier  wurde er auch am D-Day (und in den Folgetagen) verwendet um die alliierten Invasionsstreitkräfte zurückzuschlagen. Man kann sich vorstellen, dass dies nur von mäßigen Erfolgt gekrönt war.
Interessanterweise wurde der FT-17 in vielen Armeen der Welt eingesetzt und teilweise auch in Lizenz im Ausland gebaut. So wurden Exemplare (und Weiterentwicklungen) u.a. in der japanischen, russischen, Italienischen oder auch US Armee verwendet.
Einige Exemplare des  FT-17 wurden auch von den Deutschen im ersten Weltkrieg erbeutet, jedoch niemals als Beutefahrzeuge im Kampf eingesetzt. Lediglich nur für Test- und Übungszwecke fanden sie Verwendung. Jedoch gelten sie zusammen mit dem Mark A „Whippet“ als Vorbild für die Entwicklung des deutschen LK I und LK II (Leichtkampfwagen).

(https://s12.directupload.net/images/200726/m3b8bt6k.jpg) (https://www.directupload.net)

Der Bausatz (von Warlord Games)

Umfang:
1 x Hauptrumpf (Resin)
2 x Kettenlaufwerkssektionen (Resin)
1 x Turm (Resin)
1 x Ausleger (Zinn)
1 x Gestänge für Ausleger (Zinn)
1 x Kurzrohrkanone (Zinn)
1x Hotchkiss M1914 (Zinn)
Keine Decals!
Keine Anleitung!

(https://s12.directupload.net/images/200726/5vi2y7en.jpg) (https://www.directupload.net)


Maße (Maßstab):
Die Abmessungen stimmen grundsätzlich  für den 28mm Maßstab (1/56). Die Details wie Nieten und Blechstöße sind gut wiedergegeben, allerdings weichen diese teilweise von der Anordnung des Originals ab. Der Auspuff (da angegossen) ist nur sehr einfach dargestellt. Grundsätzlich ist der Panzer aber recht gut wiedergegeben und stimmt mit leichten Abweichungen im Maßstab 1/56 mit den Originalmaßen überein.

(https://s12.directupload.net/images/200726/w8esrk82.jpg) (https://www.directupload.net)

Detaillierung:
Das Modell weißt eine recht gute Detaillierung mit erhabenen Nieten und Klappen auf. Die eigentlichen Merkmale des Originals wurden gut dargestellt. Bis auf die bereits erwähnte falsche Darstellung einiger kleinerer Details würde ich das Modell als gute Reproduktion bezeichnen.

Gussqualität:
Die Gussqualität ist zufriedenstellend. An meinem Model gab es leider kleine Verwerfungen und Gussränder. Die Stöße und Vertiefungen sind teilweise unsauber wiedergegeben und es bedarf einiger Reinigungsarbeiten mit Schleifpapier und Skalpell. Im Groben und Ganzen ist der Guss jedoch in Ordnung. Die Zinnteile sind sauber ausgeführt. Hier gab es keine Beanstandungen.
 
(https://s12.directupload.net/images/200726/hbp7wfps.jpg) (https://www.directupload.net)

Passgenauigkeit:
Die beiden Kettensegmente sind mit Zapfen am Rumpf zu befestigen. Hier gab es beim Zusammenbau keine Probleme. In den Turm kann sowohl eine Kurzkanone als auch das MG eingebaut werden. Mit etwas Geduld und Geschick kann man vielleicht sogar beide Waffenoptionen mit Magneten versehen und sie so austauschbar machen. Der Ausleger ist recht schnell zusammengebaut, sitzt allerdings an meinem Model leicht schräg am Rumpf. Der Turm wird lediglich in einer Aussparung am Rumpf fixiert. Hier sollte man unbedingt mit Magneten den Halt verstärken, damit der Aufbau nicht so leicht vom Panzer abfällt.

(https://s12.directupload.net/images/200726/o57whps2.jpg) (https://www.directupload.net)

(https://s12.directupload.net/images/200726/o5yo3kti.jpg) (https://www.directupload.net)

 
Matetrial (Qualität):
Das Resin ist hier ein relativ schweres Material und recht robust.  Bei der geringen Größe des Panzers fällt das Gewicht allerdings nicht sonderlich groß auf. Die Kurzkanone ist massiv und dick, das Maschinengewehr im Gegensatz dazu doch recht filigran. Trotzdem verzeihen beide auch das eine oder andere „grobe“ Handling. Andere Werkstoffe sind nicht enthalten.

Decals:
Bei diesem Bausatz sind keine Decals enthalten. Um ein generisches Fahrzeug zu bauen benötigt man diese auch nicht unbedingt. Vom FT-17 gibt es sowohl zahlreiche unterschiedliche Mehrfarbentarnanstriche als auch einfarbige Ausführungen. Oft waren französische Fahrzeuge mit Fahrzeugnummern, Namen und taktischen Zeichen (in Form von Spielkartensymbolen) ausgerüstet.
Es gibt auf dem Markt keinen wirklichen Anbieter für passende Decalsets. Somit muss man bis jetzt sich selbst Decals erstellen, diese „zusammenstückeln“ oder händisch aufmalen.

Allerdings bin ich gerade mit einem Anbieter in Kontakt und hoffe in Zukunft passende Decalsets für WW1 Panzer anbieten zu können. Hierzu später mehr!

(https://s12.directupload.net/images/200726/iyu289ib.jpg) (https://www.directupload.net)

Anleitung:
Der „Bausatz“ besteht aus sehr wenigen Komponenten und bedarf  keiner Bauanleitung. Wer das Aussehen des FT-17 kennt, kann die Einzelteile problemlos zusammensetzen. Zur Sicherheit sind beide Laufwerke zudem beschriftet, womit es eindeutig ist, auf welche Seite sie gehören. Auch der Zusammenbau der restlichen Teile (Turm, Kanone oder Maschinengewehr und Ausleger) sollten den Modellbauer vor keine größeren Probleme stellen. Zur Not gibt es genügend Fotos von anderen Modellen und Originalfahrzeugen im Internet zu finden.

Ein Tip zum Zusammenbau:
Klebt die beiden Laufwerkssektionen erst NACH dem Bemalen und Altern + Weathering an den Hauptrumpf! Damit erleichert ihr euch die Arbeit ungemein und kommt problemlos an alle Stellen des Models.


(https://s12.directupload.net/images/200726/lkxkkphe.jpg) (https://www.directupload.net)

Preis:
Für mein Modell habe ich ca. 27,00 Euro bezahlt. Dies ist für dieses kleine Resinmodell ein gerade noch  akzeptabler Preis. Ihr könnt zum Glück den Panzer hier in Deutschland in verschiedenen Onlineshops kaufen. 

Weitere Hinweise:
Es wird zum Zusammenbau Zweikomponentenkleber oder besser Sekundenkleber benötigt.
Um verbogene/verzogene Resinteile zu korrigieren empfiehlt es sich die betroffenen Bauteile in eine Schüssel mit heißem Wasser ein paar Sekunden einzutauchen und dann Vorsichtig wieder in die korrekte Form zu biegen. Dies kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden.
Man sollte zudem ein Bastelmesser zum Entgraten und etwas Sandpapier zum Abschleifen von Unebenheiten haben.
ACHTUNG! Bitte nur Draußen oder über einer Absaugvorrichtung schleifen! Resinstaub ist hoch gesundheitsschädlich und ist höchstwahrscheinlich krebserregend! 

Abmessungen:
Höhe: 4,4 cm
Breite: 3,1 cm
Länge: 9,3 cm

Zusammenfassung Bewertung:

Maße (Maßstab):   gut plus
Detaillierung:       gut
Gussqualität:       gut minus
Passgenauigkeit:   gut plus
Material (Qualität):   gut
Decals:         - nicht vorhanden-
Anleitung:      - nicht vorhanden -
Preis:         befriedigend



Fazit:
Mit diesem Modell könnt ihr nicht viel falsch machen. Es ist wirklich einfach zu bauen, robust und ordentlich designt. Das Warlord Games Model gehört zu den besseren Versionen dieses Typs auf dem Markt. Einziger möglicher Konkurrent, der dieses Model schlagen kann ist wahrscheinlich der Renault von Trenchworx (werde ich in Zukunft noch vorstellen). Bei diesem Modell hat man zumindest die Option von Hexgonalturm, Rundturm und Funkaufbau. Da aber dieser Anbieter bis jetzt nur exklusive auf dem US-Markt vertreten ist, stellt das Warlord Games Model die beste Alternative im Europäischen Raum dar.
Blitzkrieg bietet zwar ebenfalls seit kurzem einen FT-17 an (sogar mit geöffnetem Fahrerraum mit Fahrerfigur, und mit Hexagonalturm) aber hier wirkt das Modell sehr schlicht. Nach den ersten Fotos zu urteilen, wurde gänzlich auf die Darstellung von Blechstößen verzichtet und der Panzer wirkt dadurch recht kahl. Ob man wirklich die Übergänge der Panzerplatten darstellen sollte ist Auslegungssache, da sie am Original so fein sind, dass man bei einem genau herunter skalierten Modell diese wohl nicht mehr sehen würde. Hier entscheidet einfach der persönliche Geschmack.
Natürlich werde ich bei Zeiten auch den Blitzkrieg Panzer testen und vorstellen.

(https://s12.directupload.net/images/200726/52x9fylg.jpg) (https://www.directupload.net)
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: FT-17
Beitrag von: Riothamus am 26. Juli 2020 - 18:59:00
Es ist eine alte Frage, ob technische Details an einem Modell gezeigt werden sollen auch wenn sie eigentlich nicht zu sehen sein dürften. Ich ehe das je nach Verwendungszweck und verfügbarem Modell verschieden. Welche Modelle dann auf einer Spielplatte Auslauf bekommen, hängt bei diesem doch nicht ganz so häufigen Thema dann sicher oft vom Vorhandenen ab.

Es ist jedenfalls toll, so etwas vor dem Kauf zu erfahren und der Bericht ist auch sonst wieder grandios.
Titel: Re: Panzerschau (1914 - 1919) Was gibt es von wem auf dem Markt? Update: FT-17
Beitrag von: Armstrong am 26. Juli 2020 - 20:13:06
Es ist eine alte Frage, ob technische Details an einem Modell gezeigt werden sollen auch wenn sie eigentlich nicht zu sehen sein dürften. Ich ehe das je nach Verwendungszweck und verfügbarem Modell verschieden. Welche Modelle dann auf einer Spielplatte Auslauf bekommen, hängt bei diesem doch nicht ganz so häufigen Thema dann sicher oft vom Vorhandenen ab.

Es ist jedenfalls toll, so etwas vor dem Kauf zu erfahren und der Bericht ist auch sonst wieder grandios.

Wie gesagt will ich hier keine Bewertung abgeben. Denn im Grunde sind die Geschmäcker verschieden und im Bereich Resinmodelle muss man sowieso immer wieder gewisse Abzüge bei der Detailierung und Darstellung machen. Ich werde wie erwähnt später einen Vergleich zwischen den verschiedenen Anbietern ziehen, aber letzendlich überlasse ich es der/dem Leser(in), welches Modell er/sie bevorzugt.
Für mich ist nur ausschlaggebend, ob ein Modell sich im vertretbaren historischen Rahmen befindet oder doch zu sehr qualitativ von der Realität abweicht (oder mehr wie ein Spielzeug wirkt, als wie eine Abbildung eines historischen Objekts).
Ich werde hier ersteinmal keine Beispiele nennen (für schlechte Modelle). ^^°

Wie immer vielen Dank für das Lob! Der nächste Bericht ist auch schon in Arbeit!