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Kaserne => Spielberichte => Thema gestartet von: Pappenheimer am 13. Dezember 2018 - 11:28:42

Titel: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 13. Dezember 2018 - 11:28:42
Da mein Thread zum Polnischen Thronfolgekrieg in 3 Tagen über 110 Hits bekam, mache ich mal in der Reihe meiner Spielberichte weiter. Ich habe mir dieses Jahr vorgenommen pro Monat eine Schlacht zu zocken, der August war da nur eine Ausnahme. Da Pallas Athene Camposanto (1743) meinem Clausen (1735) Szenario vorzog, habe ich als Dezemberspiel mit ihr Camposanto gezockt.
Das Szenario mit etwas mehr Background findet ihr wie immer auf der HoW-Plattform: http://honoursofwar.com/thread/557/campo-santo-1743

Beim Österreichischen Erbfolgekrieg ist es umgekehrt wie beim Polnischen Thronfolgekrieg. Ich spiele die Franzosen und Pallas Athene die Österreicher.

Ich hatte für das Camposanto-Szenario beschlossen nicht widerzuspiegeln, dass der linke alliierte Flügel durch die Kanäle und anderen Geländehindernisse einige Schwierigkeiten hatte den ambitionierten Plan des Feldmarschalls Traun auszuführen, sondern das nur optisch mit den Hecken ein bisschen angedeutet. Die Schlachtkarten aus der Zeit sind eh recht widersprüchlich und so habe ich mir was aus den Erwähnungen bei Rebrachta/Porges und Browning zusammen gereimt.

Infolge des Verlustes von Schlesien an Preußen zielte Maria Theresia auf einen Ausgleich in Italien ab. Dort hatte die Pragmatische Allianz vermocht den König von Sardinien, Carlo Emanuele III., zu einem Bündnis zu verleiten. Die bourbonische Hegemonie in Italien war ihm wohl auch zu gefährlich.
Die bourbonischen Kräfte waren sich anfangs uneins. Frankreich war in Böhmen und Süddeutschland beschäftigt und wollte sich nicht in noch einer Region engagieren. Den Spaniern gelang einer der größten maritimen Erfolge des ganzen Krieges indem sie durch die herumkreuzenden britischen Flotten schlüpften und eine gewaltige Armee von 50.000 Mann unter dem erprobten General Montemar (siehe meinen Bericht zu Bitonto!) in Italien landeten. Diese Armee begab sich in einem Marsch nach Norden. Doch fanden sie die Stellungen der Verbündeten so günstig, dass sich Montemart zu keinem Angriff entschließen konnte. Durch dieses Zögern wurde der einzige namenhafte Verbündete, der Herzog von Modena, in eine prekäre Lage gebracht und sollte schließlich mehr oder weniger 1742 aus dem Krieg wieder ausscheiden. Unzufrieden mit dem Verlauf des Feldzuges bewirkte die Königin von Spanien Elisabetha Farnese die Absetzung Montemarts. Als Ersatz fand man den Comte de Gages (1682-1753), der sich auch gleich aggressiver gab. Doch die spanische Armee schwand dahin ohne den Verbündeten eine Schlacht zu liefern bis die Königin de Gages drohte ihn abzusetzen, wenn er nicht nach Norden in die Poebene vorstoßen würde. De Gages erkannte die Unmöglichkeit mit seiner kleinen Armee von nunmehr nur noch kaum 15.000 Mann bis Mailand zu gelangen und Garnisonen zu unterhalten, sah sich aber zu einem Schritt gezwungen und überquerte unwillig den Panaro, blieb aber gleich dort stehen.

FM Traun auf österreichischer Seite hatte genüsslich beobachtet wie die Spanier an seiner Taktik zugrunde gegangen waren und sah garkeine Veranlassung dazu den taumelnden Spaniern eine Schlacht zu liefern. Doch die in militärischen Dingen offensichtlich inkompetente Wiener Führung verlangte von Traun einen Angriff. Auch jetzt - wohl auf den Abzug de Gages hoffend, den er offensichtlich ganz richtig einschätzte - bewegte sich Traun so zögerlich wie möglich und wartete unweit Camposanto das Eintreffen der Belagerungsartillerie aus Ferrara ab. Dann aber entwickelte er einen Plan um die leichte nummerische Übermacht der Spanier auszugleichen indem er sie mit etwas Mut zur Lücke mit seinem linken Flügel, den er an Kavallerie stark machte, aufrollen wollte.
Endlich gegen Abend am 8. Februar 1743 kam es zur Schlacht (daher nicht meine obligatorischen Felder).

(https://i.imgur.com/97hC8rx.jpg)

Ejército español
CinC Gages (Dith.)

1. GL Duc de Atriaco (Dep.) : 2 x Cuir., 1 x Drag.
2. GL Macdonald (Dash.) : 2 x Guards (large)
3. GL Ramirez (Dep.) : 3 x inf., 1 x light artillery
4. MdC Gravina (Dep.) : 3 x inf.
5. GL Mariani (Dep.) : 2 x inf. (Walloon)
6. MdC Torre (Dep.) : 2 x Drag.

BP: 8

Armée alliée
Feldmarschal Graf Traun (Dash.)

1 Pestalluzi (Dep.) ? 2 x Cuir. (österr. u. sardische Kav.)
2 independent : 1xlight inf., 1xmed. artillery
3 GL Aspremont (Dash.) wounded on a 8-12: 3 x inf. (Sard.)
4 Colloredo (Dep.): 3 x inf. (Austrian)
5 FML Pyersberg (Dep.) : 2 x Cuir, 1 x Hus. (small)
6 FML Ciceri (Dep.) ? : 1 x Cuir., 1 x Drag.

BP: 7

Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Pappenheimer am 13. Dezember 2018 - 12:22:07
(https://i.imgur.com/xHaXZVP.jpg)
Rapport von der Schlacht bei Camposanto.
"Da ich nun den Feind aufmarschieren sah, suchte ich meine Befehle nach dessen Anstalten zu richten. Die feindliche Kanonade wurde von unserem wenigen leichteren Geschütz beantwortet.
(https://i.imgur.com/7GMrLg3.jpg)
Bald schon meldeten mir die Generäle von unserer Rechten, dass sie Massen an feindlicher Kavallerie aus dem Walde kommen sahen, der der Kirche von Camposanto gegenüber lag. Ich beschloss daher auf dem Flügel nicht erst den Feind zu erwarten, sondern erlaubte Herzog von Atriaco auf den Feind zu rücken.
(https://i.imgur.com/G90YBud.jpg)
Im Zentrum aber hatten die Gegner ihre Infanterie. Die Piemontesen durchquerten die Österreicher und schossen so gut sie konnten ihre Salven.
(https://i.imgur.com/wrJkqBT.jpg)
Ich beschloss dort erschöpfte Bataillone stets rechtzeitig zurück zu ziehen und durch das zweite Treffen zu ersetzen.
Leider zeigte der Gegenangriff unserer Kavallerie unter dem Herzog von Attriaco nicht die erwünschten Erfolge und eines der Regimenter wurde in die Flucht geschlagen, ein anderes konnte sich geordnet zurückziehen.
(https://i.imgur.com/CEmlWdk.jpg)
In ihrer Wut setzten die feindlichen Reiter nach und gerieten vor die Läufe der Königlichen Garden, welche sie mit einer geordneten Salve völlig zusammenschossen.
(https://i.imgur.com/sCqmfDd.jpg)
Somit war uns trotz erster Rückschläge gelungen die Lage auf diesem Flügel zu unseren Gunsten zu stabilisieren. Die feindliche Reiterei sollte sich fortan hüten vor unsere Musketen zu springen, weshalb der Grande Attriaco auch seine Dragoner absitzen und zu Fuß kämpfen ließ.
(https://i.imgur.com/x0YY6G6.jpg)
Auf unserem linken Flügel allerdings schlug die gegnerische Artillerie schreckliche Schneisen in die Wallonen unter Mariani von denen sich ein Teil bis ins Dorf Camposanto zurückziehen musste. Aber unsere Dragoner machten dort ihre Sache sehr gut und wehrten die piemontesischen und österreichischen Reiter mit ihrer Feuerkraft ab.
(https://i.imgur.com/3Xhs29w.jpg)
Sodann ließ ich im Zentrum eines der Bataillone aus der zweiten Reihe in die Flanke des Feindes feuern und der Generalleutnant Macdonald führte eines der Gardebataillone obendrein um das feindliche Zentrum herum, was die bis dahin beständig uns verdrängenden feindlichen Fußtruppen in einer missliche Lage brachte.
(https://i.imgur.com/3Vlb5yg.jpg)
Obwohl sich die Feinde umformieren konnten und in unserem Zentrum hohe Verluste zu verzeichnen waren, gelang es unseren Infanteristen einige feindliche Bataillone in die Flucht zu schlagen als die Dunkelheit bereits auf das Schlachtfeld fiel.
Nur eines unserer wallonischen Bataillone auf unserer Linken unter Mariani wurde durch das heftige Artilleriefeuer zerschlagen.
(https://i.imgur.com/f6ZtuZ8.jpg)
Doch die hohen Verluste zwangen den Feind auch wegen der einsetzenden Finsternis zum Rückzug. So blieben wir die Herren des Schlachtfeldes und können euch einen Sieg melden."
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Pappenheimer am 13. Dezember 2018 - 12:31:27
Nach den Spielregeln war es ein Unentschieden. Keine der Seiten konnte die Ziele erfüllen oder den Feind brechen. Allerdings ein Unentschieden zu Gunsten der Spanier, da die alliierten Verluste etwas höher waren.
Verluste:
Spanier
1 Infanterie
1 Kavallerie
Alliierte
2 Infanterie
1 Kavallerie
Die Schlacht ist mit 5 Runden nur sehr kurz bemessen, bildet aber den späten Beginn recht gut ab und führt dennoch zu einem befriedigenden Resultat. Die Österreicher hatten halt mit ihrer zahlenmäßigen Übermacht an Kavallerie nach der Erfahrung gegen meine Garden nichts mehr anstellen können.
Nach Punkten hatten die Verbündeten am Ende noch 4 und ich noch 6.
Wäre die Schlacht länger gewesen, hätte mir die Artillerieüberlegenheit der Verbündeten sicher noch mehr zu schaffen gemacht. Aber auch so war auch mein Zentrum nah daran gebrochen zu werden. 2-3 Bataillone waren bei 4 Hits und Pallas Athene hat mich kontinuierlich gegen das Dorf gedrückt, was natürlich auch durch meine Art das 1. Treffen durchs 2. zu ersetzen, indem das 1. hinter dem 2. Stellung nahm um sich zu erholen und das 2. folglich auf der Stelle bleiben musste, bedingt wurde.
Taktisch bietet Camposanto meines Erachtens wenig Optionen v.a. für die Verteidiger. Dennoch als ein kleines Spielchen für nen Klubabend oder sowas vielleicht besser geeignet als ne große Schlacht wie Guastalla, Piacenza oder sowas.
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Pappenheimer am 21. Januar 2019 - 13:21:52
Ein ähnliches Ergebnis nur mit den Österreichern als leicht überlegener Seite wurde von einem anderen HoW-Fan erzielt: http://honoursofwar.com/thread/620/campo-santo-dindin-aar-pics
Ich habe das mal hier angeführt in der Hoffnung, dass es Tattergreis interessiert.  :)
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: tattergreis am 21. Januar 2019 - 14:13:44
 :)
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: D.J. am 21. Januar 2019 - 16:27:17
Ein ähnliches Ergebnis nur mit den Österreichern als leicht überlegener Seite wurde von einem anderen HoW-Fan erzielt: http://honoursofwar.com/thread/620/campo-santo-dindin-aar-pics
Ich habe das mal hier angeführt in der Hoffnung, dass es Tattergreis interessiert.  :)

Da ich diesen Bericht noch nicht kannte, reizen mich beide.
Danke dir für die Mühe, die du in deine Berichte steckst (ich denke da z.B. an die Recherche, von der spielerischen Umsetzung ganz zu schweigen) und für's Verlinken :)
Und an Pallas Athene natürlich auch!
Hinter jedem großen General und Berichterstatter ... ;)
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: tattergreis am 21. Januar 2019 - 20:55:29
...
Ich habe das mal hier angeführt in der Hoffnung, dass es Tattergreis interessiert.  :)
Als das sweetwater wieder online ging, hat mich Deine Menge an AARs zugegenermaßen etwas erschlagen, aber Du kannst Dir sicher sein, dass ich Deine Armee-AARs alle lese.
Diesen hier habe ich bisher nicht kommentiert, weil ich bei zwei Dingen lieber die Klappe halte, um niemanden auf den Schlips zu treten. (und das von mir, ich wundere mich selbst...)
Die Kav hüpft über Hecken, das missfällt mir. Allerdings ist das Gelände wie von Dir angesprochen unklar, aber dann sollte es vielleicht sogar wegfallen. :-\

Mein Hauptpunkt ist allerdings die angewandte Technik des Bockspringens, die mir sehr missfällt. Ich meine die Interpenetration, die mit geringen Nachteil (-1 wg. moved) dem Angreifer ermöglicht, mit frischen Truppen auf den Verteidiger zu feuern. Eigentlich beinhaltet solch eine Interpenetration in der Realität auch Formationswechsel, sind also ziemlich schwierig und riskant.
Ich hatte sogar überlegt, ob ich HoW als Regelwerk für meine Gefechte der Vornapoleonischen Imagi-Nationen-Epoche verwende, zumal auch Zieten HoW verwendet, aber im Prinzip ist SYW bei mir leider obsolet und durch Napo ersetzt. Frustriert mich tierisch...

Ich fürchte, mit diesem post habe ich mein image als ewig unzufriedener Regelkritiker mal wieder untermauert. :) Die Kritik richtet sich aber ausdrücklich gegen HoW, und nicht gegen Dich, Pappenheimer. Meine hohe Meinung von Deinem Engagement hier und im HoW-Forum ist Dir bekannt.

cheers
tatter
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Pappenheimer am 21. Januar 2019 - 21:52:12
Och, ich sehe kein Problem mit der Kritik.

Keith Flint sieht eine Runde als Widerspiegelung aller Ereignisse von 20 Minuten und in der Zeit hat man rasch eine andere Einheit durchquert und sich wieder formiert und auch etliche Salven abgefeuert. Außerdem bewegten sich zumindest während des Österr. Erbfolgekrieges die Truppen teilw. nicht so dicht wie in der Napo, v.a. bei den Franzosen. Allzuviel wollte da Keith Flint auch nicht differenzieren, damit die Regeln nicht zu sperrig werden (offenbar fand er sie dann doch zu sperrig und entwickelte daher Ende letzten Jahres seine Simple SYW Rules).
Hecken brächten für Kavallerie und Artillerie eine halbe Bewegung Abzug, wohl auch eher wegen der Unordnung, die so eine Bewegung unter der Reiterei bringt. Tut mir leid, dass hier die Hecken etwas verwirrend waren. Man hätte auch im Szenario für diesen Acker einfach Double-Moves ausschließen können, um die Geländehindernisse einfließen zu lassen. Attacken hat die Kavallerie dort dennoch geritten 1743 und dennoch werden Büsche oder Hinterhalte wie Cascinen, Erdwälle oder sowas erwähnt, wenn ich mich recht entsinne.

Gehen wir mal davon aus, dass eine verhältnismäßig kleine Schlacht wie Camposanto 2 Stunden dauerte an effektiver Kampfzeit, so wären das immerhin 10 Runden und das wären eher 4-5 Stunden Spieldauer. Von daher unpraktikabel für uns. Das Austauschen der Treffen, das Zurücknehmen erschöpfter Truppen, ist auf jeden Fall glaubhaft. Da die Regeln das Kommandieren einzelner Bataillone fernab der Brigadegeneräle sehr unwahrscheinlich machen, ist es halt schwerlich möglich ein oder zwei Einheiten zurück zu nehmen und den Rest vor der Front zu lassen. Deshalb habe ich die Brigaden geschlossen vor oder zurück genommen.

Ein Formationswechsel kostet meine Franzosen eine volle Runde. Bei allen Problemen der Franzosen und ihrer Rückständigkeit v.a. vor dem Siebenjährigen Krieg, ist das natürlich übertrieben, aber passt in eine Art der Abstufung.
Ein Bataillon von einer Kolonne in eine Linie oder umgekehrt umzuformen brauchen wir unerfahrene unroutinierte Reenacters vielleicht 2-5 Minuten. Selbst wenn es im Ancien Régime vor dem Reglement von 1791 komplizierter war (ich kenne keine Bataillon Uni wie aus der Napo aus der Ancien-Régime-Szene, von daher können wohl diese "Truppen" realistisch keine Formationsänderungen in gr. Stil abbilden(Briten der AWI siehe kabinettskriege-blog haben wohl manchmal größere Verbände...) wird es auch nicht mehr als 10 min. gedauert haben, also auch nur die Hälfte der 20 min. einer Runde.

Viel Theorie, aber das ist auch meistens die Ebene auf der wir im HoW-Forum diskutieren.

Musst ja auch HoW nicht toll finden. Von Zieten habe ich eh ewig nix mehr gelesen.

Cheerio!

Pappi

PS: Ich sag auch nicht, dass HoW perfekt ist, aber es ist bis jetzt am ehesten prakitkabel (verständlich, halbwegs realistisch, halbwegs schnell spielbar wenn mit den geeigneten Mitspielern).
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Driscoles am 21. Januar 2019 - 22:48:05
Schöner Bericht!
Ich bin, wie es scheint, nicht der einzige Topfotograf hier im Forum  ;)
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Decebalus am 22. Januar 2019 - 14:44:27
Danke für den Bericht.

Zu den Fotos ein kleiner Tip: Einfach vorher ein bißchen zuschneiden. Dass der untere Teil der Bilder regelmäßig nur grüne Wiese mit ab und zu mal einem Würfel ist, muss doch nicht sein. Damit rückst Du gleich das wesentliche viel mehr in den Mittelpunkt des Bildes.
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Pappenheimer am 22. Januar 2019 - 15:16:30
Danke für den Bericht.

Zu den Fotos ein kleiner Tip: Einfach vorher ein bißchen zuschneiden. Dass der untere Teil der Bilder regelmäßig nur grüne Wiese mit ab und zu mal einem Würfel ist, muss doch nicht sein. Damit rückst Du gleich das wesentliche viel mehr in den Mittelpunkt des Bildes.
Salut!
Ich hab ja jetzt gesehen, dass ich mit imgur die Bilder verkleinern kann, da es das Forum scheinbar nicht mehr tut. Idealerweise lade ich einfach ne Auswahl der Fotos an dem Abend hoch, wenn ich sie gemacht habe.
Fürs nächste Spiel hab ich mir vorgenommen kleinere hochzuladen (Größe wie E-Mail-Anhang), da im HoW-Forum auch die Obergrenze bei Einbettungen von Fotos erreicht ist.

Wegen dem Beschneiden. Mal schauen, vielleicht. Eher einfach nur welche auswählen, die besser getroffen sind.
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Maréchal Davout am 18. März 2019 - 10:13:09
Schöner Spielbericht und was für eine tolle Sammlung an Figureb des 18. Jh.! Das will ich mir auch bemalen 🙂 Wenn ich alle Napo-Armeen habe, muss ich hart mit mir ringen, ob ich ins 18. Jh. oder den Hellenismus als nächstes Großprojekt einsteige...
Titel: Re: HoW: Camposanto 1743
Beitrag von: Pappenheimer am 18. März 2019 - 10:46:39
Vielen Dank für Deinen Kommentar, Monsieur le Maréchal.  ;)

Antike fetzt auch. Ist halt nach meinem Gefühl regeltechnisch etwas schwieriger, weil halt doch irgendwie was ganz anderes. Hätte schon keine Ahnung wie da die Command-Ebene ablaufen soll.

Falls Du 18.Jh. machst, dann großtaktisch wie bei Grande Armée oder wie ich, so ein Mittelding?
Titel: Cuneo 1744 1
Beitrag von: Pappenheimer am 27. Mai 2019 - 09:35:13
Nach dem fatalen Feldzug von 1743, unternahmen die Franzosen und Spanier 1744 einen gemeinsamen Versuch in Italien einzufallen. Das westliche Piemont wurde überrannt und mit erstaunlichem Erfolg wurden die Alpen überquert. Doch die Stadt Cuneo stellte eine ernste Hürde dar, denn sie wurde vom Deutschen General Leutrum meisterhaft verteidigt. Am 30. September traf die Armee des Königs von Sardinien mit Unterstützung einiger österreichischer Truppen auf den Feind, um die Stadt zu entsetzen oder wenigstens die Belagerer abzulenken und Lebensmittel hinein zu schaffen.

(https://i.imgur.com/xJ8q3Jd.jpg)

Piedmont/Austria

CinC
Carlos Emanuele III. (Dash.) UND Browne (Dep.)


1 Austrians: FML von Bierbach* (Dep.) - has to move Forward 1st turn
2 x Croats
2 x Grenadiers (small)

2 General d'Aix (Dep.)
2 x infantry
1 x swiss (elite)
1 x light artillery

3 FML Palavincini (Dep.)/GL de la Chiesa (Dep.)
1 x infantry
1 x militia
1 x Grenadiers

4 Austrians: FML Weinberg* (Dep.) / Prinz von Baden (Dep.)
2 x Grenadiers
1 x fusiliers
1 x medium artillery

5 (Independent)
1 x horse (elite)

6 Della Manta (Dep.)
2 x Dragoons

7 Liguane (Dep.)
2 x Dragoons

BP: 10


French/Spanish

CinC

Prince de Conti (Dash.) UND Filipe, Infante de Espana (Dith.)

1 French: Loi-de-Lion* (Dep.)
2 x infantry
1 x light artillery

2 French: Du Chayla (Dep.) / Charge-SoixantNeuf* (Dep.)
2 x cavalry
1 x dragoons (large)

3 Spanish: Pignatelli (Dith.) / Los Fastidios* (Dash.)
2 x Cavalry (small)

4 French: Lt. Gen. Chevert (Dash.)
2 x infantry
2 x medium artillery

5 French: de Menhirs* (Dith.)
3 x infantry

6 Spanish: Brig. de Courten (Dep.) / Altivez-Grosero* (Dep.)
2 x infantry (small)

7 Spanish: MdC de la Mina (Dep.)
2 x infantry (small)

8 Spanish: Independent
1 x inf. (small)

9 Spanish: De Castelar (Dep.) / Bastardo di Disfile* (Dith.)
2 x dragoons - on foot (small)

10 French: Independent
1 x French Cavalry

11 Spanish: de Gages (Dith.)
3 x infantry (small)

BP 10

Terrain:

River Stura not fordable
Madonna dell'Olmo Heavy Cover
Tetto San Giacomo Light Cover
The ditch - stop at the ditch and move next turn rolling a successfull 4-6

(https://i.imgur.com/FejP6Gy.jpg)

Wie spielten mit 4 Spielern. Dadurch habe ich mir ausgedacht, dass Browne ein eigenes Kommando über die beiden österreichischen Flügel haben sollte, auch wenn er sich immer dem König Carlo Emnanuelle - gespielt von einer Freundin - unterordnete.
Die Gegner wurden von Pallas Athene und einem Bekannten als Prince de Conti und Infant von Spanien gespielt. :)
Titel: Cuneo 1744 2
Beitrag von: Pappenheimer am 27. Mai 2019 - 09:50:15
"Seine Majestät geruhte sich vor unserem Angriffe mit mir zu beraten. Da der Feind offensichtlich zahlreiche Infanterie hinter Madonna dell'Olmo in Stellung gebracht hatte, beschlossen wir hier nur einen Scheinangriff durchzuführen, während mein rechter Flügel mit unserer besseren Artillerie Tetto San Giacomo stürmen sollte.

(https://i.imgur.com/u0uy5qq.jpg)

Ich begab mich daher sogleich zum Prinzen von Baden, um ihm die nötigen Befehle zu erteilen.

(https://i.imgur.com/nk3pZtA.jpg)

Ich ließ vor Tetto San Giacomo unsere 6-Pfünder auffahren und damit die leichten Geschütze, die der Feind neben dem Weiler postiert hatte, beschießen, um diese so rasch wie möglich auszuschalten. Während der König seine Artillerie aufprotzen und vorwärts fahren ließ, begannen die Franzosen im Zentrum ein höllisches Artilleriefeuer, dass die Erde erbebte.

(https://i.imgur.com/TZXNaoZ.jpg)

Derweil hörte ich, daß der rechts von mir vorrückende General Liguane Schwierigkeiten hatte den Graben zu überqueren. General Della Manta überholte ihn mit seinen Dragonern."
Titel: Cuneo 1744 3
Beitrag von: Pappenheimer am 27. Mai 2019 - 13:23:16
"Da nun meine Grenadiere unter klingendem Spiel auf den Flecken Tetto San Giacomo zurückten, wurden wir der entschlossenen Verteidiger war. Unsere Artillerie vermochte nicht die feindlichen Geschütze zum Schweigen zu bringen.

(https://i.imgur.com/QOxSNRw.jpg)

Ein Meldereiter brachte mir die Nachricht, daß unsere Grenadiere rechterhand von Madonna dell'Olmo auf die ersten Truppen der Spanier getroffen seyn, während die Kroaten das Dorf selbst beschossen ohne eine Würckung zu zeitigen.

Der König hatte seine Artillerie weit voraus geschickt und diese spiel nun Kartätschen in die Reihen der Spanier und Franzosen, die auf sie zu marschierte. Derweil feuerten die französischen Batterien aus ihren Redouten mit aller Heftigkeit, umb die piemontesische Infanterie zum Rückzug zu zwingen.

Della Manta sendete mir die Versicherung bald Teto San Giacomo umgangen zu haben, um die feindliche Artillerie wegzunehmen. Die Infanterie der Brigade Navarre, die uns gegenüber stand, wurde in den Flecken geworfen, um uns desto entschlossener Widerstand zu leisten.

(https://i.imgur.com/EKOE7dw.jpg)

Zu Della Mantas Erstaunen prallte er bald auf eine Brigade spanischer Reiterei, die er zum Theil zurückwerfen konnte. Aber der Feind hatte offenbar unseren Plan errathen. Della Manta meldete auch, daß er eine gewaltige Kolonne französischer Infanterie gesichtet habe, die wohl dazu bestimmt war, jeden Versuch eines Flankenangriffes zu vereiteln.

(https://i.imgur.com/X6iNFk4.jpg)

Della Mantas Attacke verlohr seinen Moment, da seine Brigade auch heftig von der Infanteriebrigade aus dem Flecken San Giacomo beschossen wurde.

(https://i.imgur.com/LUxWMnb.jpg)

Alle Versuche meiner Grenadiere und meiner Artillerie die Verteidiger von San Giacomo mit Salven zu vertreiben scheiterten. Stattdessen steckte meine Kolonne zusehends Verluste ein.
Die Franzosen sendeten eine Brigade Kavallerie, umb den Bereich zwischen San Giacomo und ihrer Redoute zu decken. Derweil schien es, als ob die Infanterie des Königs einfach nicht vorwärts käme, sondern im Grund stecken blieb.

(https://i.imgur.com/g81kUAP.jpg)

Seine Majestät ritt hinüber zu seinen Dragonern, umb den General Linguane anzuspornen, endlich Della Manta zu folgen, umb durch eine geballte Macht die gegnerische Stellung von der Flanke her aufzurollen.

(https://i.imgur.com/Ss8uDRN.jpg)

Nun geschah allerdings etwas überaus unerwartetes."
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 27. Mai 2019 - 15:41:56
Oh, wie klasse! Ein echter Pappenheimer-Spielbericht :D
Ich liebe ja deine Karten zu den Spielen, die ich immer parallel geöffnet habe, während ich deine Berichte lese :)
Der hier wird morgen in Ruhe gelesen, da habe ich ausreichend Zeit und Ruhe :)
Danke dir für deine Mühen ... und jetzt weitermachen  8)
Titel: Cuneo 1744 4
Beitrag von: Pappenheimer am 27. Mai 2019 - 17:31:46
Danke dir für deine Mühen ... und jetzt weitermachen
Bei soviel Motivation gerne doch.  :)

"Der Prince de Conti hielt es nun scheinbar vor gut, all seine Reuterey des Centrums uns entgegen zu werfen, wohl auch, da er bemerkte, welche Lücken seine Artillerie in unsere Reihen geschlagen hatte.

Mit todesmutiger Verachtung erwarteten meine Männer den Zusammenprall und feuerten munter auf die Angreifer.
Nahe Tetto di San Giacomo erkannte General Linguane die Gelegenheit eines der feindlichen schweren Regimenter aufzureiben und fiel ihm in den Rücken.
(https://i.imgur.com/nWIyfnG.jpg)

Ein heftiger Kampf entbrannte. Kugeln flogen dicht, die französische Reiterey kämpfte verzweifelt und eines der Regimenter wurde aufgerieben.
(https://i.imgur.com/WDzVPzo.jpg)

Die beiden anderen wurden zum Rückzuge gezwungen. Doch ihre Artillerie war durch die Attaque auch erneut gerettet. Denn auch die Unsrigen hatten einige Verluste hinnehmen müssen.
(https://i.imgur.com/Pm9tbmD.jpg)

Im Centrum ging endlich General Palavinci für und verstärckte d'Aix, der unter dem heftigen Feuer der französischen Batterien litt.

Ehe Della Manta mit seiner Dragoner-Brigade endlich Teto San Giacomo umrunden konnte, traf er auf das letzte einsatzfähige Regiment von der spanischen Reiterey an diesem Flügel. Wieder war der Zusammenprall fürchterlich. Aber Della Manta versicherte mir später, daß er den Eindruck gehabt habe, daß der spanische Brigade-Commandeur selbst nicht an einen Sieg glaubte und sein Regiment wurde tathsächlich mit dem ersten Ansturm zerschlagen.

(https://i.imgur.com/cfCjhhr.jpg)

Der Kampf im Centrum nahm an Erbitterung zu. Franzosen und Spanier warfen ihre Brigaden in den Kampf, der recht ausgewogen war, denn obwohl unsere Salven recht miserabel waren, waren doch die feindlichen nicht viel besser und beide Seiten griffen zum kalten Stahl um die Entscheidung zu suchen.

(https://i.imgur.com/A2jY5vq.jpg)

Die tapferen Schweizer kämpften wie die Löwen, auch wenn eines von d'Aix Bataillonen neben ihnen zersprengt wurde. Selbst die piemontesische Artillerie, die fortwährend Kartätschen in die angreifenden Franzosen gespuckt hatte, mußte zurück genommen werden. Einzelne Einheiten beider Seiten lösten sich auf und fluteten in wilder Flucht zurück.

An unserem linken Flügel wurden nun auch die Kämpfe heftiger. Der Feind entschloss sich sogar einen Theil seiner Dragoner fürwärts und unsren Kroaten auf den Hals zu hetzen, die plänkelnd zurück fielen. Meine Grenadiere wurden theils zurückgezogen. Ein Bataillon aber, wurde in der Flanke gefasst.

(https://i.imgur.com/VAu4wkJ.jpg)

Doch waren die Grenadiere so rasch nicht zu überrumpeln und wendeten sich und was soll man sagen? Sie schlugen die französischen Schweren Reüter zurück, die schon mit denen Palaschen zwischen sie hieben. Gloria!

(https://i.imgur.com/FjyCQgF.jpg)

Der Brigadecommandeur meiner Grenadiere und Kroaten geriet allerdings in Gefangenschaft wie ich erfuhr. Somit war ein brauchbares Vorgehen gegen Madonna dell'Olmo ausgeschlossen. Zumal der Feind eine ganze ausgeruhte Brigade Spanier. Der Graf von Gages soll dort commandiert haben, den wir schon von Camposanto vor seine Zaghaftigkeit kennen.

Aber auch unser Centrum hatte schwere Verluste zu beklagen. Der Gegenangriff der Franzosen war zumindest abgewehrt.

(https://i.imgur.com/5X4aepS.jpg)

Aber der Tag neigte sich deutlich dem Ende und wir waren weit davon entfernt, auch nur einen der Puncte wegzunehmen. Immerhin hatte der Feind hohe Verluste erlitten. Aber auch unsere Bataillone waren schwer geprüft und lediglich unsere Reiterey hatte sich immer wieder als nützlich hervorgethan, ausgenommen die Garde."
Titel: Cuneo 1744 5
Beitrag von: Pappenheimer am 28. Mai 2019 - 13:52:50
"Da unser linker Flügel entweder auf dem Rückzuge begriffen war oder sich hüten mußte denen Herren Spaniern ernstlich unter die Augen zu treten, befahl ich den Angriff mit meinen Grenadieren auf Tetto San Giacomo.

Dieser Platz wurde erbittert verteidigt und obwohln wir ein Bataillon hinaus werfen konnten, hielt das andere doch so frisch stand, daß sich meine tapferen Grenadiere auch selbst retiriren mußten.
(https://i.imgur.com/qBgjNVU.jpg)

Der Kampf im Centrum wurde zwar noch mit einiger Erbitterung geführt, da aber d'Aix seine Schweizer einbüßte, war auch dort wenig zu gewinnen. Die ganz ausgeruhte Brigade Infanterie, welche die Franzosen ehedem Della Manta hatte entgegen schicken wollen, wurde rechtzeitig umgelenkt, um sich dem letzten Angriff des Königs von Sardinien entgegen zu stemmen.

(https://i.imgur.com/6vF6Azr.jpg)

Der Angriff wurde also abgewehrt und da die Dunkelheit herein brach, befahl der König den Rückzug der Armee. Della Manta, der am weitesten vorgerückt war, erhielt diesen Befehl als letzter.

(https://i.imgur.com/HJiL1i9.jpg)

Obwohln die Ziele Se. Majestät nicht erfüllt wurden, so haben wir doch dem Feinde zahlreiche Verluste zugefügt. Dahero bitte ich Ew. Excellenz mit geringem Widerwillen, diesen meinen devoten Bericht der Bataille von Cuneo anzunehmen.

Browne"
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 29. Mai 2019 - 05:28:16
Ich konnte den Bericht gestern aufgrund arger Verbindungprobleme leider nicht lesen :( Wir hatten den ganzen Tag kein Internet, kein Telefon ... und am Handy ist das nicht machbar, nebenher die schöne Karte geöffnet zu halten, um alle Bewegungen nachvollziehen zu können.
Wenn alles klappt kann ich das heute nachholen, sonst morgen, am Vatertag :)

Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 29. Mai 2019 - 10:03:32

Wenn alles klappt kann ich das heute nachholen, sonst morgen, am Vatertag
Dann wünsche ich Dir einmal einen schönen Vatertag und danke für die Rückmeldung!  :)

Hier mal die Statistik der Verluste
Runde 5
Franzosen 1 Btl. (1 p.)
               1 Kavallerie (1 p.)
Spanier    1 Kav. (0,5 p.)

turn 6
Piemont 2 Bataillone (2 p.)
Franzosen 1 mal Dragoner (1,5 p.)
                1 Bataillon (1 p.)

Total:
Spanier & Franzosen 5 p. - 5 Punkte übrig

Piemontesen & Österreicher 2 p. - 8 Punkte übrig

Nach Verlusten also eher ein habsburgisch-piemontesischer Sieg. Aber dabei muss man bedenken, dass am Ende auch zahlreiche meiner Bataillone 4 oder 3 Hits hatten und auch die piemontesische Infanterie nicht bloß 1/3 der Einheiten verloren hatte, sondern auch ne Menge Hits einstecken musste. Die Miliz, die erst in der letzten Runde an den Feind kam, hätte sicher auch nichts mehr gerissen. Von daher hätte eine oder zwei Runden mehr, auch nicht viel gebracht.

Ich hab dann das Szenario ein bisschen angepasst, dass es ein klitzekleines bisschen wahrscheinlicher wird, dass die Ghibellinen gewinnen können.  8)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 29. Mai 2019 - 15:56:48

Wenn alles klappt kann ich das heute nachholen, sonst morgen, am Vatertag
Dann wünsche ich Dir einmal einen schönen Vatertag und danke für die Rückmeldung!  :)

Keine Ursache :)
Es wird tatsächlich morgen.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 30. Mai 2019 - 09:55:07
Was für ein feines Gefecht :D
Das Gelände hat mir, wie immer, super gefallen. Und mir ist aufgefallen, dass ein breiter Spielplatz erst richtig Überflügelungsversuche zulässt, viel Platz auch für andere Manöver ermöglicht ... das werde ich versuchen, für eine Solohagel-Spiele auch umzusetzen, sofern ich den Platz dafür frei bekomme.

Ebenso klasse hat mir gefallen, dass es wieder um Dörfer oder besondere Gebäude ging, die erobert oder verteidigt wurden. Das ist es, was für mich das historische TT im SYW und die Napo-Epoche so besonders und interessant machen. Das kam auch hier in deinem Bericht wieder klasse rüber.

Wie immer hat es mir großen Spaß gemacht, das Gefecht parallel auf der von dir gezeichneten Gefechtskarte nachzuvollziehen :)

Insgesamt mit einer Tasse Kaffee ein vorzüglicher Start in den Tag :D
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 31. Mai 2019 - 10:08:01

Das Gelände hat mir, wie immer, super gefallen. Und mir ist aufgefallen, dass ein breiter Spielplatz erst richtig Überflügelungsversuche zulässt, viel Platz auch für andere Manöver ermöglicht ... das werde ich versuchen, für eine Solohagel-Spiele auch umzusetzen, sofern ich den Platz dafür frei bekomme.
Ich fand das diesmal ziemlich schwierig zu überflügeln. Irgendwie hatte ich mich mit dem Gelände ein bisschen vertan (es war dadurch im Zentrum enger als erwartet), obwohl ich meine Karten immer einfach in 1:10 zeichne. Das kriegt man dann auf A4 noch gut aufs Papier. Die beiden Siedlungen waren ja jeweils die Flankensicherungen der Bourbonen-Truppen. So ein Dorf zu umgehen ist nicht einfach. Selbst wenn man jetzt außerhalb des Tisches in einem imaginären Gebiet umgehen dürfte, würde das doch zuviel Zeit verschwenden und man käme erst in der letzten Runde oder bei Sonnenuntergang an. Geht man nah dran vorbei wie bei uns, dann kann die Garnison munter die Umgehungstruppen beschießen.   :o

Der Gimmick vor Runde 1, 3 und 6 sich nochmal insgeheim ohne Gegenüber abzusprechen, hat eigentlich nicht viel bewirkt. War aber doch irgendwie lustig. Wir dachten dann nämlich, dass die Bourbonen unsere Gedanken erraten hätten.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 31. Mai 2019 - 13:12:42
Das mit dem Überflügeln war auch eher ein Gedanke für mich und meine Solohagel ;)
Aber gerade die Enge an den Seiten hat diesen Bericht nochmal spannender gemacht. Wie du schon sagtest, entweder versuchen durchzubrechen, oder wirklich ewig lange herumlatschen.
Dafür haben mir hier die Kämpfe um die Gehöfte / Dörfer sehr gut gefallen :)
Das ergibt ein ganz anderes Bild von der Breite und den Ausmaßen so einer Schlacht, die man aus dem Kino oder dem Fernsehen so nicht kennt, weil schlecht (oder aufwändig) darzustellen (und natürlich mit weniger Bombast) Daher freue ich mich auch das Felix mit seinem Waterloo weitermacht.
So große Schlachten kenne ich eben (leider) nur aus solch wunderbar aufbereiteten Spielberichten.

Dafür nochmal ein dickes Danke :)

Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 31. Mai 2019 - 17:40:31
Das sind aber schön viele Figuren...
Nein ernsthaft, ich mag "Großschlachten", weil m.E. erst ab einer gewissen Frontlänge sich die Probleme der linearen Kriegsführung offenbaren. Das Gelände gefällt mir, allerdings fehlt mir ein wenig der ditch.

Ich hab leider nix über die Schlacht bzw das Gelände gefunden, mich hätte interessiert, ob der Umgehungsangriff die Stellung eigentlich gefährdet hätte, Ziel war ja wohl die Verbindung nach Cuneo zu öffnen, obwohl Du schreibst:
Zitat
Da der Feind offensichtlich zahlreiche Infanterie hinter Madonna dell'Olmo in Stellung gebracht hatte, beschlossen wir hier nur einen Scheinangriff durchzuführen, während mein rechter Flügel mit unserer besseren Artillerie Tetto San Giacomo stürmen sollte.
Beeindruckt hat mich die Abwehr des Kavallerieangriffs durch die österlitschen Grenadiere, waren die Angreifer "nur" Dragoner oder war das wirklich schw. Kavallerie?
Mehr Informationen hätte ich auch gern zum Ablauf des Angriffs der Kavallerie auf San Giacomo, hat dort wirklich Kavallerie das Dorf attackiert? (es scheint so in Deinem Beitrag #15)?

cheers
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 31. Mai 2019 - 18:33:25
1.
Nein ernsthaft, ich mag "Großschlachten", weil m.E. erst ab einer gewissen Frontlänge sich die Probleme der linearen Kriegsführung offenbaren.

2.
Das Gelände gefällt mir, allerdings fehlt mir ein wenig der ditch.

3.
Ich hab leider nix über die Schlacht bzw das Gelände gefunden, mich hätte interessiert, ob der Umgehungsangriff die Stellung eigentlich gefährdet hätte, Ziel war ja wohl die Verbindung nach Cuneo zu öffnen, obwohl Du schreibst:
Zitat
Da der Feind offensichtlich zahlreiche Infanterie hinter Madonna dell'Olmo in Stellung gebracht hatte, beschlossen wir hier nur einen Scheinangriff durchzuführen, während mein rechter Flügel mit unserer besseren Artillerie Tetto San Giacomo stürmen sollte.

4.
Beeindruckt hat mich die Abwehr des Kavallerieangriffs durch die österlitschen Grenadiere, waren die Angreifer "nur" Dragoner oder war das wirklich schw. Kavallerie?

5.
Mehr Informationen hätte ich auch gern zum Ablauf des Angriffs der Kavallerie auf San Giacomo, hat dort wirklich Kavallerie das Dorf attackiert? (es scheint so in Deinem Beitrag #15)?

cheers
1.
Das haben auch meine Gegner zu spüren bekommen. Du siehst ja am Ende der Schlacht diese riesige französische Linie (3 Bataillone eigentlich). Die war so schwer zu bewegen, da die Franzosen erstmal ne Weile brauchten um in Kolonne überzugehen und dann nur wenig marschierten, ehe dann ihre ursprüngliche Intention obsolet wurde und man den Feind im Zentrum aufhalten musste.

2.
Mir hat das zulange gedauert mit dem Graben. Daher habe ich diese 3 Hecken genommen, um den anzudeuten. Aber eigentlich bräuchte ich sowas. Dummerweise fallen derzeit eher meine schon vorhandenen Bachsegmente auseinander, weshalb darauf eher mein Fokus wäre, wenn Pallas Athene mal wieder was in Sachsen Gelände machen würde.
Ich tippe drauf, dass das ein Graben war.

3.
Meine Quelle war vorrangig "The Queen's Gambit" - eine Art historischer Hintergrund zu nem Brettspiel mit einer OOB, die aber nicht ganz befriedigend ist.
Porges/Rebracha hat dazu auch was. Die Karte bei Reed Browning ist schwer zu entziffern, da dort auch Cuneo selbst drauf ist.
Historisch gesehen blieben die Piemontesen auf dem Flügel mit dem Graben auch defensiv und es wird nur erwähnt, dass die FRANZOSEN durch den Graben an ihrem Angriff gehindert wurden.
Der Hauptangriff der Habsburger & Piemontesen in der historischen Schlacht ging also auf Madonna dell'Olmo und war erfolglos.

4.
Das soll schwere Kavallerie sein. Eigentlich Regiment Pons (später Harcourt in Deiner Zeit).
Ich bewerte aber Dragoner und schwere Kavallerie eh gleich bei Franzosen, da die Schwere franz. Kav. eh keine Kürasse trug (auf den meisten Bildquellen z.B.) - nur mit dem Unterschied, dass franz. Dragoner bei mir "large units" sind, da 5 Esk. statt 4.

5.
Das sieht da nur so aus. Meine Mitspielerin wusste nicht wie sie sonst das andere Regiment hätte hinstellen sollen. Ich glaube, die Regeln erlauben solche manchmal etwas wüschte Aufstellung.
Kavallerie darf in HoW nie Dörfer angreifen, außer vielleicht abgesessen.
Danach rückte die Brigade auch wieder normal weiter.


Ich hab auch schon darüber nachgedacht wie man größere Schlachten flotter machen kann. Z.B. eben doch eher Einheiten brechen lassen. Mit der Geschwindigkeit kriegen wir Dettingen (10 Brigaden pro Seite) wohl nicht nochmal an einem Abend hin.
Aber die taktische Raffinesse gefällt mir an solchen Schlachten auch besser. Und das Ergebnis war halbwegs akzeptabel. Mit besseren Kommandeuren hätten die Spanier vielleicht auch mehr gerissen. Aber die hatten nie das Glück, dass einer von denen verschossen wurde.
Zu viert spielen, rockt auf jeden Fall. Drei mit HoW-Erfahrung und einer mit TT-Vorwissen. Und derjenige war auch rasch drin.

Vielen Dank für alle Deine Anmerkungen.  :)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 31. Mai 2019 - 19:09:32
Als spanischer Kommandeur würde ich mich auch dagegen wehren, verschossen(sic) zu werden...
Zitat
Ich bewerte aber Dragoner und schwere Kavallerie eh gleich bei Franzosen, da die Schwere franz. Kav. eh keine Kürasse trug (auf den meisten Bildquellen z.B.
Das meinst Du jetzt nicht ernst ???
Erhobener Zeigefinger: die inneren Werte zählen, Dragoner sind zum Drangsalieren der falschgläubigen Bevölkerung da und suchen den Rum, schwere Kavallerie trägt Kürasse unter der Oberbekleidung (zugegebenerweise ungern und irgendwann gar nicht mehr) und sucht den Ruhm.
Außerdem tragen sie unterschiedliche Stiefel, ein nicht unwesentliches Detail wenn man dichte Formationen bilden soll.
Zitat
Nahe Tetto di San Giacomo erkannte General Linguane die Gelegenheit eines der feindlichen schweren Regimenter aufzureiben und fiel ihm in den Rücken.
Planspieler hat gerade ein thread eröffnet, in welchem neben Moral auch Kommandsysteme angesprochen werden. Ich finde es im Prinzip eine höchst spannende Frage, ob ein Angriff in dieser Situation "realistisch" ist, insbesondere hätte Herr Leguane seine Truppen stark schwenken müssen, es ist eine Menge Mikromanagement in dieser Situation nötig.
Wenn eine Kavallerieeinheit bei HoW Infanterie angreift, kann eine andere Kavallerieeinheit diese von rückwärts unterstützen?

cheers

Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 31. Mai 2019 - 21:50:14
1.
Das meinst Du jetzt nicht ernst ???
Erhobener Zeigefinger: die inneren Werte zählen, Dragoner sind zum Drangsalieren der falschgläubigen Bevölkerung da und suchen den Rum, schwere Kavallerie trägt Kürasse unter der Oberbekleidung (zugegebenerweise ungern und irgendwann gar nicht mehr) und sucht den Ruhm.
Außerdem tragen sie unterschiedliche Stiefel, ein nicht unwesentliches Detail wenn man dichte Formationen bilden soll.

2.
Planspieler hat gerade ein thread eröffnet, in welchem neben Moral auch Kommandsysteme angesprochen werden. Ich finde es im Prinzip eine höchst spannende Frage, ob ein Angriff in dieser Situation "realistisch" ist, insbesondere hätte Herr Leguane seine Truppen stark schwenken müssen, es ist eine Menge Mikromanagement in dieser Situation nötig.
Wenn eine Kavallerieeinheit bei HoW Infanterie angreift, kann eine andere Kavallerieeinheit diese von rückwärts unterstützen?
1.
Dragoner wurden gern für Repressalien eingesetzt, weil sie eben auch mit ihren Gamaschenstiefeln gut zu Fuß eingesetzt werden konnten. Bei Fontenoy standen die Dragoner ja auch zu Fuß bei der Infanterie, da sie ja auch lange Flinten hatten.
Eigentlich gibt es zu wenige Einsätze von Dragonern zu Pferd in Feldschlachten, um die überhaupt einordnen zu können. Vielleicht weil es auch einfach zahlenmäßig in ganz anderen Relationen als bei anderen Heeren viel mehr Schwere Reiter (~ Kürassiere) gab.
Schwere Franz. Kavallerie ist bei mir "Inferior" aber beim Charge Standard (1. Runde Melee). Das macht sie zumindest im Angriff etwas brauchbarer und offensiv eingesetzt, haben meine Franz. Kavalleristen auch schon was gerissen. Werden sie von Kavallerie attackiert, können sie ja auch einen Countercharge fast immer reiten.

2. Ohne eine doppelte Bewegung wäre das Ganze auch schwierig gewesen.

Wenn Kavallerie Infanterie angreift, kriegt sie meistens ne Salve rein. Wenn sie dadurch nicht die Flucht ergreift und der Kommandeur den Angriff fortsetzt, dann kämpft die Kavallerie normalerweise ohne Charging bonus, wenn die Infanterie nicht 3+ Hits bereits hat, also recht erschüttert ist. Dann liefert jede umstehende Einheit einen Support von +1, wobei maximal 2 Einheiten supporten können. Wir machen das immer so, dass die supportende Einheit nicht selber im Nahkampf sein darf.
Der Support ist so wichtig, dass man die Kavallerie immer am besten geballt einsetzt, was natürlich den Nachteil hat, dass die "supporting units" A eher unter Grazing fire leiden und B leichter durch fliehende im Nahkampf unterlegene Einheiten selber in Unordnung geraten (bei Franz. Kav., da Inferior 2 Hits!).
Die Supporting Units stehen ca. 5 cm vom Verbündeten entfernt.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Sorandir am 11. Juni 2019 - 13:36:04
Man sieht gut, wie Gelände- und Figurensammlung mittlerweile gewachsen ist.
Die braunen Felder, Gebäude, Schanzen etc. brechen auch gut die (für mich eintönige) grasgrün-Landschaft.
Die nächsten Wege und Straßen könnten vielleicht dann in braun sein, von wegen Abwechslung und Kontrast und so ?
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 11. Juni 2019 - 13:44:10
Die nächsten Wege und Straßen könnten vielleicht dann in braun sein, von wegen Abwechslung und Kontrast und so ?
Wäre ne Idee. Mal schauen. Für sowas wie ne Hauptstraße nicht so schlecht. Vielleicht ähnlich gemacht wie die Bäche. Einfach Rasen auskratzen und Fläche in braun anmalen, ein paar Steine an den Straßenrand kleben?

Gestern hat Pallas Athene noch 3 Flusssegmente vollendet. Dadurch habe ich dann zumindest für einige Szenarien genug Flüsse. Als schmale Kanäle wie für Piacenza würde ich dann gern die Methode probieren wie bei LittleWars TV gezeigt. Eher elastisch und schmäler, damit man einen Unterschied zu den Bächen erkennt.

Zu den Dragonern:
Hatte mich da vertan, als ich auf Tattergreis antwortete. Es geht ja da primär um piemontesische Dragoner. Die würde ich eh wie schwere Reiter einstufen, weil die piemontesische Kavallerie überwiegend aus diesen Dragonern (bei Cuneo) bestand. Von daher werden sie an Kavallerie-Aufgaben vorwiegend gewohnt sein.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 16. Juni 2019 - 01:17:02
Kam jetzt erst dazu, die Berichte zu lesen - sehr schön! Tolle Gefechte wieder :) Kannst du nochmal genauer sagen, wie ihr Fluss- und Straßenelemente gebaut habt? Auf welcher Basegrundlage?
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 17. Juni 2019 - 09:25:28
Die Straßen sind einfach Pappe in Form geschnitten (also außer bei den neueren Segmenten immer etwas gekurvt), dann Modelleisenbahnrasen Frühling von der Rolle drauf geklebt und die Fahrspuren ausgekratzt. Ich wollte anfangs die Spuren noch anmalen. Aber das Papier hat eigentlich m.E. schon die perfekte Farbe. Quick and Dirty aber mir und meinen Mitspielern gefällt's.

Die Bäche/Flüsse sind etwa das gleiche. Obendrein aber dann in der Furche dann mit Acrylfarben in verschiedenen Grün oder Blautönen draufgemalt und Modellbau"wasser" drauf fließen gelassen. An den Rändern Sand aus dem Modelleisenbahnladen drauf und teilweise kleine Steinchen aufgeklebt aus der Natur.

Das mit der Pappe ist billig, hält aber schon seit Jahren. Ist ja bei meinen Bases auch nicht anders.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 17. Juni 2019 - 10:21:29
Danke! Hätte gedacht, dass sich längere Pappabschnitte wegen des Klebers verbiegen... will aber mal Straßen und Flüsschen machen!
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 17. Juni 2019 - 11:19:55
Danke! Hätte gedacht, dass sich längere Pappabschnitte wegen des Klebers verbiegen... will aber mal Straßen und Flüsschen machen!
Die Teile sind etwa gleich lang. Ich messe die mal aus, wenn wir eh nochmal dran gehen. Etwas breiter als ein Bataillon, also so 25-30 cm glaub ich. Aber Pallas Athene ist da eher im Bilde.
Titel: Stura Tal 1744
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 09:31:46
Das Wochenende war voll mit Wargaming. 3-mal gegen Franzosen. Die Statistik eher mager. 3 mal gegen Franzosen angetreten.
Nachdem wir am Freitag CCN - Spanische Erweiterung gespielt haben, ging es am Samstagabend nach Italien.

Ich spielte die Piemontesen und meine bessere Hälfte die Franzosen unter dem Prince de Conti.

Hier gibt's das Szenario:
http://honoursofwar.com/thread/667/stura-valley-1744

Hier eine Karte:
(https://i.imgur.com/ilC5bUH.jpg)
Titel: Stura Tal 1744 2
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 09:39:14
"Ich hatte die Ehre von Ihrer Majestät ausgesehen worden zu sein, den Franzosen als Erster entgegen zu treten.
Zu dem Behufe hatte ich mich mit meinem Stab in Pontebenardo einquartiert.
(https://i.imgur.com/rClEWvu.jpg)
Meinen Generälen hatte ich den Befehl erteilt ihre Truppen möglichst versteckt zu halten.

Langsam rückten die Franzosen in zwei Marschsäulen auf die Kreuzung bei Servagno beiderseits der Stura vor.
(https://i.imgur.com/ywbRv3Y.jpg)
Die eine Marschkolonne musste plötzlich feststellen, dass die Brücke von meinen Voraustruppen sabotiert worden war.
(https://i.imgur.com/MQEOoC8.jpg)
Gegen Mittag erreichten die Vorposten des Feindes das Sturatal und wurden der meisten meiner Truppen gewahr, die teils hinter der dortigen Redoute verschanzt waren, aber auch die Höhen auf beiden Seiten der Stura besetzt hatten.
(https://i.imgur.com/KXgwr02.jpg)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 15. Juli 2019 - 09:55:21
Ein Wochenende voll mit Wargaming - hurra! Freue mich schon, dass nachher in Ruhe zu lesen und auch noch weiter zu kommentieren  ;D
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 10:08:38
Ein Wochenende voll mit Wargaming - hurra! Freue mich schon, dass nachher in Ruhe zu lesen und auch noch weiter zu kommentieren
Leider habe ich nur von diesem Spiel Fotos gemacht. CCN ist bei mir nun auch nicht so ansehnlich, nur die normalen Holzklötzchen. Aber ich mag es, auch wenn dieses Spiel etwas zäh war.
Titel: Stura Tal 1744 3
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 11:03:49
Statt oberhalb von Servagno die steilen Hänge zu erklimmen, warfen die Franzosen binnen einer Stunde eine Brücke über die Stura und überquerten sie bald schon.
(https://i.imgur.com/idJa57q.jpg)
Endlich eröffneten unsere Batterien von den Bergen und aus der Redoute ihr Feuer. Während die leichte Artillerie des Chevalier de Cinzano aber einige Schneisen in die Kolonnen des Feindes riss, zielten die Geschütze des Generals Donnaz ziemlich miserabel und die feindlichen Grenadiere konnten ihren Vormarsch fortsetzen.
Bald waren die Teten ihrer Vorhut so nahe, dass sie mit ihren Musketen Donnaz Truppen beschießen konnten, die das Tal sperrten.
(https://i.imgur.com/OzR0Ad1.jpg)
Ich beschloss, dass es keinen Sinn hatte, wenn der Chevalier de Cinzano länger auf eine Umgehung durch die Franzosen wartete, die nun auch ihre Artillerie über den Fluss führten.
(https://i.imgur.com/jYfYMsC.jpg)
Die Franzosen versuchten im Sturmangriff das Regiment Baden und die Batterie zu überwinden. Donnaz befahl unbedingt standzuhalten. Eine wohl gezielte Salve des Regiments Baden schlug die Angreifer zurück, während an der Redoute ein Nahkampf entbrannte.
(https://i.imgur.com/vb1Egcc.jpg)
Der Angriff der französischen Grenadiere konnte zurückgeschlagen werden, aber unter hohen Verlusten. Obendrein meldeten Späher, dass die Franzosen südlich die Redoute umgehen wollten.
(https://i.imgur.com/Ksah0em.jpg)
Titel: Stura Tal 1744 4
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 11:36:17
Ich schickte, da die Lage für die Truppen im Sturatal immer hoffnungsloser wurde, einen Boten zum Chevalier de Cinzano, der ihm mitteilen sollte, dass er sogleich sein Ufer der Stura räumen und Donnaz zur Hilfe eilen sollte. Doch war der Bote natürlich auch lange unterwegs und ich musste mich hüten selbst nicht gefangen genommen zu werden, als sich unzählige französische Bataillone ins Tal ergossen. Mit zwei Bataillonen unternahm der Feind eine Umgehung der Schanze, die nunmehr unhaltbar geworden war. Ich konnte nur hoffen, dass das Bataillon La Marine, welches Donnaz auf den Berghang südlich Pontebernado gestellt hatte, der Übermacht standhalten würde.
(https://i.imgur.com/cueao0M.jpg)
Generalmajor Donnaz und ich gerieten in dem dichtesten Pulverqualm in die Gefahr in die Hände des Feindes zu fallen, der das erschöpfte Bataillon Baden attackierte.
(https://i.imgur.com/CYN2tzz.jpg)
Die Salve des Bataillons konnte den Feind nicht zurückwerfen, aber im Nahkampf wurden die Angreifer verstreut. Doch auch das Bataillon Baden wurde bei der Gelegenheit zerschlagen und die wenigen kampffähigen Soldaten rannten zurück nach Pontebernado.
(https://i.imgur.com/91S8tLx.jpg)
Meine Ordonanz meldete mir, dass der Chevalier de Cinzano endlich seine Milizen aus den Wäldern aufzubrechen befohlen hatte. Auch seine wenige Linieninfanterie konnte kaum mit ihrem Feuer den Feind aufhalten, da er sich geschickt versuchte außer Reichweite zu halten. Entschlossen erwartete das Bataillon des Regiments La Marina die feindlichen Bataillone, welche die Schanze umgangen hatten.
(https://i.imgur.com/Q1ikprS.jpg)
Nur die Artillerie des Chevalier de Cinzano vermochte den Franzosen ein paar Verluste zuzufügen. Das Gelände war denkbar ungünstig, wenn auch der Chevalier alles daran setzte Donnaz zur Hilfe zu kommen.
(https://i.imgur.com/DWnNdhP.jpg)
Titel: Stura Tal 1744 5
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 12:03:36
General Donnaz warf seine letzten verfügbaren Reserven nach Pontebernado hinein, um den Feind doch noch aufzuhalten. Das waren 3 Kompanien Grenadiere. Doch konnten sie die feindliche Zuversicht nicht erschüttern.
Die Franzosen erklommen mit einem frischen Bataillon südlich eine Anhöhe und La Marina suchte mit einer Salve den Feind aufzuhalten. Da nun auch die Franzosen aus allen Rohren schossen, war das ganze Tal von dichtem Nebel eingehüllt.
(https://i.imgur.com/8vxuGuI.jpg)
Da nun der Feind drohte mit 3 Bataillonen Pontebernado anzugreifen, verloren die Verteidiger die Nerven und machten einen Ausfall. Sie stürzten sich direkt in den Feind. Ähnlich handelte das Bataillon La Marina.
(https://i.imgur.com/pdHo9Xk.jpg)
Zwar siegten unsere Grenadiere und zahlreiche feindliche Bataillone gerieten in Unordnung.
(https://i.imgur.com/GMMOz90.jpg)
Aber auch die tapferen Grenadiere wurden schließlich in alle Winde zerstreut oder gefangen genommen.
(https://i.imgur.com/iWEwUsH.jpg)
Die Brigade des Chevalier de Cinzano überquerte zu spät die Stura.
(https://i.imgur.com/9z69PBD.jpg)
Da Donnaz seine gesamte Infanterie verloren hatte, musste er suchen seine Artillerie zu retten und der Feind konnte Pontebernado einnehmen und den Durchgang durchs Sturatal erzwingen.
(https://i.imgur.com/kjnPDOC.jpg)
Dennoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Truppen Ihrer Majestät heldenhaft gekämpft haben. Es ist bedauerlich, dass ihnen nur das Kriegsglück nicht eher gewogen war."
Titel: Stura Tal Analyse
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 12:16:25
Ich hatte falsch gepokert. Ich dachte, dass Conti angesichts der zerstörten Brücke die Brigade De la Carte über die Berge bei Servagno führen würde. Wegen 1-2 Doppelte Bewegungen aber, spielte der Wiederaufbau der Brücke, wofür er nur eine Runde brauchte, keine so große Rolle. Aber Brücke hin oder her, war ich ja dazu gezwungen die eventuelle Route über die Berge nördlich der Stura zu blockieren, weil sonst De la Carte locker meine Armee umgangen hätte.
Vielleicht hätte ich den Chevalier de Cinzano wenigstens ein bisschen früher abschicken müssen, damit seine Truppen überhaupt noch in den Kampf eingreifen konnten. Die Franzosen einfach an der Brücke bei Pontebernado aufzuhalten war nie eine Option, weil sie dort das Dorf besetzen konnten, um mich zu beschießen und mit ihrer überlegenen Artillerie die Miliz weggefegt hätten. Außerdem konnte ich La Marina dann eh nicht mehr retten, da es direkt hinter sich die Felsen hatte und nördlich in die Contis Armee reingelaufen wäre.
So eine Schlacht im Gebirge erfordert Erfahrung. Ich habe vielleicht unterschätzt, dass das Gelände die Brigade Cinzanos daran hindern würde überhaupt sinnvoll einzugreifen.
Dennoch war die Schlacht sehr knapp. Ich verlor in Runde 10 mit -0,5 Punkten, während die Franzosen auch nur noch 0,5 Punkten vom Brechen entfernt waren. Echt spannend und Pallas Athene hat es viel Spaß gemacht.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 15. Juli 2019 - 12:33:34
Außergewöhnlich interessantes Szenario. Chapeau!

...und ein französischer Sieg  ;D

Man sollte ein Buch darüber schreiben, Principes de la guerre de montagnes oder so...
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 12:44:20

...und ein französischer Sieg  ;D
Dafür haben sie Tags davor bei Bailén ordentlich was auf die Nuss bekommen.

Mir wurde es aber auch erst gestern bewusst, dass ich 2 von 3 Spielen gegen Franzosen verloren hatte, als ich zwei von drei Schiffen gegen die Bucentaur einbüßte.

Merci für den Kommentar.

Wobei es echt toll wäre, wenn man gescheite Felsen hätte. Ich hätte wenigstens mehr Steine sammeln müssen.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 15. Juli 2019 - 14:55:37
Ah! Ein Spielbericht! Den speichere ich mir für später ab :D
Danke für deine Mühen :)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 15. Juli 2019 - 18:40:26
Ich fand das Szenario auch sehr spannend! Cool, dass es auch so knapp war - ist einem ja nicht immer vergönnt... Ich bin mir nicht so sicher, ob die Siegchancen der Franzosen nicht zu hoch sind, aber wenn es so knapp war, spricht das ja eher dagegen. Ebenfalls Dank für den Spielbericht! :)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Juli 2019 - 18:48:56
Die Franzosen haben für sich, dass sie deutlich mehr Truppen haben und keine Miliz oder so Kram.

Die Piemontesen hatten das Gelände auf ihrer Seite. Theoretisch könnte man auch die Hälfte der Infanterie in Pontebernado verschanzen.
Die Schanze war ja "heavy cover" und da die Franzosen angreifen mussten, gerieten sie zeitweise ins Kreuzfeuer meiner Artillerie. Vielleicht hätte ich diese sofort aufdecken sollen, als sie in Feuerreichweite (50cm) kam. Hier habe ich vielleicht sinnloserweise auf einen Überraschungseffekt gesetzt. 

Außerdem waren die 3 Linienbataillone im Schnitt qualitativ deutlich besser als die 7 franz. Bataillone.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 16. Juli 2019 - 09:31:56
Danke für die Ergänzung! Ich habe für meinen Spieltisch tatsächlich ein unglaublich kompliziertes Modul (er besteht eigentlich aus 6 60x60cm Modulen mit Rasen über die ich dann zumeist nochmal die GW-Matte werfe). Eines dieser Module kann man ersetzen durch eins mit einem riesen Felsen, an dessen Fuß eine tiefe Schlucht ist, in der ein Wasserfall entspringt und über die eine Hängebrücke geht. Sehr aufwendiges, schönes Teil, aber für die meisten Schlachten wenig zu gebrauchen... Nimmt halt auch 1/6 des normalen Tisches (ohne Anbauten) an Fläche weg. Wenn ich aber mal im Gebirge spielen sollte oder speziell für besondere Skirmish-Szenarien wäre das Teil mal cool in einem Gefechtsbericht zu präsentieren.
Titel: HoW Schlacht bei Rottofredo 1746
Beitrag von: Pappenheimer am 12. November 2019 - 17:01:30
Überraschenderweise kam ich doch vor ein paar Tagen zu einem wohl finalen Spielchen HoW für dieses Jahr. Ein alter Freund kam mit seiner Freundin vorbei und war dann auch von den Regeln und den Figuren etc. ungemein angetan, auch wenn er selber eher Kings of War Historical oder LR spielen wird, wenn er seine Perry Figürchen fertig hat.

(https://i.imgur.com/7Bdrxwth.jpg)

AUSTRIANS
CinC FZM Botta Adorno (Dash.)

1) Avantgarde : Neuhaus (Dep.)
1 x fusiliers (small)
5 x grenadiers

2) Right Wing - Bärnklau (Dash.) - killed on a 8-12 (replaced by Andlau (Dep.))
2 x fusiliers

3) Serbelloni (Dash.)
2x Dragoons
2x Cuirassiers

4) FML Lucchesi ? (Dep.)
2 x hussars
1 x Dragoons
1 x Cuirassiers

5) Brig. Vogter (Dep.)
2 x fusiliers
1x light artillery

6) Gen. Meligini (Dep.)
2 x fusiliers

7) Gen. Harsch (Dep.)
1 x fusiliers
1 x med. artillery


BP 11

ALLIES
CinC Duc de Maillebois (Dep.)

A) Brig. Loi-de-Lion (Dith.)
3 x Piquets (Small) – in Cascines

B) MdC Chevert ? (Dep.)
4 x cavalry

C) Marquis la Carte (Dep.) ?
3 x inf.

1 x medium artillery

D) Comte de Danois (Dep.) ?
3 x inf.

E) Belle-Isle (Dash.) ?
2 x cavalry
2 x dragoons

BP 8

Rottofredo and Sarmato light cover
Tibone and stream fordable
River Po not fordable
Cascines light cover


Victory conditions:


AUSTRIANS:

defeat the enemy


FRENCH

Major victory

lead 10 Points to Castel San Giovanni

Minor victory

lead 8 Points to Castel San Giovanni

(1 Point for Units with 0-2 hits, 0,5 Point for Units with 3 hits)

Soll ich den Bericht lieber in einem Briefstil oder lieber ganz unverblümt runterschreiben? Eure Meinung ist gefragt.  ;D

Morgen geht es hier weiter.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 12. November 2019 - 20:45:10
Briefe unterliegen dem Datenschutz, deshalb bitte ich von einer Veröffentlichung abzusehen :)
Bitte einfach nur gegebene Befehle notieren und darstellen, inwiefern sie ausgeführt wurden. Dann noch ein paar Verlustzahlen und die Analyse kann beginnen.

cheers
Titel: Rottofredo 1746 2
Beitrag von: Pappenheimer am 13. November 2019 - 11:27:11
Mein Kumpan und ich teilten uns die Franzosen. Ich hatte den Oberbefehl und er hatte den Befehl über die Piquets und die Rolle von Chevert.
Sein Auftrag war mit den Piquets den Feind so lange wie nötig hinzuhalten und eventuell eine Umfassung durch den linken österreichischen Flügel unter Lucchesi zu verhindern, der uns den Rückzugsweg über die Straße nach Castel San Giovanni abschneiden konnte.

Pallas Athene übernahm die Rolle von Feldzeugmeister Botta Adorno, während die Freundin meines Kumpans den linken Flügel mit den Truppen Lucchesis, Harschs, Meliginis und Vogters dirigierte.
Die Mädels hatten eigentlich einen recht einfachen Auftrag. Unsere Vorposten überrennen oder ausflankieren und uns am Abzug hindern.

(https://i.imgur.com/ZfnrFf0.jpg)
Sogleich ließ Neuhaus seine Grenadiere vorrücken. Da der Raum zu eng war, schickte er zwei Trupps auf der Straße nach Rottofredo in Marschkolonne.

(https://i.imgur.com/v7akvSa.jpg)
Chevert entschied sich seine Kavallerieregimenter in einem weiten Bogen nach Süden zu führen.
Der Chevalier de Belle Isle hatte in seiner ursprünglichen Position keine Chance zurück zu gehen ohne seinen Weg mit den Brigaden meines Zentrums zu kreuzen. Daher entschied ich, dass er vorrücken musste, um eine Umgehung unserer Piquets etwa durch Serbellonis Kavallerie oder Bärnklaus Füsiliere zu verhindern. Dazu entfaltete der Chevalier seine Truppen in zwei Treffen en Bataille.
Die österreichische Infanterie ging südlich und nördlich der Kirche vor.

(https://i.imgur.com/k0nu3Lb.jpg)
Die erste Angriffswelle der österreichischen Avantgarde wurde abgewehrt. Während das südlichste Piquet die Schanze bei der Kirche räumte, fügte das mittlere den anrückenden österreichischen Grenadieren empfindliche Verluste zu. Das nördliche Piquet schlug die angreifenden Füsiliere sogar in die Flucht.

Direkt am Poufer befahl Serbelloni seiner Kavallerie geschwind vorzurücken. Ein Regiment Dragoner stürmte am weitesten voraus, auch weil es nicht von Bärnklaus Infanterie behindert wurde. Dieses Regiment isoliert aufzureiben war nun das Vorhaben des Chevalier de Belle-Isle.

(https://i.imgur.com/NGSzdvP.jpg)
Da ich voller Erstaunen feststellte, dass die Piquets und die Dragoner am Po den Feind hinhielten, änderte ich meine Absichten im Zentrum völlig. Statt mit langsamen Rückwärtsbewegungen mich abzusetzen, wobei ich Front gegen den Feind lassen wollte oder zumindest mein erstes Treffen Infanterie zur Abwehr der nachdrängenden Österreicher einzusetzen gedachte, ließ ich nun meine Infanterie in Kolonnen umformen.
Chevert entwickelte außerhalb der Kanonenreichweite von Vogters leichter Artillerie seine vier Regimenter in Schlachtlinie.
Der Chevalier de Belle-Isle ließ die Dragoner zur Abwehr von Serbellonis Kavallerie zurück und befahl den beiden restlichen Einheiten den Rückzug.
Titel: Rottofredo 1746 3
Beitrag von: Pappenheimer am 13. November 2019 - 14:23:33
(https://i.imgur.com/ZOJelcf.jpg)
Nachdem nun unsere Dragoner die führende Einheit von Serbellonis Kavallerieflügel in die Flucht geschlagen hatte, mepfahl ich Chevert die Piquets zurück zu nehmen, da sie ohnehin ihren Zweck erfüllt hatten.
Inzwischen überquerte ein Drittel der Grenadiere unter Neuhaus die Brücke inmitten unserer Piquets, die drohten umzingelt zu werden.
Cheverts Kavallerie setzte sich über den Tibone ab, da Lucchesi nicht vermocht hatte rechtzeitig seinerseits nachzusetzen.

(https://i.imgur.com/AWHfIoO.jpg)
Unsere Dragoner empfingen erneut einen Ansturm durch Serbellonis Kavallerie und schossen hinein. Derweil erneuerte Neuhaus seine Angriffe auf die vor ihm liegenden Cascinen.

(https://i.imgur.com/B47eX4m.jpg)
Während der eine erfolgreich war, wurde der zweite erneut unter hohen Verlusten abgewehrt. Unsere Piquets leisteten nun seit 2 Stunden erfolgreichen Widerstand gegen eine 3-fache Übermacht.

Morgen geht's weiter.
Titel: Re: Rottofredo 1746 2
Beitrag von: D.J. am 13. November 2019 - 15:00:07
Morgen geht's weiter.

Ich freu mich schon und halte Kaffee und Plätzchen bereit :D
Titel: Rottofredo 1746 4
Beitrag von: Pappenheimer am 14. November 2019 - 09:15:26
(https://i.imgur.com/i6MwzmU.jpg)
Nun war das schier undenkbare geschehen. Belle-Isles Dragoner hatten die anstürmenden Kürassiere und Dragoner derart heftig mit ihrer Salve mitgenommen, dass eines der Regimenter in die Flucht geschlagen und das andere zum Rückzug gezwungen wurde, vor allem da der Raum am Po zu eng war und kein Rückzugsweg vorhanden war. Damit war Serbellonis Kavallerieflügel gebrochen und die Einheit, die sich zurückgezogen hatte, verließ auch fluchtartig das Feld.
Endlich kam nun Bärnklau mit seinen Bataillonen anstelle von Serbelloni zum Einsatz. Doch es war zu spät.

(https://i.imgur.com/VX03sGl.jpg)
Im Zentrum setzten sich unsere verbliebenen Piquets langsam ab. Südlich der Kirche hatte ein Trupp von uns beide Brigaden unter Vogter und Meligini im Schach gehalten, da ein Bataillon der Angreifer sogar einmal zum Rückzug gezwungen werden konnte.
Botta Adorno konnte nur einen Trupp von Neuhaus Grenadieren hinter Rottofredo in den Rücken meiner Kolonnen feuern lassen.

(https://i.imgur.com/f8u89hL.jpg)
Das Gros meiner Infanterie aber marschierte unbeschadet auf der Straße nach Castel San Giovanni ab.


Die Schlacht war so ziemlich das Gegenteil vom historischen Ausgang. Die Österreicher verloren 4 Einheiten (2x Dragoner, 1 x Kürassiere, 1 x Füsiliere), wir nur einen Trupp Piquets. Wir hatten uns aber auch anders als der historische Maillebois nicht auf eine wirkliche Schlacht eingelassen, um den Feind vom Leibe zu halten. Das hatten eigentlich unsere Dragoner und Piquets alleine geschafft.
Cheverts Kavallerie hatte lediglich demonstriert und das sogar außerhalb der Kanonenreichweite der Österreicher, die kunstvoll versucht hatten mit Lucchesis Kavallerie um Harsch und Vogters Infanterie herum zu manöverieren und dabei wohl entscheidend Zeit verloren hatten. Vielleicht hätten die Österreicher lieber ihren Oberbefehlshaber zu Vogter gestellt, der dann rascher den Bach überquert hätte.
Wir hatten aber auch wirklich viel Glück mit unseren Dragonern, die abgesessen so gut kämpften wie noch nie.

Entsprechend den Szenarioregeln ein Unentschieden, aber deutlich mit Vorteilen für die Franzosen, die zweifelsohne den Rückzug der Armee in einer Runde 7 oder 8 bewerkstelligt hätten.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 10. Februar 2020 - 09:57:21
Interessanter Schlachtbericht, danke dafür! War ein vorbildlich ausgeführtes Rückzugsgefecht und die Ösis waren mal wieder zu langsam ;)
Titel: Bassignana 1745 Teil 1
Beitrag von: Pappenheimer am 27. April 2020 - 21:33:10
Ich habe auch ein Szenario zur Schlacht bei Bassignana geschrieben. Leider kam ich nicht zum Abtippen hier, da ich trotz oder wegen zahlreicher Veranstaltungsabsagen einiges um die Ohren hatte.

(https://i.imgur.com/eanQ3ji.jpg)

PIEDMONT & AUSTRIANS
CinC Carlo Emanuele (Dash.)

Can move in turn 1 after the moves of A + B.

1) Right Wing : Liguane (Dep.)
2 x dragoons

2) Center: D’Aix (Dep.)
3 x infantry
1 x light artillery

3) Left Wing : GL de la Chiesa (Dep.)
1 x grenadiers
1 x militia
1 x light artillery

4) Independent - Piedmontese
1 x cavalry

5) Independent - Austrians
1 x infantry

6) Schulenburg (Dith.) - Austrians - arriving near Bassignana on a 5-6 (turn 5), 3-6 (turn 6), 2-6 (turn 7)
2 x infantry
1 x light artillery

7) Serbelloni (Dep.) - arriving near Bassignana on a 5-6 (turn 5), 4-6 (turn 6), 3-6 (turn 7)
2 x cuirassiers

BP: 4,5 / 6,5

FRENCH & SPANISH
CinC Duc de Maillebois (Dep.) & De Gages (Dith. – attached to the right column)

A) De Gages (Dith.) – move first
3 x infantry (small)

B) Pignatelli (Dep.) – move second
2 x cavalry (small)

C) Arambou (Dep.)
2 x infantry (small)

1 x light infantry (small)
1 x cavalry (small)
1 x light artillery

D) M. de Montal (Dep.)
2 x infantry
1 x medium artillery

E) Senneterre (Dep.)
2 x infantry
1 x light artillery

F) Comte de Danois (Dep.)
2 x Cavalerie

G) MdC de Grammont (Dep.)
2 x infanterie

H) Chevert (Dep.)
1 x Cavalerie
1 x Dragons

BP : 7

Während des Sommers 1745 war den Franzosen und Spaniern der Einfall in Norditalien gelungen, nachdem der österreichische Versuch sich Neapels zu bemächtigen in der Schlacht bei Villetri misslungen war.

König Carlo Emanuele hatte hinter dem Fluss Tanaro mit seiner kleinen Armee eine weit auseinander gezogene Stellung über etliche Kilometer bezogen. Es ging darum den Feind am Übergang über den nahe gelegenen Po zu hindern. Was Carlo Emanuele nicht wusste war der Niedrigstand des Tanaro, welcher das Überqueren des Flusses zu einer Leichtigkeit machte. Der König war deswegen vollkommen überrascht, als er vom Vordringen der bourbonischen Truppen erfuhr.

(https://i.imgur.com/Ldr6JqE.jpg)

Der König (moi) war entsprechend schockiert, als ihm ein Offizier meldete, dass binnen Minuten der Feind in dem königlichen Hauptquartier von Montecastello eintreffen würde.

(https://i.imgur.com/PBraEcG.jpg)

Insbesondere die Stadt Bassignana war nur durch wenige österreichische Infanterie gedeckt und konnte mit ein wenig Pech im Handumdrehen durch die spanische Infanterie unter de Gages eingenommen werden.

(https://i.imgur.com/l1hxv2U.jpg)
Entsprechend blieb meine größte Hoffnung für meinen linken Flügel, dass dort Schulenburg mit seiner Avantgarde so schnell wie möglich erschien ehe mir die Gegner alle Knochen im Leib zerbrachen.

(https://i.imgur.com/ecpXXj5.jpg)
Notfalls würde ich in den Raum zwischen Fiondi und Pacetto zurückgehen und dort die Gebäude als Deckung einnehmen.

(https://i.imgur.com/TVtmWdG.jpg)
Rasch setzten die Franzosen südlich von Pavone über den Tanaro, während sich Liguanes Kavallerie dagegen sträubte sich zu rühren. Meine Grenadiere, die zwischen Pavone und dem Wald von Montecastello standen, waren beinahe auf sich allein gestellt, als zwei Infanteriekolonnen auf sie zurollten.
Titel: Bassignana 1745 Teil 2
Beitrag von: Pappenheimer am 28. April 2020 - 21:35:04
(https://i.imgur.com/qCTitsV.jpg)
Chiesa sollte bis zur letzten Kartusche Rivarone verteidigen, während die Spanier und Franzosen an allen Abschnitten mit viel Energie vorgingen.

(https://i.imgur.com/ioqcv82.jpg)
Auf die Gefahr hin, dass der König selbst gefangen genommen wurde, begab er sich zu Liguane. Es gelang, dass sich Liguane dadurch endlich am Wald entlang zurück zog.

(https://i.imgur.com/e2FtgJ3.jpg)
Nur die Piemontesischen Garden konnten Montecastello verteidigen. Die erste Angriffswelle konnte zurück geworfen werden.

(https://i.imgur.com/2zqCqTc.jpg)
De la Chiesa hatte immerhin 2 Bataillone und leichte Artillerie um die spanischen drei Bataillone abzuwehren.

(https://i.imgur.com/aL7PK9Q.jpg)
Ich hielt es für gut, auch wenn meine Reiterei bei Bassigna von der spanischen leicht überrannt werden konnte, beschloss ich mit der piemontesischen Kavallerie anzugreifen.

(https://i.imgur.com/auNz9Gz.jpg)
De Montals Angriff wurde abgewiesen. Aber da waren ja noch 2 weitere Brigaden weiter flussaufwärts.

(https://i.imgur.com/PvTcID3.jpg)
Die spanische Attacke auf Rivarone wurde durch das Ausschalten der leichten Artillerie durch Chiesas Geschütze erschüttert.

(https://i.imgur.com/hlfJBGY.jpg)
Dafür vermochten die Franzosen Seneterres die piemontesischen Gardisten in der Flanke zu fassen, da sich die Garde geweigert hatte, die Stellung zu räumen.

(https://i.imgur.com/Mvf8OUr.jpg)
Die letzten Reiter Pignatellis sammelten sich nicht mehr und verließen überstürzt das Terrain.

(https://i.imgur.com/2xCThrT.jpg)
D'Aix konnte immerhin seine Grenadiere retten und stellte sie in das piemontesische Biwak, um sich den nachdrämgenden Franzosen unter Maillebois entgegen zu stemmen.

(https://i.imgur.com/g3c621e.jpg)
Seneterres Brigade besetzte Montecastello. Liguane richtete sich zur Abwehr hinter Fiondi ein.

(https://i.imgur.com/9F8D0OP.jpg)
Seneterres Bataillon wurde durch Feuer aus Montecastello vertrieben. Auch wenn Chiesa eines seiner Bataillone zurückziehen musste, hielt er stand und der spanische Angriff auf Rivarone schien ins Stocken geraten.
De Gages hingegen hatte mittlerweile die Österreicher vor Bassignana in die Stadt zurück gedrängt. Doch dafür, dass sie 1:3 unterlegen waren, hatten sich die Österreicher gut behauptet.

(https://i.imgur.com/Tmb7j9e.jpg)
Dennoch hatten die Franzosen immerhin Pavone in ihrer Hand und weitere französische Kavallerie überquerte den Tanaro.

(https://i.imgur.com/uChAjWc.jpg)
Erfolgreich verteidigten sich die Österreicher gegen de Gages Infanterie in Bassignana.

(https://i.imgur.com/n94sVQw.jpg)
De la Chiesa wies die nächste spanische Angriffswelle gegen Rivarone ab.

(https://i.imgur.com/rnTo0Oq.jpg)
Da traf genau zum richtigen Zeitpunkt Schulenburgs Infanterie ein. Das würde doch zumindest den Mut der Spanier sinken lassen oder nicht?
Titel: Bassignana 1745 Teil 3
Beitrag von: Pappenheimer am 29. April 2020 - 19:47:45
(https://i.imgur.com/N3fRGfV.jpg)
Das frische französische Bataillon, das sodann Montecastello besetzt hatte, wurde von meinen Grenadieren und Kartätschenfeuer in die Flucht geschlagen.

(https://i.imgur.com/udFJ4Kx.jpg)
Vor Rivarone sah es für die bourbonischen Truppen nicht viel besser aus. Nach dem Verlust der leichten Artillerie hatte Arambou schon schlechte Karten, denn de la Chiesa vermochte sein erneut erholtes Bataillon rechts vorzuführen. Wieder wurden Spanier zurückgeschlagen und ich überlegte, ob ich von de la Chiesas Truppen nicht welche an eine andere Front heran bringen sollte - das obwohl ich Desportes extra von d'Aix Richtung Rivarone geschickt hatte.

(https://i.imgur.com/t9Vh8mk.jpg)
Ganz nahe Rivarone büßte Pignatelli sein letztes Kavallerieregiment ein, da ich die Piemontesische Kavallerie demselben in die Flanke sandte.

(https://i.imgur.com/AY47llA.jpg)
Nur an meinem linken Flügel sah es schlecht aus. Liguane hatte zwar eine gute Linie eingerichtet, aber die heranstürmenden französischen Reiter zwangen eines von seinen Regimentern zum Rückzug.

(https://i.imgur.com/QykgYof.jpg)
Ich hatte zwar die Spanier in meinem Zentrum vernichtend geschlagen. Aber meine linke Flanke stand so ziemlich offen. Die Franzosen schienen eine Strategie entwickelt zu haben wie sie mein Zurückgehen ausnutzen sollten. Sie brauchten nur den Wald zwischen Montecastello und Pavone durchqueren, um die wenige Infanterie, die ich im Biwak zu stehen hatte, auszuhebeln.

(https://i.imgur.com/d2YxxGN.jpg)
Langsam traf endlich auch Schulenburgs Reiterei ein. Waren sie das Zünglein an der Waage? Sie standen doch sehr weit von Liguanes gefährdetem Flügel.

(https://i.imgur.com/Xp3u0sI.jpg)
Trotz der Erfolge gegen die Spanier, hatten die Franzosen offenbar Blut geleckt. Das konnte - zwar knapp - noch gefährlich werden.

(https://i.imgur.com/QPtM20t.jpg)
Der Marsch des Regiments Desportes nach Rivarone, ließ sich nicht mehr rückgängig machen. Auch wenn es dort faktisch keine Kontrahenten mehr gab, hatte ich die Besatzung von Rivarone zurück gezogen. Waren sie nun frei, um d'Aix auszuhelfen?

(https://i.imgur.com/choQlrg.jpg)
Bassignana wurde weiterhin knapp gehalten. Aber de Gages hatte zuviel Zeit verloren. Schulenburgs Bataillone trafen bereits ein.

(https://i.imgur.com/vUawzjH.jpg)
Liguane verlor aber andererseits seine zweite Einheit, die sich ebenfalls hinter Pacetto zurückfallen ließ.

(https://i.imgur.com/b3ermIP.jpg)
Zeitgleich wurde Arambous letztes Bataillon in die Flucht geschlagen und damit hätte in der bourbonischen Formation ein Loch geklafft, wenn es denn irgendwie Sinn ergeben hätte dort hinein zu stoßen. Denn wegen der westlich Fiondi vorrückenden Franzosen musste ich befürchten kurz vor dem Sieg vom Feind doch noch überrannt zu werden.

(https://i.imgur.com/p1NcIHG.jpg)
De Gages zögerte tatsächlich zu lange und Schulenburg griff ein und zerstreute die letzte Hoffnung der Spanier sich zumindest Bassignanas zu bemächtigen um dort eine Abwehrstellung einzurichten bis die Franzosen von Süden her zur Hilfe kämen.

(https://i.imgur.com/Lm3jd8M.jpg)
Der König begab sich ins Angesicht des Feindes an den kritischsten Punkt der Schlacht. Die erschütterten piemontesischen Grenadiere hatten endlich genug und zogen sich zurück.

(https://i.imgur.com/ohPBFcU.jpg)
Gleichzeitig war die französische Kavallerie kurz davor über Pacetto vorzustoßen und dadurch meinen Rückzugsweg zum Po abzuschneiden oder meine Infanterie im Rücken zu greifen.

(https://i.imgur.com/gYkgG6F.jpg)
Das rot uniformierte Regiment La Marine, das von Anfang an im spanischen Feuer geblutet hatte, konnte den im Wald bei Rivarone erscheinenden Franzosen nicht weiter die Stirn bieten und musste sich genauso wie die Grenadiere bei Fiondi zurückziehen. Das konnte nur in Chaos enden!

(https://i.imgur.com/pceDa50.jpg)
Immerhin blieb meine piemontesische Kavallerie zuverlässig und schlug ihren dritten Gegner mit einer Attacke aus dem Feld!

(https://i.imgur.com/c61zLwq.jpg)
Liguane ließ seine Reiterei hinter Pacetto halten um sie zu sammeln, ließ also mehr oder minder d'Aix im Stich.

(https://i.imgur.com/W7hprRW.jpg)
Schulenburg war viel zu weit weg, um etwas zu bewirken.

(https://i.imgur.com/D7Rb9qb.jpg)
Seine schmucke Infanterie lieferte sich mit de Gages Truppen ein Feuergefecht.

(https://i.imgur.com/VC3iYcR.jpg)
Mein Zentrum war offensichtlich in die Zange genommen.

(https://i.imgur.com/QjXsyQZ.jpg)
Es trat eine völlige Verwirrung ein, als meine Grenadiere in die zurückgehenden Männer vom La Marine hinein stolperten, wodurch La Marine flüchtig wurde.

Da aber fiel mir auf, dass die Franzosen nicht mehr anders konnten als den Rückzug anzutreten. Zu hoch waren ihre Verluste gewesen - vor allem aber die Spanischen.

Turn 1
French/Spaniards: 7 P
Pied./Austrians: 4,5 P


Turn 2
French/Spaniards: 6,5 P
Pied./Austrians: 4,5 P

Turn 3
French/Spaniards: 5,5 P (2 units lost)
Pied./Austrians: 3,5 P (1 unit lost)


Turn 4
French/Spaniards: 5 P (1 small cavalry lost)
Pied./Austrians: 3,5 P

Turn 5
French/Spaniards: 3 P (3 Units lost)
Pied./Austrians: 4,5 P (Austrian infantry arrived!)


Turn 6
French/Spaniards: 3 P
Pied./Austrians: 5,5 P (Austrian horse arrived!)

Turn 7
French/Spaniards: 1,5 P (2 small Span. Units lost, 1 unit with 4 hits)
Pied./Austrians: 4 P (1 Piedmont unit lost, 1 Piedmont unit with 4 hits)

Das Eintreffen der Österreicher hatte mich gerettet, auch wenn Montecastello und Pavone verloren waren.
Die Franzosen und Spanier standen kurz vor dem Zusammenbruch. Schulenburg hätte eine Runde weiter wahrscheinlich de Gages Brigade überrannt, die sich kaum in dem Raum vor Bassignana sammeln konnte.
Eine faszinierende Schlacht. Pallas Athene hatte gut gespielt, vielleicht die Spanier zu unerbittlich gegen Rivarone eingesetzt. Die Franzosen hätten nur einen Ticken schneller an Montecastello vorbei strömen brauchen und meine Armee wäre im Eimer gewesen.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 01. Mai 2020 - 07:41:49
Wqas für ein epischer Spielbericht! Die Miniaturen, der Tisch, das Gelände ... wunderbares Augenzückerchen :D  Die Handlung ein spannendes Gefecht, dem ich aufgrund seiner MAsse nicht immer leicht foglen konnte, aber dafür war die Spannung umso größer :)
Sehr schöne Morgenlektüre auf einem Feiertag.
Danke dir für deine Mühen :)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 06. Mai 2020 - 21:23:45
Die Handlung ein spannendes Gefecht, dem ich aufgrund seiner MAsse nicht immer leicht foglen konnte, aber dafür war die Spannung umso größer
Sehr schöne Morgenlektüre auf einem Feiertag.
Ja, das ist schon ein Drahtseilakt zwischen ausführlicher Beschreibung und zuviel Text.

Aber schön, dass es Dir trotzdem gefällt, mein Bester. :)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Sorandir am 07. Mai 2020 - 11:15:29
Wieder ziemlich beeindruckend das ganze. Ich bin sehr neidisch, dass du in Corona-zeiten so ein Spiel aufziehen kannst  :'(
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 07. Mai 2020 - 13:02:35
Ich bin sehr neidisch, dass du in Corona-zeiten so ein Spiel aufziehen kannst  :'(
Ist auch selbst daheim nicht ganz einfach, da die Kinder völlig aus dem Rhythmus gekommen sind und bis Nachtens rumrennen. Aber sie kennen ja mittlerweile mein Hobby und haben Verständnis.
Titel: Bassignana 1745
Beitrag von: Pappenheimer am 18. September 2020 - 09:29:15
Teil 1 des Spielberichts ist jetzt online. Diesmal wieder auf Deutsch und Englisch, auch wenn die rein Englischen Berichte deutlich mehr Resonanz bekamen.

https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/09/bassignana-27-september-1745-teil-1.html

(https://1.bp.blogspot.com/-9wbV3CG6G2Q/X1ZIjphcwlI/AAAAAAAABAA/c2CxquQnHgwMqcxqqmZHzs0NwBtTbvG_gCLcBGAsYHQ/s400/20200905_200218.jpg)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 18. September 2020 - 09:43:06
Lesefutter :D
Danke dir für deine Mühen :)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 24. September 2020 - 13:48:02
Interessanter als die NBA playoffs. Und das bedeutet eine Menge.
Ich schreibe nicht gern wiederholt Lobpreisungen, aber sowohl Konzept als auch Präsentation sind erste Sahne.

cheers
T. Attergreis
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Sorandir am 24. September 2020 - 20:46:29
Bisher spannend :)
Ich fands schon schade, dass keine Kommunikation mit dem franz. Oberkommandieren zustande kam, das war bei Quistello lebhafter.
Ich war ja Senneterre (E) und wenn ich jetzt sehe, dass mein rechter Flügelmann D gar nichts machte und der Chef die ganze unterstützende Reiterei abzog, wird mir schon bange, wie es dann  meinem lieben Kommando ergangen sein mag...
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 24. September 2020 - 21:45:07
Spoiler alert! :o
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 25. September 2020 - 06:37:06
Ich konnte jetzt auch endlich den Einstieg lesen. Geschrieben habe ich ja einige Briefe  ;D
Jetzt bin ich gespannt, welche ankamen und wie meine Befehle ausgeführt wurden :)
gez. Maréchal de Camp de Grammon  ;D
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 28. September 2020 - 08:35:17
De Grammont hat die Piemontesen überrollt.
De Gages hat standgehalten.

Hier gibt's den Spielbericht:
https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/09/bassignana-27-september-1745-teil-2.html

De Gages im Kampf um Bassignana:
(https://1.bp.blogspot.com/-8uDPRQ7qsng/X1jsOO4httI/AAAAAAAABBk/kTrPqt2fsmssW6ZmZmFDvBF8CzdN_bEswCLcBGAsYHQ/s400/20200905_225939.jpg)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 28. September 2020 - 11:21:46
Ein bemerkenswerter Satz:
Zitat
Tabletopspiele weichen erfahrungsgemäß von den historischen Schlachten ab, können aber auch dazu dienen, den Blick für alternative Lösungen zu öffnen.
Dem stimme ich überhaupt nicht zu.

Mich hätte noch sehr interessiert, warum die Befehlshaber ihre Befehle so gegeben haben, was waren ihre Beweggründe, welche Infos hatten sie. Wäre naturlich am leichtesten, wenn die Befehlshaber das selbst erklären.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 28. September 2020 - 11:54:17
Zum Ablauf:
Es gab eine Karte (siehe Spielbericht) und die Information, wer (nicht die Spieler, sondern die "echten" Einheiten) wo stand. die Schlacht war ebenfalls bekannt und so konnte man nach Belieben selber tief oder oberflächlich recherchieren, was historisch korrekt geschah.
Darauf aufbauend wurden dann "Briefe" und "Befehle" versendet.

Warum was getan wurde?
Ich kann nur von mir und meiner Situation ausgehen.
Meine Truppen (G) standen gegenüber Pavonne. Mir blieb nichts anderes übrig, als eine Überquerung des Tanaro zu befehlen, wenn ich in das Geschehen eingreifen wollte. Nach diesen Befehlen ghatten wir keine Chance mehr zum Eingreifen. Es war also einfach aus spielerischen und logistischen Gründen nicht möglich, Runde für Runde neu zu entscheiden.
Da ich, was solche Befehle betrifft, unbedarft bin, lauteten meine Briefe wie folgt

Befehl an die Brigade D
Auf mein Zeichen hin setzt sich die Brigade in
Richtung Pavonne in Marsch, um den Ort
einzunehmen. Es ist mit Gegenfeuer zu rechnen. Sobald
sich Liguane zeigt, ist umgehen mit Gegenwehr zu
antworten.
Pavonne muss gehalten werden.
Marèchal de Camp de Grammont


Mein hoch verehrter General de Montal,
Maréchal de Maillebois unterstellte mir die Cheverts KavallerIe um Pavonne einzunehmen. Dies gedenke ich in Kürze tu tun. Es iSt mit einiger Gegenwehr meines Gegners Liguane zu rechnen, aber ich bin guten Mutes, dieses kleine Gefecht mit den mir unterstellen Soldaten schnell zu unseren Gunsten zu entscheiden.
Dies nur zu Ihrer gefälligen Kenntnisnahme.
Mit hochachtungsvollen Grüßen
Marèchal de Camp de Grammont



Mein hoch verehrter Maréchal de Maillebois,
Zuerst meinen Dank für die Unterstellung von Cheverts Kavallerie unter meinen Befehl.
Wie von Ihnen vorgeschlagen, werde ich meine Truppen gen Pavonne entsenden, um dort alsbald einen festen Brückenkopf zu errichten, von dem aus ich Liguane sofortig unter Beschuss nehmen werde.
In Erwartung eines schnelle Sieges verbleibe ich mit frohen Grüßen
Marèchal de Camp de Grammon


Befehl an Cheverts Kavallerie.
Sobald meine Brigade übergesetzt hat, um Pavonne einzunehmen, hat die Kavallerie ebenfalls überzusetzen und die rechte Flanke der Brigade zu schützen.
Es ist mit einem Angriff zu rechnen.
In diesem Fall gilt, die rechte Flanke der Brigade zu schützen und sie dabei zu schützen, Pavonne zu halten.
Gezeichnet
Marèchal de Camp de Grammont


Mir hat die Idee trotzdem ausnehmend viel Spaß bereitet und ich freue mich auf den Bericht :D
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 28. September 2020 - 12:05:44
Mich hätte noch sehr interessiert, warum die Befehlshaber ihre Befehle so gegeben haben, was waren ihre Beweggründe, welche Infos hatten sie. Wäre naturlich am leichtesten, wenn die Befehlshaber das selbst erklären.
Ich wollte den Abschnitt nicht zu lang im Blog machen, weshalb ich darauf verzichtet habe. Die beiden Blogartikel sind von der Länge her eh eher etwas für hartgesottene Enthusiasten.  8) ... wie euch.  :)

Vielen Dank an D.J. für seine Ausführungen.  :)

Ich hoffe immernoch, dass Jonfreitag auch was dazu auf seinem Blog schreibt. Fotos der Briefe z.B. habt ihr ja immer zugeschickt bekommen.  8)

Es war auf jeden Fall toll mit einigen sehr erfahrenen Spielern weltweit zu korrespondieren. Ich würde mal sagen, dass die Spieler von de Gages und Aramborou welche mit der größten HoW-Erfahrung weltweit sind (vielleicht sogar mehr als Keith Flint selbst  ;D ). Und auch wenn man HoW nicht spielt wie Sorandir und D.J. macht das Garnichts. Denn ihre Entscheidungen haben ja auch prima funktioniert - sogar bei D.J. nochmal besser als bei Quistello. Vielleicht aber auch gerade deshalb, weil ich am Ende ein bisschen von seinem zögerlichen Befehl abgegangen bin, da seine Kavallerie eh niemanden hatte, den sie hätte beobachten oder hinhalten brauchen.  8)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 28. September 2020 - 12:17:04
Ich fands schon schade, dass keine Kommunikation mit dem franz. Oberkommandieren zustande kam, das war bei Quistello lebhafter.
Ich war ja Senneterre (E) und wenn ich jetzt sehe, dass mein rechter Flügelmann D gar nichts machte und der Chef die ganze unterstützende Reiterei abzog, wird mir schon bange, wie es dann  meinem lieben Kommando ergangen sein mag...
Da kann man halt nix machen. Ich hatte den Spieler mehrfach angeschrieben und dann nur über den Aramborou-Spieler die Befehle und Briefe von Maillebois zugesendet bekommen.
Auf meine Bitte mal auf die Schreiben von seinen Unterbefehlshabern zu reagieren, hat er auch nix geschrieben. Ich hab das dann halt ein bisschen in die Story eingebaut.

Aber das ist ja auch ne Erfahrung. Maillebois hätte auf jeden Fall mehr auf euch eingehen müssen. Dass es trotzdem so gut klappte, obwohl er nicht auf euch einging, liegt natürlich auch an seinem Durchbruch bei Rivarone.

Besonders schade für den Spieler von De Gages, dass er am Anfang nicht vorrücken konnte. Da Pignatelli von ihm auch die Ordre hatte durchzubrechen, ging ich davon aus, dass Pignatelli trotz des Ausbleibens der Infanterie einfach dennoch die Ordre ausführte. Die Österreicher hatten ja auch kurz erwogen nach Bassignana auszuweichen. Hätten sie das gemacht, hätte Pignatelli mit zwei Einheiten wahrscheinlich die piemontesische Kavallerie werfen können und de Gages brillanter Plan wäre vielleicht in Erfüllung gegangen.
Die Kommunikation von de Gages (Jonfreitag https://palousewargamingjournal.blogspot.com/ ) und seinem einzigen Untergebenen Aramborou (ein Spieler aus Griechenland) war jedenfalls exzellent und der Angriff eigentlich sehr gut abgestimmt.

Bei der nächsten großen Schlacht (Rocoux) gibt's voraussichtlich vielmehr Eigenverantwortung der Unterkommandeure, die dort auch eher was in Korpsgröße dirigieren.
Als Oberbefehlshaber (Maréchal de Saxe!!!) wäre natürlich ein Veteran wie der Spieler von de Gages perfekt.  :)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 28. September 2020 - 12:33:38
Grundsätzlich ist dieses Play-by-Mail-Konzept ja ganz interessant. Aber man muss sich schon fragen, ob man das Geschehen gut abbildet, wenn man fehlende Kommunikation im Real Life bei einem Teilnehmer zur Grundlage für fehlende Absprachen/Handlungsmöglichkeiten im Spiel macht.

Ich hoffe und weiß aber gar nicht, welche Rolle ich hätte haben sollen. Ich habe Pappenheimer aber bevor alles losging gesagt, dass ich wegen Baby, Urlaub usw. gerade nicht kann. Danach hätte ich erwartet, nochmal gefragt zu werden, ob ich nun Zeit und Lust hätte bzw. wenn dem so gewesen wäre, hätte ich mich selbst nochmal gemeldet. Einem potenziellen Mitspieler ohne dessen Mitwirkung eine Rolle zuzuweisen und seine fehlende Kommunikation (ich weiß nicht, ob es bei jemandem so gelaufen ist) dann einfach ins Spiel umzusetzen, finde ich aber seltsam.
Ich hoffe, dass ich keine Rolle hatte, da ich diesmal einfach keine Zeit hatte.

Es sind aber auf jeden Fall wieder wunderbare Bilder und scheinbar eine sehr lebendige Schlacht dabei herausgekommen - toll! Beim Bericht fänd ich gut, wenn immer dabei stünde, welche Seite gerade was macht und auf welcher Kommando-Ebene handelnde Anführer sind. Der Leser kann sonst oft schlecht wissen, auf welchem Scale einer ist.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 28. September 2020 - 12:44:35
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Grundsätzlich ist dieses Play-by-Mail-Konzept ja ganz interessant. Aber man muss sich schon fragen, ob man das Geschehen gut abbildet, wenn man fehlende Kommunikation im Real Life bei einem Teilnehmer zur Grundlage für fehlende Absprachen/Handlungsmöglichkeiten im Spiel macht.

2.
Es sind aber auf jeden Fall wieder wunderbare Bilder und scheinbar eine sehr lebendige Schlacht dabei herausgekommen - toll! Beim Bericht fänd ich gut, wenn immer dabei stünde, welche Seite gerade was macht und auf welcher Kommando-Ebene handelnde Anführer sind. Der Leser kann sonst oft schlecht wissen, auf welchem Scale einer ist.
1.
Ich sehe das immer eher von einer rollenspielerisch/historischen Perspektive. Ich kenne verschiedene Beispiele, wo ein General eine Schlacht mehr oder weniger die Schlacht verschlafen hat wie es scheint und man sich fragen kann wie das sein kann, dass sein Kommando kaum was tat.
In Deinem Fall hat mein 5-jähriger Sohn das Kommando übernommen und er hat - auch vorab zur Schlacht - die Direktiven so gemacht, dass die piemontesischen Garden, Artillerie und letztlich auch die Grenadiere platt gemacht wurden. Er hat binnen 2-3 Minuten alles begriffen was zu tun war und freute sich im Nachhinein über "seinen" Sieg.  8)

2.
Der Text ist leider eh schon zu lang für einen Blogbeitrag. Ich habe immerhin diesmal schon teilweise Ortsnamen und Oberbefehlshaber eingefügt, auch wenn ich nicht weiß, ob das gut aussieht.

Der Bericht zu Grimbergen ist auch jeden Fall besser angekommen als Melle und sogar Fontenoy. Nun frage ich mich, ob man lieber weniger schreibt oder lieber mehr oder mehr oder weniger Fotos ... Manche machen auch nen Spielbericht mit 4-5 Bildern. Hm.
Bin auf jeden Fall über jeden Hinweis dankbar.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 28. September 2020 - 12:57:20
Vielen Dank auch an Sorandir und Tattergreis für die Kommentare.

Dankeschön an alle Mitspieler!  :)

Insbesondere an der Stelle danke an Sorandir, weil seine zahlreichen Kampagnen (wieviele waren das eigentlich?), wo ich bereits mitmachen durfte, natürlich sehr inspirierend waren.
Es ist auf jeden Fall auch spannend das mal aus der Sicht des Spielleiters zu sehen und ich habe mich diebisch über eure Direktiven gefreut.  :)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 28. September 2020 - 15:22:03
Dann bin ich ja erleichtert, dass ich eine würdevolle und erfolgreiche Vertretung durch deinen Sohn hatte  ;D

Ein bemerkenswerter Satz:
Zitat
Tabletopspiele weichen erfahrungsgemäß von den historischen Schlachten ab, können aber auch dazu dienen, den Blick für alternative Lösungen zu öffnen.
Dem stimme ich überhaupt nicht zu.


Erläutere das doch mal, Tattergreis! Vor allem, inwiefern du widersprichst ;) Oft weichen Szenarien auch nicht vom historischen Verlauf ab, aber dienen sie nie, den Blick für alternative Lösungen zu öffnen?
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 28. September 2020 - 16:03:38
@Maréchal: nach dem Kaffee in einem anderen thread

@Pappe: das ganze Geschehen ist ein herrliches Durcheinander, manchmal war ich sehr verwirrt. Fahnen könnten helfen, noch besser wäre ein youtube video ;D
ich finde Friktion egal aus welchen Gründen begrüßenswert realistisch, auf jeden Fall ist das ein highlight Deiner AARs
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 28. September 2020 - 17:42:04

@Pappe: das ganze Geschehen ist ein herrliches Durcheinander, manchmal war ich sehr verwirrt. Fahnen könnten helfen, noch besser wäre ein youtube video
Ich dachte schon, das sind für Dich zuviele Fahnen und ich muss beim nächsten Mal bei jedem zweiten französischen Bataillon ne Fahne weglassen, damit die Berichte für Dich wieder ein bisschen reizvoller und herausfordernder werden...  ;D
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Maréchal Davout am 29. September 2020 - 17:00:29
Ich frage mich, warum bei dir der Überblick immer so schwer ist. Ich habe das Problem eigentlich nur bei deinen Berichten... Du wählst zumeist eben auch recht interessante und dynamische Szenarien aus, wo dann Truppen in einem "herrlichen Durcheinander" aufeinander treffen, wie Tattergreis es sagt.

Wenn dann noch Namen von Kommandeuren nicht klar den Parteien zuzuordnen sind (weil man sie einfach nicht alle kennt und sie evtl. französisch klingen, aber für wen anders kämpfen), wird es sehr schwer mit dem Überblick bzw. überhaupt mit meiner Fähigkeit dem ganzen zu folgen.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 29. September 2020 - 17:13:36
Ich stimme dem Maréchal zu: solange ich die Namen der Regimenter noch kannte, ging es noch einigermaßen, aber eine leicht erkennbare Trennung der Kommandantennamen (z.B. durch landesübliche Titel) wäre hilfreich.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 29. September 2020 - 17:42:27
Ich stimme dem Maréchal zu: solange ich die Namen der Regimenter noch kannte, ging es noch einigermaßen, aber eine leicht erkennbare Trennung der Kommandantennamen (z.B. durch landesübliche Titel) wäre hilfreich.
Ja, gab nen d'Aspremont z.B. bei den Österreichern und Piemontesen (den Piemontesen von den Ösies zugestellt) UND bei den Franzosen in Flandern. Spanier hatten italienische Namen (Pignatelli), Österreicher französische (Courrier) und Spanier italienische (de Gages) und bei den Piemontesen Deutsche, Franzosen und Italiener. Unverschämte Multinationalität! Aber ich kann euch beruhigen. Mich verwirren auch bisweilen die Angaben in der Fachliteratur von um 1900 auch. Da heißt de Saxe einfach Sachsen ...  :o
Also beim nächsten Mal wieder FML, GWM etc. immer davor gestellt. Beim nächsten Mal bin ich mir wegen der Dienstgrade voraussichtlich auch wieder sicherer.  8)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: D.J. am 30. September 2020 - 06:35:32
Ich beiße mich noch durch, aber auch sehe bisher einfach nur ein spaßiges Durcheinander  ;D
Egal.
Der Nerd (und die Leber) wachsen ja bekanntemaßen an ihren Aufgaben  :P
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 30. September 2020 - 12:22:02
Ich beiße mich noch durch, aber auch sehe bisher einfach nur ein spaßiges Durcheinander  ;D
Egal.
Da meine englischsprachigen Leser alles gleich durchschaut haben, kann es natürlich sein, dass
A) meine Ausdrucksweise auf Englisch eindeutiger ist
B) diese Leser HoW-Fans sind, die gleich durchschauen was diese Würfel z.B. zu bedeuten haben
C) diese Leser auch meine Szenarios daheim nutzen und daher eher in meinem Wirrwarr (?) durchblicken ;D
D) sie zu höflich sind was zu monieren...  ;D ;D
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 30. September 2020 - 12:37:52
Wenn wir drei jetzt Probleme melden, dann soll das zumindest von meiner Seite keine Respektlosigkeit sein. Und es ist natürlich klar, dass man sich umso besser in eine Situation reinfindet, je weniger unbekanntes vorhanden ist. Dass Mollwitz einfacher zu beschreiben ist als Dein Gefecht ist klar.
Keep up the good magnificent work.
tatter
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Sorandir am 30. September 2020 - 21:29:00
So ich habe den spielbericht dann auch gelesen. Schon interessant, dass "unsere " Flanke es gerissen hat , trotz der Widrigkeiten.  Nicht auszudenken was möglich gewesen wäre, wenn die Reiterei nicht von Mallebois abgezogen worden wäre . Vermutlich hätte man einen Keil in die Gegner treiben können um dann das Feld von der Seite aufzurollen, wer weiß ...
Auf jeden Fall Danke für das PbM, hat Spaß gemacht, auch wenn man nach den Anfangsbefehlen dann nichts mehr zu tun hatte.
Danke auch für das Lob bzgl. Meiner PbM, ich glaube Pappenheimer hat bis auf die allerersten 1 oder 2, an allen Teil genommen .
Bin beim nächsten Mal gerne wieder dabei  8)
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 30. September 2020 - 23:02:04
Schon interessant, dass "unsere " Flanke es gerissen hat , trotz der Widrigkeiten.  Nicht auszudenken was möglich gewesen wäre, wenn die Reiterei nicht von Mallebois abgezogen worden wäre .
Dann wären Aramborous Truppen wahrscheinlich überrollt worden - war zumindest im letzten Spiel der Fall. Die spanischen Bataillone sind ja alle "klein" und können sich nicht weit zurückziehen ohne das Schlachtfeld zu verlassen. Kann natürlich auch sein, dass dann Liguane bei Pavone geblieben wäre und nur auf Maillebois verrückten Zug reagierte.

Der Wald behindert Linieninfanterie recht massiv und Kavallerie auch, weswegen ich auch die Miquelets da rein schickte (von Aramborou dort am Tanaro platziert). Ich hätte auch was drauf wetten mögen, dass die Piemontesen dort ihre Plänkler versteckt haben, um Rivarone zu unterstützen - sie hatten auch 2 Finten (Steinchen) dahin manöveriert.

Super, Sorandir. Sehr gerne wieder mit Dir.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: Pappenheimer am 10. Oktober 2020 - 22:37:29
Wer mag, kann in Jon Freitags erstklassigen Blog seine Perspektive auf unser Bassignana-Spiel nachlesen: http://palousewargamingjournal.blogspot.com/2020/10/taking-command-at-bassignana-1745.html

Ich bin ein großer Fan seines Blogs, vor allem wegen seinem analytischen Stil, den man in seinen Berichten zu seinen Solospielen der Schlachten bei Mollwitz und Zorndorf genießen kann.
Titel: Re: HoW: Italien 1742-1748
Beitrag von: tattergreis am 13. Oktober 2020 - 18:33:01
Seine Analysen zu anderen Themen sind auch erwähnenswert. Bin zwar nicht so der Fan von Statistiken, aber Jedem das Seine. Und er mag Aventine Miniaturen  :)