Sweetwater Forum

Epochen => Absolutismus und Revolution => Thema gestartet von: D.J. am 20. Dezember 2018 - 07:40:03

Titel: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 20. Dezember 2018 - 07:40:03
Da mein alter Aufbauthread einer französischen Armee für die Zeit von 1800 bis 1815, hier speziell für den Peninsular War, durch den Foren-Dump verloren ging, möchte ich ihn hier erneut aufbauen.
Vorab möchte ich mich aber für die zahlreichen Hilfen bedanken, die ich hier erhalten habe! Riothamus, Marechal Devault und Pappenheimer sind nur einige, die mir beim »Knöpfchenzählen« und mit viel Zuspruch und tatkräftiger Hilfe unter die Arme gegriffen haben.
Dafür möchte ich euch an dieser Stelle nochmal ganz herzlich danken  :)

Also dann ... 14. Juni anno 2018

Nachdem Saga bei mir, auch mangels aktiver Mitspieler, leider im Sande verlaufen ist, habe ich mir überlegt, meine alte Liebe neu zu beleben.
Historisches "spielen" mit 1:72 Miniaturen.
Diese Größe begleitet mich, wie bestimmt sehr viele andere auch, bereits seit meiner Kindheit. Damals waren die Schachteln von Minifigs und Airfix wie kleine Schatztruhen. Und auch heute noch, mit 51, hat sich an dem Gefühl so eine Schachtel in Händen zu halten und schließlich zu öffnen, nichts geändert. Da ist immer noch der Knirps in mir der vor Spannung und Freude kichern und Jauchzen möchte Ein Feeling, das mir bei anderen Maßstäben und Spielsystemen etwas verloren gegangen ist.
Im Urlaub fand ich in Garmisch-Partenkirchen einen Müller Drogeriemarkt. Von dieser Kette wusste ich seit einem Besuch in Nürnberg, dass sie ein recht ansehnliches Spielwaren- bzw. Modellbauprogramm führen. Also schaute ich online nach und fand die ersten Packungen meiner alten Liebe, Miniaturen aus der Zeit Napoleons in 1:72.
Einen Mitspieler habe ich dann auch rasch gewonnen, nachdem ich ihn mit einem Mitbringsel aus dem Urlaub vom Historischen TT überzeugt habe  ;)

Der Bestand
Folgende Boxen habe ich mir aus dem Urlaub mitgebracht bzw. kamen in den ersten Wochen nach dem Urlaub noch dazu

1 x Britische Infanterie von 1815 - Italeri 6095 (Mitbringsel zum shanghaien des Mitspielers)
2 x Italeri - 6002 - franz. Infanterie
1 x Italeri - 6080 - franz. Leichte Kavallerie
2 x Italeri - 6018 - franz. Garde Artillerie

Welche Regeln sollen es werden?

Da Warlordgames so frei waren, ihre Regeln zu Black Powder frei als pdf zum Download anzubieten, ist dies auf alle Fälle Fälle eines der Regelwerke, die ich gerne einmal bespielen möchte. Black Powder ist allerdings in Englisch und dem ersten Durchblick nach relativ komplex. Daher wird mit "Kugelhagel" definitv ein deutsches Regelwerk bei mir Einzug halten und Priorität genießen.

Nachtrag aus der Zukunft
Es sind defintiv die Regeln zu Kugelhagel geworden, nach denen wir spielen und unsere Armeen aufbauen. Inzwischen ist auch »Kugelhagel – Generals« dazugekommen, um weitere Mitspieler zu gewinnen
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Unboxing
Beitrag von: D.J. am 20. Dezember 2018 - 07:49:38
Britische Infanterie von 1815 - Italeri 6095

(http://666kb.com/i/dzocrawewrh20p5hc.jpg)

Von außen verspricht die Box einen ganzen Sack voll Rotröcke und gibt auch gleichzeitig auf der Rückseite Tipps für die Farbwahl. Wer sich hier wundert: Ja, auch Italeri hat Acrylfarben im Angebot und die Farb-Tipps beziehen sich in erster Linie auf die dort zusammengemischten Rezepturen. Dennoch, eine nette Hilfe, die ich gerne in Anspruch nehme, da sich sogar manche Farbtafeln und Bücher für historische Uniformen manchmal widersprechen und Italeri hier offenbar immer einen Mittelweg zwischen Authentizität und machbarer Farbwahl sucht.

(http://666kb.com/i/dzocsjfob92e3t69s.jpg)

(http://666kb.com/i/dzoct04322l4jx98g.jpg)

In der Box erwarten uns dann drei Gussrahmen voll Rotröcke. Die Posen der Soldaten sind gut gemischt und wissen mir zu gefallen, auch wenn ich eine (die im Halbknkien schießende) etwas unglücklich finde. Viel wichtiger jedoch ist, dass die Miniaturen alle ausnahmslos aus sehr guten Foremn stammen und sehr detailreich daherkommen! So gut hatte ich die 1:72er nicht in Erinnerung. Das kann natürlich auch an meinem Alter und der Zeit zwischen meinen letzten 1:72ern liegen, oder aber daran, dass ich in meiner Kindheit und Jugend meist Airtfix bzw. Minifigs hatte, die sich leider auch heute noch teilweise durch etwas ausgefranste Güsse mit einigem an Graten selber in den Wertungen nach unten drücken.
Die Italeri Miniaturen dieser Box beweisen aber, das Details und gute "Hinterschnitte" und Tiefen nicht alleine den 28mm Modellen von Perry & Co. vorbehalten sind.
Wer sich für die historische Korrektheit interessiert, dem empfehle ich einen Blick auf die Besprechung von Plastic Soldier Review.

Französische Linieninfanterie 180? - 1815 - Italeri 6002

(http://666kb.com/i/dzoctaosmf4fe2874.jpg)

Bei diesem Set scheint es sich, zumindest was die historische Korrektheit angeht, um eines der schwächeren Sets von Italeri zu handeln. Es kam erstmalig 1995 heraus und damals hat der Modellbauer sich offenbar einige "historische Freiheiten" herausgenommen, die ernstere Spieler eventuell vergraulen könnten. Ich selber muss gestehen, dass mir bei einem dicht gestellten Regiment von 1:72ern weder die fehlenden noch unkorrekt geschneiderten Schwalbenschwänze der Uniformjacken auffallen, noch ob es sich um drei vier oder mehr Knöpfe an den Gamaschen handelt. Da muss ich gestehen, passen meine Augen aber auch das "historische Gewissen", denn ich möchte eher spielen, denn alte Schlachte exakt zu simulieren.
Daher bin ich, sofern keine groben Schnitzer wie M16, Mac10, schusssichere Westen, Stahlhelme oder Bundeswehr-Knobelbecher eingebaut wurden, relativ schmerzfrei gegenüber solchen Fehlern.

(http://666kb.com/i/dzoctm5sfs6o1kjcw.jpg)

(http://666kb.com/i/dzocttgh8l1n4ka2o.jpg)

Denn dafür bietet auch dieses Set von Italeri wieder eine einwandfreie Verarbeitung mit wunderbaren Miniaturen. Auch die Posen gefallen mir, diesmal ohne Ausnahme, denn ich kann durch den Kauf einer zweiten Box z.B. ein vollständiges angreifendes Regiment bzw. Linie darstellen. Pro Box habe ich zudem zwei Kommando-Einheiten / Bases in den beiden identisch gegossenen Gussrahmen. Diese Kommandotrupps umfassen je einen Fahnen- / Adlerträger, einen Trommler, einen Captain, einen Sergeanten.
Bei den Adler / Standarten werde ich schauen, ob ich die vorgeschlagenen Muster des Modellierers übernehme, oder ob ich mit Hilfe von Papier die Standarten passend zum Peninsular War / Spanischen Unabhängigkeitskrieg anpassen muss.
Was kann man mit dem Inhalt der Box darstellen?
50 Mann abzüglich zwei Kommandanten mit Gefolge = 42 Soldaten pro Box.
Wenn ich die auf 6 Mann pro Base stelle habe ich 6 Bases Infanterie plus 2 Kommandobases = 2 Kleine Regimenter für die ersten Spiele "Kugelhagel". Wenn ich nur 4 pro Base unterbringe habe ich sogar 10 +2 Bases, was dann schon volle Mannstärke wäre².
Bei einer Box wären also schon erste Spiele "Kugelhagel" machbar, denn klein passt und vergrößern geht immer  Mit einer zweiten Box kann ich meine zwei kleinen 3-Base Regimenter die Sollstärke von 5 Bases erhöhen, habe noch Material / Soldaten für Ermüdungsmarker ... auch hier wieder für knapp 10 Duplonen unschlagbar in Preis-Leistung
Fazit
Historisch etwas freizügig zwischen 1806 (?) und 1815 wandernd, bietet dieses Set jedoch dem Einsteiger oder historisch nicht ganz so korrektem Spieler einen erstklassigen Start z.B. für das System Kugelhagel. Dort kann man mit zwei kleinen Einheiten a 3 Bases schon ordentlich spielen und mehr geht immer.
Die Details der Miniaturen sind sehr gut herausgearbeitet, der Kunststoff ist etwas weicher, als der der Briten (siehe oben)
Die Posen gefallen mir machen aber eine zweite Box vielleicht doch notwendig, wenn man eine ganze Linieneinheit gerne stürmend oder ladend darstellen mag.
Aber bei dem Preis ist das in meinen Augen eine lässliche Sünde.

Französische Garde- bzw. Linien Artilierie, Italeri 6018

(http://666kb.com/i/dzocui6xiyso00iyo.jpg)

Da rollt sie also an, die aufgeprotzte Artillerie meiner Franzosen
Zwei Boxen habe ich mir von dieser Packung gegönnt und damit (für Kugelhagel-Regeln) 4 Batterien mit mir leider unbekannter Ladung. Ich kann zu meinem Leidwesen keine 12-Pfünder von einer Kartätsche unterscheiden. Aber das soll mich nicht aufhalten
Aber wer Napoleon sagt und spielen will, der meint damit eben auch Kanonen, den der kleine Korse war immerhin ausgebildeter Kanonier, nachdem seine Mutter gegen eine Laufbahn bei der Marine interveniert hatte.
Ohne ordentliche Batterien an Artillerie geht der Napo-Spieler eben nicht aus dem Haus.

Die Packung kommt dann auch mit einem (meiner Meinung nach) absolute erstklassigem Material daher! Zwei Kanonen, ein Wagen mit Nachschub, zwei kleine Haufen Kanonenkugeln und eine Mannschaft.
Mon dieu!
Damit kann ich sowohl aufgeprotzte (vom Wagen gezogene und in Bewegung befindliche) Artilerie darstellen, als auch abgeprotzte (aufgestellte) 4 Kanonen mit zwei Mannschaften, die abwechselnd die Kanonen bedienen, während die jeweils andere mit Wasser gekühlt wird.
Die Posen der Figuren sind klasse. Da ist der Offizier mit dem Fernrohr, der "Kugelschlepper", der "Kühler" mit dem Wassereimer und der "Zünder" ... als ich die Packung im Urlaub öffnete, habe ich nur kurz reingeschaut und direkt die Rahmen wieder zurückgeschoben. Zu groß war der Drang vielleicht doch schon mal zu schauen, welche Minidioramen man auf einem Arti-Base basteln könnte.
Klinge ich begeistert?
Gut.
Denn ich bin begeistert
Egal ob da jetzt wirklich alles historisch korrekt ist (laut Plastic Soldier Review ist dieser Punkt sogar ausgezeichnet gelungen), die Figuren erzählen mir direkt mal eine Geschichte für ihre Bases.
Der Wagen, der Nachschub bringt. Der Offizier, der seine Mannschaft einweist, die Kugelhaufen, die Kisten, die Kanonen ... die ganze "Action" und Dynamik der Bewegungen in den Minis hat mich vor knapp zwei Wochen (und jetzt schon wieder) total umgehauen.
Es gibt, wie bisher bei all meinen Packungen von Italeri) sehr wenige Gussgrate, keine Brüche an dünnen Bereichen und wieder sehr viele schöne Details an den Minis.
Zwei Strich hoch und Feuer auf Kommando!

(http://666kb.com/i/dzocuxhc7rv9w1zwg.jpg)

(http://666kb.com/i/dzocv6jynfl6norgg.jpg)

Fazit
Ein absolut lohnenswerter Kauf, der auch historisch eher korrektere Spieler begeistern, zumindest aber erfreuen dürfte.
Feine Details, saubere Schnitte, schöne Posen mit einer sehr guten Dynamik.
Auch hier ein wunderbares Preis-Leistungsverhältnis.

Anmerkung außer der Reihe:
Bisher scheine ich überhaupt sehr viel Glück mit der Qualität meiner Packungen gehabt zu haben.
Historische Schnitzer ausgenommen habe ich bisher wirklich nur eine sehr hohe Qualität zum kleinen Preis bekommen und finde, das diese Packungen sich hinter keinem Blister von GW oder den Perry Brüdern verstecken müssen.
Sicher, 1:72 ist sehr klein zu bemalen und man wird nicht alle Details so schön rausarbeiten können, wie bei den 8mm größeren Cousins der kleinen 72er. Aber mit ein wenig Mühe lassen sich bestimmt schon auf die Bases kleine Dioramen zaubern, die ihre eigene Geschichte erzählen.
Wer also gerne mal unverbindlich in historische Systeme schnuppern möchte, ist mit 1:72 als Maßstab gut bedient, auch wenn er sicherheitshalber vorher in seiner Umgebung fragen sollte, ob dieser Maßstab dort bespielt wird. Der benötigte Lagerplatz ist im Gegensatz zu 28mm zudem sehr gering und dürfte keine Hemmschwelle bieten.

Französische Voltigeure (Scharfschützen / Plänkler / Leichte Infanterie), Zvezda 8042

(http://666kb.com/i/dzocvz6ltbvbm914w.jpg)

Sie sind endlich zu mir gekommen, meine Voltigeure der leichten Infanterie
Das Erste, was mir auffiel: Der Kunststoff "duftet" leicht aus. Ist mir bei den Italeri-Packungen nicht so aufgefallen. Der Geruch ist mir aber nicht unbedingt unangenehm gewesen. Das nächste, das mir auffiel: Die Rucksäcke muss man an die Minis kleben!
DAS wird spaßig, denke ich!

(http://666kb.com/i/dzocwg3bso1xgdo8w.jpg)

Alle drei Gussrahmen für die Truppen sind absolut (!) detailliert gearbeitet und haben (historisch passend) die große Feder der Voltigeure am »Deckel«. Das hebt sie schon so sehr gut von den einfachen Infateristen ab. Dazu kommen sehr gute Posen, bei denen ich mir jetzt schon überlege, wie ich eine Reservelinie und eine Reihe plänkelnder Voltigeure auf den Bases darstellen werde. Die Detailtreue scheint mir sogar noch um ein ode rzwei Prozent stärker zu sein, als bei den ohnehin schon sehr guten Italeri-Gussrahmen.
Das Plastik fühlt sich für mich einen Tacken weicher an, als der weicheste Gussrahmen der Italeri Packungen. Das bedeutet, dass ich beim Entfetten und Grundieren sehr gut auf eine ordentliche Deckung achten muss und nach dem Bemalen vielleicht doch über den Einsatz von Klarlackspray nachdenken sollte.
Der Kommandogussrahmen ist extra gehalten. Einzig das Horn erscheint mir arg groß geraten, aber was soll's? Die Franzosen waren schon immer ein wenig exaltiert, da passt so ein großes Horn für einen kleinen Bläser schon wieder

(http://666kb.com/i/dzocwrk2jfh0vt2bk.jpg)

Fazit
Mit der vorliegenden Zvezda Box macht man absolut nichts verkehrt. Egal ob Dioramenbauer oder TTler, hier bekommt man für sein Kleingeld in meinen Augen große Ware.
Für mich bedeutet das, dass ich mir demnächst mal die Kürassiere (schwere Reiterei) und evtl. die polnischen Lanzenreiter von Zvezda mal näher ansehe. Meine Sammlung umfasst jetzt zwar etwa 179 Figuren, aber geht ja bekanntlich immer und bei 1:72 sowieso

Nachtrag aus der Zukunft
Ich habe eine ganzen Rutsch fertig bemalter, holländischer Lanzenreiter geschenkt bekommen! Das war schon unglaublich und ich schäme mich auch ein wenig, dass ich sie noch nicht basen konnte.
Die Bemalung ist absolut grandios und sobald ich dazu komme, reiche ich hier ein Bild dieser famosen Miniaturen ein!

Französische leichte Kavallerie / Husaren, Italeri 6080

(http://666kb.com/i/dzocxhcth0dik9xxc.jpg)

Auf sie mit Gebrüll, für le général, für la grande Nation!
(fiktiver Schlachtruf meiner leichten Kavallerie)

Was wäre ein feines Gefecht zu Zeiten Napoleons ohne Linien tapferer Männer, das Donnern der Kanonen und ... dem grollenden Klang einer herangaloppierenden Einheit leichter Reiterei?
Richtig.
Arg langweilig
Deshalb, und weil ich mit jeweils zwei Packungen Artillierie und Linieninfanterie schon ausreichend Material an der Hand hatte bzw, bekommen würde, habe ich mir direkt noch einmal französische Husaren gegönnt.
Gefunden habe ich sie schon wieder auf der Onlineseite der Müller Drogeriemärkte, wo ich auch die anderen »Italeris« bereits entdeckt und gekauft hatte.
Drei große und ein Kleiner Gussrahmen sind in dieser prallen Packung enthalten.

(http://666kb.com/i/dzocy2a3k522xansw.jpg)

(http://666kb.com/i/dzocya8k164tm6sjk.jpg)

Auf den ersten Blick scheinen die (von mir scherzhaft als »Achsellüfter« bezeichneten Figuren) mit dem erhobenen Säbel in der Überzahl der vorhanden Posen zu sein. Aber da 1:72 Minis aus Weichplastik sind, kann mit kochendem Wasser und einer Schüssel Eiswasser die Minis soweit aufweichen, dass man ein oder zwei Reiter den Arm auch nach vorne strecken lassen kann, was sie noch dynamischer macht.
Warum das nicht vom Hersteller vorgesehen ist, versteht man, wenn man die wirklich prallvolle Packung in Händen gehalten hat. Da ist für solche Posen einfach kein Platz mehr gewesen.
Aber der Aufwand sich zwei oder drei Reiter entsprechend zurechtzubiegen (in kochendem Wasser erhitzen, den Arm mit dem Säbel vorsichtig nach vorne biegen und dann die Mini in Eiswasser "abschrecken") in Grenzen hält, sehe ich da keinen Minuspunkt.
Laut Plastic Soldier Review sind die Figuren historisch nicht ganz korrekt. Es würden Schafsfelle oder ähnliches über den Sätteln fehlen, wenn ich das richtig verstanden habe. Gut, das ist natürlich ärgerlich, wenn man historisch sehr korrekt spielen oder sammeln mag. Mich als reinen Spieler schreckt das weniger ab.
Im Gegenteil, ein Detail weniger, über dessen Bemalung ich mir den Kopf zerbrechen muss.
Die Qualität des Gusses ist wie bisher von Italeri gewohnt sehr gut. Die Details sind gut erkennbar, wenn auch nach innen zur Brust der Figur des Reiters hin teilweise etwas verwaschen. Aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau, denn die vorhandenen Details wollen auch erst einmal vernünftig bemalt werden.
Trotz der wenigen Posen ist die Dynamik des Sets durch die Pferde sehr gut zu spüren und sorgt schon für kribbelige Finger, was den Aufbau der Bases betrifft.
Ansonsten gibt es wenig mehr zu sagen, als das was ich nicht bereits bei den anderen Italeri-Packungen meines Aufbaus beschrieben habe. Wenig bis keine Gussgrate, bis auf ein paar (an der Figur nicht gut erkennbare) Verwaschungen sind alle Hinterscheidungen und Tiefen sehr schön zu erkennen und ich denke, dass mit einem guten Dip oder Wash sich die Details dieser Minis auch wieder sehr gut herausarbeiten lassen.

Fazit
Kanonendonner vermischt sich mit dem Krachen der Musketen und dem Klang der Trommeln und Trompeten. Linie um Linie marschieren die Soldaten der Grande Nation nach vorne, drängen forsch und unerschrocken auf den rotberockten Feind ein.
Zufrieden blickt der kleine dicke General Diejäi Bonaparte auf den Spieltisch vor sich. Genüßlich zieht er eine Karte von Stapel, dreht sie um und grinst, als sie ein Pik As zeigt  ;)
3 Aktionen für seine Husaren! Hufe donnern plötzlich über das Schlachtfeld, die Husaren lachen und rufen ihre Lust am Zweikampf heraus.
Die Schlacht verläuft ganz nach seinem Willen.

French Grenadier Guards, Revell, Set 02570 / Gussrahmen aus der Packung Schlacht bei Waterloo 1815 - 200 Jahre

Platzhalter, Text und Bilder folgen
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Erste Bemalungen
Beitrag von: D.J. am 20. Dezember 2018 - 07:50:20
Letztes Jahr hatte ich ja schon begonnen meine Miniaturen zu bemalen. Ein erstes Spiel wurde dann auch mit halbfertigen Einheiten bereits gespielt, aber dann kamen Zeitmangel, Alltag und Krankheit dazwischen, sodass vieles halbfertig liegen blieb. Also habe ich mir für 2019 vorgenommen, zuerst einmal alle diese begonnen Projekte zu beenden, bevor ich mir neues Material zulege.
And here are the Results ;)

Les Règiments de Kleve-Berg et de Westphalie
Als Napoleon 1808 das neue Großherzogtum »Kleve-Berg« erschaffte, benannte er Düsseldorf als dessen Hauptstadt.
Düsseldorf? :o
Japp.  ::)
Für mich als Kölner eine derartige Beleidigung, dass ich umgehend ein Regiment des Großherzogtums bemannen musste.
Das Königreich Westfalen war eine künstliche Schaffung nach dem Frieden von Tilsit. König wurde Napoleons Lieblingsbruder Jerome. Hier wurde das Regiment Westphalie ausgehoben. Beide Regimenter haben in Spanien für Napoleon gekämpft. Die Desertastionsrate war aber unglaublich hoch, sodass ich beschloss beide Regimenter unter der Mindest-Sollstärke von 4 Bases darzustellen. Im Gegenzug sollten sich beide Regimenter bei jedem Spiel unterstützen, also als doppeltes Regiment auftreten.

(Quelle: https://thrifles.blogspot.com/2017/12/westfalen-und-kleve-berg-im-peninsular.html?fbclid=IwAR3LveqQOFH5TI_D4NqQ_CVxk9Zsi5YkE_AG2ROF7BGSNO7fOnR37fTMMRk)

(http://666kb.com/i/e0bqadhddne5v6kg0.jpg)

(http://666kb.com/i/e0bqapp6wm0imfmyo.jpg)


»Die Wildgänse kommen«
Nein, es handelt sich nicht um Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Kollegen im gleichnamigen Antikriegsfilm, sondern um die Irische Brigade der Grande Armèe.
Sie gehören in den größeren geschichtlichen Kontext, der letztendlich zu dem - für unser Spiel interessanten - Punkt führte, an dem die Franzosen auch ausländische Söldner einsetzten.
Die irischen Söldner bzw. ihre Regimenter blieben dabei weitgehend unter sich und ihr Spitzname lautete Wildgänse.
(Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Brigade_irlandaise und https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A9giment_Irlandais )

Ich habe für mich entschieden, vorerst nicht die ganze Brigade Irlandaise auszuheben, sondern nur zwei Regimenter. Für die Uniformen habe ich die Vorgaben des »Règiment Irlandaise«, also grün und weiß als Hauptfarbe, übernommen. Genutzt habe ich eine Mischung aus Miniaturen der Packung Italeri #6002 »French Line Infantry« und Zvezda #8042 »French Voltigeurs«
Spieltechnisch (Kugelhagel) zählen die »Wildgänse« in meiner Armee zur Leichten Linieninfaterie, die auch plänkeln kann. Die Einheit »O'Gilwy« hat zudem von mir die Fähigkeit »Scharfschützen« erhalten. Um dies darzustellen besteht sie im Gegensatz zu ihrer Schwestereinheit »Berwick« aus 5 Bases, von denen aber 3 Bases nur mit jeweils 2 Schützen belegt sind. Ebenso hat »O'Gilwy« keine eigene Standarte, da ich sie plänkelnd dargestellt habe. Scharfschützen wedeln eben nicht mit grünen Tüchern, wenn sie angreifen ;)

(http://666kb.com/i/e0bqejs4nudjsp5hc.jpg)

(http://666kb.com/i/e0bqeu7r7zbfiapz4.jpg)


Französische Voltigeure (Scharfschützen / Plänkler / Leichte Infanterie)
Die Voltigeure waren eine Truppe der französischen Infanterie unter Napoleon, in denen vor allem kleinere und schnelle Männer eingesetzt wurden. Sie sollten urspürnglich mit der Kavallerie als »Beisitzer« hinten auf dem Pferd nach vorne zur Schlacht gebracht werden, wurden aber im Endeffekt Spezialisten für das zerstreute Gefecht, bzw. Plänkler. Sie waren sehr gute Schützen und damit eine ganz spezielle Truppe, die das Gefecht in kleinem Maßstab suchte, also weniger die großen Linien. Die Voltigeure wurden mehr und mehr von eigenständoigen Einheiten den verschiedenen Infanteriebataillonen zu geordnet.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Voltigeure )
Genutzt habe ich hierfür Zvezda #8042 - French Voltigeurs
Das Erste, was mir beim Auspacken auffiel: Der Kunststoff "duftete" leicht aus. Diese öfter genante Eigenheit von 1:72 Miniaturen ist mir bei den Italeri-Packungen bisher nicht so aufgefallen. Der Geruch war mir aber nicht unbedingt unangenehm gewesen. Alle drei Gussrahmen für die Truppen sind absolut (!) detailliert gearbeitet, aber das Plastik fühlte sich für mich einen Tacken weicher an, als der weicheste Gussrahmen meiner bisherigen Italeri Packungen. Das bedeutete, dass ich beim Entfetten und Grundieren sehr gut auf eine ordentliche Deckung achten musste und nach dem Bemalen vielleicht doch über den Einsatz von Klarlackspray nachdenken sollte.
Leider hat das nicht gut funktioniert und die Voltigeure haben mich letztes Jahr bereits mehrere Wochen gekostet, in denen ich immer wieder an ihnen arbeitete, denn sowohl Grundierung (grau) als auch später die Farben wischten sich immer wieder ab. Ich vermute, dass die Minis trotz gutem Spülen und abwaschen, immer noch Weichmacher (Nphalate) ausgedünstet haben. Vor ein paar Tagen habe ich endlich vier Bases mit Hilfe von Klarlack griffsicher fertigstellen können und verzichte vorerst auf den Kommandogussrahmen und sehe dieses Projekt vorerst als abgeschlossen an.

(http://666kb.com/i/e0bqkktzh4tenqccg.jpg)


Die Lanciers rouges
Ich bekam letztes Jahr ein großes Konvolut an Kavallerie geschenkt :D Dabei waren wunderbar bemalte, holländische Lanzenreiter, die ich jetzt endlich basen und einsetzen werde. Mein Anteil an diesen wundervollen Miniaturen ist also absolut gering bis nicht vorhanden, aber trotzdem wollte ich sie hier vorstellen, da ihre Basierung eines der Projekte ist, die ich mir für dieses Jahr vorgenommen und in den letzten zwei Tagen abgeschlossen habe.
Es müsste sich um das Set »Esci # 218 - 'Polish Lancers' French Cavalry« handeln, dass hier genutzt wurde. http://www.plasticsoldierreview.com/Review.aspx?id=94

(http://666kb.com/i/e0bqmybvpsm8zeqdc.jpg)

Grenadiers à cheval de la Garde impériale
Hinter diesem sperrigen Namen versteckt sich ein Regiment der schweren Kavallerie, das Napoleon immer als taktische Reserve diente. Ihre größten Auftritte waren bei der Schlacht von Austerlitz, als sie die russische Gardekavallerie in die Flucht schlugen, einer drohenden Einkesselung in der Schlacht bei Preußisch Eylau entkamen oder als sie sie die bayerische Kavallerie in der Schlacht von Hanau zurückschlugen.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/…/Grenadiers_%C3%A0_cheval_de_la_G… )

Auch diese Miniaturen gehören zu dem Konvolut, dass ich letztes Jahr geschenkt bekam. Wie schon die Lanciers rouge hatte ich mir für dieses Jahr als eines meiner fixen Projekt vorgenommen, sie endlich zu basen und einzusetzen. Verwendet wurde vermutlich das Set »HaT #8013 - French Horse Grenadiers« Also auch hier ist mein Anteil an den Miniaturen minimal bis nicht vorhanden, aber ich finde dennoch, dass sie angemessen gezeigt werden sollten.

(http://666kb.com/i/e0bqogg7w85mj7xfk.jpg)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Gelände
Beitrag von: D.J. am 20. Dezember 2018 - 07:55:23
Tja, ich konnte nicht widerstehen und habe mir noch im alten Jahr auf ebay ein Konvolut an H0 Gebäuden geschossen :)
Diese sind alle auf die eine oder andere Art reperaturbedürftig, auf alle Fälle aber noch zu sehr Plastik, um als echtes TT-Gelände durchzugehen. Da habe ich also demnächst einiges zu tun beim Sichten, Umbauen, Reparieren und Altern der Gebäude.

(http://666kb.com/i/dzuj4d7j8x39e5uxf.jpg)

(http://666kb.com/i/dzuj4r73qn7ss4u6r.jpg)

(http://666kb.com/i/dzuj4xjj0cya1wc0j.jpg)

Natürlich werde ich nicht alle Gebäude verwenden können. Die Fliegenpilze zum Beispiel passen weder zu Napoleon noch zum ACW ;) Aber da mache ich mir keine Sorgen, irgendwer kann die bestimmt verwenden.
Die Größe der H0 Gebäude im Bezug auf die 1:72 Miniaturen meiner Armeen ist auch so ein Punkt. Den werde ich durch Umbauen und "höher ansetzen" richten. Eigene Bases, die Häuser höher ansetzen, damit die Türen höher wirken etc.
Es gibt viel zu tun.
Ich freu mich drauf.
 :D

Nachtrag:
Nach kurzer Recherche weiß ich jetzt auch, wie ich die Häuser "unbemerkt höher legen" kann, um den Höhenunterscheid 1:72 zu H0 (1:84) etwas abzumildern

Weyden, heute Weiden und ein Stadtteil Kölns, war um 1800 - 1815 ein sogenanntes "Straßendorf", also eine lose Dorfgemeinschaft, die sich an der mit Kopfsteinpflaster befestigten Aachener Straße im Laufe der Zeit zwischen Königsdorf (heute Frechen) und Junkersdorf (heute ebenfalls ein Stadtteil Kölns) gebildet hatte. Beidseitig der Aachener Straße standen um 1794 in Weyden sowohl kleinere Fachwerkhöfe (teils mit kleinen Gärten), kleinere Anwesen als auch ein größeres Landhaus mit einem sogenannten Wirtschaftsgebäude. Ebenfalls befand sich hier ein langgestrecktes Zollhaus auf der Aachener Straße, in dem in kurfürstlicher Zeit der entsprechende Zoll erhoben wurde.

Hier kann ich ansetzen, denn alle Häuser hatten neben der gepflasterten Straße auch leicht erhöht angelegte Trottoirs (Bürgersteige). Die Eingänge waren entweder ebenerdig mit diesen Bürgersteigen, oder leicht nach oben oder unten versetzt. Ich kann also die Gebäude auf eigene Bases mit Trottoir setzen, die Eingänge dabei um ca. 5mm erhöhen oder entsprechend tiefer ansetzen. Die Türrahmen kann ich notfalls auch verlängern bzw. mit wenigen Stufen arbeiten, was sie höher wirken lässt.
Wenn ich also eine Anlehnung an das Straßendorf Weyden anno 1794 erreiche würde der Größenunterscheid zwischen 1:72 Minis und H0 Gebäuden schon nicht mehr ganz so krass ausfallen und ich kann die Gebäude, wie geplant, als Spieltisch-Deko einsetzen.
:)

Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Mahud am 20. Dezember 2018 - 09:30:28
Oh, das wird was feines :D

Die Kürassiere von Zwezda habe ich auch.
Im Vergleich mit Revell/Italeri wirken die viel wichtiger.

Magst Du, wenn es ans bemalen geht Deine Erfahrungen mit uns teilen?

Habe mit Italeri Figuren bisher Pech gehabt ( Farbe blättert ab). Bei den Revell Minis hatte ich nie solche Probleme.
Grüße
Mahud
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Karsten am 20. Dezember 2018 - 09:39:12
Hallo Mahud,
hast Du die Figuren vorher entfettet und grundiert?
... Karsten
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 20. Dezember 2018 - 10:19:38
Hallo Mahud :)

Ja, auf alle Fälle werde ich dazu etwas schreiben und ein paar Bilder einfügen.
Bis dahin aber auf alle Fälle den Tipp von Karsten beachten!

Die 1:72er Miniaturen sind aus Weichplastik. Das lässt sich etwas anders bemalen, als die größeren 28mm Figuren.
Der Wichtigste Schritt ist das Entfetten.
Die gewünschten Miniaturen schneide ich aus dem Gussrahmen und klebe sie mit Holzleim auf Plastikdeckel von Pfandflaschen. Damit kann ich sie leichter handhaben, ohne die Finger auf die Miniaturen legen zu müssen. Die lassen sich dann auch leichter halten.

(http://666kb.com/i/dzogmhjiav0uzv69x.jpg)

(Foto vor dem Grundieren, nach dem Entfetten. Zwei Miniaturen wurden außer der Reihe zur Probe bemalt.)

Danach gebe ich sie kurz in ein lauwarmes Bad mit Spülwasser (ca. 2 Minuten), spüle sie klar ab und wo sich der Leim gelöst hat, klebe ich sie nach. Dabei habe ich dann Einweghandschuhe an, damit das Hautfett nicht wieder auf die Miniaturen kommt.

Wenn sie gut getrocknet sind, grundiere ich sie mit Acryllack. Ich selber verwende den von Armypainter, meist grau, weil ich dann sowohl dunklere Stellen leichter bearbeiten kann, als auch die hellen nicht so stark bemalen muss. Man kann aber auch direkt farbige Grundierung nutzen. Zum Beispiel blau, wenn man im ACW die Union vor sich hat, oder Grüntöne für die British Rifles oder den WWII. Ich selber bin da sehr vorsichtig, und bleibe lieber bei grauer Grundierung, weil sie die Farben nicht so sehr verfälscht. Weiße Grundierung kann dunkle Stellen erschweren und schwarze im Gegenzug die helleren.
Als Farben würde ich auf die von GW oder Valejo zurückgreifen. Die haben eine große Palette an Tönen und sie für den Modellbau perfekt.

Ich hoffe, der kurze Ausblick war hilfreich?
Mehr kommt wie gesagt auf alle Fälle, wobei ich aber nicht DER Maler vor dem Herren bin ;)
Aber für Einsteiger-Tipps sollte mein Können reichen :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Karsten am 20. Dezember 2018 - 10:26:33
Ich mache es tatsächlich so wie D.J. mit den gleichen Materialien. Hat sich somit wohl nicht nur bei mir bewährt.
... Karsten
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 20. Dezember 2018 - 10:34:13
@Karsten
Ich hatte beim Malen bisher nur ein paar Probleme mit sehr hellen Farben (Weiß und Gelb) und teilweise bei den Voltigeuren von Zvezda. Da wollte auch die Grundierung nicht so recht.
Gehst du mit einer Schicht Grundierung über die Miniaturen oder mit zwei dünnen?
Ich mache immer zwei sehr dünne Schichten drauf.
Dabei halte ich die Spraydose ca. 20cm von oben über die Miniaturen und "wedele" damit während des Sprühens nicht zu zügig und gleichmäßig einmal vor und einmal zurück über sie hinweg. Da sie auf den Verschlüssen stehen, bekommen sie so rundherum von dem Farbnebel genug ab.
Dann trocknen die Miniaturen (notfalls wirklich einen ganzen Tag, je nach Wetter. Die stehen dann überdacht auf dem Balkon, bevor die ganze Hütte nach nach der Grundierung müffelt :D ) anschließend stelle ich sie so in einer Reihe auf, dass ich ich die Seiten bearbeiten kann, ebenfalls mit "wedeln", Abstand und darauf achtend, dass ich gleichmäßig arbeite, ohne Details zu verdecken.

Ist etwas aufwändig, aber bisher haben wirklich nur die Zvezdas etwas Probleme gemacht.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Karsten am 20. Dezember 2018 - 11:03:56
@D.J.
Je nach Detailgrad der Modelle gehe ich ein- bis zweimal mit der Armypainter-Grundierung, so wie Du, an die Sache. Bei wirklich guten Modellen (mit viel Tiefe) zweimal leicht grundieren. Etwas mache ich dann doch anders. Ich stelle die Modelle in einen auf der Seite stehenden Karton und sprühe von der Seite. Der Karton bewirkt, dass der Sprühnebel sich leicht von allen Seiten auf das Modell legt und sich nicht im Raum verteilt. Man muß die Modelle natürlich trotzdem im Karton drehen und alle Seiten besprühen. Wie gesagt ganz leicht und dann um auch wirklich alles zu erwischen oft zweimal. Farbtöne sind bei mir auch grau bis helle Farben. Aufgrund der nachlassenden Sehkraft kann ich dann beim Bemalen auf einem dunklem Untergrund (schwarzes Holzbrett) durch den dadurch entstehenden Kontrast jedes Detail genau erkennen. Bei mir trockenen die Grundierungen recht schnell. So nach einer Stunde Trocknung gehe ich dann an die Feinarbeit. - Ja, die ganze Hütte müffelt nach Grundierung und ich bekomme jedes mal einen Anschiss von meiner Familie.
... Karsten
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 20. Dezember 2018 - 11:17:49
@D.J.
Je nach Detailgrad der Modelle gehe ich ein- bis zweimal mit der Armypainter-Grundierung, so wie Du, an die Sache. Bei wirklich guten Modellen (mit viel Tiefe) zweimal leicht grundieren. Etwas mache ich dann doch anders. Ich stelle die Modelle in einen auf der Seite stehenden Karton und sprühe von der Seite. Der Karton bewirkt, dass der Sprühnebel sich leicht von allen Seiten auf das Modell legt und sich nicht im Raum verteilt. Man muß die Modelle natürlich trotzdem im Karton drehen und alle Seiten besprühen. Wie gesagt ganz leicht und dann um auch wirklich alles zu erwischen oft zweimal.
Ah, das mit dem Karton habe ich schonmal gehört. Ich hatte aber bisher die Befürchtung, dass sich gerade bei den 1:72ern dichtere Wolken bilden könnten, die sich ungleichmäßig auf die Figuren legen.
Dann probiere ich das beim nächsten Grundieren mal aus, weil der Aufwand mit der windgeschützten Ecke auf dem Balkon doch recht groß ist (rundherum frei  :( )

Farbtöne sind bei mir auch grau bis helle Farben. Aufgrund der nachlassenden Sehkraft kann ich dann beim Bemalen auf einem dunklem Untergrund (schwarzes Holzbrett) durch den dadurch entstehenden Kontrast jedes Detail genau erkennen.
Oh, ein guter Tipp! Ich habe bisher auf grünen Schneidematten gearbeitet. Aber ein schwarzes Brett klingt gut, gerade auch weil meine Augen nicht mehr die besten sind.Danke dir  :)

Bei mir trockenen die Grundierungen recht schnell. So nach einer Stunde Trocknung gehe ich dann an die Feinarbeit. - Ja, die ganze Hütte müffelt nach Grundierung und ich bekomme jedes mal einen Anschiss von meiner Familie.
... Karsten

 ;D ;D ;D *lachflash*
Ja, diese Blicke kenne ich von meiner Holden, wenn die Minis nicht ausreichend gelüftet wurden :D
Daher mein Tipp an Mahud, die gut trocknen / lüften zu lassen.
Nicht, dass er nachher Ärger wegen meinen Tipps bekommt :D

@Mahud
Ich habe hier einen Blog gefunden, wo das Bemalen von 1:72 Miniaturen exzellent beschrieben wird!

https://tabletopdeutschland.com/2012/11/20/das-bemalen-von-weichplastikfiguren-teil-1-die-vorbereitung/

Besser kann ich es auch nicht erklären und nach diesem (für mich perfektem) Ratgeber bemale ich auch.
Ich habe den eben gesucht, konnte aber den Link nicht finden.
Wenn du aber noch weitere Fragen hast, nur zu :)
Dafür ist das Sweetwater ja da :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Gelände
Beitrag von: D.J. am 21. Dezember 2018 - 10:12:31
Ich habe gestern Gelände von Italeri und SCI bekommen, dass ich sowhl im ACW als auch hier nutzen kann. Der Einfachheit halber verlinke ich hier einfach mal auf meinen entsprechenden Aufbauthread für die Könföderierten im ACW ;)
https://sweetwater-forum.net/index.php/topic,23247.msg275772.html#new
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Mahud am 22. Dezember 2018 - 07:51:42
Moin
In Spüliwasser haben die Jungs gebadet.
Grundiert ( mit Armypainter Spray ) in der Werkstatt.
Und wie oben geschrieben hatte ich mit Rebellen ( und Esci ) noch nie diese Probleme...

Für Franz. Linientruppen ist die Italeri Box 6060 oder war es 6066 wärmstens zu empfehlen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 22. Dezember 2018 - 09:00:29
Dann kann es am Plastik liegen, evtl. am Weichmacher, der durch hohe Temperaturen schneller ausdünstet? Da habe ich mit meinen Zvezda-Voltigeuren auch so meine Probleme  :(

Für die Linientruppen ist das die Packung Italeri #6066. Die sieht richtig gut aus und steht auf meiner Einkaufsliste. Aber zuerst kommen (hoffentlich noch vor Weihnachten!) 3 Packungen preußische Infanterie von Revell zu mir :D
Ist ein Weihnachtsgeschenk von meiner Frau, die sich plötzlich doch sehr unsicher war, ob die Jungs das richtige für mich sind. Daher - und weil sie evtl. erst nach den Feiertagen ankommen - weiß ich jetzt schon Bescheid :D

http://www.plasticsoldierreview.com/Review.aspx?id=615

Langsam sollte ich mir mal eine Agenda für das nächste Jahr machen, was ich alles bemalen und bebauen will ;)

Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: tgsrt am 22. Dezember 2018 - 13:19:40
Oh ja, ne kleine Agenda wäre nicht das schlechteste....
Nächstes Jahr soll bei mir auch mal wieder  das eine oder andere in 1/72 laufen!
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 22. Dezember 2018 - 14:38:40
Na ja, meine Agenda für nächstes Jahr sähe ad hoc zusammengestellt so bei mir aus

Agenda 2019 – 1:72

Napoleonische Kriege / Peninsular War

Franzosen
- Lignes d'infanterie de Kleve-Berg, bisher 4 Bases, aufstocken auf 8 Bases für zwei Reihen (50% aus Italeri #6066)
- Lignes d'infanterie de Westphalie, bisher 4 Bases, aufstocken auf 8 Bases für zwei Reihen (50% aus Italeri #6066)
- Irlandaise O'Gilwy, 3 Bases leichte Linieninfant. + 2 Bases Plänkler, aufstocken auf 5 + 3
- Irlandaise Berwick, 3 Bases leichte Linieninfant + 2 Bases Plänkler, aufstocken auf 5 + 3
- Voltigeurs le 9ème, Zvezda-Miniaturen, neuer Versuch Grundierung / Bemalung
- Infanterie d'Ligne de 8ème, 5 Bases evtl aufstocken
- Gardegrenadiere der Alten Garde, alle Bases (5) überprüfen, aufstocken auf 10
- ber. Gardeartillerie, 4 Gussrahmen, fertig bauen, bemalen und basen
- Holländische Lanzenreiter basen
- Husaren / Leibgarde le General von 3 auf 6 Bases aufstocken
- Generalsstab aufpeppen / neue Bases entwerfen

Preußen
- 2 Packungen Revell #2580 preußische Infanterie fertig bauen, bemalen und auf 2 Einheiten verteilt basen
- 1 Packung Revell #2580 für geplantes Diorama in der Hinterhand halten
- evtl. russische bayrische Truppen als Verstärkung für die Preußen kaufen
- Russische Dragoner suchen und »anheuern«  ;)

ACW
- Konföderierte Infanterie fertigstellen, basen
- Konföderierte Kavallerie fertigstellen, basen
- Unionsinfanterie mit Zouiaven aufbauen (steht noch nicht fix im Raum)
- Unionsartillerie aufbauen (steht noch nicht fix im Raum)
- Unionskavallerie aufbauen (steht noch nicht fix im Raum)

Allgemein
- Gelände von Italeri einsatzbereit fertigbauen und bemalen
- Recherche zum Einsatz / Rheinüberquerung der Truppen von Major Boltenstern vertiefen
- Entscheidung über Größe des Dioramas zur Rheinüberquerung von Boltenstern
- Entwurf und Bau des Dioramas
- mehr als eine Partie im kommenden Jahr spielen ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: thrifles (Koppi) am 23. Dezember 2018 - 12:40:34
Boooaaaaahhhhh.
Da nimmst Du Dir ja tatsächlich einiges vor.
Plan am besten nicht zu viel, sondern lege einfach ganz langsam los.
Ich habe - gerade bei napoleonsichen Figuren - auch viel Zeit in der Vergangenheit verschwendet, weil meine Ansprüche dann doch zu groß waren, und ich gar nicht die Zeit hatte, alles umzusetzen, was ich eigentlich wollte.
Langsam anfangen, seinen Malstil optimieren, das bringt dann wirklich viel.
Wenn ein Vorschlag erlaubt ist:

Hast Du die Italeri Franzosen schon bemalt??? Wenn nicht. Verkauf sie, oder wirf sie weg, und kauf andere.
Die Marschierer haben die Muskete falsch geschultert, den kniend Schießenden fehlt das Bajonett - ein NO GO des Reglements (gilt übrigens auch für die Packung der Briten. Da fehlt den Schießenden ja auch das Bajonett) etc. etc.
Die Figuren sind im Grunde falsch modelliert.
O.K.; wenn Dir der Stil gefällt.
Aber solange die Möglichkeit besteht, würde ich sie tauschen. Sogar gegen die von mir verrissenen Hät Sets.
Zwar teuer aber historisch akkurater.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 23. Dezember 2018 - 13:58:40
Ja, das sieht natürlich alles erstmal nach richtig viel auf dem Teller aus.
Aber ich kenne mich, da sind die Augen jetzt schon größer als der Magen, also werde ich mir im Endeffekt nur die Punkte rauspicken, dir mir aktuell jeweils Spaß machen :)

Die Italeri-Franzosen sind zu einem Großteil schon bemalt. Die Fehler sind mir auch schon aufgefallen, aber da ich sie in erster Linie relativ flott zum schnellen Spielen bemalt habe, drücke ich da beide Augen zu. Auf Dauer (und das könnte für nächstes Jahr in der Tat ein Punkt werden) werde ich aber meine "Spielfiguren" durch korrektere Darstellungen ersetzen und dort werden dann auch neue Malerfahrungen mit einfließen. Die ersten Truppen waren ja mehr oder weniger "Speedpainting to play", aber jetzt - bzw. nächstes Jahr - geht der historische Genuß dann richtig los.

Hier mal die bisherige Sammlung bzw. zum Spielen aufgestellte Armee

Französische Armee bisher gesamt
(http://666kb.com/i/dzrnv33c3lkknplhc.jpg)


Regiments Kleve-Berg und Westpahlie (je 3 Bases)
(http://666kb.com/i/dzrnyoyz96ag3avb4.jpg)

Artillerie, Befehlshaber zu Fuß, Garde im Aufbau und Erschöpfungsmarker
(http://666kb.com/i/dzrnx9kaofqtajbpc.jpg)

Husaren, Kavallerie, Regiment 8éme, irische Wildgänse
(http://666kb.com/i/dzrnw8pwddj3dkbgg.jpg)

Da kann ich also in aller Ruhe (Kugelhagel) spielen und gleichzeitig im Hintergrund korrektere Darstellungen mit besseren Malfähigkeiten aufbauen, um die dann auszutauschen. Ich möchte eh mit der Zeit auf dünne MDF-Bases mit Einheitenbases umsteigen. Das ist dann die einfachste Möglichkeit, ohne die alten umbasen zu müssen :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: thrifles (Koppi) am 23. Dezember 2018 - 14:56:06
Ja. Das sind ja schon einige. ;D Also ... nicht wegwerfen. ;D
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 23. Dezember 2018 - 15:23:47
Nie im Leben nicht!
Die Miniaturen werde ich, sobald ich sie in ferner Zukunft gegen historisch korrekte Minis ausgetauscht habe, einem Anfänger schenken oder einem Dioramenbauer, der Füllmaterial benötigt, dass nicht unbedingt an prominenter Stelle steht. Ich sehe es in so einem Moment, wo diese Figuren für mich obsolet werden, lieber, wenn sich jemand anderes daran erfreut :)
Aber wie gesagt kann das noch etwas dauern.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 26. Dezember 2018 - 14:31:39
Und jetzt ist auch noch Gelände im Zulauf :D
https://sweetwater-forum.net/index.php/topic,23301.msg275702.html#msg275702
Es sind zwar H0 Gebäude, die mit 1:84 etwas kleiner sind als 1:72, aber wie dort im Post gesagt, werde ich mit ein paar Tricks die Optik des Betrachters versuchen zu verwirren ;)
Es sollen eh reine Dekostücke / Missionsziele für den Spieltisch werden. Dafür müssen sie leicht transportabel sein und im Notfall auch ohne großen Aufwand zu reparieren. Sollte das auch nicht mehr helfen ist für mich der "Verlustschmerz" immer noch wesentlich geringer, als hätte ich mir für den Preis des Konvoluts nur ein einziges Gebäude in exaktem Maßstab* gekauft ;)


*Als Beispiel sei der Bausatz einer Kirche von Italeri genannt. Die kostet ohne Versand um die 30-35€ und somit genau so viel, wie das Konvolut an H0 Gebäuden mit Versand insgesamt.
Außerdem habe ich da zwei Kirchen und eine kleine Kapelle, Fachwerkhäuser, eine Tränke, einen Brunnen ... passt schon so ;)
https://www.haertle.de/Plastikmodellbau/Militaria+Bausaetze/ITALERI+6174+Kirche+Militaer+Bausatz+1+72.html
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 26. Dezember 2018 - 15:27:14
Du kannst auch Pflanzen zur Kaschierung einer Erhöhung benutzen. Manchmal mag auch ein Fundament etwas erhöht werden können.

Aber es gab damals auch recht kleine Häuschen. Und da die Minis unterschiedlich ausfallen, passen die H0-Gebäude manchmal zu 15mm und zu 1/72. Einige Gebäude -wie das mit der Rampe- dürften im korrekten Maßstab nicht passend zur Zeit sein.

Wichtiger ist aber, dass unterschiedliche Größen für Gelände und Figuren nicht unüblich und manchmal von den Regeln geradezu erzwungen werden. Und in deinem Fall fällt es kaum auf...
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Driscoles am 26. Dezember 2018 - 17:43:18
Falls du für den Peninsular irgendwann Briten ausheben willst, kauf die hät Box Peninsular Briten. Infos gibts bei Plastic Soldier Review!
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 27. Dezember 2018 - 05:30:23
@Riothamus
Ja, daran dachte ich auch. Pflanzen und Fundamente sind der einfachste Weg, denke ich :)
Und wenn ich an einen Wochenendtrip nach England zurückdenke, gab es da auch ein Pub, wo man selbst als mittelgroßer Mensch den Kopf in der Tür leicht einziehen musste.

@Driscoles
Da hadere ich noch mit mir, ob es die Briten werden. Aber Hät habe ich in manchen Boxen eh schon ins Auge gefasst, weil eben historisch korrekt dargestellt. Es kann aber auch sein, dass ich mit der Zweitarmee in Richtung Befreiungskriege gehe? Ich bin da noch sehr unentschlossen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 31. Dezember 2018 - 15:27:19
Und passend zum Jahreswechsel ist das ersteigerte Konvolut an H0 Gebäuden gekommen :)
Es waren mehr als gedacht. 6 Häuser passen durch ihre Architektur beim besten Willen nicht und zwei Kioske müssen für Basteleien meiner Frau herhalten. Die restlichen Gebäude sind richtig klasse. Eine der Kirchen hat zudem ein Wechseldach für den Turm Zwiebelturm / Spitzdach.

(http://666kb.com/i/dzztxp7r8ba22mlfk.jpg)

Alle Gebäude kann ich mit etwas Farbe altern und mit dem einen oder anderen Umbau verbessern

(http://666kb.com/i/dzzty4x3vwzcyvy0w.jpg)

Auch die Größe scheint mir trotz des Unterschieds H0 (1:84) zu 20mm (1:72) passend.

Der große General nebst Leibwache in trauter Eintracht mit dem Lützower Freikorps (noch in Arbeit)

(http://666kb.com/i/dzztzw0l36o8datc0.jpg)

Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: tgsrt am 31. Dezember 2018 - 15:30:50
schaut doch gut aus!
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 31. Dezember 2018 - 15:35:31
Japp :) Das sieht sogar besser aus, als ich erhofft habe!
Die Häuser etwas altern und vernünftig basen. Die eine oder andere Antenne abschneiden und insgesamt drei kleine Klebearbeiten. Als "mobiles Dorf" werde ich mir 5 oder 6 Häuser plus eine Kirche raussuchen, mit denen ich dann reinen Spielbetrieb für Treffen im Laden machen kann. Der Rest könnte ein kleines Diorama werden, wenn ich einen vernünftigen (repräsentablen) Platz im Bastelzimmer finde ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 31. Dezember 2018 - 19:26:14
Das passt doch super! Metalldachrinnen solltest du verholzen oder für ländliche Gebiete
ganz abtrennen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 31. Dezember 2018 - 22:24:32
Das passt doch super! Metalldachrinnen solltest du verholzen oder für ländliche Gebiete
ganz abtrennen.
Wohnhäuser hatten schon Dachrinnen, halt aus einem Stamm und daher nicht sonderlich witterungsbeständig. Außer natürlich bei Dächern aus Stroh oder Ret.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 31. Dezember 2018 - 22:36:19
Aber eben nicht aus Metall. Daher soll er sie verholzen. Und im ländlichen Raum wurde noch um 1900 nicht immer mit Dachrinne gebaut.

Es gab auch Häuser, die nur über der Tür eine Rinne hatten.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 01. Januar 2019 - 10:12:47
Moin zusammen :)
Ja, die Rinnen. Da habe ich am ehsten von Museumsbesuchen und / oder Bildern eckige aus Holz im Kopf (?), einige wenige auch als Holzrohre. Klar, die sind für H0 Modellbahnen natürlich modern dargestellt und da werde ich mal schauen, wie ich damit umgehe.
Ich werde auf alle Fälle bei den Dorfgebäuden zum Spielen im Laden die Rinne vorerst entfernen, da mir das Verholzen auf so kleiner Fläche arg schwer erscheint, wenn sie schon verbaut wurden. Für die Gebäude, die ich mir als Diorama bzw. Fotohintergrund vorstelle, werde ich versuchen neue Regenrinnen zu bekommen. Ich bin mir nicht sicher, glaube aber, dass der letzte Modellbahnladen in Köln diese noch einzeln als Set hat. Die kann ich dann vor dem Anbringen einfacher bearbeiten.
Danke euch für den Tipp :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 02. Januar 2019 - 13:23:22
Busch hat auch authentische Gebäude. https://www.google.de/search?q=Busch+Haus+aus+Zaisenhausen+Modelleisenbahn&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwi6r-CDi8_fAhWno4sKHd4nCQ4Q_AUIDygC&biw=1680&bih=943
Hier mit hölzerner Regenrinne, halt ein Modell nach dem Gebäude in einem Freilandmuseum. Ich würde das sofort kaufen, wenn das zu einem erschwinglichen Preis z.B. gebraucht hier vor Ort zu kriegen wäre.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 03. Januar 2019 - 08:40:16
Ja, genau so hatte ich das im Kopf!
Ich weiß nicht mehr ob es ein Schulausflug eines meiner Kinder war, oder ein gemeinsamer Besuch in einem Freilichtmuseum. Aber diese Regenrinnen aus Holz hatten mich damals beeindruckt und die hatte ich auch vor meinem geistigen Auge für meine Häuser. Und ich glaube, bin mir aber nicht sicher, dass ich da im hiesigen Modellbahnladen einen entsprechenden Umrüstsatz mal gesehen habe.
Da frage ich demnächst nach, sobald ich wieder in der Nähe bin.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 03. Januar 2019 - 18:08:34
Wenn sie es nicht haben, frag, ob sie wissen, wer so etwas produziert. Im hiesigen Laden muss man auch immer drängeln. Er bestellt nicht gerne außer der Reihe, verrät einem dann aber doch Hersteller und teils sogar Nummer und Bezeichnung.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 04. Januar 2019 - 14:42:26
Hahahaha :D
Du scheinst den Laden zu kennen ;) Danke dir für den Tipp! Ich wäre sonst nämlich unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Jetzt nagel ich den fest  :P
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 04. Januar 2019 - 18:06:34
Ich bin übrigens schon fleissig am basteln. Da aber beide begonnenen Projekte (Dorfkirche und kleiner Landsitz) immer wieder mal einiges an Trockenzeit benötigen (Bases, Schotter etc.), kann das etwas dauern.
Hier aber mal ein paar Zwischenbilder

Dorfkirche
(http://666kb.com/i/e03znxr21itpliww0.jpg)

Zwischenstand, noch WIP
(http://666kb.com/i/e03zpjcb8puhfkfsw.jpg)

Kleiner Landsitz
(http://666kb.com/i/e03zxwi4jatrshybk.jpg)

Kleiner Landsitz, Zwischenstand, verteilt auf zwei Bases, noch WIP
(http://666kb.com/i/e03zy87d8mb35t534.jpg)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 10. Januar 2019 - 05:26:40
Damit sich hier auch mal wieder etwas tut:
Die Dorfkirche ist fertig :)

(http://666kb.com/i/e09jonuennc5q6y2o.jpg)

Daneben poliere ich meine bestehende Armee auf, da ich nächste Woche mit 2.500 Punkten Franzosen in Spanien einfalle und dort auf heftigen Widerstand durch Briten, spanische Guerillas und andere unangenehmen Zeitgenossen stoßen werde.
Dafür werde ich die bestehenden Regimenter Kleve-Berg und Westphalie minimal (jeweils um eine Base auf 4 Minimum) erweitern, meine beiden irischen Regimenter endlich trennen (da fehlt eine Base zum Glück), meine Voltigeure endlich basen ... es gibt viel zu tun bis nächste Woche, aber ich mache Bilder und berichte hier dann wie es weiterging :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Driscoles am 10. Januar 2019 - 08:39:53
Ein Tipp! Gib nochmal eine Zusatzrunde Sand auf die Base. Dann verschwinden die Sockel von den Figuren gänzlich und es sieht besser aus.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 10. Januar 2019 - 09:36:24
Du machst Dir aber eine Mühe.  :)

Das Eigenheim wirkt aber auch mit Bearbeitung noch sehr modern. Da sind alte Häuser einfach windschiefer, ungleichmäßigeres Fachwerk etc..

Die Kirche finde ich besser. Kommt mir irgendwie brandenburgisch oder so vor, von daher ideal vielleicht für sowas wie Großbeeren oder Dennewitz.

Zum Peninsular War passt natürlich nix. Geht mir aber auch so. Ich hab auch fast keine Gebäude, die auch mit beide Augen zudrücken für Italien hergehen. Dabei habe ich noch Colorno und sicherlich Piacenza auf der Agenda.  :-\
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 10. Januar 2019 - 15:39:19
@Driscoles
Oh! Das hatte ich dank meiner "tollen" Augen so nicht gesehen  :-\ Muss ich nochmal mit Leimsand dran. Danke dir  :)

@Pappenheimer
Joa, so ein wenig sollten die Häuschen schon gut aussehen. Mit der "Dorfkirche" gebe ich dir recht. Die ist auch eher für meine Preußen gedacht, die ich als Kanonenfutter und Gegner für die Franzosen für Anspiel-Events baue. Die war aber auch ein Experiment von mir, ob ich das überhaupt hinbekomme, mit dem Altern von H0 Gebäuden. In dem großen Konvolut war aber auch noch mehr drin :D Zum Beispiel diese wundervolle Kirche

(http://666kb.com/i/e09z6zkc0f6xir9q8.jpg)

(http://666kb.com/i/e09z7dd51zejgo2rk.jpg)

(http://666kb.com/i/e09z7mbhjvm3oi29s.jpg)

Oder diese kleinen Kappellchen

(http://666kb.com/i/e09z7zy726qf9kikg.jpg)

Da konnte ich noch nichts dran machen.
Bei dem "Herrenhaus" gebe ich dir absolut recht, das ist so noch nicht einsetzbar. Da schaue ich, ob ich Fachwerk selber ansetzen kann und ob ich da eine größere Tür mit Rundbogen und breiter angesetzt bekomme. Da muss ich aber noch nach Material suchen.
Nächsten Samstag werde ich auf alle Fälle auch ein paar unbehandelte Gebäude mitnehmen. Einfach um mal zu schauen, wie sich es sich damit spielt :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 10. Januar 2019 - 17:21:29
Ich denke, dass diese H0-Gebäude einfach auf die Zweckmäßigkeit für Modellbahnen ausgerichtet sind. Ich hab mir auch mal eine Kapelle besorgt. Oftmals sind die Kirchtürme bei H0 ziemlich riesig im Verhältnis zum Kirchenschiff, weil ein Kirchturm optisch einfach mehr her macht und natürlich gibt es vereinzelt solche Beispiele. Der Vorteil für den Modelleisenbahner ist, dass er ne Menge mehr Landschaft auf seiner Platte unterbringen kann. Nehmen wir z.B. maßstäbliche Gebäude in 1/72 so würde ein gescheites Wohnhaus - gut zu sehen an dem Italeri-Haus in meinen Spielen (z.B. bei Parma) - fast das ganze BUA ausmachen und man hat keinen Platz mehr um an den Flanken des "Dorfes" Bases von Truppen zu postieren. Von daher sind kleine aber maßstäblich halbwegs passende Gebäude ne gute Alternative wie ein kleiner Heuschober, eine Tagelöhnerhütte oder sowas für ein Dorf oder eben eine kleine Kapelle wie sie im realen Leben vielleicht eine Hofkapelle für einen einzeln stehenden Schwarzwaldhof gewesen wäre.
Solche Holzhütten haben auch den Vorteil, dass sie recht verbreitet sind und anders als spezifisches Fachwerk in viele Regionen passen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 10. Januar 2019 - 17:48:57
Mit der rechten Kapelle hast du doch schon ein Gebäude, dass mediterran aussieht: Das Dach rot gefärbt, die Mauer und evt. das Fundament mit Strukturpaste 'verputzt' und die Bank entfernt und es sollte als Renaissance-Kapelle durchgehen.

Die Linke Kapelle schreit hingegen förmlich 20. Jahrhundert. Vielleicht fällt mir dazu später noch was ein.

Der zweiten Kirche lass ruhig ihr Turmdach. Gestalte es nur zum Bleidach um.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 11. Januar 2019 - 06:38:07
Ich denke, dass diese H0-Gebäude einfach auf die Zweckmäßigkeit für Modellbahnen ausgerichtet sind. Ich hab mir auch mal eine Kapelle besorgt. Oftmals sind die Kirchtürme bei H0 ziemlich riesig im Verhältnis zum Kirchenschiff, weil ein Kirchturm optisch einfach mehr her macht und natürlich gibt es vereinzelt solche Beispiele. Der Vorteil für den Modelleisenbahner ist, dass er ne Menge mehr Landschaft auf seiner Platte unterbringen kann.

Ja, das ist mir auch aufgefallen. Die Optik ist für H0 Bahnen natürlich perfekt, damit man dort Massen unterbringen kann, ohne den Platz für die Bahngleise zu sehr einschränken zu müssen.

Nehmen wir z.B. maßstäbliche Gebäude in 1/72 so würde ein gescheites Wohnhaus - gut zu sehen an dem Italeri-Haus in meinen Spielen (z.B. bei Parma) - fast das ganze BUA ausmachen und man hat keinen Platz mehr um an den Flanken des "Dorfes" Bases von Truppen zu postieren. Von daher sind kleine aber maßstäblich halbwegs passende Gebäude ne gute Alternative wie ein kleiner Heuschober, eine Tagelöhnerhütte oder sowas für ein Dorf oder eben eine kleine Kapelle wie sie im realen Leben vielleicht eine Hofkapelle für einen einzeln stehenden Schwarzwaldhof gewesen wäre.
Solche Holzhütten haben auch den Vorteil, dass sie recht verbreitet sind und anders als spezifisches Fachwerk in viele Regionen passen.

Das Konvolut habe ich letzten Endes bei ebay gekauft - und dafür auf die Kirche und die Häuser von Italeri verzichtet - weil zum Einen sind die Italeris nicht immer gut zu bekommen. Zum Anderen habe ich für den Preis von 2 1:72er Gebäuden einen ganzen Karton voll H0er bekommen die - wie du sagtest - mehr Platz auf der Matte lassen. Da habe ich lange (drei Tage) drüber nachgedacht und die H0er erst auf den letzten Drücker erworben.
Dazu kommt, dass ich auch die kleine Kirche, die Kapelle die Rio anspricht und den Heuschober auf den Bildern gesehen habe. Zusammen mit der "Dorfkirche" und einer "Stadtkirche" aus Backstein und mit Wechseldach (Zwiebel- und Spitzdach) und einer ganzen Reihe von "Ersatz- und Bitzlieferanten" war das Angebot am Ende doch zu gut.
Bei den Fachwerkhäusern muss ich schauen, wie ich die nutze und / oder umarbeite, oder ob ich sie für kleines Geld für WWII Gelände anbiete.

Mit der rechten Kapelle hast du doch schon ein Gebäude, dass mediterran aussieht: Das Dach rot gefärbt, die Mauer und evt. das Fundament mit Strukturpaste 'verputzt' und die Bank entfernt und es sollte als Renaissance-Kapelle durchgehen.
Danke dir für den tollen Tipp! :) Ich wusste nämlich nicht wie ich die umarbeiten sollte, da ich keine vernünftige Referenz fand  :-[
Klasse :D

Die Linke Kapelle schreit hingegen förmlich 20. Jahrhundert. Vielleicht fällt mir dazu später noch was ein.
Das wäre super, denn an der knabbere ich auch noch rum  :-\

Der zweiten Kirche lass ruhig ihr Turmdach. Gestalte es nur zum Bleidach um.
Danke dir auch hierfür :)
Blei dürfte kein Problem sein, notfalls, weil man das immer mal brauchen kann, hole ich mir den entsprechenden Farbton von Revell.

Danke für eure Hilfen  :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 11. Januar 2019 - 09:47:34
Ich hatte bei meiner Kapelle mal versucht einfach Shade drüber zu schmieren, aber das hat nicht geklappt. D.h. man sieht das Shade garnicht, vielleicht zu filigrane Vertiefungen.

Bin hier auf den Fortschritt gespannt, auch bei den Minis.

Jetzt hast Du doch bald genug bemalte Minis für ein nächstes Spielchen zusammen oder nicht?
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 11. Januar 2019 - 10:04:36
*Mal schnell reinhusch*
Kann man je ausreichend Minis haben? ;)
Ne, Spaß beiseite: bemalt habe ich fast alles, was ich für nächsten Samstag brauche. Da bin ich aber noch fleissig dran am Arbeiten, dass ich die fehlenden Miniaturen noch fertig bekomme. Ich merke schon, das mir ein paar Wochen Malzeit wegen Krankheit letztes Jahr fehlen  :-\

Die Kapelle werde ich evtl. erstmal per Pinsel mit den passenden Grundfarben des bisherigen Baus "grundieren". Danach shaden und highlighten ... müsste klappen.

Chef kommt ... I'll be back ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 11. Januar 2019 - 22:51:51
Da die Anzahl aller gleichzeitigen Minis endlich ist, ist erst mal zu fragen, ob es überhaupt ausreichend Minis gibt. Ich neige zu einem 'Nein!'.

Bei deinem 'Landsitz' könntest du das Kellerfenster halbieren oder ganz zukleistern, damit es archaischer wirkt. Dunklere Farben bei den Fensterrahmen dürften auch älter wirken.

Wahrscheinlich sind die Bilder futsch. Aber irgendwo hatte der Don mal gezeigt, wie mediterran wirkende Gebäude schnell zu basteln sind. Wenn ich mich korrekt erinnere, hatte er das Platzproblem dabei gelöst, indem er die Häuser zu schlank gestaltete.

Schreib doch mal für welche Gegenden du alles Gelände möchtest. Ob deine Minis durch Preußen, Sachsen und Thüringen laufen oder in Belgien marschieren ist ja schon ein Unterschied. Vielleicht fällt mir noch etwas ein, wenn ich spezifische Regionen vor Augen habe.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 12. Januar 2019 - 00:30:58
Da ich mir das Bild nochmal anschauen musste, als Doppelpost.

@ Landsitz:

Da hast du natürlich das Problem, dass das eher ein Stadthaus ist. Auf dem Land geht es aber als Pfarrhaus oder Schule durch. Bei einem Adelssitz auch als Verwaltungsgebäude mit Zimmern für Gärtner, Kutscher etc. unter dem Dach oder im Anbau. Gärtner, aber auch verdiente Mitglieder der Dienerschaft konnten sogar eine regelrechte kleine Wohnung mit eigenem Haushalt haben. Allerdings hatte längst nicht jeder Adelssitz eigene Räumlichkeiten für die Verwaltung. Auch ein Armenhaus, erbaut durch reichen Spender, wäre theoretisch möglich.

Das Dach und die Dachgauben sehen auch nicht richtig aus. Wenn du es hinbekämst, den Fachwerkanbau anders einzudecken, sähe es nicht mehr so glatt aus. Wie die Platzierung der Gauben zu ändern wäre, kann ich nicht sagen. Ich bin mir dabei auch noch nicht im Klaren, was da falsch (also modern) wirkt. (Vielleicht das Holz dunkel gestalten und altern?) Aber ich würde es sowieso erst mit einfacheren Änderungen versuchen:

Der Fries über der Tür, der steinerne Rahmen der Tür und die Treppe sollten aus demselben Stein sein. Damit es alt wirkt, solltest du auch die Fenster in den gemauerten Wänden mit steinernen Rahmen versehen. Ebenso sollten die 'Fensterbretter' aus demselben Stein sein. Und das Fundament sollte auch aus Sichtstein sein, wenn der Landsitz nicht zu ärmlich wirken soll. Sonst reicht auch irgendein Bruchstein. Keller und Fundamenthöhe bedeuten aber in jener Zeit schon etwas Wohlstand oder beruflich bedingter unterirdischer Lagerbedarf.

Bei einer Tür an der Traufseite ist selbst bei ärmeren Häusern eine Dachrinne zumindest über der Tür.

Wenn du den Schornstein vergrößerst wirkt es auch älter. (Ohne das das in diesem Fall so sein müsste. Unsere Sehgewohnheiten erwarten eben an neueren Gebäuden schlankere Schornsteine. Selbst Experten fallen mitunter auf so etwas herein und sehen erst auf den zweiten Blick oder aus den Akten, dass ein Haus älter ist. Vielleicht ist also die einfachste Anregung: Überleg, was auf dich einige hundert Jahre alt wirkt.)
Titel: Alte Projekte, endlich beendet
Beitrag von: D.J. am 12. Januar 2019 - 09:30:57
Okay, da ich letztes Jahr zu viele Sachen angefangen und nicht beendet habe, hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen, zuerst diese Projekte nach und nach zu beenden. Oft waren es nur Kleinigkeiten, die fehlten, aber zu denen ich, wie er Teufel es will, irgendwie nie gekommen bin.
Die ersten dieser halbfertigen Projekte habe ich jetzt beendet und hier https://sweetwater-forum.net/index.php/topic,23301.msg275700.html#msg275700 (https://sweetwater-forum.net/index.php/topic,23301.msg275700.html#msg275700) eingestellt

Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 12. Januar 2019 - 09:42:36
Da die Anzahl aller gleichzeitigen Minis endlich ist, ist erst mal zu fragen, ob es überhaupt ausreichend Minis gibt. Ich neige zu einem 'Nein!'.

Dem gibt es nichts hinzuzufügen :D

Schreib doch mal für welche Gegenden du alles Gelände möchtest. Ob deine Minis durch Preußen, Sachsen und Thüringen laufen oder in Belgien marschieren ist ja schon ein Unterschied. Vielleicht fällt mir noch etwas ein, wenn ich spezifische Regionen vor Augen habe.

Jetzt haste mich erwischt!  :o :-[
Ich gestehe, dass ich mir darüber nicht viele Gedanken gemacht habe, da ich die Gebäude und die Spielfelder recht allgemein halten wollte. Sie sollten in erster Linie Sichtblocker, Missionsziele und Zierde sein. Wo die stehen sollten ... ich gestehe da eine ziemliche Unterlassungssünde.

@ Landsitz:
Da hast du natürlich das Problem, dass das eher ein Stadthaus ist. Auf dem Land geht es aber als Pfarrhaus oder Schule durch. Bei einem Adelssitz auch als Verwaltungsgebäude mit Zimmern für Gärtner, Kutscher etc. unter dem Dach oder im Anbau. Gärtner, aber auch verdiente Mitglieder der Dienerschaft konnten sogar eine regelrechte kleine Wohnung mit eigenem Haushalt haben. Allerdings hatte längst nicht jeder Adelssitz eigene Räumlichkeiten für die Verwaltung. Auch ein Armenhaus, erbaut durch reichen Spender, wäre theoretisch möglich.
Das sind doch schon gute Alternativen! Danke dir :)

Das Dach und die Dachgauben sehen auch nicht richtig aus. Wenn du es hinbekämst, den Fachwerkanbau anders einzudecken, sähe es nicht mehr so glatt aus. Wie die Platzierung der Gauben zu ändern wäre, kann ich nicht sagen.
An dem Punkt der Überlegungen war ich auch schon. Das war bereits, als ich nur die Bilder auf ebay sah und mit den Häusern von Italeri & Co. verglich. Letzten Endes habe ich dann aber die Augen zugedrückt und mir gesagt, "lieber halb gut und preiswert gekauft, als teuer und total mies selber gebaut!" Vor allem, weil die Gebäude ja wie gesagt eher lockeres Beiwerk werden sollten, denn detaillierter Anblick für ein Diorama. Da ist zwar auch etwas in Planung, aber das Projekt liegt noch in weiter Ferne und dafür werde ich dann auch tiefer in die Tasche greifen und exaktere Darstellungen suchen und kaufen.

Der Fries über der Tür, der steinerne Rahmen der Tür und die Treppe sollten aus demselben Stein sein. Damit es alt wirkt, solltest du auch die Fenster in den gemauerten Wänden mit steinernen Rahmen versehen. Ebenso sollten die 'Fensterbretter' aus demselben Stein sein. Und das Fundament sollte auch aus Sichtstein sein, wenn der Landsitz nicht zu ärmlich wirken soll. Sonst reicht auch irgendein Bruchstein. Keller und Fundamenthöhe bedeuten aber in jener Zeit schon etwas Wohlstand oder beruflich bedingter unterirdischer Lagerbedarf.
Bei einer Tür an der Traufseite ist selbst bei ärmeren Häusern eine Dachrinne zumindest über der Tür.
Wenn du den Schornstein vergrößerst wirkt es auch älter. (Ohne das das in diesem Fall so sein müsste. Unsere Sehgewohnheiten erwarten eben an neueren Gebäuden schlankere Schornsteine. Selbst Experten fallen mitunter auf so etwas herein und sehen erst auf den zweiten Blick oder aus den Akten, dass ein Haus älter ist. Vielleicht ist also die einfachste Anregung: Überleg, was auf dich einige hundert Jahre alt wirkt.)

Damit kann ich arbeiten :D
Danke dir (mir fehlt hier definitv ein Smily mit Daumen  :-\ )
Titel: Die Logistik - Lagerung und Transport der Armee
Beitrag von: D.J. am 13. Januar 2019 - 07:58:01
Eine Armee ist immer nur so schlagkräftig, wie ihre Logistik es zulässt. Oder auf gut Deutsch:
"Ohne Mampf kein Kampf"
:D

Für mich bedeutet Logistik aber in erster Linie, meine Miniaturen sicher und relativ komfortabel einlagern und transportieren zu können. Dafür habe ich mir vor einiger Zeit beim "T€di" mehrere Nähboxen aus Holz gekauft.
Im Grunde sind es keine Nähboxen, sondern Boxen zur Aufbewahrung von Garnspulen. Sie sind ca. 4cm hoch (Außenmaß, innen ca. 3,6cm) und haben innen drei abgetrennte Reihen à 4 cm Breite. Also perfekt für die Bases bei Kugelhagel.

(http://666kb.com/i/e0coujqg65h3a3h8g.jpg)

Diese Boxen habe ich mit einer Mischung aus Leinöl und "Piel Skin Wash" von Valejo behandelt. Dadurch wird das Holz geradezu imprägniert und es sieht auch schöner aus als unbehandelt.

(http://666kb.com/i/e0cowrg2xyhjt1fy8.jpg)


Da die Boxen aber nur die Höhe für Infanterie haben, musste auch eine Lösung für die Kavallerie her.
Hier griff ich auf die "Lankmoj Ablagebox" zurück, die es im 3er Set bei Ikea gibt.
https://www.ikea.com/at/de/p/lankmoj-ablagebox-3er-set-schwarz-weiss-goldfarben-00402262/?fbclid=IwAR0ytRGaa6csOmUVJzdHd4Tg3lGBhpPW9vJQv1_bQODJAH8ujIEWfgp99oI

In die Box passen 15 Bases zu 4x4cm rein und es ist Luft für Polstermaterial.
Diese Boxen eignen sich von der Höhe her vermutlich auch gut für 28mm Miniaturen, was ich aber noch nicht ausgemessen habe

(http://666kb.com/i/e0cp0xisvtwwe91xc.jpg)

Die weißen und gemusterten Ränder habe ich mit brauner Acrylfarbe bemalt, die Deckel aber bewusst schwarz gelassen, da sie ich sie somit scherzhaft Cercueil noir, "schwarze Schatulle" nennen kann.
An alle Boxen habe ich noch dünne Messingbeschläge angebracht, immerhin sollen die Boxen französische Soldaten transportieren.
Und das verlangt nunmal Stil :)

(http://666kb.com/i/e0cp0kk0b5ffdl3wg.jpg)

Nächsten Samstag ist s dann soweit.
Ich werde mit 2500 Punkten gegen aufmüpfige Spanier und rotberockte Briten antreten. Gerüchteweise sollen auch ein paar Schotten ihr Unwesen treiben, aber das wird sich zeigen :)

Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 14. Januar 2019 - 09:53:49
Schaut wirklich sehr stilvoll aus. Viel Spaß bei Deinem Spiel!  :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 14. Januar 2019 - 12:35:12
Danke dir :)
Ich freue mich schon riesig auf das Spiel :D

Off Topic
Ich werde übrigens parallel in den SYW einsteigen ;)
Das wird aber nur ein kleines Projekt, rein auf den beiden Packungen "Revell 02452" (Öster. & Preuß Infanterie) und "Revell 02453" (Öster. Dragooner & Preuß. Husaren) basierend.
Angedacht hatte ich eine Art "Battle in the Box" Projekt nach Don's Ideen :)
Es bleibt bei meinem Lieblingsmaßstab 1:72. Die Packungen ergeben je 6 Einheiten pro Seite, ein kleines Spielfeld (90*90cm) wird dann noch für kurze Spiele / kleine Missionen zwischendurch nach Kugelhagel (oder evtl. Black Powder, wenn ich mal dazu komme die Regeln zu lesen) entworfen / gebaut.
Dieses Projekt bekommt dann eine eigene Box nach dem obigen Prinzip und ist, sofern alles klappt, immer schnell griff- und spielbereit :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: tgsrt am 14. Januar 2019 - 12:54:17
Die Transportboxen sind nett!
sind die Bases lose drin oder hast Du die Boxen mit Ferrofolie ausgeschlagen?
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 14. Januar 2019 - 12:56:14
Noch sind die Boxen ohne Ferro, aber das ist geplant. Dann kann ich sie noch leichter verstauen.
Im Moment müssen sie eben rein waagerecht in die Tasche.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 14. Januar 2019 - 14:26:34
Ich werde übrigens parallel in den SYW einsteigen ;)
Das wird aber nur ein kleines Projekt, rein auf den beiden Packungen "Revell 02452" (Öster. & Preuß Infanterie) und "Revell 02453" (Öster. Dragooner & Preuß. Husaren) basierend.
Angedacht hatte ich eine Art "Battle in the Box" Projekt nach Don's Ideen :)
Es bleibt bei meinem Lieblingsmaßstab 1:72. Die Packungen ergeben je 6 Einheiten pro Seite, ein kleines Spielfeld (90*90cm) wird dann noch für kurze Spiele / kleine Missionen zwischendurch nach Kugelhagel (oder evtl. Black Powder, wenn ich mal dazu komme die Regeln zu lesen) entworfen / gebaut.
Das klingt doch sehr vielversprechend.  :)

Aber da fehlt Dir auf jeden Fall mindestens ein Geschütz. Ne Kanone und 4 Minis hätte ich sicher über. Lohnt halt nur nicht wirklich den Versand.

Ich würde mit der Menge an Minis an Deiner Stelle nen Skirmish-Regelwerk spielen. Soll ja bald was bei Osprey rauskommen und man kann im Prinzip alles verwursten.
Mit BP oder Kugelhagel bist Du über kurz oder lang dann doch wieder großtaktisch und verzettelst Dich. Kenne ich aus eigener Erfahrung. Hatte ja auch mit Skirmish angefangen (ne Abwandlung von den Perfect-Captain-Regeln) und mich dann gesteigert.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 14. Januar 2019 - 16:07:34
Das klingt doch sehr vielversprechend.  :)

Du bist es schuld :P
Du, und dein erstklassigen Spielberichte :D
So!
Jetzt habe ich es dir gegeben :D

Aber da fehlt Dir auf jeden Fall mindestens ein Geschütz. Ne Kanone und 4 Minis hätte ich sicher über. Lohnt halt nur nicht wirklich den Versand.

Das ist wohl wahr. Der Versand wäre heftig. Aber bei dem geplanten Spielfeld von 90*90cm eine Kanone ... da bin ich unsicher.
Sollte mich der Spaß an der Epoche richtig packen - immerhin gibt es da Kur Kölnische Truppen, die mich als Kölner ziemlich reizen - würde ich das evtl. vom Sidestep zur Zweitepoche erweitern. Dann müssen definitiv Kanonen mit rein :)

Ich würde mit der Menge an Minis an Deiner Stelle nen Skirmish-Regelwerk spielen. Soll ja bald was bei Osprey rauskommen und man kann im Prinzip alles verwursten.

Das ist in der Tat eine Überlegung wert.
Bisher ist es eben ein wenig der Reiz der Epoche, der Bezug zu meiner Heimatregion und die Möglichkeit, mit den Kugelhagel Solo-regeln auch mal daheim ohne Mitspieler kleinere Szenarien durchzuspielen. Da sind 6 Einheiten pro Seite ausreichend.

Sobald die Minis da sind, mache ich mal einen Thread dafür auf, da ich merkwürdigerweise sehr wenig über den SYW hier finde?
Muss man mal ändern ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: tattergreis am 14. Januar 2019 - 17:13:24
Gibt doch was:
https://sweetwater-forum.net/index.php?topic=7425.0 (https://sweetwater-forum.net/index.php?topic=7425.0)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 14. Januar 2019 - 20:01:15
Hi D.J.
solltest Du zur Tactica kommen kann ich Dir Kanone und Bediener mitbringen.
Ebenso einzelne Posen aus den vier anderen Sätzen, zum auffüllen oder vervollständigen der Einheiten.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 14. Januar 2019 - 23:44:24
Und hier gleich die interessanteste Website für dich zum 7YW:
http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=Main_Page

Da ist auch Literatur angegeben. Bei Münster und Paderborn ist viel in der Westfälischen Zeitschrift zu finden. (Früher trug sie den Titel: 'Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde') Die Digitalisate der WZ, für die letzten paar Jahre nur das Inhaltsverzeichnis finden sich frei herunterladbar hier auf den Seiten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe: https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=2&url_tabelle=tab_periodika

(Links zu den PDFs finden sich klein und Blau an der Seite.) (Für Paderborn ist der wichtigste Titel bei Kronoskaf nicht angegeben: Franz Mürmann: Das Militärwesen des ehemaligen Hochstiftes Paderborn seit dem Ausgange des Dreißigjährigen Krieges. Münster 1938 (Dissertation Universität Münster). Diese Dissertation wurde ebenfalls in der WZ veröffentlicht (1939, Band 95).


Köln gibt es bei Kronoskaf hier:
http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=Main_Page

Clemens August war nicht nur Erzbischof von Köln, sondern Bischof von insgesamt 5 Fürstbistümern; hier die Reichskontingente von Münster und Paderborn: http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=Reichsarmee#Lower_Renish_-_Westphalian_District

Die Fürstbistümer Osnabrück und Hildesheim haben im 7YW meines Wissens keine Truppen gestellt.

Es mag dich interessieren, dass Clemens August bei seinen Landständen ein Feldhospital beantragte. Die lehnten das zunächst ab. Es ist aber nicht klar, was schließlich daraus wurde. Bei seinen Regimentern befanden sich Militärgeistliche, die sogar mit Zelten für Gottesdienste ausgerüstet waren, während die Soldaten nicht mal eine Decke hatten... Abgesehen wohl vom Kölner Kontingent -allerdings bin ich mir in dem Punkt Köln nicht so sicher- stellte Münster die Regimentsartillerie seiner Truppen, die aus bronzenen  4pfündern bestand.

Aus Paderborn haben sich Inventare und ein Bericht zum Verbleib des Materials durch den Kommandeur erhalten. Für die Artillerie Clemens August ergibt das für eine Regimentsartillerie folgendes Bild:
1 Stückjunker,
4 Feuerwerker,
4 Konstabler und eine
Munitionskarre mit 4 Pferden

Dazu werden am 1.7.1757 als Inventar erwähnt:
100 Kugeln,
15 Kartätschen,
3 Zentner Pulver und
Schanzzeug

"Die Fahnen", 1 Kanone und 3 Munitionswagen mit 12 Pferden (sic!) gingen den Paderbornern bei Saalfeld verloren. (Die Reste bestanden danach aus 50 Musketieren, den meisten Grenadieren und 1 Kanone.)

Um Offiziersstellen zu sparen, wurde die Zahl an Kompanien gerne mal verringert, was aber in der Regel nicht mit der Gesamtstärke zusammenhängt.

Ende des Krieges wurden in den mittleren und kleineren Territorien oft kleine Einheiten leichter Reiterei aufgestellt, um Räuber zu bekämpfen. (In Paderborn ein Zug Husaren. Wegen der kleineren Pferde waren Husaren günstiger aufzustellen und die Länder Clemens August waren wegen der Bewirtschaftung von Wildpferdebeständen sowieso gut aufgestellt, wenn nicht zu viele Pferde benötigt wurden.) Da ergeben sich sicher auch Skirmish-Möglichkeiten und Gelegenheiten die beiden Kölner berittenen Kompanien auszuführen.

Falls dich das Drumherum interessiert, du dich im Modellbau üben möchtest oder ein ungewöhnliches Missionsziel brauchst:
Seine Militärgeistlichen trugen ihre geistliche Tracht. (In Paderborn war es meist ein Franziskaner.) Das Inventar aus Paderborn erwähnt:
- 1 großes Zelt, nach Oberst von Kleist im 3. Jahr verfault
- 1 Kapellenkarren mit 4 Pferden, darin:
-- 1 vierkantige große tannene Kiste
-- 1 vergoldeter Messkelch mit Futteral
-- 1 reinsilberner Salbölbehälter in einem Beutel
-- 1 Altarstein
-- 3 Altartafeln mit Gebeten
-- 1 Altarglöckchen
-- 1 kleines hölzernes Kruzifix
-- 2 kleine Altarleuchter aus Messing
-- 2 kleine zinnerne Messkännchen
-- 1 kleines Messbuch mit hölzernem Untersatz
-- 1 gewöhnliches Evangelienbuch
-- 2 Altarbücher
-- 3 Handtücher
-- 2 Alben (Kleidungsstück)
-- 1 seidenes Messgewand mit Zubehör
-- 1 wollenes Messgewand mit Zubehör
-- 1 Antependium (Altarvorhang)
-- 2 Hornleuchter
-- 1 Schachtel für Hostien
(Davon war 1763 das meiste noch vorhanden. Und es dürfte bei seinen anderen Truppen ähnlich gewesen sein.)

Zu den Fahnen: Clemens August hat die Fahnen seinem Geschmack und seiner Herkunft angepasst. Für Paderborn, für das keine Fahne der Zeit beschrieben ist, machst du außerhalb seiner Regierungszeit mit Maria auf weißem Grund nichts falsch, auch wenn nur Andeutungen und Hinweise existieren. (Vgl. die Beschreibung der Kölner Fahnen bei Kronoskaf.) Für seine Regierungszeit kannst du es analog Köln und Münster machen, falls du überhaupt bis zu seinen dortigen Truppen kommst. Das Paderborner Wappen wäre rotes Kreuz auf silbernem Grund. Falls du dich am mittelalterlichen Banner orientieren willst, wäre es das Paderborner Wappen (https://de.wikipedia.org/wiki/Paderborn#Wappen), nur Rot auf Silber, statt Gold auf Rot. (Der letzte Paderborner Fürstbischof hat die Farben für seine Regierungszeit seinem Familienwappen angepasst. Da er der letzte war und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland die Heraldik weitgehend unbeachtet war, blieb es dabei.)

Mit dem Kölner Militär habe ich mich noch nicht beschäftigt; Münster und Paderborn liegen mir da näher. Ich hoffe, ich konnte dennoch Hilfe geben.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 15. Januar 2019 - 05:14:40
Da ich nicht schlafen kann, ein Doppelpost:

Die Münsteraner und Paderborner Sachen sind für dich interessant, weil die Truppen Clemens Augusts  bei der Reichsarmee oft zusammen eingesetzt wurden und zumindest zeitweise mit dem Münsteraner Generalmajor von Nagel einen gemeinsamen Kommandeur hatten. Daher erfährst du dort auch einiges zum Einsatz der Kölner Truppen.

Wegen der Artillerie habe ich nachgeschaut. Auch die Regimentsstücke des Kölner Reichskontingents kamen aus Münster. Die notwendigen Stichpunkte zur Uniformierung  der münsterschen Artillerie (und sogar zwei Karten zu Gefechtsaufstellungen des Kontingents Clemens Augusts) findest du in: Zeigert, Dieter: Das münstersche Heer im Siebenjährigen Krieg 1756-1763, in: Westfälische Zeitschrift, Zeitschrift für Vaterländische Geschichte und Altertumskunde, hrsg. von dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, vol. 137 (1987), page 25-87, hier online zu finden: https://www.westfaelische-geschichte.de/lit9352

Darin siehst du auch, dass die Gefechte im Rahmen von Kugelhagel bleiben, wenn sie denn mal über Skirmish-Größe hinausgehen.

Es geht um folgende 5 Regimenter, jeweils nur 1 Bataillon:

Münster: Nagel und Elverfeldt
Paderborn: Mengersen
Köln: Leibregiment und Wildenstein

Mit Gefangennahme der Truppen (1. April 1759 bei Meiningen und Wasungen die münsteraner Regimenter Nagel, Elverfeldt sowie das Kurkölner Leibregiment und März 1761 bei Saalfeld die Regimenter Mengersen und Wildenstein, jeweils bis auf gewisse Reste.) und der Besetzung der Territorien, die von Frankreich nach dem Tode Clemens August für feindlich erklärt wurden, endete für das Münsteraner und Kölner Militär der Krieg. Paderborn stellte hingegen, um seine Unabhängigkeit zu bewahren, sein Bataillon trotz Besetzung wieder auf, ob es überhaupt noch rechtzeitig eintraf oder die hohen Verluste eher unter -äh- selbsttätiger Entlassung zu verbuchen sind, ist nicht bekannt.

Pappenheimer, dich mag, wenn ich mich recht entsinne, interessieren, dass erbeutete Münsteraner Regimentsstücke an die Hannoveraner Jäger kamen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 15. Januar 2019 - 05:19:00
Ihr seid die Besten! *freu* :D
Echt jetzt, das ist total Knüller, was ihr hier an Infos sammelt und Starthilfen gebt ... *Eichenlaub mit Sternchen*, wie du, Riothamus, immer sagst :D
Jetzt kann der Tag beginnen
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 15. Januar 2019 - 05:23:05
@tattergreis
Oh, klasse! Die Links habe ich nicht (mehr) gefunden. Ich wusste noch von vor dem Crash, dass da was war. Ich dachte aber, da wäre alles weg.

@Plasti
Die Tactica werde ich aus gesundheitlichen Gründen nicht schaffen (bin schon froh, wenn ich jobtechnisch derzeit einsatzfähig bleibe)
Nachtrag
Ich schreibe dich aber heute im Laufe des Tages mal per PN an :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Blüchi am 15. Januar 2019 - 05:51:59
Sicher das du mit den Revell Figuren glücklich wirst ? Würde da lieber zu Figuren aus Zinn greifen aus kleiner Produktion. Aber falls doch könnte ich mit einigen noch vorhandenen Revell Boxen unter die Arme greifen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 15. Januar 2019 - 06:16:15
Sicher das du mit den Revell Figuren glücklich wirst ? Würde da lieber zu Figuren aus Zinn greifen aus kleiner Produktion.

Ja, da es bisher ja nur ein kleines Nebenprojekt bzw. eine Sammlung für Spiele nach den Solo-Regeln von Kugelhagel werden soll. Da reichen die beiden Revell Boxen mit jeweils 6 Einheiten zum SYW erstmal vollkommen aus. Der Peninsular War bzw. die napoleonische Epoche ist ja mein Hauptstandbein.

Aber falls doch könnte ich mit einigen noch vorhandenen Revell Boxen unter die Arme greifen.

Danke dir :)
Sollte ich entgegen meiner Pläne tiefer einsteigen, komme ich auf dich zurück!

Frage an alle:
Soll ich für das Projekt "SYW in 1:72" nicht lieber einen neuen Thread aufmachen und die Admins bitten, die Posts zum SYW dorthin zu verschieben?
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: tattergreis am 15. Januar 2019 - 10:06:31
Ja, ein Extra-thread ist immer von Vorteil. Verschoben werden muss doch noch gar nix, oder Du zitierst.

cheers
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Januar 2019 - 10:58:58
Pappenheimer, dich mag, wenn ich mich recht entsinne, interessieren, dass erbeutete Münsteraner Regimentsstücke an die Hannoveraner Jäger kamen.
Hab zwar Hannoveraner, aber nur für Österreichischen Erbfolgekrieg. Die sahen dann später anders aus.

Zu den Revell-Minis.
Die Husaren sind allererste Sahne und eigentlich sind die Dragoner auch nicht so schlecht.
Bei den Österreichern missfällt mir eigentlich nur eine Pose, die mit dem Typ, der irgendwie an das Bajonett greift.
Ein Problem ist, dass die Nachgüsse immer schlechter wurden. Es gab ja die letzten 20-25 Jahre immer wieder Limitierte Neuauflagen.
Ich habe in letzter Zeit die Preußen als Hannoveraner bemalt. Heute mache ich mein zweites Bataillon fertig. Die haben halt eine eigene Ästhetik. Was furchtbar ist, ist dass v.a. die Gesichter nicht anständig modelliert wurden. Da die Beine so dünn sind, hat man auch praktisch keinen Platz um Details wie Schnallen oder Knöpfe drauf zu malen.
Die Artillerie ist ja eines der besten Ari-Sets in dem Maßstab.
Bei der Kavallerie ist eher die Krux, dass die Posen sehr energiegeladen sind und daher neben Zinnfiguren eher seltsam wirken. Revell-Pferde sind immer was tolles, ausgenommen das Problem mit überflüssigem Plastik zwischen den Beinen bei den Dragonergäulen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 15. Januar 2019 - 14:06:10
Okay, ich habe einen eigenen Thread für das Thema "SYW - Battle in a Box mit Revell" aufgemacht :)

https://sweetwater-forum.net/index.php/topic,23435.msg277059.html#msg277059

Und zurück zum Peninsular War ...
Ich habe mir gestern abend noch schnell einen Brigadekommandeur gebastelt ;)

(http://666kb.com/i/e0ezh3s1kq5vwh534.jpg)

(http://666kb.com/i/e0ezh9qwovob0m22o.jpg)

Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Januar 2019 - 14:55:56
Ich finde es cool wie Du die Pose des Generals aus der Italeri-Stabsbox verwendest. Sieht gut aus. Zur Uniform etc. habe ich nicht so die Ahnung.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 15. Januar 2019 - 15:01:16
Danke dir :)
Da ich schon einen Brigadekommandeur habe, der auf eine Karte zeigt ...

(http://666kb.com/i/e0f0sm09322x33aps.jpg)

... wollte ich den nächsten anders darstellen. Die Uniform müsste passen, da hatte ich für den ersten Kommandeur bereits letztes Jahr herumgesucht und diese Farbkombination entdeckt.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 15. Januar 2019 - 18:23:55
Schön geworden, der Brigadekommandeur und sein Pferd.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 15. Januar 2019 - 18:34:17
Ich finde das Französische Stab Set von Italeri nach wie vor gut.

Und mit dem Set von Zvezda lassen sich schöne Sachen anstellen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 16. Januar 2019 - 15:36:48
@Riothamus (Sorry, ich wollte den folgenden Satz allgemein halten und war mit meinem Kopf etwas weiter weg vom Thema  :-\  :-[ )
Danke dir :)
@All (<- so ist es richtig)
Ich weiß, die Äpfel sind etwas zu derber Humor, aber für das Spiel am Samstag bleiben die erstmal drauf ;)

@Plasti
Das Set von Italeri finde ich persönlich sogar einen Touch besser, als das von Zvezda. Ich konnte beide mit ihren Gussrahmen mal live vergleichen.
Das kann aber auch daran liegen, dass ich trotz intensiver Vorbehandlung mit den Zvezda-Minis bzw. dem verwendeten Kunststoff, auf dem Kriegspfad bin. Irgendwie hält bei denen keine Grundierung, wenn ich die vornehme (ich gehe also einfach mal davon aus, dass ich da irgendetwas falsch mache. Andere kommen ja prima mit denen hin)
Aber ich gebe nicht auf ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 16. Januar 2019 - 16:31:38

Das kann aber auch daran liegen, dass ich trotz intensiver Vorbehandlung mit den Zvezda-Minis bzw. dem verwendeten Kunststoff, auf dem Kriegspfad bin. Irgendwie hält bei denen keine Grundierung, wenn ich die vornehme (ich gehe also einfach mal davon aus, dass ich da irgendetwas falsch mache. Andere kommen ja prima mit denen hin)
Zvezda hat m.E. meistens sehr hartes Plastik, was oft eher bricht als sich verbiegt. Ich nehme den Primer von Valejo und der hält recht gut. Muss ja auch nicht vollflächig schwarz/grau oder so werden, sondern nur die Klebeeigenschaften der Grundierung gewährleisten.
Meine Frau hatte mal mit einer Billiggrundierung versucht Zvezdas zu bemalen und da geht laufend was ab. Wobei ich auch den Eindruck habe, dass bei Zvezda, wenn man dran kommt, eher öfter Abplatzungen auftauchen als bei vielen anderen Herstellern. Dafür sind halt die Posen schön und Details wie Knöpfe deutlich besser modelliert als z.B. bei vielen Herstellern in Zinn.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 16. Januar 2019 - 16:36:33
Ja, das wollte ich auch gerade schreiben. Grundierungen unterscheiden sich und nicht jede hält auf jedem Untergrund.

Die Pferdeäpfel waren nicht der Grund für das fehlende Eichenlaub, auch wenn sie etwas groß geraten sind. Das neue Forum torpediert mich da etwas mit der Zugänglichkeit der Smileys. Also bin ich auf Eichenlaub-Sternchen-Diät.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 16. Januar 2019 - 16:40:30
Ja, das wollte ich auch gerade schreiben. Grundierungen unterscheiden sich und nicht jede hält auf jedem Untergrund.

Die Pferdeäpfel waren nicht der Grund für das fehlende Eichenlaub, auch wenn sie etwas groß geraten sind. Das neue Forum torpediert mich da etwas mit der Zugänglichkeit der Smileys. Also bin ich auf Eichenlaub-Sternchen-Diät.

Huch!
Sorry, ich wollte gar kein "@Riothamus schreiben"  :-[ Ich war in Gedanken bei einem deiner Recherchelinks zum SYW, tippte hier eine Antwort ... tut mir leid, ich wollte dich nciht direkt ansprechen, sondern das ganz allgemein posten, weil ich das gestern vergessen hatte. Das war ein Fehler meinerseits.  :-\

P.S.:
Eichenlaub ist schön, aber Lob und Kritik gehen auch ohne :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 16. Januar 2019 - 16:48:23
Das kann aber auch daran liegen, dass ich trotz intensiver Vorbehandlung mit den Zvezda-Minis bzw. dem verwendeten Kunststoff, auf dem Kriegspfad bin. Irgendwie hält bei denen keine Grundierung, wenn ich die vornehme (ich gehe also einfach mal davon aus, dass ich da irgendetwas falsch mache. Andere kommen ja prima mit denen hin)

Zvezda hat m.E. meistens sehr hartes Plastik, was oft eher bricht als sich verbiegt. Ich nehme den Primer von Valejo und der hält recht gut. Muss ja auch nicht vollflächig schwarz/grau oder so werden, sondern nur die Klebeeigenschaften der Grundierung gewährleisten.

Ah, das habe ich bei denen noch nicht versucht. Danke dir für den Tipp :)

Meine Frau hatte mal mit einer Billiggrundierung versucht Zvezdas zu bemalen und da geht laufend was ab. Wobei ich auch den Eindruck habe, dass bei Zvezda, wenn man dran kommt, eher öfter Abplatzungen auftauchen als bei vielen anderen Herstellern. Dafür sind halt die Posen schön und Details wie Knöpfe deutlich besser modelliert als z.B. bei vielen Herstellern in Zinn.

Das mit den Details ist wahr. Die Miniaturen sind m.M.n. größtenteils exzellent ausmodelliert und gegossen. Ja, das Plastik ist einen Tacken härter als gewohnt. Das ist dann die Kehrseite der Medaille.
Aber trotz dieser "Probleme" werde ich mir das eine oder andere Zvezda Set wohl noch holen :)
Notfalls eben für Figuren / Einheiten, wo es jetzt nicht so arg brennt und wo ich mir auch mal richtig lange Zeit lassen kann, also auch mal andere Sachen dazwischen schieben.
Mit Abstand sehen viele Dinge schon nicht mehr so ... pulsbeschleunigend* aus, wie zuerst gefühlt ;)


*geht bei mir gerne mal mit einem für Kölner untypischen Herrgottszeitensakramentikruzitürkensaupreißenzeuchsnochamoal! und einem Hitzeblick ala Superman einher :D
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 16. Januar 2019 - 16:52:09
@D.J.
Ich mag das Zvezda Plastik auch nicht.
Manche Figuren vor allem die Kanonen Rohre haben die blöde Angewohnheit zu reißen.
Die "springen" auf und/ oder es bilden sich Risse.
Das nervt.
Von dem leichten Abbrechen möchte ich erst gar nicht anfangen.

Bist Du noch "gut aufgestellt" mit dem Italeri Franz.Stab Set?
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 16. Januar 2019 - 16:56:31
Bist Du noch "gut aufgestellt" mit dem Italeri Franz.Stab Set?

Ja, ich habe den doppelt, wenn ich jetzt nicht ganz falsch liege (Ich habe ein wenig den Überblick über mein Plastik verloren  ;D )
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 16. Januar 2019 - 16:58:18
Na dann is ja gut.

Dann werden wir ja noch weitere solcher schön bemalten Figuren sehen :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 16. Januar 2019 - 16:59:10
Definitiv :)
Und danke für das Lob :D
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 27. Januar 2019 - 11:46:49
Es hat etwas gedauert, aber jetzt habe ich den Bug gefunden, der mein Smartphone und meinen PC nicht miteinander kommunizieren ließ.
Will sagen:
Es kommen jetzt nach und nach die Bilder meiner einsatzbereiten Armee der Franzosen :)
(Erweiterungen sind natürlich geplant, aber die sind nicht mehr so dringend)

Als erstes meine Auswahl an Einheiten der Garde, mit denen ich auch eine gemischte Brigade aufstellen kann

(http://666kb.com/i/e0r1tgyrjfs5n3z7k.jpg)

Die mittlere Base der Garde Infanterie ist noch nicht eingefärbt, da ich hier ein neues Streu ausprobieren möchte, dass noch in der Lieferung ist.

(http://666kb.com/i/e0r1tzoat91d5o6io.jpg)

Garde Jäger, berittene Garde Grenadiere und die Garde Artillerie runden die Auswahl ab.
Und was natürlich nicht fehlen darf, ist der Briagedekommandeur, der gerade den Einsatz seiner Männer plant

(http://666kb.com/i/e0r1ra6uauerzliio.jpg)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 27. Januar 2019 - 12:24:35
Hier dann meine "Fremdenbrigade"

Die irischen "Wildgänse". Seit den Jakobiteraufständen in den Diensten der Franzosen sehen sie sich selber nicht mehr als Söldner.
Naja, Selbstbild und Realität eben ;)

(http://666kb.com/i/e0r2u0g4w0a3kcgsg.jpg)

Regiment Kleve-Berg, durch die hohe Dessertationsrate im Peninsluar War eine Base nur mit drei Figuren, statt als kleine Einheit mit nur 3 Bases, da mein Mitspieler und ich uns auf 5 Bases Normgröße für Infanterie geeinigt haben.

(http://666kb.com/i/e0r2ts6j17hfsp8n4.jpg)

Regiment Westphalie, wo sich die Begeisterung für Frankreich, Napoleon un deni paar bunte Bänder am Revers den Tschako oder schlimmeres wegschießen zu lassen. Auch hier wegen des hohen "Flüchtigkeitsgrades" eine Base mit nur 3 Miniaturen, statt nur drei Bases

(http://666kb.com/i/e0r2t5vczrr2edb7k.jpg)

"Ohne Mampf kein Kampf!", lautet der Leitspruch des Brigadekommandeurs, der sich trotz laufender Schlacht nur ungern von Wein, Baquette und Jeanette trennt (Letztere wegen mangelnder Bekleidung und brav im Zelt wartend nicht auf dem Bild) ;)

(http://666kb.com/i/e0r2stuzznwkbbytc.jpg)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 27. Januar 2019 - 13:22:59
Da zeigst Du uns so viele Figuren und Jeanette bekommen wir nicht zusehen :'(
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 27. Januar 2019 - 13:30:18
Ich bin immerhin ein Gentleman und würde niemals die Blöße einer jungen ... hm ... Dame derart ausnutzen, als dass ich sie in alle rÖffentlichkeit herzeige, wie eine allgemein erhältliche Süßigkeit.
Mon dieu, ein wenig Sitte und Anstand müssen schon sein ;)

(Außerdem ist die noch in der Bestellung  ;D Ich hoffe, ich bekomme sie und ihre Kolleginnen, dann kann ich einen Troß aufbauen ;) )
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 27. Januar 2019 - 14:26:23
Von entblößt zeigen war ja keine rede.
Nur die Dame sehen ;D.

Oh noch eine Troß?!
Falls Du noch etwas "Lagerleben" darstellen möchtest, ich kann Dir da auch aushelfen ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 27. Januar 2019 - 14:31:08
Ja, evtl.(!) kommt da aus Spaß am Basteln noch ein Troß. So ein bißchen Landleben eben ;) Das ist aber erstmal Sci-Fi, da ich für den SYW noch recherchiere, wer mit wem und warum und wieso und welche Flagge und welche Uniform ... das ist schon recht intensiv. Parallel bringe ich aber zuerst mal meine Konföderierten auf Trab, da ich für die dann noch ein paar Yankees hole und mir eine "Battle for one" Box bastele :D
"Also alles ganz locker und g'schmeidig", wie der Wiener sagen würde ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 27. Januar 2019 - 14:59:11
Würde mich freuen so was zusehen.
Ich finde es "belebt" und wertet ein Spielfeld auf.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Käptain Jack am 28. Januar 2019 - 16:43:20
Einen kleinen Kritikpunkt hätte ich an der Basierung.
Wenn Du auf Deine Bases 4 Figuren pro Reihe stellen würdest, sähe es besser aus.
Gerade in der Napoleonischen Zeit standen die Truppen Schulter an Schulter. Da fehlt mit hier irgendwie das "feeling".
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 28. Januar 2019 - 16:54:40
Die Basierung basiert auf den Regeln von Kugelhagel (sorry für's Wortspiel) Eine Base mit 4*4cm hat für Linieninfanterie 4 Miniaturen. (Ein Batallion hat 20-24 Minis auf 5 - 6 Bases)

Sicher, ich könnte mehr (maximal 6, 9 ist nicht drin) Minis auf eine 4*4cm Base packen. Aber dann dann sieht es arg gedrückt aus. Das hatte ich bei einigen Linieninfanteribatallionen zuerst auch so gemacht. Aber je nach Ausführung / Proportionen der Figuren, passte da wortwörtlich kein Nasenhaar mehr zwischen die Figuren. Im übertragenen Sinn konnte da keiner seine Muskete laden, ohne dem Nebenmann die Augen auszustechen ;)
Also habe ich die wenigen Linieneinheiten, die zu sechst auf einem Base standen, auf vier Mann pro Base reduziert. Und die Plänkler, die in 28mm einzeln basiert sind, als Zweierteam auf einem Base dargestellt, was das Äquivalent zur Einzelbasierung der 2er Plänkler-Teams in 28mm ist.


Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 29. Januar 2019 - 19:39:44
Ich kenne das Problem. Selbst mit Zurechtschneiden der Bases der Plastikbasen der 1/72 Minis kommt man manchmal einfach nicht mit 2x3 pro Base hin, auch wenn dieser Schulter an Schulter Look besser ausschaut.
Die Gäule in 1/72 passen auch kaum auf 4x4cm. Ärgerlich wenn vorn und hinten bei weitaus sprengenden Pferden die Beine über die Base überstehen und man dadurch z.B. keine gescheite Kolonne hinkriegt.
Bei bulliger modellierten Figuren wie bei Zvezda sehen auch bei 4 Minis pro Inf.base diese auch voller aus.
Bei größeren Schlachten fällt die lichte Basierung auch nicht so arg ins Gewicht.

Ich habe bei meiner Infanterie immer eine Base mit 3 Miniaturen, weil das
A) den Offizier heraushebt, der ja eigentlich nicht im Glied stünde, sondern auf Gemälden z.B. immer mal außen links oder so
B) das Platz schafft für einen Würfel, der die Hits der Einheit darstellt
V.a. letzteres ist bei großen Schlachten Gold wert, wo man bei dichtem Gedränge kaum noch die Würfel mit den Hits den Einheiten zuordnen kann.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 30. Januar 2019 - 05:16:10
Oh ja, die Pferde  :-\
"Schlimm" im Sinne von "da passen nur 4 von auf eine Base" sind in der Tat die Zvezdas (die habe ich als Voltigeuere) und die Revells (Garde).
Die Idee mit den drei Minis für die Kommandobase um Platz für einen Würfel als Anzeige zu schaffen ... diese Idee klaue ich mir! Dann muss ich zwar nochmal umbasen, aber das eilt ja vorerst nicht.
Danke dir für den Tipp :D
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 11. Februar 2019 - 16:33:03
Ich erweitere einfach mal den Thread, da im Grunde kein neuer nötig ist. Ich erweitere nämlich den Aufbau meiner Franzosen nur um ein paar würdige Gegner, damit ich auch eine zweite Armee stellen kann.

Den Anfang machen eine handvoll Preußen. Genutzt habe ich die Minis von Revell, Set 02580 Prussian Infantry http://www.plasticsoldierreview.com/Review.aspx?id=615

Den Anfang machen die Lützower Jäger. Sie habe ich nach Kugelhagelregeln als Plänkelnde Truppe aufgebaut, also drei Bases zu vier und zwei zu zwei Minis.
Dahinter sind Lützower Ulanen, für die ich das Set Hät Set 8005 Prussian Uhlans http://www.plasticsoldierreview.com/Review.aspx?id=451 genutzt habe

(http://666kb.com/i/e16gea712wj5ya5fk.jpg)

Ohne tiefere Recherche einfach zwei Einheiten Linienmusketiere (nach Kugelhagel brauche ich davon zwei Bataillone und eines mit Füssilieren, damit ich eine Brigade stellen kann)

(http://666kb.com/i/e16ghgkuoh1qw8ao0.jpg)

(http://666kb.com/i/e16giw4z6eh68dfk0.jpg)

Als nächstes sind derzeit in Arbeit die besagten Linienfüsiliere, und eine Einheit Landwehr.
Danach kommen noch ein paar Briten, damit ich eine gute Punktzahl für zwei Spieler stellen kann.
Die Bases sind noch provisorisch, da schaue ich derzeit, wie ich mit dünnem Holz zurechtkomme.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 11. Februar 2019 - 17:02:07
So gut wie die anderen Einheiten sind diese jetzt nicht abgelichtet.
Zumindest kann ich nicht alles so gut sehen, wie bei den anderen Bildern.

Das mit den Basen hast Du ja schon angesprochen.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 11. Februar 2019 - 17:04:05
Ah, okay. Dann muss ich morgen nochmal mit anderer Beleuchtung ran. Die Kamera ist für mich ungewohnt, daher ist alles learning by doing ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Plasti am 11. Februar 2019 - 17:27:03
Das Problem kenne ich sehr gut.
Bin da auch keine "Leuchte" :(
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Maréchal Davout am 11. Februar 2019 - 19:19:16
Nun auch Preußen - gut! Das ist ja ein ganz schöner Schwung, alle selbst bemalt? Haben die Ulanen die originalen Pferde oder andere (kann ich auf den Fotos nicht genau sehen)?
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 12. Februar 2019 - 05:08:34
Preußen, und wenn alles klappt kommen die Tage Britsh Rifles und Lifeguards bei mir an :) Damit entsteht dann eine kleine Gegenarmee, die ich für spontane Spiele(r) ohne große Vorbereitung bereit halten kann.
Ja, da ist alles selbst bemalt :) Ich bin da aber auch schon seit ein paar Tagen dran.
Die Lützower Ulanen habe ich 1:1 aus der Hät Packung genommen, da habe ich kein Pferde getauscht. Die habe ich auch vorerst alle schwarz gelassen, da die Legende ja von den "schwarzen Räubern" spricht und Napoelon sie nie als als Soldaten anerkannte.

Ich versuche heute mal bessere Fotos hinzubekommen. Da ich nicht so viele mobile Lampen habe, um von allen Seiten gut auszuleuchten, ist das nicht so leicht.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Maréchal Davout am 12. Februar 2019 - 12:35:58
Na, da bin ich auf die Neuzugänge dann mal gespannt!
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 12. Februar 2019 - 13:25:30
Das ist ein gutes Set. Nur die, die so komisch nach vorne gebeugt vorgehen, das Gewehr quer, ein bisschen als ob sie kacken sind einfach nicht zu gebrauchen. Ich versuchte mich manchmal daran zu erinnern, ob ich je jemanden gesehen habe, der so dämlich sein Gewehr trägt, selbst im Plänklergefecht, wofür man das am ehesten hernehmen kann, ist das unwahrscheinlich.
Zur Basierung noch kurz. So ein Gliederfeuer hat's meines Erachtens nicht gegeben. Ich würde an Deiner Stelle pro Base eine Pose nehmen. Z.B. eine mit anschlagenden Gewehren, eine mit "Fertig", eine mit ladenden Musketieren oder alles bunt durchmixen als so eine Art Plackerfeuer. Das versuchte man zwar meistens zu unterbinden, aber wird wohl oft vorgekommen sein, also die feuernden und ladenden Figuren bunt durcheinander.
Ich mag die Proportionen etc. der Revell-Minis. Mit einem Set hast Du auch schon locker zwei Einheiten.
Hast Du Dir die Fahnentücher selbst ausgedruckt?
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 12. Februar 2019 - 15:25:39
Das ist ein gutes Set. Nur die, die so komisch nach vorne gebeugt vorgehen, das Gewehr quer, ein bisschen als ob sie kacken sind einfach nicht zu gebrauchen. Ich versuchte mich manchmal daran zu erinnern, ob ich je jemanden gesehen habe, der so dämlich sein Gewehr trägt, selbst im Plänklergefecht, wofür man das am ehesten hernehmen kann, ist das unwahrscheinlich.

Ja, diese spezielen Minis sehen aus, als hätten sie den Urgroßvater aller Durchfälle  :-\ Ich überlege, ob ich daraus Getroffene für Marker mache. Sonst fältl mir zu denen auch nicht viel ein.

Zur Basierung noch kurz. So ein Gliederfeuer hat's meines Erachtens nicht gegeben. Ich würde an Deiner Stelle pro Base eine Pose nehmen. Z.B. eine mit anschlagenden Gewehren, eine mit "Fertig", eine mit ladenden Musketieren oder alles bunt durchmixen als so eine Art Plackerfeuer. Das versuchte man zwar meistens zu unterbinden, aber wird wohl oft vorgekommen sein, also die feuernden und ladenden Figuren bunt durcheinander.

Oh, das wusste ich so nicht! Ich habe die wie meine Franzosen aufgestellt, also im Gliederfeuer.
Wenn die Preußen kein Gliederfeuer hatten, müsste ich sie dann aber versetzt auf die Base stellen, oder? Also so, dass die Hintermänner in der zweiten Reihe an den Schultern ihre Vordermänner vorbeischießen, richtig?

Hast Du Dir die Fahnentücher selbst ausgedruckt?

Ja, die hatte ich mir für das Projekt "SYW - Battle in a Box" rausgesucht. Jetzt konnte ich erste Probedrucke machen ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Maréchal Davout am 14. Februar 2019 - 14:09:43
Oh oh, gleich kommt der Schock, wenn Pappenheimer dir sagt, dass es bei den Franzosen so ein Gliederfeuer auch nicht gegeben hat...
Feuernde Minis sich nicht vom zweiten Glied in den Nacken schießen lassen macht Sinn ;) Also leicht versetzt basieren...

Irgendwie fehlen bei der Einheit, die gerade nicht schießt, alle (oder sehr viele) Bajonette. Hast du die absichtlich abgeschnitten?
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 14. Februar 2019 - 16:03:52
Bei Franzosen hat's ein Gliederfeuer gegeben.
Z.B. die Variante:
1. und 2. Glied feuern so schnell sie können, 3. Glied lädt nur und reicht Muskete an 2. Glied, so dass das 2. Glied faktisch mehr als doppelt so schnell wie das 1. Glied schießen kann. Problem dabei, dass natürlich das zweite Glied v.a. bei dem Durcheinander auch leicht die Vordermänner verletzen kann.
Theoretisch gab es auch eine Art Feuern aller 3 Glieder stehend mit "Charge à volonté", wo alle gleichzeitig laden und schießen, je nach Fitness. Aber das ist schon sehr schwierig.
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 14. Februar 2019 - 16:07:29
Oh oh, gleich kommt der Schock, wenn Pappenheimer dir sagt, dass es bei den Franzosen so ein Gliederfeuer auch nicht gegeben hat...
Feuernde Minis sich nicht vom zweiten Glied in den Nacken schießen lassen macht Sinn ;) Also leicht versetzt basieren...

Also habe ich alles vollkommen falsch basiert und spiele seit letztem Jahr mit historisch vollkommen unkorrekten Einheiten? Entweder alle schießen, stopfen, pulvern, beißen Patronen oder tun nichts sonst ist alles für'n A***h was ich da gebastelt habe?
Ich wusste es schon immer, ich komme eines Tages in die Hölle!
 :-\
Aber du auch *hähähähä*  8)!
Denn deine Rottröcke schießen nämlich auch nur aus der ersten Reihe, während die dahinter Löcher in die Umwelt starren :D
https://sweetwater-forum.net/index.php/topic,13957.msg278890/topicseen.html#msg278890

Ne, Spaß beiseite und wirklich ernsthaft:
Bei einer Base von 4*4 cm mit maximal 4 Miniaturen, ist das schonmal schlecht darstellbar, wenn nicht alle im Schachbrettmuster stehen. Mehr Reihen lassen sich auf einer Base dieser Größe auch schlecht darstellen.
Bei Kugelhagel bewegen wir keine Massen von Minis, sondern maximal 5 Bases pro Infanterie-Einheit. Diese 5 Bases stellen auf abstrakte und eingedampfte Weise das gesamte Regiment / Bataillon dar. Da noch mit Schachbrettmustern zu arbeiten sieht am Ende ziemlich "unecht" und "gekünstelt" aus. Eben weil zu wenige Miniaturen eine Masse an "echten" Menschen darstellen müssen.

Wenn ich jetzt die gesamte Armee so umbasen würde, dass es korrekt dargestellt ist, komme ich zum Einen nicht mit mehr meinem Armeeaufbau hin und müsste zum Anderen auch noch mehr Bases nutzen, als vom Spielsystem vorgesehen und mit meinem Mitspieler vereinbart. (Ein Regiment / Bataillon = 3-6 Bases zu je vier Miniaturen. Verluste werden nicht entfernt, sondern als Ermüdungsmarker dargestellt) Denn die Größe einer Einheit ist für Bewegungen (auch für Flucht) extrem wichtig. Ich würde mir also selber ein Bein stellen, wenn ich der Optik wegen statt 5 lieber 10 oder 20 Bases nehmen würde, damit ich mehr Reihen darstellen kann.
 
Ich nehme den Hinweis ernst, denn das wusste ich so nicht. Aber umsetzen werde ich ihn aus den oben genannten Gründen nicht.

Irgendwie fehlen bei der Einheit, die gerade nicht schießt, alle (oder sehr viele) Bajonette. Hast du die absichtlich abgeschnitten?

Du meinst die aus dem ersten Bild? Das sind die "Lützower Jäger". Die haben spieltechnisch in Kugelhagel Gewehre und keine Bajonette dran. Außerdem sahen die vom Guß mit all dem Flash drumherum aus, als wären es heilige 40k-Energiewaffen  :(
Daher habe ich sie abgeschnitten.
Kann man mich für strafen, aber es ist eben eine "Einsteiger- & Sponti-Armee", aber keine, wo ich tiefer in die Recherche einsteige, als bis zur Farbe der Uniform ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 14. Februar 2019 - 16:08:21
Bei Franzosen hat's ein Gliederfeuer gegeben.
Z.B. die Variante:
1. und 2. Glied feuern so schnell sie können, 3. Glied lädt nur und reicht Muskete an 2. Glied, so dass das 2. Glied faktisch mehr als doppelt so schnell wie das 1. Glied schießen kann. Problem dabei, dass natürlich das zweite Glied v.a. bei dem Durcheinander auch leicht die Vordermänner verletzen kann.
Theoretisch gab es auch eine Art Feuern aller 3 Glieder stehend mit "Charge à volonté", wo alle gleichzeitig laden und schießen, je nach Fitness. Aber das ist schon sehr schwierig.

Ha! Glück gehabt :D
Wir haben uns mit den Postings überschnitten, aber ich lass das trotzdem mal so stehen :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 14. Februar 2019 - 16:53:03
Ach Mist!
Jetzt lässt mich das Thema doch nicht in Ruhe.
Wie so ein Ohrwurm, der einem immer dann durch die Murmel spukt, wenn man es absolut nicht gebrauchen kann. Sobald ich weiß, womit ich in Zukunft meine Bases basteln will, liegt es also im Bereich des Möglichen, dass ich meine Franzosen nochmal komplett neu aufbaue. Da ist dann die aktuelle Armeestruktur hinfällig, weil die Regimenter nach Kugelhagel-Regeln wieder neu gebased und aufgebaut werden müssen.

Das muss ich mir erstmal durch die Omme rollen lassen  ???
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Maréchal Davout am 14. Februar 2019 - 17:51:50
Ich hoffe, du hast meinen Kommentar nicht zu ernst genommen, D.J.! Ich rate auch generell zu Entspannung und dazu, die alten Basen auf jeden Fall zu lassen, wie sie sind.
Das was Pappenheimer erläutert hat zum Gliederfeuer der Franzosen hatte ich grob auch im Hinterkopf, ich wusste aber, dass er es auf jeden Fall genauer als ich weiß (mein Kommentar war dann frotzelnd-ironisch).
Ich finde es vollkommen legitim, auch nach seinem Gefühl für Optik zu basieren. Da muss man nicht alle Reglements auswendig kennen. Trotzdem finde ich dann solche Infos immer sehr spannend und oft setze ich sie dann ggf. auch bei den Minis um (oder eben auch nicht).

Wie die Briten Gliederfeuer machten, haben wir ja noch nicht geklärt hier. Vielleicht hat meine Base ja noch eine Chance :D Im Ernst: Wie war es bei den Briten mit gleichzeitigem oder getrennt-gliederweise feuern?

Lützower: die Modelle sind ja die Revell-Musketiere. Da musst du aber einen verdammt unscharf gegossenen Satz gehabt haben! Ich habe die ja auch, aber mit schlanken Bajonetten.

Salut!
M.D.

Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 14. Februar 2019 - 18:01:12
Ich hoffe, du hast meinen Kommentar nicht zu ernst genommen, D.J.! Ich rate auch generell zu Entspannung und dazu, die alten Basen auf jeden Fall zu lassen, wie sie sind.
Das was Pappenheimer erläutert hat zum Gliederfeuer der Franzosen hatte ich grob auch im Hinterkopf, ich wusste aber, dass er es auf jeden Fall genauer als ich weiß (mein Kommentar war dann frotzelnd-ironisch).

Oh, nein! Ich habe den Ton schon richtig verstanden ;D
Ich bin ja auch im ersten Teil der Antwort darauf eingestiegen und habe dann im zweiten Teil erläutert, warum wieso ...
Alles ganz locker ;)

Ich finde es vollkommen legitim, auch nach seinem Gefühl für Optik zu basieren. Da muss man nicht alle Reglements auswendig kennen. Trotzdem finde ich dann solche Infos immer sehr spannend und oft setze ich sie dann ggf. auch bei den Minis um (oder eben auch nicht).

Ich finde solche Infos spannend und für mein Kopfkino wichtig. Da bin ich eben Kindisch drin ;)
Aber gröbere Klopper, die hauen mich dann doch raus, und das war so einer, wo ich jetzt dran knabbere.

Wie die Briten Gliederfeuer machten, haben wir ja noch nicht geklärt hier. Vielleicht hat meine Base ja noch eine Chance :D Im Ernst: Wie war es bei den Briten mit gleichzeitigem oder getrennt-gliederweise feuern?

Gute Frage!?  :o

Lützower: die Modelle sind ja die Revell-Musketiere. Da musst du aber einen verdammt unscharf gegossenen Satz gehabt haben! Ich habe die ja auch, aber mit schlanken Bajonetten.

Ja, leider :(
Das ist der erste Revell-Satz, wo die Minis teilweise wirklich gruselig aussahen. Nicht alle, das ist ja das paradoxe! Nur ein großer Teil der Bajonette. Einen Teil konnte ich mit der Nagelschere bearbeiten, Die Lützower sind die, wo nix ging :/
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 15. Februar 2019 - 15:06:55
Auch hier muss ich den Fleiß den Loben und die Bemalung bewundern.

Allerdings bildete wurde bei den Preußen eine Brigade aus einem Regiment gebildet (weshalb in Preußen die Division Brigade genannt wurde). Eine preußische Brigade bestand dann aus einem Regiment Linieninfanterie, einem Regiment Reserveinfanterie, die 1815 allerdings in Linieninfanterie umgewandelt waren oder von Truppen wie den Lützowern ersetzt wurden und einem Regiment Landwehr. Dazu kamen ein oder zwei Eskadronen an Reitern und eine Batterie Artillerie.  Daher auch die Forderungen der Kugelhagelliste: Ein preußisches Linieninfanterieregiment bestand aus zwei Bataillonen Musketieren und einem Füsiliere. Die brauchen also alle die gleichen Abzeichenfarben. Ärmelaufschläge und Kragen zeigen die Provinz. Weiß war die Farbe für Pommern. Die Schulterklappe zeigt die Nummer innerhalb der Provinz. Weiß ist die Nummer 1. Und da kannst du dir einen ganz besonderen Gag gönnen. Die Fahne des Regiments war verrottet und sie zogen mit blanker Stange in die Schlacht von Waterloo.

Aus den Lützowern wäre es natürlich ein Augenschmaus, nur die Tiroler Jäger als Schützen aufzustellen, wenn passende Figuren zu finden sind und dann den Rest als zwei Linienbataillone. Auch Artillerie hatten sie. Da bekommst du ohne große Recherche eine historisch korrekte Truppe. Die in der Liste aufgeführten Lützower sind ein Vorschlag im hiesigen Fragenthread dazu wurde historisch korrektes aufstellen ausdrücklich erlaubt.

Sonst waren sie mit dem ersten Pommerschen bei Waterloo in einer Brigade (Division). Die ersten beiden Bataillone des aus den Resten gebildeten Regiments trugen auch noch die alte Uniform. Im zweiten Bataillon standen die Reste der Tiroler Jäger. Lediglich das Füsilierbataillon trug die reguläre preußische Uniform, da es neu gebildet war. Die Landwehr dabei war die Paderborner. Als Westfalen mit grünen Abzeichen.

Es ergibt sich so für die Lützower eine doppelte Verwendungsmöglichkeit. Und auch die Linieninfanterie und der Großteil der Landwehr hat sich 1813-1815 nicht verändert. Das Problem ist bei den Preußen die Reserveinfanterie, wo sich die Uniform öfter änderte. (Da gab es übrigens auch eine Einheit mit Britischer Rifles-Uniform. Und teils ganze Einheiten mit erbeuteten französischen Uniformteilen oder 1815 noch in Rheinbunduniform wie die Bergische Infanterie. Französische Mantelträger mit preußischen Köpfen?) (Die Paderborner Landwehr gab es da natürlich noch nicht. Und wie es 1813 um die Pommersche Fahne stand, kann ich nicht sagen.)

Für 1815 kannst du natürlich auch bei Mont St. Jean gucken. Zu den Reserveuniformen gibt es einen Thread hier im Forum und bei der Linieninfanterie (außer Nr. 12) und der Landwehr unterschieden sich nur die Abzeichen:

Ostpreußen: Ziegelrot
Westpreußen: Karmesin
Pommern: weiß
Brandenburg: ponceaurot
Schlesien: gelb

Die Schulterklappen:
Erstes: weiß
Zweites: rot
Drittes: gelb
Viertes: blau (nur in Ostpreußen gab es 4 Regimenter, in den anderen Provinzen weniger)

Bei der Landwehr bezeichnete die Farbe der Schulterklappe die Nummer des Bataillons innerhalb des Regiments.

Bei der Einheitenzusammenstellung waren die Preußen damals aber recht flexibel. Die stellten mitunter einfach zusammen, was sie gerade brauchten. Da gibt es für generische Preußen, die bloß als Bereitstellung einer Gegnerarmee dienen, wenig zu meckern, solange du nicht bei Waterloo Grenadiere oder Kürassiere ausführen willst...
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Maréchal Davout am 15. Februar 2019 - 16:06:39
Riothamus ist wieder da! Aber was ist mit deinen Worten und der Grammatik passiert - da doppelt sich seltsam einiges...
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 15. Februar 2019 - 16:32:52
Ich hatte schon befürchtet, du wärst uns verloren gegangen!
Schön, dass du wieder da bist :)

Auch hier muss ich den Fleiß den Loben und die Bemalung bewundern.

Danke dir :)

Allerdings bildete wurde bei den Preußen eine Brigade aus einem Regiment gebildet (weshalb in Preußen die Division Brigade genannt wurde). Eine preußische Brigade bestand dann aus einem Regiment Linieninfanterie, einem Regiment Reserveinfanterie, die 1815 allerdings in Linieninfanterie umgewandelt waren oder von Truppen wie den Lützowern ersetzt wurden und einem Regiment Landwehr. Dazu kamen ein oder zwei Eskadronen an Reitern und eine Batterie Artillerie.  Daher auch die Forderungen der Kugelhagelliste: Ein preußisches Linieninfanterieregiment bestand aus zwei Bataillonen Musketieren und einem Füsiliere. Die brauchen also alle die gleichen Abzeichenfarben.

Oh! Das ist total an mir vorbeigegangen, als ich nach Aufbauten recherchierte! Ich war erst einmal auf der französischen Seite, wo ich Uniformen der Briten nachschauen kann. Da ist, wenn ich nicht irre, dieser Aufbau auch näher erläutert.
http://centjours.mont-saint-jean.com/unitesUK.php

Danke dir für den Hinweis :)
 
Ärmelaufschläge und Kragen zeigen die Provinz. Weiß war die Farbe für Pommern. Die Schulterklappe zeigt die Nummer innerhalb der Provinz. Weiß ist die Nummer 1. Und da kannst du dir einen ganz besonderen Gag gönnen. Die Fahne des Regiments war verrottet und sie zogen mit blanker Stange in die Schlacht von Waterloo.

Hahahahaha ;D Jau, das mache ich, das ist klasse ;D
Das erste Pommersche, weiße Kragen, Schulterklappe und Aufschläge, blanke Stange. Die Standartenstange ... weißt du, ob die auch angelaufen oder sogar rostig war? Oder war die aus poliertem Holz? Wenn, dann möchte ich das schon richtig machen.

Aus den Lützowern wäre es natürlich ein Augenschmaus, nur die Tiroler Jäger als Schützen aufzustellen, wenn passende Figuren zu finden sind und dann den Rest als zwei Linienbataillone. Auch Artillerie hatten sie. Da bekommst du ohne große Recherche eine historisch korrekte Truppe. Die in der Liste aufgeführten Lützower sind ein Vorschlag im hiesigen Fragenthread dazu wurde historisch korrektes aufstellen ausdrücklich erlaubt.

Tiroler Jäger ... da muss ich mal schauen, ich meine aber, ich hätte mal irgendwo etwas derartiges gesehen?

Die Landwehr dabei war die Paderborner. Als Westfalen mit grünen Abzeichen.

Die wollte ich in der Tat aufstellen.
Da habe ich auch eine schöne Seite zu gefunden, als ich im NEtz suchte (ich komme im Moment nicht in die Bibliothek :( )
http://www.5-preussische-brigade.de/wb/pages/westfaelische-landwehr.php

Es ergibt sich so für die Lützower eine doppelte Verwendungsmöglichkeit. Und auch die Linieninfanterie und der Großteil der Landwehr hat sich 1813-1815 nicht verändert. Das Problem ist bei den Preußen die Reserveinfanterie, wo sich die Uniform öfter änderte. (Da gab es übrigens auch eine Einheit mit Britischer Rifles-Uniform.


 :o

Und teils ganze Einheiten mit erbeuteten französischen Uniformteilen oder 1815 noch in Rheinbunduniform wie die Bergische Infanterie. Französische Mantelträger mit preußischen Köpfen?

 :o :o
DAS muss ich mir mal durch den Kopf rollen lassen. (Sorry für's Wortspiel)
Denn ich habe bei den Preußen ja diese blöden  "Gewichtheber mit Flottem Hugo", die so merkwürdig den Hintern rausstrecken und die Muskete quer vor den Unterleib halten  :-\  Vollkommen nutzlos, diese Minis. Da hätte ich jede Menge leicht zu entfernende Köpfe, da die frei liegen. Dann habe ich noch eine Handvoll französische Garde im Mantel von Revell. Ich glaube Marschierer.
Das probiere ich alsbald mal aus, denn das macht die Preußen der Zweitarmee direkt mal interessanter :D

Für 1815 kannst du natürlich auch bei Mont St. Jean gucken. Zu den Reserveuniformen gibt es einen Thread hier im Forum und bei der Linieninfanterie (außer Nr. 12) und der Landwehr unterschieden sich nur die Abzeichen:

Ostpreußen: Ziegelrot
Westpreußen: Karmesin
Pommern: weiß
Brandenburg: ponceaurot
Schlesien: gelb

Die Schulterklappen:
Erstes: weiß
Zweites: rot
Drittes: gelb
Viertes: blau (nur in Ostpreußen gab es 4 Regimenter, in den anderen Provinzen weniger)

Bei der Landwehr bezeichnete die Farbe der Schulterklappe die Nummer des Bataillons innerhalb des Regiments.

Booah, und ich suche mir im Netz einen Wolf nach der Organisation der Preußen  :-[ Ich weiß schon, warum ich für viele Recherchen lieber in die Bibi gehe.
Oder warum ich viele Fragen erstmal hier stelle ;D
Danke dir  :D

Bei der Einheitenzusammenstellung waren die Preußen damals aber recht flexibel. Die stellten mitunter einfach zusammen, was sie gerade brauchten. Da gibt es für generische Preußen, die bloß als Bereitstellung einer Gegnerarmee dienen, wenig zu meckern, solange du nicht bei Waterloo Grenadiere oder Kürassiere ausführen willst...

Oh nein! Wenn ich mich auf eine Schlacht oder einen fixen Zeitraum festlegen würde, wäre das ein eigener Aufbau mit allem was dazu gehört wert. Für den SYW bin ich ja noch dran und für die Franzosen hatte ich ja schon vor dem ersten Kauf mein altes Schulwissen plus zwei Besuche in der Bibliothek genutzt, bevor ich mich da für den Peninsular War entschieden hatte.
Das würde mich jetzt zu weit führen, daher bleiben die generisch.
Was aber nicht bedeutet, dass ich nicht zu einem späteren Zeitpunkt die Preußen entsprechend aufpeppe ;)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Maréchal Davout am 15. Februar 2019 - 18:45:52
Hi,

Wegen der centjours.mont-saint-jean.com-Seite, wozu du sagtes, D.J.:
"Oh! Das ist total an mir vorbeigegangen, als ich nach Aufbauten recherchierte! Ich war erst einmal auf der französischen Seite, wo ich Uniformen der Briten nachschauen kann. Da ist, wenn ich nicht irre, dieser Aufbau auch näher erläutert.
http://centjours.mont-saint-jean.com/unitesUK.php"

Auf der Seite hast du alle Parteien, die bei Waterloo dabei waren mit ihrem Armeeaufbau von 1815. Also Preußen, Franzosen, Briten und Verbündete mit der Struktur und der Uniform aller Einheiten. An sich auch korrekt (nur winzige Details, wie dass die Scheide der preußischen Säbel meist wohl eher braun war und nicht schwarz ist falsch dargestellt).

Die Fahnenstange ist aus Holz.

Viele Grüße
Felix
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 15. Februar 2019 - 18:47:20
Hi,

Wegen der centjours.mont-saint-jean.com-Seite:
"Oh! Das ist total an mir vorbeigegangen, als ich nach Aufbauten recherchierte! Ich war erst einmal auf der französischen Seite, wo ich Uniformen der Briten nachschauen kann. Da ist, wenn ich nicht irre, dieser Aufbau auch näher erläutert.
http://centjours.mont-saint-jean.com/unitesUK.php"

Auf der Seite hast du alle Parteien, die bei Waterloo dabei waren mit ihrem Armeeaufbau von 1815. Also Preußen, Franzosen, Briten und Verbündete mit der Struktur und der Uniform aller Einheiten. An sich auch korrekt (nur winzige Details, dass die Scheide der preußischen Säbel meist wohl eher braun war und nicht schwarz ist falsch dargestellt).

Die Fahnenstange ist aus Holz.

Viele Grüße
Felix


Perfekt, danke dir :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 16. Februar 2019 - 08:26:24
Puh, da ist einiges zu erklären. Erst mal das Wichtigste:

Ja, auf der Seite kannst du gut recherchieren. Und auch die Seite zur Landwehr ist bis auf Kleinigkeiten gut. (Da fehlen bei den Angaben zur 5. Brigade die 11. Husaren.)

Da du die Lützower hast, kannst du ja einfach die 5.Brigade zum Vorbild nehmen. Die Pommern, die ehemaligen Lützower, die westfälische Landwehr, Artillerie und eine Abteilung der Schützen der Russisch-Deutschen Legion, noch in der alten Uniform, falls du es bunt magst. Als Kavallerie waren 2 Ekadronen der 11. Husaren dabei, die später noch durch die Anordnung ihrer Verlegung nach Krefeld durch Wilhelm II. als Tanzhusaren für ein Politikum gut sein sollten. (Bei den Preußen ritten immer 2 Eskadronen gemeinsam eine Attacke. Für Kugelhagel also eine Einheit.) Die auf der Reenactmentseite angegebenen Jägerabteilungen waren -bis auf die Russisch-Deutschen natürlich- Freiwillige Jäger und kämpften in den Reihen der Linieninfanterie.

(Die Lützower Reiter dienten 1815 in anderen Brigaden.)

Bei den Pommern, den Lützowern, der Landwehr und den Husaren kannst bei den Uniformtafeln der Mont St Jean -Seite gucken. Maréchal Davout hat die braunen Lederscheiden ja schon erwähnt. Dazu musst du wissen, dass das Lederzeug der damaligen Armeen meist aus Juchtenleder war, welches nur in Russland produziert wurde und daher ein knappes Gut war. Die Preußen mussten sparen. Daher nahmen sie für die Säbel und Degenscheiden normales Leder. Juchtenleder gab es in weiß, schwarz und rötlich-braun. Schon schwarz war günstiger, weshalb die Füsilier der Preußen schwarzes Lederzeug bekamen. Auch das umodische rötlich-braune wussten die Preußen zu verwenden: Die Regendeckel der Gewehre, die gewöhnlich um die Mantelrolle gerollt getragen wurden, waren daraus. (Wird auf der Landwehr-Seite samt Rekonstruktion erklärt. Das sieht auf den Knötel-Tafeln meist eher wie schwarz aus, dabei ist aber braun gemeint.)

Kommen wir zu einem weiteren Fehler der Mont-St.-Jean-Seite: Schwieriger ist die Uniformfrage bei den Jägern der Russisch-Deutschen Legion, die auf der genannten Seite einfach fehlen. Danach, ob sie schon preußische Uniformen hatten musste ich lange suchen. Denn die Infanterie der Legion hatte sie teils gut bezeugt schon. Doch wurden die Jäger erst nach der Schlacht in die preußische Organisation eingeführt. Dazu muss ich erklären, dass die 'neuen' Einheiten im Laufe von 1814 und 1815 sukzessive in die preußische Organisation eingebaut wurden und die ganze Armee im Frühjahr 1815 -wie alle 2 Jahre geplant- neue Uniformen erhalten sollte. Doch wurde das alles abgebrochen, als Napoleon in Frankreich landete. Ein Regiment soll ohne Kragen losmarschiert sein, weil die noch geändert werden mussten. Dadurch gab es 1815 einen Uniformen-Mix bis hin in die einzelnen Bataillone. Während sie das bei der Kavallerie besser recherchiert haben, gibt es auf der Mont-St.-Jean-Seite hier bei der Infanterie mitunter Fehler. Die Russisch-Deutschen Jäger hatten jedenfalls noch die alten Uniformen, weil sie noch nicht im System waren. Hier ist sie zu sehen: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/17/Knoe11_7.jpg Wenn du keine russischen Figuren findest, kannst du auch preußische Jäger nehmen, ohne dass es allzusehr auffällt, da die preußischen Uniformen 1808 bei den Russen abgekupfert wurden. Nur trugen die Russen die Tschakos in der Regel nicht schmucklos unter Lederüberzug und hatten schon länger die breiteren Tschakos.)

Die Tiroler Jäger: Büchse und 2 Pistolen, graue Uniformen und Tiroler oder -wie es zeitgenössisch hieß- Korsische Hüte. Hier zu sehen: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1d/Kn%C3%B6tel_II%2C_8.jpg Und es gibt tatsächlich Beschreibungen von Zeitzeugen, dass sie beim Angriff ihre Büchsen abfeuerten und dann beim Vorgehen beide Pistolen. So ähnlich Minis --bis auf die Pistolen und evt. die Federn auf der falschen Seite- sollte es für Österreicher geben. Und Köpfe mit Korsischen Hüten passen auch auf Lützower Körper, denn wie auf der Tafel ganz links zu sehen, trug die 'normale' Jägerabteilung der Lützower welche - mit Feder auf der anderen Seite. Auch bei der unterschiedlichen Darstellung der Federseite auf Abbildungen war länger zu suchen. (Ebenso trugen sie Baskenmützen, die damals als altdeutsch galten und auch Tschakos. Wenn du es also trotz schwarzer Uniform 'bunt' magst, ...) Wenn du möchtest, kannst du da also einiges zeigen.

Damit du etwas klarer siehst:
Nach der Katastrophe 1806-1814 wurden, leicht vereinfacht gesagt, 12 Linieninfanterieregimenter und 12 Reserveinfanterieregimenter aufgebaut. Die ersten 11 Linienregimenter bekamen die reguläre Uniform, der Rest war sehr bunt. Britische und Portugiesische Uniformen, teils durch einfache Maßnahmen und die reguläre Reserve-Uniform, dazu Beutestücke. Was eben zu bekommen war. Bei der Reserve trugen die Offiziere die Uniform des Linieninfanterieregiment, dem sie entstammten. 1815 wurden die Reserveregimenter in Linieninfanterieregimenter (Nr. 13 bis 24) umgewandelt und sollten die reguläre Uniform bekommen, die dann auch die Offiziere tragen sollten. Wie schon gesagt, wurde die Neueinkleidung mitten drin durch den Feldzug unterbrochen. Wer nicht gerne immer dieselben Uniformen bemalt, ist also bei den Preußen richtig.

Dazu kamen dann noch Organisationen wie Freikorps (eigene Truppenverbände ganz für sich, wie die Lützower; frei meint hier ursprünglich unabhängig von der restl. Armeeorganisation), Freieinheiten (Regimenter, Bataillone, aber auch einzelne Kompanien), Fremdenbataillone, von den Provinziallandtagen aufgestellte 'National'-Regimenter und was man sich sonst noch ausgedacht hatte, um auf eine ausreichende Zahl an Soldaten zu kommen. Diese trugen verschiedenste Uniformen und sollten 1814/15 ebenfalls großteils eingegliedert und neu uniformiert werden.

Dazu kamen vom Rheinbund übernommene Einheiten, insbesondere die Bergischen Regimenter, die ihre Uniformen nur wenig veränderten, um preußischer zu wirken und ebenfalls bei Waterloo noch nicht neu eingekleidet waren. Sie waren deshalb in friendly fire geraten und trugen dann ihre französische Mäntel. Tschakos waren wohl schon preußisch.

Schließlich hatte Preußen auch die Deutsch-Russische Legion von Rußland übernommen.

Die Freieinheiten und die Übernommenen bildeten 1815 das 25. bis 31. Linieninfanterieregiment:
25: Lützower, (1. und 2. Bataillon in den Lützower Uniformen, nur der Ersatz war in preußische Uniformen gekleidet, das 3. (Füsilier-) Bataillon war neu gebildet und trug preußische Uniformen.
26: aus dem Elbnationalinfanterieregiment (von der Elbprovinz aufgestellt) und dem Bataillon von Reuß gebildet, bei Waterloo reguläre Uniform, aber: Kragen rot, Schultern blau, Ärmel blau und rot vorgestoßen, Offiziere: regulär
27: aus den Ersatzbataillonen des Elbinfanterieregiments, dem Fremdenbataillon von Reich, dem Freibataillon von Hellwig und dem 1. Schlesischen Ersatzbataillon (vom IR 10) gebildet, mit sehr unterschiedlicher Uniformierung
28 und 29: Bergische Infanterie, (wie gesagt, die alte, leicht veränderten Uniform oder Mantel)
30 und 31: Infanterie der Russisch-Deutschen Legion (im Gegensatz zu den Jägern schon in preußischer Uniform)

Ich muss unbedingt mal meine Übersicht zur preußischen Armee präsentabel gestalten und irgendwie online stellen.

Was die Fahnen angeht, ist es bei den Preußen traurig: Nur die 12 Linieninfanterieregimenter hatten 1815 Fahnen, weil die illegalen 1814 eingesammelt worden waren. Und auch die Husaren hatten ihre Standarten in den Kasernen gelassen. Das war dann auch einer der Gründe, warum die preußische Linie an ihren zerfetzten Fahnen und blanken Fahnenstangen festhielt. Erst im Spätsommer/Herbst 1815 verlieh der König den Regimentern wieder Fahnen.

Die Fahnen sahen schon anders aus als in altpreußischer Zeit und auch anders als später.  Du kannst sie aber einfach von der Mont-St.-Jean-Seite herunterladen.

Mit der doppelten Verwendung, zu der du den ratlosen Smiley setztest, bezog ich mich darauf, dass einige Einheiten schon während des Waffenstillstands 1813 ihre Uniformen selbständig änderten, um sie preußischer zu machen und dann 1814/1815 endlich überall die reguläre Uniform eingeführt werden sollte. Die Linieninfanterie und die Landwehr, soweit sie reguläre Uniform trug, sind demgegenüber 1813-1815 zu verwenden. Ebenso die Lützower. Bei Nappo wird ja auf diese Änderungen geachtet. (1812 in Rußland war vorn am Tschako eine schwarz-weiße Kokarde in Rosettenform angebracht. Dank doppelseitigem Klebeband, gingen da also auch dieselben Figuren, so die Einheiten dort tätig waren. 1812 waren die preußischen Brigaden aber noch ganz anders organisiert.) Dadurch kannst du dieselben Preußenminis für die ganze Zeit nehmen, es sei denn du willst 1806/07 oder davor spielen. Es gab 1814 zwar eine offizielle Änderung. Die Tschakos wurden oben breiter, so wie die russischen, und der Kragen wurde vorn geschlossen. Dazu sollte nach und nach Schuppenketten statt lederner Sturmriemen eingeführt, damit die Kopfbedeckung auf dem Kopf sitzen blieb. 1815 war letzteres kaum eingeführt, die Kragen meist noch unverändert - bei 1/72 mag da auch die Bemalung helfen, aber ich würde mich an den modellierten Kragen halten. Und auch bei den Tschakos ist die Frage, wann die Bestimmung ausgeführt wurde. Jedenfalls waren die Änderungen derart, dass sie bei den Minis normalerweise ignoriert werden, da sie entweder kaum zu sehen sind, die Durchführung nicht gegeben war oder die Hersteller beim Tschako ein Mittelding gestalten.

Ach ja, das 3. Bataillon des 9. Reserveregiments (später 21. IR, 4. Pommersches) trug die britische Rifles-Uniform.  Ob noch 1815 muss ich nachsehen. Auch andere Britische Uniformen gab es, ...
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 16. Februar 2019 - 13:30:15
Damit du etwas klarer siehst:
Nach der Katastrophe 1806-1814 wurden, leicht vereinfacht gesagt, 12 Linieninfanterieregimenter und 12 Reserveinfanterieregimenter aufgebaut. Die ersten 11 Linienregimenter bekamen die reguläre Uniform, der Rest war sehr bunt. Britische und Portugiesische Uniformen, teils durch einfache Maßnahmen und die reguläre Reserve-Uniform, dazu Beutestücke. Was eben zu bekommen war. Bei der Reserve trugen die Offiziere die Uniform des Linieninfanterieregiment, dem sie entstammten. 1815 wurden die Reserveregimenter in Linieninfanterieregimenter (Nr. 13 bis 24) umgewandelt und sollten die reguläre Uniform bekommen, die dann auch die Offiziere tragen sollten. Wie schon gesagt, wurde die Neueinkleidung mitten drin durch den Feldzug unterbrochen. Wer nicht gerne immer dieselben Uniformen bemalt, ist also bei den Preußen richtig.

Ah, jetzt lichtet sich für mich der Vorhang der Reorganisation der Preußen! Ich bin im Moment auf das Internet für die Recherche angewiesen, da ich nciht in die Bibliothek komme. Und da sind die Infos nicht so dolle verteilt.
Super, dein Text hilft mir schon enorm weiter! :)

Ich muss unbedingt mal meine Übersicht zur preußischen Armee präsentabel gestalten und irgendwie online stellen.

Das wäre wirklich mal hilfreich.

Mit der doppelten Verwendung, zu der du den ratlosen Smiley setztest, bezog ich mich darauf, dass einige Einheiten schon während des Waffenstillstands 1813 ihre Uniformen selbständig änderten, um sie preußischer zu machen und dann 1814/1815 endlich überall die reguläre Uniform eingeführt werden sollte. Die Linieninfanterie und die Landwehr, soweit sie reguläre Uniform trug, sind demgegenüber 1813-1815 zu verwenden. Ebenso die Lützower. Bei Nappo wird ja auf diese Änderungen geachtet. (1812 in Rußland war vorn am Tschako eine schwarz-weiße Kokarde in Rosettenform angebracht. Dank doppelseitigem Klebeband, gingen da also auch dieselben Figuren, so die Einheiten dort tätig waren. 1812 waren die preußischen Brigaden aber noch ganz anders organisiert.) Dadurch kannst du dieselben Preußenminis für die ganze Zeit nehmen, es sei denn du willst 1806/07 oder davor spielen. Es gab 1814 zwar eine offizielle Änderung. Die Tschakos wurden oben breiter, so wie die russischen, und der Kragen wurde vorn geschlossen. Dazu sollte nach und nach Schuppenketten statt lederner Sturmriemen eingeführt, damit die Kopfbedeckung auf dem Kopf sitzen blieb. 1815 war letzteres kaum eingeführt, die Kragen meist noch unverändert - bei 1/72 mag da auch die Bemalung helfen, aber ich würde mich an den modellierten Kragen halten. Und auch bei den Tschakos ist die Frage, wann die Bestimmung ausgeführt wurde. Jedenfalls waren die Änderungen derart, dass sie bei den Minis normalerweise ignoriert werden, da sie entweder kaum zu sehen sind, die Durchführung nicht gegeben war oder die Hersteller beim Tschako ein Mittelding gestalten.

Aah, okay. Jetzt ist der Vorhang gefallen.
Okay, damit kann ich arbeiten, um zumindest rudimentär den Anteil der Preußen vernüftig darzustellen. Das ist klasse :)

Ach ja, das 3. Bataillon des 9. Reserveregiments (später 21. IR, 4. Pommersches) trug die britische Rifles-Uniform.  Ob noch 1815 muss ich nachsehen. Auch andere Britische Uniformen gab es, ...

hehehe ... das wäre ja gar nicht mal so übel, ein paar Briten zu Preußen zu machen :D
Muss ich mal schauen, ob ich das mache.

Ich habe übrigens ein paar Preußen mal probehalber "sortiert" auf ein paar teystbases aus Kork gestellt. Foto ist von hinten, die sind noch nicht geklebt und spielen gerne "Domino-Day", wenn ich die bewege, daher nur dieses Bild.

(http://666kb.com/i/e1bef8jdqheograww.jpg)

Ist das so realistischer, also die ganze Einheit in einer Pose?
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Riothamus am 16. Februar 2019 - 18:01:24
Die Preußen standen 3 Reihen tief. Da teils nur die ersten beiden Reihen schossen kannst du auch die hinteren beiden Reihen darstellen und die dritte Reihe nachladen lassen. (Die in der dritten Reihe wurden als Tirailleure benutzt, statt wie ursprünglich vorgesehen dies den Füsilieren zu überlassen. Lies dir mal die Kriegsspielregeln von Reiswitz durch. Da wird durch die Regeln beschrieben, wie sich ein Bataillon nach und nach in Schützenreihe auflösen und wieder zusammensetzen konnte.

Im Heerwesen der Neuzeit -alle Bände im Schuber sollten keine 50 € kosten- gibt es eine Zeichnung einer angreifenden preußischen Brigade. Für die Uniform sind neben der Mont-St.-Jean-Seite der Beipackzettel aus der Perrybox, auf dem auch das Gepäck abgebildet ist, und Knötel, Sieg, Farbiges Handbuch der Uniformkunde zu empfehlen, das für nur 3 bis 5 Euronen je Band zu finden sein sollte. Erster Band Deutschland, zweiter Band der Rest der Welt. Es gibt Sachen, die besser und teurer und spezifischer sind, aber damit bist du schon so weit ausgerüstet, dass du Hintergrund hast und Figuren bemalen kannst und weißt, wozu du Fragen musst. (Vor den preußischen Reserveregimentern drückt sich der Knötel/Sieg allerdings.)

Eine andere Möglichkeit wäre es, sie Pelotonweise feuern zu lassen und jede Base in unterschiedlichem Vorgang darzustellen. Da es meist in Plackerfeuer endete, ist das natürlich auch eine Option. Und Plackerfeuer, damals 'Bataillenfeuer' genannt, konnte sogar befohlen werden. Dann sollten die Rottenkameraden ein Gespann bilden. Wenn der eine geladen hatte, sollte der andere schießen. Zu Beginn sieht das dann nach gliederweisem Schießen aus.

Du kannst ja einfach das damals gültige Exerzir (sic!) -Reglement für die Infanterie der Königlich Preußischen Armee, Berlin 1812, das Scharnhorst verfasste, zu Rate ziehen, was vorgeschrieben war, wenn du unsicher bist. Das befohlene Plackerfeuer ist auf S. 41 f nachzulesen:

http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10728941-2
https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10728941.html




Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Maréchal Davout am 16. Februar 2019 - 22:35:57
Oh, schon wieder neue Preußen - schön! Ich weiß ja, dass du extra dickere Bases wolltest, um besser daran anfassen zu können, aber mir sieht das zu dick aus. 1,8mm Plasticcard wäre wohl meine Empfehlung für dich, aber jeder wie er mag! :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 17. Februar 2019 - 08:00:50
@Riothamus
Die Idee mit den drei Reihen wollte ich gestern probehalber umsetzen, aber das ist etwas zu dicht, auf 4*4cm. Mir gefällt sowohl die Idee der einseitigen Posen, als auch des Pelotonfeuerns. Daher werde ich mich für eine der beiden Alternativen entscheiden, sobald ich mich auf ein neues Base-Material festgelgt habe.

@Maréchal Davout
Die Minis habe ich nur von ihren alten Papp-Bases entfernt ;) Ich bin noch nciht dazu gekommen, an meinen Preußen weiterzumachen  :-\
Ja, die dicken Kork-Bases sind extrem dick. Daher war das nur ein Probestellen ohne Kleben.
Jetzt schau ich mir mal die Plastikcard an.
Notfalls würde ich auch eine ganz andere Lösung nutzen:
Meine bisher genutzte Aquarellpappe (300g/m²) hatte ich ja doppelt gefaltet. Davon lieber zwei Bases übereinander und rundherum mit billiger Acrlfarbe aus dem Supermarkt (1,99€ pro 250gr.-Tube)  abgedichtet. Das düfte Gewicht hergeben, etwas besser zu greifen und vor allem wasserdicht sein :)
Von der Pappe habe ich Massen hier, das wird dann also der nächste Versuch, da ich noch nicht in die Stadt komme um Plastikcard zu testen
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: Pappenheimer am 20. Februar 2019 - 13:26:23
Alle ladend geht natürlich prinzipiell auch. Ob es Dir optisch gefällt, ist letztlich Deine Entscheidung.

Ich habe schon öfter ladende Einheiten gemacht, wo dann die ladenden in verschiedenen Stadien des Ladens dabei waren (Pulver auf die Pfanne, Patrone aufbeißen, stopfen). Bei diesen Preußen kannst Du theoretisch mit anderen Sets mischen. Aber auch das ist Geschmackssache.

Hauptsache Spaß dabei.  :)
Titel: Re: Aufbau einer französischen Armee - 1:72 - Peninsular War
Beitrag von: D.J. am 20. Februar 2019 - 15:28:15
Spaß ist definitv am wichtigsten :)
Im Moment muss ich leider alles ruhen lassen, weil ich zu viel um die Ohren habe. Aber sobald es weitergeht, werde ich vermutlich wirklich alle in einer Pose auftreten lassen. Das passt auch besser zur preußischen Disziplin. :)
Titel: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 20. April 2019 - 11:15:24
Nachdem ich meine Franzosen ja soweit fertig habe, wäre für mich auch mangels Mitspielern im Maßstab 1:72 das Projekt im Grunde beendet. (Dafür werde ich bei Napo in den Maßstab 28mm einsteigen, da habe ich Mitspieler gefunden ;) )
Dann hatte ich aber schon vorher die Preußen begonnen, meine Idee für "Solohagel" mit dem SYW ausprobiert ... daher führe ich das Projekt hier in etwas erweiterter Form fort.

Allerdings geht es ab jetzt eher in Richtung "Solohagel" (also Solo-Spiele nach den entsprecheden Regeln aus dem Kampagnenband Kugelhagel - Generals) , mit kleineren Einheiten zu je drei Bases.
Bevor ich die bereits fertigen Preußen und Lützower Jäger neu base, machen den Anfang mit neu bemalten Figuren die British Rifles von Italeri.

Die 95th Rifles von Italeri waren dabei nach längerer Pause die ersten 1:72er, die ich bemalte, da sie überwiegend grün uniformiert sind mit nur relativ wenigen Details. Da reichte im Grunde eine grüne Grundierung, highlighten, Details, washen.

(http://666kb.com/i/e334llx6oeshy93i8.jpg)

Als zweites kamen die 60th Rifles. Die sind etwas "bunter". Hiervon werde ich zwei Einheiten a 3 Bases einsetzen. Diese Einheit hier hat die Baker Rifle. wird aber als leichte Linieninfanterie bei mir eingesetzt

(http://666kb.com/i/e334nlgz4mlozdrls.jpg)

Die dritte Einheit wird auch wieder 60th Rifles werden, dann aber als Linie im Antritt für den Nahkampf mit aufgepflanztem Schwertbajonett.
Als Spielplatz werde ich doch wieder auf 90*90cm gehen, diesen kan ich nun auch fix stehen lassen und somit eine Partie Solohagel (DBA oder auch andere passende Systeme) auch mal ein paar Tage laufen lassen.

Hier mal ein Bild von meinem Spielplatz, mit ein paar Einheiten für das erste Spiel.
Die sind teilweise frisch neu gebased, da kommt also noch etwas english green drauf ;)

(http://666kb.com/i/e334vds2akv9cf3ls.jpg)
Titel: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 20. April 2019 - 13:19:21
Und hier die soeben fertig bemalten 60th Rifles im Angriff mit aufgepflanztem Schwertbajonett.
Die 60th trugen blaue Hosen mit rotemn Seitenstreifen und teilweise graue Gamaschen, die aber nur die halbe Wade bis maximal 3/4 bedeckten.
Ich habe die aktuelen mit diese "Aerobic-Stulpe" bemalt, um si außer dem aufgepflanztem Bajonett auch mit diesem Detail etwas von ihren Brüdern mit der Baker Rifle im Schuss zu unterscheiden.

Auch muss ich mich noch um die Bases kümmern.
Ich möchte gerne bei allen Einheiten, egal ob Frankreich oder Feinde, die Bases gleichmäßig anpassen.

(http://666kb.com/i/e337yl9kqm5ye0uf4.jpg)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: Maréchal Davout am 20. April 2019 - 18:11:31
Insgesamt machen das 60. und das 95. auf mich einen guten Eindruck! Das 60. ist insgesamt spannender von der Uniform, gefällt mir.
Grundsätzlich sind diese Italeri-Figuren dankbar zu bemalen, die Washes haften gut auf den prominenten Details, das Plastik ist eher hart, die Konturen sind scharf.
Leider passen sie nicht gut von der Größe zu den Revell-Rifles auf die ich gesetzt habe. So sind meine Italeris hier noch unbemalt.
Einige Posen gefallen mir auch gar nicht, wie der hockend-schießende mit Tschako, der so weit vorn am Gewehr anfasst, oder den nach vorn gebeugt Rennenden, der auch in der letzten Einheit des 60. zu sehen ist. Den hast du aber gut in der Mischung eingebunden wie auch die anderen Kameraden! :)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 21. April 2019 - 08:46:33
Insgesamt machen das 60. und das 95. auf mich einen guten Eindruck! Das 60. ist insgesamt spannender von der Uniform, gefällt mir.

Danke dir :)
Ja, mit dem Eindruck geht es mir auch so, dass mir das 60. (weil mit mit mehr Details ausgestattet) besser gefällt. Das 95. kann das einfach nicht bieten, da nur grüne Uniformjacke, grüne Hose, schwarze Bandeliere ... daher habe ich die nach den KH-Regeln auch nur zu einem kleinen Bataillon Scharfschützen gemacht und die Modelle mit der Lagermütze genommen.

Grundsätzlich sind diese Italeri-Figuren dankbar zu bemalen, die Washes haften gut auf den prominenten Details, das Plastik ist eher hart, die Konturen sind scharf.
Leider passen sie nicht gut von der Größe zu den Revell-Rifles auf die ich gesetzt habe. So sind meine Italeris hier noch unbemalt.

Das habe ich auch mal irgendwo aufgeschnappt, dass die zusammengestellt eher gewöhnungsbedürftig wirken würden. Daher, und weil die Italeri-Minis mir bisher als die dankbarsten erscheinen, habe ich mich letztendlich für die entschieden. Die Italeri sind zu dem leichter zu bekommen, als die Revells.

Einige Posen gefallen mir auch gar nicht, wie der hockend-schießende mit Tschako, der so weit vorn am Gewehr anfasst, oder den nach vorn gebeugt Rennenden, der auch in der letzten Einheit des 60. zu sehen ist. Den hast du aber gut in der Mischung eingebunden wie auch die anderen Kameraden! :)

Mir gefallen die auch absolut nicht ;)
Mein Gedanke war der:
Die sind für Solohagel, die sieht dann eh kaum jemand so genau. Und wenn du mal billig an eine weitere Box Rifles kommst, notfalls auch Revell, kannst du immer noch austauschen ;) Hauptsache erstmal Truppen auf dem Feld, die du den Franzosen entgegenstellen kannst.


Manchmal muss man eben Kompromisse mit sich selbst eingehen ;D
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 21. April 2019 - 11:22:16
So, alle Vorbereitungen für den heutigen Besuch sind erledigt ... Zeit hier nochmal reinzuschauen ;)

Bezüglich der Bases bleibe ich aus Gründen der Einfachheit und des bereits vorhandenen Materials bei 300g / m² Aquarellpappe. Die ist einfach zu bearbeiten, ich habe weniger Probleme mit der Lagerung der Minis, da diese auch mit erhobenen Waffen oder Fahnen nicht zu hoch werden und sich gut in entsprechenden Kartons verstauen lassen.

Die Preußen, die ich schon bemalt hatte, werde ich auch zu viert auf einem Base belassen und dort keine Experimente mit Pelotonfeuer oder tieferen Reihen machen. Der Aufwand ist mir da im Endeffekt etwas zu hoch, da mit ihnen keine "offiziellen Spiele" stattfinden werden.
Es kann zwar sein, dass ich da beizeiten etwas ändere. Aber dann müssten auch die Franzosen wieder komplett zu sechst auf ein Base kommen, was aber bei den Zvezda Voltigeuren und den Revell Gardisten etwas schwer wird, weil die einfach zu groß für solche Massen auf einem Base sind.
Mal schauen, wie es da in den nächsten Monaten weitergeht.

Die Bases werde ich nach langem Überlegen weiterhin nur mit einfachem Vogelsand bearbeiten. den kann ich inken oder mit stark verdünnten Farben einfärben. Dazu ein paar Büsche drauf, wo es passt ... reicht sogar für Spiele zum Vorstellen des Systems und historischem TT allgemein, sollte sich das ergeben.

Als nächstes sind dann hier die British Life Guards dran, von denen ich noch eine ungenutzte Revell-Packung hier liegen habe. Aber vorher kommt noch ein kleines Spielchen "Solohagel" dran, sobald ich alle Bases angeglichen und ein schönes Szenario ausgewählt habe.
Ich habe für die Briten mit einer Handvoll Preußen sieben Einheiten á 3 Bases fertig, dazu kommen dann sieben Einheiten à drei Bases der Franzosen. Ausreichend, für so einen kleinen Spielplatz. Artillerie werde ich wegen der kleinen Platte von 90*90cm wohl erstmal weglassen, dafür haben beide Seiten eine Eskadron Reiter.

Allen ein frohes Osterfest :)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: Maréchal Davout am 21. April 2019 - 11:52:03
Die Gesamtplanung hört sich sehr stimmig an und ich bin erleichtert, dass du scheinbar die bemalten Napoleonics in 1/72 nicht abstößt, sondern nutzt, was mir als gute Wahl erscheint, denn: Sie brauchen nicht viel Platz, sind schonmal da, bieten dir eine Option für Wargaming- und Bemalabwechslung, wenn du doch nochmal was hinzufügen willst. Es ist ja eben doch schon was Spielbares da! :)

Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: Maréchal Davout am 21. April 2019 - 11:54:45
Zum 95.: Die Lagermützen in getrennter Gruppe finde ich noch am Aushaltbarsten bzw. okay. Die Diskussion kommt hier ja auch immer mal wieder auf, ob die während der Schlacht getragen wurden (wohl eher nicht) und sie wurden wohl auch nicht gemischt mit Tschakos getragen. Etwas edler wirken die 95er aus meiner Sicht, wenn sie Tschako tragen, das grün möglichst dunkel ist und Silber und Messingteile an Figuren und Rifles schön herausscheinen. Aber so hast du auch mal die Lagermützen gut untergebracht :)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 22. April 2019 - 08:04:50
Die Gesamtplanung hört sich sehr stimmig an und ich bin erleichtert, dass du scheinbar die bemalten Napoleonics in 1/72 nicht abstößt, sondern nutzt, was mir als gute Wahl erscheint, denn: Sie brauchen nicht viel Platz, sind schonmal da, bieten dir eine Option für Wargaming- und Bemalabwechslung, wenn du doch nochmal was hinzufügen willst. Es ist ja eben doch schon was Spielbares da! :)

Ich war ja wirklich kurz versucht, das alles zugunsten einer französischen Napo-Armee in 28mm abzustoßen.
Dann dachte ich mir, dass das im Grunde total dämlich wäre, da ich auf den Maßstab 1:72 stehe und schon anderthalb Armeen dafür habe. Da kam dann, auch mit Blick auf den SYW, die Idee, die Sammlung lieber für Solohagel zu nutzen und evtl, auch mal andere Systeme auszuprobieren, die wenig Platz benötigen.

Zum 95.: Die Lagermützen in getrennter Gruppe finde ich noch am Aushaltbarsten bzw. okay. Die Diskussion kommt hier ja auch immer mal wieder auf, ob die während der Schlacht getragen wurden (wohl eher nicht) und sie wurden wohl auch nicht gemischt mit Tschakos getragen. Etwas edler wirken die 95er aus meiner Sicht, wenn sie Tschako tragen, das grün möglichst dunkel ist und Silber und Messingteile an Figuren und Rifles schön herausscheinen. Aber so hast du auch mal die Lagermützen gut untergebracht :)

Ich habe mir bei ebay gestern abend noch schnell die Revell 95th geschossen ;)
Das bedeutet, dass ich die "kackenden Füchse" (die Hocker, die ihre Rifle so weit vorne greifen) gegen ordentliche austauschen kann. Auch die drei "Stürzer" die so merkwürdig nach vorne laufen kann ich dann austauschen.
Die drei Bases 95th mit den Lagermützen könnte ich komplett austauschen, wobei ich da noch unsicher bin. Für Solohagel könnte ich da auch einfach sagen, der Angriff der Franzosen kommt so überraschend, dass sie einfach keine Zeit hatten, sich in Schale zu werfen.
Das entscheide ich aber noch, wenn die Revells da sind und ich mir den Größenunterschied genauer angesehen habe.
Der könnte einiges durcheinander werfen, aber auch die Base lebendiger erscheinen lassen :)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: Maréchal Davout am 22. April 2019 - 10:09:35
Ich war ja wirklich kurz versucht, das alles zugunsten einer französischen Napo-Armee in 28mm abzustoßen.
Dann dachte ich mir, dass das im Grunde total dämlich wäre, da ich auf den Maßstab 1:72 stehe und schon anderthalb Armeen dafür habe. Da kam dann, auch mit Blick auf den SYW, die Idee, die Sammlung lieber für Solohagel zu nutzen und evtl, auch mal andere Systeme auszuprobieren, die wenig Platz benötigen.

Macht Sinn! Wenn du tatsächlich auf eine hochaktive 28mm-Napo-Gruppe in Köln stößt, die ihre Armeen wirklich auch schon bemalt haben und viel spielen, kannst du immernoch anfangen, Regimenter für die Sache beizusteuern... Dann müssen die 1/72er aber hoffentlich immernoch nicht weg ;)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 22. April 2019 - 12:43:29
Hoch aktiv weniger, aber einen Miteinsteiger in den Peninsular War in 28mm. Angedacht ist ein Herantasten über die verschiedensten Kleinsysteme / Skirmisher und ein langsamer Aufbau hin zu einer größere Armee für Kugelhagel oder Black Powder.
Das nimmt den Druck vom Bemalen der Minis und auch etwas vom Portemornaie ;)

Meinen Kleinen kommen definitv nicht weg.
Da habe ich auch nochmal mit meiner Frau drüber gesprochen die meinte, dass ich bei denen das erste Mal so rundum glücklich wäre :)
Also habe ich meine 95th Rifles von Italeri wie geagt noch um das gleichnamige Regiment von Revell erweitert und werde mir im Urlaub wohl noch eine Packung Briten von Italeri gönnen. Die "british Lifeguard" von Revell habe ich auch noch unangetastet hier.
Damit wäre die Gegenseite bis auf Artillerie gut bestückt. Aber ich denke, die werde ich sein lassen, da meine Platte mir 90*90cm eh etwas kleiner ist und ich notfalls auch Beutegeschütze bei den Briten einsetzen würde ;D
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: Pappenheimer am 23. April 2019 - 11:07:13
Das Spielfeld sieht ja schonmal nach etwas mehr aus, v.a. mehr taktische Möglichkeiten. Bravo! :)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 23. April 2019 - 15:44:50
Danke dir :)
Hat etwas Umräumarbeit gekostet, lohnt sich aber definitiv :)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 24. April 2019 - 17:13:54
Nachschub ist eingetroffen :D

(http://666kb.com/i/e37foav4n8ntz9slc.jpg)

Damit kann ich einige der "kalbenden Ferkel" oder "kackenden Füchse" der Italeri-Ausgabe der 95th Rifles austauschen.
Ermüdungsmarker kann man letztendlich immer brauchen :P

Bis auf die Rucksäcke habe ich kaum Heiligenscheine an den Miniaturen

(http://666kb.com/i/e37fpbx0u9d6ea8lc.jpg)

Die vier "Ausdruckstänzer" aus der mittleren Reihe werden vermutlich auch über kurz oder lang entweder zu heiß gebadet, in Form gebracht und kälter abgeschreckt als ein 5-Minuten Ei, oder ich mache auch aus ihnen Ermüdungsmarker, Gefallene für die Bases oder ähnlich sinnvolles.

(http://666kb.com/i/e37fpuohhkcjoxou8.jpg)

Bis auf diese 4 Minis ist die Revell-Ausgabe der 95th einfach nur klasse :)
Zusammen mit den bereits von Italeri rekrutierten Rifles, den Revell Life Guards und einer Handvoll Lützower, habe ich nun schon eine kleine, aber feine Streitmacht beisammen.
Die passt zwar nicht 100% in den Peninsular (die Lützower waren da m.W.n. nicht beteiligt), aber da arbeite ich noch dran.
Ich brauche nur etwas Plutonium für den Flux-Kondensator meines Smart 451
;)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: Pappenheimer am 24. April 2019 - 17:28:00
Ja, ne schöne Box, auch wenn mir damals die Figuren im Verhältnis zu den schmäleren Preußen z.B. irgendwie gedrungen vorkamen. Besonders den Trompeter und die Schießenden sind sehr gelungen.
Bei sovielen Rifles würde sich irgendwie Sharpe-Practice oder so ein Skirmish-Regelwerk anbieten.
In nem Rank&File-System hast Du ja sonst soviele Scharfschützen, dass die armen Franzosen garnicht erst rankommen.  ;D
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 24. April 2019 - 17:39:48
Ja, ne schöne Box, auch wenn mir damals die Figuren im Verhältnis zu den schmäleren Preußen z.B. irgendwie gedrungen vorkamen. Besonders den Trompeter und die Schießenden sind sehr gelungen.

Ja, das stimmt. Die Box ist wirklich klasse, wobei ich die Proportionen bzw. den Unterschied zu den Italeri-Rifles als "gelebte Darwin-Theorie in Plastik" einstufe ;D
Ich finde es schön, wenn die "Menschen" trotz Uniform auch mal unterschiedlich wirken :)
Das fehlt mir etwas bei den Franzosen meiner bisherigen Sammlung.

Bei sovielen Rifles würde sich irgendwie Sharpe-Practice oder so ein Skirmish-Regelwerk anbieten.
In nem Rank&File-System hast Du ja sonst soviele Scharfschützen, dass die armen Franzosen garnicht erst rankommen.  ;D

Ich setze ja nicht alle als Scharfschützen ein.
Grundgütiger, nein! So etwas würde ich nie tun!
Die Franzosen müssen schon etwas näher rankommen können.
Dann gelingen auch Kunstschüsse wie Bartspitzen wegfeuern und ähnliches ;D
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 26. April 2019 - 15:20:17
So, der Rauch der Grundierung legt sich und ich kann mit meinen neuen Minis genauer planen ;)
Was also plane ich mit all den Rifles?

60th Rifles
Nun, zuerst überlege ich mir, ob ich die Reihen der 60th Italeri-Rifles mit je zwei Bases Revell Rifles auffülle. Dadurch wären die Bataillone 5 Basen groß, was einfach schöner aussieht und auch auf 90*90cm noch spielbar sein müsste. Dafür werde ich aber schauen, dass ich die Bases "durchmische", also keine reinen Italeri- oder Revell-Bases aufstelle.

95th Rifles
Die 95th bleiben in ihren Lagermützen eine Scharfschützeneinheit und als kleines Bataillon drei Bases groß.

King's German Legion
Mit der liebäugele ich ja schon eine ganze Weile. "Schuld" daran sind diese beiden erstklassigen Internetauftritte von Reenactment-Gruppen, denen ich hiermit meinen Dank für ihre Mühen aussprechen möchte.

https://kgl.info/
(Lest hier mal in die Feldberichte! Absolut lohnenswert!)

http://www.kgl-linie.de/index.html
(Zweisprachig deutsch & englisch und erstklassige Ausbreitung und Darstellung der Ausrüstung)

Wahrscheinlich werde ich das 2nd Light Battalion der KGL mit den restlichen Revell-Minis aufstellen.
Da dürften, wenn ich jetzt nicht ganz falsch liege, auch 5 Bases zusammenkommen, sodass ich ohne Preußen als "Proxy-Truppen" 3 ausreichend große Infanterie-Batallione Briten zusammenbekomme.

Klingt doch nach einem Plan, oder?
:)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: Pappenheimer am 29. Mai 2019 - 12:56:45


Klingt doch nach einem Plan, oder?
Klingt sehr gut.

Viel Erfolg! Bin schon auf die Resultate gespannt.
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 29. Mai 2019 - 15:33:34
Wird wirklich noch was dauern, da erstmal die Berge jodeln rufen, vorher muss ich mit meinen Sachsen noch ein paar Wikinger verkloppen  8) ... aber ich sortiere gerade aus, welche Miniaturen ich definitv benötige, und welche ich evtl. abgebe (vielleicht mache ich ja auch mal eine Grabbelkiste ;) ), damit ich den Überblick behalte. Solohagel ist immer noch ein Liebling von mir, eben weil man unabhängig ist und auch mal über mehrere Tage spielen kann.
Nur benötige ich da nicht unbedingt die großen Regimenter, auf meiner kleinen Platte.
Daher wird da wohl ein kleines Konvolut an Briten und evtl. Preußen abgeschoben werden können ;)
Titel: Re: Solohagel in 1:72 - Franzosen, Briten, Preußen
Beitrag von: D.J. am 14. Juli 2019 - 09:52:48
Dieses Projekt muss ich leider schließen, da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr die ganz kleinen Minis bemalen kann und wohl auf lange Sicht auf 28mm oder größer gehen muss :(
Dank an alle, die mir bis hierher gefolgt sind :)