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Autor Thema: `Behind Oahu´  (Gelesen 2447 mal)

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AEON

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`Behind Oahu´
« Antwort #15 am: 08. Dezember 2015 - 16:54:26 »

Newz fromda Front! Nun haben die Jungz fast schon eine richtige Air Force - inklusive einer Phantom, die gleich mal zwei Bordkanonen hat - unter den Tragflächen, harhar...





Und endlich haben die tuvalesischen Infanteristen auch angemessene Transportkapazitäten:




Und die Konzerntruppen ihren mobilen Horchposten - nebst Geleitschutz, gestellt durch 3 SANCTORUM MBTs - im typischen Urban Grey der Karboceramit-Verbundpanzerung. Ja - hier tut sich was, harhar...


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`Behind Oahu´
« Antwort #16 am: 10. Dezember 2015 - 16:34:48 »

Tuvalu ist verdammt groß.

Loo hatte noch nie einen `Feind´ gesehen... bis jetzt.



Im Tiefflug mit 1500 Sachen an der Ostküste entlangzubrettern ist toll - solange man nicht von irgendwelchen Spinnern mit ATA-Raketen beballert wird. Normalerweise ist das im TIefflug nicht schlimm, hat man ihm gesagt - weil die Kerle da unten dann nicht schnell genug sind, was das Anvisieren angeht. Dumm nur, wenn man nicht weiß, daß die offenbar Raketen haben, die das Anvisieren selber übernehmen...
Loo muss Geschwindigkeit verlieren, um wendiger zu werden. Wenn er Glück hat, knallt das Ding hinter ihm beim Auskurven gegen einen der hier heimischen riesigen Siegelbäume...
Doch dann knallte er irgendwo gegen.
Und er hatte es tatsächlich nicht auf dem Schirm...

Natürlich kann Alun mit der X-23 gute 30 Kilometer hoch fliegen - aber wenn Du gute Bilder haben willst, solltest Du nah rangehen. Vor allem dann, wenn sämtliche Satelliten dem Gegner gehören - und technologisch gesehen noch so in der Steinzeit sind, daß sie auf Deine Hackversuche nicht ansprechen... Also lautete ihr Auftrag an der Ostküste Vanuatus entlangzufliegen, da es von diversen Söldnereinheiten kaum noch Rückmeldungen gab. Man wollte wissen, was genau da los war. Einige NYGMATECH-Kontingente waren ebenfalls schon vor Ort - und die schienen da zwischen zwei Fronten zu stehen. Was ungewöhnlich war, da es eigentlich nur eine Front geben sollte. Und bislang ging alles gut - in der Tat konnte Alun auf einigen Lichtungen Söldnercamps ausmachen. Die ließen in Alun den Verdacht aufkeimen, daß sie offenbar vorhatten, sich dort längerfristig aufzuhalten. Gut zu erkennen die flachen, gedrungenen Kasemattpanzer der Söldner. Und die M-37-Erdkampfflieger. Aber offenbar... war sie selber auch gut zu erkennen - denn nun wurde sie beharkt. Die Vollsynthetin hatte sich immer gefragt, weshalb die X-23 an der Unterseite schwarz lackiert war. Möglicherweise war sie für den Nachteinsatz gedacht - und die Typen, die sie nun kommandierten, hatten davon keine Ahnung? Es läuft nicht alles optimal bei ihren Chefs - viele sind mit den Aufgaben, die sie nun erfüllen müssen etwas überfordert. Es ist eine Sache, ein Unternehmen erfolgreich zu Größe zu führen - eine andere, dies mit einer... nunja, `Kolonialarmee´ zu tun. Aber wie üblich sehen die wenigsten Leute aus den Führungsriegen das auch ein. Möglicherweise nit ein Grund, weshalb manche Söldnereinheiten inzwischen lieber ihr eigenes Ding durchziehen... Und während ihre Reflexe die Maschine aus dem Gefahrenbereich schlenkerten, ging ihr Geist weiter alle möglichen Szenarien durch - und sie kreiste um einen Wald dieser gewaltigen, seltsamen Bäume herum, die so massiv waren, daß sie Radarstrahlen wie Berge unterbrachen - und just in dem Moment kam hinter diesem `Berg´ ein grüner Blitz hervor - und dieses archaisch-massive Ding verbog und zerdrosch ihre Hightech-Maschine förmlich in der Luft...

Loo konnte hören, wie dieses plötzlich aufgetauchte, keramikfarbene Ding an der Flanke seines Jets einfach zerknüllt wurde - aber der kinetische Impetus war dennoch so groß, daß sein Heck ausbrach und er wie eine trudelnde Rakete unberechenbar um mehrere Achsen rotierte, bevor er sich kurz vor dem Blackout wieder fangen konnte - und feststellte, daß er nun schon UNTER dem Blätterdach des Urwalds unterwegs war. Und das immer noch mit mehr als 900 Sachen.

\"Irgendwie... ist das das genaue Gegenteil von gut...\" dachte Loo sich noch, während ihm klar wurde, daß er den Stämmen der urzeitlichen Baumriesen nicht ewig würde ausweichen können.
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`Behind Oahu´
« Antwort #17 am: 12. Dezember 2015 - 18:04:49 »

Durch den Treffer an der rechten Seite wurde Alun´s Flugzeug
beinahe halbiert - die nachfolgende ATA-Rakete knallte direkt in ihr
herumgeschleudertes Heck und löste das mehrfach redundante
ANASTASYA-System aus. Das gesamte Cockpit löste sich mittels kleiner
Sprengsätze aus dem Bug des Flugzeugs und brandete mit vier kleinen
Vektordüsen aus der unmittelbaren Gefahrenzone raus. X-23-Piloten sind
selten und gefragt - so wurde Seitens der Konstrukteure alles technisch
Mögliche dafür getan, ihr Überleben zu sichern. Und aus diesem Grund
heißt das X-23-Cockpit auch Schneewittchensarg.

Loo hatte weniger
Fürsorge von seiner Maschine zu erwarten - diese dafür aber um so mehr
von ihm. Er mochte seine Maschine - und so tat er alles Mögliche daran,
den massiven Stahlpfeil so sicher wie möglich runterzubringen - und
tatsächlich konnte er, während er weiter wie ein Stier hochzog und die
Bremsflächen ausfuhr... eine Forststraße ausmachen, die sich - wie viele
andere Straßen auf Tuvalu - schnurgerade durch die Landschaft zog. Mit
ein Grund für diese breiten und geraden Straßen sind die riesigen
Fernlaster und Holztransporter, die sie befahren. Also sah er zu, daß er
dort runterkam, wo er sein Fahrwerk auch benutzen konnte.

Als
das IFM (Impact Foam Material) schließlich durch Zugabe von reinem
Sauerstoff (eigentlich zur Wiederbelebung in Ohnmacht gefallener Piloten
gedacht) in sich zusammenfällt und die stark getönte Cockpithaube sich
öffnet, sieht Alun, wo die zwei Fallschirme sie und ihre Rettungskapsel
hingebracht haben - und sie sah zum ersten Mal, wie es hier, nahe am
Äquator, eigentlich aussieht. Oh, sie hat schon oft Pflanzen gesehen -
auf der Erde gab es auch welche. Zier- und Nutzpflanzen in den
Arkologien der Makropolen - und unverwüstliches anderes und meist
unansehnlich dorniges Zeugs draußen - draußen ist da, wo es nichts zu
holen gibt und wo niemand lebt. Draußen war auch da, wo es verwilderte
Hundemeuten gab - und wo Spezialeinheiten trainierten. Oder eben
Testpiloten. Und draußen war auch da, wo Firmen... Experimente machten.
Unschöne Experimente.
Aber hier ist draußen... anders.


dieses Bild vergrößernAnklicken, um die volle Größe zu sehen

(Zeit für etwas home-improved Aquarell-Kunst, harhar...)

Die
Landschaft hier hatte etwas für die Vollsynthetin Unnatürliches.
Abgesehen von den weiterhin anhaltenden Kampfgeräuschen weiter weg war
es hier friedlich. Sie war in einem Urwald gelandet, in dem es riesige
Ackerschachtelhalme und Baumfarne gab. Es roch frisch und kühl -
irgendwie - seltsam. Für jemanden, der noch nie einen Wald nach einem
Regenschauer gerochen hat, ist es schwer definierbar... Alun konnte auch
sehen, daß sich Gräser- und Blütenpflanzen, die von der Erde importiert
worden waren nun langsam auch hier ausbreiteten. An sich bestand
Tuvalu´s vorwiegender bodendeckender Bewuchs aus Moosen und
Bärlappgewächsen - diese aber waren auch als über 40 Meter hohe Bäume
vorhanden. Aber nun waren Blütenpflanzen da - und mit ihnen kamen
Schwebefliegen und Bienen.
Hier, innerhalb des Schattens der anderen
Baumgiganten konnte Alun auch einige der ersten Gebäude sehen, die hier
für die Holzverarbeitung je gebaut worden waren. Auf einigen
freiliegenden Hügeln Richtung Meer standen blaugraue Wellblechgebäude
und auch einige Hallen aus dem gleichen Material - inmitten einer grünen
Wildnis bezeugten sie, daß sie schon lange stillgelegt waren.
Dann
wurde Alun bewußt, wie anders es hier war - als eine gut 60 cm lange,
stark grünmetallisch wie ein Rosenkäfer schimmernde Kugelassel einfach
über ihren linken Fuß krabbelte. Bei genauerer Betrachtung gab es hier
viele Unterschiede - wie Libellen von Habichtgröße zum Beispiel...
Oder aber antike, verbeulte Kampfjets, die etwas unsicher schlingernd auf alten Fernstraßen landeten.
War das nicht das Ding von vorhin?
Alun packte sich ihr Survival Kit und machte sich auf den Weg.
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`Behind Oahu´
« Antwort #18 am: 23. Dezember 2015 - 04:36:07 »

Okay, Eagle Eye...



...Startfreigabe erteilt!\" gab der Flight Officer durch und die
Bedienung unter dem Flugdeck im `Fuchsbau´ (einer etwa 20 cm hohen
Erhebung auf dem vorderen Flugdeck mit schmalen und dicken Fenstern in
Form eines flachen, sechseckigen Pyramidenstumpfes) startete das
Dampfkatapult. Die zweisitzige, nebelgraue A-5 Vigilante wurde innerhalb
von Sekundenbruchteilen so stark beschleunigt, daß die große,
zweistrahlige Maschine sicher vom Flugdeck der U.S.S. Hookipa Point
abheben konnte und schnell an Höhe gewann. Der Fernaufklärer mit seinen
vier Langstreckentanks und dem charakteristischen `Kanu´ unter dem
Rumpf, in dem sich sensible Überwachungselektronik befindet macht sich
auf den Weg, um die Ostküste von Vanuatu abzufliegen. Berichte über
sporadische Kampfhandlungen und das Verschwinden einer Chief vom Radar
machten dies notwendig. Ebenfalls recht schnell unterwegs, würde der
grauweiße Aufklärer innerhalb von anderthalb Stunden vor Ort sein.



Vor Ort war da, wo ein fluchender Loo eine behelfsmäßige Strickleiter
aus dem Cockpit hängte, um sicher auf den Boden zu kommen, der trotz
allem ziemlich weit unten war. Ja, die F-105 war groß. Unten angekommen
hörte er erst mal bewusst die Kampfgeräusche von weiter weg - und sah
zu, daß er seinen verdammten weißen Helm loswurde. Seinen Overall oben
öffnend und mit den Ärmeln um die Taille knotend steckte er seine
sechszöllige .44Magnum dazwischen, was ihn weiter beruhigte. Es hieß,
die Neuankömmlinge seien oft bemerkenswert stabil gebaut, was nicht nur
an schußfesten Klamotten zu liegen schien. Manche von denen, die
gefallen waren, wurden untersucht und es stellte sich raus, daß in ihrem
Inneren oft sowas wie eine endodermale Panzerung und seltsame Maschinen
waren.

Ganz schön gruselig.

Also hat Loo sich dafür entschieden, sich eine Handfeuerwaffe zuzulegen,
die verflucht große Löcher macht - man weiß ja nie. So entschied er
sich für eine Wildey Automag aus rostfreiem Stahl, mit Griffschalen aus
Paua Shell. Da macht die hier sprichwörtliche hohe Luftfeuchtigkeit
nichts aus. Zudem sind die Neuankömmlinge leicht zu erkennen - ihre Haut
und ihre Haare waren ziemlich hell. Manche hatten braune Haare, manche
seltsam gelbliche und manche sogar rote.

Als er an der linken Seite seiner Maschine entlangging, stellte er die
stark verbeulten Stellen fest - abgerisene Verschraubungen an den
Bremsklappen und das arg ramponiert aussehende linke Seitenruder. Loo
kratzt sich erstaunt am Kopf: \"Woow, DAS auszuwuchten wird dauern...\"

\"Ja - dies ist eine bemerkenswert robust gebaute Maschine.\" hörte er
eine angnehme Stimme sagen und er drehte sich grinsend um: \"Kann man
wohl sagen!\"

Dann fiel ihm das Grinsen aus dem Gesicht.

Vor ihm stand... offenbar jemand wirklich Außerirdisches...



Schließlich überfliegt die Vigilante das fragliche Gebiet. In knapp
22000 Metern Höhe macht sie hochauflösende Aufnahmen und entdeckt zwei
rauchende Stellen am Boden, an denen auch unkonventionell aussehende
Trümmerteile liegen. Die Koordinaten werden gleich an die U.S.S. Hookipa
Point durchgegeben, die wiederum das Bureau of technological Regulation
(BTR) benachrichtigt. Immerhin kann man hier eventuell neue
Technologien entdecken. Als sie weiterfliegt und sich an der immer
dünner werdenden Trümmerspur orientiert, bemerkt der technische Offizier
im hinteren Sitz die F-105 auf der Fernstraße: \"Sieht aus, als hätte
einer unserer Jungz seinen ersten Abschuss erzielt - aber nicht, ohne
einen gewissen Preis zu zahlen - FUCK!\"

Besorgt sah der Pilot von seinen Instrumenten auf und drehte sich um -
und sah die großen Augen seines Kameraden: \"Was ist los, mann?\"

\"Da unten steht der Pilot - und daneben steht... keine Ahnung, wer... oder vielmehr was! Ich weiß nur: Es ist groß!\"



Loo sah jemanden, wie er nie zuvor jemanden gesehen hatte; die Frau war
überdurchschnittlich groß, aber zugleich auch sehr schlank und
langgliedrig. Lange Haare waren bei den jüngeren Tuvalesen nicht selten -
Loo´s lackschwarze Haare beispielsweise reichten ihm bis auf die
Schultern. Aber die messingfarbenen Haare dieser Person reichten ihr
fast bis zur Mitte ihrer Oberschenkel! Ihr geradezu unglaublich
ebenmäßiges Gesicht wurde von zwei Augen dominiert, die perlmuttblau zu
schimmern schienen - und ihre Haut... war rosenquarzfarben. Und entlang
ihres Halses und ihrer Handrücken liefen seltsame, dünne, blaugraue
Linien - in ihrer Geradlinigkeit und dem `Muster´, das sie bildeten
ähnlich dem von... Halbleiterplatten. Und ihre Kleidung war im Gegensatz
dazu geradezu enttäuschend profan. Sie trug einen dünnen Pullover, der
im oberen Drittel schwarz und ansonsten weiß war - wie auch die Ärmel,
die einen schwarzen Seitenstreifen hatten. Ihre Beine steckten in einer
hellblauen Schlagjeans und sie hatte ungewöhnlich... dick wirkende,
rotweiße Turnschuhe an - oder sowas. Aber auch ohne silbernen Overall
und seltsamen Helm, wie die Aliens sie in den typischen Kinofilmen
trugen, wirkte sie sehr fremdartig - in ihrer Ebenmäßigkeit so
einschüchternd, daß Loo einfach völlig perplex auf seinen Hintern fiel -
wodurch die Zweimeterfrau noch größer wirkte.



Das also... war eine Außerirdische...
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`Behind Oahu´
« Antwort #19 am: 24. Dezember 2015 - 13:09:24 »

Und hier nun die A-5 mit ihren zwei neuen Kumpelz - die tuvalesischen Marineflieger kriegen Zuwachs:




Hier kann man gut sehen, daß die A-5 ziemlich groß ist. Wie die A-3
Skywarrior ist sie somit in der Liga der größten Flugzeuge, die je auf
Flugzeugträgern stationiert waren. Und beide waren anfangs in den 50ern
als strategische Nuklearwaffenträger geplant gewesen.
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`Behind Oahu´
« Antwort #20 am: 25. Dezember 2015 - 11:13:40 »

Das `gruseligste´, was die Konzerne zu bieten haben ist die TR-3B. Sie
ist düster, sie ist leise - und sie kann in der Luft schweben. Der
unbemannte Vektorstrahl-Tarnkappenbomber hat Stauraum für unglaubliche
24 Kubikmeter Fracht - und das kann so ziemlich alles sein - selbst
kybernetisch aufgerüstete Spezialeinheiten.





Die
drei unter der Maschine angebrachten roten Scheinwerfer waren
eigentlich zur Low-Energy-Ausleuchtung nächtlicher Landezonen gedacht -
führten aber schnell bei ungewollten Augenzeugen zur Legende um
`dreieckige UFOs´. Die mit artifizieller Intelligenz ausgestattete TR-3B
wird in den Akten der planetaren Verteidigung als `Black Manta´
bezeichnet - aus dem einfachen Grund, weil man nicht mehr darüber weiß.
Aber man weiß, daß der Apparat auch Unmengen von Freifallmunition tragen
kann - sowie zwei wirklich große Anti-Schiffs-Flugkörper. Also hat man
auch allen Grund, dieses Ding gruselig zu finden.
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`Behind Oahu´
« Antwort #21 am: 29. Dezember 2015 - 12:53:07 »

Oh Mann

...was macht DIE denn hier?!\" fragte sich der
Gefechtsfeldbeobachter, der die leicht skurrile Szenerie durch die
Periskop-Optronik des Spähfahrzeugs beobachtete.
\"Ohnehin schon´n
Kunststück, wie der Knirps den antiquierten Vogel nach dem Crash noch
hat landen können - daß die Vollsynthetin das überlebt, war ja klar. Die
sind wie Scheißhausfliegen aus Verbundstahl...\" grummelt der
Kommunikationsoffizier und richtet das Richtmikro neu aus. Hinter der
großen Hibiskusböschung gut getarnt steht der flache und geschlossene
Dreisitzer in einer leichten Senke. Der Fahrer lehnt sich zurück und
zieht an seinem Zigarillo: \"Okay, mann - jetzt haltet mal die Fresse!
Man versteht ja sein eigenes Gespanne nicht mehr...\"

Schließlich
geht Alun in die Hocke, als sie sich denkt, daß das vielleicht
weniger... schockierend? für den kleinen Einheimischen wäre und fragt
Loo: \"Bist Du verletzt?\"
\"Wiewas?! Natürlich nicht!\" gibt Loo zurück.
Was zum Kuckuck ist das denn für eine Feindin - und wieso guckt die so
besorgt? Er sprang auf und hüpfte ein wenig auf und ab: \"Siehst Du?
Alles in Ordnung!\"
Und tatsächlich fing die Unbekannte an zu lächeln,
was ihrem Gesicht den Ausdruck der Erleichterung zu verleihen schien,
als Loo was einfiel: \"Oh, Moment, wowowowow...\" fing er an, umständlich
die riesige Automag zu ziehen und damit ein wenig nervös auf die riesige
Blondine zu zielen: \"Versuch nicht, mich irgendwie - keine Ahnung, was -
lass´ es einfach, ja?\"
\"Aber ich mache doch gar nichts...\" hockte
Alun weiterhin vor dem hektischen Tuvalesen, der wiederum sie ansah und
nicht umhinkam, in Gedanken festzustellen: `Mann, das sind mit
Sicherheit die längsten Beine auf der Welt!´

\"Okay, bevor jetzt
irgendein irreversibler Bullshit passiert, wird´s Zeit, daß wir was
unternehmen - die versauen sonst noch unseren tollen Plan! \" entschied
der Fahrer und der Kommunikationsspezialist gab den Befehl durch: \"Alles
klar, Jungz - vorrücken!\"
Und während Loo unschlüssig in diese
riesigen, erstaunt aussehenden aquamarinblauen Augen sah, brachen zwei
flache, kantige Fahrzeuge aus dem Waldrand hervor und kamen direkt auf
sie zu. Das war etwas... viel für Loo. Auf wen oder was sollte er jetzt
zielen? Eines der Fahrzeuge schien so etwas wie ein reiner Geländewagen
zu sein, machte aber einen recht kugelsicheren Eindruck. Das andere war
definitiv sowas wie ein Panzer, nur daß er anstelle von Ketten acht
große Räder hatte. Und rechts auf dem Dach eine dicke, kurzläufige
lafettierte Waffe zu sehen war, die sich selbsttätig zu bewegen schien -
mit einer Art `Fernseher´ an der Seite. Auch das kleine vierrädrige
Fahrzeug (das immer noch größer war als so mancher Pickup) hatte so ein
Ding auf dem Dach, aber links ging eine Luke auf - und ein grinsender
Kerl in einem grünen T-Shirt guckte heraus, der außer dunkelblonden
Haaren und einem Dreitagebart noch einen Zigarillo im Gesicht hatte -
und mit dem Grinsen eines´zu groß geratenen Jungen feststellte: \"Meine
Fresse - ihr beide seid ja echt direkt niedlich! Bedauerlicherweise
müssen wir zusehen, daß wir von dieser Wiese verschwinden, ansonsten...\"

Aus dem Heck des großen keilförmigen Panzers kamen acht Soldaten
raus, die sie beide umzingelten, während der dunkelblonde Mann fortfuhr:
\"...könnte es sein, daß wir ungewollt Aufmerksamkeit erregen - also
dürfen Sie zwei sich nun vorerst als unsere Gäste betrachten.\"

Diese
Aufmerksamkeit hatten sie bereits erregt - die A-5 flog immer noch hoch
über Loo´s Landeplatz und beobachtete die komplette Szenerie - ebenso
die Tatsache, daß Loo und die große Unbekannte in den Truppentransporter
verfrachtet wurden - und alle wieder im dichten Urwald verschwanden.

Loo
hatte nicht den geringsten Schimmer, was hier genau abging - aber diese
Typen in ihren erdfarbenen... was sind das? Rüstungen? ...sahen die
Riesin recht misstrauisch an. Okay, es gibt also Außerirdische - und
dann gibt es offenbar die ganz Anderen - oder so. Diese hellhäutigen
Typen hatten sie mit Handschellen versorgt - aber sie behielten
hauptsächlich die Frau im Auge - nicht wenige hatten sogar unverhohlen
ihre Waffe auf sie gerichtet - auf betont lässige Art, soweit das ging,
so wie sie alle im engen Heckraum des großen Transporters klemmten.
\"Öhhm... warum guckt ihr sie so an? Gehört die... nicht zu euch?\" fragte Loo betont beiläufig und einer spuckte aus: \"Näh!\"
\"Die
Plastikbraut ist Konzerneigentum! Wahrscheinlich war es ihr Job, uns zu
suchen!\" fluchte ein anderer und Loo legte den Kopf schief:
\"Plastikbraut? Was soll das denn heißen?\"
Alun lächelte amüsiert: \"Von Blecheimer zu Plastikbraut - ist schon mal ein kleiner Fortschritt...\"
Nachdem
die Blondine einen Gewehrkolben in die Magengrube bekommen hat, was für
Loo genau so schockierend war wie die Tatsache, daß das überhaupt
keinen Effekt zu haben schien, entgegnete einer: \"Weil sie... künstlich
ist, mann! Die ist gebaut worden!\"
Loo´s Augen wurden groß: \"Sie ist ein Roboter?!\"
\"Näähhh...
die ist ein CyBorg! Oder so was!\" fing der Mann an finster zu grinsen,
als der Kerl mit den dunkelblonden Haaren nach hinten kam und erst mal
eine Wolke Zigarillorauch verbreitete: \"Das da, Knirps, ist eine
Vollsynthetin. Im Prinzip ist das so was wie eine artifizielle Wesenheit
- ihr Körper ist anatomisch unserem recht ähnlich - abgesehen von der
Tatsache, daß all ihre Zellbestandteile synthetisch und hochbelastbar
sind.\"
Loo verstand ehrlich gesagt nur die Hälfe - aber er verstand
sehr wohl, daß die Frau hier offenbar nicht allzu beliebt war: Und weil
sie - sagen wir `künstlich´ ist, mögen Sie sie nicht? Weshalb haben Sie
sie dann... was weiß ich - gemacht?\"
\"Haben wir nicht.\" gab ein Soldat zurück.
\"Sie ist Eigentum der Konzerne. DIE haben sie gemacht.\" erwiderte der dunkelblonde Mann, als würde das alles erklären.
Das
war das erste Mal, daß Alun´s Brauen sich zusammenzogen: \"Ich wurde
nicht `gemacht´. Ich wurde konvertiert. Und ich bin kein `Eigentum´. Ich
habe einen Vertrag, das ist alles.\"
\"Oh, wirklich? Und worin genau
bestand denn dieser Vertrag, hm?\" fragte ein anderer Soldat und die
Vollsynthetin antwortete: \"Das wissen Sie nicht? Nun gut. Die Reise -
der EXODVS - von der Erde hierher dauert mit Unterlichtgeschwindigkeit
über 140 Jahre.\"
\"Wissen wir.\"
\"Und Sie haben tatsächlich
geglaubt, daß das alles mit Autopilot funktioniert hätte?
Strahlungslecks in der Cryokammer? Mikrometeoriten? Kurskorrekturen
aufgrund unvorherberechneter Tiefraumereignisse? Was glauben Sie denn,
wie genau Sie hierhergekommen sind, wo Sie nun anfangen verstecken zu
spielen?\" fragte Alun zurück und dem dunkelblonden Mann fiel der
Zigarillo aus dem Mund: \"Soll das heißen...\"
\"Das bedeutet, daß ich
und gute 200 andere Vollsyntheten die Mannschaft dieses Cryoraumers
waren - über 140 Jahre lang. Ohne uns `Plastikbräute und Blecheimer´
wären Sie nie hier angekommen.\" erklärte Alun ruhig.
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`Behind Oahu´
« Antwort #22 am: 30. Dezember 2015 - 04:23:36 »

Du bist ja so

...ein Arsch!\" flucht Pearl, nachdem ihr Vater ihr
eine schallende Ohrfeige verpasst hatte. Er stand mit seinem Assistenten
im Zimmer seiner Tochter, die mal wieder viel zu neugierig war -
neugieriger, als gut für sie war. Über den großen Screen an der
Schreibtischwand liefen Daten über die Rohstoff-Fertigung in der Fabrik
für Baumodule - wie auch diejenigen von zwangsverpflichteten
Einheimischen, denen tatsächlich ein Mikrosender verpasst wurde - sowie
ein Neurodisruptor, der ihre Synapsen ausflippen ließ, sobald sie sich
unerlaubt von den Fabrikhallen entfernten. Im Klartext hatte sie; Pearl
McCallum gerade herausbekommen, daß ihr Vater hier in New Hannover so
etwas wie moderne Sklaverei betrieb. Der grauhaarige Mann erwiderte: \"Ja
- ich bin der Arsch, der Dir all Deine ausgeflippten Spinnereien und
Vorlieben ermöglicht hat - weil ich ein steinreicher Arsch bin.\"
Er
blickte mit hinter dem Rücken verschränkten Armen in die Polarnacht
hinaus und betrachtete die dunklen Stahl-und Glastürme eines verregneten
New Hannover voller Holoreklamen und erleuchteter Straßen: \"Wir haben
nur diesen kleinen Flecken hier - wir müssen prosperieren. Und unsere
Arbeitskräfte bestehen aus Spezialisten - wir brauchen aber auch Leute
für einfache Aufgaben. Was erwartest Du von mir?\"
\"Vielleicht, daß Du
nicht an jedem rumdoktorst und ihm Selbstzerstörungsimplantate
verpasst?!\" zischte Pearl und der Geschäftsmann lächelte hart: \"Oh,
bitte; Falls es Dir nicht entgangen ist - wir sind hier nicht sehr
beliebt.\"
\"Woran das nur liegen könnte - ich kann´s mit nicht
erklären.\" gab Pearl sarkastisch mit verschränkten Armen zurück. Der
grauhaarige, stämmige Mann kam wütend auf sie zu und Pearl blieb
ungerührt stehen: \"Oh ja - los, hau mir noch mal eine rein! Dich an
Schwächeren zu vergreifen scheint ja Deine Spezialität zu sein!\"
Edmund
McCallum wandte sich wieder um und fuhr fort: \"Ich habe diese
Vorgehensweise dem Aufsichtsrat vorgeschlagen - nach der Okkupation
dieses Teils des Planeten haben wir nicht allzuviele Freunde bei den
Einheimischen. Wir würden keine Arbeitskraft halten können. Und immerhin
- nach fünf Jahren können sie ja gehen...\"
\"Wow - das ist ja
turbo-großzügig von Dir. Kein Wunder, daß Mom Dich verlassen hat...\"
grummelte Pearl und ihr Vater brüllte sie an: \"OH, JA! Und nun ist sie
seit locker 100 Jahren TOT - während ICH DIR die Möglichkeit gebe, auf
einer sauberen Welt ein paradiesisches Leben zu führen!\"
\"Zu was für
einem Preis?!\" brüllte Pearl zurück und der Mann gab ungerührt zurück:
\"So ist das nun mal - wenn Du richtig reich und mächtig sein willst, ist
der Rest der Population es logischerweise nicht. Eine große Firma wie
diese gründet sich nun mal darauf, daß viele Leute für wenig Geld viel
für sie tun.\"
Fassungslos sah Pearl den Mann an, den sie noch gestern
als `coolen Dad´ angesehen hatte, als dieser sagte: \"Und bisher hattest
Du ja auch kein Problem damit, oder? Stets die neuesten Klamotten, all
der Klimbim, den Du für Deine Extremsport-Stunts brauchst - diese ganze
Etage des McCallum Buildings gehört Dir - so daß Du schön deine Parties
mit Deinen `Freunden´ feiern kannst, die auch alle Söhne und Töchter von
`Leuten wie mir´ sind - meinst Du, die würden sich mit Dir abgeben,
wenn Du so ein Nobody wärst, wie all diese Kerle in den Fabriken?\"
Irgendwie...
war da was dran. Pearl McCallum, ein sportbesessener Wildfang mit
wuscheligen kurzen, silberfarbenen Haaren und großen, amethystfarbenen
Augen - die bei allen möglichen und unmöglichen Contests mitmachte:
Skydiving, Freeclimbing, Motorradrennen, verdammt - sie hat sogar einen
Kunstflughelikopter mit Wasserkufen! Innerhalb der Southern ConCom war
sie eine kleine Berühmtheit! Sie machte sogar bei Wettessen mit, wo sie
den Spitznamen `Big White´ bekam, weil sie alles Mögliche am Stück in
sich reinschob. Pearl, die liebend gern in sportlich-martialischen
Klamotten rumlief (und somit unbewusst so manchen potentiellen Freund
verschreckte, weil der bereits im Ansatz ahnte, daß der nie im Leben mit
ihr mithalten könnte) und dazu passende retrogenetische Implantate
hatte. Tatsächlich war sie, die von ihrer Mutter immer `ihre kleine
Superheldin´ genannt wurde, sogar eine ganz nette Werbung für die Firma
ihres Vaters. Und allmählich dämmerte ihr, daß dies vielleicht auch der
einzige Grund war, weshalb dieser sie mit `ihren Spinnereien´ gewähren
ließ. Und dieser Mann grinste gerade und meinte lapidar: \"Ist vielleicht
ganz gut, daß Du Deine Nase überall reinstecken musst - willkommen in
der Realität. Du bist also die Tochter eines Arschs. Und hast so ein
privilegiertes, fröhlich-buntes Leben. Ich denke, Du wirst von vielen
beneidet - vor allem, wenn man bedenkt, wie oft Du in den Sports-News zu
sehen bist - wofür ich übrigens auch ein wenig gesorgt habe...\"
Dann
verfinsterte sich seine Mine: \"Aber wenn Du anfängst, mir in die Suppe
zu spucken, wirst Du rauskriegen, was für ein Arsch ich wirklich sein
kann. Ich lasse nicht zu, daß Du unserer Firma schadest...\"
\"So ist
das also - nun drohst Du schon... gut, bin ich die Tochter eines
Arschs...\" gab Pearl leise zurück - und griff in ihre Schublade, aus der
sie einen DeWulff Extaser holte und auf ihren Vater zielte: \"...zeige
ich Dir gleich mal, wieviel ich von Dir geerbt habe.\"
Der
goldnitrierte Elektrorevolver ging los - und die linke Wade von Pearl´s
Vater zerstäubte in einem roten Nebel, worauf er schreiend zu Boden ging
und der Assistent bleich wurde - und in Ohnmacht fiel. Ungerührt ging
Pearl an den beiden vorbei und fuhr eiskalt fort: \"Betrachte es als
Übung zur Charakterbildung - gemessen an Deinen Maßstäben habe ich mit
Bravour bestanden, was?\"
Und während der Mann noch brüllte und
fluchte, griff Pearl sich ihre beiden großen Sporttaschen - und ging
auf´s Dach des McCallum Buildings, wo ihr Helikopter stand. Diese
Maschine, eine entmilitarisierte und umlackierte schlanke zweisitzige
Konstruktion aus TefloCarbon, stand dort in ihren knalligen Farben auf
ihren Wasserkufen - stets startklar, was Pearl ebenfalls diverse
Angestellten verdankte, wie ihr nun in den Sinn kam.
`Mann, ich bin
echt ein verwöhntes Weichei. Habe wohl wirklich noch viel zu lernen -
aber definitiv nicht hier.´ stieg sie kurzentschlossen ein und hob ab.
Irgendwohin - Richtung Norden. Ist man nahe am Südpol, ist im Norden
noch reichlich viel Platz.
Schnell stieg die agile
Hochleistungsmaschine in den verregneten Nachthimmel auf - und ließ die
futuristische Skyline von New Hannover weit hinter sich...
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`Behind Oahu´
« Antwort #23 am: 01. Januar 2016 - 02:30:19 »

Das ist alles

...was wir an Luftwaffe haben.\" gab Rabensteyn, der
Anführer der Söldner zu, als er die beiden `Gäste´ herumführte und
ihnen die M-37 zeigte, die in ihren achatartigen Brauntönen niedrig und
geduckt auf dem improvisierten Flugfeld stand.
\"Die sieht aber sehr
neu aus.\" betrachtet Alun das kantige Ding, das - was Loo so
mitbekommen hat - gut für den Erdkampf geeignet hat - obwohl er da
nirgends Pylonen dran sehen konnte.
\"Jahhh...\" streckte sich Rabensteyn durch: \"Das ist auch kein Wunder - keiner von uns kann das Ding fliegen!\"
Loo
war ziemlich interessiert - und relativ erstaunt - dieses Ding hatte
allem Anschein nach mindestens zwei Triebwerke - aber es war so...
klein. Selbst er konnte locker in das Cockpit gucken, in dem man
offenbar eher lag denn saß. Anstelle eines Steuerknüppels hatte dieses
Gerät zwei... kleine - wie nennt man diese Dinger? ...auf den Armlehnen,
die nicht nur integraler Bestandteil des Pilotensitzes zu sein
schienen, sondern auch vor Bordelektronik nur so strotzten. Fliegt man
dieses Ding echt nur mit diesen kleinen, schwarzen Griffen? Alun steht
neben ihm und sieht sich das Cockpit an: \"Es ist - nun, es sieht sehr
eng aus...\"
\"Ist nicht jeder so groß wie Du - Du bist `ne ziemlich
große Frau, muss man schon sagen.\" grinste Rabensteyn und Loo nickte -
er reichte ihr bis knapp über die Schlüsselbeine. Rabensteyn atmete aus:
\"Ja - das ist momentan unsere großartige Luftwaffe. Viele
Söldnereinheiten und auch Konzerntruppen nutzen die M-37, weil sie ein
ziemlich gutes Flugzeug ist. Wartungsarm, sparsam und hey, sie kann rein
theoretisch senkrecht starten - wenn man sie nicht belädt wie ein
Depp.\"
Loo sah sich weiter um - neben den seltsam flach und eckig
aussehenden Radfahrzeugen gab es Panzer, die noch flacher und eckiger
waren - sie standen auf relativ kurzen Ketten und waren so dermaßen
flach, daß sie eher aussahen wie bösartige Sportwagen mit Kanonen, die
knapp vorne herausguckten. Wahrscheinlich waren diese Dinger sehr
schnell und wendig. Und alle waren leicht unterschiedlich lackiert
worden.
Und auch die Söldner an sich sahen alle ziemlich...
individuell aus, wie er fand. Da gab es Riesentypen mit offenen, stabil
aussehenden Westen, einer schien sogar sowas wie einen mechanischen Arm
zu haben (was er ziemlich gruselig fand), ein anderer hatte die
dunkelste Hautfarbe, die er je gesehen hatte - und dann gab es auch die
eine oder andere Frau hier - undenkbar bei seiner Armee. Und eine sah
sogar fast aus, als käme sie von hier. Faszinierende Leute gab es
hier...
\"Warum zeigen Sie uns das alles?\" fragte Alun schließlich und
Rabensteyn sagte ihr: \"Damit er hier...\" der Mann wies auf Loo:
\"...seinen Leuten sagen kann, was hier abgeht - und ob wir irgendwas zu
verbergen haben - haben wir nicht. Wir wohnen in unserem Landemodul und
sind froh, wenn wir unsere Ruhe haben.\"
In der Tat - das mattgraue,
kastenförmige Ding, das Loo vor ein Rätsel stellte, sah mehr nach einer
Art seltsamen Haus aus und so staunte er: \"DAS DA... soll ein Raumschiff
sein?\"
Rabensteyn lachte: \"Nein, nein - das ist ein Landemodul. Gut
für Fracht und diverse Leute - nach der Landung ist es zu nix mehr gut -
außer ein Haus draus zu bauen. Oh ja - und eine
Instandhaltungswerkstatt.\"
\"Aha. Und warum ist dieser... öhhm...
Hubschrauber da knallrot?\" sah Loo auf das Meer hinaus und betrachtete
einen brummenden Punkt, der sehr schnell größer wurde und Rabensteyn
stutzte: \"Was zum... Keine Ahnung, mann...\"
Er rannte in das
Landemodul und Loo und Alun folgten ihm. Die hellgraue Metalltreppe
raufrennend gelangte er in eine Art Kommandoraum und fragte die Leute:
\"Was zum Henker ist mit euch los? Kann keiner von euch diesen Heli da
draußen sehen?\"
Irritiert sahen die Leute ihn an - und checkten das Radar: \"Öhhm... irgendwie nicht...\"
\"Nee - echt nicht!\"
\"Fuck!\"
Währenddessen
erkannten die Söldner das Modell - ein typischer Militärzweisitzer -
ohne jedes Waffensystem, dafür aber mit zwei Schwimmern. Und tatsächlich
in einem intensiven Rot lackiert.Lee bemerkte sehr wohl, daß dies
offenbar ein ultramoderner Hubschrauber war - sowas wie das hier sah er
zum ersten Mal. Wie ziemlich viel heute. Die Maschine setzte punktgenau
an dem Ponton aus Copolymermodulen auf, direkt neben den zwei kleinen
Landungsbooten.
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`Behind Oahu´
« Antwort #24 am: 01. Januar 2016 - 16:42:41 »

Mit einem pneumatischen Keuchen hob sich die Cockpithaube - und zwei große Sporttaschen von COOL VOICE landeten auf dem künstlichen Anleger.
Nachfolgend lugte ein niedliches, katzenartig-rundes Gesicht mit einer riesigen, futuristischen Sonnenbrille aus dem Cockpit - und ein kleines,
sportlich-dralles Persönchen in Jeans, die abgesehen von weißen Seitenstreifen ebenso knallrot waren wie der Helikopter, sprang elegant
und kraftvoll auf diesen Pier. Sie trug eine weitgeschnittene Jacke in den extremsten Kontrasten, die man sich vorstellen konnte - ein
symmetrisch-fremdartiges Muster aus Schwarz und Neon-Orange - wobei die schwarzen Partien dunkelblau zu schimmern schienen. Team xXx stand auf
dem oberen Rückenteil der Jacke. Zudem hatte diese Person mit ihren kurzen, silberfarbenen Haaren hochschaftige Turnschuhe an - und einen
Hüftholster mit irgendwas Glitzerndem drin, das aussah, als wäre es aus Gold. Schließlich stand diese bemerkenswerte Person am Pier - und
staunte: \"Sowas... ist hier keiner? Alle weg?\"
\"Würde ich so nicht sagen.\" hörte Pearl hinter sich - und drehte sich um. Und da stand... eine ganz offensichtlich schwer bewaffnete Frau im flachen Wasser nahe des Strandes. Und an diese Frau würde Pearl sich immer erinnern, soviel war klar.



\"Was führt so einen... `Paradiesvogel´ wie Dich hierher, Kleine?\" fragte die Frau, immer noch recht unbeeindruckt im Wasser stehend und Pearl lief
rot an: \"Kleine?! Ich hör´ wohl nicht recht!\"
\"Scheiße, mann - Du BIST klein, kreischbunt und bewegst Dich wie der letzte Trottel ohne die Spur einer Deckung über´s OFFENE MEER - und lockst so wahrscheinlich Hinz und Kunz mit hierher - das ist so dämlich, daß ich überzeugt bin, daß Du im Dunkeln leuchtest. Und ich bin nebenbei bemerkt diejenige von uns, die das Sturmgewehr hält.\" erwiderte die pythonhaft-elegante, drahtige Frau und ihre Mine verfinsterte sich: \"Daher sollte ich Dich
eigentlich `Komplette Idiotin´ nennen, aber ich denke `Kleine´ tut´s auch für´s Erste.\"
Pearl war baff - so hat noch niemand mit ihr geredet. Die Unbekannte kam auf den Pier - und sie war tatsächlich größer als Pearl - wenn auch nicht viel. Die Frau sah sie mit schiefem Kopf und ihren malachitgrünen Augen an: \"`Ne Glotze von BORGHESIA - magst´n bisschen blöd sein, hast aber offenbar Kohle.\"
\"Hey, Ortega! Ich kenn´ die - das ist Pearl McCallum!\" kam ein Kamerad der Frau aus seiner Deckung und ein anderer rief vom Wachturm: \"Ich kenne sie auch! Die startet regelmäßig bei SporZXtreme!\"
Kurze Zeit später war der gesamte Pier bevölkert mit gut gelaunten Söldnern, einer strahlenden Pearl und einer etwas konsterniert wirkenden Diega Belén de Ortega, die die Welt nicht mehr verstand: \"Ihr kennt die alle?!\"
\"Klar, mann! Noch nie die Motorradrennen gesehen?\"
\"Mt. Erebus Free Climbing?\"
\"Oder den SkyDiving Contest?\"
\"Oder den Herman´s Hot Dog Eating Contest?\"
Resignierend atmete Diega aus: \"Gibt´s irgendwas, was sie nicht tut - außer denken, wie´s aussieht? Wielleicht lachen im Keller?\"
Pearl´s Gesichtsausdruck veränderte sich durch ihren Schmollmund: \"Was ist los? Guckst Du keinen Sport, oder was?\"
Diega sah sich dieses quirlige Geschöpf an und fragte zurück: \"Ist es das, was dabei rauskommt, wenn man mehr Kohle als Hirnzellen hat? Nein, ich
sehe kein Sport - ich sehe zu, daß ich am leben bleibe, während ich die Jobs erledige, für die sich gewisse Leute zu fein sind. Und ich MACHE
Sport, sobald diese Jobs erledigt sind - damit ich in Form bleibe und auch die nächsten überlebe. Klar soweit?\"
Und dann staunte Diega - dieses Persönchen war offensichtlich entweder recht dickfellig, oder es gewöhnt, als oberflächlich bezeichnet zu werden - oder aber sie besaß eine Art von Weisheit, welche die Söldnerin vor ein Rätsel stellte, denn Pearl grinste fröhlich und überraschend breit: \"Total klar - und ja,
man kann echt sagen, daß Du in Form bist! Was für einen krassen Bizeps Du hast - und sogar´n Sixpack...\"
Bevor Diega rot werden konnte, kam schließlich Rabensteyn vorbei, die Hände in die Hüften gestemmt und an seinem Zigarillo ziehend: \"Was geht hier ab? Wieso seid ihr nicht auf euren verdammten Posten - und wer zur Hölle ist das?\"
\"Sie stellte sich nicht persönlich vor, aber dies scheint eine gewisse Pearl McCallum zu sein, Sir.\" räusperte sich Diega und ein anderer Soldat nickte:
\"Yeah - das ist `Big White´!\"
\"Ich will´n Autogramm!\"
\"Kann ich mich zum Hot Dog umschulen lassen. Sir?\" grinste der nächste und Rabensteyn fluchte: \"Wohl bekloppt geworden? Husch, ab in´s Körbchen
jetzt!\"
Auch Alun und Loo waren auf dem Pier - und der Tuvalese war ein wenig verwirrt - auch diese... Pearl wirkte irgendwie unreal - die ungewöhnlichen Farben ihrer Kleidung und selbst ihrer wuschelig-kurzen Frisur (sie hatte echt silberne Haare!) wirkten so... seltsam flächig. Und als Rabensteyn fragte, was sie hier eigentlich wollte, nahm sie diese eigenartige Brille ab und präsentierte dichtbewimperte, große und klare Augen, die... amethystfarben waren. Und statt zu antworten, fragte sie: \"Kann ich hier Asyl beantragen?\"
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`Behind Oahu´
« Antwort #25 am: 06. Januar 2016 - 15:27:25 »

So - frisch aus der Werkstatt - flach und spacig:




Typische Fahrzeuge von Rabensteyn´s Söldnern - und natürlich...




Pearl´s knallroter Heli. Ich finde, das kommt schon recht nah an die Teile aus The Sixth Day heran. Die fand ich stylo!

Und das hier...



...brauche ich auch noch - ein Exploring Shuttle.



Das Ding hat sogar eine `gekachelte´ Oberfläche! Ich wollte was bauen, das so richtig schön Spätsiebziger-Jim-Burns-mäßig aussieht - deshalb ist es so... rund. So wie das Teil am Anfang von PROMETHEUS.
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970 - 01:00:00 von 1452090790 »
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`Behind Oahu´
« Antwort #26 am: 08. Januar 2016 - 07:40:33 »

Der Kommunikationsoffizier

...warf einen interessierten Blick auf Alun´s Ausrüstung, bevor sie diese von ihm zurückbekam: \"Keine Knarre? Ist das nicht ein wenig leichtsinnig?\"
Doch die Vollsynthetin lächelte nur geduldig: \"Ich war auf der JAVELIN als Ärztin tätig. Daher fliege ich auch keine Kampfeinsätze - meine Maschine war ein Fotoaufklärer, wie Sie sehr wohl wissen...\"
Nicht zu fassen - wenn man sie so sieht, kann man kaum fassen, daß diese Person sowas wie künstlich sein soll - bis auf diese seltsamen Muster auf der Innenseite ihrer Unterarme und an ihrem Hals... Loo beschloss, diese einfach als Tätowierungen zu sehen - und fertig. Währenddessen wurden Pearl´s
Personalien durch die DATACOM-Anlage der Söldner gejagt und der EDV-Spezialist pfiff anerkennend durch die Zähne: \"Weia - sieht aus, als
würde jeder bis auf den Verein zur Erhaltung endemischer Lebensformen sie tot sehen wollen: MaxTac, ConSec, McCallum Enterprises hat sogar
schon ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt - 200000 Keyz. Die haben´s ja echt eilig... Interessant.\"
\"Sagte ja - mein Dad ist ein Arsch.\" meinte Pearl trocken.
\"Was hast Du getan, Kleine?\" fragte ein anderer Söldner und sie erwiderte: \"Habe auf den Arsch geschossen und wollte das Loch treffen - habe leider
verfehlt. Dabei ist es eigentlich groß genug...\"
Während Gelächter durch die Komandozentrale schallte und sich Rabensteyn mit der Hand vor die Stirn schlug, gab Diega dem verblüfften, wuschelhaarigen Energiebündel ihre seltsam goldfarbene Waffe zurück: \"Gibt wohl doch was, das Du nicht kannst, aber das ändere ich bei Gelegenheit - Zeit für Schießtraining, Amiga.\"
Auf Pearl´s etwas ratloses Gesicht fängt sie an zu grinsen und meint: \"Schätze, Du hast Deine Gründe gehabt, das zu tun. Ich habe diesen Nadelstreifentypen noch nie getraut.\"
\"Okay... okay - okay. Gut. Sie beantragt Asyl bei uns - und wir beantragen Asyl bei Dir.\" zeigte Rabensteyn auf Loo, der dann ebenso erstaunt aussah:
\"Was?!\"
\"Sieh mal - was meinst Du, warum wir uns hierher verkrümelt haben? Und warum SIE...\" zeigte er auf Alun: \"...uns suchen sollte? Die `Front´ ist ziemlich weit weg - aber da sind ein paar Söldnereinheiten auf der Suche nach uns - die Jungz, die sich gerade ein paar Kilometer südlich von hier mit euren Leuten anlegen - das, was Du mit Deinem fetten, grünen Raketenteil aufklären solltest. Und nun haben die Typen noch einen netten finanziellen Anreiz - nämlich Mrs. Knallroter Hubschrauber einzusammeln und ihrem reizenden Vater ihre Rübe zu präsentieren. Hey - jeder durchgeknallte und abgebrannte Söldner wird sich nun genau ansehen, wie Mrs. McCallum aussieht und auf die Jagd gehen! Möglicherweise knallen sich ein paar von denen sogar gegenseitig ab, weil sie das Kopfgeld nicht teilen wollen - aber ich würde nicht drauf wetten.\"
Der dunkelblonde Mann mit dem Dreitagebart lehnte sich an einen Tisch: \"Wir haben die AutoDoc-Units umprogrammiert, 60 Stunden bevor alle decryonisiert worden sind und sind vorzeitig mit dem Landemodul abgehauen, weil wir unsere Ruhe haben wollten. Und wir dachten uns hey, diese Insel ist weit genug weg - hier ist´s schick warm und hier ist nicht viel los - da haben wir uns wohl geirrt. Und ich bin nun mal für meine Gang verantwortlich - und nun muss ich improvisieren. Deshalb denke ich, daß es das Beste ist, offiziell Asyl zu beantragen.\"
Dann grinste er und meinte: \"Und um unseren guten Willen zu beweisen, habe ich angeordnet, daß ein paar Jungz von uns losfahren und Deinen Vogel
auf einen Tieflader packen. Und dann eiern wir alle zu Deinem Stützpunkt - na? Wär´ das was? Willkommen im Reich der Politik, Kleiner - eine
Warnung: Das ist ein mieses Spiel.\"
Loo sah den Mann mit einer undeutbaren Mine an - was keine Kunst war. Die Neuankömmlinge fanden es tatsächlich schwer, in den exotisch geschnittenen, ebenmäßigen Gesichtern der Tuvalesen eine Stimmung auszumachen - bis der Pilot zu lächeln begann: \"Okay - ich gebe mein Bestes - unter EINER Bedingung.\"
Die Leute sahen Loo verblüfft an - der Knirps hatte Nerven.
\"Interessant - was könnte das wohl sein?\" zündete sich Rabensteyn eine seiner Zigarillos an und der schmale Tuvalese antwortete: \"Sie fangen an, Alun respektvoll zu behandeln. Für mich sind Sie praktisch alle mehr oder weniger Außerirdische - wir nennen uns auch nicht Tuvalesen und wir nennen
diesen Planet auch nicht Tuvalu II - dieser Planet ist unsere ERDE und wir sind MENSCHEN. Aber ich habe kein Problem damit, Sie in einem Ton
anzureden, der nicht herablassend oder entwürdigend ist. Obwohl Ihr Neuankömmlinge uns immer gerne als `prinitiv´ hinstellt.\"
Erstaunlich - hinter diesen Leutchen mit ihren antiken Flugzeugen und simpel konstruierten Fahrzeugen schien doch ein wenig mehr zu stecken - Diega
und Rabensteyn fingen an zu grinsen und der Söldnerkommandant erwiderte schließlich: \"Habe ich kein Problem mit. Immerhin - sie und ihre Leute
haben uns ja recht lange an der Backe kleben gehabt - offenbar wären wir ohne sie gar nicht hier.\"
Pearl sah sich den Piloten an - was war DAS denn für einer? Schien in ihrem Alter zu sein - sogar ungefähr gleich groß... bisher hatte sie niemanden in dieser Kategorie kennengelernt, der sich auch nur annähernd so... wie sollte man das nennen? Ritterlich? ...verhalten wie er hier. Im Gegenteil - ihre
ehemaligen Zeitgenossen haben schon auf ihre Untergebenen herabgesehen und nicht selten kam Pearl zu Ohren, daß sie, wenn sie nachts aus den
Kneipen kamen, ab und zu einige `Malocher zusammenfallen´ ließen. Nicht zu fassen, wie es jemand schaffen kann, daß sie sich selber schäbig
fühlt, obwohl sie nicht mal direkt angesprochen wurde.
Dann knallte Loo eine flache Hand schmerzhaft auf den Rücken und Diega grinste breit: \"Da ist aber einer verschossen in unsere `Alien Lady´, was? Harhar...\"
Loo wurde knallrot und Alun drehte sich mit großen Augen zu den beiden um, während sich wieder Gelächter breitmachte: \"Oh mann, Kleiner - die ist
ja fast doppelt so groß wie Du!\"
\"Da haste dann echt was von!\"
\"Blödsinn!\" fuhr Loo auf und Diega grinste immer noch; \"Ayeah, si, si, Senor! Nur die Ruhe...\"
Loo sah sich diese Frau genau an. Eine erstaunliche Person - aber dennoch erklärte er sachlich und kühl: \"Das Erste, was Sie lernen müssen, um erfolgreich in unserer Gesellschaft zu leben ist Folgendes zu verinnerlichen: Wer sich wie ein Drecksack benimmt, wird wie ein Drecksack behandelt. Es mag sein, daß wir technologisch hinter Ihnen zurückliegen - moralisch aber denke ich, sind wir Ihnen weit voraus. Unser System baut nicht auf Unterdrückung auf, wie das der Konzerne. Unsere Soldaten kämpfen nicht für Geld, da kenne ich besser bezahlte Berufe. Wir sind Soldaten, weil es Soldaten sind, die nun gebraucht werden. Das hier ist unsere Heimat - und Sie sind hier eigentlich nicht willkommen. Und wenn Sie uns unterschätzen, werden Sie das zu spüren bekommen. Also ist es ganz simpel: Wenn Sie hier wie Gäste aufgenommen und eventuell einmal akzeptiert werden wollen - benehmen Sie sich entsprechend. Mehr verlange ich nicht.\"
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`Behind Oahu´
« Antwort #27 am: 16. Januar 2016 - 09:26:18 »

SHOW OF FORCE



Der´s aber dick

...mann!\" staunte einer der Söldner, als er den ersten dunkelgrünen M-103 der tuvalesischen Abordnung kommen sah. Insgesamt kamen drei Jeeps, begleitet von zwei typisch kastenförmigen M-113-Infanterieunterstützungsfahrzeugen, die oft einfach als \' Tetrapacks´bezeichnet wurden - und vier M-103, den unheimlich aussehenden, überschweren Kampfpanzern, die tatsächlich den Boden beben ließen. Diese beinahe 50 Tonnen schweren Ungetüme, mit 120mm-Kanonen und einem seltsam bucklig-länglich geformten, abgerundeten Flußstahlturm ausgestattet, hatten schon ihren Ruf weg unter den Neuankömmlingen. Sie waren klobig und ziemlich unbeweglich - verglichen mit den schnellen, agilen SANCTORUM-NBTs. Aber sie waren sehr massiv und stabil gebaut - und wenn sie etwas trafen, konnte man es getrost vergessen - da blieb nicht mehr viel von übrig.
Dann tauchten zwei Limousinen auf, begleitet von einem Dragon Wagon, auf dem schon Loo´s teildemontierte F-105 verladen worden war.
Und das Timing des Auftritts war perfekt, als zwei graublaue Sea-Knight-Helikopter auf dem freien Platz in der Mitte des Söldnercamps landeten - und fast 50 Soldaten aus den Heckrampen herauskamen: Die unverkennbaren Maschinen mit den Tandemrotoren machten einen Höllenlärm, während sie den Sand des nahen Strandes aufwirbelten und die Soldaten diszipliniert Stellung bezogen.
Oh, Rabensteyn wusste nur allzu gut, daß die Ausrüstung, die im Gegensatz zu ihrer und erst recht im Gegensatz zu der der Konzerne `rückständig´ war, geradezu perfekt auf diese Wasserwelt zugeschnitten war. Diese UH-46-Hubschrauber beispielsweise konnten tatsächlich auch wassern - was man ihnen auf den ersten Blick nicht unbedingt ansah. Und diese Soldaten waren keine Soldaten im eigentlichen Sinne - es waren eher waschechte Krieger. Die typischen State-of-the-Art IR-Optroniken der Invasoren nutzten auf einer tropischen Welt wie dieser ohnehin nur wenig - und den Tuvalesen machte die drückende Hitze hier natürlich nichts aus... Viele von ihnen verwendeten ein Gewehr, das aussah wie eine antike Jagdwaffe - es wurde M-14 genannt. Aber dieses anachronistisch anmutende, holzgeschäftete Gewehr hatte durchaus ein paar Besonderheiten - Dauerfeuer war eine davon.
Nein, Rabensteyn hatte durch seine Aufklärungseingeiten schnell gelernt, daß die Tuvalesen Gegner sein konnten, die man besser nicht unterschätzen sollte - zum unleugbaren Heimvorteil kam hinzu, daß sie im Gegensatz zu den Söldnern und Konzerntruppen, die großteils nur den urbanen Kampf kannten einfach in der Wildnis verschwinden konnten - und auch von ihr leben konnten. Tuvalesen konnten sehr schnell schwimmen und tauchen - und dies konnten sie auch sehr lange tun. Und sie hatten ihre Nahkampfkunst, den LUA, mit den unerfreulichsten Anleihen aus dem Pentjak Silat und dem Dim Mak verfeinert. Obwohl meist sehr entspannt wirkend und oft sogar mit einem eher freundlichen Geamteindruck gesegnet sollte man sich als möglicher Gegner also auf so Einiges gefasst machen.
Wie gut also, daß diese Abteilung hier war, um sich von der freundlichen Gesinnung seiner Leute zu überzeugen. Loo redete gerade mit den Typen aus den klotzig-langen, schwarzen Limousinen, die schon eher wie Politiker aussahen - und einige Offiziere inspizierten gerade die F-105. Die ewig lange Alun hingegen war ein absolutes Faszinosum und wurde von den tuvalesischen Soldaten mit großen Augen bestaunt, was Diega und Pearl mit einem breiten Grinsen quittierten: \"Die wird noch unser Importschlager.\"
\"Dann werde ich Ihnen nun unseren Importschlager vorstellen - unsere Verbindungsoffizierin Kou Lunh*.\" wandte sich Loo´s Vorgesetzter an Rabensteyn und wies auf eine zivil aussehende Tuvalesin, der man ansah, daß sie mehr war als nur zivil. Trotz ihrer relativ lässigen Garderobe, bestehend aus braunen Halbschuhen, der hier typischen Schlagjeans und einer pastellfarbenen, vor dem flachen Bauch verknoteten Bluse mit dem typisch batikartigen Hibiskusmuster wirkte sie... mondän. Selbst die Art, wie Kou Lunh sich bewegte verriet eine gewisse Art Eleganz, die normale Zivilisten zumeist missen lassen. Die schwarzmähnige Frau mit dem exotischen Gesicht und den schrägstehenden Mandelaugen beobachtete Rabensteyn ganz genau, während Chief Thrallik erklärte: \"Wir machen folgenden Vorschlag - wir helfen mit, Ihren Stützpunkt hier weiter auszubauen und zu befestigen. Es werden Marineversorgunfsschiffe anlegen und Versorgungsgüter anlanden - es werden Kommunikationsnetze verlegt und Sie und Ihre Leute können sich auch frei bewegen. Unsere Städte stehen Ihnen also offen, damit Sie sich akklimatisieren können. Wir denken immer noch daran, unseren Konflikt selber zu lösen - was aber nicht besagt, daß Sie und Ihre Leute nicht als militärische Berater tätig sein können - ich denke, es liegt in unserer beider Interesse, wenn wir alles daran setzen, daß unsere militärischen Ziele von Erfolg gekrönt werden.\"
Rabensteyn beobachtete diese Kou Lunh ebenfalls genau - da waren doch Ansätze von Tätowierungen zu sehen - auf ihrem Rücken und ihren Oberarmen. Diese typischen, irritierend metallicblauen Tätowierungen mit ihrer schwarzen Umrandung. Tätowierungen, wie die KOA, die trainierten Krieger sie aufwiesen. Doch diese Frau begann ihr entwaffnend breites Lächeln einzusetzen und meinte mit einer rauchigen Stimme: \"Ich bin sicher, wir werden interessante Zeiten erleben - wir lernen von Ihnen - und Sie von uns.\"
\"Das... klingt doch mal nicht schlecht.\" gab Rabensteyn überrumpelt zurück.

*Kou Lunh, sprich: Kuulunn
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« Antwort #28 am: 30. Januar 2016 - 06:49:14 »

Jeder kennt das Gezicke:



Was die Navy hat, will die Air Force auch - nun haben beide Fotodrohnen mit Staustrahlantrieb. Ist auch gut so, denn wie wir alle wissen: Was Vatikan, kan Mutti auch. Kostengünstig im Unterhalt - man kann das Ding auch mit ein paar Raketen zuhängen lassen und in einer zweisitzigen F-101 nehenherfliegen und das Ding steuern...
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`Behind Oahu´
« Antwort #29 am: 30. Januar 2016 - 13:53:49 »

Währenddessen wurde anderenorts mit unverminderter Härte weitergekämpft.

https://www.youtube.com/watch?v=s1S6N9jUmmo

Verlustreich, gnadenlos und auch in einer Intensität, die die Konzerntruppen überrascht - und die Tuvalesen erschrecken lässt - vor sich selbst. Im Inland der zahlreichen Archipel ist es schwer, gegnerische Truppen auszumachen. Natürlich haben die Tuvalesen die Ressourcen einer ganzen Welt zur Verfügung - die Konzerntruppen haben den technischen Vorsprung von etwa 80 Jahren. Der Heimvorteil aber ist auch nicht ohne.

https://www.youtube.com/watch?v=v1hl2Vju840

Auch die sehr reale Möglichkeit, von einer dieser erschreckend effektiven High-Tech-Boden-Luft-Raketen getroffen zu werden hält die Piloten der Verteidigungsstreitkräfte nicht davon ab, ihre Maschinen mit Ordonnanzien vollzustopfen, bis sie kaum noch abheben können. Das bei den Invasoren weitverbreitete STEALTH-Konzept ist hier entweder unbekannt - oder noch geheim. Und so rauschen Tag und Nacht ganze Geschwader der Century-Jets durch den Tropenhimmel, um entdeckte Söldner-, oder Konzerneinheiten mit Napalm, Streumunition - oder noch Schlimmerem einzudecken. Denn immerhin - versagen die Tuvalesen hier, gibt es kein zweites Mal. Es steht außer Frage, sich von einer Besatzungsstreitmacht unterdrücken zu lassen.



Ganze Landstriche werden so eingeäschert, während in den Werftanlagen der großen Küstenstädte weiterhin die Navy ausgebaut wird. Und so entstehen in den Trockendocks riesige Trägerschiffe und Begleitzerstörer. Die strategischen schweren Bomberflotten fliegen wiederholt Einsätze über New Caledonia, wo sie sich mit Flächenbombardements über den Industrieanlagen der Konzerne beschäftigen. Denn technischer Vorsprung hin oder her - viel... hilft viel. Und so lernen sowohl die Militärs als auch die Zivilbevölkerung beider Seiten schnell, den klagend heulenden Klang der Luftschutzsirenen zu fürchten.



Der Frontverlauf steht dabei nicht mal besonders fest - man kann sagen vom Südpol bis hin zum 64. Breitengrad ist okkupierte Zone - grob gesehen. Aber auch hier arbeiten sich immer wieder kleinere Verbände vor, um mit Kommandoaktionen für Angst und Schrecken zu sorgen. So sind die flachen und agilen Panzer der Konzerne und Söldner hier unterwegs, um Überfallaktionan zu starten - während anderenorts die antiquiert erscheinenden, unglauiblich robusten Stahlmonster der Tuvalesen die Topographie und Vegetation ausnutzen, um die an den urbanen Kampf gewöhnten Feindsoldaten in Hinterhalte zu locken - und der Infanteriekampf... Der tuvalesische Soldat ist der Teufel in Person - vor allem, wenn Gewässer in der Nähe sind. Man kann modernste ballistische und taktische Ausrüstung am Mann haben - wird dieser Mann aber von einigen Typen in einfachen Tarnuniformen problemlos für mehrere Minuten unter Wasser gezogen und ersäuft - dann war´s das. Das tropische Klima und die hohe Luftfeuchtigkeit sind zudem Gift für hochsensible Elektronik und so versagen nicht wenige Teile der hochmodernen Ausrüstung des Öfteren den Dienst. Zudem... es gibt auch Widerstand aus der Zivilbevölkerung. Sabotageakte sind an der Tagesordnung.
Ein weiteres Problem ist der Planet selbst - er ist den Invasionstruppen weitestgehend unbekannt - die überbordende Vegetation und die endemische Tierwelt kann vielerlei Risiken bergen - sei es durch die Möglichkeit sich einfach in den Dschungeln zu verirren - oder die Möglichkeit, sich unwissentlich zu vergiften. So gibt es winzigkleine Quallen, deren Nesselgift Schmerzen verursacht, die von nie gekannter Intensität sind - und eine kleine Truppe Soldaten zu finden, die beim Durchqueren einer flachen Lagune von so einem Tier überrascht wird ist kein Problem, wenn einer oder mehrere von ihnen schreien wie am Spieß. Tuvalesische Soldaten können rein theoretisch sehr lange im Feld bleiben, würden sie keinen Nachschub brauchen. Sie wissen, wie man hier überlebt - im Prinzip haben sie 800 Jahre lang nichts Anderes gemacht.
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