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  • 27. Oktober 2020 - 09:38:39
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Endlich wieder da!

Autor Thema: Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm  (Gelesen 932 mal)

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preussischblau

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Ich hasse W├╝rfel. Gr├╝ndlich.

Jaja, es gibt immer ein Zufallselement. Jaja, ein Schlachtplan ├╝berlebt nie den ersten Feindkontakt. Trotzdem!

Bei unserer Forschungsreise durch die Black Powder Regeln kamen wir am Kapitel Geb├Ąude vorbei. Also gut, mal einen Blick reinwerfen, wenn schon die T├╝r offen stehtÔÇŽ Probieren geht ├╝ber, naja ihr wisst schon. Regeln erfahren, erf├╝hlen, begreifen. Bier hilft. Scotch noch mehr.

Das Schlachtfeld ÔÇô die Preu├čen sind schon da!
Daher gibt es diesmal es ein kleines Szenario, angesiedelt irgendwann zwischen 1756 und 1763. Im Zentrum steht ein verfallenes Steingeb├Ąude , in dem sich eine preu├čische Grenadiereinheit verschanzt hat (40. F├╝silier Regiment, die Kreytzen F├╝siliere um genau zu sein), diese unterst├╝tzt von noch ein paar Truppen. Oben im Bild.

Die Habsburger erscheinen in ├ťbermacht: Mehr Einheiten, dazu gr├Â├čere und kampfst├Ąrkere Regimenter, unten links. Aber es gibt auch etliche Mauern und damit Deckung f├╝r die Preu├čen.





Die Preu├čen m├╝ssen zuerst detachieren. Neben dem Haus bezieht das 22. Regiment Prinz Moritz von Anhalt-Dessau Stellung. Das ist die Eliteeinheit in diesem Spiel, die halten die zentrale Position. Der Bereich zwischen den Mauern und dem W├Ąldchen wird vom 34. Regiment, Prinz Ferdinand Infanterie gedeckt. Zur Unterst├╝tzung stehen im Hintergrund in Marschkolonne das 12. Regiment, Erbprinz von Hessen-Darmstadt (neben dem W├Ąldchen und das Musketier Regiment Nr. 14 von Lehwaldt. Sie sind so aufgestellt, dass sie schnell sich auftuende Brennpunkte erreichen k├Ânnen.





N├Ârdlich au├čen, direkt neben dem W├Ąldchen steht das 8. Regiment, Amstell Infanterie und dahinter die Finckenstein Dragoner 10. Regiment. Die decken die Flanke.

Die ├ľsterreicher kommen im Morgengrauen
Die ├ľsterreicher r├╝cken von Osten an. Sieht auf den ersten Blick aus wie eine klassische Schlachtreihe. Soll es auch. Ist aber die getarnte Aufstellung f├╝r eine Zangenbewegung. In der Mitte nur ein wenig Standard, links und rechts auf den Fl├╝geln die starken Einheiten. Im S├╝den, rechte Flanke der ├ľsterreicher sind die Elitetruppen in Form der S├Ąchsischen Leibgrenadiergarde und die Print Maximilian Infanterie. Die Nadasdy Husaren komplettieren die Grenadiertruppen rechts.
Links stehen zwei gro├če Einheiten: Die Infanterieregimenter 1, Kaiser Infanterie und 26, Puebla Infanterie, unterst├╝tzt von der Bayerischen Preysing Infanterie. Die haben sich in den vergangenen Schlachten einen Ruf als ÔÇ×Brotzeit-InfanterieÔÇť erworben. Sie werden sp├Ąter Erstaunliches vollf├╝hren.

Zangenangriff der ├ľsterreicher
Die linke Flanke r├╝ckt nur langsam vor. Rechts sollten die Husaren und die Grenadiere so schnell als m├Âglich vorr├╝cken. Sollten. Werden aber mit einem Knall ausgebremst. Doppelsechs, Blunder! Weil die Truppen nah an der Kante stehen, besteht die Gefahr, dass sie beim Blunderwurf unkontrolliert vom Schlachtfeld rennen. Nach diesem Blunder reicht ein ungl├╝cklicher Wurf, um die ganze Flanke zu zerst├Âren. Aber es geht gerade noch mal gut. Die Einheiten rennen nicht kopflos herum, sondern bewegen sich immerhin in die richtige Richtung. Es soll aber nicht der letzte Blunder in diesem Spiel bleibenÔÇŽ


Die Preu├čen reagieren
Weiter gehtÔÇÖs auf der rechten Flanke, wenn auch langsam. Dann kommt die erste ├ťberraschung von den Preu├čen. Statt hinter der sicheren Deckung zu verharren r├╝cken die beiden zentral positionierten Regimenter auf die relativ schwache Mitte der ├ľsterreicher vor und er├Âffnen sofort das Feuer auf die ├╝berraschten Deutschmeister und die Hessen Darmstadt Infanterie. Gleichzeitig bewegen sich die beiden im Hintergrund gehaltenen Regimenter zur Unterst├╝tzung in die Mitte.



Die ├ľsterreicher kommen nicht voran
Die Artillerie der ├ľsterreicher schafft es nur ein wenig vor; Sie steht auf der halb rechten Flanke konzentriert. Sch├╝sse auf das Geb├Ąude bleiben bei der starken Deckung wirkungslos. BP rechnet +3 auf den Rettungswurf in Geb├Ąuden; ist echt schwer, jemanden durch Beschuss aus einem Haus herauszuholen. Es wird noch ein paar Jahrhunderte dauern, bis Flammenwerfer erfunden sind. Das Artilleriefeuer wird aber schnell auf die vorr├╝ckenden Preu├čen umgeschwenkt. Durch die gro├če Entfernung ist die Wirkung aber minimal. Die wenigen Treffer werden gesaved.



Ein weiterer Blunder (der zweite!) bremst wieder das Vorr├╝cken der ├ľsterreicher und verb├╝ndten Sachsen. Statt das Geb├Ąude anzugreifen bleiben sie davor h├Ąngen und beschie├čen wirkungslos die Mauern der Ruine. Auch die Kanonen kommen nicht vom Fleck. Ein dritter (!) Blunder verhindert weitere Man├Âver der ├ľsterreicher, aber nochmal Gl├╝ck im Ungl├╝ck; die Truppen bleiben stehen. Und werden weiter beschossen.



Die Kreytzen Infanterie in der Ruine wehrt sich verbissen. Sie schie├čen bis die L├Ąufe gl├╝hen und f├╝gen der Elitetruppe der S├Ąchsischen Leibgrenadiergarde heftige Verluste zu. Diese steht deckungslos und auf k├╝rzeste Entfernung im Feuer, Blunder sei Dank, kommt durch den Blunderwurf auch nicht voran und verliert dramatisch schnell gute M├Ąnner.

In der Mitte tauschen das 22. Und 34. Regiment auf Seiten der Preu├čen und das 4. Regiment sowie die Hessen Darmstadt Infanterie Salve um Salve aus.



Die rechte Flanke der Preu├čen stagniert
Auch die Preu├čen haben Pech beim Befehlswurf. Mehrmals versuchen sie, die Artillerie, die Amstell Infanterie und die Dragoner auf ihrer rechten Flanke von Norden her etwas vorzuziehen, aber jedes Mal wird der Kommandowurf verkackt. Die wenigen Kanonensch├╝sse haben keine Wirkung, das Ziel ist zu weit weg, an der Grenze der Reichweite. Auf dieser Flanke stehen sich die Kontrahenten auf gro├če Entfernung gegen├╝ber. Der Plan der Preu├čen: Sowohl die Infanterie als auch die Kavallerie sollen eilig das Schlachtfeld ├╝berqueren und die Kaiser Infanterie im Nahkampf attackieren. Das w├╝rde mit einem gemeinsamen Befehl mit drei Bewegungen klappen, die Kavallerie w├╝rde die langsameren Fu├čtruppen um Verlauf dieser Bewegung ├╝berholen, so dass diese am Ende des Zuges umgekehrt dastehen w├╝rden: Die Dragoner mit ihrem Nahkampfwert von 8 direkt im Get├╝mmel, unterst├╝tzt von der Infanterie. Aber mehrere Spielz├╝ge lang geht nix voran.



Heftiges Feuer in der Mitte
Inzwischen ist das 12. Regiment der Preu├čen nachger├╝ckt und verst├Ąrkt das Zentrum. Das 22. Regiment, die preu├čische Elitetruppe setzt den hessischen Grenadieren der ├ľsterreicher in der Mitte heftig zu. Diese stehen etwas exponiert, denn die rechts daneben stehende Deutschmeister Infanterie kann nicht auf nahe Entfernung heran, sie w├╝rde der Artillerie das Schussfeld versperren.



Um wenigstens etwas Unterst├╝tzung zu bieten, wird die gesamte Schlachtreihe der linken Flanke der Habsburger mit dem beiden gro├čen ├Âsterreichischen Regimentern so in die Mitte verschoben, dass die Puebla Infanterie ebenfalls das Feuer er├Âffnen kann. Um die ├Ąu├čerste linke Flanke soll sich die Preysing Infanterie k├╝mmern.
Die ├ľsterreicher wollen so den Druck auf die Mitte erh├Âhen, ohne die Deckung der linken Flanke aufzugeben.



Die Festung f├Ąllt
Die Ruine in der Mitte wurde heldenhaft verteidigt ÔÇô die Kreytzen Infanterie hat beim Versuch, die kleine Festung zu st├╝rmen, ein Garderegiment der Sachsen vernichtet. Aber das zweite angreifende Regiment, die Prinz Maximilian Infanterie schafft es in einem gnadenlosen Nahkampf, die Verteidiger in der Ruine zu ├╝berw├Ąltigen.







├ťber die ru├čgeschw├Ąrzten Mauern und leblosen K├Ârper der geschlagenen Soldaten hinweg steigen die Grenadiere in die Tr├╝mmer des alten Hauses und verschanzen sich umgehend. Eine dramatische Wendung f├╝r die Preu├čen: Pl├Âtzlich haben zwei Einheiten ein Garderegiment der Sachsen in der Flanke, das zu allem ├ťberfluss auch noch in befestigter Deckung steht. Ob es die S├Ąchsische Prinz Maximilian Infanterie durch aggressives Flankenfeuer auf das 14. Regiment der Preu├čen schafft, den Untergang der Husaren noch aufzuhalten und die Habsburger doch noch zum Sieg zu f├╝hren?




Nachdem die Hessen Darmstadt Infanterie in der Mitte der Habsburger vernichtet wurde, klafft in der Front eine breite L├╝cke. Die gesamte linke Flanke soll in die Mitte verschoben werden. Der das ist leichter gesagt als getan. In der Zwischenzeit:

Die Husaren reiten ins Verderben
Inzwischen haben die Nadasdy Husaren die gesamte rechte Flanke der ├ľsterreicher umrundet und befinden sich im R├╝cken der Preu├čen. Sie sollen jetzt von hinten angreifen. Aber der preu├čische Kommandeur hat das kommen sehen und positioniert das 14. Regiment, die Lehwald Infanterie hinter der Steinmauer. Die Reichweite der der Musketen reicht gerade noch aus, die Husaren zu erreichen. In einem riskanten Man├Âver sollten die Husaren weiterreiten und die Flanke wechseln. Aber das schl├Ągt auf dramatische Weise fehl. Sie schaffen nur zwei statt drei Bewegungen und bleiben genau vor den Musketen des Feindes stecken. Diese d├╝rfen wegen Querbewegung eine freie Salve abfeuern, und weil es sich um Flankenfeuer handelt, kommt die doppelte W├╝rfelzahl zum Einsatz. Die Husaren haben sich gr├╝ndlich versch├Ątzt. Statt eines schnellen Vor├╝berrittes f├╝hrt das riskante Man├Âver in das gnadenlose Feuer der Infanterie. Die Husaren erleiden nicht nur Verluste, sondern werden disordered. Sie bleiben damit in exponierter Stellung h├Ąngen, k├Ânnen sich nicht zur├╝ckziehen und werden blutig niedergemetzelt. (Anmerkung: Ich glaube, da haben die Regeln eine Macke: Wer disordered ist, darf sich nicht bewegen, aber da sollte es eine Ausnahme f├╝r die mobile Kavallerie geben, die w├╝rden ja nicht im Kugelhagel stehen bleiben ÔÇô oder haben wir da was ├╝bersehen?) Jedenfalls scheint in dieser Schlacht das Ende der Husaren besiegelt.



Das dramatische Finale
Durch verlustreiche und blutige K├Ąmpfe haben die Alliierten eine starke Position im Zentrum nehmen k├Ânnen. Sie k├Ânnen jetzt das Schlachtfeld dominieren und sowohl die Husaren hinter den Linien als auch die Mitte der Front entlasten. Dort sammeln sich zudem weitere Truppen und die Artillerie hat sich endlich eingeschossen und verursacht etwas Wirkung. Alles sieht vielversprechend aus, denn auch die preu├čischen Truppen haben erhebliche Verluste hinnehmen m├╝ssen.

Aber.

Die Wahrscheinlichkeit f├╝r eine Doppelsechs und damit einen Blunder liegt bei 2,78%. Bei rund 20 Spielz├╝gen macht das etwa in jedem zweiten Spiel f├╝r einen Spieler einen solchen Fehlwurf. Durchschnittlich. Statistisch gesehen. In diesem Spiel hatte der ├ľsterreicher aber bereits drei Blunder! DREI!

Gerade als die Sachsen die Ruine erobert hatten, gerade als die Husaren noch kurz vor dem Breaktest standen, gerade als die Truppen in der Mitte entlastet wurden, gerade als die Artillerie ÔÇô auch diese vorher schon durch zwei Blunder ausgebremst ÔÇô etwas mehr Wirkung entfaltete, gerade dannÔÇŽ schlug der vierte Blunder des Spieles ein wie eine gewaltige Salve Kart├Ątschenfeuer aus n├Ąchster N├Ąhe.

Diesmal m├╝ssen als Folge davon alle Einheiten der linken Flanke, die nach rechts ins Zentrum r├╝cken sollten, stattdessen einen Zug nach links machen. Das bedeutet, dass die m├╝hsam geschlossene und geschw├Ąchte Mitte wieder aufgerissen wird; auf die bereits schwer angeschlagenen Hessen kann sich jetzt das Feuer zweier Grenadierregimenter der Preu├čen fokussieren.



Das bedeutet auch, dass die am Spielfeldrand stehenden Bayern kommentarlos vom Schlachtfeld spazieren, ohne auch nur einen einzigen Schuss abgegeben zu haben. Damit verliert die Kaiser Infanterie ihre R├╝ckenunterst├╝tzung. Die gesamte linke Flanke der Habsburger ger├Ąt au├čer Tritt, die Mitte ger├Ąt in akute Gefahr, zu brechen.





Ausgerechnet jetzt gelingt den Preu├čen endlich ihr Man├Âver auf ihrer rechten Flanke. Das Timing f├╝r den Angriff h├Ątte nicht besser sein k├Ânnen. Die jetzt ohne R├╝ckendeckung dastehende Kaiser Infanterie bekommt die volle Wucht der Dragonerattacke zu sp├╝ren, die auch noch von der Amstell Infanterie unterst├╝tzt wird. Nur ein gewaltiger Ansturm reicht, um das gro├če Regiment an den Rand des Unterganges zu treiben. Das wars dann ÔÇô mit vier gebrochenen Regimentern m├╝ssen die Habsburger die Schlacht ruhmlos und schmachvoll geschlagen geben.

Ich hasse W├╝rfel
Schei├č auf Wahrscheinlichkeit.
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Mandulis

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #1 am: 22. November 2017 - 15:21:30 »

Auch wenn der Groll wahrscheinlich noch in dir steckt, so hat er dir doch zu einem sehr unterhaltsam geschriebenen Bericht verholfen. Napoleonische Spiele interessiere mich eigentlich gar nicht, aber den hier habe ich mit Freude gelesen. Ab und an nickt man dann; ja genau der Schei├č passiert einem bei Hail Caesar auch. :)
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Poliorketes

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #2 am: 22. November 2017 - 15:40:00 »

Sch├Âner  Bericht. Was die W├╝rfel angeht - Willkommen im Club. spiel Schach ;-) Auf keinen Fall Blood Bowl. Die Warlordsysteme sind ja eigentlich revht ausgeglichen, aber Doppelsechsen k├Ânnen da ein Spiel verderben, nicht nur vom Ergebnis, auch vom Spa├č.
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Beim Aussteigen stolpert man schon mal ├╝ber das Dach des nebenan geparkten Autos. Von Parkh├Ąusern reden wir hier lieber nicht. Sagen wir, der Wendekreis ist gro├č. (Aus einem Test des Ford Ranger)

Goltron

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #3 am: 22. November 2017 - 16:01:48 »

Wirklich tolle Bilder, h├Ątte das von den 40mm Figuren nicht erwartet!

Wer mit Warscheinlichkeiten arbeitet sollte Streuung und Risiko nicht vergessen ;). Ich bin mir ziemlich sicher das Leute mit best├Ąndigem ÔÇ×W├╝rfelpechÔÇť genau das tun...

Blood Bowl hat mmn auf hohem Niveau einen sehr geringen Gl├╝cksfaktor und auf niedrigem einen sehr hohen - eigentlich eine tolle Kombination f├╝r interessante Spiele! Das Frustpotential ist aber zugegebenerma├čen sehr hoch...
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Pappenheimer

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #4 am: 22. November 2017 - 16:09:54 »

Sch├Âner Bericht.

Die ├ľsterreicher m├╝ssen mal langsam lernen mit Kavallerie gescheit umzugehen.  ;)

Was aber das Zusammenschie├čen von Kavallerie anbelangt: das kam schon mal vor. Bisweilen wurde ja auch die eigentlich viel zu wertvolle Kavallerie als lebendige Schutzschilde zum Maskieren von Infanterie verwendet. Das w├Ąre wohl zu spezifisch der Reiterei eine Art Befehlsverweigerung wegen h├Âherer Flexibilit├Ąt zuzubilligen.

Was mir insgesamt aufgefallen ist, ist die mangelnde Flexibilit├Ąt im Denken. Hatten wir in unserem letzten Wei├čenburg-Spiel aber auch. Eine Seite hat einen \"sch├Ânen\" Plan, kann aber dann nicht umschalten, obwohl Zuf├Ąlle wie Befehlsverweigerung der Unterf├╝hrer den urspr├╝nglichen Plan vollkommen obsolet machen.
Z.B. die Infanterie nicht zur Unterst├╝tzung zu schicken, nur weil es das Schussfeld der Ari verstellte, war typisch f├╝r das Verhalten. Mit potentiell 3 Einheiten auf eine zu feuern h├Ątte den Nachteil der evtl. ungenutzten Ari deutlich wett gemacht.

Eine Frage: Bilden die Sachsen eine eigene Brigade?
Die s├Ąchsischen Truppen hatten ja nach dem Gro├čen Nordischen Krieg einen miserablen Ruf. Ein General meinte mal sowas wie dass es eine Zumutung sei, sowas Armee zu nennen. Im ├ľsterreichischen Erbfolgekrieg haben sie eigentlich immer verloren, ├╝berwiegend prim├Ąr bedingt durch unf├Ąhiges Oberkommando. Aber denen irgendwie einen Elitestatus zuzubilligen w├╝rde mir der Anhaltspunkt fehlen - auch wenn Sachsen meine Sympathie haben.

Vielen Dank f├╝r Deine anschauliche Art durch Fotos und Text samt den Richtungspfeilen den Ablauf zu dokumentieren. Erleichtert die Auswertung und das Verst├Ąndnis. Vorbildlich!  :thumbsup:
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DonVoss

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #5 am: 22. November 2017 - 16:25:15 »

Schon ein Wahnsinn, was du hier mit selbstgegossenen Figuren zelebrierst... :thumbup:

Und dein Hausbau hat sich ja wirklich rentiert. Klasse gemacht, wie der gesamte Spielbericht.

@Hausregeln
Mir waren die H├Ąuser auch immer zu stark. Ich fand den Ansatz von \"Honours of War\" ganz gut, da keine dollen Boni zu verleihen.
Die werden sonst zu Bunkern....;)
Passt besser zu Waterloo.

Back to Spielbericht.
Erste Sahne....:)

DV
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Strand

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #6 am: 22. November 2017 - 16:56:54 »

Daf├╝r, dass Du die W├╝rfel so gehasst hast, ist das ein sehr sch├Âner Spielbericht geworden.  :thumbup:

3x Blunder ist aber definitiv keine Seltenheit. Generell muss man sich als Wargamer ein dickes Fell zulegen (seien es Aktivierungen bei Lion Rampant, Man├Âvertests bei FOG, Ballaufnahmen bei BloodBowl, etc.). Das sagt sich leichter als umgesetzt - selbst mir geht nach 35 Jahren Tabletop-Hobby ab und zu der Gaul durch - aber manchmal hat man an bestimmten Tagen einfach nicht den Auftrag.
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ÔÇťNever trade the joy of playing for the pursuit of victory, and lead by example.ÔÇŁ

newood

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... einfach noch einmal spielen !
« Antwort #7 am: 22. November 2017 - 17:16:47 »

Wirklich, die Berichterstattung ist auch dieses Mal bestechend !

mfg
newood
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Riothamus

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #8 am: 22. November 2017 - 17:56:50 »

Ich bin begeistert: :thumbsup: , :thumbsup: , :thumbup: mit *, Eichenlaub und Mozartkugel.
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Gru├č

Riothamus

Tabris

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #9 am: 22. November 2017 - 18:31:43 »

Ich hatte eigentlich bisher den Aufbaubeitrag bel├Ąchel... 40mm ist doch was f├╝r Grobmotoriker und Leute die Massenbemalung scheuen dachte ich mir.

Aber der Spielbericht und die Bilder haben mich devinitiv eines Besseren belehrt. Mein Respekt und :thumbsup:
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\"Ein Mann, der unterwegs von pl├Âtzlichem Regen ├╝berrascht wird, rennt die
Strasse hinunter, um nicht nass und durchtr├Ąnkt zu werden. Wenn man es
aber einmal als nat├╝rlich hinnimmt, im Regen nass zu werden, kann man mit
unbewegtem Geist bis auf die Haut durchn├Ąsst werden. Diese Lektion gilt
f├╝r alles.\"

HAGAKURE von Yamamoto Tsunetomo

preussischblau

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #10 am: 22. November 2017 - 20:29:17 »

Danke f├╝r das vielf├Ąltige und supernette Feedback! Freut mich wenns gef├Ąllt. Macht Spa├č, das Ganze Revue passieren zu lassen, ist sogar ein Lerneffenkt dabei. Es ist ein Trost, wenn es anderen mit den verflixten W├╝rfeln auch so geht. Ein weiterer Trost war, dass der Scotch nach dem Spiel noch nicht alle war. Jedenfalls nicht unmittelbar danach.
Zitat von: \'Pappenheimer\',\'index.php?page=Thread&postID=262613#post262613
Die ├ľsterreicher m├╝ssen mal langsam lernen mit Kavallerie gescheit umzugehen. ;)
Ja, im Nachhinein w├Ąre es schlauer gewesen, zu warten bis das Haus besetzt ist und dann die ├╝brige Infanterie frontal anzugreifen, dann mit Unterst├╝tzung aus dem eroberten Haus. Und die Arti weiter nach vorne. Und... aber hinterher ist man immer schlauer - jedenfalls dazugelernt.

In Sachen Brigade: Ja und nein. Wir haben 2 Kommandeure, aber (noch) keine Abgrenzung der Brigaden. Das kommt sp├Ąter mal. Nur die s├Ąchsische Leibgrenadiergarde ist Elite, die anderen nicht. Ich habe nach einer Ausrede gesucht, Grenadierfiguren mit den hohen M├╝tzen auch f├╝r die Habsburger zu verwenden. Weil die ├ľsterreicher (und Russen) andere Grenadierm├╝tzen hatten, bleiben halt nur Sachsen. Versuche in dem Rahmen, den Figuren hergeben, schon so historisch korrekt wie m├Âglich zu sein - auch wenn Kompromisse nicht zu vermeiden sind.
Zitat von: \'DonVoss\',\'index.php?page=Thread&postID=262615#post262615
Mir waren die H├Ąuser auch immer zu stark.
Ich fands eigentlich passend. Nur Beschuss hilft wenig bei Steinmauern, da haben Kanonen und Musketen Probleme. Aber im Nahkampf hats ja dann geklappt. Man sagt ja, der Angreifer sollte mindestens doppelte ├ťbermacht haben, und das war ja der Fall; auch wenns die schicken roten Elitesoldaten erwischt hat, das Ziel wurde erreicht.

Zitat von: \'Tabris\',\'index.php?page=Thread&postID=262632#post262632
40mm ist doch was f├╝r Grobmotoriker und Leute die Massenbemalung
Da hast Du zweifellos Recht, trifft bei mir alles zu :D . Freue mich umso mehr, wenns Dir (trotzdem) gef├Ąllt! :thank_you_1: Solche Massen wie Dirk werde ich nie hinkriegen, aber so langsam wirds besser. Hab ja erst vor etwa 20 Monaten angefangen. Ist ja bei mir historisch bedingt mit den 40mm .
Gibt es eigentlich f├╝nfseitige W├╝rfel? :pinch:
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Dirk Tietten

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #11 am: 23. November 2017 - 01:53:23 »

Sch├Âner lebendiger Spielbericht.
Das mit den Blundern kann schon recht frustrierend sein ,deshalb sollte man mit m├Âglichst vielen Einheiten/Brigaden spielen damit kein Frust aufkommt.Und was die Originalwerte der H├Ąuser bei BP betrifft finde ich die viel zu stark.Bei unseren Spielen gibt es nur jeweils ein Bonus f├╝r Deckung und Kampfergebnis .Wie der Don schon geschrieben hat sind das sonst Bunker die nicht bzw. kaum zu knacken sind.

Gr├╝├če   Dirk
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Habe eigentlich immer Napoleonische Figuren 28mm f├╝r den Verkauf  :D
Und bin immer auf der Suche nach Napi-Spielern

Pappenheimer

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Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm
« Antwort #12 am: 23. November 2017 - 13:53:27 »

Zitat von: \'preussischblau\',\'index.php?page=Thread&postID=262634#post262634
]
1.
Ja, im Nachhinein w├Ąre es schlauer gewesen, zu warten bis das Haus besetzt ist und dann die ├╝brige Infanterie frontal anzugreifen, dann mit Unterst├╝tzung aus dem eroberten Haus. Und die Arti weiter nach vorne. Und... aber hinterher ist man immer schlauer - jedenfalls dazugelernt.
2.
In Sachen Brigade: Ja und nein. Wir haben 2 Kommandeure, aber (noch) keine Abgrenzung der Brigaden. Das kommt sp├Ąter mal. Nur die s├Ąchsische Leibgrenadiergarde ist Elite, die anderen nicht. Ich habe nach einer Ausrede gesucht, Grenadierfiguren mit den hohen M├╝tzen auch f├╝r die Habsburger zu verwenden. Weil die ├ľsterreicher (und Russen) andere Grenadierm├╝tzen hatten, bleiben halt nur Sachsen. Versuche in dem Rahmen, den Figuren hergeben, schon so historisch korrekt wie m├Âglich zu sein - auch wenn Kompromisse nicht zu vermeiden sind.
1.
Ich finde ja nach wie vor, dass der Umgang mit Kavallerie am schwierigsten zu erlernen ist. Sie ist schnell irgendwo hin bewegt, aber dadurch l├Ąuft man auch leicht Gefahr sie verzettelt einzusetzen. Z.B. wenn die Infanterie nicht nachkommt. Dann kann sie leicht zusammengeschossen werden. Gegen Linieninfanterie hat sie halt frontal kaum eine Chance. Gerade auf so engem Raum wie bei euch, wo ein Blunder schon die Truppe leicht von der Spielfeldkante hauen kann, wird es mit Kavallerie noch schwieriger. Bei unseren ersten Spielen hatte ich wiederholt meine Reiterei verheizt, weil sie irgendwie am Ende eine Stellung gegen anr├╝ckende Infanterie behaupten musste. Ein gutes Beispiel f├╝r fiese Infanterie auch hier: http://www.sweetwater-forum.de/index.php?page=Thread&threadID=21114 Das Gel├Ąnde mit der Einfriedung machte bei euch den Einsatz der Husaren ja gleich nochmal schwerer. Auf dem anderen Fl├╝gel auf die Dragoner, das w├Ąre was gewesen, vielleicht als Backup f├╝r das starke Linienregiment.

2.
Sch├Ân exotisch auch das DR Khevenh├╝ller. http://c8.alamy.com/comp/GD2FG8/austrian-cavalry-1734-GD2FG8.jpg Da hatten die Dragonergrenadiere auch diese M├╝tzen.  :thumbsup:
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