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Autor Thema: Napoleonische groß-taktische Systeme  (Gelesen 4173 mal)

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Decebalus

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Napoleonische groß-taktische Systeme
« am: 20. April 2018 - 17:59:21 »

Großtaktische Systeme der Napoleonischen Zeit versuchen ganze Schlachten der Französischen Revolutionskriege und der napoleonischen Zeit (1789-1815) auf einem (normalen) Tisch und in einer Spielsitzung spielbar zu machen. Man soll Schlachten wie Austerlitz oder Waterloo problemlos komplett spielen können, selbst die größten Schlachten der Epoche, wie Wagram und Leipzig, sind immerhin mit mehreren Spielern an einem Wochenende umzusetzen. Dazu benutzen diese Regeln einen sehr hohen Geländemaßstab von meistens 1 Zoll = 80-100 Meter und ebenfalls einen sehr großen Abbildungsmaßstab: meistens ist eine Spieleinheit = eine Brigade von 2000-6000 Mann. Zwar haben manche dieser Regeln auch ein Punktsystem für Pick-up Spiele, doch sind großtaktische Regeln eigentlich für Szenarien zu historischen Schlachten gedacht. Diese finden sich auch zu den einzelnen Regelwerken in großer Zahl im Netz. Letztlich sind das Regeln für Spieler, die Napoleon und Wellington sein wollen und sich nicht mit der Ausrichtung und Formation einzelner Bataillone beschäftigen wollen.

Persönliche Bemerkung:
Großtaktische Systeme sind irgendwie eine Sammelleidenschaft von mir. Da ich bei den Figuren jedoch 28mm sammele, habe ich diese Regeln bisher höchstens angespielt. Diese Übersicht stützt sich also eher auf das kritische Lesen der Regeln und soll einen Überblick geben, ersetzt jedoch nicht eine aus der Praxis gewonnenen Rezension der Regeln. Ich habe den text schon mal vor ewigen Zeit angefangen und dachte, ich setze ihn jetzt einfach mal online. Verbessern kann man da ja immer noch was.

Basierung/Figurengröße:
Grundsätzlich kann man die großtaktischen Systeme in zwei Gruppen einteilen: 1. Regeln, die das Geschehen innerhalb einer Brigade ausblenden, in dem sie die ganze Brigade mit nur einer Base darstellen. 2. Regeln, die wie taktische Systeme pro Brigade einzelne Basen haben und deswegen auch Formationen darstellen können. Grundsätzlich (wie ja immer im Tabletop) kann man natürlich alle Regeln mit allen Figurengrößen spielen. Tatsächlich spielt etwa Frank Chadwick, der Entwickler von Volley & Bayonet mit 54mm Figuren. Aber sicher erscheinen kleine Figurenmaßstäbe etwas glaubwürdiger bei diesem hohen Abbildungsmaßstab. Für viele Spieler sind acht 28mm Figuren für eine ganze Brigade von 3000 Mann weniger überzeugend, als wenn sie 40 6mm Figuren verwenden.

1.   Regeln mit der Brigade = mehrere Basen

Diese Regeln stellen Brigaden mit mehreren Basen da. Damit können auch Formationen, wie Marschkolonnen, Linien oder Kolonnen, abgebildet werden. Die Basen von Napoleons Battles und Age of Empire haben eine Breite von 1“, etwa 6 Basen stellen eine Brigade dar. Hier werden dann auch Basen als Verluste weggenommen. Der Spieler übernimmt hier also auch die Funktion die Formationen seiner Brigaden zu bestimmen und bekommt das napoleonische Flair von Linie, Karree und Kolonne. Kritiker wenden hier ein, dass sei für ein System auf Brigade-Ebene eigentlich unpassend. Die gängigste Figurengröße für die eher kleinen Basen dabei 15mm mit etwa 4 Figuren pro Base.


Die Schlacht von Quatre Bras passt auf ein ziemlich kleines Spielfeld. 15mm mit \"Napoleon\'s Battles\"

Napoleons Battles von Bob Coggins & Craig Taylor
NB ist der Klassiker dieses Genres, die erste Auflage ist von 1989. Sie ist wohl das meistverkaufte historische Tabletop-Regelwerk der Welt, da sie damals von Avalon Hill als Spiel in einer Box vermarktet wurde. Inzwischen gibt es eine vierte Auflage, die wohl die Fehler der 2. und 3. Auflage vermieden hat. Insgesamt sind die Veränderungen nicht so groß, so dass man auch ein günstiges, gebrauchtes Erstauflagen-Spiel benutzen kann. NB ist ziemlich komplex und hat eine sehr juristische Regelschreibweise, die jedoch später im Nachschlagen sehr übersichtlich ist. Der Detailgrad ist sehr hoch, wobei sich Brigaden in NB fast wie Bataillone verhalten, d.h. Formationen bilden und schießen (was vor allem das Schießen der Plänkler darstellen soll). Das Kommando-System ist ein klassisches Entfernungssystem, bessere Generäle haben bessere Werte, wenn sie selbständig agieren und weitere Kommando-Reichweite. Jeder Einheitentyp in NB hat eigene Bewegungs- und Kampfwerte, außerdem enthalten die Regeln Listen mit den Werten für hunderte von Generälen. Es ist ein IGOUGO-System, jedoch kann man Kavallerie auf Reserve setzen, so dass sie in der Runde des Gegners agiert.

Age of Eagles von Bill Gray
AoE ist die napoleonische Fassung der bekannten ACW-Regeln Fire and Fury. F&F benutzt ein Aktivierungssystem, d.h. man würfelt für jede Einheit, ob und wie weit sie sich bewegen kann. Das ganze wird natürlich durch anwesende Kommandeure modifiziert. Da F&F in den USA sehr beliebt ist, wird auch AoE dort viel gespielt.

Shako (Grand Tactical) von Arty Conliffe
In der ersten Ausgabe der eigentlich taktischen Shako-Regeln gibt es eine Variante für großtaktisches Spielen. Hier stellt eine Einheit aus mehreren Basen eine Brigade dar. Wie auch Shako scheint mir auch diese Variante gut zu funktionieren.

Snappy Nappy von Russ Lockwood
Snappy Napy ist ein ziemlich konventionelles Regelwerk, dass Brigaden mit jeweils zwei Basen darstellt. Der Clou, laut Autor, ist ein offenes Moralsystem, d.h. ich würfele solange, bis ich die Moral einer Einheit bestehe, was eben bedeutet, dass jeder Moraltest in seinen Konsequenzen unübersehbar ist. Interessant ist ein Ansatz für mehrere Personen mit mehreren Tischen zu spielen, auf dem sich dann meine Corps bewegen, ohne zu wissen, was auf den anderen Tischen passiert.

Bloody Big Battles von Chris Pringle
BBB ist eigentlich Regelwerk für den Zeitraum 1850 bis 1900. Da jedoch einige Spieler diese Regeln auch für die napoleonische Zeit benutzen, kann man sie hier erwähnen. BBB ist wohl eine extrem vereinfachte Variante von Fire & Fury. Die Kommentare im Netz sind auf jeden Fall sehr positiv.

2.   Regeln mit eine Brigade = eine Base

Diese Regeln benutzen nur eine Base für eine ganze Brigade. Welche Formationen die Bataillone innerhalb der Brigade einnehmen, welche Entscheidungen der Brigade-General trifft, bleibt dabei völlig den Würfeln überlassen und soll den Spieler, der ja der Armeebefehlshaber ist, nicht beschäftigen. Zu diesen Regeln gehören die Klassiker Volley & Bayonet und Grande Armee. Sie benutzen für die Brigade Basen von 3“ Breite. Selbstverständlich kann man, um Platz zu sparen, auch kleinere Basen verwenden, so dass auch 6cm, 5cm, 4cm oder sogar 2,5cm breite Basen von Spielern benutzt werden. Die Fläche der Base soll dabei den Bereich von etwa 300 mal 300m darstellen, indem sich die Bataillone der Brigade befinden. Es ist also klar, dass eigentlich der meiste Bereich der Base leer ist. Die Kopfstärke der Brigade wird dabei bei VnB und GA durch ein Roster notiert, bei FPGA und MdE ist sie standardisiert, so dass stärkere und schwächere Briganden nicht unterschieden werden. Diese Regeln erfreuen sich besonderer Beliebtheit bei 6mm Spielern, die auf der Base oft die Formationen unterschiedlicher Bataillone darstellen.


Vier britische Brigaden von Waterloo in 6mm.

Volley and Bayonet von Frank Chadwick
Der Klassiker VnB liegt inzwischen in der zweiten Auflage vor. Es handelt sich um ein Regelwerk, das mit wenigen Spezialregeln für den gesamten Zeitraum von der Einführung des Bajonetts (um 1700) bis zum Ende geschlossener Formationen (um 1900) gilt. Die Regeln sind eher konventionell, fast altmodisch – es wird Moral getestet, geschossen, Verluste entfernt etc. Sie erlauben aber offensichtlich ein schnelles, strategisch anspruchsvolles Spiel, so dass das Spiel eine überzeugte Fan-Gemeinde hat. Es ist ein ausgeprägtes IGOUGO-System, in dem eine Runde eine Stunde darstellt. Die Bewegungsreichweiten sind sehr hoch, werden aber durch Manöverprobleme begrenzt. Die Kommando-Regeln sind minimal, da Chadwick der Meinung ist, Kommandoprobleme sllen durch die Spieler und nicht durch Regeln entstehen.
 
Grande Armee und Fastplay Grande Armee von Sam Mustafa
GA ist vielleicht das innovativste Spiel, das hier vorgestellt wird und hat nicht umsonst viel Beachtung bekommen. Es war das Regelwerk mit dem Sam Mustafa bekannt wurde und mit dem er erstmals seine Art der außergewöhnlich klar und gut formulierten Regeln begonnen hat. Zuerst einmal hat GA ein ausgeprägtes Kommandosystem, dass auf Aktivierung durch Kommandopunkte beruht (ähnlich wie DBx). Dabei hat GA jedoch keine festen Runden, so dass der Spieler einschätzen muss, wieviel er in einer Runde unternehmen kann. Zusätzlich hat GA ein konsequent umgesetztes Abnutzungs-System. Brigaden haben einen Stärkewert, der Moral UND Kopfstärke beinhaltet (d.h. 2000 Gardegrenadiere haben etwa einen höheren Stärkewert als 5000 Landwehrsoldaten). Der Kampf misst also einfach nur Stärke gegen Stärke, es gibt keine gesonderte Moral etc. Dieser Stärkewert sinkt durch Beschuss und Kampf, kann aber durch Erholung in der Reserve auch wieder gesteigert werden. Bewegung hat einen Zufallswert dabei, Beschuss findet nur durch Plänkler statt. Wetter und Zeitablauf der Schlacht spielen eine große Rolle. GA setzt wohl den Abnutzungscharakter napoleonischer Schlachten perfekt um, erscheint jedoch auch vielen Spielern als zu abstrakt. Da Sam Mustafa an seiner Honour-Reihe arbeitet, hat er GA abgegeben. Eine zweite (unveränderte) Auflage ist in Vorbereitung.
FPGA ist eine überarbeitete Fassung der GA-Regeln, die auf der Yahoo-group heruntergeladen werden kann. Hier werden die variablen Stärken der Brigaden zugunsten von einheitlichen Stärken abgeschafft, so dass Listenführung unnötig ist. Auch sonst sind die Regeln deutlich vereinfacht.

Polemos: Marshal de Empire von Chris Grice
MdE ist ein Teil der napoleonischen Regeln des 6mm-Figuren-Herstellers Baccus. Der andere Teil im Regelbuch (General de Division) ist für taktisches Spiel mit Bataillonen. Für MdE werden die offiziellen Basen von Baccus von 6*3 cm Größe genommen, mit denen man auch das Bataillons-System von Polemos General de Division, das in gleichen Regelbuch ist, spielen kann. Für MdE werden einfach zwei dieser Basen hintereinander gestellt. Da die Polemos Spiele ihre Entfernungen in der Breite der Basen messen, ist das Spiel trotzdem für jede Figurengröße geeignet. Erste Warnung: Meidet die erste Auflage, da sie von sinnentstellenden Schreibfehlern wimmelt. Die gültige zweite Auflage sollte dieses Problem nicht haben. Die Polemos –Regeln benutzen alle ein DBA-ähnliches PIP-System, haben jedoch die Besonderheit, dass die Spieler zu Beginn jeder Runde mit ihren PIPs um die Initiative bieten. Der Gewinner hat dann für den Angriff bestimmte Vorteile. Viele Spieler mögen die Regeln wegen ihrer Einfachheit, sie scheinen also zu funktionieren. Armeen in MdE werden ausgewürfelt – man muß also mit dem kämpfen, was man bekommt. Ein eigentlich interessantes und realistisches System, dass aber wohl daran krankt, dass man als Spieler einfach nicht immer die passenden Figuren hat. Wenn es der Zufall will, habe ich als Russe zwei Grenadier-Divisionen mit drei Grenadier-Brigaden. Wer hat denn so viele Grenadiere bemalt? Und wenn er es einmal auswürfelt, passiert es dann nie wieder.

Blücher von Sam Mustafa
Blücher ist irgendwie der Nachfolger von Grande Armee, aber andererseits doch ein komplett neues Spiel. War Grande Armee vor allem der Versuch die Prinzipien Abnutzung, „top down“ und zufällige Rundenlänge komplett umzusetzen, ist Blücher wohl der Ansatz, ein im Kern einfaches und schnelles System zu schaffen. Von daher ist hier vieles bekannter und weniger innovativ. Es gibt ein DBx-artiges PIP-System, dessen Clou darin besteht, dass nur mein Gegner weiß, wieviele PIPs ich habe. Es gibt IGOUGO. Mein Eindruck vom Lesen ist daher, die Spielbarkeit ist gewährleistet. Dazu verkauft Mustafa fertige Einheitenkarten, die zum einen ein Spielen ohne Figuren ermöglichen, zum anderen aber als Unterleg-Informationen für Figuren dienen können. Zusätzlich enthält das Blücher-Regelwerk Scharnhorst, ein Mini-Kampagnen-System, mit dem man bei „fiktionalen“ Armeen selbst zu einer Schlacht kommen kann.
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970 - 01:00:00 von 1524472335 »
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Bommel

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #1 am: 13. Mai 2022 - 09:14:41 »

Gibt es auch Regeln, die folgendes ermöglichen:
Ich möchte große Schlachten darstellen, aber ich möchte das eine base maximal ein Regiment darstellt.
Hat ds jemand Erfahrung?
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Decebalus

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #2 am: 13. Mai 2022 - 11:08:48 »

Meinst Du wirklich eine Base= ein Regiment, oder doch eher: eine Spiel-Einheit= ein Regiment.

Von den oben erwähnten Regeln mit mehreren Basen pro Spiel-Einheit haben ja einige den Maßstab, dass eine Base etwa einem Regiment entspricht. Die Spieleinheit ist dann aber eben eine Brigade.

Bei Volley & Bayonet, das ja eine Base=eine Spieleinheit hat, sind die Einheiten oft auch keine Brigaden, sondern Regimenter. (VnB hat bis zu 6 Stärkepunkte pro Einheit, und jeder Stärkepunkt sollen 500 Mann sein. Wenn Du da Österreicher von 1809 hast, dann haben die oft Regimenter von 2500 Mann, da nimmt man dann in VnB eine Einheit für und fasst die nicht zu Brigaden zusammen.)

Regeln bei denen Spieleinheiten Regimenter sind, gibt es eher wenig, da Regimenter in der napoleonischen Zeit ja mehr Verwaltungsgrößen als Kampfeinheiten waren. Ich kenne zwei Regeln:
- Field of Glory hat m.W. eine Spieleinheit gleich ein Regiment. Dem kann man dann auch bestimmte Truppen zuordnen, z.B. Jäger, Artillerie etc. (FoG ist halt in besonderem Maße Geschmackssache.)
- Meine eigenen Quatre Bras-Regeln haben ebenfalls eine Spieleinheit = ein Regiment von zwei Bataillonen.

Tatsächlich kannst Du aber auch einfach ein Bataillons-Regelwerk nehmen und Deine Schlachtaufstellung runterrechnen (sogenanntes "Bathtubing"). Wird wahrscheinlich auch funktionieren.
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D.J.

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #3 am: 13. Mai 2022 - 11:42:27 »

- Meine eigenen Quatre Bras-Regeln haben ebenfalls eine Spieleinheit = ein Regiment von zwei Bataillonen.

Aaah! Dein Quatre Bras Regelwerk hatte ich ja gar nicht mehr auf dem Schirm!
Da ich einen Systemwechsel vollziehen möchte, ist das für mich jetzt natürlich eine offene Tür, die du bei mir einrennst ;D  Du bist selber Spieler, weißt also was wie man was macht oder mag. Es ist auf Deutsch, hat also keine Sprachbarrieere, wie klein oder übergehbar sie auch sein mag.
Danke dir nochmal für den Hinweis, auch wenn es in einem anderen Thread ist :)
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Bommel

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #4 am: 13. Mai 2022 - 12:48:38 »

Danke dir Decebalus. Ich bin sicher da gerade sehr ungenau und versuche meine verwirrende Gedanken für euch schlüssiger zu formulieren.
Ich suche ein Regelwerk indem ich eine base ein battalion habe. Diese base sollte unabhängig zu bewegen sein. Bei "Blücher" stellt eine Base ja mehrere battalion sprich eine Brigade da. Ich würde die einheizen etwas unabhängiger bewegen können. Oder denke ich da gerade falsch?
Ich weiß nicht, ob du "Rommel" kennst, das spricht mich gerade so richtig an. Eine Base ist ein battalion. Die battalione kämpfen unabhängig voneinander. Wenn die mit anderen Kampfgruppen zusammenarbeiten wollen, benötigen sie mehr Befehle. Also versucht man dies eigentlich eher zu verhindern. Mega Spiel.
Ich suche sowas mit dem ich wirklich viele Figuren aufs Feld führen kann. Mal das Gefühl von einem Feldherr zu haben wie gerade bei Rommel.
Ist es so verständlicher. Sorry, wenn ich hier euch verwirre.
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Decebalus

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #5 am: 16. Mai 2022 - 14:03:02 »

Gehen wir der Sache mal auf den Grund.

Jetzt sprichts Du von eine Base = ein Bataillon. Vorher hattest Du von Regimentern gesprochen.

Um klar zu sehen zwei Fragen:
Wie groß sollen die Schlachten sein, die Du spielen willst?
Wieviele Einheiten (aus einer Base) willst Du im Einsatz haben? (und vielleicht noch, mit wieviel Spielern?)

Nur als Beispiel: Bei Waterloo waren (aus dem Kopf) 300 Bataillone im Einsatz. Die willst Du sicher nicht alle als einzelne Einheiten auf dem Feld haben!?

Der Vergleich mit "Rommel" ist schon ganz interessant. Jetzt ist der 2. WK halt was anderes als die napoleonische Zeit. Truppen haben z.B. eine größere Frontbreite. Die ganzen Achsen-Truppen waren wohl etwas so groß, wie Napoleon auf 3km Breite bei Waterloo im Einsatz hatte.

Gerade wegen des Rommel-Vergleichs habe ich den Verdacht, dass Du vielleicht mit einem Brettspiel ohne eindeutigem Maßstab gut fahren würdest!? Hast Du schonmal überlegt, ob Commands&Colors mit Miniaturen was für Dich wäre? (15cm Hexes mit Einheiten mit 4 Basen sollte schon episch aussehen?) Folgend ein Link für das Szenario für Waterloo:
https://www.commandsandcolors.net/napoleonics/maps/seventh-coalition-1815/576-gg03-waterloo-epic-18-june-1815.html
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Leondegrande

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #6 am: 16. Mai 2022 - 14:27:25 »

Nur eine Idee: mit Lasalle in 15mm und 500+ Punkten auf 180x120cm Platte kommt schon genau das zustande was du suchst, bei mehr Punkten auf zusätzlichen Plattenplatz natürlich noch um einiges mehr. Ich werd mal Bilder im Juli machen, obwohl die das immer nur sehr schlecht transportieren dieses epische Gefühl und den grandiosen Anblick.
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Decebalus

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #7 am: 16. Mai 2022 - 15:41:36 »

Lasalle ist jetzt eindeutig kein großtaktisches System. Und ob es für Bathtubing (also dem Runterrechnen großer Schlachten taugt) würde ich auch bezweifeln, weil ja gerade sein Reaktionssystem (Wechsel der Initiative) etwas sehr taktisches hat.
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Bommel

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #8 am: 16. Mai 2022 - 16:03:29 »

Decebalus zunächst lieben Dank, dass du dir die Mühe machst, meine Gedanken zu analysieren. Das ist mega. Diese Analyse ist hilfreich für mich. Ich suche ein Spiel dass komplette Schlachten darstellt. Ich habe hier Blücher liegen und nächsten Monat, wenn mich eventuell Sam Mustafa besucht, muss ich ihn ebenso löchern. Wollen aber Rommel in 28mm ausprobieren, also weiß ich nicht, ob wir dazu kommen.
Ja ich würde gerne große Schlachten darstellen mit vielen Figuren. Den Brettspiel Vergleich finde ich interessant. Eventuell ist es was füe mich. Tolle Idee. Black powder hat was für mich von fast Food. Ist nett in großen Schlachten, aber es macht nicht so ganz satt.
Ja ich war ja mal so verrückt und habe 300 battalione in 28mm mit perry bemalt. Leider planlos für welches Spiel und nach 10 Jahren des bemalens habe ich alle fahren verkauft. Es war Illusion, es wirklich zu spielen. Weil 3 Basen ein battalion waren. Die naive Planung war auf 20qm Spielfläche ausgelegt.
Jetzt würde ich eine base ein battalion nehmen. Formationen muss ich nicht darstellen.
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Decebalus

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #9 am: 17. Mai 2022 - 10:53:23 »

Du hast meine Fragen nicht beantwortet!

Die oben aufgeführten Regeln haben ja einen Grund: Dass nämlich einerseits große Schlachten (wie Waterloo) mit zu vielen Spieleinheiten nicht umsetzbar sind. Es gibt so die Faustregel, dass ein Spieler etwa 10-25 Einheiten noch halbwegs sinnvoll führen kann. Und dass andererseits auf einem normalen Tisch (120*180) man ja einen riesigen Geländemaßstab nehmen muss, um ein Schlachtfeld wie Waterloo unterzubringen.

Wenn Du einen riesigen Tisch hast, kannst Du selbstverständlich mit sehr vielen Spielern auch ganze Schlachten mit eher taktischen Regeln spielen: So unsere große Waterloo-Schlacht mit Black Powder oder unsere Waterloo-Schlacht auf der Tactica mit Quatre Bras. (Links such ich jetzt mal nicht raus.)

Ohne eine Angabe, mit wie vielen Spielern du welche Schlacht spielen willst, kann man Deine Frage kaum beantworten.

Grundsätzlich habe ich ja noch eine Idee (Ich fische etwas im Trüben.): Wenn es Dir nur um einen großen Tisch mit riesigen Figurenmassen geht, warum nicht ein Brigadesystem nehmen, aber die Basen (und damit die Figurenmenge) größer machen. Da Du ja Mustafa Fan bist: Warum nimmst Du nicht Blücher, aber statt eine Brigade 8cm Breite, nimmst Du eine Breite von 16cm, und verdoppelst alle Entfernungen. Plötzlich ist Dein Waterloo-Tisch 3,60 breit, Deine Brigaden sehen gewaltig aus und trotzdem spielt es sich immer noch mit einer überschaubaren Menge an Spieleinheiten. (Dass geht natürlich auch wunderbar mit Brigade-Systemen, die mehrere Basen pro Brigade haben. Bei Age of Eagles etwa kannst Du statt der 2,5cm Basen 4cm Basen (oder was auch immer) nehmen und plötzlich ist alles fast doppelt so groß. Ich habe aber den Verdacht, dass AoE nicht so Dein System ist.)
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Goltron

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #10 am: 17. Mai 2022 - 12:20:40 »

Blücher ist mmn für sowas ziemlich ideal. Wie Decebalus schon schreibt wiederspricht es sich einzelne Battalione als Elemente darstellen zu wollen aber gleichzeitig „Großtaktisch“ zu spielen.
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Bommel

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Re: Napoleonische groß-taktische Systeme
« Antwort #11 am: 17. Mai 2022 - 17:25:42 »

Vielen lieben Dank für eure Hinweise. Ich merke ich durchdenke es anscheinend nicht richtig.
Die Faustregel kam mir nie in den Sinn. Dachte es wäre händelbar. Danke diesen Gesichtspunkt hatte ich nie auf dem Schirm. Das erklärt dann auch bei den Regeln, warum sie Brigaden als kleinste Einheit nehmen. Okay. Macht Sinn. Ich dachte ich könnte dann ruhig komplette Schlachten mit der kleinsten Einheit das battalion stimulieren und dabei ruhig einen schönen Spieleabend/ Tag mit mehreren Spielern nehmen. Damit würde ich die Faustregel  ich einhalten.
Diese Information hatte ich leider nur im Kopf und nicht aufgeschrieben. Das tut mir leid. Ich war da einfach zu naiv, dass ich dachte ich alleine könnte auch 100 Einheiten sinnvoll führen. Jedoch habe ich es nie ausprobiert.  Wir waren da stets mit mehreren Spielern. Macht jetzt auch einen spieltechnischen Sinn.

Nur mehr Figuren auf dem Feld stehen, das müsste nicht sein. Ich dachte halt- wie sich jetzt herausstellt- naiv eine große Schlacht mit den vielen minis die ich noch habe, da können die dich die einzelnen battalione darstellen und zack ich kann auf den 6m Tisch problemlos eine große Schlacht simulieren.

Vermutlich hätte ich vorher nachdenken müssen, jetzt sind schon wieder knapp 600 Preußen für 1870 bemalt. Alle auf knapp 100 Basen, die 100 battalione darstellen sollten. Kavallerie und Artillerie sind nicht dazu gerechnet. Vermutlich wieder etwas to much. Ich hatte jedoch die Regeln 1870 mir mal gekauft, nachdem ich eine Vorstellung von dir dazu gelesen hatte (meine ich, dass du es warst) und es schien als wäre da das battalion die kleinste Einheit. Aber ich habe die Regeln bisher nur etwas abgelesen und das vor Jahren.
Bei Blücher hatte ich es jedoch auch erst so verstanden, daß die kleinste Einheit ein battalion ist, aber das habe ich dann auch nun richtig gelesen.

Auf jeden Fall, Decebalus danke ich dir wirklich von Herzen, dass du dir die Mühe gemacht hast ubd auch noch machst, mir bei diesen Gedanken und Ideen zu helfen. Die Einwände und Ideen von die hatte ich so gar nicht auf dem Schirm. Ich kann mich nicht oft genug dafür bedanken. Aus diesem Grund bin ich so gerne in diesem forum.

Ich vermute jedoch stark, dass ich bei all meinen Projekten definitiv immer zu viel bemalt habe. Dachte mit dem 6m großen Tisch kann man "einfach" mal große Spiele/ Schlachten locker machen. Dank der Coronazeit habe ich nur Ideen und Zeit zum malen gehabt und nicht gespielt. Jetzt bin ich etwas schlauer.
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