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Triumph! (Update 28.05.2020)

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Thomas Kluchert:
Der alte Triumph!-Thread existiert zwar wieder, aber da ich den Faden dort nicht wieder aufnehmen kann, mache ich hier einfach einen neuen Thread auf.
Die Diskussion war vor dem großen Forumscrash schon mal weiter fortgeschritten, aber da Triumph! bei uns wieder ein wenig Fahrt aufnimmt, will ich hier nochmal eine Lanze für dieses System brechen (auch, da im alten Thread bereits Mutmaßungen geäußert wurden, die meiner Meinung nach nicht der Realität entsprechen). Zudem ist mittlerweile die Version 1.0 herausgekommen, während dort noch die Betaversionen diskutiert wurden.

Über die Mechanismen gibt der bereits verlinkte Blogpost von Maerk schon ausführlich Auskunft. Ich bin selbst alter und großer Fan von DBA und war erstmal skeptisch, was Triumph! an Änderungen mitbringt. Mittlerweile bin ich aber sehr von Triumph! überzeugt: es erhält die Stärken von DBA 2.2 und geht die Schwächen recht effektiv an. Vor allem spielt es sich ausgeglichener, da die Armeen mit Punkten gebaut werden. Zudem ist das Geländesystem differenzierter (wenn auch ein klein bisschen umständlich). Auch durch ein paar neue taktische Optionen wie ein Flankenmarsch oder die mögliche doppelte Bewegung aller Elemente (wenn Feinde weit genug entfernt sind), wird die Wiederspielbarkeit (vor allem mit den gleichen Armeen) stark erhöht, Frustrationen zugleich gesenkt. Die Regeln sind gut lesbar, es gibt Diagramme und einen Index – ein schönes Gesamtpaket.

Mein Fazit: eine logische und vor allem spaßige Weiterentwicklung von DBA 2.2, die den Umfang ein wenig ausweitet, aber dafür auch Vorteile bietet.
Mittlerweile habe ich auch DBA 3.0 gespielt und würde im Vergleich sagen, dass Triumph! und DBA 3.0 jeweils nachvollziehbare Weiterentwicklungen von DBA 2.2 sind, die aber in unterschiedliche Richtungen weisen und auf gewisse Problematiken ganz andere Lösungen gefunden haben. Deswegen spielen sie sich auch vergleichsweise unterschiedlich, obwohl bei beiden noch der DBA-Motor unter der Haube steckt.

Zuletzt will ich noch auf ein paar Punkte eingehen, die im Verlaufe der alten Diskussion geäußert wurden und die ich nicht unkommentiert stehen lassen möchte:

* „26 Truppentypen sind, vermute ich, zuviel.“ – In der Realität stehen natürlich nie alle 26 Truppentypen auf dem Feld. In meinen Spielen waren es selten mehr als beispielsweise DBA bietet. Ich begrüße die Auswahl, die die Armeen doch noch etwas differenzierter macht.
* „Die Nichtberücksichtigung von Kamelen ist dabei wohl nicht zu verstehen.“ – es gibt Kamele zwar nicht mehr als eigenen Truppentyp, sie werden aber in den Armeelisten unter den verschiedenen Kavallerietypen aufgeführt.
* „Noch eine Spielfeldgröße, […] dient es der Monopolisierung.“ Die Spielfeldgröße ist ungewöhnlich und ein bisschen unpraktisch, ergibt sich aber recht logisch aus dem Aufbau und den Entfernungsangaben. Hieraus den Vorwurf einer Monopolisierung abzuleiten, finde ich absurd.
* „Umbasierungen“ – Ja, die gibt es, halten sich aber im Rahmen und sind leicht durch Sabotbases umzusetzen (wie es ja z.B. bei FoG auch bei gewissen Truppentypen üblich ist). Letztlich muss man gar nicht umbasen um zu spielen (machen wir auch nicht). Die Vorschläge einer anderen Basierung sind zudem nicht unlogisch (z.B. eine tiefere Basierung bei Kataphrakten).
* „Teils vorgeschriebene Aufstellung ebenso“ – In der Tat muss man ja einen gewissen Teil der Armee im Zentrum aufstellen. Ich finde das eher positiv, da es historischen Gegebenheiten entspricht und das Punktesystem die Notwendigkeit von Guerillakriegsführung verringert.

Frank Bauer:
Hallo Thomas,
Danke für die Erläuterungen. Spannend. Ich habe Triumph noch nicht gespielt, bin ja aber bekanntermaßen ein Riesenfan von DBA (insbesondere 3.0)
Punktesystem kennt man ja von HOTT. Das ist grundsätzlich keine schlechte Idee.
Ist es bei Triumph wie bei HOTT, dass man bei jeder Armee die volle Freiheit hat, aus allen möglichen Truppentypen zu wählen? Ich hoffe nicht, denn das würde ja die Unterscheidung verschiedener Armeen komplett ad Absurdum führen.
Ist übrigens auch einer meiner Kritikpunkte an HOTT, dass man da in jeder Armee alles aufstellen darf. Da ist es letztlich nur noch ein ästhetischer Aspekt, ob man Orks oder Elfen spielt.
Wenn es nicht so ist, führt das nicht auf der anderen Seite wiederum zu eher komplexen Armeelisten mit Minimum und Maximum Angaben für jeden Erlaubten Truppentyp pro Armee?

Thomas Kluchert:
Hallo Frank,
vielen Dank!

Es ist bei Triumph! in der Tat so, dass jeder Liste Einschränkungen über Minima und Maxima auferlegt sind, man also nicht frei wählen kann. Da alle Armeelisten online frei einsehbar sind, hier mal das Beispiel der "Later Macedonian".

Der Listenbau ist durch die relative Einschränkung der Truppentypen pro Armee sowie durch die Beschränkung der Punktkosten auf 3 Werte (schlechte Einheiten wie „Rabble“ kosten 2, normale Einheiten wie „Heavy Foot“ 3, Eliteeinheiten wie „Elite Foot“ 4 Punkte) nicht übermäßig komplex, aber in jedem Falle deutlich aufwändiger als bei DBA. Es erlaubt aber wiederum mehr Variationen mit der gleichen Armee, was ich auf Dauer (z.B. in einer Kampagne) als komfortabel empfinde. Zudem gibt es die Möglichkeit alliierte Kontingente in eine Armee aufzunehmen (die aber auch mit separaten PIPs gesteuert werden müssen und maximal ein Drittel der Punkte ausmachen dürfen).

Hier zeigt sich ganz gut, was ich oben beschrieben habe: Triumph! wälzt den Umfang des Spiels ein wenig aus, wodurch es etwas länger dauert bzw. ein wenig mehr Vorbereitungszeit benötigt, aber den Wiederspielwert auch erhöht.

Vorteilhaft ist, dass die Listen alle online verfügbar sind. Da sind mehr Informationen und Verlinkungen (etwas zu Alliierten und Gegnern) drin, ohne ein dickes Buch zu drucken und ein Smartphone hat ohnehin fast jeder in der Tasche.
Leider haben die Macher aber eine Anordnung der Listen nach historischen Einheiten gewählt, nicht nach dem Truppentyp im Spiel. So tauchen dann die gleichen Truppentypen mehrfach in einer Liste auf, weil die Armee z.B. Zugriff auf thessalische und tarentinische Reiter hat, die zwar beides „Javelin Cavalry“ sind, aber unterschiedlich aussehen. Das ist unübersichtlich und nur beim Einkaufen der Figuren praktisch. Zudem gibt es keinen Online-Armeelistengenerator (wie z.B. bei Art de La Guerre), der die Zusammenstellung deutlich erleichtern würde. Ideal wäre natürlich eine App, auf der alle Listen gespeichert wären, mit der man ohne Internetzugang Zugriff hätte und eigene Listen speichern könnte. Da fehlt denen sicher das Geld für, aber im Moment habe ich das Gefühl, dass sie den Vorteil der browserbasierten Armeelisten nicht wirklich ausnutzen.

Driscoles:
Danke Thomas, sehr interessanter Anriss der Regeln. Gut lesbar ist sehr wichtig. Habe mir gerade die Onlinelisten angesehen. Ich kann mir vorstellen, dass wir das mal testen werden.

Decebalus:
Was mich interessiert:

- Triumph hat geringere Bewegungen als DBA 3.0, oder?

- Benutzt Triumph Basentiefe als Maßeinheit (für das Zurückfallen)? DBA 3.0 hat ja zum Glück eine Alternative, so dass auch inoffizielle Basentiefen gut funktionieren.

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