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Endlich wieder da!

Autor Thema: Sens sein Waterloo  (Gelesen 3261 mal)

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Sens/)

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #30 am: 08. Dezember 2020 - 02:20:32 »

Bevor der Thread hier Staub ansetzt ::)
Preu√üische Lineninfanterie (noch ohne Anf√ľhrer, da das die zweite H√§lfte einer Perrypackung ist


Verlustmarker und ein paar Jäger

Auf die Verlusmarker kommen W√ľrfel mit 5mm(!) Kantenl√§nge
Drei weitere Einheiten plus zweimal Artillerie folgen nun endg√ľltig diese Woche. Da habe ich immer wieder mal kurz dran gesessen. Hougoumont ben√∂tigt noch ein gutes Weilchen, aber es geht voran :)
Mein Gegenspieler holt mit seinen Franzacken t√ľchtig auf, weshalb ich auch mal wieder etwas mehr Gas geben muss 😅

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D.J.

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #31 am: 08. Dezember 2020 - 05:27:45 »

Franznacken? Hat es Franznacken gesagt, mein Schatz?
 :o
Dann sagen wir nicht, dass uns die P√ľppies gefallen!
Gollum!
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Riothamus

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #32 am: 09. Dezember 2020 - 00:41:41 »

Die sind wieder toll geworden.

Die Jäger aus den Perry-Packungen sind aber eher reguläre Jäger und keine Freiwilligen Jäger. :)

(Freiwillige J√§ger h√§tten dieselbe Bewaffnung wie das Regiment, dass sie verst√§rken. Sie br√§uchten also Flinten mit Bajonett. Es wurden zwar auch ein paar B√ľchsen verteilt, aber eben an gute und bewegliche Sch√ľtze, teils auch nur an Unteroffiziere. Die Freiwilligen J√§ger waren da zwar nicht ausgenommen, aber die √ľberwiegende Mehrheit trug Flinten.

Setzt man ihnen Tschakos auf und bemalt die Gamaschen als Stiefel (Kn√∂pfe abschneiden) gehen sie aber gut als regul√§re preussische J√§ger oder Sch√ľtzen durch. Die S√§bel sind bei der Pose nat√ľrlich schwieriger zu Hirschf√§ngern zu k√ľrzen. Aber da auch dabei, wie bei den Kopfbedeckungen, die Freiwilligen J√§ger oft abwichen, gilt das auch f√ľr die Darstellung als Freiwillige J√§ger. Bei diesen Minis haben es die Perrys also nur fast geschafft.

Freiwillige J√§ger w√ľrde ich durch die normalen Minis darstellen, wobei es naheliegt, ihnen andere Kopfbedeckungen als den Tschako zu geben. Es gab Regimenter, bei denen sich die Freiwilligen J√§ger auf eine bestimmte Kopfbedeckung verst√§ndigten, aber im Prinzip hing es vom pers√∂nlichen Geschmack ab.

Ja, ich weiß, das wird immer wieder falsch gemacht, aber die Quellen könnten klarer nicht sein.)

Ich w√ľrde sie jetzt aber nicht umbemalen. Bei einem Regiment mal alle Freiwilligen J√§ger mit B√ľchse ausschw√§rmen zu lassen, geht bei der Figuren-Ratio ja. Und irgendwann hat man ja die paar Sch√ľtzen- und J√§gerbataillone beisammen und braucht eine Verwendung der Minis. Ich w√ľrde es nur nicht immer machen. In dem Sinne soll das auch nur ein Hinweis sein, wie es noch besser werden kann. :)
« Letzte √Ąnderung: 09. Dezember 2020 - 00:52:01 von Riothamus »
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Riothamus

waterproof

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #33 am: 09. Dezember 2020 - 08:17:35 »

Sehr sch√∂n anzusehen Deine Preu√üen. Dann startet Dein Projekt gerade rechtzeitig, wird ja dann zuk√ľnftig Kavallerie f√ľr die Preu√üen in Kunststoff rauskommen. Zu den "freiwilligen" J√§gern in der Box, sie sind von der Ausr√ľstung her eher als regul√§re J√§ger zu sehen. Hirschf√§nger und Stiefel sind ja schon modelliert. Aber letzten Endes erf√ľllen sie auch so den Zweck.
Als Preu√üenspieler habe ich es immer Schade gefunden das die Perrys das nicht weiter verfolgt haben. J√§ger in Metall wie bei den √Ėsterreichern w√§re sch√∂n. Auch haben die Zwillinge keine Verluste f√ľr die Preu√üen modelliert.
Und f√ľr die Reserve-Infanterie w√§re eine weitere Kunststoffbox auch sch√∂n gewesen.
Das ist aber nur etwas Jammern auf sehr hohem Niveau.
Ich bleibe hier am Ball und bin auf weitere Bilder gespannt.
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tattergreis

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #34 am: 09. Dezember 2020 - 08:24:47 »

Ich dachte, freiwillige J√§ger haben nach M√∂glichkeit Ausr√ľstung und Uniformen selbst bezahlt, wie kann man da sagen, ob die Flinten oder B√ľchsen tragen sollen?
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von Krafft

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #35 am: 09. Dezember 2020 - 08:34:09 »

die Perrys machen nur, dass worauf sie gerade bock haben. Daher hat es auch etwas gedauert bis sie die Reserve Truppen zus√§tzlich zum 9ten Reserve Regiment rausgebracht haben. Klar es gibt keine J√§ger, da die beiden Regimenter unterschiedliche Uniformen hatten. Und bei den freiwilligen J√§gern, die gab es bei jeden Regiment auch der Kavallerie. Nur wir M√§nnchenschieber halten uns nicht an das Original. So haben meine Landwehr-Regimenter Fahnen, mein 1. schlesisches Regiment hat eine Flagge und nicht nur eine wei√ü angestrichene Stange wie damals. Und bei Einheiten wo z.B. jedes Schwadron eine Fahne f√ľhrte wie bei Sachsen und Russen f√ľhrt die gesamte Einheit nur eine Fahne.
Und bei den Preussen plänkelte die dritte Reihe (d.h. normale Liniensoldaten), die freiwilligen Jäger waren Offizier-Anwärter die bei entsprechenden Verhalten befördert werden konnten.
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Sens/)

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #36 am: 09. Dezember 2020 - 10:46:43 »

Vielen Dank f√ľr die vielen Informationen und das tolle Feedback  :)
Heute ist mein Miniaturicump√§ckchen angekommen 😍
Da sind meine Kommandeure drin um meinen Einheiten√ľberschuss anf√ľhren zu k√∂nnen. Im Falle der letzten Einheiten wird ein solches Regiment die J√§ger rausboxen.
Ich finde es zwar großartig, dass bei den Perrys die Untesrchiedlichen Kompanien mit ihren Uniformen dargestellt werden. Da ich aber auf Bataillone schubsen möchte, gefällt mir das Einheitliche, wenn auch nicht historisch korrekt.
Die J√§ger sind, bei mir, √ľbrigens als Pl√§nkler geplant gewesen.
Ich werde auch Einheiten mit sehr dunklen Blautönen darstellen, was aus der Enfernung fast schwarz wirkt, um so die Blaupallette der Preußen, insgesamt, besser darzustellen
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D.J.

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #37 am: 09. Dezember 2020 - 10:51:32 »

Ich freu mich mit dir √ľber das P√§ckchen :)
Und, so vollkommen selbstlos wie ich nat√ľrlich bin (!), auf die n√§chsten Bilder :D
Sehr schönes Projekt, dass du hier am Start hast :)
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Riothamus

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #38 am: 09. Dezember 2020 - 18:18:42 »

Mir geht es da wie es D.J. geht.

@ tattergreis:

Die Freiwilligen J√§ger mussten sich nat√ľrlich an die Vorschriften halten. Sie sollten ja ihre regul√§ren Bataillone verst√§rken und waren nur dann zu gebrauchen, wenn die Ausr√ľstung passte. Daher war vorgeschrieben, dass bei ihnen nur die Uniformfarbe des Rocks anders sein sollte. (Und das Lederzeug nat√ľrlich schwarz.) Es wurde aber akzeptiert, wenn Kopfbedeckung und Seitengewehr abwichen. Also Degen oder Hirschf√§nger als Seitengewehr und Schirmm√ľtze, Cepi oder eine andere milit√§rische Kopfbedeckung statt Tschako.

Das ist ja auch klar: Das Kaliber muss ja z.B. passen. Und wer zu den Ulanen kommt, braucht eben eine Lanze, ein Dragoner kann mit kurzem Infanteries√§bel auch wenig anfangen. Es kam daher auf die Truppe an, was vorgeschrieben war und was abweichend akzeptiert wurde. Bei der Linieninfanterie war die Hauptwaffe eben die Flinte, w√§hrend nur -ich meine- 4 B√ľchsen pro Kompanie ausgegeben wurden. H√§tte jeder mitbringen k√∂nnen, was er wollte, w√§re das ein nicht beherrschbares Chaos gewesen. Bei aller Improvisation 1813 mussten doch zumindest die einzelnen Regimenter eine einheitliche Hauptbewaffnung haben, da √ľber sie die Versorgung lief und sie einheitlich eingesetzt werden sollten. (Auch das Sch√ľtzengefecht sollte ja haupts√§chlich mit der Flinte gef√ľhrt werden. Die paar ausgegebenen B√ľchsen und die regul√§ren J√§ger / Sch√ľtzen waren f√ľr die gezielten Sch√ľsse zust√§ndig.)

Die Vorschriften und anderen Quellen sind da eindeutig.

Auch der Name 'Jäger' darf nicht verwirren. Im Gegensatz zu den Mannschaften anderer Truppen hatten Jäger ein höheres gesellschaftliches Ansehen. Daher nannte man die Freiwilligen auch Jäger, um einfach mehr Leute anzuziehen.

Das Werkzeug auf dem Lederzeug ist auch so eine Sache. Die Historienmaler zeigen es regelmäßig und ich will nicht ausschließen, dass es von den Freiwilligen angeschafft wurde, um sich abzuheben. In den Vorschriften habe ich dies bisher nicht gefunden. Aber auch das kann ja zur Not einfach aufgemalt oder abgeschnitten werden.

F√ľr Berg, dass ja bis 1815 getrennt verwaltet wurde, gab es ein Bataillon Freiwilliger J√§ger. Die hatten dann B√ľchsen. √Ąhnliche Formationen will ich nicht ausschlie√üen, da in Preussen 1813 auch kleinste Tr√ľppchen aufgestellt wurden. Meist sind die aber schnell in eine gr√∂√üere Formation integriert worden. Aber hier geht es um die Freiwilligen J√§ger der Linieninfanteriebataillone und die waren als Musketiere oder F√ľsiliere ausger√ľstet.

@ waterproof:

Ja, sie haben Hirschfänger modelliert. Das hatte ich glatt falsch im Kopf und starrte eben ungläubig auf eine Mini.

Also Kn√∂pfe an den Gamaschen entfernen, Tschakos aufsetzen und es sind regul√§re J√§ger. Eigentlich m√ľssten die R√∂cke k√ľrzer sein, aber das f√§llt in dem Ma√üstab nicht auf -zumindest mir nicht- und der Rest kann meiner Meinung nach durch die passende Bemalung dargestellt werden.
« Letzte √Ąnderung: 09. Dezember 2020 - 18:22:44 von Riothamus »
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Riothamus

Riothamus

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #39 am: 09. Dezember 2020 - 18:53:57 »

Doppelpost wegen ups.

Nat√ľrlich haben die Perrys Stiefel an die Minis modelliert und ab 1812 sollten es Gamaschen sein. Nun, einfach ein Tropfen Kleber oder etwas Plastik an die richtigen Stellen und die Gamaschen mit einem leicht anderen Farbton aufgemalt...

(Stiefel statt Gamaschen war f√ľr Freiwillige J√§ger auch akzeptabel.)
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Riothamus

tattergreis

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #40 am: 09. Dezember 2020 - 19:46:08 »

Zitat
Das ist ja auch klar: Das Kaliber muss ja z.B. passen.
Wenn man die Kugeln selbst anfertigt, w√§re das kein Problem  :)

Zitat
Die Freiwilligen J√§ger mussten sich nat√ľrlich an die Vorschriften halten.
1913 nehme ich Dir das bedingungslos ab.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass J√§ger in der Infanterie wie unter FdG B√ľchsen hatten, wenn Du schreibst, dass die Instruktionen (die von Scharnhorst?)etwas anderes sagen, dann nehme ich das mal einfach so hin. Macht Tabletop etwas fl√ľssiger  8)
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Riothamus

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #41 am: 09. Dezember 2020 - 22:17:45 »

Freiwillige Jäger und reguläre Jäger waren trotz derselben Bezeichnung zwei ganz verschiedene Sachen. Wir sind heute gewohnt auf den Truppentyp zu schauen. Damals stand aber der Status im Vordergrund.

Die J√§ger hatten ein h√∂heres gesellschaftliches Ansehen. Und das sollte auch den Freiwilligen zukommen. FdG hatte ja √ľber den Dienst die schnellere Verwendung im Staatsdienst in Aussicht gestellt -ein kleines soziales Ventil, da die Regelung als gerecht empfunden wurde- und die berittenen J√§ger waren ja sowieso ein Adelskl√ľbchen. Demgegen√ľber galten die anderen Soldaten vielen eher als Bodensatz der Gesellschaft. Sie konnten sich durch den Sold allein nicht ern√§hren und waren nach der Dienstzeit sehr oft auf Almosen angewiesen, also f√ľr viele Protestanten durch Gott gestrafte Parier. Die offizielle Staatsideologie sah das zwar anders, aber Preu√üen schrieb seinen Bewohnern bekanntlich weder Gedanken noch Religion vor. Die M√∂glichkeit als J√§ger zu dienen machte den Dienst als einfacher Soldat f√ľr viele √ľberhaupt erst denkbar. Da stand also klar das Ansehen im Vordergrund. Preu√üen hatte n√§mlich auch das Problem, dass mittlerweile viele Schichten vom Milit√§rdienst befreit waren und der Milit√§rdienst immer noch als lebensl√§nglicher gesehen wurde. Also wurde zur L√∂sung der nur f√ľr den Krieg verpflichtete Freiwillige J√§ger geschaffen. Bekanntlich wurde die Aufhebung der Befreiungen f√ľr den Milit√§rdienst erst sp√§t beschlossen, da sich die Regierung auf die Unterst√ľtzung der Bev√∂lkerung angewiesen sah und kein b√∂ses Blut wecken wollte. Es spielten also auch politische Gr√ľnde hinein, den J√§gerstatus an die Freiwilligen zu vergeben. 

Und damit hatte der Staat einen durchschlagenden Erfolg. Nicht nur die vom Milit√§rdienst befreiten, sondern sogar haupts√§chlich dienstpflichtige meldeten sich als Freiwillige J√§ger. Manche St√§dte und Kommunen r√ľsteten gar einige ihrer B√ľrger aus, um ihnen diesen Dienst zu erm√∂glichen. Als hier im benachbarten Salzkotten Landwehr aufgestellt wurde, aber keine Ausr√ľstung geliefert wurde, brachte die Bev√∂lkerung des Amtes binnen Wochenfrist das Fehlende zusammen. (Ein Teil des Amtes geh√∂rte noch zum westf√§lischen Leinenanbaugebiet und auf den heute verschwundenen Heidegebieten gab es viele Schafe.) Auch f√ľr die Abteilung Freiwilliger J√§ger. Nach m√ľndlicher √úberlieferung wurde, als nicht gen√ľgend M√§nner das Geld zahlen konnten, gelost, wer noch in Gr√ľn marschieren durfte. Nach modernen Sch√§tzungen (viele Listen sind leider verloren) gab es √ľber 25.000 Freiwillige J√§ger und nur 3 bis 5.000 davon geh√∂rten den vom Dienst befreiten und eigentlich "j√§gerberechtigten" Kreisen an. Schlie√ülich war dies die erste M√∂glichkeit f√ľr Juden, in Preu√üen Milit√§rdienst zu leisten. Allerdings wurden sie sp√§ter wieder aus der Armee entfernt, auch wenn sie bef√∂rdert oder ausgezeichnet worden waren.

Die regul√§ren Truppen hatten gemischte Gef√ľhle bez√ľglich der J√§ger. Klar, man f√ľhlte sich gegen√ľber unerfahrenen Rekruten zur√ľckgesetzt, aber Disziplin, Ausdauer und Erfahrung stellen sich ja tats√§chlich nicht auf Kommando ein.

Wegen all dieser Zusammenhänge sehe ich auch den Freiwilligen Jäger im Sinne der neuen Rechtschreibung als stehenden Begriff.

Was das Kaliber angeht, war das 1813 nicht mehr so einfach wie 1618. Gewiss, jemand konnte Kartuschen mitbringen. Aber nach je nach Feuergeschwindigkeit waren die, wenn es wirklich mal hart auf hart ging, in f√ľnf bis f√ľnfzehn Minuten aufgebraucht. Denn die Taschen fasten ja nur 20 bis 24 St√ľck. Doch schon nach 12 Schuss, also m√∂glichst nach 5 Minuten sollte Ersatz kommen, verteilt von den schlie√üenden Unteroffizieren. Und die haben bestimmt nicht erst mal nach den Kartuschen des Freiwilligen J√§gers xyz gesucht.

Was die Vorschriften angeht, finden sich durchaus Briefe von Kommandeuren, die beschreiben, was sie akzeptieren mussten. Bei denen, die mir in Erinnerung sind, geht es aber mehr um die Sensation, wenn etwa beim Alter der Seitengewehre √ľbertrieben wird. Es gab mehrere Verordnungen hinsichtlich der Freiwilligen J√§ger. Ich kann nicht sagen, ob alle von Scharnhorst stammen, was aber durchaus sein kann. Ich begebe mich mal auf die Suche nach dem Wortlaut hinsichtlich Uniform und Ausr√ľstung. Das kann aber etwas dauern.

Noch drei Anmerkungen:

Die Freiwilligen J√§ger von 1813 wurden nat√ľrlich 1814 entlassen und bei denen von 1815 funktionierte einiges anders. So wird z.B. die Uniform mehr den Vorschriften entsprochen haben.

1813 war tats√§chlich angedacht, sie beweglicher und f√ľr die Aufkl√§rung einzusetzen. Dem stand aber dann ganz praktisch die mangelnde Ausbildung und die mangelnde Erfahrung entgegen. Schon bei normalen M√§rschen waren sie anfangs eine Behinderung.

Schlie√ülich ist auch zu bedenken, dass sie ihre Schusswaffen in der Regel vom Staat kauften. Schon damals kam der Privatmann ja nicht mehr so leicht an Milit√§rwaffen, auch wenn Klingenwaffen, insbesondere Hirschf√§nger, sicher noch leicht zu erlangen waren. Es d√ľrfte sogar, wie wohl zu allen Zeiten, g√ľnstiger gewesen sein, Uniform und Ausr√ľstung vom Staat (oder in fr√ľheren Zeiten Regiment) zu kaufen.

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Riothamus

tattergreis

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #42 am: 09. Dezember 2020 - 22:33:43 »

Ich meinte wirklich 1913  :)

Danke f√ľr Deine Erl√§uterungen

cheers
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Riothamus

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #43 am: 09. Dezember 2020 - 22:48:58 »

Ja, 1913, ist mir schon klar, der Dienst der Einjährig-Freiwilligen hat sich ja aus dem Dienst der Freiwilligen Jäger entwickelt.
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Riothamus

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Re: Sens sein Waterloo
« Antwort #44 am: 10. Dezember 2020 - 20:21:09 »

Den drei Bataillonen fehlt nur noch etwas Rasen. Da sie auch so schon vorzeigbar sind, hier mal ein erstes Bild

Ich hoffe, dass sie Euch gefallen. Mehr dann morgen 😉
« Letzte √Ąnderung: 10. Dezember 2020 - 20:49:22 von Sens/) »
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