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  • 27. Februar 2021 - 17:13:15
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Autor Thema: 4 Kartons voll Büchern  (Gelesen 643 mal)

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BIG

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Re: 4 Kartons voll Büchern
« Antwort #15 am: 08. Februar 2021 - 19:33:30 »

Für alle jüngeren Leser, eigentlich für alle...

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Echolot
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Sunzi

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Re: 4 Kartons voll Büchern
« Antwort #16 am: 09. Februar 2021 - 10:40:16 »

Und ja, Sunzi, die Sammlung ist nicht ganz aktuell. Auch das ist ein Grund für den Thread. Wenn ich den Rest vorgestellt habe, werde ich ganz dreist fragen, was da aus heutiger Sicht noch an Wichtigem fürs Hobby fehlt. Einen Tipp zu den Panzern habe ich dank Darkfire ja jetzt schon.
Auf jeden Fall ein spannendes Unterfangen :)
Was ich - ggf. nicht fürs Hobby konkret - empfehlen kann ist Adam Tooze (Ökonomie der Zerstörung. Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus / Wages of Destruction: The Making and Breaking of the Nazi Economy). Ein dickes Werk des Wirtschaftshistorikers der mit einigen Mythen über Hitlers Wirtschaft aufräumt und auch den Angriffskrieg detailliert beleuchtet. Details der mobilen Kriegsführung - dass z.B: Tankstellen in Grenznähe keinen Kraftstoff mehr abgeben durften - waren mir bisher unbekannt.
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Riothamus

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Re: 4 Kartons voll Büchern
« Antwort #17 am: 24. Februar 2021 - 15:59:08 »

Nachdem Maréchal Davout Tätigkeit angemahnt hat, mache ich hier mal weiter. Bevor ich antworte, mache ich aber erst mal mit der Liste und ein paar einfach vorzustellenden Büchern weiter, bei denen es um die Kriegsführung zur See geht:

Bodo Herzog, Deutsche U-Boote 1906-1966 (Lizenzausgabe von Pawlak 1990)
Dies ist ein Katalog der genannten U-Boote. Es gibt einige Texte zur allgemeinen Entwicklung und wenn ich es richtig sehe, gibt es teils für jedes U-Boot, teils für die Klassen eine Seitenansicht und 137 Fotos, auch vom Inneren, werden beworben. Es gibt auch Listen von Kommandanten, Erfolgen und Verlusten, bzw. Verbleib. Angesichts der Menge der U-Boote werden eher schütter Daten geliefert.

Ähnlich, aber ausführlicher ist
Siegfried Breyer, Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970 (Lizenzausgabe von Pawlak):
Hier gibt es jeweils eine Seitenansicht, eine Decksaufsicht und meist auch einen Querschnitt. Und es behandelt die Nationen von GB bis hin zu Polen und Jugoslawien. Dafür fehlen Fotos. Und ja, Jugoslawien hatte 1918 von Österreich die Viribus Unitis übernommen und angeblich in Yugoslavia umbenannt, was aber nicht sicher ist. Nach nicht mal einem Tag wurde sie von Italienern durch Sprengsätze versenkt.

Die Bücher dürften auch für das Hobby im engeren Sinn ideal sein, um sich für Schiffe eigene Zahlen abzuleiten und nicht von den Datenkarten der Spielehersteller abhängig zu sein.

Leonce Peillard, Die Schlacht im Atlantik
Peillard (Jurist und Seemann) schrieb eher populärwissenschaftliche Werke und schrieb teils romanhaft, sprach dafür aber auch mit Zeitzeugen. Die Anmerkungen geben zusätzliche Informationen, keine Referenz und auch eine reine Literaturliste fehlt. Das kann natürlich auch, wie früher so oft, an der deutschen Ausgabe liegen, zumal er in Frankreich für sein Werk ausgezeichnet wurde und Mitglied der Académie de marine war. Und schließlich schreibt hier ein Seemann, was bei dem Thema auch nicht ohne Bedeutung ist.

Richtig populärwissenschaftlich wird es mit
Hans Herlin (Germanist), Verdammter Atlantik - Schicksale deutscher U-Boot-Fahrer Tatsachenbericht (sic!),
bei dem die Spannung im Vordergrund steht. Er nimmt quasis viele 'moderne' Dokus vorweg. Ich habe es irgendwann mal gelesen und ordne es vom Gefühl her irgendwo bei Carell ein.

Will Berthold, Getreu bis in den Tod - Sieg und Untergang der Bismarck - Ein Tatsachenbericht,
würde ich nach kurzem Anlesen unter Spannungsliteratur einordnen. Der Autor war aber als Journalist ud Schirftsteller sehr erfolgreich und vielleicht sagt dem ein oder anderen 'Nachts, wenn der Teufel kam', etwas, das erst letztes Jahr in einer Doku, vielleicht allerdings eine Wiederholung, erwähnt wurde. Sein Umgang mit den Quellen dabei war nicht einwandfrei und ich denke, dass das auch für seine anderen Bücher gilt.

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Gruß

Riothamus

Darkfire

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Re: 4 Kartons voll Büchern
« Antwort #18 am: 24. Februar 2021 - 18:03:30 »

Ähnlich, aber ausführlicher ist
Siegfried Breyer, Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970 (Lizenzausgabe von Pawlak):
Hier gibt es jeweils eine Seitenansicht, eine Decksaufsicht und meist auch einen Querschnitt. Und es behandelt die Nationen von GB bis hin zu Polen und Jugoslawien. Dafür fehlen Fotos. Und ja, Jugoslawien hatte 1918 von Österreich die Viribus Unitis übernommen und angeblich in Yugoslavia umbenannt, was aber nicht sicher ist. Nach nicht mal einem Tag wurde sie von Italienern durch Sprengsätze versenkt.

Ja, den Breyer hab ich auch noch, der war wirklich lange Jahre Standardliteratur, wenn es um Schlachtschiffe ging. Vor allem bei 1/700 Modellbauern sehr beliebt, weil man von bestehenden Bausätzen die Ableitungen zu den Varianten machen konnt...Schwärm  ;)
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Projekte 2021
Maurice: Schlacht bei Höchstädt, Kampf um Lutzingen 28 mm

Kurfürstlich bayerische Armee Ari 100% Inf 20%, Kav 10%

Dänische/preussische Inf/ Österreichische Kav und Ari: Recherche

Kampangne Maurice 15 mm

Katalanische Armee:Ari 100% Inf 30% Kav 0%

Judge Dredd: Judge Department 60%

Maréchal Davout

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Re: 4 Kartons voll Büchern
« Antwort #19 am: 24. Februar 2021 - 19:06:42 »

Sehr gut, es geht hier weiter - da hat die Ansage des Marschalls ja Wirkung gezeigt  ;D Ich muss sagen, dass ich das hier auch interessiert verfolge. Es ist interessant, wie du die Werke kommentierst.
Die meisten Werke, die ich zum Thema habe, sind deutlich neuer, aber für Wargamer größtenteils nutzlos: Keegan, Merridale, Ferguson usw...
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Riothamus

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Re: 4 Kartons voll Büchern
« Antwort #20 am: 24. Februar 2021 - 20:12:24 »

Ja, der vor einigen Jahren verstorbene Vorbesitzer war Uniformsammler und es sind so ziemlich die Bücher, die man in Buchhandlungen finden konnte und von der Presse besprochen wurden. Es erinnert mich auch ein wenig an die Schulzeit. Wir haben da in Deutsch mal die bundesrepublikanische 'Standardliteratur' zum Thema besprochen und es ist erstaunlich, an was ich mich immer noch erinnere, nachdem ich mich ein Bisschen damit beschäftigt habe. Zur Sicherheit schaue ich immer noch mal bei Wikipdia, liege aber meist richtig. Ich hatte gedacht, mehr nachschlagen zu müssen, dafür ist meine Vorstellung sicher vom damaligen Unterricht geprägt. Es ist auch nicht unbedingt das, was man an der Uni -jenseits eines ersten Zugangs- lesen würde, auch wenn vieles ja auch dadurch aufgewertet wird, dass die Autoren Zeitzeugen waren und auch andere Zeitzeugen kannten. Der persönliche Zugang ist zwar oft problematisch, gibt aber auch viel, was ein späterer Autor nicht vermitteln kann. Und daher ist es dann hilfreich auch die alte Literatur zu haben, zumal sie auch für das Hobby interessanter sein kann.

Und da ich mich ja eher mit anderen Themen befasse, habe ich natürlich einen ganz eigenen Blick auf das Thema. Will sagen: Wenn ich etwas über die Annalen des Tacitus oder Einhards Vita Karoli Magni schreiben sollte, würde da immer die Gelehrsamkeit derer mitschwingen, bei denen ich im Laufe der Jahre darüber gelesen habe und ich wäre wesentlich weniger auf eigene Beobachtungen und die allgemeine Diskussion dazu angewiesen. Bei diesem Thema aber bewege ich mich wesentlich unsicherer und kann auch nicht einfach einen Band über diese Literatur aus dem Regal fischen.

(Unsere Deutschlehrerin schob einen Wagen mit Bänden der Schulbibliothek in den Raum, d.h. sie ließ ihn schieben, dann wurden die Bücher als Aufgabe verteilt. Wir sollten u.a. die Autoren einordnen. Ich war in der Gruppe mit den Bänden von Zentner. Im Deutschbuch waren Pressebesprechungen und für einige dabei fehlende Sachen, wurden Kopien verteilt. Ein paar Sachen fehlten in der Schulbibliothek, aber die fanden sich in den Bücherschränken bei einigen Vätern von Mitschülern. Da wird dann so ein Thema wie die Beurteilung von Sachliteratur wesentlich interessanter. Nur braucht es dazu eben eine gut ausgestattete Schulbibliothek, eine Lehrerin, die so eine Arbeit leiten kann, und etwas guten Willen bei den Schülern. Aber wir waren ja schon gewohnt, dass sie meist über das Buch hinausging.)
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Gruß

Riothamus

Maréchal Davout

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Re: 4 Kartons voll Büchern
« Antwort #21 am: 24. Februar 2021 - 20:46:44 »

Spannend finde ich auch, wie prägend der Schulunterricht offensichtlich war - das ist toll! Auch interessant, wie ihr ins Detail gegangen seid.
Das geben die Lehrpläne in Geschichte heute, zumindest in NRW und Niedersachsen, nicht her. Man könnte auch sagen, dass sie vielleicht andere Schwerpunkte setzen. Da geht es dann viel um Modernisierungstheorie, Transformationsprozesse usw., Erinnerungskultur... (viel Wehler, Sozialgeschichte, franz. Annales-Schule). Sowas hatte ich zum Beispiel als Schüler nicht in Geschichte in der Oberstufe.
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