Fazit zu Valour and Fortitude:
(kopiert aus einer facebook Gruppe)
"Tabletop is what you make it"
Für den SYW finde ich das Regelwerk gut geeignet, wenn man die skirmisher historisch korrekt spärlich verwendet. Die frontale Durchschlagskraft der Kavallerie war in meinen Spielen nie ein Problem, weil ich gar keinen Frontalangriff auf normale Infanterie durchgeführt hab, sondern nur Truppen minderer Qualität umritt.
Für die napoleonische Epoche fällt mein Urteil weniger gut aus:
mir fehlt ein wenig die größere Reichweite von Kannister gegenüber Musketenfeuer, der aggressive Einsatz von Artillerie wäre mein bevorzugtes Mittel, um gegnerische Infanterie in Unordnung zu schießen. Die Möglichkeit des Einsatzes von skirmishern in unabhängigen Gruppen (Infanterieabteilungen) war der Hauptgrund für meine anfängliche Begeisterung, die Rifle-Reichweite von 24 Zoll beim Plänkeln finde ich aber selbst auf meinen 1,7m tiefen Tischen seltsam(ich beziehe mich auf 28mm Regeln). Kavallerie-Autokill gegen Infanterie wenn diese in Linie erwischt wird ist okay, bei Angriffskolonnen sehe ich das vollkommen anders. Dass Österreicher mit der Regel "Masse" eine gute automatische Verteidigung gegen Kavallerie besitzen, passt ganz gut, dass andere Nationen diese Regel nicht für ihre Kolonnen besitzen, ist gelinde gesagt Blödsinn. Überhaupt wäre eine automatische Reaktion von Infanterie auf Kav-Angriffe wünschenswert, wenn nicht sogar zwingend notwendig.
Jervis Johnson als Regelmitautor ist eine Legende in bestimmten Kreisen, lustigerweise war mir das nicht gewahr als ich mich zur Teilnahme am Projekt (Der große Feldzug - Die napoleonische Slow-Grow Challenge) entschloss. Ich lasse mittlerweile die Finger von allen Regelwerken, die irgendwie mit Warhammer zu tun haben. V&F verzichtet auf historisch begründete Beschränkungen im Armeeaufbau, man kann aufstellen was man will, braucht keine Standardeinheiten um Elite aufzustellen. Ich bin es nicht gewohnt, dass Armeelisten von GW einen immanenten Stärkeausgleich haben, auch Punkte sind manchmal seltsam. So kommt es mir auch bei V&F vor, ich halte davon nix. Ich denke, V&F ist "broken", billige österreichische Landwehr in vergrößerten Einheiten ist stärker als dies historisch der Fall ist. Man kann das bestimmt kontern, wenn man Einheiten eher als Würfelerzeuger sieht. ich spiele lieber mit historischen Kontext und vergleiche gern militärische Doktrine. V&F ist nach meinen Dafürhalten dafür nicht das richtige Werkzeug, will es auch überhaupt nicht. Ich werde es in meiner Gruppe spielen, aber Listenoptimierung kann meines Erachtens Spiele im historischen Kontext ins Absurde führen, V&F hat keine Sicherungsmechanismen dagegen, was ich sehr kritisch sehe, wenn man Anfänger ins Hobby bringen will. Ich sehe V&F als ein Spielsystem wie viele andere, aber nicht als ein napoleonisches Regelwerk.