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  • 06. Juli 2026 - 19:57:59
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Autor Thema: DBA-Wochenendkampagne: Peleponnesischer Krieg  (Gelesen 100 mal)

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Decebalus

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DBA-Wochenendkampagne: Peleponnesischer Krieg
« am: Heute um 14:18:03 »

Wie jedes Jahr spielten wir auch diesmal unsere Wochenendkampagne, inzwischen übrigens schon die zehnte. Diesmal also Team-Play, Sparta gegen Athen. Unsere Teilnehmerzahl ist etwas nach unten gegangen, was aber tatsächlich der Kampagne gut bekam, da dafür die Spielmoral unschlagbar hoch war. Am Samstag war ja bekanntlich der heißeste Tag in Deutschland und trotz allgemeiner Erschöpfung wurde hier auch noch nach Mehrheitsbeschluss die vierte Runde gespielt. Da wir eine kurzfristige Absage hatten und dadurch eine ungerade Zahl waren, übernahm ich die Spielleitung und war bereit als Perser in das Geschehen einzugreifen. Da jedoch der notwendige Abstand zwischen den Fraktionen für ein Eingreifen der Perser niemals eintrat, geschah das nicht. Da zwei Spieler etwas früher gehen mussten, kam ich immerhin in der letzten Runde zum selbst spielen.

Als Karte hatte ich den Spielplan des Brettspiels „Pericles“ von Herman ausgewählt. Jedes Feld war eine Region, in der es drei Städte geben konnte. Durch Aktionen und vor allem Siege konnten die Städte ihr Bündnis wechseln. Jedes Bündnis bestimmte jede Runde neu einen Strategen, der die Züge auf dem Plan ausführte, und einen Archon, der Geldfragen entschied und für die Zuteilung der Generäle zu den Armeen wichtig war. Die anderen Spieler hatten das Amt der Priester und konnten Omen vergeben (= einmalige PIP-Rerolls). Der folgende Bericht ist etwas ergebnisorientiert, in eckigen Klammern stehen Regelerklärungen. Es gilt die übliche Notierung für die Ergebnisse, diese entsprechen der Reihenfolge im Text, nach dem / stehen die Punkte eines Unterstützers, der drei Elemente in die Schlacht geführt hat. 3/1 – 0/1 bedeutet also die erste Seite hat gewonnen, wobei der Unterstützer einen Punkt machte, während die zweite Seite mit einem Punkt verlor, der ebenfalls vom Unterstützer gemacht wurde.



Phalanxen gegeneinander. Man sieht unsere tieferen Basen. Bei vielen Bildern erkenne ich selbst die Armee nicht mehr, daher gibt es auch keine Zuordnung zu einzelnen Schlachten

Der peleponnesische Krieg begann im Jahr 431 v. Chr. (wir ersparen uns hier die Zählung nach Olympiaden). Während schon im Vorfeld wüste Beschimpfungen ausgetauscht worden waren [per WhatsApp], marschierten jetzt die Armeen in verschiedene Regionen ein, um ihre Interessen gewaltsam durchzusetzen. Bei Amphipolis führte Nikias die Schwarzmeergriechen gegen die Thebaner unter dem spartanischen Feldherr Brasidas siegreich ins Feld [4 – 2]. Bei Korinth trafen die Heimatarmeen aufeinander: Die Athener unter Kleon gegen die Spartaner unter Archidamos [3 – 4]. Bei Chaldike scheiterte die thessalische Armee unter dem Spartaner Lysander gegen eine Heimatarmee aus Chaldike [=other Greeks] unter Alkibiades [1 – 4]. Und auch die Aetolier unter Pericles überwanden die Armee der Stadt Syracus unter Kleomenes in Corkyra [4 – 2]. Die Überraschung war perfekt: gegen jede Erwartung hatten die Athener drei Siege und nur eine Niederlage in den ersten Feldzügen erreicht. Gleichzeitig war auch die athenische Flotte aktiv, um die unterlegene spartanische Flotte zu jagen. [Im folgenden spielten die Spieler fast immer die gleichen Armeen, weshalb diese nicht mehr angeben werden.]


Thessalische Reiter

Die folgenden Feldzüge im Jahr 427 v. Chr. verliefen ausgeglichener. Der peleponnesische Bund gewann unter Brasidas gegen Alkibiades [4 – 3] und unter Kleomenes mit den Thessaliern gegen Kleon [4 – 1]. Der attische Seebund wiederum gewann unter Pericles gegen Lysander [4 – 3] und unter Nikias gegen Archidamos [5 - 1]. Allerdings wurde die spartanische Flotte jetzt endgültig vernichtet und Sparta verzichtete ab diesem Zeitpunkt auf jede Kontrolle des Meeres. Doch das Ergebnis war trotzdem katastrophal für Athen, durch den Verlust des Zugangs zum Schwarzen Meer verlor Athen die Getreideversorgung, wodurch eine Hungersnot ausbrach [-3 Pkte. für Athen]. Durch eine völlige Blockade der Seeverbindungen nach Ägypten sollte Athen allerdings für den Rest des Krieges dieses Problem beheben.


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Decebalus

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Re: DBA-Wochenendkampagne: Peleponnesischer Krieg
« Antwort #1 am: Heute um 14:25:56 »

In den Feldzügen der folgenden Jahre, 423 v. Chr., behielt Athen die Oberhand. Pericles gewann gegen Kleomenes [4 – 0]. Alkibiades gewann mit Unterstützung durch Kleon gegen Brasidas, der durch Söldner-Peltasten unter Archidamos unterstützt wurde [2/2 – 1/0]. Nikias überwältigte in einer wilden Reiterschlacht mit den Skythen der Schwarzmeergriechen die Thessalier unter Lysander [4 – 0].


Schwarzmeergriechen mit Skythen in der Mitte


Der Krieg ging weiter (419 v. Chr.). Jetzt endlich wandten die Spartaner das Schlachtenglück und gewannen alle Schlachten. Archidamos mit Unterstützung von Kleomenes gewann gegen Kleon mit Unterstützung von Alkibiades bei Samos [3/1 – 0/1]. Lysander überwand Nikias bei Corkyra [4 – 3]. Vor allem mißlang die Sizilienexpedition von Pericles gegen eine Verteidigung unter Brasidas [0 – 4]. Hier der kleine Hinweis, dass die Spartaner im ganzen Krieg keine nennenswerten Verluste unter ihren Vollbürgern hatten [Sparta hatte eine Sonderregel für die Garde der Armeeanführer, die bei Verlust verloren gehen konnte].


Phalanxen gegeneinander

War es die kriegerische Erschöpfung? Während sich Sparta auf die Verbesserung seiner politischen Position konzentrierte, rüstete Athen auf, nützte seine Stärke aber nicht aus, so dass eine außergewöhnlich ruhige Phase mit nur einer Schlacht folgte (415 v. Chr.). Die Heimatarmee von Sparta unter Lysander mit Unterstützung durch Kleomenes gewann gegen die Heimatarmee von Athen unter Alkibiades mit Unterstützung von Kleon auf Lesbos [4/1 – 0/0]. Wie sich das Schlachtenglück und die politische Orientierung zu Sparta verlagert hatte, zeigten die Tribute [durch eine Ereigniskarte]. Sparta kontrollierte inzwischen zehn Regionen, Athen nur noch sechs. Auch die folgenden militärischen Erfolge Athens konnten den Vorsprung Spartas nicht mehr gefährden. In den folgenden Feldzügen (411 v. Chr.) gewann Pericles dank der extra aus Ägypten angerückten Unterstützung durch Kleon gegen Lysander mit Unterstützung von Kleomenes bei Amphipolis [3/2 - 3/0]. Und Nikias überwand Archidamos in Thessalia [4 – 2]. Nur Brasidas konnte mit den Trippen aus Syrakus einen Sieg für Sparta gegen Alkibiades erreichen [4 – 0].


Das war wohl die strategische Situation der vorletzten Runde

Der Krieg näherte sich dem Ende. Da immer noch die politische Situation Spartas so viel besser war, drohte die Niederlage für Athen [wie alle wussten, gab es am Ende eine Éndabrechnung der kontrollierten Regionen]. Es ging also um alles oder nichts. Doch vorher der politische Schock: Alkibiades beschloss die Seiten zu wechseln [eine Sonderregel des Charakters] und flüchtete nach Sparta. Dort musste daraufhin ein Scherbengericht ausgerufen werden [um die Teams gleich groß zu halten, musste jetzt auch ein Spartaner die Seiten wechseln]. Doch die spartanischen Generäle, durch die gemeinsamen Mahlzeiten von Blutsuppe zu einer verschworenen Gemeinschaft verbunden, wollten keinen ihrer Mitbürger vertreiben und ließen die Götter entscheiden [d.h. sie würfelten aus, wer wechseln musste]. Es traf Lysander, der eingedenk seines Ruhmes seine sofort vergebene neue Rolle als athenischer Stratege mit Pflichtbewusstsein ausfüllte. Und das Wunder geschah! Athen gewann alle vier Schlachten der letzten Kriegsphase (407 v. Chr.). Kleon [gespielt von mir] gewann mit den Schwarzmeergriechen gegen die Syrakusaner von Kleomenes [4 – 2]. Auch Pericles [gleich mein zweites Spiel] setzte sich gegen den übergelaufenen Alkibiades mit den Thessaliern durch [5 – 0]. Nikias führte die athenische Armee, die ihre Verluste mit thrakischen Reitern aufgefüllt hatte [Ereigniskarte], in den Sieg gegen die Spartaner unter Brasidas [4 – 0]. Und dann die ewige Schlacht [in der Zeit schafften wir zwei Spiele]: Nach einem 90° Frontwechsel gewannen die Aetolier unter Lysander für den attischen Seebund den letzten Sieg gegen König Archidamos [5 – 2].


Spartaner bis zum Horizont

So ein knappes Ende! Athen gewann schließlich mit 40 Ruhmpunkten gegen Sparta mit 39. Nach den Regeln sollte das Ergebnis für die Kapitulation der unterlegenen Stadt stehen (historisch hat ja am Ende Athen kapituliert). Aber das Ergebnis war so knapp, dass ich es eher als Ermattungsfrieden bezeichnen würde. Die ruhmreichsten Generäle der Bündnisse waren (= Ruhmpunkte des eigenen Bündnisses plus persönliche Ruhmpunkte):

Nikias (Athen) 71
Lysander (Sparta/letzte Runde Athen) 65
Pericles (Athen) 64
Brasidas (Sparta) 60
Archidamos (Sparta) 55
Kleon (Athen) 55
Alkibiades (Athen, letzte Runde Sparta) 52
Kleomenes (Sparta) 51


Kavalleriegetümel. Thessalier gegen Athener

Das Fazit war insgesamt sehr positiv. Es gab diesmal viel Neues in den Regeln. Besonders gut kam das Team-Spiel an (der Seitenwechsel von Alkibiades mißfiel einigen). Auch die etwas an ein Brettspiel erinnernde Vermischung von Truppenbewegungen, neutrale Städte gewinnen, Tribut erheben oder Truppenausheben kam sehr gut an. Obwohl diese Aktionen wechselnd nur von einem Spieler (dem Strategen) durchgeführt wurden, waren eigentlich alle immer aufmerksam dabei. Sehr intensiv wurde auch das Auffüllen der Armeen für die Schlachten betrieben. Während das reguläre Aufstocken von Verlusten strategische Aktionen kostete, konnte immer umsonst mit Horden aufgefüllt werden, was kaum genutzt wurde. Sehr teure Söldner (=Aux-Elemente) nur für die Schlacht wurden jedoch regelmässig gekauft. Es gab auch Möglichkeiten, die in den Regeln angelegt waren, aber nicht genutzt wurden. Das ist natürlich für zukünftige Kampagnen interessant. Obwohl die Regeln Big Battle DBA sehr leicht machten, kam es nicht einmal dazu. Die Spieler innerhalb der Teams konkurrierten vielleicht miteinander um den Erfolg, aber die Möglichkeiten zum Back-Stabbing wurden nicht ergriffen. Und auch die problemlose Möglichkeit, andere Armeen als die eigene innerhalb des eigenen Bündnisses zu spielen, wurde nicht so oft genutzt, wie ich erwartet hatte.



Noch mehr Griechen.
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Frank Bauer

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Re: DBA-Wochenendkampagne: Peleponnesischer Krieg
« Antwort #2 am: Heute um 14:49:50 »

Sehr schön, Frank. Diesmal hast du es ja sehr zeitnah geschafft, die Kampagne hier zu dokumentieren.
Wie alle bestätigt haben, war das eine der gelungensten Kampagnen.
Ich fühle mich immer noch ein bisschen schlecht, gegen meine ehemaligen spartanischen Freunde am Ende mitgeholfen zu haben, den (sehr knappen) Sieg für Athen zu holen, aber im Sinne der Kampagne war das alles gut und hatte viel Drama. Sowas kann sich nicht mal Thukydides ausdenken!
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Sorandir

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Re: DBA-Wochenendkampagne: Peleponnesischer Krieg
« Antwort #3 am: Heute um 16:45:38 »

Sehr toll mal wieder, macht Spaß zu lesen. Danke für den schönen Bericht und die tollen Bilder.
Es spricht wohl auch für die Kampagne dass sie so knapp war.
Ich finde die überraschend recht nah beieinander liegenden Ruhmpunkte der einzelnen Feldherren bemerkenswert. Entweder die Armeelisten sind gut ausgeglichen oder die Götter haben das Würfelglück gleichmäßig verteilt.
Vielleicht war es aber auch, dass diesmal die DBA-Luschen (wie ich z.B.) diesmal zu Hause blieben und ihr Cracks das unter euch ausgemacht habt  ;D
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- Kurpfalz Feldherren -

Decebalus

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Re: DBA-Wochenendkampagne: Peleponnesischer Krieg
« Antwort #4 am: Heute um 18:22:59 »

... Ich finde die überraschend recht nah beieinander liegenden Ruhmpunkte der einzelnen Feldherren bemerkenswert. Entweder die Armeelisten sind gut ausgeglichen oder die Götter haben das Würfelglück gleichmäßig verteilt.
Vielleicht war es aber auch, dass diesmal die DBA-Luschen (wie ich z.B.) diesmal zu Hause blieben und ihr Cracks das unter euch ausgemacht habt  ;D

Tatsächlich sind unsere Top-Drei-Spieler ja doch unter den ersten vier. Aber Du hast insofern recht, dass von denen jeder auch mindestens eine Niederlage kassiert hat. Und vielleicht sind die Griechen-Armeen auch ziemlich ausgeglichen, bzw.  verlangen auch nicht ganz so viel Getüftel. Wer Spartaner mit 10 Speer-Elementen spielt, muss sich jetzt weniger den Kopf machen, was die besten Kombinationen sind. Und durch das doch freie Verteilen der Generäle auf die Armeen gab es auch nie die Situation, dass man jetzt einen Top-Spieler als Nachbarn hat, der einem laufend aufs Maul gibt.
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