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  • 07. November 2026 - 13:49:07
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Autor Thema: One Hour Wargames von Neil Thomas  (Gelesen 9 mal)

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felixs

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 167
One Hour Wargames von Neil Thomas
« am: Heute um 12:52:49 »

Liebe Leute,

mal ein paar Worte zu One Hour Wargames von Neil Thomas. Weiß nicht, ob das vielleicht in einen anderen Bereich besser passen wĂŒrde, aber hier ist es vermutlich schon in Ordnung.

Vorab: Ich finde die Regeln nicht besonders gut.

Der Ansatz der Regeln ist sehr stark vereinfachend, was ich grundsĂ€tzlich gut finde. Allerdings schießt Neil Thomas an zwei Stellen weit ĂŒber das Ziel hinaus:
1) Die BeschrĂ€nkung auf genau vier Einheitentypen funktioniert fĂŒr einige Epochen halbwegs, fĂŒr andere gar nicht. FĂŒr die Piken-und-Musketen-Zeit kĂ€me man vermutlich sogar mit drei Typen gut aus (Fußvolk, Reiterei, Artillerie), fĂŒr die Dreispitz-und-Shako-Zeit könnte man das um PlĂ€nkler erweitern, brĂ€uchte eigentlich aber auch eine Unterscheidung in zwei Arten Reiterei. FĂŒr die Antike funktioniert es ĂŒberhaupt nicht gut (wobei "Antike" ohnehin problematisch ist), fĂŒr die SpĂ€tantike ("Dark Ages") ist der Truppentyp "Warband" nur fĂŒr einige Armeen sinnvoll. Etc. Es ist mal zu viel ("PlĂ€nkler" im dreissigjĂ€hrigen Krieg? Kann man machen, aber nicht auf dem Abstraktionsgrad der Regeln...) und mal zu wenig (keine BogenschĂŒtzen im Mittelalter, nur "Infantry" in der Antike).
2) Die "Vereinfachung" der Regeln besteht an vielen Stellen darin, dass wesentliche Dinge einfach weggelassen werden. Es gibt beispielsweise zwar Modifikatoren fĂŒr Flankenangriffe, es wird aber nirgends erklĂ€rt, wie die funktionieren. In den Szenarienregeln ist völlig unklar, ob man in der Runde, in der VerstĂ€rkungen eintreffen, noch mit diesen Bewegen oder Schießen darf. Solche Sachen. Das lĂ€sst sich alles ganz gut hausregeln, aber ohne Hausregeln geht es halt nicht. Die Regeln wĂ€ren wahrscheinlich ca. doppelt so lang, wenn sie vollstĂ€ndig erklĂ€rt wĂ€ren. Das wĂ€re gut gewesen.

Ansonsten sind die Regeln extrem simpel, funktionieren aber (deshalb?) gut und es ist realistisch, ein Spiel damit in einer Stunde durchzuspielen. Das ist gut. Die taktischen Optionen scheinen mir bisher ein wenig eingeschrÀnkt, aber einige interessante Entscheidungen gibt es schon.

Was aber gut ist, sind die Szenarien. Habe bisher ca. ein Drittel der enthaltenen Szenarien gespielt. Und die sind alle ganz nett bis ziemlich gut gewesen. Man kann kritisieren, dass einige der Szenarien am ehesten auf Armee-Ebene angesiedelt sind, wÀhrend andere eher kleine Gefechte, fast schon GeplÀnkel abzubilden scheinen. Aber das ist ja in Ordnung, da man sich ja etwas passendes raussuchen kann.

Problemtisch ist möglicherweise die Balance - bei Szenario 25 ("Infiltration") ist mir ziemlich unklar, wie Blau das gewinnen soll. Allerdings hÀngt ein Teil des Problems auch daran, wie man die Frage regelt, was in der Runde des Auftauchens auf dem Schlachtfeld noch an Aktionen erlaubt sein soll. Andererseits habe ich aber auch nichts gegen unausgeglichene Szenarien; spiele ja nicht des Gewinnens wegen.

Denke, ich werde demnĂ€chst mal probieren, einige der Szenarien fĂŒr andere Regeln zu adaptieren. MĂŒsste eigentlich ganz gut möglich sein.
Gespeichert
Spiele (und habe Material fĂŒr) DBA, Alien Squad Leader, Hordes of the Things.
Spiele vieles anderes gern mit (Raum Ruhrgebiet, bochumer Umland)