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Geschützrohre im TYW

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Grimnir:
Neben den erwähnten Vorteilen von Bronzekanonen - nämlich Gewicht und Korrosionsbeständigkeit - haben sie allerdings einen Nachteil: Wenn sie sich nach einigen Schüssen aufgeheizt haben, wird der Rückstoß härter und unkontrollierter.

Admiral Keppel liess 1778 die bronzenen 42-Pfünder der HMS Victory durch eiserne 32-Pfünder ersetzen (http://www.hms-victory.com/index.php?Itemid=88&id=57&option=com_content&task=view) Einer der Gründe war der besagte Rückstoß. Bei großen Kalibern ist ein unkontrollierter Rückstoß ein Risiko, dass man nicht unbedingt eingehen möchte.
Um eine Vorstellung von den Kräften zu haben, die am Werk sind: Ein eiserner 32-Pfünder hat eine ruhende Masse von 3-4 Tonnen und , falls ungesichert, einen Rückstoß von 9-15 Metern (Victory vs. Redoutable. Gregory Fremont-Barnes).

Die oben genannte Web-Quelle gibt übrigens auch das Rezept für den Korrosionsschutz von Eisengeschützen an:
The iron barrel was painted with a black composition to comb it from rust.The original formula for this was: \"To one gallon of vinegar add a quarter of a pound of iron rust, let it stand for one week; then add a pound of lamp black and three quarters of a pound of copperas; stir it up at intervals for a couple of days. Lay five to six coats on the gun with a sponge, allowing it to dry well between each application; polish with linseed oil and soft woollen rag; it will look like ebony.\"

Ob das aber schon im 17. Jhd. so praktiziert wurde, kann ich allerdings nicht sagen.

Neidhart:
\"Für eure Waffen braucht ihr Pferd und Wagen,/ unsre auf der Schulter kann man tragen./ Aus starkem Leder unsre ist gemacht,/ die Erde bebt, wenn sie kracht.\"
Aus einem deutschen Nachrichtenblatt von 1630

Etwas unsachlich, aber ich hab auch noch was richtiges.
Ich hab mir für eine Seminararbeit mal die Rüstungsproduktionen von Nürnberg, Suhl und Augsburg angesehen. (Julia Zunckel: Rüstungsgeschäfte im Dreißigjährigen Krieg, da steht alles drin oder man kommt zumindestens zu allem, was es an Literatur gibt; außer Osprey etc.).

Gekauft und verkauft wurde beides und auch hergestellt, soweit ich das noch richtig in Erinnerung habe.
Kupfer war besonders wichtig, da ein Großteil der Geschütze, die produziert wurden aus Kupfer war. Zu den Hochzeiten der Rüstungsproduktion, kann man an der Kupfer Einkaufsmenge die Zahl der produzierten Geschütze voraus sagen.
Wobei auch Wirtschaftsspionage betrieben wurde, um Fertigungstechniken für Metallkanonen aus England zu stehlen (ich weiß leider nicht mehr, wo ich das gelesen habe, ist schon etwas her).
Ebenfalls unsicher: Die Schildbürger versenken ihre Glocke im See, um sie vor der Einschmelzung zu bewahren.

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