Ich habe mich jetzt mal an diese Serie gewagt. Sie wirkt zwar ebenfalls teils sehr billig gemacht - der Vorspann sogar wie eine billige Kopie des Vorspannes von der Musketier-Serie von 2014

- aber z.T. etwas wertiger und nicht ganz so hirnrissig.
"El Capitan" EP 1-3E 2015
Regie: Enrique Urbizu, Luis Oliveros
Darsteller: Aitor Luna, Natasha Yarovenko, LucÃa Jiménez, Marcos Ruiz, Gary Piquer
Handlung: Die Geschichte wird aus der Sicht von Inigo de Balboa geschildert, der von seiner Mutter nach Madrid geschickt wird, um dort bei Diego Alatriste das Waffenhandwerk zu lernen.
Alatriste verdingt sich als Auftragskiller und Bodyguard. Er rettet zwar dem König Felipe das Leben, landet aber dennoch im Kerker. Anschließend lässt er sich für einen Anschlag auf 2 Reisende anheuern, die sich als Prince of Wales und Duke of Buckingham offenbaren (sic.!). Damit gerät Diego zwischen die Fronten, da eine Partei bei Hofe um Padre Bocanegra die Heirat der Infanta Ana mit Charles verhindern will, während Minister Olivares und sein Freund der Conde de Guadalmedina der Verbindung positiver gegenüber stehen. Nicht nur dadurch gerät der etwas kurzsichtig handelnde Alatriste in Schwierigkeiten, sondern auch weil er zahlreiche Geliebte hat, die ihn verraten könnten. Denn dadurch, dass Alatriste den Prince of Wales rettet, macht er sich mächtige Feinde, die ihn als Mitwisser des Anschlages aus dem Weg räumen wollen, allen voran Luis de Alquezar. Dessen Nichte ist aber eine Favoritin der Infanta und spielt ein doppeltes Spiel, indem sie die Pläne ihres Onkels der Infanta verrät, zugleich aber auch den Schein wahren muss. Als Inigo als Druckmittel Don Luis in die Hände fällt, entführt der verwundete Alatriste kurzerhand dessen Nichte. Dadurch kann Don Luis immerhin nicht mehr mit den Soldaten wie zuvor gegen ihn vorgehen...
Ähnlich wie bei der 3-Musketier-Serie scheint es auch 1623 in Spanien kein Gesetz im engeren Sinne zu geben. So können in aller Öffentlichkeit irgendwelche Leute getötet werden, ohne dass es für eine der Seiten nennenswerte Konsequenzen gibt - auch wenn die Täter irgendwelche Hanswürste sind. Anders als die britische Serie versucht man sich aber entsprechend den zugrunde liegenden Romanen an der Geschichte entlang zu hangeln. So soll Alatriste bei Fleurus (1622) dabei gewesen sein - ebenso wie Inigos Vater. Andere historische Ereignisse werden auch kurz erwähnt. Wie schon im Alatriste-Kinofilm gibt es bei der Ausstattung eine Zweiteilung. Bei Hofe wird sich um einen groben Look nach Gemälden bemüht, während die Schurken und Schlampen - wenn man das so als Rubrik benennen kann - irgendwie "all over the place" einmal über nen Larplager gelatscht zu sein scheinen - sinnlose Nieten an Leder"kollern", sinnlose Schnallen, die geheiligte Armstulpe

und das 93er Gedächtnisstirnband

dürfen auch nicht fehlen. Dabei sind die Settings meistens wertiger als in der "Musketier"-Serie, sprich mehr Handlungsorte und diese mit mehr Ambiente-Zeugs (die Taverne von Alatristes Konkubine mit Möbeln, die an Wanderbänke aus dem Schwarzwald erinnern, ist der Brüller

). Es gibt auch mehr Statisten oder zumindest wurde so gefilmt, dass es nach mehr aussieht. Etwas peinlich wirken die CGI-Szenen, wenn man bspw. den königl. Palast von Außen sieht - sowas hat man sich 2014 gespart. Wie bei Billigproduktionen üblich gibt es Anschlussfehler (mal hat Alatriste Ärmel am Wams und mal keine) und Szenen, die im Endprodukt keinen Sinn ergeben (wie einmal, als er im Theater auftaucht).
Bin gespannt wie es weiter geht. Es passiert auf jeden Fall mehr als in der "Musketier"-Serie und es ist eine zusammenhängendere Handlung. Dafür sind teilweise die Schauspieler unbeholfen bis cringe (wie "Der Italiener"). Es wird immerhin mehr gefochten und es gibt auch glaubhaftere Liebesszenen. Die Serie ist in Spanien offenbar komplett eingebrochen (von 2,5 Mio auf 0,5 Mio Zuseher). Mag an dem etwas hölzernen Cast liegen. Es hat nur eine Staffel gegeben und ich bin etwas gespannt wie weit man die Romane erzählen konnte.
Darsteller **
Bilder **
Story *
Fechtszenen ***