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Autor Thema: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu  (Gelesen 128314 mal)

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Pappenheimer

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Le Bossu (1959)
« Antwort #180 am: 19. Mai 2026 - 12:33:20 »

Zwar wurde der Stoff auch in den 1990ern erneut verfilmt. Aber der Inhalt beider Filme bei einzelnen gleichen Elementen ist ein vollkommen anderer. Dieser Klassiker ist derzeit in der arte-Mediathek. Hab ihn auf Französisch geschaut.

"Le Bossu" / "Ritter der Nacht"
F, I 1959
Regie: André Hunebelle
Darsteller: Jean Marais, Bourvil, Sabina Sesselmann, François Chaumette

Handlung: Anfang des 18. Jahrhunderts lebt nichtsahnend um den Hass seines Verwandten Philippe de Gonzague der reiche Duc de Nevers in den Tag hinein bis er Gonzague seine geheime Ehe mit Isabelle de Caylus ausplaudert. Als danach Gonzague versucht Nevers ermorden zu lassen, kommt diesem zufällig der Chevalier Lagardère zur Hilfe. Bei der Gelegenheit schließt sich der trottelige Passepoil  ???, der eigentlich einer der Attentäter war, Lagardère an. Kurz darauf erfährt der Chevalier von einem weiteren Anschlag auf den Duc, wobei dieser hinterrücks von Gonzague erstochen wird. Da ihm von Nevers das Baby Aurore anvertraut wurde, wird Lagardère auf Geheiß von Gonzague künftig als angeblicher Mörder von Nevers und Entführer des Kindes mit Hilfe der königlichen Justiz verfolgt. Es gelingt Lagardère und seinem Diener nach einigen Scharmützeln mit französischem Militär und Gonzagues Häschern nach Spanien zu gelangen, wo die drei bei einem alten Freund untertauchen. Als Lagardère davon hört, dass unter der Führung des Regenten von Frankreich ein Familienrat Aurore offiziell für tot erklären will, kehrt er mit der mittlerweile erwachsenen Prinzessin nach Frankreich zurück, um sich maskiert und als Buckeliger bei Gonzague einzuschleichen, der ihn lange nicht erkennt. Es ist die Zeit der großen Spekulationen und Gonzague steckt mittdendrin, während Isabelle de Caylus immernoch nichts vom Verbleib ihrer Tochter weiß.

Am nennenswertesten an der Inszenierung ist wohl, dass Sabine Sesselmann sowohl als Tochter wie auch als Mutter auftrat.
Denn der Rest des Films ist enorm langweilig. Bourvil versucht als Comic Relief ein bisschen darüber hinweg zu täuschen, dass keiner der Darsteller überzeugend spielt.  :-X Isabelle de Caylus ist nicht besonders traurig und Gonzague nicht verschlagen oder wahnsinnig verliebt in Isabelle. Auffällig ist obendrein, dass alle Darsteller auch nach etlichen Jahren noch genauso aussehen bis auf die Darstellerin von Aurore, wodurch diese genauso alt wirkt wie ihre eigene Mutter! Was man heute an Filmen bemängelt, wenn Hauptfiguren keinerlei Wandlung mitmachen brauchen, trifft hier genauso zu. Jean Marais spielt von Anfang an den überlegen scharfsinnigen und geschickten Edelmann. Auch einen Säugling ohne Amme zu Pferd durch ganz Frankreich transportieren zu müssen, passiert scheinbar mühelos.
Ein Pluspunkt sind die schönen Landschaftsaufnahme und die teilweise beachtliche Choreographie der Verfolgungsjagden zu Pferd im Galopp über Stock und Stein und teilweise sogar durchs Gebirge.
Der Erfolg des Streifens hat offenbar dazu geführt, dass Hunbebell im Folgejahr mit den beiden selben Hauptdarstellern "Le Capitan" nachgelegt hat. "Duell der Degen"/"Le Bossu" von Tavernier ist aber der weitaus bessere, spannendere und besser gespielte Film. Hier auch schon besprochen.

Darsteller **
Bilder ***
Story **
Fechtszenen **
« Letzte Änderung: 03. Juli 2026 - 15:11:29 von Pappenheimer »
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Pappenheimer

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The Musketeers (2014) Serie
« Antwort #181 am: Heute um 13:49:10 »

PT 4 - "The Good Soldier"
Regie: Richard Clark
Darsteller: Luca Pasqualino, James Callis, Howard Charles, Anna Skellern, Andres Williams, JJ Feild

Handlung: Diese Folge ist die bekloppteste. Als der Herzog von Savoyen mit seiner Gemahlin und seinem Sohn alleine  ;D ;D ;D nach "Paris" kommt, gibt es einen Anschlag durch den ehemaligen Musketier Marsac. Statt ihn zu überführen, wird Marsac anschließend von Aramis und D'Artagnan gedeckt, da er Aramis einmal das Leben rettete. Marsac will sich anschließend am Herzog rächen, weil er am Mord an 20 Musketieren in ihrem "Zeltlager"  ;D schuld sein soll.
Im Hintergrund agiert Richelieu. Er hat den alten Kanzler des Herzogs entführen und inhaftieren lassen, weil dieser als spanischer Spion eine Allianz mit Frankreich verhindern wollte.
Schließlich findet sich der Herzog nur zum Bündnis bereit, wenn ihn ein Musketier - in dem Fall Athos - vor den Augen des Königs in einem beinahe leeren Rokokosaal  ;D besiegt im Duell. Dann macht er aber doch einen Rückzieher, als er erfährt, dass sein Kanzler irgendwo versteckt wird und will diesen befreien und dem König seine Niedertracht vorhalten.
Derweil möchte sich Marsac an Tréville rächen, da ein Gefangener unterdessen diesen als einen Verräter bezeichnete...

Man merkt in der Folge, dass der Serie das Geld ausgegangen ist. Die Locations sind praktisch menschenleer. Man sieht von den Musketieren nur die 4 Hansele und als persönliche Leibwache sollen 2 der 4 Musketiere fungieren - aber erst ab dem nächsten Morgen.  ;D Also bis dahin scheint die Gefahr ja nicht so groß zu sein. Die Grundprämisse, dass sich Richelieu und der König so einen abbrechen wegen dem Bündnis mit einem Herrscher, der nichtmal eine Eskorte besitzt (!!!) und persönlich dabei sein muss um ein paar runtergekommene Halsabschneider (und nicht anders schaut das Regiment aus) umzulegen, erscheind absurd und auch reichlich naiv. Was sollte denn den Herzog nach dem Bündnisschluss davon abhalten wieder daheim das Bündnis einfach wieder aufzukündigen?
Es gibt hier keine nennenswerten Fechtszenen. Am besten gefielen mir die weiblichen Darsteller von der der Königin bis hin zur Herzogin von Savoyen. Es ist einfach eine Episode auf Sparflamme mit einem Drehbuch, das sich ein Kind ausgedacht haben könnte. Da man nicht in Frankreich gedreht hat, kann man nichtmal den Bildern viel abgewinnen.

Darsteller *
Bilder
Story
Fechtszenen *
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