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Autor Thema: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu  (Gelesen 869 mal)

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Pappenheimer

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Wegen der Begeisterung von D.J. mache ich den Thread hier mal auf.

Ich bin nach wievor ein großer Fan des Mantel- und Degenfilms, der sich natĂŒrlich ein bisschen mit den Piratenfilmen ĂŒberschneidet.
Meine Helden sind entsprechend Michael York, Oliver Reed oder auch modernere wie Vincent Perez.
Die Unterscheidung zum Historienfilm sind die vielleicht ĂŒberwiegend fiktionalen Elemente und ein bisschen der Schwerpunkt auf Action und Romantik.
FĂŒr mich muss zu so einem Film, ne flotte Handlung, gute Schauspieler, gescheite Fechtszenen, ne Prise Humor und wohl auch hĂŒbsche MĂ€dels gehören.
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Pappenheimer

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #1 am: 27. Februar 2019 - 18:08:26 »

"D'Artagnans Tochter"
F 1994
Regie: Bertrand Tavernier
Darsteller: Philippe Noiret, Sophie Marceau, Claude Rich

Handlung: D'Artagnan hat eine fiktive Tochter (die nicht in die Handlung der Romane passt), die im Kloster großgezogen wird. Bei einem Angriff aufs Kloster werden zahlreiche Nonnen entfĂŒhrt und die Oberin ermordet. EloĂŻse d’Artagnan macht sich auf den Weg nach Paris, um beim König Ermittlungen in der Sache zu erreichen. Doch sie gerĂ€t auch in die FĂ€nge von Mazarin, der eine Verschwörung wittert. Schließlich kommen sie eher zufĂ€llig einem Mordkomplott gegen den jungen Louis XIV auf die Schliche, welchem der trottelige Duc de Crassac vorsteht. Nun mĂŒssen sich alle Königliche Musketiere aufbieten lassen, um die RĂ€nke der Frondeurs zu durchkreuzen.

Dieser Film ist ein typisches Produkt des franz. Kinoroutiniers Tavernier mit typischem französischem Humor und einer exzellent aufgelegten Darstellerriege, allen voran Philippe Noiret, aber auch ein Claude Rich, der als Bösewicht einmal seine humorige Seite zeigt. Es macht einfach Spaß die Hatz durch das Frankreich der 1640er zu verfolgen. Die Kampfszenen wirken ĂŒberwiegend recht glaubwĂŒrdig und sind teilweise erstaunlich geschickt gefilmt.
Mit Sophie Marceau ist obendrein auch eine Schönheit zu sehen, die damals wohl auf dem Höhepunkt ihrer PopularitĂ€t stand. Die Rollen vom schwachen und starken Geschlecht sind ein bisschen vertauscht, was den Film wieder recht modern macht ohne direkt feministisch oder arg anachronistisch zu wirken. Die Ausstattung ist erstaunlich gut und die Drehorte sind fantastisch. Die Landschaftsszenen erinnern an die Kamerafahrten in Klassikern von Tavernier wie "Wenn das Fest beginnt ..." Bezaubernd fand ich auch Details wie Straßenszenen, die einfach wirken, als ob man im Paris des 17.Jh. ist.
FĂŒr jeden Fan des Genres meines Erachtens ein Muss.

Darsteller *****
Bilder ***** 
Story ****
Fechtszenen ****
« Letzte Änderung: 28. Februar 2019 - 14:44:17 von Pappenheimer »
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D.J.

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #2 am: 27. Februar 2019 - 18:13:58 »

Wegen der Begeisterung von D.J. mache ich den Thread hier mal auf.

;D
"Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen" hÀtte auch gereicht ;D

Ich bin nach wievor ein großer Fan des Mantel- und Degenfilms, der sich natĂŒrlich ein bisschen mit den Piratenfilmen ĂŒberschneidet.
Meine Helden sind entsprechend Michael York, Oliver Reed oder auch modernere wie Vincent Perez. Die Unterscheidung zum Historienfilm sind die vielleicht ĂŒberwiegend fiktionalen Elemente und ein bisschen der Schwerpunkt auf Action und Romantik.
FĂŒr mich muss zu so einem Film, ne flotte Handlung, gute Schauspieler, gescheite Fechtszenen, ne Prise Humor und wohl auch hĂŒbsche MĂ€dels gehören.

Besser hÀtte ich es nicht umschreiben können :)
Dieser Thread fĂ€ngt dann auch direkt gut an, denn ... diesen Film kannte ich gar nicht!  :o
Den werde ich mir direkt mal auf die Liste setzen.
Danke dir :)
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Pappenheimer

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #3 am: 28. Februar 2019 - 11:10:37 »

"Tom Jones - Zwischen Bett und Galgen"
UK 1963
Regie: Tony Richardson
Darsteller: Albert Finney, Susannah York, Hugh Griffith, Edith Evans

Handlung: Die Handlung folgt dem Klassiker von Henry Fielding, auch wenn teilweise Szenen ausgelassen wurden. Tom Jones wÀchst bei Squire Allworthy auf und verliebt sich in Squire Westerns Tochter Sophie. Doch die RÀnke von Mr. Blifl vertreiben ihn neben Toms eigenen Fehltritten aus dem Hause des guten Patrons und er begibt sich auf eine Odysee durch das England des Jakobitenaufstandes 1745. Sophie Western folgt ihrem Geliebten, der sich unterdessen nicht nur mit mancher heikler Situation sondern auch mit dem Problem rumschlagen muss, dass ihm alle Frauen sogleich erliegen. Endlich landet er in London, wo er in die FÀnge von Lady Bellaston gerÀt. Nach einem Duell wird Tom des Mordes angeklagt und droht hingerichtet zu werden. Doch nun lösen sich alle Intrigen auf und auch Toms gute Taten zahlen sich endlich aus.

Die Handlung strafft stark den Roman. Vor allem Patridges Rolle wird extrem reduziert und statt als eine Art Sancho Pansa seinem "Herrn" nicht mehr von der Seite zu weichen, trifft er erst kurz vor London auf Tom Jones und ist auch hier nicht die Witzfigur wie im Roman. DafĂŒr kommt diese Komponente, dass Tom Jones ein unglaubliches Geschick hat von einer brenzligen Situation in die nĂ€chste zu stolpern gut rĂŒber.
Albert Finney macht seine Sache als Tom Jones ausgezeichnet und ist sehr glaubwĂŒrdig, was ihm damals auch die Oscar-Nominierung einbrachte. Überhaupt erntete der Streifen zahlreiche Oscars und noch mehr Nominierungen. Filmisch sicher ein Meisterwerk mit vielen genialen EinfĂ€llen wie die Stummfilmsequenzen am Beginn. Das HerzstĂŒck ist seltsamerweise eine regelrecht atemberaubende "Szene" mit einer Jagd. Sowas habe ich auch im modernen Actionkino nicht gesehen, diese Energie wie die Jagdgesellschaft durch den Wald und ĂŒber die Felder prescht, die GĂ€ule sogar GĂ€nse tot trampeln. Eine andere bemerkenswerte Szene die Fressszene im Wirtshaus, als Tom Jones auf seine angebliche Mutter trifft.
Dieser Film ist an Action und exzellenten Darstellern (bis hin zu den Hauslehrern) immer noch ein Meilenstein und jedem Fan des Genres zu empfehlen, selbst wenn die Ausstattung heute vielleicht manchmal antiquiert wirkt. Selten so gelacht. Trotz der KĂŒrzungen bringt es den Geist von Fieldings Meisterwerk rĂŒber. Habe ich schon die tollen Drehorte erwĂ€hnt? ...

Darsteller *****
Bilder ****
Story *****
Fechtszenen ***
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D.J.

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #4 am: 28. Februar 2019 - 13:00:10 »

Der Titel sagt mir jetzt nicht viel, aber irgendwie klingelt da etwas ganz dumpf bei mir.
Bei dem Alter des Films eher nicht denkbar, aber war da was mit Interaktion mit dem Zuschauer oder so? Das mĂŒsste ich selber auch mal ergockeln, aber ich glaube, den habe ich in dem kleinen Kino in unserem Viertel gesehen, als ich noch ein Knirps war (also etwa um die Zeit, als Moses und ich mit den Dinos Klicker spielten, er in Shorts und ich in einer unmöglichen krachledernen rumlief ;) )

Nachtrag 1:
Ich habe es gefunden :)
In dem Film durchbrachen die Darsteller einige Male die sogenannte "vierte Wand" und wandten sich an die Zuschauer (bei wikipedia gefunden) FĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse eine ziemlich große Sache, glaube ich. Ich bin mir immer noch nciht sicher, ob ich diesen Film wirkllich kenne, aber das wĂŒrde dieses vage erinnern an etwas Besonderes erklĂ€ren.
Danke fĂŒr die Rezi, Pappenheimer.
Jetzt habe ich einen Titel und kann mal schauen, wo ich den auftreibe :)

Nachtrag 2 und OT (weil ich gefragt wurde)
Die von mir genannte krachlederne war eine kurze und sehr steife Lederhose mit eingebauten HosentrĂ€gern und einer Art Latz, auf der ein Edelweiß-Emblem genĂ€ht war. Nix aufregendes, aber fĂŒr einen Kölner Jungen von 12 Jahren Anfang der siebziger einfach nur endpeinlich.

Danke Mama und Papa.
 :-\
« Letzte Änderung: 28. Februar 2019 - 13:11:13 von D.J. »
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Pappenheimer

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #5 am: 28. Februar 2019 - 13:26:27 »

Die Dinger waren auch im Osten endpeinlich. Keine Sorge!  ;D

Ich bin auch nur mal zufĂ€lligerweise auf den Film auf Youtube gestoßen, nachdem ich das Hörbuch (ewig langes Teil), gehört hatte.
Es gibt auch ne neuere Verfilmung mit Staraufgebot, die ich spÀter noch besprechen werde.
Ich kann mich auch irgendwie nicht an den "Tom Jones" von 63 erinnern. Kann also wohl nicht im Nachmittagsprogramm der 1990er gelaufen sein. Vielleicht dafĂŒr auch zu groß. Ich kenne bislang auch keine deutsche Fassung, wird's aber wohl gegeben haben.
Der Film war prinzipiell sehr modern und originell. Mit seiner OriginalitĂ€t hat's dann Tony Richardson bei seinem Hippi-"Joseph Andrews" ĂŒbertrieben. Da ging es mir schon auf die Makronen...
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D.J.

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #6 am: 28. Februar 2019 - 13:33:50 »

Die Dinger waren auch im Osten endpeinlich. Keine Sorge!  ;D

Dann bin ich beruhigt ;D

Ich bin auch nur mal zufĂ€lligerweise auf den Film auf Youtube gestoßen, nachdem ich das Hörbuch (ewig langes Teil), gehört hatte.
Es gibt auch ne neuere Verfilmung mit Staraufgebot, die ich spÀter noch besprechen werde.
Ich kann mich auch irgendwie nicht an den "Tom Jones" von 63 erinnern. Kann also wohl nicht im Nachmittagsprogramm der 1990er gelaufen sein. Vielleicht dafĂŒr auch zu groß. Ich kenne bislang auch keine deutsche Fassung, wird's aber wohl gegeben haben.

Da bin ich mir, wie gesagt, echt nicht sicher  :-\
Die Handlung ist mir nicht gelÀufig, der Titel auch nicht ... trotzdem klingelt da was. Ich suche den mal auf deinetubedotkomm und versuche meine Erinnerung aufzupÀppeln.
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Pappenheimer

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #7 am: 28. Februar 2019 - 13:55:02 »

"Der Husar auf dem Dach"
F 1995
Regie: Jean-Paul Rappeneau
Darsteller: Juliette Binoche, Olivier Martinez, Pierre Arditi, GĂ©rard Depardieu

Handlung: Frankreich in den 1830ern, der junge italienische FreiheitskĂ€mpfer Angelo Pardi ist in SĂŒdfrankreich untergetaucht. Doch wird die Region von einer schrecklichen Choleraepedemie heimgesucht. Pardi begegnet Madame de ThĂ©us, die mit einem deutlich Ă€lteren Mann vermĂ€hlt ist. Sie ist ziemlich selbstbewusst und so verlĂ€uft die gemeinsame Flucht aus einer unter QuarantĂ€ne gestellte Stadt nicht ganz reibungslos. Obendrein sind österreichische Agenten dem Rebellen Pardi auf den Versen, der nicht weiß auf wen er sich noch verlassen kann. Schließlich entschließt er sich nach Italien zurĂŒck zu kehren, wo seine Mutter und seine WeggefĂ€hrten auf ihn warten.

Dieser Film von Abenteuerfilm-Altmeister Rappeneau besticht durch die herrlichen Landschaftsaufnahmen. Aber auch die KostĂŒme und die Kampfszenen wissen zu begeistern. Martinez ist als geflohener Offizier ĂŒberaus glaubhaft, ein Enfant Terrible, der sich in die manchmal etwas mĂŒtterlich anmutende Juliette Binoche verliebt. Zwei gegensĂ€tzliche Pole, obwohl beide schon offensichtlich viel erlebt haben, ist er mit seiner AbhĂ€ngigkeit zu seiner Mutter eher noch der JĂŒngling geblieben. Es gibt weder sinnlose Gewalt, noch Explosionen oder dergleichen, sondern einfach ein stimmiges Gesamtkunstwerk, eine Odysee durch eine Gegend, die durch die Epidemie unglaublich bedrĂŒckend anmutet, obwohl sie zugleich wie ein gleißendes Paradies erscheint. Der Tod wartet an jeder HaustĂŒr und die HĂ€scher im RĂŒcken stĂŒrzt sich der jugendliche Held in ein Leben voller Gefahren, die hier oder dort der Grenze lauern.
Wer Filme fĂŒr den Zeitschnitt der "Monte Christo"-Verfilmungen mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Tolle Schauspieler inklusive (und ein nichtmal so aufdringlicher GĂ©rard Depardieu).

Darsteller ****
Bilder *****
Story ****
Fechtszenen ****
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Pappenheimer

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #8 am: 28. Februar 2019 - 15:30:53 »

"Nicolas le Floch"
F 2008-2018 (12 Folgen)
Regie: Nicolas Picard-Dreyfuss, Philippe BĂ©renger
Darsteller: JĂ©rĂŽme Robart, Mathias Mlekuz, Vimala Pons, Vincent Winterhalter

Handlung: Die Serie behandelt die Abenteuer des fiktiven Polizeikommissars Le Floch, der im Frankreich der zweiten HĂ€lfte des 18. Jh. MordfĂ€llen, Komplotten, Raub und Mord nachgeht. Ein großer Teil der Folgen entspringt den Romanvorlagen von  Jean-François Parot (1946-2018). Le Floch arbeitet mit Gerichtsmedizinern und einer ehemaligen VerdĂ€chtigen der ersten Folge zusammen mit der er eine AffĂ€re unterhĂ€lt.

Die stĂ€rkeren Folgen sind eindeutig die, die den Romanen von Parot folgen, wĂ€hrend die anderen oftmals recht hanebĂŒchen wirken.
Etwas anstrengend ist manchmal das Dauergrinsen von Robart als Le Floch. Angenehm aber, dass Le Floch weder ein genialer Ermittler, noch ein SuperkĂ€mpfer ist, sondern auch durchaus zahlreiche SchwĂ€chen hat. Seine zahlreichen AffĂ€ren, die offenbar vor der Handlungszeit, die ca. 1760 einsetzt, liegen, fĂŒhren ihn sowohl ins Bordellmilieu als auch in höhere Kreise.
Die Ausstattung ist so lala, fĂŒr eine TV-Produktion aber ganz ordentlich. Die MĂ€nner-WG, die Le Floch mit dem ehemaligen Inspecteur de Noblecourt unterhĂ€lt, hat was, v.a. da beide dem Essen und Trinken ergeben sind, was sie unheimlich nahbar und zeittypisch machen. Parot selbst liebte wohl die Gute Französische KĂŒche. Etwas ermĂŒdend sind die ĂŒberzeichneten Charaktere wie Le Flochs Vorgesetzter, de Sartine, der geschminkt ist wie auch immer wieder Höflinge. Etwas nervig v.a. der weibliche Sidekick, de Pazzis.
Dummerweise haben sich die Produzenten scheinbar keinen richtigen Plan gemacht, was zu Problemen in der Chronologie fĂŒhrt. Obwohl die Serie im Leben Le Flochs weiterfĂŒhrt, tauchen darin manchmal historische Personen wie die Königin auf, die zu dem Zeitpunkt tot sein mĂŒssten(!).
Recht toll sind die Kampfszenen und solche Details wie die Blendlaterne, die Le Floch vor allem Abends oft nicht zu unterschĂ€tzende Dienste leistet. Auch ermittelt Le Floch zwar fĂŒr seine Zeit recht modern und beobachtet genau den Tatort, aber doch nicht allzu unglaubwĂŒrdig wie andere Ermittler in Historischen Filmen. Die Settings sind ĂŒberwiegend herrlich in schönen Schlössern, StadtpalĂ€sten usw..
Ich kenne die Serie bislang nur auf Französisch. Sie soll wohl auch auf DVD auf Französisch mit Englischen Untertiteln erschienen sein.

Darsteller **
Bilder **
Story **
Fechtszenen ***
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Plasti

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #9 am: 28. Februar 2019 - 17:48:05 »

Der Husar auf dem Dach lief erst vor ein paar Wochen.
Habe rein geschaut und bin dann doch lieber was malen gegangen.

Wer hat damals als Kind keine Lederhose tragen "mĂŒssen" ;)
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D.J.

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #10 am: 01. MĂ€rz 2019 - 07:50:26 »

Der Husar auf dem Dach lief erst vor ein paar Wochen.
Habe rein geschaut und bin dann doch lieber was malen gegangen.

Schade, den kannte ich noch nicht.

Wer hat damals als Kind keine Lederhose tragen "mĂŒssen" ;)

 ;D Jetzt, mit fast 52, finde ich also endlich Leidensgenossen, wĂ€hrend ich damals der Einzige war, der so eine Peinlichkeit anziehen musste.
Das Schicksal ist einfach unerbittlich :P
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Pappenheimer

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #11 am: 01. MĂ€rz 2019 - 09:44:15 »

@ Plasti
Ich glaube auch, dass "Der Husar auf dem Dach" kein Film zum Malreinschalten ist. Da gibt's ja praktisch keine Action oder sowas, sondern eine sich ruhig entwickelnde Handlung.

"Der tolle Musketier"/"Cadet Rousselle"
F 1954
Regie: André Hunebelle
Darsteller: François Périer, Bourvil, Christine CarrÚre, Dany Robin

Handlung: Der Film spiegelt das Leben von Cadet Rousselle, einer volkstĂŒmlichen Figur wider, die auch in einem berĂŒhmten Lied Niederschlag gefunden hat. Cadet wĂ€chst als ein Drilling im Ancien RĂ©gime unter der Obhut des Pfarrers auf. Er verliebt sich etwa 1789 in die schöne Isabelle, die wie viele Damen nach ihr seinem Charme auf unerklĂ€rliche Weise erliegt. Als der BĂŒrgermeister des Ortes Cadet als BrĂ€utigam seiner Tochter ablehnt, will sich Cadet nach Paris begeben, um sein GlĂŒck zu machen. Unterwegs wird er ausgeraubt und in der Schaustellertruppe von Carlos aufgenommen. Dummerweise spioniert diese fĂŒr die Royalisten und so wird Cadet von republikanischen Polizisten in Paris verhaftet, als er fĂŒr seine neue Geliebte Violetta angeblich einen Brief ĂŒberbringen soll. Durch eine fingierte Flucht kommt Cadet frei und befreit Violetta aus den FĂ€ngen von Carlos, den er zur Strecke bringt. Versehentlich landet Cadet in einer Schlacht und wird Kriegsheld der Republik. Das nĂŒtzt ihm aber nichts. Er kommt trotzdem wieder ins GefĂ€ngnis und die erneute Flucht gelingt nur durch die Raffinesse seines Freundes JĂ©rĂŽme Badinguet, der immer weiß seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Zusammen mit seiner zwischenzeitlich neuen Geliebten Marguerite und Violetta schlĂ€gt Cadet die Laufbahn eines sehr höflichen StraßenrĂ€ubers an, bis er auf den aus Ägypten eben zurĂŒckkehrenden Bonaparte trifft, der ihn zum General macht. Aber auch damit hat Cadet noch nicht seine Bestimmung gefunden, auch wenn ihm nun sein Heimatort allen voran der BĂŒrgermeister huldigen muss ...

Was erstmal als eine alberne französische Abenteuerklamotte erscheint, erweist sich bei nĂ€herer Betrachtung als ein kleines Juwel. Bourvil ist das Pendant zum etwas linkisch wirkenden PĂ©rier, die ein köstliches Komikergespann abgeben. Aber der Film ist mehr als das Abfeuern heute harmlos scheinender Zoten und Slapstickeinlagen. Cadet Rouselle wartet praktisch laufend mit Lebensweisheiten auf und irgendwann ĂŒberzeugt doch das Konzept, dass die Zahl 3 eine magische Zahl fĂŒr Cadet ist, der 3 Frauen liebt, von 3 RĂ€ubern ĂŒberwĂ€ltigt wird, ein Drilling ist usw..
Erstaunlich gut gemacht fĂŒr die Zeit sind die KostĂŒme allen voran - tatatata! - die Uniformen. Die Österreicher sehen zwar komisch aus, aber die franz. Gendarmen und z.B. die Dragoner usw. aber ziemlich gut. HĂ€tte man jetzt nicht erwartet. Auch gibt's hier mal keine bescheuerten BĂ€rte und sogar bei den Frisuren wurde sich beachtlich viel MĂŒhe gegeben.
Ein amĂŒsantes StĂŒck französische Filmgeschichte mit schönen französischen Schauspielerinnen in einer Reihe von Rollen.

Darsteller ****
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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #12 am: 01. MĂ€rz 2019 - 12:36:16 »

"The History of Tom Jones, a Foundling "
UK 1997
Regie: Metin HĂŒseyin
Darsteller: Samantha Morton, Max Beesley, Brian Blessed, Benjamin Whitrow, James D'Arcy, Frances de la Tour

Handlung: Tom Jones lebt bei Squire Allworthy, doch vertreibt ihn Blifls Intrige und seine eigene Hitzigkeit aus dessen Gunst. ZunĂ€chst will er sich nach Norden wenden und trifft auf seiner Reise Partridge, den viele fĂŒr seinen Vater halten, wĂ€hrend dieser Allworthy der Vaterschaft bezichtigt und daraus seinen Profit schlagen möchte. WĂ€hrend Tom Jones durch England geistert, folgt ihm Sophie Western, die sich unsterblich in ihn verliebt hat, ihrerseits verfolgt von ihrem aufgebrachten Vater dem Squire Western. Der Großteil des 5-Teilers nimmt nur das letzte Drittel des Romans ein; die Abenteuer und Verstrickungen von Tom Jones in London, wo er in die FĂ€nge einer alternden Dame gelangt, die Sophie Western abschĂŒtteln will...

Diese zweite große Verfilmung des Klassikers von Fielding besticht durch ein noch grandioseres Cast. Brian Blessed als tobender Squire Western ist unglaublich - eine Urgewalt! Das in Kombination mit dem stets unterkĂŒhlt spielenden Benjamin Whitrow als Allworthy sind ein Gespann wie man es selten im Abenteuerfilm kennt. Dagegen stinkt der arme und mir persönlich völlig unbekannte Max Beesley leider ziemlich ab, der obendrein neben Samantha Morton bestehen muss, die eine unbeschreiblich bezĂŒckende und naive Sophie Western gibt. Nicht umsonst heute eine vielfach ausgezeichnete Schauspielerin in UK in m.E. einer ihrer besten Rollen! Aber auch der Rest der Rollen ist prominent und exzellent besetzt wie Peter Capaldi (in UK ein Star, hierzulande wohl nur durch "Dangerous Liasons" bekannt) als adliger Stutzer in London. Wer englische Filme mag wird hier zahlreiche bekannte Mimen erkennen (James D'Arcy kennt man spĂ€testens aus "Master and Commander" - hier auch sehr gut als heimtĂŒckischer Blifl).
Die KostĂŒme sind ĂŒberwiegend gut bis sehr gut. V.a. die PerĂŒcken stechen heraus. Es ist schade, dass Toms Odyssee durch England nicht mehr als eine Folge des 5-Teilers zugestanden wurde und just die SchlĂŒsselszene mit Tom als Untoter fehlt leider(!). Komischerweise sieht dann London eher nach 1770er aus, wĂ€hrend die Szenen auf dem Land von den KostĂŒmen her in die Handlungszeit des Romans (1740er) passen.
Die Intrigen in London sind etwas ermĂŒdend, sonst ist der Roman aber solide umgesetzt. Wer Literaturverfilmungen mit etwas Action mag, ist hier goldrichtig. Es gibt aber keine Explosionen oder rasante Kamerafahrten oder solche Metzchen. Und wo kann man schonmal Brian Blessed ohne Vollbart sehen?

Darsteller *****
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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #13 am: 01. MĂ€rz 2019 - 15:35:35 »

"Die drei Musketiere"
USA 1993
Regie: Stephen Herek
Darsteller: Chris O'Donnell, Charlie Sheen, Kiefer Sutherland, Oliver Platt, Rebecca De Mornay, Tim Curry

Handlung: Dieser Versuch einer Modernisierung des Stoffes folgt am Anfang der Romanvorlage in etwa. Doch dann dreht er völlig ab, als Richelieu nicht bloß die Auflösung der Königlichen Musketiere erreicht, sondern auch die Ermordung des Königs mithilfe eines religiösen Fanatikers plant um selbst die Macht an sich zu reißen. D'Artagnan soll sogar öffentlich hingerichtet werden(!). NatĂŒrlich können sich die tapferen Freunde der Versuche Lady de Winters erwehren. Doch noch immer droht die Ermordung des Königs, aber in letzter Minute schafft es D'Artagnan mit seinen Freunden das Heft zu wenden.

Die Handlung ist leider Ă€ußerst hirnrissig und setzt im Prinzip auf eine Aneinanderreihung von Actioneinlagen, die sich aller möglicher Genres bedienen bis hin zu Ninjas auf einem Schiff, das die Jungs ĂŒber den Kanal bringen soll (kein Scheiß!). Dass die ĂŒblichen interessanten HandlungsstrĂ€nge wie D'Artagnans Zerrissenheit zwischen der kleinen Constance und Lady de Winter damit irgendwie unter den Tisch fallen und auch der ĂŒbliche rustikale Humor der Vorlage auf der Strecke bleiben, sind die nötigen Begleiterscheinungen. Der Versuch durch Young Guns wie Charlie Sheen und Kiefer Sutherland die Story aufzupeppen gelingt auch nur begrenzt; so wirkt Platt einfach nur dĂ€mlich mit seinem 1980er Stirnband, das wohl einem Tanzfilm besser anstĂŒnde. Einzig Kiefer Sutherland schafft eine glaubhafte Darstellung von einem jugendlicheren Athos (als Reed z.B.). O'Donell hat in diesem Skript als D'Artagnan kaum eine Chance und erntete dafĂŒr auch ne Goldene Himbeere damals.
Richelieu als einen grĂ¶ĂŸenwahnsinnigen Irren anzulegen war mithin bis dahin eine Steigerung der Überzeichnung des Roman-Richelieus, die fĂŒr den unbedarften Kinobesucher wohl einiges hatte. Doch der Sinn in einem Film, wo einzelne Reiter mit einer Kanone beschossen werden, bleibt eh auf der Strecke... Die eigenwilligen Settings in Deutschland (!) tun ihr ĂŒbriges.

Darsteller **
Bilder **
Story *
Fechtszenen **
« Letzte Änderung: 19. MĂ€rz 2019 - 11:49:02 von Pappenheimer »
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D.J.

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Re: Mit dem Degen in der Faust - Mantel- und Degenfilme Alt und Neu
« Antwort #14 am: 02. MĂ€rz 2019 - 05:38:35 »

Die Filme ...
"Der tolle Musketier"/"Cadet Rousselle"

und ...

"The History of Tom Jones, a Foundling "


 kenne ich nicht, wobei beide nicht so klingen, als mĂŒsste ich mir dafĂŒr unbedingt ein Bein aureißen. Da fehlt mir auch bei deiner Rezi ein wenig die Begeisterung, um mehr MĂŒhe in die Quest zu stecken.
;)

"Die drei Musketiere" 


 habe ich mal angefangen und dann ganz schnell abgeschaltet.
Meine Herren, was fĂŒr ein Schmarrn!
Modern ist ja gut und schön, aber die literarische Vorlage derartig mit FĂŒĂŸen zu treten ist mir dann doch too much gewesen, um dafĂŒr mehr Lebenszeit als 10 Minuten zum reinschauen zu investieren.
Ich bin wahrlich kein Kind von Traurigkeit und lache mich bei gut gemachten Pastiches oder Hot Shots (nur dem ersten) schlapp. Aber dieser Streifen war schon auf den ersten Metern irgendwie nicht meine Welt.
Vielleicht bin ich aber auch zu alt, um so etwas zu goutieren ;)
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So, jetzt nimmt sich jeder noch ein Eis und dann reiten wir los. :D