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Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte

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tattergreis:
Mich hat nur gewundert, dass 80% als Mittelwert für einen so langen Zeitraum  auch Spitzenwerte bedeutet, die über 90% sein müssen, und es gab ja auch wie von Dir erwähnt andere Schauplätze mit weniger dichten Schlachtfeldern.
Keegan schreibt unterhaltsam, aber andere Quellen wären mir lieber...

Maréchal Davout:

--- Zitat von: tattergreis am 09. November 2020 - 19:13:18 ---Mich hat nur gewundert, dass 80% als Mittelwert für einen so langen Zeitraum  auch Spitzenwerte bedeutet, die über 90% sein müssen, und es gab ja auch wie von Dir erwähnt andere Schauplätze mit weniger dichten Schlachtfeldern.
Keegan schreibt unterhaltsam, aber andere Quellen wären mir lieber...

--- Ende Zitat ---

60-80% habe ich ja schon revidiert! Das ist ja schon ein Unterschied. Weniger dichte Schlachtfelder bieten teilweise der Artillerie eben auch Vorteile, die Waterloo (neben dem feuchten Boden) nicht hatte. Also wird Artillerie teiweise noch effektiver als in Belgien.

Riothamus:
Der Kampf der verbundenen Waffen eben. Dazu hatte ich mir ja schon mal die Finger wundgetippt, ohne dass mir das enge Zusammenwirken abgenommen wurde. Und natürlich dürfte sich Keegan auf die Feldschlacht beziehen, bzw. auf die Situationen, bei denen dieses zur Anwendung kommen konnte.

Aber noch ein anderer Gedanke: Wellington nutzte bekanntlich gerne die Verteidigung einer überlegenen Stellung für eine Schlacht und Napoleon war Artillerieoffizier, ja hat deren Effizienz wesentlich erhöht. Schon diese Tatsachen bedingten eine größere Rolle der Artillerie. Dann war die Infrastruktur besser ausgebaut als noch 50 Jahre zuvor, Artillerie mithin besser zu bewegen. Ihre Wirkung wurde auch besser verstanden; ihre Kaliber überall standardisiert. Und schließlich waren in 20 Jahren kriegerischen Jahren auch sehr erfahrene Artilleristen herangewachsen.

tattergreis:
Dann schreib einfach nochmal Rio, denn was Decker und österreichische Dienstvorschriften schreiben, muss ja nicht unbedingt der Normalität aufn Schlachtfeld entsprechen. ich halte nämlich die enge Zusammenarbeit von zwei verschiedenen Waffengattungen für die Ausnahme, Konkurrenzdenken und fehlenden Einblick in die Möglichkeiten der Anderen für die Norm.

Maréchal Davout:

--- Zitat von: Riothamus am 09. November 2020 - 21:36:49 ---Der Kampf der verbundenen Waffen eben. Dazu hatte ich mir ja schon mal die Finger wundgetippt, ohne dass mir das enge Zusammenwirken abgenommen wurde. Und natürlich dürfte sich Keegan auf die Feldschlacht beziehen, bzw. auf die Situationen, bei denen dieses zur Anwendung kommen konnte.

Aber noch ein anderer Gedanke: Wellington nutzte bekanntlich gerne die Verteidigung einer überlegenen Stellung für eine Schlacht und Napoleon war Artillerieoffizier, ja hat deren Effizienz wesentlich erhöht. Schon diese Tatsachen bedingten eine größere Rolle der Artillerie. Dann war die Infrastruktur besser ausgebaut als noch 50 Jahre zuvor, Artillerie mithin besser zu bewegen. Ihre Wirkung wurde auch besser verstanden; ihre Kaliber überall standardisiert. Und schließlich waren in 20 Jahren kriegerischen Jahren auch sehr erfahrene Artilleristen herangewachsen.

--- Ende Zitat ---

Da stimme ich dir natürlich zu, Rio! Die Artillerie als neueste Waffe war wohl auch weniger in ihrer Führung vom Standesdünkel des Adels durchdrungen, der manchmal der Disziplin z.B. bei der Führung von Kavallerie im Wege stehen konnte. Artillerie wurde mehr als die anderen Arme der Armee nicht vom Adel geführt (auch abseits Frankreichs).


--- Zitat von: tattergreis am 09. November 2020 - 22:03:53 --- ich halte nämlich die enge Zusammenarbeit von zwei verschiedenen Waffengattungen für die Ausnahme, Konkurrenzdenken und fehlenden Einblick in die Möglichkeiten der Anderen für die Norm.

--- Ende Zitat ---

Hast du für diese Ansicht Quellenbelege, Tattergreis? Wenn man sich die britisch-alliierte Armee bei Waterloo ansieht, arbeiten im Grunde alle drei Waffengattungen die ganze Zeit zusammen. Das heißt nicht, dass die Infanterie deshalb die Kavallerie mochte oder umgekehrt, aber sie wurden so geführt, dass sie zusammen wirkten.
Beispiel 1: Abwehr der Kürassierangriffe - Artillerie beschießt bis zur letzten Sekunde, Infanterie hält Raum durch Karrees, schützt sich und Artilleristen, Kavallerie sorgt, allein schon durch Drohkulisse für Abrücken der Kürassiere.
Beispiel 2: Uxbridges Kavallerie generell. Sie stand hinter der Linie, um Fluchtbewegungen unzuverlässigerer Infanterie zu verhindern. Wenn eine Situation an der Frontlinie auf der Kippe stand, französische Brigaden lücken zeigten, stieß die Kavallerie vor, stopfte auch mal Lücken etc. Die Kavallerie war Wellingtons "Feuerwehr". Das ist aber nur im Zusammenspiel mit den anderen Waffengattungen zu verstehen.

Dass Kavalleriekorps immer auch reitende Artillerie dabei hatten (zumindest kenne ich das sicher von Österreich, England und Frankreich) und zahlreiche mir bekannte und gestern wieder gelesene Beispiele, wie das zusammenwirkte, legt die selbstverständliche Zusammenwirken dieser Waffen (Kavallerie und reitende Artillerie) sehr nahe. Dazu Beispiel 3: Als sich die britische Kavallerie von Quattre Bras zurückzog, wurden sie von Chasseurs a Cheval verfolgt. Immer wenn sich der Rückzug staute, protzte die verfolgende reitende Artillerie ab und schoß in den Pulk der Briten. Das wiederholte sich X mal. Sowas war normales Geschäft für solche gemischten Formationen. Ebenso, gegnerische Infanterie ins Karree zwingen und dann mit reitender Artillerie auseinander nehmen (wenn denn der Gegner nichts dagegen tat).
Dies zu kontrollieren war Aufgabe von Divisions- oder Korpskommandeuren. Hier wäre zu Fragen, inwiefern diese Männer fehlenden Einblick in die Fähigkeiten der verschiedenen Waffen hatten. Sicher gab es da Beispiele, aber es wäre zu belegen, dass dieser Makel irgendwo die Norm gewesen sein soll.

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