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Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte

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Maréchal Davout:
Kann ich verstehen, insgesamt ein sehr guter Film :) Ich wollte den Film nun auch mal wieder schauen, nachdem ich mich zuletzt so viel mit dem Thema Waterloo auseinandergesetzt habe. Was ich nicht mag, ist die lustige Musik am Ende, wenn alle britischen Einheiten zum Gegenangriff übergehen. Das wirkt so oberflächlich, festtagsmäßig, fast wie in einem lustigen Western - passt Überhaupt nicht zur sonstigen Stimmung in dem Film und nicht dazu wie der eine britische, einfache Soldat, der aus dem Karree tritt und schreiend fragt: Warum töten wir uns nur gegenseitig, warum nur?

tattergreis:
Ja, die britische "Antwort"-Musike hab ich glaube ich das letzte Mal 1983 gehört, seitdem überspringe ich datt immer...

ich hab als Kind nie verstanden, warum die Soldaten mutig ins Feuer gelaufen sind, und der Schreihals schien mir irgendwie der Vernünftigste ???

D.J.:

--- Zitat von: Maréchal Davout am 16. November 2020 - 15:48:13 ---
--- Zitat von: D.J. am 16. November 2020 - 12:55:58 ---Es geht spannend weiter :)

Die franz. Dragoner schaffen es nicht, die schwache Infanteriebrigade ganz an der britischen Flanke zu schlagen - gut für Wellington, ein sehr sensibler Punkt...

Merde!
La grande merde!
 :o

--- Ende Zitat ---

😊 Sympathisierst du auch mit den Franzosen wie Tattergreis, D.J.?
--- Ende Zitat ---

Naturellement, mon dieu! Die "Roasbeuf" haben doch keine Küche die man so nennen dürfte!

Pappenheimer:
Der Film ist gigantisch.

Viele finden ja dass Rod Steiger mit seinen Napoleon übertrieben spielt. Ich bin gegensätzlicher Meinung. Rod Steiger war ein Vertreter des Method Acting und genau wie in "Todesmelodie" zeigt sich auch bei "Waterloo", dass Steiger sich intensiv mit seiner Rolle beschäftigt hat und einfach seine Interpretation des kranken, exhalierten und gehetzten Napoleons liefert. Christopher Plummer in seiner herrlich britischen unterkühlten, aber dennoch intensiv gespielten Art Wellington zu geben ist auch eine Idealbesetzung (fand ihn aber auch als Commodus toll). Plummer und Steiger sind für mich - obwohl sie sich ja im Film nie direkt gegenüber stehen - die perfekten Gegensätze (nur vielleicht übertroffen von Blessed und Whitrow).

Bei all seinen Fehlern ist der Streifen doch zurecht ein Klassiker - schon allein wegen der Kameraführung und Bildkomposition an einigen Stellen, dem Aufwand etc.. Schade, dass es sowas nie für meine Periode gab. Stattdessen ist da Krieg meistens ein lustiges Ringelreihen (Fanfan-Verfilmungen) - "Barry Lyndon" vielleicht mal als Ausnahme.

tattergreis:
Die Entstehungsgeschichte (russische Soldaten spielen Engländer, Franzosen/Preußen) ist hoch interessant und ein Beispiel für Zusammenarbeit über Block-Grenzen.
Während der franz. Kavallerieattacken sind russ. Soldaten aus Formationen ausgebrochen, weil sie durch den Eindruck der anstürmenden Pferde einfach enormen Stress ausgesetzt waren. Ein Spielkumpel, der auch Reenactor ist/war, hat mir mal erzählt, dass er von seinen Kompagnons während einer ähnlichen Situation untergehakt wurde, damit er nicht weg rennt. Ich glaube, dass Lärm, Rauch, Schmerzensschreie und das Erbeben der Erde (durch Pferde im Galopp) eine viel größere Wirkung erzielen als Trefferquoten, moralische Wirkung wird ja auch schon in manchen Regelwerken stärker betont als physische Vernichtung.

Die Kavallerieattacken könnten heutzutage gar nicht mehr stattfinden, wer weiß, wieviele Pferde da kaputt gegangen sind.
Ähnlich beeindruckend ist auch der Angriff der leichten Brigade (The Charge Of The Light Brigade ).

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