Kaserne > Projekte

Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte

<< < (572/966) > >>

Pappenheimer:

--- Zitat von: tattergreis am 17. November 2020 - 11:54:31 ---Die Kavallerieattacken könnten heutzutage gar nicht mehr stattfinden, wer weiß, wieviele Pferde da kaputt gegangen sind.
Ähnlich beeindruckend ist auch der Angriff der leichten Brigade (The Charge Of The Light Brigade ).

--- Ende Zitat ---
Man muss halt auch erstmal soviele Reiter zusammenbekommen, die das können - also das Reiten in Formation. Im Vergleich zu diesen Filmen schauen die PC-Animationen doch immernoch in meinen Augen recht schwach aus - oder aber wenn die Kavallerie nur aus drei Hansele besteht wie beim "Patriot" und selbst die wenigen, können offenbar nicht gescheit reiten.

Solche Angriffe sieht man heute nur noch im polnischen Kino. Da haben die Regisseure aber auch noch die Chance auf Massen ausgebildeter Reiter und Pferde zurück zu greifen.

Es ist ein Wahnsinn wie die auch damals die Kamerafahrten bewerkstelligt hatten. Z.B. in "Tom Jones" aus den 1960ern oder auch bei "Mein Name ist Nobody" aus den 70ern bei der Wilden Horde.

Aber zurück zur Schlacht.
Mir gefällt hier auf jeden Fall dieser Anteil an Kavallerie, die sich durchbeißt. M.E. in vielen Spielen (außer meinen) bisweilen unterrepräsentiert.

Maréchal Davout:

--- Zitat von: tattergreis am 17. November 2020 - 11:54:31 ---Die Entstehungsgeschichte (russische Soldaten spielen Engländer, Franzosen/Preußen) ist hoch interessant und ein Beispiel für Zusammenarbeit über Block-Grenzen.
Während der franz. Kavallerieattacken sind russ. Soldaten aus Formationen ausgebrochen, weil sie durch den Eindruck der anstürmenden Pferde einfach enormen Stress ausgesetzt waren. Ein Spielkumpel, der auch Reenactor ist/war, hat mir mal erzählt, dass er von seinen Kompagnons während einer ähnlichen Situation untergehakt wurde, damit er nicht weg rennt. Ich glaube, dass Lärm, Rauch, Schmerzensschreie und das Erbeben der Erde (durch Pferde im Galopp) eine viel größere Wirkung erzielen als Trefferquoten, moralische Wirkung wird ja auch schon in manchen Regelwerken stärker betont als physische Vernichtung.

Die Kavallerieattacken könnten heutzutage gar nicht mehr stattfinden, wer weiß, wieviele Pferde da kaputt gegangen sind.
Ähnlich beeindruckend ist auch der Angriff der leichten Brigade (The Charge Of The Light Brigade ).

--- Ende Zitat ---

In dem Zusammenhang muss man den Film, den Bondarschuk drei Jahre vor Waterloo mit ähnlichen Mitteln gemacht hat (auch zigtausende sowjet. Soldaten zur Darstellung der Grande Armée und der russ. Armee), Krieg und Frieden, erwähnen. Allein der Teil über Borodino 1812 ist zwei Stunden lang und ähnlich brilliant (Stürmung der großen Schanze mit Kavallerie, riesige Kavalleriemanöver, gewaltige Batterien etc.).

Zum Thema moralische Wirkung: ja, die ist stark zu veranschlagen und wird bei La Grande Armée auch beim Verlust von Stärkepunkten einer Brigadebase einbezogen. So erklärt sich auch was Tattergreis etwas früher hier im Thread verblüffte, nämlich dass sich Brigaden teilweise recht gut wieder erholen können (oder auch nicht, je nach Würfelwurf), denn moralische Zerrüttung kann auch wieder abklingen. Eine Brigade, die auf 0 Stärkepunkte runtergewürfelt wird und bricht, bedeutet eben nicht, dass hier 50% der Männer tot oder schwer verwundet sein müssen. In dem Moment ist die Einheit nicht mehr kampffähig, was auch psychologische Gründe haben kann. Das macht ein mögliches Sammeln in halber Kampfstärke realistischer.

Maréchal Davout:

--- Zitat von: Pappenheimer am 17. November 2020 - 12:09:16 ---
Aber zurück zur Schlacht.
Mir gefällt hier auf jeden Fall dieser Anteil an Kavallerie, die sich durchbeißt. M.E. in vielen Spielen (außer meinen) bisweilen unterrepräsentiert.

--- Ende Zitat ---

Ja, die Kavallerie spielt hier bisher eine besondere Rolle, würde ich auch sagen  :D

Maréchal Davout:
Doch weiter geht´s:



Start mit einer Impression aus dem Zentrum.



Hier sieht man nochmal gut, dass Wellington seine Position bald mal verändern müsste, sobald die Briten dran sind.



Hier nochmal ein Überblick von oben. Auf der Hügelkuppe sind zwei Gardeeinheiten angekommen, sogar eine Batterie Garde-Fußartillerie hat sich schon in Erwartung der nächsten erfolgreichen Kämpfe hier hochbewegt, um ein besseres Schussfeld zu bekommen.



Am linken britischen Flügel sind einige interessante Dinge von oben zu sehen: von rechts nach links, oben rechts sieht man, wie eine Lanciers-Brigade D´Erlons die brit. Batterien auf dem Hügel zu fassen bekommt, das sieht nicht gut für die Artillerie aus...
Direkt dahinter (also links) kann eine Infanteriebrigade eine angeschlagene Batterie in der Flanke fassen. Links davon stehen die letzten Husaren Vandeleurs und eine brit. Batterie gegenüber einer Linieninfanteriebrigade. Und links davon reitet eine franz. Kürassierbrigade in die Flanke der Horse Artillery hier (bald dürfte England ein paar Batterien verloren haben...). Außerdem sieht man, wie Milhaud einer seiner franz. reitenden Batterien hier schon Richtung Preußen ausrichten ließ, doch wartet auf seinen nächsten kühnen Streich...



Ganz dreist ließ der franz. Kavallerieführer Milhaud eine Batterie direkt vor dem preuß. Vormarsch in Stellung gehen. Da hier die Preußen aber mit den reitenden Batterien an der Spitze die Straße hochfahren wollten, ist das so schnell gar nicht zu bestrafen bzw. man muss die franz. Batterie wegschießen. Bis das gelungen ist, blockiert die Batterie effektiv die Straße und die preuß. Batterien blockieren auch die nachfolgenden Truppen, die vielleicht einen Angriff auf die franz. Kanonen machen könnten. Dahinter ist nun auch noch eine Brigade Kürassiere Milhauds auf der Straße. In 6 Zoll Umkreis dürfen sich Preußen nur auf den nächsten Feind zu oder von ihm weg bewegen. Wer eine 6 würfelt bei der Bewegung muss angreifen, bei einer 1 bleibt man bewegungslos stehen.
Der Wald um die Straße sorgt erstens für Deckung gegenüber der preuß. Artillerie oben im Bild und zweitens dafür, dass es nicht so einfach ist, sich schnell an die Kürassiere heranzubewegen. So droht der ganze preuß. Vormarsch von diesen zwei Einheiten aufgehalten zu wegen (das dazu, dass die Anabei-Platte auch bespielt werden kann, D.J. ;) ).



Hier das Ganze grob aus Milhauds Perspektive, der sich jetzt zwischen der Preußenfront und dem Kampf gegen die Reste von Vandeleurs brit. Detachement aufhalten muss, um alles Kommando-mäßig irgendwie noch zusammenzuhalten.



Derweil hat eine starke Brigade D´Erlons Papelotte verschanzt und zwei weitere marschieren Richtung Preußenfront.



Ganz auf der anderen Flanke hat Frankreich endlich Erfolg! Die schwache brit. Brigade am äußersten Flügel wird endlich in einem kombinierten Angriff aus Infanterie und Kavallerie gebrochen. Dabei wird die franz. Inf.-Brigade Reilles allerdings ebenfalls gebrochen, so dass zumindest die Lanciers auf die Position an der Flanke vorrücken.
So steht nun die holländische Brigade im zweiten Treffen ebenfalls recht isoliert zwischen Lanciers und Kürassieren...
Auch in der Mitte des Fotos ist ein franz. Erfolg zu sehen. Dort konnte die brit. Brigade ebenfalls von einer Infanteriebrigade D´Erlons besiegt werden. Die Flanke wackelt!



Hier noch ein Überblick über den rechten brit. Flügel, unten im Bild die gebrochenen Brigaden der letzten Nahkämpfe...

(Fortsetzung folgt)

tattergreis:
Ein sehr schönes Beispiel für die Notwendigkeit einer Vorhut! Die anderen preuß. Einheiten können aber aus den Wald heraustreten, oder sind die alle auf der Straße aufgereiht?

An der Stelle von Wellington würde ich ein Remi vorschlagen... :(

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln