Kaserne > Projekte
Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte
Pappenheimer:
--- Zitat von: Maréchal Davout am 18. November 2020 - 12:54:35 ---Bis das gelungen ist, blockiert die Batterie effektiv die Straße und die preuß. Batterien blockieren auch die nachfolgenden Truppen, die vielleicht einen Angriff auf die franz. Kanonen machen könnten. Dahinter ist nun auch noch eine Brigade Kürassiere Milhauds auf der Straße. In 6 Zoll Umkreis dürfen sich Preußen nur auf den nächsten Feind zu oder von ihm weg bewegen. Wer eine 6 würfelt bei der Bewegung muss angreifen, bei einer 1 bleibt man bewegungslos stehen.
Der Wald um die Straße sorgt erstens für Deckung gegenüber der preuß. Artillerie oben im Bild und zweitens dafür, dass es nicht so einfach ist, sich schnell an die Kürassiere heranzubewegen. So droht der ganze preuß. Vormarsch von diesen zwei Einheiten aufgehalten zu wegen (das dazu, dass die Anabei-Platte auch bespielt werden kann, D.J. ;) ).
--- Ende Zitat ---
Das ist ja so richtig schön gamey.
Wo behindert denn ein Wald Infanterie? Das ist doch keine Betonwand. Die marschieren etwas langsam da durch und gut ist. Wir sprechen ja nicht von einem Urwald oder einem Hang in den Alpen. Infanterie kann auch Felsen hoch steigen.
Selbst in der Zeit der Lineartaktik behinderte sogar sowas wie das von Wasserläufen und Teichen durchzogene Gelände der Gule in der Schlacht bei Hohenfriedeberg die Preußen nur unwesentlich (eher garnicht). In der napoleonischen Zeit war das Auflösen auch von Linieninfanterie und Grenadieren in aufgelockerte Formation gang und gebe.
Artillerie auf diese Weise auszubremsen hingegen finde ich sinnvoll. Wenn diese aber Marschkolonnen aufhält, wurde die auch einfach in den Straßengraben gerollt. Dauert ne Weile, aber jeder selbstständig denkende Brigadekommandeur kann so eine Entscheidung treffen.
Wenn ein Regelwerk so eine Regel bei mir beinhalten würde, würde ich als Spieler mir erlauben im Spiel den Widersinn so einer Beschränkung zu erkennen und die Regel ignorieren.
Maréchal Davout:
--- Zitat von: tattergreis am 18. November 2020 - 13:17:44 ---Ein sehr schönes Beispiel für die Notwendigkeit einer Vorhut! Die anderen preuß. Einheiten können aber aus den Wald heraustreten, oder sind die alle auf der Straße aufgereiht?
An der Stelle von Wellington würde ich ein Remi vorschlagen... :(
--- Ende Zitat ---
Doch doch, andere preußische Einheiten sind oberhalb der Straße und können natürlich auch durch den Wald gehen.
@Pappenheimer: ich hatte ja nur geschrieben, dass der Wald verlangsamt. Das wiederum finde ich realistisch. Wenn man größere Formationen durch so ein Gelände bringen will, noch dazu in direkter Feindnähe verlangsamt das schon (und zwar unberechenbar wie stark, weshalb hier auch ein Zufallswurf jedes Mal neu entscheidet, wieviel eine Truppe pro Zoll Weg durch schwierigeres Gelände aufgehalten wird). Eine Plänklerschar geht da schnell durch, aber 3000 Mann, die man danach als Formationen auch wieder ordnen muss? Da muss man hier auf die Kompanie warten, dort ist das passiert. Das bisschen Gelände, dass auf dem Feld steht, sollte dann auch eine gewisse Rolle spielen. Tattergreis hatte ja schon auf die zu angenehme Spielfläche im Vergleich zu den realen feuchten Niederungen etc. z.B. in der Nähe von Papelotte hingewiesen.
Die Preußen werden das ja auch schon beseitigen können, notfalls die Batterie durch den Wald von der Seite nehmen, auch die Kürssiere durch den Wald angreifen. Aber das ist eben mind. eine Bewegungsphase in der die Straße blockiert ist und das gesamte Korps eben nicht auf allen Wegen hübsch schnell Richtung Hauptkampf eilt und das ist von den Franzosen ersten ganz klug gemacht und zweitens auch nicht so unpassend insgesamt, finde ich.
Pappenheimer:
Die Sache ist, dass wir hier von Flandern um 1815 sprechen. Ich habe ja schon viele Karten aus dem 18. Jh. studiert und da wird schon sehr klar, dass solche Wälder von unzähligen Wegen zerschnitten waren. Auf einem Wald-/Forstweg kann man in der Regel in mindestens der Tiefe einer Linie marschieren, d.h. bei Franzosen drei Mann tief, daneben noch Unteroffiziere etc.. Das ist kein großer Unterschied zu einer normalen Marschsäule auf einer Hauptstraße, die ja sowieso meistens Artillerie und Munitionswagen vorbehalten bleibt. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass ein Kommandeur 1815 darauf gekommen wäre eine Straße mit einer berittenen Batterie zu verstopfen wo links und rechts höchstwahrscheinlich die Truppen schneller den Wald durchqueren als die aufgehaltene Batterie auf einer ungepflasterten (Kunst-?)Straße gebraucht hätte. Wenn es eine Kunststraße wäre, würde wahrscheinlich die Infanterie auf dem Sommerweg, der natürlich auch grundlos geworden ist einfach an der Batterie vorbei laufen, wenn die Artilleristen (außer vielleicht alle Kommandeure sind enorm kurzsichtig und verzichten aus Eitelkeit auf ne Brille) die Sperrung der Straße erkannt haben. Mir sieht das einfach eher nach einer Straßensperrung aus wie man sie sich in einem verklüfteten Gelände wie im Schwarzwald, den Alpen oder meinetwegen auch in felsigen Partien des Thüringer Waldes mit wenigen bis keinen parallelen Wegen vorstellen kann. Für was man die Kavallerie in der Zeit für fähig hielt z.B. sieht man, wenn etwa Kavallerie in Schanzen gelegt wurde wie vor der Schlacht bei Großbeeren 1813 durch die Preußen (wenn ich mich recht entsinne) geschehen.
Aber ist ja euer Spiel. Geschwindigkeitsreduzierung klar - vielleicht -1/2 Bewegung - aber der Rest leuchtet mir persönlich einfach nicht ein.
tattergreis:
Man kann das Schlachtfeld von Waterloo außergewöhnlich gut mit Google Maps erkunden, auch die Wege der Preußen aufs Schlachtfeld sind nachvollziehbar. 6 oder 8 Geschütze kann man eh nicht auf eine Straße nebeneinander stellen, also was genau im Spiel abstrahiert dargestellt wird, kann ja jeder für sich entscheiden. Die Regel bzgl. der Bewegung innerhalb von 6 Zoll könnte man kritisch hinterfragen, wenn es sich um Waldgebiet handelt, weil sie sich meines Erachtens aus dem Wirkungsbereich der Waffen ableitet. Aber das ist ne Diskussion, die ich ohne Regelbuch nicht führen möchte.
Maréchal Davout:
Ich finde ja toll, dass ihr so involviert seid! Aber es stimmt schon, Tattergreis, ohne das Regelbuch zu kennen, ist das zu detailliert hier müßig.
Insgesamt haben wir hier eine Abstraktion auf dem Level von Brigaden als kleinster Einheit. Da wird einiges in den Regeln anders zu regeln sein, als wenn ich zum Beispiel im Spiel entscheiden kann, mein Bataillon in Kolonnen durch einen Wald zu dirigieren. Mir ging es ja nur darum, dass ihr die Regelmechanismen grob versteht, um dem Geschehen folgen zu können.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln