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Grande Armee in 1/72: Aufbau der napoleon. Armeen und Spielberichte
Riothamus:
Zu den Bildern: Das sieht alles wieder toll aus, auch wenn ich gerade keine Zeit zum schreiben habe.
(Ja, Kopie, aber heute gab es vier Kartons Bücher zum WW2 für mich. Da muss ich sichten.)
zur Moral: Ethik ist im Forum dummerweise auch ausgeschlossen. Es gab da mal ein Zeit mit gleichzeitiger Debatte zur Darstellung von Kindersoldaten und zu Brother Vinnie. Da, so wie ich es verstanden habe, viele die Äußerung einer anderen Meinung als der ihren als störend empfanden oder die Äußerung zweier unterschiedlicher Meinungen als Streit auffassten, wurde die Ethik verbannt.
Maréchal Davout:
--- Zitat von: tattergreis am 05. Februar 2021 - 17:51:31 ---
--- Zitat ---Naja, eine Diskussion über die moralische Verwerflichkeit von Napoleon könnte schon passen (und man muss ja auch nicht auf aktuelle Politik verweisen).
--- Ende Zitat ---
Da kannst Du Dir auf TMP ne Menge Freunde machen.
Vice L´Empereur!
Tatter
--- Ende Zitat ---
Sind da auch so viele glühende Napoleon-Verehrer auf TMP? Ich habe 1-2 solche Leute in den Kommentaren bei Instagram. Mit einem habe ich mal diskutiert, der sieht trotz guter Quellenkenntnis nicht, inwiefern Napoleon problematisch war. Der wollte nicht die Welt retten und die Werte der Revolution überall hin bringen.
Er schuf einen Polizeistaat ohne echte Pressefreiheit, die Franzosen hielten die Füße still, weil Ruhe und Sicherheit (nach den Exzessen der Revolution/Terreur) eben doch den meisten wichtiger waren, als mehr Freiheit. Die Armee bewunderte und verehrte ihn, mit ihr wurde er Kaiser und durch sie erfocht er seine Siege auf denen alles basierte. Für seine militärischen Aktionen bewundere ich ihn auch (und auch der Code Civil ist schon was), aber ich höre dadurch nicht auf, zu sehen, warum er insgesamt politisch und ethisch viel Problematisches getan hat. Die anderen waren aber auch nicht wirklich besser, schaut man sich die politischen Gelüste Preußens an (deren Problematik des Dominanzausbaus sich nach 1815 weiter zeigte) oder die Handlungen Großbritanniens...
Frankreichs Armee ist aber nicht gleichzusetzen mit Napoleon. Diese Truppen mit ihrer Geschichte, ihren Uniformen und ihrer Struktur sind bemerkenswert. Da spiele ich lieber Franzosen als die anderen.
Maréchal Davout:
--- Zitat von: Riothamus am 05. Februar 2021 - 18:24:05 ---Zu den Bildern: Das sieht alles wieder toll aus, auch wenn ich gerade keine Zeit zum schreiben habe.
(Ja, Kopie, aber heute gab es vier Kartons Bücher zum WW2 für mich. Da muss ich sichten.)
zur Moral: Ethik ist im Forum dummerweise auch ausgeschlossen. Es gab da mal ein Zeit mit gleichzeitiger Debatte zur Darstellung von Kindersoldaten und zu Brother Vinnie. Da, so wie ich es verstanden habe, viele die Äußerung einer anderen Meinung als der ihren als störend empfanden oder die Äußerung zweier unterschiedlicher Meinungen als Streit auffassten, wurde die Ethik verbannt.
--- Ende Zitat ---
Danke!
Ethik auch? Ich muss ja sagen, dass es für mich eine evtl. sogar gefährliche Sache ist, wenn ich mir vorstelle, dass in einer Gesellschaft immer mehr Bereiche existieren, wo Menschen Politisches und Ethik ausschließen. Eine Demokratie braucht Diskurs, Gespräch, Diskussion. Auch in einem Forum, dass sich mit Krieg beschäftigt, eigentlich gerade dort.
Wenn es Figuren von Kindern in Wehrmachtsuniform gibt, ist es gut und richtig, darüber zu diskutieren, was man problematisch daran findet, mit ihnen zu spielen oder warum man das nicht problematisch findet.
Redet man bei Themen wie Krieg nicht auch von Ethik und Politik, könnte man ja in die Gefahr rutschen, wie Teile des dt. Militärs vor den Weltkriegen eben sich als militärische Fachleute zu sehen, die die Politik und damit auch die höhere Verantwortung außen vor lassen. Wohin das führt, haben wir im 2. Weltkrieg/3. Reich gesehen. Man beschäftigt sich mit dem Militärischen als Selbstzweck quasi dann, was gefährlich sein kann oder auch ein Vehikel für die Verherrlichung von Krieg.
D.J.:
Ah, ich sehe das ein klein wenig anders.
Klar, Kindersoldaten ist so eine Sache, wo auch ich eine ganz klare Grenze ziehe!
Aber ansonsten ist Tabletop, egal ob historisch oder nicht, für mich in erste Linie ein Hobby. An "meinen" Tischen ist jede und jeder willkommen. Aber Themen wie Hautfarbe, Herkunft, Religion und Politik möchte ich am Spieltisch und im Hobby nicht haben.
Das Eine ist sozialer Spaß miteinander, wo es um Strategie, Takitk, bunte Püppchen und teilweise um Geschichte geht. Das Andere geräte gerne mal außer Kontrolle und unter die Gürtellinie des guten Geschmacks und Anstands.
Daher ziehe ich da eine harte und unverrückbare Trennlinie bei den Themen.
Wer mag, kann mit mir gerne über Ethik und Politik diskutieren. Da kann ich ernsthaft sein und mich ohne meine typischen Albernheiten und Späßken auch den ernsten Dinges des realen Lebens widmen.
Aber bitte nicht am Tisch und bitte nicht in den Foren, in denen ich wegen des Hobbys bin und wo ich mich über das Hobby und wegen des sozialen Spaßes wegen aufhalte.
Diese Trennung halte ich persönlich für wichtig und ziehe sie auch für mich konsequent durch.
Ein Beispiel:
Wenn man diese Trennung nicht einhält ... wie diskutiert man über die Kriegstreiberei und die geplanten Genozide bei Warhammer 40k, die dort gespielt werden auf ethischer Ebene? Gar nicht weil fiktiv?
Wie ist das mit Star Trek Attack Wing oder Star Wars, wo schlimmstenfalls Raumschiffe mit Besatzungen vom Umfang einer Kleinstadt platzen um dem Mitspieler (Gegner) zu bezwingen?
Wo zieht mann dann bei ethischen Fragen die Grenzen?
Ist im Grunde nicht jedes Tabletop, gleich welche fiktive oder reale Epoche ein Kriegsspiel?
Ist die Gefahr erkennbar, die ich hier benenne?
Solche Diskussionen sind eine Büchse der Pandorra, die man mit "anonymen" Teilnehmern in einem virtuellen Raum nicht führen sollte. Privat, Aug' in Aug', kann man sich die Teilnehmer an so einer Diskussion aussuchen, auch wenn sie am Spieltisch nix verloren hat. Da gibt es dann aber andere Gelegenheiten für, wenn man denn unbedingt will.
Meine Meinung zu dieser Frage, nicht böse gemeint, aber doch sehr am Herzen liegend.
Riothamus:
Vor den letzten beiden Posts geschrieben:
Es geht natürlich auch ohne Ethik:
Es sollte auch bedacht werden, dass das Direktorium für den Offizier Bonapart ineffektiv und staatsgefährdend gewirkt hat. Nachdem er sich für den Putsch entschieden hatte musste er - wie so viele Diktatoren und von Prozessen bedrohte Politiker vor und nach ihm - schon als Existenzsicherung an der Macht bleiben. Er war klug genug, dass es nicht zu unangenehm wurde und er von anderen Mächten - trotz der Haltung einer Königin Luise und anderer sowie der Propaganda seiner Gegner - durchaus als Monarch und nicht als Tyrann wahrgenommen wurde. Dass aber nicht alles Machtpolitik gewesen sein kann, sieht man m.E. an Dingen wie dem Code Napoléon und auch an den auf uns eher unbeholfen-putzig wirkenden Versuchen, Ägypten den Fortschritt zu bringen. Aber wir haben ja auch die Erfahrungen des Kolonialismus. In Ägypten sieht man das Problem, denke ich, deutlicher als in Europa: Was war Ruhmsucht, was Machterhalt und wo wird politische Überzeugung sichtbar? Was steckt hinter der Straßenbeleuchtung für Kairo? Ich würde hier eine Mischung der Motive nicht ausschließen. Wer Ruhm sucht, ist ja auch davon abhängig, dass andere eine Maßnahme richtig finden, wofür oft wieder nur der eigene Geist die Richtschnur sein kann. Und Macht erhält sich gut, solange andere zufrieden sind. 1814 scheiterte er ja gerade daran, dass er zweimal einen für alle Seiten akzeptablen Frieden ablehnte, nachdem sich zudem das Volk sehnte. Der Motivationsmix liegt nun nicht so offen da, dass Einigkeit herrschte. Und auch nicht so offen, dass der Historiker ohne Spekulation auskommt. Daher wird man wohl auch in 100 Jahren noch über ihn diskutieren. Und dabei ist die ethische Frage, die nach der Konsistenz und Gültigkeit seiner Motive noch nicht einmal gestellt. (Mit Kant könnte man zeitgenössisch fragen: "Was war für ihn Pflicht?" Doch wir sind nicht einmal bei der Zuordnung dessen fertig, was bloße Notwendigkeit war.)
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