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Autor Thema: Rosenkriege - wer pfuscht der tuscht - historisches Plastik  (Gelesen 4699 mal)

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Rosenkriege - wer pfuscht der tuscht - historisches Plastik
« Antwort #15 am: 25. Februar 2015 - 22:41:39 »

Zitat von: \'Lettow-Vorbeck\',\'index.php?page=Thread&postID=186823#post186823
Ich schÀtze mal Osprey.

Ich werde wohl beide Varianten einbauen ;)

Ja klar, warum nicht? Letztlich gibt es ja zum GlĂŒck kein \"falsch\" oder \"richtig\", nur \"weniger\" oder \"mehr\" wahrscheinlich. ;)
Dann bin ICH ja erst recht froh, dass ich meine halbierten Livery Coats nicht entfĂ€rben muss.  :dance3:

Welf VIII.

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Rosenkriege - wer pfuscht der tuscht - historisches Plastik
« Antwort #16 am: 26. Februar 2015 - 20:35:52 »

Manchmal wird man missverstanden und manchmal drĂŒckt man sich einfach scheiße aus. Mir ist wohl letzteres passiert. Also, an alle, bitte senken sie Ihren Puls jetzt.

GrundsĂ€tzlich bin ich der Meinung, dass die Überlieferung (Bildquellen, Bereichte und archĂ€ologische Überreste) viel zu dĂŒnn ist, um ĂŒberhaupt eine Aussage zu treffen, was richtig und was falsch ist. Da die ganze Sache mit den Liveries bestenfalls als halblegal galt, könnte ich mir vorstellen, dass es da sehr viel weniger verbindliche Regeln gab als man gerne hĂ€tte und vor allem auf dem Miniaturenschlachtfeld darstellen möchte.
Was die Livery-Geschichte angeht, so muss davon ausgegangen werden, dass es Abstufungen gab. Z.B. werden Leute, die fĂŒr einen bestimmten Kriegszug angeheuert wurden. Die werden dann jenes berĂŒchtigte Shirt oder den Coat zum ĂŒberwerfen bekommen haben. Andererseits waren das Tragen von Livery-Farben auch Teil des zivilen Alltagsleben, so dass angenommen werden darf, dass festangestellte mehr als nur eine Weste bekommen haben. FĂŒr Adlige oder sonstwie wichtige Gefolgsleute wurden auch gerne KettenanhĂ€nger aus Metall verschenkt.
Was vorne und hinten angeht, so war meine Überlegung, dass jene Waffenröcke, die das heraldische Wappen des TrĂ€gers zeigen, dieses eigentlich nicht spiegeln, also von hinten und vorne gleich aussehen. FĂŒr die Herstellung eines Hemdes sollte dies egal gewesen sein, da dabei - soi viel ich weiß - Vorder- und RĂŒckenteil am Ende zusammengenĂ€ht wurden. Und dann hĂ€tte man bei einem zweifarbigen Hemd ohnehin vier Teile, die man zusammentackert. Die Hosen und Ärmel entstanden, weil ich einfach Bock drauf hatte.

Überlegung zu dem Shirt der Retainer Edwards of March bei Towton. Auf dem Bild der Plastikbox sehr schön zu sehen mit der Rose im Sonnenkranz auf
Nun nehmen wir einmal an, alle unsere schönen Annahmen seien richtig, Richard of York habe blau-weiße Liveries ausgeteilt und Edward schwenkt nun um auf blau-rot. Da wĂ€re die erste Frage, ab wann tut er das? Macht er es seit er neben seinem Vater auf FeldzĂŒgen auftaucht (1459), bei der RĂŒckkehr nach England mit Warwick (1460) oder erst nachdem er von dem Desaster bei Wakefield erfahren hatte (Anfang 1461)? Er siegt mit seinen VerbĂŒndeten ĂŒber die walisischen LancasteranhĂ€nger am 2/3. Februar bei Mortimer\'s Cross. Dabei erscheint schneesturmbedingt eine Dreifachsonne am Himmel erschien. Dies deutete Edward als göttliches Zeichen fĂŒr sich und seine AnhĂ€nger und wĂ€hlte fortan die sog. \"Sun in splendor\". Die Nachricht von der Schlacht erreichte London einige Tage spĂ€ter, der Duke of March traf erst am 27. Februar mit seinen Trupen in der Hauptstadt ein, die er am 13. MĂ€rz richtung Towton verließ. 5.000 oder mehr nageneu gestickte Sonnen in dieser Zeit? Trugen wirklich alle Gefolgsleute Edwards blau-rot? Niemand im alten blau-weiß?

Was z.B. auch richtig nervt, ist der Umstand, dass sich manche Adlige einfach nicht um das geschert haben, was man ihnen so andichtete. Schönstes Beispiel ist da John Howard (ab 1483 Duke of Norfolk), bei dem eine weiß-rote Kombination gemeinhin angenommen wird (Freezywater). Leider konnte der Historiker Ashdown-Hill nachweisen, dass im Hause Howard einerseits immer wieder rote und blaue Kleider oder Tuche angeschafft wurden (um seine AnhĂ€ngerschaft zu den Yorkisten zu dokumentieren vermutet der Autor), andererseits gab er orderte er immer wieder schwarze Stoff und gab diese an AnhĂ€nger und Familienangehörige (auch Frauen) aus. Ab 1483, Richard III. erhebt ihn zum Duke of Norfolk wechselt er dann auf blau. Nebenbei merkt Ashdown-Hill an, dass Farben der Mowbrays nicht blau-rot (wie oben von mir behauptet) sondern nur rot waren. Und John Howard, der denen ja lange unterstand, zog deren Klamotten auch hin und wieder an und gab sie an seine AnhĂ€nger aus.
Verstanden? ;( :smiley_emoticons_joint: :assassin_1:
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Soldat Ryan

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Rosenkriege - wer pfuscht der tuscht - historisches Plastik
« Antwort #17 am: 26. Februar 2015 - 21:46:21 »

@welf: Schutzbehauptungen! Nur, damit Du nicht umpinseln musst. Also, ummalen, damit es historisch korrekt ist.
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Rosenkriege - wer pfuscht der tuscht - historisches Plastik
« Antwort #18 am: 26. Februar 2015 - 22:52:55 »

@Welf
Gute Frage mit den Liveries von Edward. Edward ist schon 1460 eine wichtige Figur und ja auch schon erwachsen. SpĂ€testens nach dem Act of Accord als Zweiter in der Thronfolge und eigenen Truppenaushebungen in den Welsh Marches kann man doch auch von einer eigenen Livree ausgehen. So meine EinschĂ€tzung. Wenn man Mortimer\'s Cross machen will, mĂŒsste man ja eigentlich auf das schöne Sonnen-Symbol verzichten. Wobei, wer weiß schon was so im Feldlager alles geht. Wie war das noch mit Konstantin, der nach einer Ă€hnlich göttlichen Eingebung flugs alle Schilde bemalen ließ? Weiss-Blaue Livree bei Towton wĂŒrde ich definitiv als möglich und auch wahrscheinlich erachten.

@Soldat Ryan
Es nervt. Du trÀgst die ganze Zeit schon nichts Gehaltvolles zum Thema bei, wieso hÀltst du es da nicht auch mal mit dem Zitat, das du anderen so gerne vor den Latz knallst?