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Fighting Sail Fleet Actions 1775-1815 von Osprey

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khde:
koffeinfrei  :)

Tabris:

--- Zitat von: \'khde\',\'index.php?page=Thread&postID=194687#post194687 ---koffeinfrei  :)
--- Ende Zitat ---

Muß es nicht K-Affe-in-frei heißen :P

Aber genug der lästerei und zurück zum Thema.

Da sich die Angelegenheit mit den Verlust von Schiffen & Flottenmoral geklärt hat ... gibt es weitere Erfahrungen bezüglich des tötlichen Nahbereichs :)

Constable:
@ captain alatriste; das stimmt mit den Chefinnen! :) Oft zumindest, in meinem Hobbykeller bin ich der unumschränke Herrscher. EInen Stöck höher schaut es schon wieder anders aus.

Curundil:
Wir haben in den letzten Tagen auch ein paarmal gespielt, und ich bin recht angetan.

Das Buch hatte unser lokaler Händler auf Verdacht bestellt, und irgendwie ist\'s bei mir gelandet. Meine \"Pirates of the Dingsda\"-Schiffchen sind leider vor vielen Jahren mal einem Frühjahrsputz zum Opfer gefallen, also musste Ersatz her. Die vom Autor empfohlenen GHQ-Schiffe (und die maßstabsgleiche, hübschere Alternative von Langton) sind nett, aber ich wollte nicht schon wieder was bestellen und dem Zinnberg hinzufügen, solange noch napoleonische Bayern, SAGA-Warband Nummer vier bis sechs, Florentiner Condottiere, 15mm Antigoniden, ein Berg Infinity-Miniaturen und gefühlte weitere zwei Zentner Zinn und Plastik auf Farbe warten. Zudem finde ich bei Zinn-Schiffchen immer die Segel etwas klumpig, und Messingsegel sind auch nicht billig. Die Sails-of-Glory-Pötte fand ich haarsträubend unhübsch und preislich zum Abgewöhnen, und die Plattfiguren von CG sind auch nicht meine Vorstellung von Modellschiffchen, so dass ich nach Sichtung des Herstellerfelds kurz davor war, es wieder hinzuschmeißen.
Dann bin ich zufällig über die Papierschiffchen aus dem Blog von Jeff Knudsen gestolpert - und es war um mich geschehen. 1:900 funktioniert mit den Regeln noch ohne Modifikation, ist maßstäblich sehr dicht an den Pirates-Steckschiffen (ohne festes Maß) und den SoG-Pötten (1:1000 glaub ich?) dran, und die Schiffe sehen fast unschlagbar gut aus. Außerdem kann ich mal einfach basteln und muss - außer Masten und Rahen - nichts anmalen.

Das Spiel tut exakt das, was es auch verspricht, und das ist exakt das, was ich mir gewünscht habe. Segelschiffgefechte, die sich schnell spielen, stark herauszoomen, sich irgendwie richtig anfühlen und gute Unterhaltung bieten. Was exakt auf den Schiffen vorgeht, bleibt mir als Admiral verborgen, aber ich bekomme ein gutes Gefühl dafür, wie eine Schlacht verläuft (anders als bei z.B. DBA, das ich sehr gerne spiele, aber wo ich selten vorher sagen kann, ob etwas gut oder mistig laufen wird).

Pro aus meiner Sicht:
- Leicht zu lernen, schnell zu spielen, aber mit taktischem Entfaltungsspielraum.
- Sinnvoll spielbar bereits mit einer Fregatte, aber mit mehreren Spielern und mehreren Dutzend Linienschiffen ebenfalls gut zu managen.
- Kein Clutter; eine Liste passt auf einen Zettel, und außer \"Anker\"-Marken benötigt man nur etwas Watte-Rauch für das Markieren von \"Breitseite abgefeuert\" und \"Schaden\", so dass das Spiel sehr gut aussieht.
- Kein Plankenzählen, Segelflächenmanagement, Kanonenrechen, Munitionsdilemma o.ä., sondern Konzentration auf den Zusammenhalt der Flotte. Wer es lieber detaillierter mag, für den gibt es andere, wirklich feine Spiele.
- Günstiges, auch für Händler gut beziehbares Regelwerk; das sichert Mitspieler.

Cons aus meiner Sicht:
Keine an sich. Lediglich mein innerer Knöpfchenzähler findet etwas zu bemäkeln, was dem Regelwerk an sich aber keinen Abbruch tut:
Bei den spielbaren Flotten des Regelwerks und den aufgeführten Nationen hat der Autor teils gepennt oder komisch recherchiert. Hintergrund ist die dargestellte Epoche von 1775 bis 1815, die das Regelwerk in Anspruch nimmt. Zunächst bietet das Regelwerk nämlich durchaus auch die Russen an, dann aber keine Schweden und keine Osmanen, womit man seine Russen also ohne osmanische Feinde oder osmanische Verbündete höchstens allein gegen Franzosen im Mittelmeer schippern lassen kann. Zweitens haben außer den Amis und den (für diese Zeitspanne eher fiktionalen) Piratenflotten keine Nationen Zugriff auf kleinere Schiffe unterhalb der Fregatte. Drittens, und jetzt kommt\'s, ist bei den Linienschiffen, die man spielen kann, manches etwas fischig: Das Regelwerk benutzt die britischen \"Rates\" zur Einteilung der Schiffe. Bei Durchsicht der Flotten stieß ich als interessante Nation auf die Portugiesen und die Russen. Neben den allgegenwärtigen 3rd und 4th rates (und den zwei Fregattentypen 5th und 6th rate) haben diese zwei Flotten nämlich 1st rates in ihrer Liste, die sich durch attraktive Spielmerkmale von der Konkurrenz abheben und interessant klingen. Bemüht um historische Flotten und authentische Namen für meine Schiffchen habe ich mich also in Recherchen gestürzt und verdutzt festgestellt, dass weder Portugal noch Russland im fraglichen Zeitraum Schiffe mit 100 oder mehr Kanonen an Bord unter Segel hatten. Wo nimmt der Autor diese Schiffe her? Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht gründlich genug recherchiert und mache hier ein Fass auf, das keines ist. Und für \"was-wäre-wenn\" taugt es j atrotzdem; warum sollte man der reichsten Krone dieser Tage, Portugal, nicht einen fiktiven 100-Kanonen-Pott für die eigene Flotte zugestehen, wenn Nachbar Spanien in dieser Zeit in großer Zahl Schiffe mit 100 oder 112 Kanonen in\'s salzwässrige Feld schickt? Kleiner Makel also, und soll meiner Freude über das Spiel keinen Dämpfer verpassen.
Über Schweden und Osmanen würde ich mich trotzdem freuen. Vielleicht macht da ja mal jemand eine gut durchdachte Flottenliste, oder der Autor besinnt sich und liefert nach.

Wer das Spiel mal ausprobieren möchte, kann das in Bochum gerne nach Absprache tun, Flotten und Spieltisch sind im örtlichen Laden, von dem ich auch das Regelwerk bezogen habe. Hausbesuche mache ich wegen der filigranen Schiffe aber keine. Aktuell habe ich fünf britische und sieben spanische Schiffe gebaut, und ich bastle jetzt an einer Piratenbande und einem russischen Verband.

Mir hat es wirklich gefallen. Und das ist kein Schönreden einer gekauften Graupe, sondern ich finde es wirklich, wirklich hübsch und gelungen. Ich habe mir schon deutlich teurere Regelbuchreihen oder Wargame-Projekte zugelegt, die ich wirklich kacke fand und finde, und bei denen ich das auch ehrlich sage (z.B. kann ich mich um\'s Verrecken nicht für FoG:Napo begeistern, wenn ich mit denselben Figuren auch Lasalle spielen kann, obwohl ich für beides die Regeln gekauft habe). Fighting Sail ist kein Fehlkauf gewesen, sondern bereitet mir aktuell viel Freude, und es sind in meinem Empfinden gut angelegte 15 Euro.

Curundil:
Als Nachtrag hier noch mal drei verschwommene Schnappschüsse von meiner steinzeitlicehn Handy-Kamera.



Mit kleinen Flotten zu 200 Punkten, meine Spanier (zumindest ein Teil davon) gegen einen Freund, der meine Briten kommandiert. Obwohl der Brite kühn hart am Wind segelte, während ich optimalen Wind hatte, kam mein Vormarsch wegen schlechter Segeleigenschaften etwas ins Stocken. Eine gewagte ERöffnungssalve der britischen Kriegsschiffe auf extrem lange Distanz versenkte überraschend meine vorderste Fregatte, die daraufhin als bewegungsloses Wrack den Kurs meiner Linienschiffe blockierte. Ein Ausweichversuch meines 80-Kanonen-Flaggschiffs ging schief, und die \"San Vicente\" lief im seichten Wasser auf eine Untiefe auf. Der Rest der Schwadron geriet daraufhin in Unordnung, während die Briten in perfekter Linie vorbeizogen und mich so lange beschossen, bis alle meine Schiffe unter mäßigem Schaden die Flaggen streichen mussten.



Am Tag zuvor hatte ich ein spanisches Linienschiff in einer tückischen Inselgruppe in einen Piratenhinterhalt geschickt. Wir hatten uns geeinigt, dass der Spanier durch die falschen Handelsflaggen der Piratenboote getäuscht wird, bis er entweder beschossen wird oder Piraten sich auf 6 Zoll (oder weniger) nähern. Im ersten Spiel verging die Piratenflotte spektakulär und ohne eine Chance im Kanonendonner des Kriegsschiffes. In der zweiten Partie (Revanche) schaffte es der Piratenkapitän, seine kleinen Schaluppen geschickt kreuzen zu lassen und im seichten Wasser durch überraschende Salven den Spanier mit einer Schadensmarke zu belegen, so dass ein anschließendes, kühnes Entermanöver zweier Schiffe Erfolg hatte.



Sehr hübsche, stimmungsvolle und schnelle Spiele.

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