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Wieder gehen Lichter aus
Barbarus:
Also ich hab einen Fuß in beiden Welten.
Ich liebe die klassischen, kleinen Läden aufgrund ihrer Atmosphäre und finds immer schade, wenn einer dichtmacht, aber gleichzeitig bestell ich gern online, weil ich recht hohe Ansprüche habe und die meisten Läden meinen sehr speziellen Wünschen nicht gerecht werden können - da hilft nur die Auswahl des Internets.
Man muss noch dazusagen, dass Online-Shops umweltfreundlicher sind. Ist für mich jedenfalls ein Trost.
Irgendwelche kalten, dunklen Lagerräume sind halt energieschonender als ein beheiztes, ausgeleuchtetes Geschäft.
Und ein DHL-Fahrzeug, das rumgurkt und den Menschen ihre Waren zum Haus bringt, ist weniger umweltschädlich, als all die Fahrzeuge, die diese Menschen benutzen würden, um zum Laden zu kommen.
(Dabei handelt es sich übrigens nicht um Theorien von mir, sondern um Ergebnisse von offiziellen Untersuchungen zur Sache.)
Thorulf:
Nun ja, dias Bedauern ist echt, auch wenn mein Konsum an \"klassischen\" Modellbausätzen in den letzten Jahren, bedingt durch Verlagerung des Hobby-Schwerpunkts, zurückgegangen ist. Mit mehr oder minder stolzen 49 Jahren auf dem Buckel kann ich dennoch sagen, dass ich so manche D-Mark und später Euro dort gelassen habe, wie Mö auch. ich habe es gar nicht fertig gebracht, diesen Laden ohne Einkauf zu verlassen. Das galt meist auch für das Spieleland.
Randbemerkung: Wer freiwillig nach St. Pauli mit dem Auto fährt, ohne da zu wohnen, sollte sich mal auf seinen Gesundheitszustand (mental) untersuchen lassen. Öffentliche Verkehrsmittel sind hier das ökologische aber auch zeitsparende Mittel der Wahl.
Es mag ja sein, dass irgendein \"Experte\" errechnet hat, die ökologische Bilanz des Internet- Handels sei ach so toll - aber bevor wir jetzt vor Begeisterung über den Niedergang des Energiefressers Einzelhandel in die Hände klatschen, empfehle ich, mal den anderen Teil des Hirns zuzuschalten und an die Menschen zu denken, die davon leben müssen. Oder - mal etwas egozentrischer - über die Entwicklung, die unsere Sozialabgaben nehmen, wenn immer mehr Jobs in dieser Branche durch Billigjobs bei Zalando, Amazon und wie sie alle heißen, ersetzt werden. (Übrigens: Die weitaus meisten der einschlägigen Auslieferungsfahrzeuge bei den Paketdiensten sind Diesel. Ich möchte mich zur Ökobilanz jeder einzelnen dieser Dreckschleudern, insbesondere im Stadtverkehr und bei der Fahrt von Haustür zu Haustür mal nicht äussern, auch wenn ich nicht bezweifle, dass es auf diesem gebiet leute gibt, die wietaus fähigere Experten als ich sind - im Schönrechnen. da hat ja jeder SUV eine bessere Ökobilanz als der Smart).
Für diejenigen, die Jonny nicht persönlich kennen: Ich denke nicht, dass es ihm in den letzten Jahren bei sinkendem Absatz darum ging, auf einen guten Preis für das Grundstück zu warten. Da hätte er schon vor fünf Jahren die Kurve kratzen können. Er hatte ganz offensichtlich Spass an seiner Arbeit und seinem Laden. Es ist ihm zu gönnen, dass er dann wenigstens am Ende noch etwas davon hat. :smiley_emoticons_joint:
Blüchi:
Rechnet man die Produktion und lebensdauer eines Diesels ein so ergibt sich ein anderes Bild....Diesel ca 400 000 km fahrleistjng, Benziner ca 220 000 km. Aber egal. Leider ist Modellbau nicht mehr so angesagt wie vor zwanzig Jahren das bekommen auch die Hersteller zu spüren.
Thorulf:
An dieser Stelle habe ich in der Tat kein Mitleid, abgesehen von den Angestellten. Denn wenn dem so ist, dann sollten sich die Hersteller mal fragen, ob das einfach \"eine Entwicklung\" ist (wie ein Naturgesetz) und sie dann nicht lieber ihre Läden dicht machen wollen, oder an welcher Stelle sie den Zug verpasst haben, auf dem etliche Kleinserienhersteller und Shapeways-3D-Drucker durchaus noch Geld verdienen. Wir gehen einem Hobby nach, das in Teilen noch Marketing-Konzepten aus den 50er Jahren folgt. Zvezda ist einer der ganz wenigen, die zum Beispiel bewusst in den Wargaming-Markt mit eingestiegen sind. So auch Italeri. Bei allen anderen (Fujimi, Hasegawa, Revell, etc...): Fehlanzeige. :ireful:
MonsterDreizehn:
Schwieriges Thema.
Onlinehandel ist ein \"Problem\", aber oftmals unumgänglich in unserem Hobby. Ich möchte übrigen einwerfen das viele bekannte Hobbyläden gleichzeitig Versandhändler sind. Das macht auch Sinn. Ums Geld geht es sicher nicht jedem. Überlegt mal was die Leute bei Games Workshop oft liegen lassen. (was übrigens auch legitim ist)
Ich persönlich nehme beim Händler meines Vertrauens praktisch immer etwas mit. Der für mich nächstgelegene, ordentliche Hobbyladen liegt mal eben 25km entfernt. Da fahre ich nicht extra wegen 2 Vallejo Farben hin. Damit verbunden wären Benzin, Parken und Zeit. Das sollte man alles berücksichtigen. Ich denke nicht jeder genießt überhaupt den Luxus, einen tollen Händler direkt im Ort zu haben.
Aber was anderes.
Modellbau oder Modellbahnen sind einfach out... Früher baute man zu Weihnachten eine Eisenbahn Anlage mit seinen Kindern auf, oder klebte aufwändig Panzer Modelle. Heute verschenkt man lieber eine Playstation. Liegt halt mit an unserer Arbeitswelt. Da bleibt Eltern oft keine Zeit, Abends noch mit dem Sohnemann 200 teilige Bausätze zu kleben. Da will man nach 12 Stunden Arbeitstag einfach seine Ruhe und nicht noch eine Doktorarbeit in Modellbau ablegen.
Wenn man als Händler etabliert ist, oder ein breites Angebot - also nicht nur Boardgames verkauft, dann ist das kein Problem. Aber wer behauptet sich als Einzelhändler schon gegen große Ketten? Selbst bekannte Läden müssen Federn lassen. Ein Ladenbesitzer meinte vor paar Monaten noch zu mir, das Boardgames für ihn praktisch keinen Gewinn ermöglichen. Gut, kann nicht beurteilen ob das zutrifft oder nicht. Die Hersteller machen es dem Einzelhandel sicher nicht leicht.
Ich denke da kommen viele Faktoren zusammen.
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