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  • 30. September 2020 - 21:59:25
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Autor Thema: HoW: Italien 1742-1748  (Gelesen 4376 mal)

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Pappenheimer

  • Edelmann
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    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Cuneo 1744 3
« Antwort #15 am: 27. Mai 2019 - 13:23:16 »

"Da nun meine Grenadiere unter klingendem Spiel auf den Flecken Tetto San Giacomo zurĂŒckten, wurden wir der entschlossenen Verteidiger war. Unsere Artillerie vermochte nicht die feindlichen GeschĂŒtze zum Schweigen zu bringen.



Ein Meldereiter brachte mir die Nachricht, daß unsere Grenadiere rechterhand von Madonna dell'Olmo auf die ersten Truppen der Spanier getroffen seyn, wĂ€hrend die Kroaten das Dorf selbst beschossen ohne eine WĂŒrckung zu zeitigen.

Der König hatte seine Artillerie weit voraus geschickt und diese spiel nun KartĂ€tschen in die Reihen der Spanier und Franzosen, die auf sie zu marschierte. Derweil feuerten die französischen Batterien aus ihren Redouten mit aller Heftigkeit, umb die piemontesische Infanterie zum RĂŒckzug zu zwingen.

Della Manta sendete mir die Versicherung bald Teto San Giacomo umgangen zu haben, um die feindliche Artillerie wegzunehmen. Die Infanterie der Brigade Navarre, die uns gegenĂŒber stand, wurde in den Flecken geworfen, um uns desto entschlossener Widerstand zu leisten.



Zu Della Mantas Erstaunen prallte er bald auf eine Brigade spanischer Reiterei, die er zum Theil zurĂŒckwerfen konnte. Aber der Feind hatte offenbar unseren Plan errathen. Della Manta meldete auch, daß er eine gewaltige Kolonne französischer Infanterie gesichtet habe, die wohl dazu bestimmt war, jeden Versuch eines Flankenangriffes zu vereiteln.



Della Mantas Attacke verlohr seinen Moment, da seine Brigade auch heftig von der Infanteriebrigade aus dem Flecken San Giacomo beschossen wurde.



Alle Versuche meiner Grenadiere und meiner Artillerie die Verteidiger von San Giacomo mit Salven zu vertreiben scheiterten. Stattdessen steckte meine Kolonne zusehends Verluste ein.
Die Franzosen sendeten eine Brigade Kavallerie, umb den Bereich zwischen San Giacomo und ihrer Redoute zu decken. Derweil schien es, als ob die Infanterie des Königs einfach nicht vorwÀrts kÀme, sondern im Grund stecken blieb.



Seine MajestĂ€t ritt hinĂŒber zu seinen Dragonern, umb den General Linguane anzuspornen, endlich Della Manta zu folgen, umb durch eine geballte Macht die gegnerische Stellung von der Flanke her aufzurollen.



Nun geschah allerdings etwas ĂŒberaus unerwartetes."
« Letzte Änderung: 27. Mai 2019 - 17:02:59 von Pappenheimer »
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D.J.

  • Gast
Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #16 am: 27. Mai 2019 - 15:41:56 »

Oh, wie klasse! Ein echter Pappenheimer-Spielbericht :D
Ich liebe ja deine Karten zu den Spielen, die ich immer parallel geöffnet habe, wÀhrend ich deine Berichte lese :)
Der hier wird morgen in Ruhe gelesen, da habe ich ausreichend Zeit und Ruhe :)
Danke dir fĂŒr deine MĂŒhen ... und jetzt weitermachen  8)
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Pappenheimer

  • Edelmann
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  • BeitrĂ€ge: 3.989
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Cuneo 1744 4
« Antwort #17 am: 27. Mai 2019 - 17:31:46 »

Danke dir fĂŒr deine MĂŒhen ... und jetzt weitermachen
Bei soviel Motivation gerne doch.  :)

"Der Prince de Conti hielt es nun scheinbar vor gut, all seine Reuterey des Centrums uns entgegen zu werfen, wohl auch, da er bemerkte, welche LĂŒcken seine Artillerie in unsere Reihen geschlagen hatte.

Mit todesmutiger Verachtung erwarteten meine MĂ€nner den Zusammenprall und feuerten munter auf die Angreifer.
Nahe Tetto di San Giacomo erkannte General Linguane die Gelegenheit eines der feindlichen schweren Regimenter aufzureiben und fiel ihm in den RĂŒcken.


Ein heftiger Kampf entbrannte. Kugeln flogen dicht, die französische Reiterey kÀmpfte verzweifelt und eines der Regimenter wurde aufgerieben.


Die beiden anderen wurden zum RĂŒckzuge gezwungen. Doch ihre Artillerie war durch die Attaque auch erneut gerettet. Denn auch die Unsrigen hatten einige Verluste hinnehmen mĂŒssen.


Im Centrum ging endlich General Palavinci fĂŒr und verstĂ€rckte d'Aix, der unter dem heftigen Feuer der französischen Batterien litt.

Ehe Della Manta mit seiner Dragoner-Brigade endlich Teto San Giacomo umrunden konnte, traf er auf das letzte einsatzfĂ€hige Regiment von der spanischen Reiterey an diesem FlĂŒgel. Wieder war der Zusammenprall fĂŒrchterlich. Aber Della Manta versicherte mir spĂ€ter, daß er den Eindruck gehabt habe, daß der spanische Brigade-Commandeur selbst nicht an einen Sieg glaubte und sein Regiment wurde tathsĂ€chlich mit dem ersten Ansturm zerschlagen.



Der Kampf im Centrum nahm an Erbitterung zu. Franzosen und Spanier warfen ihre Brigaden in den Kampf, der recht ausgewogen war, denn obwohl unsere Salven recht miserabel waren, waren doch die feindlichen nicht viel besser und beide Seiten griffen zum kalten Stahl um die Entscheidung zu suchen.



Die tapferen Schweizer kĂ€mpften wie die Löwen, auch wenn eines von d'Aix Bataillonen neben ihnen zersprengt wurde. Selbst die piemontesische Artillerie, die fortwĂ€hrend KartĂ€tschen in die angreifenden Franzosen gespuckt hatte, mußte zurĂŒck genommen werden. Einzelne Einheiten beider Seiten lösten sich auf und fluteten in wilder Flucht zurĂŒck.

An unserem linken FlĂŒgel wurden nun auch die KĂ€mpfe heftiger. Der Feind entschloss sich sogar einen Theil seiner Dragoner fĂŒrwĂ€rts und unsren Kroaten auf den Hals zu hetzen, die plĂ€nkelnd zurĂŒck fielen. Meine Grenadiere wurden theils zurĂŒckgezogen. Ein Bataillon aber, wurde in der Flanke gefasst.



Doch waren die Grenadiere so rasch nicht zu ĂŒberrumpeln und wendeten sich und was soll man sagen? Sie schlugen die französischen Schweren ReĂŒter zurĂŒck, die schon mit denen Palaschen zwischen sie hieben. Gloria!



Der Brigadecommandeur meiner Grenadiere und Kroaten geriet allerdings in Gefangenschaft wie ich erfuhr. Somit war ein brauchbares Vorgehen gegen Madonna dell'Olmo ausgeschlossen. Zumal der Feind eine ganze ausgeruhte Brigade Spanier. Der Graf von Gages soll dort commandiert haben, den wir schon von Camposanto vor seine Zaghaftigkeit kennen.

Aber auch unser Centrum hatte schwere Verluste zu beklagen. Der Gegenangriff der Franzosen war zumindest abgewehrt.



Aber der Tag neigte sich deutlich dem Ende und wir waren weit davon entfernt, auch nur einen der Puncte wegzunehmen. Immerhin hatte der Feind hohe Verluste erlitten. Aber auch unsere Bataillone waren schwer geprĂŒft und lediglich unsere Reiterey hatte sich immer wieder als nĂŒtzlich hervorgethan, ausgenommen die Garde."
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Pappenheimer

  • Edelmann
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    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Cuneo 1744 5
« Antwort #18 am: 28. Mai 2019 - 13:52:50 »

"Da unser linker FlĂŒgel entweder auf dem RĂŒckzuge begriffen war oder sich hĂŒten mußte denen Herren Spaniern ernstlich unter die Augen zu treten, befahl ich den Angriff mit meinen Grenadieren auf Tetto San Giacomo.

Dieser Platz wurde erbittert verteidigt und obwohln wir ein Bataillon hinaus werfen konnten, hielt das andere doch so frisch stand, daß sich meine tapferen Grenadiere auch selbst retiriren mußten.


Der Kampf im Centrum wurde zwar noch mit einiger Erbitterung gefĂŒhrt, da aber d'Aix seine Schweizer einbĂŒĂŸte, war auch dort wenig zu gewinnen. Die ganz ausgeruhte Brigade Infanterie, welche die Franzosen ehedem Della Manta hatte entgegen schicken wollen, wurde rechtzeitig umgelenkt, um sich dem letzten Angriff des Königs von Sardinien entgegen zu stemmen.



Der Angriff wurde also abgewehrt und da die Dunkelheit herein brach, befahl der König den RĂŒckzug der Armee. Della Manta, der am weitesten vorgerĂŒckt war, erhielt diesen Befehl als letzter.



Obwohln die Ziele Se. MajestĂ€t nicht erfĂŒllt wurden, so haben wir doch dem Feinde zahlreiche Verluste zugefĂŒgt. Dahero bitte ich Ew. Excellenz mit geringem Widerwillen, diesen meinen devoten Bericht der Bataille von Cuneo anzunehmen.

Browne"
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D.J.

  • Gast
Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #19 am: 29. Mai 2019 - 05:28:16 »

Ich konnte den Bericht gestern aufgrund arger Verbindungprobleme leider nicht lesen :( Wir hatten den ganzen Tag kein Internet, kein Telefon ... und am Handy ist das nicht machbar, nebenher die schöne Karte geöffnet zu halten, um alle Bewegungen nachvollziehen zu können.
Wenn alles klappt kann ich das heute nachholen, sonst morgen, am Vatertag :)

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Pappenheimer

  • Edelmann
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    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #20 am: 29. Mai 2019 - 10:03:32 »


Wenn alles klappt kann ich das heute nachholen, sonst morgen, am Vatertag
Dann wĂŒnsche ich Dir einmal einen schönen Vatertag und danke fĂŒr die RĂŒckmeldung!  :)

Hier mal die Statistik der Verluste
Runde 5
Franzosen 1 Btl. (1 p.)
               1 Kavallerie (1 p.)
Spanier    1 Kav. (0,5 p.)

turn 6
Piemont 2 Bataillone (2 p.)
Franzosen 1 mal Dragoner (1,5 p.)
                1 Bataillon (1 p.)

Total:
Spanier & Franzosen 5 p. - 5 Punkte ĂŒbrig

Piemontesen & Österreicher 2 p. - 8 Punkte ĂŒbrig

Nach Verlusten also eher ein habsburgisch-piemontesischer Sieg. Aber dabei muss man bedenken, dass am Ende auch zahlreiche meiner Bataillone 4 oder 3 Hits hatten und auch die piemontesische Infanterie nicht bloß 1/3 der Einheiten verloren hatte, sondern auch ne Menge Hits einstecken musste. Die Miliz, die erst in der letzten Runde an den Feind kam, hĂ€tte sicher auch nichts mehr gerissen. Von daher hĂ€tte eine oder zwei Runden mehr, auch nicht viel gebracht.

Ich hab dann das Szenario ein bisschen angepasst, dass es ein klitzekleines bisschen wahrscheinlicher wird, dass die Ghibellinen gewinnen können.  8)
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D.J.

  • Gast
Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #21 am: 29. Mai 2019 - 15:56:48 »


Wenn alles klappt kann ich das heute nachholen, sonst morgen, am Vatertag
Dann wĂŒnsche ich Dir einmal einen schönen Vatertag und danke fĂŒr die RĂŒckmeldung!  :)

Keine Ursache :)
Es wird tatsÀchlich morgen.
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D.J.

  • Gast
Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #22 am: 30. Mai 2019 - 09:55:07 »

Was fĂŒr ein feines Gefecht :D
Das GelĂ€nde hat mir, wie immer, super gefallen. Und mir ist aufgefallen, dass ein breiter Spielplatz erst richtig ÜberflĂŒgelungsversuche zulĂ€sst, viel Platz auch fĂŒr andere Manöver ermöglicht ... das werde ich versuchen, fĂŒr eine Solohagel-Spiele auch umzusetzen, sofern ich den Platz dafĂŒr frei bekomme.

Ebenso klasse hat mir gefallen, dass es wieder um Dörfer oder besondere GebĂ€ude ging, die erobert oder verteidigt wurden. Das ist es, was fĂŒr mich das historische TT im SYW und die Napo-Epoche so besonders und interessant machen. Das kam auch hier in deinem Bericht wieder klasse rĂŒber.

Wie immer hat es mir großen Spaß gemacht, das Gefecht parallel auf der von dir gezeichneten Gefechtskarte nachzuvollziehen :)

Insgesamt mit einer Tasse Kaffee ein vorzĂŒglicher Start in den Tag :D
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Pappenheimer

  • Edelmann
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    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #23 am: 31. Mai 2019 - 10:08:01 »


Das GelĂ€nde hat mir, wie immer, super gefallen. Und mir ist aufgefallen, dass ein breiter Spielplatz erst richtig ÜberflĂŒgelungsversuche zulĂ€sst, viel Platz auch fĂŒr andere Manöver ermöglicht ... das werde ich versuchen, fĂŒr eine Solohagel-Spiele auch umzusetzen, sofern ich den Platz dafĂŒr frei bekomme.
Ich fand das diesmal ziemlich schwierig zu ĂŒberflĂŒgeln. Irgendwie hatte ich mich mit dem GelĂ€nde ein bisschen vertan (es war dadurch im Zentrum enger als erwartet), obwohl ich meine Karten immer einfach in 1:10 zeichne. Das kriegt man dann auf A4 noch gut aufs Papier. Die beiden Siedlungen waren ja jeweils die Flankensicherungen der Bourbonen-Truppen. So ein Dorf zu umgehen ist nicht einfach. Selbst wenn man jetzt außerhalb des Tisches in einem imaginĂ€ren Gebiet umgehen dĂŒrfte, wĂŒrde das doch zuviel Zeit verschwenden und man kĂ€me erst in der letzten Runde oder bei Sonnenuntergang an. Geht man nah dran vorbei wie bei uns, dann kann die Garnison munter die Umgehungstruppen beschießen.   :o

Der Gimmick vor Runde 1, 3 und 6 sich nochmal insgeheim ohne GegenĂŒber abzusprechen, hat eigentlich nicht viel bewirkt. War aber doch irgendwie lustig. Wir dachten dann nĂ€mlich, dass die Bourbonen unsere Gedanken erraten hĂ€tten.
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D.J.

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #24 am: 31. Mai 2019 - 13:12:42 »

Das mit dem ÜberflĂŒgeln war auch eher ein Gedanke fĂŒr mich und meine Solohagel ;)
Aber gerade die Enge an den Seiten hat diesen Bericht nochmal spannender gemacht. Wie du schon sagtest, entweder versuchen durchzubrechen, oder wirklich ewig lange herumlatschen.
DafĂŒr haben mir hier die KĂ€mpfe um die Gehöfte / Dörfer sehr gut gefallen :)
Das ergibt ein ganz anderes Bild von der Breite und den Ausmaßen so einer Schlacht, die man aus dem Kino oder dem Fernsehen so nicht kennt, weil schlecht (oder aufwĂ€ndig) darzustellen (und natĂŒrlich mit weniger Bombast) Daher freue ich mich auch das Felix mit seinem Waterloo weitermacht.
So große Schlachten kenne ich eben (leider) nur aus solch wunderbar aufbereiteten Spielberichten.

DafĂŒr nochmal ein dickes Danke :)

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tattergreis

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #25 am: 31. Mai 2019 - 17:40:31 »

Das sind aber schön viele Figuren...
Nein ernsthaft, ich mag "Großschlachten", weil m.E. erst ab einer gewissen FrontlĂ€nge sich die Probleme der linearen KriegsfĂŒhrung offenbaren. Das GelĂ€nde gefĂ€llt mir, allerdings fehlt mir ein wenig der ditch.

Ich hab leider nix ĂŒber die Schlacht bzw das GelĂ€nde gefunden, mich hĂ€tte interessiert, ob der Umgehungsangriff die Stellung eigentlich gefĂ€hrdet hĂ€tte, Ziel war ja wohl die Verbindung nach Cuneo zu öffnen, obwohl Du schreibst:
Zitat
Da der Feind offensichtlich zahlreiche Infanterie hinter Madonna dell'Olmo in Stellung gebracht hatte, beschlossen wir hier nur einen Scheinangriff durchzufĂŒhren, wĂ€hrend mein rechter FlĂŒgel mit unserer besseren Artillerie Tetto San Giacomo stĂŒrmen sollte.
Beeindruckt hat mich die Abwehr des Kavallerieangriffs durch die österlitschen Grenadiere, waren die Angreifer "nur" Dragoner oder war das wirklich schw. Kavallerie?
Mehr Informationen hÀtte ich auch gern zum Ablauf des Angriffs der Kavallerie auf San Giacomo, hat dort wirklich Kavallerie das Dorf attackiert? (es scheint so in Deinem Beitrag #15)?

cheers
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Pappenheimer

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #26 am: 31. Mai 2019 - 18:33:25 »

1.
Nein ernsthaft, ich mag "Großschlachten", weil m.E. erst ab einer gewissen FrontlĂ€nge sich die Probleme der linearen KriegsfĂŒhrung offenbaren.

2.
Das GelÀnde gefÀllt mir, allerdings fehlt mir ein wenig der ditch.

3.
Ich hab leider nix ĂŒber die Schlacht bzw das GelĂ€nde gefunden, mich hĂ€tte interessiert, ob der Umgehungsangriff die Stellung eigentlich gefĂ€hrdet hĂ€tte, Ziel war ja wohl die Verbindung nach Cuneo zu öffnen, obwohl Du schreibst:
Zitat
Da der Feind offensichtlich zahlreiche Infanterie hinter Madonna dell'Olmo in Stellung gebracht hatte, beschlossen wir hier nur einen Scheinangriff durchzufĂŒhren, wĂ€hrend mein rechter FlĂŒgel mit unserer besseren Artillerie Tetto San Giacomo stĂŒrmen sollte.

4.
Beeindruckt hat mich die Abwehr des Kavallerieangriffs durch die österlitschen Grenadiere, waren die Angreifer "nur" Dragoner oder war das wirklich schw. Kavallerie?

5.
Mehr Informationen hÀtte ich auch gern zum Ablauf des Angriffs der Kavallerie auf San Giacomo, hat dort wirklich Kavallerie das Dorf attackiert? (es scheint so in Deinem Beitrag #15)?

cheers
1.
Das haben auch meine Gegner zu spĂŒren bekommen. Du siehst ja am Ende der Schlacht diese riesige französische Linie (3 Bataillone eigentlich). Die war so schwer zu bewegen, da die Franzosen erstmal ne Weile brauchten um in Kolonne ĂŒberzugehen und dann nur wenig marschierten, ehe dann ihre ursprĂŒngliche Intention obsolet wurde und man den Feind im Zentrum aufhalten musste.

2.
Mir hat das zulange gedauert mit dem Graben. Daher habe ich diese 3 Hecken genommen, um den anzudeuten. Aber eigentlich brĂ€uchte ich sowas. Dummerweise fallen derzeit eher meine schon vorhandenen Bachsegmente auseinander, weshalb darauf eher mein Fokus wĂ€re, wenn Pallas Athene mal wieder was in Sachsen GelĂ€nde machen wĂŒrde.
Ich tippe drauf, dass das ein Graben war.

3.
Meine Quelle war vorrangig "The Queen's Gambit" - eine Art historischer Hintergrund zu nem Brettspiel mit einer OOB, die aber nicht ganz befriedigend ist.
Porges/Rebracha hat dazu auch was. Die Karte bei Reed Browning ist schwer zu entziffern, da dort auch Cuneo selbst drauf ist.
Historisch gesehen blieben die Piemontesen auf dem FlĂŒgel mit dem Graben auch defensiv und es wird nur erwĂ€hnt, dass die FRANZOSEN durch den Graben an ihrem Angriff gehindert wurden.
Der Hauptangriff der Habsburger & Piemontesen in der historischen Schlacht ging also auf Madonna dell'Olmo und war erfolglos.

4.
Das soll schwere Kavallerie sein. Eigentlich Regiment Pons (spÀter Harcourt in Deiner Zeit).
Ich bewerte aber Dragoner und schwere Kavallerie eh gleich bei Franzosen, da die Schwere franz. Kav. eh keine KĂŒrasse trug (auf den meisten Bildquellen z.B.) - nur mit dem Unterschied, dass franz. Dragoner bei mir "large units" sind, da 5 Esk. statt 4.

5.
Das sieht da nur so aus. Meine Mitspielerin wusste nicht wie sie sonst das andere Regiment hĂ€tte hinstellen sollen. Ich glaube, die Regeln erlauben solche manchmal etwas wĂŒschte Aufstellung.
Kavallerie darf in HoW nie Dörfer angreifen, außer vielleicht abgesessen.
Danach rĂŒckte die Brigade auch wieder normal weiter.


Ich hab auch schon darĂŒber nachgedacht wie man grĂ¶ĂŸere Schlachten flotter machen kann. Z.B. eben doch eher Einheiten brechen lassen. Mit der Geschwindigkeit kriegen wir Dettingen (10 Brigaden pro Seite) wohl nicht nochmal an einem Abend hin.
Aber die taktische Raffinesse gefĂ€llt mir an solchen Schlachten auch besser. Und das Ergebnis war halbwegs akzeptabel. Mit besseren Kommandeuren hĂ€tten die Spanier vielleicht auch mehr gerissen. Aber die hatten nie das GlĂŒck, dass einer von denen verschossen wurde.
Zu viert spielen, rockt auf jeden Fall. Drei mit HoW-Erfahrung und einer mit TT-Vorwissen. Und derjenige war auch rasch drin.

Vielen Dank fĂŒr alle Deine Anmerkungen.  :)
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tattergreis

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #27 am: 31. Mai 2019 - 19:09:32 »

Als spanischer Kommandeur wĂŒrde ich mich auch dagegen wehren, verschossen(sic) zu werden...
Zitat
Ich bewerte aber Dragoner und schwere Kavallerie eh gleich bei Franzosen, da die Schwere franz. Kav. eh keine KĂŒrasse trug (auf den meisten Bildquellen z.B.
Das meinst Du jetzt nicht ernst ???
Erhobener Zeigefinger: die inneren Werte zĂ€hlen, Dragoner sind zum Drangsalieren der falschglĂ€ubigen Bevölkerung da und suchen den Rum, schwere Kavallerie trĂ€gt KĂŒrasse unter der Oberbekleidung (zugegebenerweise ungern und irgendwann gar nicht mehr) und sucht den Ruhm.
Außerdem tragen sie unterschiedliche Stiefel, ein nicht unwesentliches Detail wenn man dichte Formationen bilden soll.
Zitat
Nahe Tetto di San Giacomo erkannte General Linguane die Gelegenheit eines der feindlichen schweren Regimenter aufzureiben und fiel ihm in den RĂŒcken.
Planspieler hat gerade ein thread eröffnet, in welchem neben Moral auch Kommandsysteme angesprochen werden. Ich finde es im Prinzip eine höchst spannende Frage, ob ein Angriff in dieser Situation "realistisch" ist, insbesondere hĂ€tte Herr Leguane seine Truppen stark schwenken mĂŒssen, es ist eine Menge Mikromanagement in dieser Situation nötig.
Wenn eine Kavallerieeinheit bei HoW Infanterie angreift, kann eine andere Kavallerieeinheit diese von rĂŒckwĂ€rts unterstĂŒtzen?

cheers

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Pappenheimer

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #28 am: 31. Mai 2019 - 21:50:14 »

1.
Das meinst Du jetzt nicht ernst ???
Erhobener Zeigefinger: die inneren Werte zĂ€hlen, Dragoner sind zum Drangsalieren der falschglĂ€ubigen Bevölkerung da und suchen den Rum, schwere Kavallerie trĂ€gt KĂŒrasse unter der Oberbekleidung (zugegebenerweise ungern und irgendwann gar nicht mehr) und sucht den Ruhm.
Außerdem tragen sie unterschiedliche Stiefel, ein nicht unwesentliches Detail wenn man dichte Formationen bilden soll.

2.
Planspieler hat gerade ein thread eröffnet, in welchem neben Moral auch Kommandsysteme angesprochen werden. Ich finde es im Prinzip eine höchst spannende Frage, ob ein Angriff in dieser Situation "realistisch" ist, insbesondere hĂ€tte Herr Leguane seine Truppen stark schwenken mĂŒssen, es ist eine Menge Mikromanagement in dieser Situation nötig.
Wenn eine Kavallerieeinheit bei HoW Infanterie angreift, kann eine andere Kavallerieeinheit diese von rĂŒckwĂ€rts unterstĂŒtzen?
1.
Dragoner wurden gern fĂŒr Repressalien eingesetzt, weil sie eben auch mit ihren Gamaschenstiefeln gut zu Fuß eingesetzt werden konnten. Bei Fontenoy standen die Dragoner ja auch zu Fuß bei der Infanterie, da sie ja auch lange Flinten hatten.
Eigentlich gibt es zu wenige EinsĂ€tze von Dragonern zu Pferd in Feldschlachten, um die ĂŒberhaupt einordnen zu können. Vielleicht weil es auch einfach zahlenmĂ€ĂŸig in ganz anderen Relationen als bei anderen Heeren viel mehr Schwere Reiter (~ KĂŒrassiere) gab.
Schwere Franz. Kavallerie ist bei mir "Inferior" aber beim Charge Standard (1. Runde Melee). Das macht sie zumindest im Angriff etwas brauchbarer und offensiv eingesetzt, haben meine Franz. Kavalleristen auch schon was gerissen. Werden sie von Kavallerie attackiert, können sie ja auch einen Countercharge fast immer reiten.

2. Ohne eine doppelte Bewegung wÀre das Ganze auch schwierig gewesen.

Wenn Kavallerie Infanterie angreift, kriegt sie meistens ne Salve rein. Wenn sie dadurch nicht die Flucht ergreift und der Kommandeur den Angriff fortsetzt, dann kĂ€mpft die Kavallerie normalerweise ohne Charging bonus, wenn die Infanterie nicht 3+ Hits bereits hat, also recht erschĂŒttert ist. Dann liefert jede umstehende Einheit einen Support von +1, wobei maximal 2 Einheiten supporten können. Wir machen das immer so, dass die supportende Einheit nicht selber im Nahkampf sein darf.
Der Support ist so wichtig, dass man die Kavallerie immer am besten geballt einsetzt, was natĂŒrlich den Nachteil hat, dass die "supporting units" A eher unter Grazing fire leiden und B leichter durch fliehende im Nahkampf unterlegene Einheiten selber in Unordnung geraten (bei Franz. Kav., da Inferior 2 Hits!).
Die Supporting Units stehen ca. 5 cm vom VerbĂŒndeten entfernt.
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Sorandir

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #29 am: 11. Juni 2019 - 13:36:04 »

Man sieht gut, wie GelÀnde- und Figurensammlung mittlerweile gewachsen ist.
Die braunen Felder, GebĂ€ude, Schanzen etc. brechen auch gut die (fĂŒr mich eintönige) grasgrĂŒn-Landschaft.
Die nĂ€chsten Wege und Straßen könnten vielleicht dann in braun sein, von wegen Abwechslung und Kontrast und so ?
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- Kurpfalz Feldherren -
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