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  • 19. Februar 2019 - 18:58:59
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Autor Thema: SYW - Battle in a Box  (Gelesen 554 mal)

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D.J.

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SYW - Battle in a Box
« am: 15. Januar 2019 - 14:05:30 »

In diesem Thread geht um mein kleines "Battle in a Box"-Projekt zum SYW.
Angedacht ist eine kleine Sammlung Preußen und Österreicher im Maßstab 1:72, die beide jeweils sechs oder sieben Einheiten aufs Feld bringen. Dazu ein kleines, transportables Schlachtefeld und das Ganze, mit allem Material wie Karten und WĂŒrfel, soll dann in einer kleinen Box Platz finden.

Die Idee hatte ich schon in meinem Thread zum Aufbau einer französischen Armee zum Peninsular War angesprochen und jede Menge Hilfen bekommen.
Die werde ich hier zitieren, damit hier alles zum Thema passende zusammenbleibt.

Was bisher geschah ...

Off Topic
Ich werde ĂŒbrigens parallel in den SYW einsteigen ;)
Das wird aber nur ein kleines Projekt, rein auf den beiden Packungen "Revell 02452" (Öster. & Preuß Infanterie) und "Revell 02453" (Öster. Dragooner & Preuß. Husaren) basierend.
Angedacht hatte ich eine Art "Battle in the Box" Projekt nach Don's Ideen :)
Es bleibt bei meinem Lieblingsmaßstab 1:72. Die Packungen ergeben je 6 Einheiten pro Seite, ein kleines Spielfeld (90*90cm) wird dann noch fĂŒr kurze Spiele / kleine Missionen zwischendurch nach Kugelhagel (oder evtl. Black Powder, wenn ich mal dazu komme die Regeln zu lesen) entworfen / gebaut.
Dieses Projekt bekommt dann eine eigene Box nach dem obigen Prinzip und ist, sofern alles klappt, immer schnell griff- und spielbereit :)


Das klingt doch sehr vielversprechend.  :)
Aber da fehlt Dir auf jeden Fall mindestens ein GeschĂŒtz. Ne Kanone und 4 Minis hĂ€tte ich sicher ĂŒber. Lohnt halt nur nicht wirklich den Versand.
Ich wĂŒrde mit der Menge an Minis an Deiner Stelle nen Skirmish-Regelwerk spielen. Soll ja bald was bei Osprey rauskommen und man kann im Prinzip alles verwursten.
Mit BP oder Kugelhagel bist Du ĂŒber kurz oder lang dann doch wieder großtaktisch und verzettelst Dich. Kenne ich aus eigener Erfahrung. Hatte ja auch mit Skirmish angefangen (ne Abwandlung von den Perfect-Captain-Regeln) und mich dann gesteigert.


Gibt doch was:
https://sweetwater-forum.net/index.php?topic=7425.0


Und hier gleich die interessanteste Website fĂŒr dich zum 7YW:
http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=Main_Page

Da ist auch Literatur angegeben. Bei MĂŒnster und Paderborn ist viel in der WestfĂ€lischen Zeitschrift zu finden. (FrĂŒher trug sie den Titel: 'Zeitschrift fĂŒr vaterlĂ€ndische Geschichte und Alterthumskunde') Die Digitalisate der WZ, fĂŒr die letzten paar Jahre nur das Inhaltsverzeichnis finden sich frei herunterladbar hier auf den Seiten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe: https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=2&url_tabelle=tab_periodika

(Links zu den PDFs finden sich klein und Blau an der Seite.) (FĂŒr Paderborn ist der wichtigste Titel bei Kronoskaf nicht angegeben: Franz MĂŒrmann: Das MilitĂ€rwesen des ehemaligen Hochstiftes Paderborn seit dem Ausgange des DreißigjĂ€hrigen Krieges. MĂŒnster 1938 (Dissertation UniversitĂ€t MĂŒnster). Diese Dissertation wurde ebenfalls in der WZ veröffentlicht (1939, Band 95).

Köln gibt es bei Kronoskaf hier:
http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=Main_Page

Clemens August war nicht nur Erzbischof von Köln, sondern Bischof von insgesamt 5 FĂŒrstbistĂŒmern; hier die Reichskontingente von MĂŒnster und Paderborn: http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=Reichsarmee#Lower_Renish_-_Westphalian_District

Die FĂŒrstbistĂŒmer OsnabrĂŒck und Hildesheim haben im 7YW meines Wissens keine Truppen gestellt.
Es mag dich interessieren, dass Clemens August bei seinen LandstĂ€nden ein Feldhospital beantragte. Die lehnten das zunĂ€chst ab. Es ist aber nicht klar, was schließlich daraus wurde. Bei seinen Regimentern befanden sich MilitĂ€rgeistliche, die sogar mit Zelten fĂŒr Gottesdienste ausgerĂŒstet waren, wĂ€hrend die Soldaten nicht mal eine Decke hatten... Abgesehen wohl vom Kölner Kontingent -allerdings bin ich mir in dem Punkt Köln nicht so sicher- stellte MĂŒnster die Regimentsartillerie seiner Truppen, die aus bronzenen  4pfĂŒndern bestand.

Aus Paderborn haben sich Inventare und ein Bericht zum Verbleib des Materials durch den Kommandeur erhalten. FĂŒr die Artillerie Clemens August ergibt das fĂŒr eine Regimentsartillerie folgendes Bild:
1 StĂŒckjunker,
4 Feuerwerker,
4 Konstabler und eine
Munitionskarre mit 4 Pferden

Dazu werden am 1.7.1757 als Inventar erwÀhnt:
100 Kugeln,
15 KartÀtschen,
3 Zentner Pulver und
Schanzzeug

"Die Fahnen", 1 Kanone und 3 Munitionswagen mit 12 Pferden (sic!) gingen den Paderbornern bei Saalfeld verloren. (Die Reste bestanden danach aus 50 Musketieren, den meisten Grenadieren und 1 Kanone.)

Um Offiziersstellen zu sparen, wurde die Zahl an Kompanien gerne mal verringert, was aber in der Regel nicht mit der GesamtstÀrke zusammenhÀngt.

Ende des Krieges wurden in den mittleren und kleineren Territorien oft kleine Einheiten leichter Reiterei aufgestellt, um RĂ€uber zu bekĂ€mpfen. (In Paderborn ein Zug Husaren. Wegen der kleineren Pferde waren Husaren gĂŒnstiger aufzustellen und die LĂ€nder Clemens August waren wegen der Bewirtschaftung von WildpferdebestĂ€nden sowieso gut aufgestellt, wenn nicht zu viele Pferde benötigt wurden.) Da ergeben sich sicher auch Skirmish-Möglichkeiten und Gelegenheiten die beiden Kölner berittenen Kompanien auszufĂŒhren.

Falls dich das Drumherum interessiert, du dich im Modellbau ĂŒben möchtest oder ein ungewöhnliches Missionsziel brauchst:
Seine MilitÀrgeistlichen trugen ihre geistliche Tracht. (In Paderborn war es meist ein Franziskaner.) Das Inventar aus Paderborn erwÀhnt:
- 1 großes Zelt, nach Oberst von Kleist im 3. Jahr verfault
- 1 Kapellenkarren mit 4 Pferden, darin:
-- 1 vierkantige große tannene Kiste
-- 1 vergoldeter Messkelch mit Futteral
-- 1 reinsilberner SalbölbehÀlter in einem Beutel
-- 1 Altarstein
-- 3 Altartafeln mit Gebeten
-- 1 Altarglöckchen
-- 1 kleines hölzernes Kruzifix
-- 2 kleine Altarleuchter aus Messing
-- 2 kleine zinnerne MesskÀnnchen
-- 1 kleines Messbuch mit hölzernem Untersatz
-- 1 gewöhnliches Evangelienbuch
-- 2 AltarbĂŒcher
-- 3 HandtĂŒcher
-- 2 Alben (KleidungsstĂŒck)
-- 1 seidenes Messgewand mit Zubehör
-- 1 wollenes Messgewand mit Zubehör
-- 1 Antependium (Altarvorhang)
-- 2 Hornleuchter
-- 1 Schachtel fĂŒr Hostien
(Davon war 1763 das meiste noch vorhanden. Und es dĂŒrfte bei seinen anderen Truppen Ă€hnlich gewesen sein.)

Zu den Fahnen: Clemens August hat die Fahnen seinem Geschmack und seiner Herkunft angepasst. FĂŒr Paderborn, fĂŒr das keine Fahne der Zeit beschrieben ist, machst du außerhalb seiner Regierungszeit mit Maria auf weißem Grund nichts falsch, auch wenn nur Andeutungen und Hinweise existieren. (Vgl. die Beschreibung der Kölner Fahnen bei Kronoskaf.) FĂŒr seine Regierungszeit kannst du es analog Köln und MĂŒnster machen, falls du ĂŒberhaupt bis zu seinen dortigen Truppen kommst. Das Paderborner Wappen wĂ€re rotes Kreuz auf silbernem Grund. Falls du dich am mittelalterlichen Banner orientieren willst, wĂ€re es das Paderborner Wappen (https://de.wikipedia.org/wiki/Paderborn#Wappen), nur Rot auf Silber, statt Gold auf Rot. (Der letzte Paderborner FĂŒrstbischof hat die Farben fĂŒr seine Regierungszeit seinem Familienwappen angepasst. Da er der letzte war und in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland die Heraldik weitgehend unbeachtet war, blieb es dabei.)

Mit dem Kölner MilitĂ€r habe ich mich noch nicht beschĂ€ftigt; MĂŒnster und Paderborn liegen mir da nĂ€her. Ich hoffe, ich konnte dennoch Hilfe geben.


Da ich nicht schlafen kann, ein Doppelpost:

Die MĂŒnsteraner und Paderborner Sachen sind fĂŒr dich interessant, weil die Truppen Clemens Augusts  bei der Reichsarmee oft zusammen eingesetzt wurden und zumindest zeitweise mit dem MĂŒnsteraner Generalmajor von Nagel einen gemeinsamen Kommandeur hatten. Daher erfĂ€hrst du dort auch einiges zum Einsatz der Kölner Truppen.

Wegen der Artillerie habe ich nachgeschaut. Auch die RegimentsstĂŒcke des Kölner Reichskontingents kamen aus MĂŒnster. Die notwendigen Stichpunkte zur Uniformierung  der mĂŒnsterschen Artillerie (und sogar zwei Karten zu Gefechtsaufstellungen des Kontingents Clemens Augusts) findest du in: Zeigert, Dieter: Das mĂŒnstersche Heer im SiebenjĂ€hrigen Krieg 1756-1763, in: WestfĂ€lische Zeitschrift, Zeitschrift fĂŒr VaterlĂ€ndische Geschichte und Altertumskunde, hrsg. von dem Verein fĂŒr Geschichte und Altertumskunde Westfalens, vol. 137 (1987), page 25-87, hier online zu finden: https://www.westfaelische-geschichte.de/lit9352
Darin siehst du auch, dass die Gefechte im Rahmen von Kugelhagel bleiben, wenn sie denn mal ĂŒber Skirmish-GrĂ¶ĂŸe hinausgehen.
Es geht um folgende 5 Regimenter, jeweils nur 1 Bataillon:

MĂŒnster: Nagel und Elverfeldt
Paderborn: Mengersen
Köln: Leibregiment und Wildenstein

Mit Gefangennahme der Truppen (1. April 1759 bei Meiningen und Wasungen die mĂŒnsteraner Regimenter Nagel, Elverfeldt sowie das Kurkölner Leibregiment und MĂ€rz 1761 bei Saalfeld die Regimenter Mengersen und Wildenstein, jeweils bis auf gewisse Reste.) und der Besetzung der Territorien, die von Frankreich nach dem Tode Clemens August fĂŒr feindlich erklĂ€rt wurden, endete fĂŒr das MĂŒnsteraner und Kölner MilitĂ€r der Krieg. Paderborn stellte hingegen, um seine UnabhĂ€ngigkeit zu bewahren, sein Bataillon trotz Besetzung wieder auf, ob es ĂŒberhaupt noch rechtzeitig eintraf oder die hohen Verluste eher unter -Ă€h- selbsttĂ€tiger Entlassung zu verbuchen sind, ist nicht bekannt.

Pappenheimer, dich mag, wenn ich mich recht entsinne, interessieren, dass erbeutete MĂŒnsteraner RegimentsstĂŒcke an die Hannoveraner JĂ€ger kamen.


Hab zwar Hannoveraner, aber nur fĂŒr Österreichischen Erbfolgekrieg. Die sahen dann spĂ€ter anders aus.

Zu den Revell-Minis.
Die Husaren sind allererste Sahne und eigentlich sind die Dragoner auch nicht so schlecht.
Bei den Österreichern missfĂ€llt mir eigentlich nur eine Pose, die mit dem Typ, der irgendwie an das Bajonett greift.
Ein Problem ist, dass die NachgĂŒsse immer schlechter wurden. Es gab ja die letzten 20-25 Jahre immer wieder Limitierte Neuauflagen.
Ich habe in letzter Zeit die Preußen als Hannoveraner bemalt. Heute mache ich mein zweites Bataillon fertig. Die haben halt eine eigene Ästhetik. Was furchtbar ist, ist dass v.a. die Gesichter nicht anstĂ€ndig modelliert wurden. Da die Beine so dĂŒnn sind, hat man auch praktisch keinen Platz um Details wie Schnallen oder Knöpfe drauf zu malen.
Die Artillerie ist ja eines der besten Ari-Sets in dem Maßstab.
Bei der Kavallerie ist eher die Krux, dass die Posen sehr energiegeladen sind und daher neben Zinnfiguren eher seltsam wirken. Revell-Pferde sind immer was tolles, ausgenommen das Problem mit ĂŒberflĂŒssigem Plastik zwischen den Beinen bei den DragonergĂ€ulen.

« Letzte Änderung: 15. Januar 2019 - 14:11:58 von D.J. »
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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #1 am: 15. Januar 2019 - 15:30:54 »

@Riothamus
Das mit dem MilitÀrgeistlichen reizt mich jetzt ja! Da kann man mit kleinen und wenigen Einheiten schöne Missionen spielen wie »Rettet den Geistlichen!« oder einfach eine Flucht, wÀhrend einem der Feind auf den Fersen ist.
Das schaue ich mir nÀher an :)

Was du zu den Kölnern zu sagen hast war erstklassig.
Leibregiment und Wildenstein 
 die Namen hatte ich extrem vage im Kopf, kam aber einfach nicht mehr darauf wie die hießen. Wenn du mich jetzt fragen wĂŒrdest woher, mĂŒsste ich als Antwort sogar darauf raten. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die aus Köln kamen (da glaube ich, war das nur das Leibregiment) oder ob sie nur vorĂŒbergehend hier stationiert waren (da glaube ich, ist es das Wildenstein) Aber so habe ich zwei sehr gute Ansatzpunkte, wonach ich suchen muss.
Klasse :)

Warum Kugelhagel?
Ich liebe dieses System einfach :) Es ist leicht zu erlernen, klasse zu spielen und hat, wie ich schon sagte, erstklassige Solospielregeln, wenn man mal keinen Mitspieler griffbereit hat
Da passt der SiebenjĂ€hrige ganz gut. Die GrĂ¶ĂŸe der geplanten StreitkrĂ€fte (Armeen möchte ich das jetzt nicht nennen) passt dann mit jeweils 6 Einheiten pro Seite ganz gut. Das geht bereits mit den beiden Revell Packungen.

Warum 1:72?
Das ist eben »mein« Maßstab. Zudem lassen sich die Figuren perfekt transportieren und platzsparend lagern, selbst wenn es mal mehr werden. Die Preise sind sehr gut und die VerfĂŒgbarkeit ist gegeben. Nicht alles immer auf dem Erstmarkt, aber es gibt einen florierenden Second Hand Markt, wo viele ĂŒberschĂŒssige Boxen fĂŒr kleine Taler weg gehen.
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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #2 am: 19. Januar 2019 - 06:56:03 »

Ein kurzes Update:

Die ursprĂŒnglich bestellten zwei Boxen (Revell 02452 & 02453) sind immer noch nicht da. Der ebay-VerkĂ€ufer ist wohl etwas ... gemĂŒtlicher, was das Versenden seiner verkauften Waren betrifft  >:(
DafĂŒr habe ich aber schon etwas recherchiert und im Groben einen Überblick, welche Regimenter ich darstellen möchte. Dazu dann mehr, wenn die ersten Minis da sind. Da ich fĂŒr diese geplante Aushebung der beiden Kontrahenten Preußen und Österreich aber noch die eine andere Figur brauchen könnte, habe ich (bei einem anderen Anbieter) nochmals die gleiche Bestellung ausgelöst :D
Es geht hier also demnÀchst weiter, aber leider nicht so rasch, wie ich zunÀchst gedacht habe.
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Plasti

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #3 am: 19. Januar 2019 - 13:26:46 »

Falls die Figuren nicht ausreichen, ich habe von den SĂ€tzen noch einzelne Figuren.
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Riothamus

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #4 am: 19. Januar 2019 - 13:48:40 »

Die Reichsstadt Köln selbst, die im Gegensatz zum KurfĂŒrstentum Köln nicht zum Kurrheinischen Kreis, sondern zum Rheinisch-WestfĂ€lischen Kreis gehörte, hat damals keine Truppen zum Reichsheer gestellt, falls das die Frage war.
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Gruß

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #5 am: 19. Januar 2019 - 14:54:36 »

Die Reichsstadt Köln selbst, die im Gegensatz zum KurfĂŒrstentum Köln nicht zum Kurrheinischen Kreis, sondern zum Rheinisch-WestfĂ€lischen Kreis gehörte, hat damals keine Truppen zum Reichsheer gestellt, falls das die Frage war.

Ja genau. Da war ich unsicher, ob mein Wissen da korrekt ist, ich lag aber richtig. Köln hatte selber keine Truppen gestellt. Danke dir :)

@Plasti
Klase, da komme ich gerne drauf zurĂŒck!
Die ersten zwei Boxen sind heute eingetroffen, die nĂ€chsten zwei dĂŒrften dann nĂ€chste Woche kommen. Evtl, könnte ich in der Tat die eine oder andere Figur zum AuffĂŒllen brauchen.
Ich sag dir dann Bescheid.
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Plasti

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #6 am: 19. Januar 2019 - 17:13:36 »

@D.J.
ok, gleiches gilt fĂŒr Franzosen aus Deinem anderen Thread.
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D.J.

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Unboxing Revell 02452 und 02453
« Antwort #7 am: 21. Januar 2019 - 16:53:21 »

Gestern konnte ich mir meine ersten beiden Revell Doppel-Boxen mit den Minis fĂŒr mein Projekt genauer ansehen. (Leider streikt meine Kamera und mein PC mag im Moment mein Smart Phone nicht, Bilder reiche also so schnell es klappt nach)

Die Miniaturen beider Boxen kommen in reinweißem Kunsstoff daher. Sie sind hĂ€rter als von Revell gewohnt, aber die Dreizack und die Musketen sind immer noch sehr biegsam.
Die GussbrĂŒcken sind zum grĂ¶ĂŸten Teil vernĂŒnftig verteilt, einzig die knienden SchĂŒtzen sind arg kniffelig beim Rauslösen.
Ebenso sind die Bases sehr dĂŒnn und die GussbrĂŒcken zu ihnen arg kurz. Wer also vorerst nicht benötigte Minis gerne mal im Rahmen belĂ€sst, wird hier nicht um eine Art "Tetris" (wie schneide ich den Rahmen am besten auseinander) herum kommen.  Ich selber halte nicht viel davon, da ich alle Minis aus dem Gussrahmen entferne und anschließend sortiert aufbewahre. Trotzdem sind diese GussbrĂŒcken nichts fĂŒr Ungeduldige.
Bei meinen beiden Boxen habe ich keine "Heiligenscheine" an den Miniaturen. Der Guss ist also sehr prÀzise und sauber. Die Details an den Miniaturen sind gut herausgearbeitet, soweit ich das auf diesem ungewohnt hellen Kunssttoff beurteilen kann. Da wird die Grundierung zeigen, wie gut die Formen und der Designer wirklich waren.

Fotos liefere ich nach, sobald ich herausgefunden habe, warum mein PC mein Smartphone nicht mehr mag.

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #8 am: 22. Januar 2019 - 05:57:32 »

Mir fĂ€llt noch ein, dass Kronoskaf nicht immer ganz zuverlĂ€ssig ist. Beim Paderborner Regiment wird fĂŒr die GrenadiermĂŒtzen braunes BĂ€renfell erwĂ€hnt, was wahrscheinlich von Köln abgeleitet ist. Es waren aber GrenadiermĂŒtzen nach preußischem Muster, die Schilde aus Messing, wie die Abbildungen aus dem 18. Jahrhundert zeigen. Justus Gruner, Meine Wallfahrt zur Ruhe und Hoffnung oder Schilderung des sittlichen und bĂŒrgerlichen Zustandes Westfalens am Ende des 18. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1802, eine spöttische Quelle was geistliche FĂŒrstentĂŒmer angeht, spricht S. 91 sogar von einer Vergoldung der GrenadiermĂŒtzen und den Spielzeugsoldaten des Paderborner Bischofs, die die wahren Vorbilder aller Zinnsoldaten seien. Ohne Paderborn gĂ€be es also unsere Minis nicht. :D

Es gibt vier Abbildungen des Paderborner MilitÀrs aus dem 18. Jahhundert:

1. aus der Gudenushandschrift von 1734: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Paderbornischer_Soldat_Gudenushandschrift_1734_Karlsruhe.jpg

2. ein Aquarell des Malers Gleseker vom Paderborner Domplatz aus dem Jahr 1755: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Paderbornisches_Infanterieregiment_1755_auf_Marktplatz_Paderborn_1100x982.jpg

3. ein GemÀlde Glesekers nach dem Aquarell: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2d/Gleseker_Paderbornischer_Musketier_ca_1750.png

(Bei einem weiteren GemĂ€lde aus der Zeit des 7YW Glesekers ist nichts Entscheidendes zu erkennen und es handelt sich wahrscheinlich um ein preußisches Regiment, dass in Teilen der Literatur fĂ€lschlich als paderbornisch angesprochen wird, da zu dem Zeitpunkt die Preußen Paderborn besetzt hielten und das Paderborner Bataillon bei der Reichsarmee war.)

Im Hintergrund des Aquarells ist auch ein Grenadier mit richtiger MĂŒtze zu sehen. Ob es die weißen Abzeichen 1755 noch gab, ist ein Streitpunkt, da die Bilder von Gleseker das MilitĂ€r nur sehr klein zeigen und er es evt. fĂŒr den Gesamteindruck wegließ. Deine Entscheidung, wenn du sie neben deinen Kölnern marschieren lassen willst.

(Der verlinkte Aufsatz von MĂŒrmann geht noch von weißen Uniformen nach österreichischem Vorbild aus. Das kann aber nur fĂŒr die Dragoner aufrechterhalten werden, die es 1755 schon lange nicht mehr gab.)

FĂŒr MĂŒnster dĂŒrfte der verlinkte Aufsatz ebenfalls zuverlĂ€ssiger sein sein als Kronoskaf, insbesondere gibt es dort die ErklĂ€rung fĂŒr die unterschiedlich dargestellte Uniform. Das Problem ist eben, dass das MilitĂ€r der kleineren Staaten spĂ€t untersucht wurde und Knötel und Co. dazu nur geringe Hinweise hatten und die ĂŒbliche leicht erreichbare Literatur dabei nicht so zuverlĂ€ssig wie sonst ist. Da Kronoskaf die Literatur zu den Kölner Uniformen kurz diskutiert, dĂŒrfte es da zuverlĂ€ssiger als bei Paderborn und MĂŒnster sein. Falls du ungern recherchierst, kannst du dich da also auch auf Kronoskaf verlassen, zumal das Kölner Stadtarchiv derzeit anderes zu tun hat.
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Riothamus

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #9 am: 22. Januar 2019 - 07:51:01 »

Moin Riothamus :)

Also doch braun! Meine Quelle aus einem Kölner Karnevalsverein hat sich in seiner aktiven Zeit ein wenig mit den Uniformen von 1750 bis 1815+ beschĂ€ftigt gehabt. Er meinte zu mir, dass die Kölner Karnevalsvereine zwar viele ihrer Uniformen aus der Zeit nach Napoleon ableiten wĂŒrden, aber einige auch aus der Zeit davor. (Er hat zufĂ€llig mibekommen, wie ich in der Pause nach Bildern von Knötel suchte und zwischen zwei Bildern schwankte :D Eines von Knötel eines aus Kronoskaf.)
Er bestĂ€tigte das Bild von Kronoskaf, das mir auch als Vorlage dienen sollte. Beim Zweiten (Knötel) sei die Darstellung der BĂ€renfellmĂŒtze nicht ganz korrekt, dafĂŒr aber die Zipfelkappe des Kur-Kölnischen Grenadiers der Landwehr.





Wegen der Recherche:
Obwohl die Minaturen fĂŒr mich in erster Linie "Spielsteine" sein sollen, möchte ich schon eine AnnĂ€herung von etwa 90% an die Originale erreichen. Es muss nicht jede Falte und jeder Knopf korrekt sein, aber solche große Sachen wie die BĂ€renfellmĂŒtzen und die Schilde, sollten schon annĂ€hernd korrekt sein, weil ich sonst beim Spielen doch ein mulmiges GefĂŒhl hĂ€tte.
Ein (weit hergeholtes) Beispiel:
Ih wĂŒrde nur ungern britsche "Beefeaters" aufstellen, die plötzlich weiße BĂ€renfellmĂŒtzen tragen  :o
Okay, braun und schwarz sind nicht so weit weg voneinander, aber trotzdem. Wenn ich es weiß, stört es mich.
Ich weiß, klingt vielleicht merkwĂŒrdig, aber so ticke ich eben ;)

Daher danke ich dir fĂŒr die BestĂ€tigung des Gehörten, denn sonst hĂ€tte ich nachher in die Satdtbibliothek gemusst, da ich wegen der unterschiedlichen Darstellung auf den beiden Bildern doch unsicher war *Daumen hoch und GetrĂ€nk nach Wahl rĂŒberreich* :)
Das Kölner Stadtarchiv fÀllt ja auf unbestimmte Zeit aus :(
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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #10 am: 22. Januar 2019 - 07:55:51 »

Nachtrag:
Auf der Seite der Österreicher möchte ich unter anderem gerne das "1. Bayerisches Kreis-Regiment
Infanterie-Regiment Kurbayern" und das "Infanterie-Regiment Kurprinz in Bayern" aufstellen, da dies der Lieblingsurlaubsort meiner Frau und mir ist.
Ausgesucht habe ich mir dafĂŒr bisher folgende Quellen

http://www.figuren.miniatures.de/bayerischer-kreis-infanterie-regiment-kurbayern-1757.html

http://www.figuren.miniatures.de/bayern-infanterie-regiment-kurprinz-in-bayern-1756.html

Da muss ich nochmal tiefer rangehen, bevor es ans Malen geht.
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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #11 am: 22. Januar 2019 - 09:33:34 »

hunwolf hat mal eine bayerische Armee bemalt.

kronoskaf liefert Abbildungen, die etwas eindeutiger wirken fĂŒr Kurprinz (http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=Kurprinz_Infantry) und Kreisinfanterieregiment Kurbayern (http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=Kurbayern_Infantry).

Die Becher'sche Bilderhandschrift von um 1760 liefert auch eine Darstellung des Regiments Kurbayern - also wohl des Kreisinf.regiments: http://visualiseur.bnf.fr/CadresFenetre?O=IFN-8427411&I=31&M=imageseule (sieht ja auch so aus wie die Uniform bei kronoskaf)

Das Regiment Kurprinz wurde auch von Morier gemalt. http://rusmilhist.blogspot.com/2013/08/uniforms-of-allied-army-in-flanders-in.html
Ich hab auf die Schnelle nur nicht die Abbildung auf der HP der Royal Collection gefunden. Hab sie aber mal gehabt und kann sie Dir evtl. zusenden. Allerdings malte Morier die Uniformen der Bayern immer erstaunlich dunkel.
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Riothamus

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #12 am: 22. Januar 2019 - 14:48:34 »

Auch das Bild bei Kronoskaf ist von Knötel. Allerdings nicht von Richard Knötel, sondern von seinem Sohn Herbert. Es handelt sich um ein Zigarettenbild fĂŒr ein Sammelalbum.

Zu den Uniformtafeln von Richard Knötel musst du wissen, dass viele Nachdrucke die Farben nicht treffen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts hatte das auch damit zu tun, dass die Farben nicht korrekt reproduziert werden konnten. DemgegenĂŒber gab es von den Zigarettenbilder meines Wissens keine Neuauflagen, weshalb die Farben nicht abweichen. Allerdings sind die dabei von vornherein etwas knalliger gewĂ€hlt, wie du auch an diesem Beispiel siehst. Es kann bei Richard Knötel also auch ein sehr dunkles Braun gemeint sein, zumal grau, schwarz und braun bei ihm durch eine 'gemischte' Darstellung gezeigt werden, und bei Herbert Knötel kann es etwas zu hell sein.

Apropos Landmiliz: In Paderborn wurde versucht, auch MĂ€nner des Landesausschuss (Landwehr) anzuwerben. Die behielten natĂŒrlich erst mal die einfachere Uniform. Allerdings konnten so nicht viele angeworben werden. Aber ein oder zwei einfachere Uniformen machen das ganze bunter. Bei Paderborn wĂŒrde ich die regulĂ€re Uniform mit den weißen Umrandungen bemalen und den Landesausschuss ohne dieselben.

Das Blau der drei BistĂŒmer war ĂŒbrigens deshalb so preußisch, weil der Niederrheinisch-WestfĂ€lische Kreis irgendwann fĂŒr die Kreistruppen einheitliche Uniformen wollte. Die Abzeichen sollten dann das Kontingent zeigen. Meines Wissens hat sich das aber ĂŒber die geistlichen FĂŒrstentĂŒmer hinaus kaum durchgesetzt. Jedenfalls soll das Blau in der richtigen Erkenntnis gewĂ€hlt worden sein, weil Preußen, dass wegen Ravensberg, Kleve, Mark, Minden und Tecklenburg eigentlich auch Truppen zum WestfĂ€lischen Kreis stellen musste, sich kaum zu einer anderen Farbe bequemt hĂ€tte. (Das habe ich so mal gelesen, aber bisher nicht verifiziert. Es wĂŒrde aber zu der halbherzigen Organisation der Reichskreise passen.)
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Riothamus

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #13 am: 22. Januar 2019 - 15:33:12 »

Das die grĂ¶ĂŸeren armierten StĂ€nde, wie Preußen, Truppen fĂŒr die gemischten Kreisregimenter gestellt haben, halte ich fĂŒr höchst unwahrscheinlich.
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D.J.

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Re: SYW - Battle in a Box
« Antwort #14 am: 22. Januar 2019 - 15:54:07 »

@Pappenheimer
Klasse :D Vielen lieben Dank dafĂŒr

@Riothamus
Das mit den Zigarettenbildern ist mir neu *staun* Kann ich mir das in etwa so vorstellen, wie die Sammelbilder bei Kaugummis, die es zu meiner Kindheit und Jugend (70er und 80er Jahre, letztes Jahrhundert) gegeben hat? Kann man solche Sammelalben oder die Bilder in echt noch irgendwo bewundern?

Zitat
Apropos Landmiliz: In Paderborn wurde versucht, auch MĂ€nner des Landesausschuss (Landwehr) anzuwerben. Die behielten natĂŒrlich erst mal die einfachere Uniform. Allerdings konnten so nicht viele angeworben werden. Aber ein oder zwei einfachere Uniformen machen das ganze bunter. Bei Paderborn wĂŒrde ich die regulĂ€re Uniform mit den weißen Umrandungen bemalen und den Landesausschuss ohne dieselben.
Danke dir :)
Mal schauen, was ich davon umsetze(n kann), sobald es losgeht.

@WCT
So tief bin ich (noch) nicht in der Recherche drin  :-\ Da muss ich passen und ĂŒberlasse euch das Feld.
« Letzte Änderung: 22. Januar 2019 - 15:56:17 von D.J. »
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So, jetzt nimmt sich jeder noch ein Eis und dann reiten wir los. :D