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Autor Thema: Watt´n los mit Impetus/ Tabletop überhaupt?  (Gelesen 960 mal)

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Thomas Kluchert

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Re: Watt´n los mit Impetus/ Tabletop überhaupt?
« Antwort #15 am: 08. Oktober 2019 - 11:55:59 »

Ich denke auch, dass es nicht um die Beschaffenheit von Regelwerken geht, sondern um die Einstellung zum Spielen an sich (also ein ganz anderes Thema). Ich denke Chris6 strebt keinen Idealzustand an, sondern hat die Frage "wie habe ich Spaß beim Spielen" für sich beantwortet und entsprechende Konsequenzen gezogen. Mir geht das genauso.
Ein paar Jahre lang habe ich für DBA getrommelt, unzählige Testspiele gemacht, Figuren verschenkt und und und. Gebracht hat es wenig. Jetzt fangen Leute von sich aus DBA zu spielen bei uns und das ist einfach viel angenehmer. Ich will ja ein gemeinsames Erlebnis und nicht ständig ziehen müssen. Aber da ist halt jeder anders aufgestellt.
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Decebalus

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Re: Watt´n los mit Impetus/ Tabletop überhaupt?
« Antwort #16 am: 08. Oktober 2019 - 14:22:36 »

Mal meine Meinung zu den zwei Themen:

Zu Impetus. Ich habe Impetus nur mal probiert, aber die Entwicklung aus meiner Sicht erklärt sich wie folgt: Impetus wurde in Deutschland als 28mm System groß. Es brachte dabei den Vorteil, dass WAB gerade gestorben war. Zudem bot Impetus mit den großen Basen die Möglichkeiten ästhetisch hochwertiges zu machen. Das hat vor allem die Schön-Maler angesprochen. Das hat vor allem zwei Mängel verdeckt: 1. Das die Basen fast schon zu groß sind (und sich z.B. bei jder Unebenheit des Geländes deswegen gleich mal ein bis zwei cm hochbiegen). 2. Dass vor allem durch den völlig zufälligen Cohesion Test (wie erwähnt) es eigentlich kein besonders gutes Regelwerk war.

Jetzt ist durch den Aufschwung des 28mm DBA Spielens (an dem ich ja nicht unbeteiligt war) einerseits ein ziemlicher konkurrent entstanden, der Ästhetik mit guten Regeln verbindet. (DBA war kein konkurrent solange es nur in 15mm mit relativ geringer Ästhetik gespielt wurde.) Zudem ist vor allem mit SAGA auch ein zweiter Konkurrent entstanden, der die Schön-Maler anspricht, da es wenig Figuren sind. Da allerdings DBA nicht jedermanns Sache ist, sind gerade die Großschlachten-Spieler, die lieber nur eine WABähnliche Würfelorgie wollen, etwas heimatlos zurück geblieben. Hier hat sich eben kein Alternativsystem durchgesetzt.

Zum Überangebot im Wargaming. Ich finde immer wieder zwei Sachen erstaunlich.
1. Historisches Wargaming ist doch komplett Regel und System unabhängig. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sich inzwischen viele verhalten als wäre das ein GW-System. Mich haben früher kleine Küstenschiffe in einem (zu) großen Maßstab nicht interessiert, warum soll ich denn jetzt damit anfangen. Andererseits interessiert mich Reichsgründung, also sammele ich da Figuren. Und dann bin ich auch bereit so ziemlich jedes Regelwerk auszuprobieren.

2. Warum ignorieren Wargamer eigentlich die guten "alten" Regelwerke. Ich sage ja nicht, dass es nicht auch gute neue Systeme gibt, aber es gibt doch Klassiker, die es einfach verdient haben, dass man sie spielt. Für mich (muss jetzt keiner teilen) sind das z.B. Crossfire und Spearhead für WK2. Warum also soll ich mir Bolt Action antun oder WK2 spielen in 15mm lassen, nur weil die gerade "angesagten" Systeme mir nicht gefallen.
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D.J.

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Re: Watt´n los mit Impetus/ Tabletop überhaupt?
« Antwort #17 am: 08. Oktober 2019 - 15:09:20 »

Noch eimal kurz OT:

Zum Überangebot im Wargaming. Ich finde immer wieder zwei Sachen erstaunlich.
1. Historisches Wargaming ist doch komplett Regel und System unabhängig. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sich inzwischen viele verhalten als wäre das ein GW-System.
Das ist mir bisher nur in sehr begrenztem Rahmen begegnet, aber ja, das ist auch etwas, was mich total verblüfft. Ich denke aber, dass liegt einfach an der Routine, die man bekommt, wenn man bei ein oder zwei Systemen bleibt. Systemhopping ist nicht so pralle, finde ich, das habe ich schon ein paar Mal ausprobiert.
Jetzt habe ich 5 fixe Systeme - davon 4 (quasi)historisch - und bin damit recht flexibel, was meine Mitspieler betrifft. Aber mehr muss nicht.

Und da sehe ich es wie chris6:
Ich mag einfach nicht mehr ständig der Macher (für 2 bis x Mitspieler Material ranschaffen, fertigmachen und Regeln lernen) und Geber sein (hier ein Terminangebot, dort ein Rundumsorglospaket, und wieder ein All-inclusive-du-musst-nix-kaufen-System)
Ich habe das unverschämte Glück, für alle meine Systeme treue Mitspieler zu kennen. Okay, Termine finden ist nicht immer einfach, aber das ist das kleinste Problem.
Und vielleicht liegt es auch daran, dass (Bogen zurück zu Impetus) manche Systeme wie ausgestorben wirken? Dazu die kleinen Kreise in sich abgeschotteter Gruppen ...?
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thrifles (Koppi)

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Re: Watt´n los mit Impetus/ Tabletop überhaupt?
« Antwort #18 am: 08. Oktober 2019 - 21:06:01 »

Letztendlich ist das wichtigste, dass die Spielergruppe passt. Dann ist das Regelsystem fast wumpe.
Ich habe schon einige für mich eher spezielle Systeme gespielt, weil unsere Gruppe passt. Dann mach ich mit und hab Spaß.
Ich denke die Jungs in Frankfurt vom Spieltrieb zocken heute noch Impetus, weil es Ihnen Bock macht.
Eine große Impetus Community gabs ja nie hier in D.
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http://www.thrifles.blogspot.com/

 http://www.dminis.com/thrifles/galleries/

\" ... Artillerieeinheiten der wichtigsten Nationen (Preußen, Österreich, Russland, Großbritannien ...) sind \"gefärbt\". Das Holz der Kanonen ist bei den Preußen z.B. blau, weil das die Farbe der Nation im Spiel ist (grün für Russland usw.). Das alles sieht scheiße und spielzeugmäßig aus...\"
Zitat aus einer Besprechung von Napoleon Total War

Nischenspieler

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Re: Watt´n los mit Impetus/ Tabletop überhaupt?
« Antwort #19 am: 09. Oktober 2019 - 20:47:37 »

Ich merke hier sind viele verschiedene Wahrnehmungen/Einstellungen zu dem Thema, aber irgendwie findet doch jeder seine Überschneidungen mit anderen.
Ich sag mal, ich habe mich auch über Jahre auf alles mögliche gestürzt. Jetzt habe ich das stark eingeschränkt und von meinen vier, fünf Rundum-Sorglos-Paket-Spielen die ich zuhause habe spiele ich momentan zwei. Diese zwei dafür sehr regelmäßig mit mehreren Leuten. Ich habe für mich selber festgestellt, dass einige meiner Spiele zwar irgendwie gut, in meinen Augen aber irgendwie trotzdem zweite Wahl sind und deswegen habe ich mich davon getrennt, ich spiele lieber die richtig geilen Sachen (und das hat nichts mit fickenden Fischen von Brother Vinnie zu tun).
Dennoch bin ich immer bereit mir von meinen Mitspielern mal ihre Lieblingsstücke zeigen zu lassen. Nicht so gern in laufenden Gruppen, aber zwischendurch immer gerne.
Hier möchte ich gleich mal den Knackpunkt der schlechten Präsi ansprechen, wenn mir ein System nur zäh und ohne Spannung gezeigt wird, so dass ich beim besten Willen dessen Stärken nicht erkenne, ja dann spiele ich es vermutlich auch nicht noch einmal. Das hat nichts damit zu tun, meinem Spielekumpel Höchstleistungen abzuverlangen.
Im historischen Bereich sehe ich es auch so, dass ich Systemungebunden bin und verschiedenes ausprobieren kann. Gerade wenn mich eine Epoche/Schauplatz interessiert spiele ich gerne verschiedene Systeme dazu, immerhin werden mir verschiedene Aspekte der entsprechenden Konflikte nahe gebracht und vielleicht ist auch irgendwann mal eine Zeit da, was neues zu wagen.
Zur Kritik des Überangebots / Systemhopping / man-wird-sich-nie-einig;
ich denke da spielen persönliche Aspekte jeweils eine große Rolle. Alle Leute mit denen ich ein System spiele, das ich gemeinsam mit diesen Personen begonnen habe, mit denen könnte ich auch irgend etwas anderes zusammen spielen. Die meisten meiner Mitspieler sind (mittlerweile) Freunde von mir und man hat eine gemeinsame Basis was Wargaming angeht. Darüber hinaus kenne ich Wargamer mit denen ich mich gut verstehe und mit denen man zufällig das selbe System spielt, ok das ist dann einfach Glück.
Zurück zu den Leuten mit der gemeinsamen Basis mEn hat es mit der selben Einstellung und dem selben Geschmack nur noch wenig damit zu tun wie man Leute dazu bringt es mitzuspielen (war vielleicht auch doof ausgedrückt von mir), man kommt meiner Erfahrung nach sowieso meistens zusammen. Dann sollte man sich darüber hinaus nicht in verschiedenen anderen Gebieten verlieren, aber das ist ein anderes Thema.
Was die Toleranz angeht, ich finde es wichtig sich auch entgegen zu kommen. Wichtig ist dabei sich gegenseitig zu kommen. Wenn man alles verteufelt, was nicht 100% dem eigenen Geschmack entspricht  sitzt man halt auch mal alleine da und vielleicht entgeht einem sogar eine kleine Offenbarung  ;)
Ausgewogenheit zwischen Neuem gegenüber offen sein und sich nicht in jedem Quatsch zu verrennen ist halt schwer zu unterscheiden, zumal die Grenze dazwischen bekanntermaßen unsichtbar ist   ;D

So das waren jetzt viele allgemeine Gedanken und ein wenig OT, aber dafür haben wir mal wieder eine lebendige Diskussion im SW  8)

@Nischenspieler: Hast du dich umgetauft? Du warst doch immer "Captain A"?


Jep, mein Internetsynonym lautet eigentlich "Armstrong", aber den gab es hier schon, also habe ich -nach dem Vorbild einiger anderer User- einen militärischen Rang davor gesetzt.
Mit dem Cpt bin ich aber nie so richtig warm geworden und "Nischenspieler" beschreibt meinem Geschmack auch recht gut  :)
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2019 - 20:52:35 von Nischenspieler »
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Mein Sturmgeschütz fühlt sich moralisch überlegen!