Sweetwater Forum

Sweetwater Forum

  • 25. Januar 2021 - 11:06:13
  • Willkommen Gast
Erweiterte Suche á

Neuigkeiten:

Endlich wieder da!

Autor Thema: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48  (Gelesen 4634 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Pappenheimer

  • Edelmann
  • ****
  • Beitr├Ąge: 4.235
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
6. Akt Das Gemetzel auf den Fl├╝geln
« Antwort #150 am: 10. Januar 2021 - 01:34:42 »

Morosz schaffte es meine Grenadiere ins Fort zu werfen. Und nicht nur das: von ihm angefeuert st├╝rzten sich Ihro Majest├Ąt Grenadiere mit aller Entschlossenheit auf Waldenheims letztes Bataillon, das so en choc geworfen wurde, da├č es in heilloser Flucht auseinander stob.



Mit gef├Ąlltem Bajonett lie├č sodann Clermont-Tonerre meine Redoute bei der Worm-M├╝hle angreifen. Die attackierenden Franzosen konnten zwar zur├╝ck geworfen werden, aber die bisherigen Verluste durch das anhaltende franz├Âsische Artilleriefeuer lie├čen keinen Zweifel ├╝brig, da├č die Redoute in K├╝rze unter der Macht des Feindes fallen mu├čte.



Zwar gelang es Forg├ích unter der Aufbietung letzter Kr├Ąfte erneut einen Angriff auf Wei├čenburg abzuschlagen und die zur├╝ck gehenden Deutschen von einem franz├Âsischen Fremdregiment rissen das dahinter stehende sich sammelnde Bataillon in die Flucht davon - aber es schien auch hier nur noch eine Frage der Zeit, weil sich auch die tapferen Verteidiger der geschw├Ąchten W├Ąlle kaum mehr halten w├╝rden, denn die Verluste in ihren Reihen stiegen stetig und Montal g├Ânnte ihnen keine Atempause.



Durch die horrenden Verluste des ersten Treffens vorsichtiger geworden ging Feldmarschallleutnant von Seckendorff nur langsam auf die Lauter zu und das machte Morosz so gewitzt auf ihn vorzur├╝cken und ihm Salve auf Salve entgegen zu feuern.



Der Kampf im Zentrum wurde mit solcher Erbitterung vom Feind betrieben, da├č Puebla seine wenigen Bataillone um Altenstadt zusammen zog da die Verteidigung dieses Ortes zur Sicherung unseres Abzuges unabdingbar schien, auch wenn es die Gefahr mit sich brachte, da├č Feldmarschall Seckendorff mit Preysings bayerischer Infanterie zwischen Rideau und Altenstadt ├╝ber die Lauter vorsto├čen w├╝rde.



Schlie├člich r├Ąumte das die Redoute an der Worm-M├╝hle verteidigende und von Clermont-Tonerres zwey Batterien zusammengeschossene Bataillon selbige. Doch das war nicht die einzige fatale Entwicklung in diesem Augenblicke...

Gespeichert

D.J.

  • Bauer
  • ****
  • Beitr├Ąge: 915
Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #151 am: 10. Januar 2021 - 15:10:04 »

Auch ich lese hier mit, halte mich aber mangels Fachkenntnis ├╝ber die Zeit zur├╝ck.
Der Bericht ist aber trotzdem sehr sehr spannend zu lesen und super kommentiert und bebildert. Also bitte nicht nachlassen!
Dein Gel├Ąnde und deine Miniaturen gefallen mir eh. Es hat seinen eigenen Charakter, ebenso wie das von Mar├ęchal. Und ich kann mir von euch beiden ausreichend Ideen mitnehmen :)

Danke dir f├╝r deine M├╝hen.
Gespeichert
Wer K├Âlsch trinkt, verliert die Kontrolle ├╝ber sein Leben

Pappenheimer

  • Edelmann
  • ****
  • Beitr├Ąge: 4.235
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
7. Akt: Finale am Rideau
« Antwort #152 am: 10. Januar 2021 - 21:45:22 »

Vielen Dank f├╝r den Kommentar, D.J..

"Feldmarschall Seckendorff erkannte offensichtlich die Schw├Ąchung meiner Stellung am Rideau und lie├č Preysing seine Grenadiere ├╝ber die Lauter marschieren. Sie st├╝rmten auf meine Artillerie los und erbeuteten sogleich eine Batterie. Durch ihre Verluste im Nahkampf sah sich Preysing offenbar dazu gezwungen sich nicht sogleich auf die n├Ąchste Batterie zu st├╝rzen.
Gleichzeitig hatte der Feldmarschall eine Brigade franz├Âsischer Infanterie ├╝ber den Fluss geschickt, damit Altenstadt von mehreren Seiten zugleich unter Feuer genommen werden konnte.
Zum Gl├╝ck hatte Se. Exzellenz Prinz Karl von Lothringen rechtzeitig 3 Regimenter Dragoner unter St. Ignon abgeschickt, die nun gerade in dem Augenblick eintrafen, als Pueblas Bataillone in der Gefahr schwebten von den bayerischen Batterien und der franz├Âsischen Infanterie zerschlagen zu werden.



Unter dem schweren Artilleriefeuer war Forg├íchs Bataillon schlie├člich zugrunde gegangen und ein deutsches Fremdregiment besetzte Wei├čenburg. Das erlaubte es den Franzosen mit ihrer Kavallerie Wei├čenburg unbeschadet zu umgehen und General-Feldwachtmeister Trips anzufallen. Auch wenn Ihro Maj. Husaren ausgezeichnet fochten, wurde eines der Regimenter unter Trips in die Flucht geschlagen. Doch hatte es damit auch unsere Flanke gesichert.



Die Franzosen und Bayern beschossen mein Zentrum aus allen Rohren mit 6 Batterien.



Ich selbst (Nadásdy) war unterdessen von einer Kugel getroffen, als ich Pueblas Bataillone zu sammeln suchte.



Feldmarschallleutnant Seckendorffs Bayern und Hessen wagten es nicht weiter vorzur├╝cken, was es Morosz erlaubte die H├Ąlfte seiner Grenadiere von der Stellung vor dem Fort abzuziehen und gegen Preysing und seine bayerischen Grenadiere zu f├╝hren. Er kam gerade rechtzeitig und die armen Bayern wurden mit einem entschlossenen Bajonettangriff zersprengt.



Gleichzeitig sprengten St. Ignons Dragoner heran und warfen sich auf Preysings letzte bayerischen Grenadiere, die nun ebenfalls zerschlagen wurden.
Eines der Dragonerregimenter kam um Puebla zu retten und griff todesmutig ein Bataillon Franzosen an, welches keine Chance bekam. Aber auch unsere Dragoner waren v├Âllig vernichtet und fluteten zur├╝ck.



Generalfeldwachtmeister Pueblas Bataillone waren vollkommen ersch├Âpft und abgek├Ąmpft. Das m├Ârderische Feuer der feindlichen Batterien setzte ihnen zu.



Doch zu unserem Erstaunen stellten wir fest wie sich die bayerische Armee sodann begann zur├╝ckzuziehen. Scheinbar hatte St. Ignons Attacke den Willen des Gegners gebrochen. Dadurch konnten wir geordnet abziehen.
Bey allen Verlusten des Feindes kam das Gefecht einem Sieg gleich, auch wenn Ihro Maj. Truppen Wei├čenburg verloren hatten."

Gespeichert

tattergreis

  • B├╝rger
  • ****
  • Beitr├Ąge: 1.390
    • 0
Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #153 am: 11. Januar 2021 - 10:15:50 »

Vielen Dank f├╝r den sehr umfangreichen Bericht, der Aufwand f├╝r einen AAR ist ja nicht unerheblich.
Der optische Eindruck ist hervorragend, das Gel├Ąnde sehr ansprechend gestaltet (das Riesengeb├Ąude ist bisserl gro├č).
Die Figurenmenge ist beachtlich und kontraproduktiv  :) .

Das Szenario l├Ąsst das Bestreben erkennen, allen beteiligten Spielern eine Gewinnchance einzur├Ąumen. Seltsamerweise gewann der Verteidiger.

Die Beschreibung ist unterhaltsam und abwechslungsreich gestaltet, ich brauchte ein wenig M├╝he, mich zurechtzufinden, doch hat es sich gelohnt.

Zum Ablauf m├Âchte ich anmerken, dass mir unklar ist, wo die Angreifer einen Schwerpunkt gesetzt haben, mir erscheint es wie ein unvorbereiteter Angriff aus der Marschbewegung.
Das Szenario erlaubte 12 Runden, allerdings erscheint die Artillerie erst in der vierten Runde. Am PC ist es schwer zu ergr├╝nden, ob gen├╝gend Zeit f├╝r eine artilleristische Vorbereitung zur Verf├╝gung stand, oder ob das Szenario dieser Art von Angriff einen Riegel vorschob.

Kontraproduktiv ist die Zahl der Einheiten, weil dem Angreifer m.E. nicht gen├╝gend Raum zur Verf├╝gung steht und der ├ťberblick erschwert wird. Auch verleitet ein gro├čer numerischer Vorteil dazu, sein Heil in der Dampfhammermethode zu suchen.

Ich h├Ątte es begr├╝├čt, wenn der Zentrumsangriff massiv mit der Artillerie vorbereitet worden w├Ąre, w├Ąhrenddessen die Truppen unter Forgach zerrieben werden.
Wenn der Angriff auf der rechten Flanke gelingt, werden zumindest die Reserven aus dem Zentrum gelockt, anderfalls kann eine Flankendrohung auf das Zentrum aufgebaut werden, was die Position des Verteidigers im Bombardement unertr├Ąglich machen m├╝sste, zumal die Stellungen dann umgangen werden k├Ânnen und den Verteidigern der R├╝ckzug abgeschnitten wird. Ist die Masse der Angreifer ├╝ber den Flu├č, so ist die Schlacht entschieden, egal wer irgendwelche Punkte noch besetzt.

cheers
Gespeichert
Covid ist echt schei├če.

Pappenheimer

  • Edelmann
  • ****
  • Beitr├Ąge: 4.235
    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #154 am: 11. Januar 2021 - 16:15:22 »

Salut tattergreis!

Vielen Dank f├╝r Deinen Kommentar.

Zur Menge der Einheiten: ich habe einfach alles, was ich in meiner Vorlage f├╝r beide Seiten fand aufgefahren. Wenn ich mir die zeitgen. Karte zur Schlacht anschaue (bei europeana oder sowas), war die ├Âsterreichische Lauter-Seite tats├Ąchlich nur d├╝nn besetzt und wenn die wenigen Bataillone zumindest f├╝r ein paar Stunden hinreichten den Abschnitt zu verteidigen, muss das Schlachtfeld ja wirklich sehr schmal gewesen sein und entsprechend gedr├Ąngt die ├╝bersetzenden Truppen vorgegangen sein. Man denke allein schon an die 9 Bataillone unter Clermont-Tonerre, die erw├Ąhnt werden - also nach Kopfst├Ąrke allein so stark wie die gesamten ├Âsterr. Truppen!

Insgesamt war das Spiel aus meiner Sicht reizvoller, weil es eben st├Ąrker als beim kleineren Szenario f├╝r die Angreifer die Herausforderung gab diese Massen an Truppen ├╝berhaupt zu dirigieren. Die Spielerin von Coigny hatte halt etwas mehr Erfahrung mit den Regeln und daher vielleicht nur so geringe Verluste (2-3 Einheiten). Andererseits - es ist nunmal doch ein Gl├╝cksfaktor dabei - hatte "Seckendorff" eben auch mal horrendes Pech. Das betrifft weniger seine/ihre bayerische Infanterie oder der vielleicht unn├Âtige Angriff der Kavallerie, sondern die beiden hessischen Bataillone. Die halten eigentlich ne Menge aus und dass sie so rasch hintereinander fl├╝chteten war schon Pech. Nat├╝rlich hatte ich auch ein ziemlich gl├╝ckliches H├Ąndchen Morosz mit den Grenadieren nach Rechts zu beordern, wo sie am dringendsten gebraucht wurden. W├Ąre Wei├čenburg 1-2 Runden fr├╝her gefallen, w├Ąre dieser Schachzug allerdings vielleicht auch genau der Falsche gewesen, da ich bis auf die Husaren ja nichts hatte die linke Flanke zu decken und Husaren gegen ausgeruhte Infanterie h├Ątte keinen Sinn ergeben.

Wir alle hatten ne Menge Spa├č dabei.

Falls es Dich interessiert: ich hatte am Ende noch ganze 2,5 Punkte und bin auch nur knapp einer Niederlage von der Schippe gesprungen (meine Verluste: 1x Husaren, 2 x Panduren (1 Punkt zusammen), 1 Batterie, 1x Dragoner, 1 x Infanterie (Forg├ích nat├╝rlich)). Mit ein bisschen mehr Pech in den letzten 2 Runden h├Ątte ich ja auch verlieren k├Ânnen, wenn Pueblas F├╝siliere nicht immer nur auf 3-4 Hits sondern auch mal auf 5 gekommen w├Ąren. Da "half" mir freilich, dass die bayerische Artillerie kein Scheunentor traf (nur einmal ne 5 gew├╝rfelt mit 3 Batterien ├╝ber wieviele Runden? 6?).
Gespeichert

D.J.

  • Bauer
  • ****
  • Beitr├Ąge: 915
Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #155 am: 11. Januar 2021 - 16:17:18 »

Ich werde den ganzen Bericht die n├Ąchsten Tage noch einmal am St├╝ck genie├čen.
Sollte ich Fragen haben, l├Âchere ich dich  :D
Nochmal vielen lieben Dank f├╝r deine M├╝hen :)
Gespeichert
Wer K├Âlsch trinkt, verliert die Kontrolle ├╝ber sein Leben

tattergreis

  • B├╝rger
  • ****
  • Beitr├Ąge: 1.390
    • 0
Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #156 am: 11. Januar 2021 - 16:50:32 »

tatter wrote:
Zitat
Ich h├Ątte es begr├╝├čt, wenn...Artillerie vorbereitet...Flankendrohung... Bombardement...Verteidigern der R├╝ckzug abgeschnitten

Pappe pariert:
Zitat
Wir alle hatten ne Menge Spa├č dabei.

Wenn ich einen Spielbericht lese, dann analysiere ich den Gefechtsverlauf. Mir ist aber bewusst, dass f├╝r den Spieler die Suche nach den richtigen Taktiken nicht unbedingt an erster Stelle steht. Wenn ich selbst spiele, ist
Zitat
ne Menge Spa├č
zu haben auch wichtiger.
Wollte ick nur mal gesagt haben.

Gespeichert
Covid ist echt schei├če.

D.J.

  • Bauer
  • ****
  • Beitr├Ąge: 915
Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #157 am: 14. Januar 2021 - 13:33:11 »

Sodele, ich habe den Bericht gestern begonnen und gerade eben zu Ende gelesen.
Meine G├╝te, ist der detailliert und umfangreich! Das war sch├Ân zu lesen und machte Spa├č :)
Zum Geschehen selber hatte Tattergreis schon gut gefragt und du auch geantwortet. Bleibt mir nur das gro├če Lob an deine Miniaturen und dein Gel├Ąnde, dass ich einfach liebe :)
Gespeichert
Wer K├Âlsch trinkt, verliert die Kontrolle ├╝ber sein Leben