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Autor Thema: HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg  (Gelesen 531 mal)

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Pappenheimer

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HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg
« am: 12. Mai 2020 - 18:32:43 »

Also es ist nicht so, dass ich wirklich beabsichtigen würde viel mehr Schlachten des Siebenjährigen Krieges nachzuspielen. Die Figuren in meiner Sammlung passen einfach nicht dazu.
Es könnte allerdings davon abhängen, ob sich bestimmte Szenarien dafür anbieten wie jetzt bei Dinos Szenario zum Gefecht bei Mehr (mehr dazu unten).

@Pappenheimer: Klasse! Mehr kommt dann noch als größerer Bericht? Ich werde es dann mal umgekehrt machen und meine Minis fürs 18. Jh. auf siebenjähriger Krieg aufbauen und dann trotzdem die früheren Konflikte davor mit ihnen spielen
Im Prinzip sieht man in einem Spielbericht aus der üblichen Perspektive nicht wirklich die Details. Vielleicht sind sogar die Unterschiede bei der Napo offensichtlicher, wenn Du mal mit Tschako-Österreichern z.B. Austerlitz nachspielen solltest...

Für manch einen reicht's dass alle schön Dreispitze haben und selbst die Fahnen haben sich bei einigen Armeen nicht signifikant geändert. Die Österreicher sind da vielleicht sogar DIE Ausnahme.
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Pappenheimer

  • Edelmann
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Gefecht bei Mehr
« Antwort #1 am: 12. Mai 2020 - 19:26:13 »

Ich habe mir lange die vielen Szenarios angeschaut, die ein Mitglied des HoW-Forums dort einstellt. Da er auch immer sehr nützliche Kommentare zu meinen eigenen Szenarien und Spielberichten schreibt und zahlreiche meiner Szenarien selber schon gespielt hat (Guastalla, Fontenoy, Dettingen...) fühlte ich mich regelrecht verpflichtet auch mal eines von ihm zu probieren. Dummerweise erfordern seine Szenarien immer riesige Mengen an Truppen. Das kommt daher, weil er vollkommen anders basiert, eine Einheit bei ihm manchmal nur 2 Bases hat und dann noch in einem viel kleineren Maßstab etc. pp.. Obendrein geben sich in seinen Szenarien die ungewöhnlichsten Einheitentypen die Hand wie etwa Jäger von irgendwelchen Mittelstaaten oder Massen an französischen Dragonern etc..

Bei dem Gefecht bei Mehr war es mal was anderes. Auch wenn selbst hier die Zahl der französischen Bataillone doch sehr beachtlich ist, sind die Armeen doch halbwegs machbar für mich gewesen. Sowas wie "Volontaires" oder Grenadiere der französischen Miliz (bei mir einfach bewaffnete Zivilisten) musste ich dann aber doch improvisieren - sieht man auch ganz deutlich.
Die OOB stammt praktisch 1:1 aus diesem Artikel: http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=1758-08-05_-_Combat_of_Mehr#Order_of_Battle


Franzosen (v.l.n.r. auf Bild): Chavignys (Dith.) Vorhut, Kolonne = Brigade unter Milord Hamilton (Dep.) und Kolonne = Brigade unter La Marck (Dith.)
Alliierte: Zastrows (Dash.) Infanteriebrigade aus Hannoveranern (hier Österreicher als Sachsen-Gotha Infanterie), Hessen, Braunschweigern und mehr Hannoveranern (wieder in klassischem Rot) sowie hier und da ein bisschen Kavallerie

Wir hatten wie immer in letzter Zeit ausgewürfelt und auf mich fiel es die weitaus nummerisch schwächeren Alliierten zu spielen. Hier also mein Bericht v.a. aus dem Blickwinkel von General von Imhoff (Dash.).


"Ich bemerkte rasch, daß die Franzosen rund um Obershof zahlreiche Truppen versammelt hatten. Dort hatten sie auch leichte Artillerie, welche gewiss für meine Infanterie sehr gefährlich werden konnte. Daher beschloss ich rasch alles daran zu setzen nicht dort, sondern mit meinem rechten Flügel bei dem Weiler Hovehnannshof den Gegner zu werfen um sodann die feindliche Linie von der Flanke aufzurollen ehe der Gegner gegen meine hessischen Bataillone durchbrach.


Als Erste kamen die Musketiere des Regiments Sachsen-Gotha an den Feind. Die französischen Husaren hielten sie vielleicht für Franzosen, die sich verirrt hatten. Das einsetzende Geschützfeuer der gegnerischen Kanonen à la Suédois im Zentrum zeigte mich allerdings, daß man uns dort leider erkannt hatte.


Ein Bote vom linken Flügel meldete mir bald darauf, daß sich diese französischen Husaren angeschickt hätten sich auf unsere Bückeburger (bei mir Husaren statt der berühmten Karabiniers!) stürzen wollten. Aber die Husaren bekamen eine solche Salve von der Flanke, daß sie sogleich in die Flucht geschlagen wurden.
Das schien mir ein gutes Vorzeichen für den anstehenden Kampf, der offenbar unausweichlich war, wenn ich mir den Weg freikämpfen wollte.


Rasch hob ein heftiges Feuer auf meinem rechten Flügel an, wo unsere Braunschweiger Bataillone früher als die anderen Truppen in Musketenreichweite kamen.
Ich wußte ja von anderen Gefechten, daß der Franzos schlecht feuert und baute in dieser Hinsicht alle Zuversicht auf diesen Umstand."

Geht dann ein andermal weiter.  :)

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Pappenheimer

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Gefecht bei Mehr 2
« Antwort #2 am: 13. Mai 2020 - 18:00:12 »


"Die Franzosen der Brigade Reding verloren offenbar sogleich die Nerven und stürmten mit gefälltem Bajonett heran. Das Regiment Reding in seinen roten Uniformen (eigentlich Schweizer, aber von der Farbpalette recht ähnlich dem hier gezeigten irischen Regiment) wurde gleich in die Flucht geschlagen, das andere Bataillon der Angreifer traf auf ein Bataillon des Braunschweiger Regiments von Imhoff.

Ganz auf unserer Rechten hatte Zastrow das Bataillon des Regiments Stolzenfels hinter einer guten Deckung postiert und dieses empfing die anrückenden Franzosen mit einer guten Salve.

Der Kampf des anderen Bataillons der Imhoffer war ausgeglichener. Doch auch die Deutschen in französischen Diensten wurden in die Flucht geschlagen. Ich teilte Zastrow mit, daß wir den Erfolg unbedingt ausnutzen mußten, auch wenn eines der Bataillone sich zum Sammeln zurückziehen mußte.

Die Grenadiere des Regiments Imhoff traten an die Stelle der Musketiere und lieferten sich ein Feuergefecht mit einem der drei verbliebenen Bataillone der Brigade Reding.
Links sah es aber im Gegentheil dazu sehr düster aus. Die Franzosen schossen mit ihrer leichten Artillerie Schneisen in die Reihen der Hessen und einige wieder aufprallenden Kugeln trafen auch Dragoner hinter den hessischen Musketieren.

Zastrow befahl einen Bajonettangriff der Imhoff-Grenadiere. Doch dieser brach im Kugelhagel und in der verbissenen Abwehr der Franzosen zusammen.
Zugleich stießen aber auch unsere endlich herbey geeilten Dragoner, die den langen Weg vom Galgenberg hatten zurück legen müssen auf den Feind und fielen einem der Bataillone der Brigade Brancas in die Flanke, das zum Rückzug veranlasst wurde.

Während unsere Dragoner nachsetzten und das sich sammelnde französische Bataillon in Stücke hauten, sah es aber an anderer Stelle schrecklich aus.
Eines der Imhoff-Bataillone wurde durch die Übermacht und das anhaltende Musketenfeuer in die Flucht geschlagen. Auch die Hessen erlitten hohe Verluste gegen den deutlich überlegenen Feind.
Hatten wir eben noch triumphiert, stand nun der Ausgang auf Messers Schneide. Statt die Brigade Reding zu zerschlagen stand nun das Regiment Stolzenfels mit einem Bataillon drey feindlichen Bataillonen gegenüber und die Lage im Zentrum war regelrecht ausweglos."
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Pappenheimer

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Gefecht be Mehr 3
« Antwort #3 am: 15. Mai 2020 - 14:44:18 »


"Ganz richtig hatten meine Dragoner erkannt, daß sie eigentlich keine andere Wahl hatten alß aus der Umfassung auszubrechen. Das tathen sie dann auch auf ihre Weise indem sie das nächste französische Bataillon von hinten anfielen und nieder hieben.

In einem so kleinen Gefecht verändert so eine scharfe Attaque bereits viel. Denn nun schöpfte General von Zastrow neuen Mut mit seinen Hannoveranern doch noch die Brigade Reding in die Flucht zu schlagen. Ein gesammeltes Braunschweiger Bataillon rückte auch heran um nötigenfalls Unterstützung zu liefern. Mit heftigem Feuer wurden die Franzosen, die sich hinter einer Hecke verschanzen wollten auch wirklich in die Flucht geschlagen.

Allerdings hatten zeitgleich die Bückeburger versucht die scheinbar erschütterten französischen Milizgrenadiere zu werfen und waren von diesen vernichtend geschlagen worden.
Rund um den See auf unserem linken Flügel fiel uns auch nicht viel mehr ein, alß daß wir keine andere Wahl hatten alß uns vor den heranrollenden Massen der französischen Avantgarde zurück zu ziehen.

Ich versammelte sodann alle hannoveranischen Dragoner um mich und ließ ein Bataillon der Brigade Brancas von hinten attaquieren, was mit so großem Effect geschah, daß die überraschten Tölpels bald allesamt die Waffen streckten und sich ergaben.
Hatte ich demnach also doch noch eine gewisse Gelegenheit zu siegen? Ich trieb das Bataillon Stolzenfels an die wenigen Franzosen in dem Wald vor ihnen zu schlagen. Aber der Angriff war gefährlich, da die Dragoner des Regiments Dragons Royal noch in ihrer Flanke gestanden hätten.

Zu ihrer Ehrrettung stürmten nun aber unsere hessischen Grenadiere auf die französische Batterie unweit dem See zu und nahm sie mit viel "Hurra!" ein, vermochte aber nicht die Kanoniere gefangen zu nehmen, die sich hinter einem Bataillon französischer Freiwilliger in Sicherheit brachten.

Auch bei Havennannshof erreichte ich nicht ganz, was ich beabsichtigt hatte. Dadurch behaupteten sich die Franzosen weiterhin, wennschon unter hohen Verlusten auf dem Gefechtsfeld bei Mehr."

Es war also leider nur ein Unentschieden, auch wenn die französischen Verluste weitaus höher als meine waren.
Beide Seiten waren in der letzten, 10. Runde bei 2,5 Punkten. Die Franzosen hatten dazu allerdings 6,5 und ich nur 2,5 Punkte, also jeweils 6 normale bzw. 2 normale und eine kleine Einheit, eingebüßt.
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Sorandir

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Re: HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg
« Antwort #4 am: 15. Mai 2020 - 20:36:18 »

Wieder ein dickes Ding was du da aufgefahren hast.  Ich finde es auch legitim,  7jK-szenarien mit Erbfolgekriege-Minis zu bespielen. Ein interessantes Szenario ist beim wargaming ja schon mindestens die halbe Miete  :)
Wir haben z.B. schon grob Quatre-Bras in den italienischen Kriegen,  mit Landsknechten und so gespielt und es war auch wirklich gut.
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Riothamus

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Re: HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg
« Antwort #5 am: 16. Mai 2020 - 03:16:18 »

Auch von mir mal ein großes Lob für deine Spielberichte. Wundere dich nicht, wenn plötzlich noch ein Kommentar zu einem längst vergangenen Spiel kommt. Momentan schaffe ich im Sweetwater ja kaum mehr als kurze Kommentare.

Die alte Frage, wie genau Minis zur gespielten Auseinandersetzung passen müssen. Klar, bei Napo wird da genauer hingeschaut, was sicher zu einem guten Teil auch an der Uniformen liegt. Aber 'polybianische Römer' wird sicher niemand in ganz früh, früh, mittel und spät vorhalten wollen, um genau passende Minis zu haben. Auch beim ACW würde ich für mich einen Zeitpunkt für meine Minis wählen und sie dann im ganzen Krieg einsetzen. Das kommt einem natürlich etwas seltsam vor, wenn man sich auskennt. Aber so groß sind die Unterschiede innerhalb der -vergib einem Preußenspieler- drei Schlesischen Kriege ja auch nicht, als dass die Soldaten nicht als ein Typ durchgingen. Ja, ich würde das je nach Armee sogar bis in die Anfangsphase der französischen Revolution dehnen.

Wichtig ist mir nur immer, dass die Darstellung konsistent ist, also die eigene Armee aus möglichst einem Guss. Gut, eine erst später aufgestellte Einheit, kann keine frühen Uniformen tragen und eine früh aufgelöste keine späten. So etwas würde ich als Ausnahme betrachten.

Ich habe mit dem 18. Jahrhundert das Problem, dass es nur die wichtigsten Figuren gibt. Immer umzubauen wäre mir zu anstrengend. Und für die preußische Infanterie ist die Mehrheit der Regimenter gar nicht darstellbar, weil die Minis alle eine Rabatte haben. Umzubauen sind die ja nicht. Noch dazu würde ich mich wegen der darstellbaren Größe eher für Freikorps oder Armeekorps mit Sonderaufgaben interessieren, bei denen die Situation noch schlimmer ist.
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Gruß

Riothamus

D.J.

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Re: HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg
« Antwort #6 am: 16. Mai 2020 - 08:38:27 »

Ein klasse Spielbericht, der wieder spannend zu lesen und mit tollen Bildern garniert war :)
Die "falschen" Miniaturen sin deine lässliche sünde, zumal sie sich meiner Meinung nach eng an die Originale anpassen, aber da bin ich eh kein Experte. Und solange kein Wikinger oder Space Marines gegen mit Seidenstrümpfen und Dreitspitz gerüstete Soldaten antreten ... ;)

Ich hänge immer noch schwer hinterher, was deine Berichte betrifft, aber ich bleibe am Ball, so ich kann.
Danke dir für deine Mühen :)
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Pappenheimer

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Re: HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg
« Antwort #7 am: 16. Mai 2020 - 14:09:09 »

@ Riothamus
Das mit den Rabatten stimmt. Betrifft aber auch die diversen verschiedenen Aufschlagformen oder senkrechte oder waagerechte Taschen bei den Briten.

Mittlerweile kenne ich Hersteller für zahlreiche Nationen:
Briten (siehe meinen Blog) - bald sogar mit Kavallerie! - Österreicher, Preußen (Plastik, Zinn, Resin), Franzosen (Zinn - vielleicht auch bald 3D-Prints) und z.T. Kleinstaaten (wobei ich die teilw. nicht nehmen würde).
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Pappenheimer

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Schlacht bei Bergen 1759
« Antwort #8 am: 29. Juni 2020 - 17:46:03 »

Nachdem ich ja schonmal durch ein Szenario eines HoW-Spielers aus Griechenland in den Siebenjährigen Krieg geschnuppert habe, hab ich mich nun letztes Wochenende nochmal hinreißen lassen. Dazu habe ich das Szenario, was ich mir aus nem Spielbericht von dem HoW-Spieler herausgelesen habe, nochmal auf meine Bedürfnisse angepasst.

Die Schlacht sollte diesmal Bergen sein. Für mehr Infos zur Schlacht empfehle ich einfach den kronoskaf-Artikel: http://www.kronoskaf.com/syw/index.php?title=1759-04-13_-_Battle_of_Bergen

Den Angaben dort habe ich auch mit einigen Abwandlungen meine Ordre de Bataille entnommen.

1st turn movement initiative: Allies

French and Saxon army
Mar. de Broglie (Dep.)

Left Wing
1) Royal Allemand Brigade Baron von Guntzer ? (Dep.)
- 2 x cav. Légère (small)
2) Avantgarde Comte de Spéculatif ;-) (Dep.)
- 2 x light infantry (small)
- Dragons
3) Generalleutnant von Dyherrn (Dep.) 8-12
- 4 x Sächsische Infanterie
- 1 x art. légère
Center
4) Lt. Gén. Beaupréau (Dep.)
- 4 x Cavalerie (small)
- 1 x Dragons
5) MdC Chev. de Pelettier (Dep.)
- 1 x heavy artillery
- 2 x medium artillery
6) Heifemberg (Dep.) Brigade Royal Bavière
- 4 x Inf.
Right Wing
7) Brigadier Clausen (Dep.)
- 2 x Royal Suédois.
- 1 x Suisses (Sup.)
In Bergen light cover.
8 ) MdC. Orlick ( Dep.)
- 2 x Infanterie
- 1 x Suisses
- 1 art. légère
9) MdC Saint Chamond (Dep.)
- 4 x infanterie

BP: 13
BP: 6 (Short game)


Allied Army
Ferdinand von Braunschweig (Dash.)
Vanguard
1 Vorhut (Dep.)
- 2 x Jäger
- 1 x Husaren (klein)
1st Column
2 1. Kolonne – Vorhut: Generalmajor von Gilsa (Dep.)
- 2 x braunschweigische Grenadiere (superior) small
3 Mainbody: Ferdinand v. Braunschweig (Dash.)
- 1 x Hessian Inf.
- 2 x Brunswick inf.
- 2 x british cavalry
- 1 x howitzers
2nd Column
4 Vanguard: Generalmajor von Schulenburg (Dep.)
- 1 x Hessian Grenadiers (small) superior
- 1 x Han. Horse
5 Mainbody : GL von Isenburg (Dep.) 8-12 / replaced by von Urff (Dep.)
- 3 x hannoveranische Infanterie
- 1 x heavy artillery
3rd Column
6 Georg Ludwig von Holstein-Gottort (Dep.)
- 2 x Hessian Inf.
- 1 x Prussian Dragoons

BP: 8 / 4 (Short game)

Max.: 8 turns.



Ich selber habe dann die Armee des Herzogs Ferdinand von Braunschweig übernommen. Pallas Athene spielte den Maréchal de Broglie.


Ein Blick aus Broglies Perspektive aufs Schlachtfeld. Nur die Dragoner ganz links haben nicht drauf gepasst.

« Letzte Änderung: 30. Juni 2020 - 12:37:06 von Pappenheimer »
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Maréchal Davout

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Re: HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg
« Antwort #9 am: 29. Juni 2020 - 22:11:30 »

Spannendes Set-up für eine Schlacht - da freue ich mich auf mehr!
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Pappenheimer

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Bergen 1759 Teil 2
« Antwort #10 am: 30. Juni 2020 - 09:41:08 »

@ Maréchal Davout
Schön, dass Du reinschaust. Das motiviert ungemein.

Hier nun mein Bericht in Form eines Briefes oder so...

"Ich hatte durch Kundschafter erfahren, daß sich der Feind auf dem Rückzuge befände und beschloss daher seine Nachhut bey der kleinen Stadt Bergen anzugreifen.



Obristlieutenant von Freytag meldete mir durch einen Husaren, daß er leichte französische Infanterie im Walde angetroffen habe. Er wolle soweit es gehe auf die Straße nach Vilbel vorstoßen. Das Gelände dort war bergig und von zahlreichen Wasserläufen mit ihren Quellen durchschnitten, so daß ich davon ausging, daß Freytag keine Verstärkungen erwarten würde.


Freytag meldete mir weiter, daß der Feind mit zahlreicher Infanterie am Waldsaum entlang vorging und einen Hohlweg besetzt habe. Die Straße nach Vilbel sey nunmehr durch leichte Infanterie besetzt worden. Das Kleingewehrfeuer der Freytagschen Jäger von denen ein paar unter Kapitän Linsingen an den Feind gekommen waren, drang zu uns herüber.

Von Gilsa berichtete mir, daß er die Gärten vor Bergen mit Infanterie in Brigadestärke vorgefunden habe.


Ich befahl ihm geschwind mit seinen Grenadieren gegen die Gärten vorzugehen und wo es möglich wäre diese schleunigst zu besetzen.


Freytag, so wurde mir versichert, hatte bald alle seine Jäger im Kampf und hielt seine preußischen Husaren zurück um sie zu schicken, wenn die Jäger herausgehauen werden mußten.

Der Feind hatte laut Freytag eine große Batterie hinter einem Hohlweg aufgefahren.


Die große französische Batterie nahm unsere Truppen unter Feuer. Das mußten 16-pfünder seyn, sagte ich zum Marquess of Granby.

Generalmajor von Gilsa schickte mir einen Reiter, der mir meldete, daß die Franzosen Infanterie und Artillerie durch die Stadt führen würden. Ich war aufs Höchste erstaunt über die Bedächtigkeit meiner Braunschweiger Grenadiere. "Er soll mir nicht berichten, er soll angreifen." sagte ich zu einem meiner Adjudanten.


Ich ließ meine Haubitzen längs einem Hohlweg abprotzen und von daher die Schweizer, die einen der Gärten hielten mit Feuer bestreichen. Gilsas Grenadiere suchten teils im Hohlweg, der auf Bergen zu führte Deckung.

Die Straße nach Bergen war völlig verstopft, so daß der Prinz von Holstein-Gottorp nach Norden ausweichend den Hügel entlang den Waldrand umgehen mußte.
Meine eigene Kolonne hatte ich geschafft zu entwickeln.
Von der Schulenburg ging mit seinen Grenadieren und hannoveranischer Kavallerie am weitesten nach Süden vor um etwaig die französische Stellung in den Gärten von der Flanke aufzurollen.
Der Prinz von Isenburg hatte seine größten Schwierigkeiten seine zahlreiche Infanterie zu entwickeln und marschierte Schulenburg hinterher.


Freytag meldete, daß er wohl kaum die von uns beabsichtigte Bewegung um die französische Flanke ausführen könne. Der Feind hätte zwar nur wenige Plänkler vorgeschickt, aber verfüge über mindestens eine Brigade Infanterie, die er den Waldsaum entlang sende.
Die Franzosen hätten hinter einem Bachlauf auf einer Anhöhe eine leichte Batterie aufgefahren und von dort kämen rot uniformierte Dragoner sowie weitere französische Parteygänger. Alle diese Maßnahmen würden es völlig unmöglich machen die Armee des Feindes zu umgehen und er, Freytag, wäre froh, wenn er unß mit seinen Jägern zumindest ein wenig Zeit erkaufen könne. Seine Husaren stünden bereit auf die Linieninfanterie herzufallen, wo er sie in Kolonne überraschen könne.
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Pappenheimer

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Bergen 1759 Teil 3
« Antwort #11 am: 30. Juni 2020 - 11:58:01 »


Ich führte die Bataillone meiner Kolonne gerade vor, da stürmten plötzlich Schweizer und Franzosen vom Regiment Royal-Suédois auf von Gilsas Grenadiere zu. "Was thun diese Franzosen nur?" fragte ich einen Major. Gilsas Grenadiere empfingen die Franzosen mit ein paar schlecht ausgeführten Salven. Dann kam es zum Handgemenge. Viele vom Royal Suédois ergaben sich, doch die Schweizer boten uns die Stirn und drangen Gilsas Grenadiere zurück.


Die Franzosen hatten damit Raum für ihre Verstärkungen geschaffen. Soviel steht fest. Ich hielt den Gegner für erschüttert und glaubte, daß wir nun nur nachstoßen brauchten. "Angriff!" befahl ich.


Meine Baunschweiger und Hessen stürmten beiderseits der Straße auf die Franzosen ein. Doch ihr Abwehrfeuer war gut. Der Kampf wogte kurz hin und her. Aber schließlich wurden die Unsrigen in die Flucht geschlagen.


Immerhin war es uns auch gelungen die Schweizer zu zerstreuen. Ich selbst riss mein Pferd herum. Die Franzosen hatten eine leichte Batterie am östlichen Stadttor aufgefahren und mit Kartätschen in meine armen Braunschweiger gehalten. Die Reste meiner Infanterie mußten schleunigst gesammelt werden.


Während Freytags Jäger nichts ausrichten konnten, versuchte er seine Husaren in die französischen Marschkolonnen zu werfen, die an den Hügeln nördlich Bergen entlang zogen. Allein die Husaren hielten ihre Pferde im Trab, als die Franzosen sich in Linie formierten. Unsere Haubitzen hatten einige Franzosen niedergestreckt. Deswegen griffen sie scheinbar mit dem Mut der Verzweiflung Holstein-Gottorps Hessen an. Aber die Hessen schossen gut und wer nicht fiel, wurde gefangen genommen.

Im Zentrum derweil geschah ähnliches. Von der Schulenburg und der Prinz von Isenburg hatten ihre Truppen umformiert, daß sie eines der französischen Bataillone frontal und von der Flanke beschießen konnten. Die Franzosen flohen endlich kopflos Richtung Bergen.


Schulenburgs Grenadiere nahmen den Maréchal de Camp d'Orlick gefangen.


Beide Seiten bereiteten sich auf eine Entscheidung vor. Die Franzosen hatten nur noch ein Bataillon in einem der Gärten zu stehen. Weiter nördlich waren sächsische Bataillone aufgetaucht. Der Prinz von Hollstein-Gottorp will erspäht haben, daß ein französischer General im Kartätschenhagel meiner Haubitzen gestürzt sey und von sächsischen Musketieren hinter die Linien geschleppt wurde.
Freytag sah sich gezwungen seine Jäger zurück zu nehmen, weil die feindlichen Parteygänger durch Dragoner Verstärkung erhielten, die abgesessen durch die Täler der Quellbäche der Nidda vorrückten. Die Sachsen aber hätten einige Verluste zu beklagen.
Der Prinz von Isenburg versicherte mir, daß er jeden Versuch der Franzosen wieder mit Macht in die Gärten südlich der Straße einzufallen unterbinden werde. Immerhin hatte Isenburg endlich seine 12 Pfünder aufgefahren und ließ diese auf die französische leichte Artillerie feuern, die er unter dem Stadttor zu begraben gedachte. Der Marquess of Granby wechselte vielsagende Blicke mit einem seiner Offiziere.

Der gefangene französische Maréchal de Camp wurde mir sogleich zugestellt und ich beteuerte ihm, daß es mir leidtäthe, daß ihm das Schicksal nicht gewogener gewesen sey. Orlick gestand mir, daß er noch zahlreiche Bataillone auf der Straße nach Enkheim und dann über die Höhen südlich Bergen in Marsch gesetzt habe und ihm auch noch weitere zahlreiche Infanterie folge. Ich sollte mich also nicht zu früh freuen über die Erfolge!


Gedämpftes Kleingewehrfeuer der scharmützierenden leichten Truppen drang zu uns aus den Wäldern herüber. Der Prinz von Hollstein-Gottorp versprach mir alle Versuche der Sachsen abzuwehren. Er habe aber auch große Massen an französischer Kavallerie - vielleicht ein Dutzend Schwadrone stark - entdeckt, die sich in Trab gesetzt hätten und rasch Bergen umrunden könnten. Diese würden gewiss unsere erschöpften Bataillone werfen können. Wir mußten also rasch und entschieden handeln.
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Pappenheimer

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Bergen 1759 Teil 4
« Antwort #12 am: 30. Juni 2020 - 12:29:44 »

"Forward!" rief General Granby. Die britischen Dragoner setzten sich in Bewegung, die Erde erbebte. Sie stürmten in zwei Treffen auf einen der Gärten zu.


Die Franzosen versuchten Schulenburgs Grenadiere aus den Gärten südlich der Straße nach Windecken zu werfen. Doch ihr kühner Bajonettangriff wurde von einer heftigen Salve empfangen. Zugleich stürmten Hannoveraner von den nahen Hängen unter Hurra-Rufen herab und in die Flanke der nunmehr ihrerseits stark bedrängten Franzosen. Die den angreifenden Franzosen in Kolonne folgenden Bataillon wurde ebenfalls von einem weiteren hannoveranischen Bataillon in die Flanke gefallen. Eine unübersichtliches Handgemenge entstand.


Meine Haubitzen hielten derweil die anmarschierenden Sachsen auf Distanz.


Der Kampf in den südlich der Straße gelegenen Gärten war rasch entschieden. Einige Franzosen zogen sich ordentlich wieder zurück. Aber das in Kolonne angegriffene Bataillon warf meistentheils die Musketen weg und gab sich gefangen.


Granbys Dragoner aber drangen mit wilder Entschlossenheit in die feindliche Infanterie nördlich der Straße. Die armen Teufel waren ohnehin schon erschüttert und kaum einer vermochte noch ruhig zu feuern. Als die britischen Dragoner in sie hinein hieben, war es endgültig aus mit aller Disziplin und wer sich nicht ergab, rannte weg. Mit viel Glück rettete sich ihr Brigadier.

Damit hatte Broglie genug. Er zog sich geordnet auf der Straße Richtung Frankfurt zurück. Eine seiner Brigaden soll vollkommen zerschlagen worden seyn. Seine Kavallerie hingegen hatte keinen Antheil an den Kämpfen und konnte den Rückzug decken. Die schwere Artillerie konnte gerettet werden.

So kann ich einen entscheidenden Sieg gegen den Duc de Broglie nach London melden.

Bergen, den 13ten April 1759"
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Maréchal Davout

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Re: HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg
« Antwort #13 am: 30. Juni 2020 - 23:10:01 »

Gratulation zum Sieg! Da haben die Franzosen ja wirklich nicht alles - vor allem nicht ihre Kavallerie - entfalten können...
Toll, die schönen Truppen wieder in Aktion zu sehen :)
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Re: HoW Schlachten im Siebenjährigen Krieg
« Antwort #14 am: 01. Juli 2020 - 08:34:25 »

@ Maréchal Davout
Vielen Dank für den Kommentar.

Weißt Du was aus Tattergreis und D.J. geworden ist? (Auch gern per PN)
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