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 am: 19. Mai 2026 - 22:11:57 
Begonnen von felixs - Letzter Beitrag von felixs
Berichte dann auch mal kurz über meine Erfahrungen mit 2 by 2.

Eigentlich ist 2 by 2 für den 2mm-Maßstab geschrieben. Funktioniert aber auch problemlos mit größeren Figuren, wenn man alles ein wenig anpasst. Ich habe 60mm breite Frontseiten auf einem 90x90 cm großen Tisch gespielt. Statt Zoll (2,56 cm) habe ich 40mm als Maßeinheit verwendet. Fällt alles nicht ins Gewicht, das Spiel verändert sich dadurch kaum.

Die Regeln fühlen sich richtig gut an, vor allem deshalb, weil die Einheiten im Standardszenario gruppenweise auf dem Spielfeld eintröpfeln. Das scheint mir der logistischen Schwierigkeit napoleonischer Schlachten zu entsprechen.
Dadurch, dass ein Disziplintest nur mit nicht allzu weit entferntem HQ funktioniert, hat man auf sehr einfache Art ein schönes Kommandodilemma eingebaut.

Feuergefechte sind wenig tödlich, bis eine Seite angeschlagen ist, dann kann es auch blutig werden. Der Nahkampf ist ähnlich, mit Tendenz zu etwas blutiger. Außerdem ist der Einsatz von Kavallerie gegen frische Infanterie nicht sinnvoll - passt auch. Artillerie ist zum Aufweichen wichtig, gewinnt allein aber eher keine Schlachten.
Eine Besonderheit ist, dass Einheiten durch Feuern in Unordnung geraten und dann nicht mehr bewegen können, bis sie einen Disziplintest schaffen (5+ auf w6, nicht viele Möglichkeiten, den positiv zu beeinflussen). Dadurch hat man ein wunderbar frustrierendes Stocken im Angriff. So stelle ich mir napoleonische Schlachten auch vor; großteils mehr Stolpern als Vorstoßen. Elitetruppen könnten das etwas besser.
Interessanterweise ist der offensive Einsatz von Artillerie recht sinnvoll, auch auf nahe Distanz - bin nicht ganz sicher, was ich davon halte.

Die Bewegung ist ziemlich frei, was Sinn ergibt, wenn man den sehr großen Maßstab in Betracht zieht. Wir schieben hier mindestens Brigaden durch die Gegend und kommandieren insgesamt ungefähr ein Korps (im Standardspiel). Man kann sich durchaus selbst in die Quere kommen, aber das finde ich auch wieder ganz passend. Ich erwäge aber, die Bewegungsdistanz nochmal zu erhöhen, um die Mobilität noch etwas zu erhöhen. Vielleicht sind 60mm auch in Ordnung.

Die Regeln haben ein paar Lücken, aber insgesamt spielt sich das recht flüssig. Gefällt mir, werde ich wohl wiederholen.

Wen es interessiert; hier gibt es eine hübsch gelayoutete Version der Regeln:
https://amsterdamwar.game.blog/wp-content/uploads/2020/11/2x2-napoleonics-rules.pdf

Und eine vollständigere Rezension:
https://balagan.info/review-of-2-by-2-napoleonics-rules

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 am: 19. Mai 2026 - 15:02:03 
Begonnen von SiamTiger - Letzter Beitrag von Frank Bauer
Nein, ganz sicher weg ;-)

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 am: 19. Mai 2026 - 12:33:20 
Begonnen von Pappenheimer - Letzter Beitrag von Pappenheimer
Zwar wurde der Stoff auch in den 1990ern erneut verfilmt. Aber der Inhalt beider Filme bei einzelnen gleichen Elementen ist ein vollkommen anderer. Dieser Klassiker ist derzeit in der arte-Mediathek. Hab ihn auf Französisch geschaut.

"Le Bossu" / "Ritter der Nacht"
F, I 1959
Regie: André Hunebelle
Darsteller: Jean Marais, Bourvil, Sabina Sesselmann, François Chaumette

Handlung: Anfang des 18. Jahrhunderts lebt nichtsahnend um den Hass seines Verwandten Philippe de Gonzague der reiche Duc de Nevers in den Tag hinein bis er Gonzague seine geheime Ehe mit Isabelle de Caylus ausplaudert. Als danach Gonzague versucht Nevers ermorden zu lassen, kommt diesem zufällig der Chevalier Lagardère zur Hilfe. Bei der Gelegenheit schließt sich der trottelige Passepoil  ???, der eigentlich einer der Attentäter war, Lagardère an. Kurz darauf erfährt der Chevalier von einem weiteren Anschlag auf den Duc, wobei dieser hinterrücks von Gonzague erstochen wird. Da ihm von Nevers das Baby Aurore anvertraut wurde, wird Lagardère auf Geheiß von Gonzague künftig als angeblicher Mörder von Nevers und Entführer des Kindes mit Hilfe der königlichen Justiz verfolgt. Es gelingt Lagardère und seinem Diener nach einigen Scharmützeln mit französischem Militär und Gonzagues Häschern nach Spanien zu gelangen, wo die drei bei einem alten Freund untertauchen. Als Lagardère davon hört, dass unter der Führung des Regenten von Frankreich ein Familienrat Aurore offiziell für tot erklären will, kehrt er mit der mittlerweile erwachsenen Prinzessin nach Frankreich zurück, um sich maskiert und als Buckeliger bei Gonzague einzuschleichen, der ihn lange nicht erkennt. Es ist die Zeit der großen Spekulationen und Gonzague steckt mittdendrin, während Isabelle de Caylus immernoch nichts vom Verbleib ihrer Tochter weiß.

Am nennenswertesten an der Inszenierung ist wohl, dass Sabine Sesselmann sowohl als Tochter wie auch als Mutter auftrat.
Denn der Rest des Films ist enorm langweilig. Bourvil versucht als Comic Relief ein bisschen darüber hinweg zu täuschen, dass keiner der Darsteller überzeugend spielt.  :-X Isabelle de Caylus ist nicht besonders traurig und Gonzague nicht verschlagen oder wahnsinnig verliebt in Isabelle. Auffällig ist obendrein, dass alle Darsteller auch nach etlichen Jahren noch genauso aussehen bis auf die Darstellerin von Aurore, wodurch diese genauso alt wirkt wie ihre eigene Mutter! Was man heute an Filmen bemängelt, wenn Hauptfiguren keinerlei Wandlung mitmachen brauchen, trifft hier genauso zu. Jean Marais spielt von Anfang an den überlegen scharfsinnigen und geschickten Edelmann. Auch einen Säugling ohne Amme zu Pferd durch ganz Frankreich tranzportieren zu müssen, passiert scheinbar mühelos.
Ein Pluspunkt sind die schönen Landschaftsaufnahme und die teilweise beachtliche Choreographie der Verfolgungsjagden zu Pferd im Galopp über Stock und Stein und teilweise sogar durchs Gebirge.
Der Erfolg des Streifens hat offenbar dazu geführt, dass Hunbebell im Folgejahr mit den beiden selben Hauptdarstellern "Le Capitan" nachgelegt hat. "Duell der Degen"/"Le Bossu" von Tavernier ist aber der weitaus bessere, spannendere und besser gespielte Film. Hier auch schon besprochen.

Darsteller **
Bilder ***
Story **
Fechtszenen **

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 am: 19. Mai 2026 - 12:23:09 
Begonnen von Acce - Letzter Beitrag von Anneliese62
Hallo Andreas und willkommen im Forum! Das ist ja eine ordentliche Sammlung an Systemen, da wird es dir bestimmt nicht langweilig. Gute Wahl mit den Österreichern in 28mm! Man scherzt ja oft, dass deren weiße Uniformen "einfach zu bemalen" sind, aber der echte Experten-Tipp für die Truppen (besonders nach der Reform von 1805) ist: Bloß kein reines Weiß nehmen, das wirkt auf dem Tisch viel zu grell. Nimm lieber eine hellgraue Grundierung oder ein Off-White und bürste das trocken – das gibt einen super "spielbereit"-Look ohne viel Aufwand. Für ADLG und Römer ist die Kaiserzeit-Liste übrigens taktisch extrem dankbar zu spielen. Man sieht sich bestimmt mal an einem Berliner Spieltisch!

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 am: 19. Mai 2026 - 12:12:51 
Begonnen von vodnik - Letzter Beitrag von vodnik
...da ich in meinen Spielen leichte Armeen bevorzuge, setze ich in England üblicherweise die Waliser ein:

...ihre leichte Reiterei kann selbst schwereren Truppen Verluste zufügen. Mit verbündeten Huscarles werden sie noch effektiver:

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 am: 18. Mai 2026 - 20:34:47 
Begonnen von daneaxe - Letzter Beitrag von bodoli
Den Szenarienband habe ich mir gestern heruntergeladen.
Beinhaltet:
1.  Nidastore, 1461
2.  Fornovo, 1495
3.  Altdorf, 1504
4.  Mohacs, 1526
5.  Ceresole, 1544
6.  Dreux, 1562
7.  Ivry, 1590
8.  Nieuwpoort, 1600
9.  Fleurus, 1622
10.  Breitenfeld, 1631
11.  Lützen, 1632
12.  Lansdown Hill, 1643
13.  Cropredy Bridge, 1644

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 am: 18. Mai 2026 - 16:02:08 
Begonnen von SiamTiger - Letzter Beitrag von dschabbalai
Noch da?

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 am: 18. Mai 2026 - 13:18:17 
Begonnen von felixs - Letzter Beitrag von Martha
Auch, wenn ich mich gerade etwas aus dem Geschehen verabschiede....Dankeschön für den Bericht!


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 am: 18. Mai 2026 - 10:54:01 
Begonnen von felixs - Letzter Beitrag von felixs
Ich dachte, ich berichte mal; vielleicht interessiert das ja jemanden.

Habe solo das Regelwerk zu Napoleonic Wargaming aus dem gleichnamigen Buch von Neil Thomas ausprobiert. Neil Thomas ist ja als Autor von One Hour Wargames berühmt. Und eigentlich kann man, wenn man One Hour Wargames  schon ahnen, was einen in  Napoleonic Wargaming erwartet - Stärken und Schwächen sind ähnlich.

Zuerst die Grundlagen: Jede Seite hat genau acht Einheiten; was genau diese Einheiten sind ist nicht geklärt. Der Abstraktionsgrad ist also ziemlich hoch. Die Einheiten können, sofern es sich um Infanterie handelt, allerdings in unterschiedliche Formationen gehen: Linie, Angriffskolonne, Marschkolonne, Karree. Demnach müssten es eigentlich Battalione sein; dafür ist aber die Abstraktion dann wieder ein wenig hoch. Nun ja. Vermutlich ist der Punkt eher, dass es sich nach napoleonischer Kriegsführung anfühlen soll und da gehören für viele die Formationen ja dazu. Für mich nicht unbedingt, insofern bin ich vielleicht auch nicht ganz die Zielgruppe.
Einheiten bestehen normalerweise aus vier Bases, die auch als Verluste entfernt werden können. Kampfwerte berechnen sich teils über Bases, teils über andere Zuschläge und Abzüge.
Siegbedingung ist es, die gegnerische Seite auf zwei (!) Einheiten zu reduzieren. Interessant ist die Durchbruchsmechanik: Wenn man eine Infanterieeinheit über die gegnerische Aufmarschzone vom Spielfeld laufen lässt, muss der Gegner sofort zwei (beliebige) Einheiten entfernen. Das gefällt mir in der Theorie gut; in der Praxis kann das recht seltsam werden.

Die Bewegungsregeln sind simpel, haben auch reichlich Lücken. Fragen, wie etwa wann genau man als in einem Geländestück stehend zählt, was passiert, wenn man ein Dorf betritt oder verlässt bleiben offen. Die Bewegungsreichweiten sind überraschend fein aufgegliedert und in Zentimetern angegeben. Die unterschiedlichen Arten von Kavallerie bewegen sich nach einem auf wenige Zentimeter gestaffelten System - man müsste hier eigentlich sehr genau messen, wenn man das wirklich berücksichtigen wollte. Gleichzeitig geben die Regeln für Drehungen und andere geometrische Probleme das gar nicht her. Hier muss man sich mit einer unbekümmerten Herangehensweise, ggf. mit Hausregeln behelfen. Solo kein großes Problem, beim Spiel mit zwei Spielern wird die mangelnde Planbarkeit wohl schnell für Meinungsverschiedenheiten sorgen. Wer  One Hour Wargames kennt, kann einschätzen, wie das ist.

Gleiches gilt für den Kampf - Dinge wie Flankenangriffe gibt es natürlich, ebenso klar ist, dass es keine Definitionen dafür gibt. Grundsätzlich wird, beim Schießen wie beim Nahkampf, eine von diversehen Faktoren beeinflusste Anzahl von w6 gegen einen Zielwert geworfen und verursacht dann Treffer. Es gibt Rettungswürfe für Deckung und einige andere Faktoren. Das funktioniert ganz gut, wirklich spannend oder gar emotional fand ich es aber nicht. Verluste gehen linear und eher langsam runter. Im Nahkampf wird es dann beim Rückzug kritisch (sollte es ja auch). Auch hier fehlen wieder Definitionen, was mir sogar solo Schwierigkeiten bereitet hat. Eine Einheit wird nämlich vernichtet, wenn sie sich wegen einer im Weg stehenden eigenen Einheit nicht weiter zurückziehen kann. Das ist problematisch, weil nicht klar geregelt ist, wie das zu messen ist und in welche Richtung der Rückzug erfolgt. Eine strenge Auslegung führt jedenfalls dazu, dass Kavallerie eine ganze Bewegungsreichweite (bis zu 26 cm) freien Raum im Rücken haben sollte. Das wäre dann zwei oder drei komplette Bewegungen von Infanterie. Mir scheint das alles nicht so recht zusammen zu passen.
Interessant übrigens auch, dass Kavallerie in der Regel auch schießt (was wiederum für kleinräumig gedachten Maßstab spricht).

Es sei erwähnt, dass es hier auch einen offensichtlichen Fehler in den Regeln gibt. Die Artillerieregeln ergeben so, wie sie dort stehen, keinen Sinn. Es werden nämlich je nach Reichweite ein oder zwei Würfel geworfen. Diese sollen dann halbiert und aufgerundet werden - es ist unklar, ob die Zahl der Würfel oder die Summe des Ergebnisses gemeint ist. Eigentlich ergibt aber beides keinen Sinn, wenn man sich die Zielwerte anschaut: Diese würden nämlich dazu führen, dass schlechte Artillerie nur bei einem Ergebnis von 11 oder 12 auf zwei Würfeln überhaupt einen Treffer macht. Das kann nicht gemeint sein, da sie dadurch auf lange Reichweite gar nicht, auf kurze Reichweite eben nur mit diesem lächerlich schlechten Wert schießen würde. Vermutlich ist also gemeint, dass die Anzahl der Würfel halbiert wird. Das würde aber dann dazu führen, dass man immer genau einen Würfel hat. Vermutlich ist der Satz dort einfach falsch und hätte gestrichen werden sollen.
Wo wir dabei sind: Die Terminologie ist auch uneinheitlich und auch an anderen Stellen finden sich Widersprüchlichkeiten. Das ist tatsächlich gravierender als bei  One Hour Wargames.

Moraltests gibt es auch, das System ist ebenfalls erfrischend einfach und funktioniert ganz gut, wenngleich es hier schnell sehr stark bergab gehen kann. Geschmackssache.

Die Armeelisten sind ganz schön und versuchen, das Flair der verschiedenen Armeen einzufangen. Das ist teils etwas klischeebehaftet, aber insgesamt stimmig (vielleicht gerade deshalb). Ausgeglichen sind die Listen nicht - Neil Thomas sagt dazu nichts, aber anscheinend gehört das zum Konzept. Ich finde das passend, aber man hätte es dazu schreiben können - gerade auch weil die Regeln ja recht abstrakt sind.

Ich habe über zwei Stunden gespielt, hätte aber länger gebraucht, wenn ich nicht absichtlich auf eine schnelle Entscheidung hin gespielt hätte und dabei taktische Möglichkeiten verschenkt hätte. Eher ein Drei-Stunden-Spiel.
Und das ist nicht so gut, denn im Bereich der Drei-Stunden-Spiele könnte man auch Lassalle spielen und das ist - meine ich - eindeutig besser.

Fazit: Unausgegoren, unfertig, funktioniert leidlich. Wer  One Hour Wargames mochte und keine Probleme mit den Regellücken hatte, der wird hier vermutlich zurecht kommen. Das Hin- und Herwechseln zwischen Abstraktion und Detail muss man dann auch noch mögen.

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 am: 17. Mai 2026 - 23:48:34 
Begonnen von Rohirrim - Letzter Beitrag von Rohirrim
Es gibt Verlustmarker, die hauptsächlich den Moraltest beeinflussen (beim Befehlstest entfällt dadurch nur der Bonus für »frische Truppen«). Bases werden nicht einzeln entfernt, sondern nur das Regiment als Ganzes.

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