
„Es tut gut, wieder die Beine langzumachen und sich ein gemütliches Pfeiffchen zu stopfen, nach dem ganzen Massakrieren von ausländischen Eindringlingen. Mir schwirrt noch der Kopf von der Siegesfeier, die wir in unserem Lager veranstaltet haben. Schon lange haben wir nicht mehr so ausgelassen gezecht, getanzt und gesungen.
Von Allenstein und Osterod hört man, dass sich dort schon wieder alles hingezogen hat, grad so wie die Schmeissfliegen beim Kuhhaufen.
Dort bittet der Schwede die Lahij zum Tanz !
Der Osmane macht die Weichsel unsicher, da traut sich schon so mancher Fischer nicht mehr aufs Wasser.
Das Raubgesindel bei Rastenburg wollte sich letzthin einen großen Speckstreifen ertappen und hat einige Infanteristen abgepasst. Waren aber sehr bestürzt, als sie merkten dass es sich um viele tapfre Fähnlein handelte und der Schinken größer war als wie ihre dreckigen Mäuler. Sie haben sich gehörig daran verschluckt.
Vor wenigen Tagen war eine Abordnung unseres polnischen Monarchen Jan Kazimir hier. Sie wollten ausloten wie die Möglichkeiten eines Bündnisses mit den Tartaren wären. Als ich des Abends mit einigen Pancerni der Lauda-Schwadron trank, erzählten sie mir eine anrührige Geschichte:
Boguslav Radziwill, der Neffe des litauischen Hetmanns Janusz Radziwill soll auf Taurogi ein schönes Weib gefangen halten. Ihr Verlobter ist ein Pan Kmicic, der hoch in der Gunst unseres polnischen Königs steht. Kmicic hätte seiner Majestät vor kurzem sogar das Leben gerettet. Zur Stunde ist er irgendwo auf Raubzug in Tartaren-Manier. Der König ließ verkünden, dass er persönlich sehr glücklich wäre, wenn Kmicic nach seiner Rückkehr die Schöne in die Arme schließen und Hochzeit feiern kann. Der König gewährt dem, der das Weib zu ihm bringt: eine vollständige Amnesie eventueller Verfehlungen gegen die polnische Krone und eine Entlohnung von 400 Stücken gemünzten Goldes. Außerdem will er dem ruhmvollen Retter sofort eine Schwadron Husaria unterstellen.
Pikanterweise soll aber auch Boguslav Radziwill der Holden mit Haut und Haaren verfallen sein. Er hat Taurogi schwer befestigen lassen und gute Kanonen und viel Fußvolk darein gelegt. Also wenn ich das so höre, glaube ich nicht, dass der Pole auf Freiersfüßen schon bald Hochzeitsglocken hören wird.
GERÜCHTE:
An der Ostseeküste östlich von Elbing soll ein Kriegsschiff gestrandet sein. Welcher Nation es sei, hat man mir nicht gesagt. Aber es hätte wohl eine Ladung Bernstein an Bord, die beim Wert von 200 Goldmünzen und mehr liegen soll.
Die polnische Husaria von Pan Czarniezki hat südöstlich von Königsberg Lager bezogen. Jeder kennt hier die Geschichten, wie sie dem litauischen Löwen Janusz Radziwill schweren Abbruch getan haben. Der Hetmann hat ihnen Todfeindschaft geschworen und ein Kopfgeld auf Czarniezki ausgesetzt. Es winken demjenigen 300 Münzen litauischen Goldes, der die Husaria auseinandertreibt und Czarniezki schlägt.
Der polnische König hat dem, der die Braut von Pan Kmicic aus Taurogi befreit, eine vollständige Amnesie eventueller Verfehlungen gegen die polnische Krone, eine Entlohnung von 400 Stücken gemünzten Goldes und die Unterstellung einer Schwadron Husaria, in Aussicht gestellt.