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Autor Thema: Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.  (Gelesen 3218 mal)

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Riothamus

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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #15 am: 01. Januar 2018 - 16:49:44 »

Bei Ausrüstungsfragen musst Du immer folgende Punkte bedenken:

- Die Römische Armee hatte keine Uniform im heutigen Sinn, lediglich eine gewisse Standardisierung und einen Brauch, was als Kleidung für den Soldaten angemessen war - wissenschaftlich kann man schon von Tracht sprechen: Die Gewohnheit, das Geld, die soziale Stellung und die Ansichten der Soldaten bestimmten Recht eigentlich ihre Kleidung und einen Teil der Ausrüstung. Es gibt sogar Beispiele, dass Feldherrn zur angemessenen Kleidung genötigt wurden (Crassus, der in der Dunkelheit den falschen Mantel erwischte) oder wegen nicht ganz stimmiger Kleidung verspottet (Caesar, der notorisch Rot statt Purpur trug). Je nach Einheit oder Region entwickelten sich da Besonderheiten, die heute zumeist vergessen sind. Legionen, die aus Seesoldaten oder Marineeinheiten gebildet wurden, behielten z.B. oft ihre blauen Tuniken bei. Einheiten, die aus den Truppen abhängiger Staaten gebildet wurden, könnten ebenfalls ihre Gewohnheit beibehalten. So gab es einige griechische Marineeinheiten, von denen vermutet wird, dass sie rot statt blau trugen.

- Dann ist da noch das Problem der Beschaffung. Schon in Friedenszeiten würde ein Teil zentral beschafft, ein Teil vom Kommandeur besorgt, ein Teil von der Einheit selbst produziert und ein Teil vom einzelnen Mann selbst beschafft. So ließ sich keine Einheitlichkeit herstellen.

- Es gab in heutigen Sinn kaum bis keine Standardisierung. Herstellungsprozess und stetige \'Verbesserung\' spielten wohl eine größere Rolle.

- Ausrüstung wurde aufgetragen. Es gibt in der Kaiserzeit Beispiele von Helmen, die an neue Moden angepasst wurden und 200 Jahre in der Truppe blieben.

- Ein großer Teil der Ausrüstung gehörte den Legionären selbst. Genau kann man das nicht spezifizieren. Es war eine Gewohnheit, einen Teil an die Einheit zu verkaufen, während man einen anderen Teil mitnahm. Insbesondere der Militârgürtel, der den ehemaligen Soldaten und den Soldatenstand generell kennzeichnete, blieb beim Veteranen und ist somit für Datierungsfragen wichtig, aber in 15 mm zu klein, um ihn darzustellen. Auch aus diesen nicht exakt festgelegten Gewohnheiten ergaben sich Zufälligkeiten.


Ein Statussymbol war übrigens um die Zeitenwende ein besonders prächtiger Pugio. Da ist in 15 mm schon eher etwas zu machen. Silber, Gold, Elfenbein, etc. sind ja allein schon durch die Farbwahl darstellbar...
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Riothamus

Kniva

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@Nordolf
« Antwort #16 am: 04. Januar 2018 - 07:56:19 »

Ich würde Dir bezüglich des Regelwerkes ganz klar zu \"L\'Art de la Guerre\" raten. Obwohl man ganze Armeen spielt, ist der Figurenaufwand nicht so gewaltig. Des Weiteren ist das System m. E. recht einsteigerfreundlich - sprich: Die Regeln sind überschaubar und nicht wirklich kompliziert. UND Du hast mit der dort genutzten Basierung die Möglichkeit, immer noch auf andere Systeme wie DBX und FoG umzusteigen bzw. diese alternativ zu spielen. Abgesehen davon hast Du alle Regeln UND alle Armeelisten übersichtlich in EINEM Buch und musst nicht zusätzlich teure Armeebücher kaufen.

Von FoG 3.0 würde ich persönlich Dir abraten. Vorweg: Ich liebe FoG!!!! Ich mag das System sehr. Der Nachteil ist nur, dass es, soweit ich das sehe, kaum noch gespielt wird. Dass jetzt eine Version 3.0 herausgekommen ist, ist für mich nicht mehr nachzuvollziehen, zumal ja gemunkelt wird, dass sich auch die Armeelisten ändern könnten. Wer wie ich damals viel Geld und Zeit in FoG investiert hat, hat seine Armeen nach den Versionen 1 und 2. Du wirst vermutlich kaum jemanden finden, der jetzt Version 3.0 spielt.

Gruß

Kniva
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nordolf

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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #17 am: 05. Januar 2018 - 07:51:09 »

Vielen Dank für die weiteren historischen Informationen.
Und Danke für den Tipp mit dem Regelwerk.
Aber ich werde die Truppe wohl nach eine DBA 3.0 Liste aufbauen. Das scheint sehr beliebt und vor allem flexibel zu sein. Wechseln kann man ja immer noch.
Werde mir dann mal raussuchen was ich brauche an Figuren und Bases (Abmessungen) und dann dementsprechend einkaufen.
Für die Figuren habe ich mich für Corvus Belli, Baueda und eventuell Essex entschieden. Von Essex habe ich meine von mir bestellten Testminis noch nicht erhalten.
Die anderen beiden schauen wirklich gut aus.
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vodnik

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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #18 am: 05. Januar 2018 - 10:19:45 »

...seit den frügen DBM-Partien in Karlsruhe & in der Juhe in Koblenz ist einige Zeit vergangen, die DBA-Partien im Donauturm in Ulm sind auch verbei. Seit die Franzosen ADG eingeführt haben, leider die ersten Jahre nur Französisch, spiele ich es zusätzlich, obwohl ich allen anderen Regeln das alte DBA 2.2 vorziehe. Die DBX-Pasierung hat inzwischen auch schon Lücken bekommen. Die aktuelle DBA-Version kennt Fussvolk in geschlossener Ordnung auf dünnen Dasen(1.5cm bei Verwendung von 15ern) aber auch auf den tieferen Plänklerbasen(2cm), wohl einfach um spannende Partien zu ermöglichen, egal ob mit neuen oder schon älteren Figuren.
Als Nachfolger von DBA wird in Amerika Triumph entwickelt. Die Autoren wollen die ewigen Ungereimheiten einfach weglassen...
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Riothamus

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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #19 am: 06. Januar 2018 - 08:56:52 »

Ob sich das genannte Triumph durchsetzt, wage ich zu bezweifeln. Zumindest wäre das Zukunftsmusik. Bisher steht es nur für eine weitere Zersplitterung.

DBA ist eine gute Wahl. Insbesondere kannst Du DBA-Armeen als Basis für eine Armee eines anderen Regelsysteme nutzen.

3.0 ist bei den Listen nicht mehr so toll wie 2.2. Es sollte für diejenigen leichter werden, die sich nicht mal minimal einlesen wollen, wodurch mehr vorgeschrieben wird und manche Armee damit eine seltsame Zusammenstellung erhält. Da muss man sich dann also besser auskennen, u m das zu vermeiden. Zudem wird der Leser bei den Optionen oft allein gelassen, was die genannte Bemühung komplett obsolet macht.

Eine DBA-Armee besteht immer aus 12 Basen, die Elemente der Schlachtordnung darstellen und daher auch Elemente genannt werden. Ein Element stellt einen Truppentyp dar, der durch die Anzahl der Figuren auf der Base und die Tiefe der Base gekennzeichnet ist.

Die Liste, die Dich interessiert, ist die Liste II/56 Early Imperial Roman Army 25 v. - 197 n.Chr.:
- Jede Armee braucht einen General. Bei DBA ist der in ein Element integriert. Hier kannst Du Dir aussuchen, ob er sich in einem Reiter-Element (im DBA-Jargon Cv für Cavalry, Kavallerie abgekürzt) oder in einem Element auf Nahkampf spezialisierter Schwerer Infanterie (4Bd, ein \"Blade\"/Klingen-Element von 4 Figuren) befindet. Also 3 Reiter oder 4 Legionäre. Die Generalsbase sollte herausgehoben sein. Also der Feldherr auf einem Schimmel sitzen, durch einen Offizier dargestellt werden, von Feldzeichen und Hornissen begleitet werden oder was Du für ihn sonst findest.
- 1 Element \"equites\". Equites ist einfach Latein für Reiter. Also wieder Cv und 3 Reiterfiguren.
- 4 Elemente Legionäre, die jeweils als 4 Bd dargestellt werden. Also 4 x 4 = 16 Legionärsfiguren.
- 3 Elemente, die unberittene Hilfstruppen darstellen. (Ax für Auxilia, Hilfstruppen. Hier sind 4 Ax gemeint. Es gibt auch Bd und Ax mit weniger Figuren, wenn größere Beweglichkeit und lockerere Formation bei einem Truppentyp im Vordergrund stehen: Je leichter die Truppe, desto weniger Figuren.) Also 3x4=12 Figuren Hilfstruppen. Spätestens jetzt, musst du entscheiden, ob Du \'typische Prinzipatstruppen\' willst, oder etwas, dass sich mehr an die späten Germanienfeldzüge anlehnt, als viele Hilfstruppeneinheiten noch nicht römisch ausgerüstet waren. Aber das musst Du selbst entscheiden.
- 1 Element, bei dem Du Dir aussuchen kannst, ob es sich um Reiter (Cv mit 3 Reitern), Hilfstruppen (Ax mit 4 Mann) oder Bogenschützen handelt. Als Bogenschützen können es richtige Bogenschützen (Bw für \"Bow\"/Bogen) mit 4 Mann oder Plänkler (Ps für altgriechisch \"Psiloi\"/Plänkler, Leichtbewaffnete) mit 2 Mann sein. Bei DBA führen Plänkler keine Fernkämpfe durch, diese werden schon bei ihren anderen Werten berücksichtigt.
- 1 Element, bei dem Du Dir aussuchen kannst, ob es sich um \"Numider or Moore (LH)\", \"symmachiarii (3Wb)\", Schleuderer (Ps) oder Gladiatoren (3 Bd) handelt. Die Numider waren berühmte Leichte Reiter (Light Horse -> LH, dargestellt durch 2 Reiter), die am Rande des Römischen Reichs das Königreich Maurentanien bildeten. Im Gegensatz zu Latrinenparolen waren es (DNA-Untersuchungen) keine Schwarz-Afrikaner, sondern Berber. Die berühmtesten Leichten Reiter der Antike, auch noch im 2.Jahrhundert nach Christus in ihrer Lokal Tracht und nicht wie typisch-römische Hilfstruppen darzustellen. Laut Quellen war alles braun: Sie trugen wohl eine Tunika aus ungebleichtem Leinen, ihre Pferde hatten bevorzugt jene Farbe und ebenso waren ihre Schilde braun. Selbst ich habe meine Schilde aber als rot-bunte Kuhhäute bemalt. Wenn Du Dich daran hältst kannst Du sie später auch bei anderen Armeen einsetzen. In Römischen Diensten gingen z.B. auch weiße Tuniken. Ihre Pferde trugen kein Zaumzeug, sondern nur ein Seil um den Hals. Bei den symmachiarii erwartet Phil Barker vom Leser seiner Regeln dann wieder eine humanistische Ausbildung. Damit sind \"Verbündete/Alliierte/Bundesgenossen\" gemeint. Dafür gibt es bei DBA aber Sonderregeln. Doch stellten Verbündete den Römern auch kleinere Kontingente statt mit dem ganzen Aufgebot loszuziehen. Diese wurden dann als Einheit eingesetzt. So schickte der König von Noricum Caesar 500 Reiter. Hier geht es aber um Fußsoldaten, sie firmieren als Warband (Wb) zu 3 Mann. Bei den Schleuderern, die zu 2 Mann als Plänkler aufzustellen sind, kannst Du wieder entscheiden, ob Du sie schon romanisiert darstellen willst. Beschränkst Du Dich auf Tunika, Schleuder und generischem Dolch/Schwert kannst Du sie auch in früheren Armeen einsetzen und bist im 1. Jahrhundert auch nicht unglaubwürdig. Gladiatoren passen nur zu bestimmten Vorfällen, z.B. im Vierkaiserjahr. Da sie nun einmal eher individuell kämpften werden sie als 3 Bd dargestellt, also mit 3 Figuren. Es gibt Gladiatorenfiguren, nur kämpften sie auf dem Schlachtfeld in aller Regel als Legionäre gerüstet. Als Unterscheidung mag die Darstellung in Gladiatorenausrüstung immerhin gerechtfertigt sein.
- Für das 12. Element lässt Phil Barker die Wahl zwischen Lanzenreitern (3 orientalische Reiter als Kn von Knight/Ritter), berittenen Bogenschützen (wieder 2 Reiter als LH, wie bei den Ps ist dafür kein Fernkampf vorgesehen), ein Bolzen verschießendes Geschütz (Art für Artillerie; ein Modell mit Bedienung) oder dromedarii, also Kamelreiter (LCm, von Light Camels/leichte Zigaretten. Seltsamerweise wird die Tabakware durch 2 Kamelreiter dargestellt und als LH behandelt.)

In der Liste wird nicht erwähnt, dass man noch \"Camp follower/denizens\" benötigt, um das jeder Armee vorgeschriebene Lager (oder Stadt) zu besetzen. Lagerwache also. Das sollen 3-4 Figuren sein. Eigentlich egal ob Zivilisten, ein Mix verschiedener Truppen, oder einfach eine Base Psiloi die Du besonders markierst. Hauptsache, sie sind von den 12 Elementen zu unterscheiden. Ein Lager gehört auch zur Armee, aber das gehört schon zum Thema Gelände. Für erste Versuche reicht mit Zahnstocherspitzen verzierte Knete auf Pappe.

Nun kannst Du Dich entscheiden, ob Du etwas für alle Optionen besorgst, um mit dem Spiel experimentieren zu können, nur die Optionen, die nach Germanien passen, nimmst (damals hat da z.B. keiner Camels geraucht. Und Schon gar nicht light), oder nur eine Konfiguration auswählst.

Es gibt zwar komplette DBA-Armeen zu kaufen, da fehlen aber meist Optionen oder sie sind nicht auf 3.0 umgestellt. Es liegt bei DBA recht nah, gleich den Gegner mitzubestellen. Daher gleich ein paar Hinweise zu den Germanen:

1. Vergiß die Nackedeis. Da folgen Caesar und Tacitus einem Topos der antiken Ethnographie, den die Germanen zu bestätigen schienen, weil sie durchaus mit freiem Oberkörper kämpften.
2. Vergiß die Keulen. Dafür gibt es nur eine Quelle. Eine Bildquelle, die germanische Hilfstruppeneinheiten mit fustes, also römischen Polizeistöcken zeigt. Angebliche Holzwaffen sind nur in Zusammenhang mit Opferstätten gefunden worden, was sie zu symbolischen Opfern macht und die Holzhämmer evt. zu Opferwerkzeugen.
3. Vergiß Pfeil und Bogen. Im ganzen Germanicum jener Zeit wurde exakt ein Bogen gefunden, geopfert bei Oberdorla, also wohl ein Beutestück.
4. Die Frame, der germanische Speer war etwa 2 m lang. Er hatte sich in den Germanenkriegen durchgesetzt. Bei der Schlacht von Idistaviso erwähnt Tacitus, dass ein Teil der Germanen, wohl aus taktischen Gründen, noch die längeren Stoßlanzen trug. Das sind die \'heroes with Long spears\' aus den Listen. Nach den Waffenfunden setzte sich die Frame nach der Varusschlacht endgültig durch. Vor Beginn der Germanienfeldzüge unter Augustus war sie unbekannt. Da Du Dich auf die Zeit ab der Varusschlacht konzentrierst, brauchst du, wo es nicht um den genannten Fall geht, keine langen Speere untermischen. (Während Kimbern und Teutonen sowie Ariovists Leute noch keine Frame hatten.)
5. Vergiss die Sarmaten. Oder korrigiere zumindest die Zeit, in der sie dem Markomannen/Sueben \'geholfen\' haben. Da ist ein Fehler beu den Listen drin. Das wurde schon vor einiger Zeit im Forum diskutiert.
6. Egal welche Studienräte und Metallurgen Tacitus zitieren, in 25 - 30 % der mit Waffenbeigaben ausgestatteten Kriegergräber fanden sich Schwerter. In den Gräbern mit Sporen regelmäßig.
7. Tacitus wirft bei seiner Beschreibung mehrere von der Archäologie festgestellte Phasen der Bewaffnung durcheinander. Seine Beschreibungen dürfen Dich also nicht allzu sehr irritieren. Zudem wissen wir, dass er dabei auch Ausnahmen zur Regel erhoben hat. Schließlich schreibt er erst um 100. Seine Annalen sind dennoch Pflichtlektüre bei Deinem Thema: Im Mittelpunkt stehen die Germanicus-Feldzüge, für die er die Hauptquelle ist.
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Riothamus

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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #20 am: 06. Januar 2018 - 11:12:34 »

... die Armee: 2/56 ist keine Reisserarmee, aber sie hat Truppen für jedes Gelände. Mit etwas Glück ist sie jedem Gegner gewachsen. In der grösseren Big Battle Variante mit 36 Elementen, also 3 Römerarmeen oder 2 Römmern & 1 Verbündeten können schon sehr spannende Partien entbrennen...
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nordolf

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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #21 am: 06. Januar 2018 - 18:22:41 »

Erstmal vielen Dank für die sehr vielen ins Detail gehenden Informationen. :)
Ich werde deinen Beitrag wohl chronologisch abarbeiten müssen.
Gestern habe ich die Minis bestellt. Es dürfte genug Vielfalt vorhanden sein sodas ich aus den vollen schöpfen kann.
Ich mache es mir erstmal einfach bevor ich gleich zu allem Stellung nehme.
Ich möchte gerne mit den Legionären anfangen. Also mindestens 4 Bases a 4 Legionäre.
Welche exakte Base Size benötige ich dafür und wo kauft man die? Finde auch die Bases immer sehr wichtig bei den Figuren also sollten es nicht die einfachsten bzw. können auch hochwertige sein.
Heute wurde nein DBA 3.0 Buch versendet.

Ist die Liste II/56 aus DBA 3.0?
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Riothamus

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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #22 am: 06. Januar 2018 - 21:09:33 »

Ja, das ist die DBA 3.0-Liste. Die Listen sind in DBA in 4 \"Bücher\" eingeteilt. Das kommt daher, dass die einzelnen Armeen so nach den Armeebüchern des Verlags Wargames Research Group benannt werden konnten, deren Nachfolger die Armeebücher von DBMM sind. Buch I ist die \"Streitwagenzeit\", II die \"klassische Antike\" und III sowie IV thematisieren das Mittelalter. Die Armee jeder Kultur, bzw. der Phase der Armeeentwicklung einer Kultur hat eine Nummer. Bei den Römern der Prinzipatszeit ist das 56. Da die Armee in Buch II zu finden ist, bezeichnet man sie mit II/56. Mit Namen und der Nummer ist eine Armee schnell und eindeutig angesprochen. Die Germanen wären II/47 Frühe Germanen. Allerdings ist diese Liste weiter unterteilt, was mit Buchstaben bezeichnet wird. a sind Kimbern und Teutonen, d Bataver und Cherusker und g die anderen Germanischen Stämme...

Und natürlich habe ich die passende Liste des passenden Regelwerks aufgeführt, damit Du schon mal planen kannst.

Die Breite der Basen ist nach dem Maßstab der Figuren festgelegt. Bei Deinen 15 mm sind das 40 mm. Die Tiefe der Basen bestimmt sich nach dem Truppentyp. Bei 4 Bd sind es 15 mm. Neuerdings werden hier auch 20 mm zugelassen, weil einige Spieler gequengelt haben, dass sie das hübscher und cooler fänden. Allerdings sind bei AdG, FoG und DBMM Schwere Fußtruppen auf 15mm tiefen Basen montiert, so dass es unsinnig und uncool ist, tiefere Basen als 15 mm zu nehmen, wenn man nicht schon weiß, dass man sich auf DBA 3.0 beschränkt. Kn, Cv, LH und LCm sind 30 mm tief. Ax, Bw, 3Bd, 3Wb und Ps haben 20 mm. Art wird 40 mm tief basiert, steht also auf einem Quadrat.

Zum Basenmaterial: Traditionell nimmt man Frühstückscerealienverpackungen und schneidet sie passend. Du kannst natürlich auch dickere Graupappe oder Bierdeckel nehmen. Oder Du schneidest sie aus Plastikbögen. Es soll auch Angebote geben, die fertig zugeschnittene Basen verkaufen, aber ich habe noch keines gesehen. Jedenfalls nichts, was besser aussieht und für DBA geeignet wäre. Sie aus Holz Lasern zu lassen, ergäbe mir zu dicke Basen. Vielleicht kennt Vodnik da Besseres, wenn Du kaufen willst. Ich bin eher dafür, dass man die Base nicht sieht und nehme Graupappe oder Lebensmittelverpackung. Frag mal beim Buchbinder, vielleicht bekommst Du es günstig zugeschnitten.

(Bei der Version derselben Liste von DBA 2.2 hat man weniger Auswahl. Mam muss 4 mal 4Ax und 1 Art aufstellen. Nur bei einem Element kann man wählen: \"1x3 Cv or 2LH or 4Bw or 2Ps\". Generalselement, Legionäre und das eine Element equites bleiben gleich. Falls Du irgendwann mal 2.2 ausprobieren willst, musst Du also nicht in Stress geraten.)
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« Antwort #23 am: 07. Januar 2018 - 10:22:38 »

Ah Dankeschön.
Ich habe mir gestern fertige Bases gekauft. Praktischerweise bietet der Shop sie speziell für DBA an. Also genau die richtigen Maße. So habe ich z.B. die 40mm x 15mm im 50er Pack. Das hält erstmal vor. Fehlende Farben habe ich mir auch gleich geholt.
Nächster Schritt wird dann bald sein die ersten Römer zu bemalen. Bin mir noch nicht sicher ob ich wie bei FoW die Figuren einzeln bemale und dann auf die Base klebe oder diesmal gleich auf die Base, verputzen und dann grundiere. Aber das wird sich zeigen. Decals habe ich auch schon.
Geht viel zu schnell.Eigentlich will ich erst im April anfangen.
Aber Motivation ist jetzt schon groß.
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Riothamus

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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #24 am: 07. Januar 2018 - 17:00:43 »

Wenn die Motivation da ist, fang an.

Wenn Dir ein bestimmtes Ereignis, z.B. die Schlacht bei Idistaviso vorschwebt, kannst Du natürlich selbst eine entsprechende Aufstellung entwerfen. Natürlich nicht bei Turnieren. Phil Barker hat da selbst ein Beispiel für die Schlacht bei Zama gegeben, wobei er beiden Seiten 24 Elemente gegeben hat, diese aber in 2 Treffen aufgestellt und spezielle Siegbedingungen formuliert ab.

12 Elemente mögen zunächst wenig erscheinen, aber der antike Feldherr hatte oft nur die Flügel, das Zentrum und die Reiter, um ihnen Befehle zu geben. Nimmt man die griechische/römische Einteilung einer durchschnittlich großen Armee, wären 10 Elemente das höchste der Gefühle: 4 x schweres Fußvolk, 4 x leichtes Fußvolk (das manchmal in mit und ohne Schilde eingeteilt wurde) und 2 x Reiter. Wenn man dann noch etwas flexibler sein will und die Armeen etwas typischer gestalten will, sind die 2 zusätzlichen Elemente Barkers hilfreich. Feldherrn, die kleinere Einheiten herumkommandiert haben, waren sehr selten, aber natürlich gab es auch solche: Caesar oder in der Neuzeit Wellington. Aber sonst ist die Anzahl schon passend. FoG geht das Problem an, indem Elemente in Gruppen zusammengefasst werden.

Germanicus zog -auch für die Zeit- riesige Armeen zusammen. Da magst Du auf die doppelte Größe gehen und Sonderregeln für die einzelnen Schlachten entwerfen wollen. (Oder noch größer.) Die Informationen finden sich bei Tacitus. Seine Darstellung folgt zwar oftmals eher literarischen Bedürfnissen als den Tatsachen, aber zum Einen haben wir nichts anderes, zum Anderen versucht er auch die Handlungen des Gegners zu begründen und gibt uns daher genug Informationen auch für den Gegner. Daher kann man aus seiner Schilderung der Germanicus-Feldzüge in den Annalen, der Schlachten des Vierkaiserjahres und einiger Vorkommnisse des Bataveraufstands in den Historien leicht Szenarien ableiten. Bei Caesar ist so etwas nicht ganz so leicht, da er vorzugsweise erklärt, warum er den Gegner vom Tisch fegt. Schließlich schildert Tacitus auch die jeweilige Landschaft. Da muss man aber genau lesen, was er wirklich sagt. Das ist dann auch ein Grund, warum sich zwei Rekonstruktionen seiner Schilderung nicht gleichen werden.

Eine Englische Übersetzung der Annalen findest Du im Perseus-Projekt. Deutsche Übersetzungen sollten antiquarisch und online aber recht günstig zu bekommen sein.
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Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.
« Antwort #25 am: 21. Februar 2018 - 17:20:34 »

Die Schlacht am Harzhorn wäre ja auch ein Projekt wert....ist halt rund 200 Jahre später. Und man braucht halt ein wirklich großen bespielbaren Hügel.
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Riothamus

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« Antwort #26 am: 21. Februar 2018 - 20:04:12 »

Da dürfte das mit der Figurensuche aber noch schwieriger werden.
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nordolf

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« Antwort #27 am: 19. März 2018 - 19:16:42 »

So die Einkäufe sind soweit getätigt. Man liest in der Regel immer von den größeren Feldzügen/Unternehmungen.
Gab es auch einzelne Vorstöße ins Rechtsrheinische Gebiet in z.B. Zenturie Stärke zur Aufklärung.
So könnte man die Einheit 1zu1 aufbauen wie sie z.B. mit einem Schiff an einem Fluss abgesetzt wurde und auf dem Marsch in Kampfhandlungen verwickelt wird.
Oder klingt das nach reiner Fiktion?
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Riothamus

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« Antwort #28 am: 21. März 2018 - 03:26:21 »

Aber natürlich gab es so etwas. Östlich des Rheins wurde ein Streifen auch nach der Varusschlacht von Besiedlung freigehalten. Dort gab es Patrouillen. Tribute wurden von Friesen und Chauken eingesammelt. Des Öfteren liest man in dem Zusammenhang von einzelnen aufgeknüpften Zenturionen. Die waren sicher nicht ganz allein, aber auch nicht mit großer Truppe unterwegs.

Zuvor, während der Germanienfeldzüge, gab es auch alles mögliche. Germanicus musste seine Leute eher zusammenhalten. Bis zur Varusschlacht war es aber eher ein wenig wie im Wilden Westen. Es gab Forts, zivilisierte Siedlungen, unterworfene, befreundete und feindliche Stämme. Da kannst Du Dir zig Szenarien ausdenken. Von dem Contubernium, das einen Wachturm errichten soll wie bei der Sparrenberger Egge über Überfälle auf Transporte bis hin zur Entführung eines Adeligen, der gegen die Römer intrigiert.´

Mit Germanicus waren die Friesen und Chauken verbündet. Da geht zu seiner Zeit auch eine Menge. Einige verräterische Stellen bei Tacitus verraten, dass auch Aufklärung durch kleine Gruppen vorkam. Ob mit Einheimischen oder gar in Verkleidung, kann ich nicht sagen. Dann ließ er Bauarbeiten durchführen. Das machten die Legionäre und nicht irgendwelche Hiwis. Immer eine Gelegenheit für Überfälle und dafür, dass einzelne Einheiten allein irgendwo sind. Eine Zenturie oder Kompanie absetzen um sich durch eine Unzahl von Feinden zu kämpfen? Auf so einen Blödsinn wären die Römer kaum gekommen. Es gab aber natürlich immer Zufälle. Als die Flotte strandete oder die Legionen ins Watt marschierten, da haben Germanen versucht, sie zu versklaven. Deine Zenturie könnte dabei abgeschnitten worden sein und nun sehen müssen, wo sie bleibt. Nirgends überliefert, aber nicht unrealistisch. Als Arminius seinen Schwiegervater belagerte, kam ihm Germanicus zu Hilfe. Vielleicht war die Situation so, dass er eine kleine Truppe vorausschickte? Oder in einem Lager -zumindest zwei, wenn nicht drei hat Germanicus nicht nur anlegen, sondern als Sicherung auch gleichzeitig besetzt gelassen (1 Lager an der Lippe, 1 an der Ems, 1 im Taunus, ob das an der Weser besetzt blieb, ist dann eine ganz andere Frage, dass war vielleicht ein Fehler bei dem Ie-die-ist-ja-vis-Feldzug), wird eine Truppe ausgeschickt, um Holz oder Fourage zu holen oder was man sich sonst einfallen lassen kann.

Noch ein Beispiel: das Lager in Anreppen liegt etwa 2 km östlich der Lippefurt. (So seltsam es klingt, wurde auch im 19. Jahrhundert noch ein Hafen östlich davon angelegt.) Dort war eben das hoch genug über der Flussaue gelegene Gelände, wo im Mittelalter eine Burg und später eine Festung entstand, zu klein für so ein Lager. Da wird auch nicht immer das ganze Lager in Bewegung gesetzt worden sein, wenn irgendwas an der Furt war. Von der Furt verlief ein Weg ins Sauerland, wo bekanntlich Blei abgebaut wurde. Auch nach Kneblinghausen kam auf diesem von der Natur vorgegebenen Weg, später Eisenweg genannt. (Von Lippstadt aus wäre das günstiger, warum dort immer wieder ein Standort vermutet wurde. Aber gefunden wurde dort eben (noch) nichts. Weiter östlich war dann auch bis zum Zusammenfluss von Lippe und Pader in Schloß Neuhaus keine weitere Queerungsmöglichkeit. Damals führte die Lippe wesentlich mehr Wasser, da seit ein paar Jahrzehnten einige Zuflüsse wegen der Trinkwasserentnahmen nur noch kleine Rinnsale sind und durch die Anlage des Boker Kanals viel umgelenkt wird.)


Und auch bei den anderen Lagern gibt es dafür ausschlachtbare Möglichkeiten.


Da hast Du also genug Möglichkeiten.
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« Antwort #29 am: 21. März 2018 - 21:17:53 »

Sehr gut. Da lässt sich auf jedenfall was machen Szenariotechnisch. Im April so der Plan werd ich dann anfangen aufzubauen.
Vielen Dank für die Hilfe bis hierhin. Jetzt muss ich dann im nächsten Schritt auch abliefern. ;)
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