Sweetwater Forum

Sweetwater Forum

  • 27. Juni 2019 - 13:18:17
  • Willkommen Gast
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Endlich wieder da!

Autor Thema: historical wargaming - was formt unser Bild?  (Gelesen 3622 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Pedivere

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.124
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #30 am: 01. Juni 2018 - 11:42:11 »

ich bin nicht sicher ob ich Deine Frage richtig verstehe @Diomedes.
Diverse CoC Spiele an deren Konzeption ich mitgewirkt habe sind im forum dokumentiert, auch explizit die Abessinien Kampagne mit der wir letztes Jahr bei Conflict in Langenfeld aufgelaufen sind. Die hat @Utgaard sehr ausfĂŒhrlich in seinem Blog beschrieben, und die Texte dazu haben wir zusammen verfaßt.

Die Tunesien Kampagne die wir letztens mit Team WĂŒrfelkrieg und anderen aus dem forum gespielt haben ist noch nicht dokumentiert, ich hab bis jetzt leider keine Zeit gehabt dafĂŒr. Die war sehr historisch am Unternehmen FrĂŒhlingswind orientiert und ist auch so aufgegagangen. Wir konnten sie nur leider nicht ganz zu Ende spielen.
Wie historisch diese Spiele waren und sind, kann jeder fĂŒr sich beurteilen. Den Anspruch hatten wir jedenfalls und auch die Vorbereitung dazu. Und es hat auch noch Spaß gemacht, auch wenn ein Tiger fĂŒr ein Sherman platoon kein Spaß ist.

alles mit CoC was zZ mein Hauptspiel ist, aber ich kann auch Triumph & Tragedy und Operation Squad nur empfehlen.

Ich kenne ĂŒbrigens keine Wargamer oder Reenactor die keine Kriegsfilme schauen, Kann ich mir auch nicht vorstellen. Die These daß also Filme mit unserem Hobby nichts zu tun haben halte ich fĂŒr etwas kĂŒnstlich an den Haaren herbeigezogen. ;)
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970 - 01:00:00 von 1527846506 »
Gespeichert
ach was!

Utgaard

  • Bauer
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 786
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #31 am: 01. Juni 2018 - 12:38:15 »

Kleiner Hinweis dazu: Mein Blog ist nicht mehr aufrufbar, der neuen DSGVO sei Dank - er ist nicht gelöscht, steht aber auf privat (ich fĂŒhre den sogar noch weiter als das, was er fĂŒr mich immer war - ein Hobby-Tagebuch, nur von außerhalb halt nicht mehr sichtbar).
Gespeichert

Flotter_Otto

  • Schuster
  • ***
  • BeitrĂ€ge: 421
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #32 am: 01. Juni 2018 - 14:11:28 »

Mann, wird hier viel geschrieben. Pappenheimer, deinen letzten Beitrag hier fand ich gut. Sonst will ich in diesem Thread kein weiteres Pulver verschießen.
Gespeichert

Pedivere

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.124
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #33 am: 01. Juni 2018 - 14:24:13 »

na die BeitrĂ€ge im forum sind ja noch da, und mit ein bißchen Zeit kann ich ja auch noch den einen oder anderen Kampagnebericht ins forum schreiben.

Ich muß das nochmal betonen - bis auf wenige Aspekte die klar geworden sein sollten bin ich nicht darauf aus den Spielern auf die FĂŒĂŸe zu treten. Mich nervt viel mehr die Industrie (Film, Fernsehen, Wargaming, etc.) die das GeschichtsvertĂ€ndnis versaut. Wir dĂŒrfen aber schon darĂŒber nachdenken wie wir mit diesem Angebot umgehen, finde ich.

so, mittlerweile haben mich auch konkrete Fragen zum historischen Spielen erreicht:


\" die Frage die Raum wie es sich auswirkt, dass der Wargamer die genauen Positionen der feindlichen Truppen\"
bei CoC kennt er sie nicht, es gibt nur fĂŒr den Gegner nicht einsehbare Jump off Points die vorher in einer SpĂ€hphase ausgespielt werden. Dort erscheinen die Truppen nach Befehl.

\" ihre AusrĂŒstung\"
die BasisausrĂŒstung ist bekannt, nĂ€mlich der Standardplatoon, der Rest nicht. Man kennt nur den Punkte Unterschied der die Menge der UnterstĂŒtzung definiert. Was kommt ist nicht bekannt.

\" und ihre Kampfstatistik kennt.\"
Die menschlichen stats sind fĂŒr alle gleich, und bei den bevorzugten Taktiken und Organisation wĂŒrde das unter militĂ€rischer Spionage fallen. Davon abgesehen haben unterschiedliche TruppenqualitĂ€tetn unterschiedliche handicaps dieses Wissen des Spielers zu verwerten

\" wiegen solche Dinge schwerer als Regelmechanismen und deshalb die Frage wie sich das auf dem Tisch praktisch umsetzt.\"
ja, nur sind die oben beschriebenen Aspekte in CoC eingebettet, also Teil des Mechanismus - man kann also nur historisch korrekt spielen, sonst verliert man.

FĂŒr Interessierte gibt es die schönen TFL Videos im Netz, oder man kommt einfach mal in Köln vorbei  :cool:

Die anderen Systeme von TFL kenne ich leider wenig, die funktionieren aber nach Àhnlichem Konzept - play the period, not the rules

Es gibt natĂŒrlich auch bei solchen Spielen speziell und beim historischen Spielen allgemein Frustaspekte die man in Kauf nehmen muß. Viele historischen Schlachten oder Gefechte lassen sich nicht einfach drehen auf einem beliebigen Maßstab. Die Schlacht von Gazala kann ich taktisch mit countern spielen, da lĂ€ĂŸt sich was verĂ€ndern am historischen Ausgang. Auf operativer Ebene hab ich Bir Hakim entweder eingekesselt oder bin dran vorbeigefahren. Wenn ich den Kessel nicht angreife gibt\'s kein Spiel. Wenn ich den angreife, auf Brigade oder Kompanie Ebene, erlaubt mir die Taktik Verluste zu mindern oder eben den StĂŒtzpunkt schneller einzunehmen - am Resultat wird sich nichts Ă€ndern.
Auf Platoon Ebene kann ich eben noch ein bißchen lokalen Sieg rausholen, weil der Gegner keinen Schwerpunkt bilden kann.

FĂŒr WW2 usw ist eigentlich 20 oder 15mm besser geeignet, aber meine Augen sind nicht mehr so gut und ich hab mehr Spaß an 28mm. Man kann aber problemlos Kompaniegefechte damit durchziehen, anders lassen sich krasse QualitĂ€tsunterschiede im Material kaum ausgleichen. Man hat aber die Nase immer in der Recherche, anders lĂ€uft das nicht.

FĂŒr Turniere ist BA natĂŒrlich viel besser geeignet, wer auf sowas Bock hat.
Gespeichert
ach was!

Hanno Barka

  • Administrator
  • Edelmann
  • *****
  • BeitrĂ€ge: 3.693
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #34 am: 01. Juni 2018 - 14:45:52 »

Juliua Caesar ist in keinster weise historisch Akkurat und schon gar kein Tatsachenbericht. Der gute William war nĂ€mlich nicht dabei. Die politischen BezĂŒge sind (fast) allesamt auf das England der TudorĂ€ra gemĂŒnzt - und trotzdem ist es ein großartiges Historiendrama.
Pappenheimer hat geschrieben fĂŒr ihn machen historische Taktik 50% des Reizes aus, die Optik des Spielfelds 10%. FĂŒr mich ist die Optik ein k.O. Kriterium. Wenn mir das Spiel nicht gefĂ€llt, ist es mir egal wie taktisch, historisch etc. es ist - es interessiert mich dann einfach nicht. Allerdings beeinflußt die historische AuthenzitĂ€t durch aus wie die Optik auf mich wirkt. Von der Bemalung der Figuren bis dazu wie sich die Einheiten am Schlachtfeld bewegen und zueinander stehen. Was man als authentisch betrachtet hĂ€ngt wiederum stark vom allgemeinen aber auch themenspezifischen Bildungsgrad ab. Ein akademischer Historiker wird hier mit anderem Maßstab messen, als ein engagierter Geschichte-Hobbyist, der wieder anders als ein engagierter Figurenmaler und Dioramenbauer. ErgĂ€nzt um weitere Archetypen wie den Schachtaktiker etc und noch eine Beliebige Kombination dieser Archetypen, die erst einen realen Menschen ausmacht. Wie sehr man sich im Wargaming an anderen Medien orientiert ist letztendlich persönliche Vorliebe, Wenn man die Rezeption von Krieg in der Gesellschaft aktiv beeinflussen will, sollte man Kriegsfilme drehen oder BĂŒcher schreiben, Wargaming ist kein geeignetes Medium um gesellschaftspolitisch zu wirken.
Gespeichert
Mit meiner brandneuen ergonomischen Gamingtastatur geschrieben. Kryptische Wortschöpfungen sind tastatur-, geschicklichkeits- und koordinationsbedingt und nicht als Zeichen geistigen Verfalls zu werten!

Graue Maus A.D. - Jetzt im Dienst Karthagos nördlich der italischen AlpenpÀsse.

HveĂ°rungr

  • Kaufmannstochter
  • **
  • BeitrĂ€ge: 99
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #35 am: 01. Juni 2018 - 15:09:55 »

Da wage ich mal zu widersprechen.

Medien die ökonomisch bestimmt sind sind kann man nicht beeinflussen. Jenseits des Bildungsauftrags an Schule und Uni erreicht man Menschen am besten in Umfeldern, die von einer hohen persönlichen Initiative geprĂ€gt sind und deren Gestaltungsspielraum wenig ökonomisch beeinflußt ist. Reenactment und Wargaming wĂŒrde ich hier mal dazuzĂ€hlen. Das sind die Leute die eher freiwillig ins Museum gehen.

Mir war jetzt aber nicht bewußt daß es hier um gesellschaftspolitische Wirkung geht......

Es ging doch darum was unser Bild vom Wargaming bestimmt und wie man historischer spielen kann, als Bereicherung des Hobbys. Oder bin ich wo falsch abgebogen?
Gespeichert
just. don\'t.

Bayernkini

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.297
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #36 am: 01. Juni 2018 - 15:13:14 »

Zitat
Mann, wird hier viel geschrieben. Pappenheimer, deinen letzten Beitrag hier fand ich gut. Sonst will ich in diesem Thread kein weiteres Pulver verschießen.

Zustimmung!

@FrankBauer hatte Recht, es wird schon wieder Sommer....
(ohne das ich das jetzt negativ oder abwertend meine, schon gar nicht gg. Personen).
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970 - 01:00:00 von 1527859203 »
Gespeichert
My dice are the hell

el cid

  • Fischersmann
  • ***
  • BeitrĂ€ge: 563
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #37 am: 01. Juni 2018 - 15:24:56 »

es geht eigentlich darum:

Zitat
Ein Aspekt der mir wichtig ist . ich bin der Meinung daß die Zunahme an Menge und Volumen - Spieler, Nachfrage, mehr Angebot, mehr Firmen - im Grunde die Essenz verwĂ€ssert. Die QualitĂ€t dessen, was das Hobby (das historische, Fantasy kam ja spĂ€ter) hat nicht zugenommen, obwohl Recherche z. B. einfacher ist denn je.
Das ist es aber nicht was ich kommentieren möchte, meine Meinung ist nicht maßgeblich dafĂŒr was die Leute am wargaming toll finden sollen.

Ich möchte nur dazu anregen darĂŒber nachzudenken, was genau das Optische (und unser Hobby ist visuell, wenn schon nichts anderes) am Wargaming beeinflußt. Ich bin der Meinung daß es die kĂŒnstlerischen und ökonomischen Aspekte der visuellen Medien sind, die uns glauben machen daß genaue historische ZusammenhĂ€nge, die meiner Meinung nach das Hobby erst interessant machen (und ich meine nicht das Knöpfe zĂ€hlen), weniger wichtig seien als eine stimmige Story und gute optische Effekte.

So, nochmal ins GedĂ€chtnis geholt.  ;)


Mein Eindruck zum ersten Absatz:
heutzutage bist du als wargamer \"spoilt for choice\". Kann ich getrost behaupten, weil ich in etwa 1974 ernsthaft mit dem wargame begonnen habe (Bruce Quarrie - Napoleonic wargaming, geiles Buch, immer noch).
VerwÀsserte Essenz, nö, eher nicht. Zuviel Angebot, definitv, man kann nicht gleichzeitig ....... oder doch ?
Gut, ich kann schon, aber das ist eine andere Geschichte.
Die QualitĂ€t hat zugenommen, da widerspreche ich gerne, alleine wenn man bedenkt, was man frĂŒher alles nicht sofort auf Mouseklick recherchieren konnte. Man musste BĂŒcher lesen, Leute, BĂŒcher ! Viele BĂŒcher !  :pinch:  :whistling:  ;)

Zweiter Absatz - das Optische:
fĂŒr mich DIE Sache, ob mich was fĂ€ngt oder nicht. Mag ich die Uniformen nicht, oder das Setting ...... go away, you !
Ich schau mir auch gerne historische und Kriegs-Filme an, egal wie unrealistisch (jetzt hĂ€tte ich fast bescheuert geschrieben) die sind. Wenn mich dann die Ideen ĂŒberschwemmen .... \'ere we go !


Mehr ist es nicht.
Weniger allerdings auch nicht.
Gespeichert

Graf Gaspard de Valois

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.610
    • Profil anzeigen
    • 1
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #38 am: 01. Juni 2018 - 15:40:23 »

Zitat
Ich möchte nur dazu anregen darĂŒber nachzudenken, was genau das Optische
(und unser Hobby ist visuell, wenn schon nichts anderes) am Wargaming
beeinflußt. Ich bin der Meinung daß es die kĂŒnstlerischen und
ökonomischen Aspekte der visuellen Medien sind, die uns glauben machen
daß genaue historische ZusammenhĂ€nge, die meiner Meinung nach das Hobby
erst interessant machen (und ich meine nicht das Knöpfe zÀhlen), weniger
wichtig seien als eine stimmige Story und gute optische Effekte.
Das kommt ganz darauf an was das Ziel ist. Es ist natĂŒrlich klar, das meistens mehr zu einem realen Krieg gehört als nur die Schlacht.
Es wÀre glaube ich relativ uninteressant, jede KLeinigkeit auszuspielen, auch wenn es historisch korrekt sein mag.

 Es heißt ja auch nicht umsonst \"die HĂ€lfte seines Lebens wartet der Soldat vergebens\"
Zitat
Es ging doch darum was unser Bild vom Wargaming bestimmt und wie man
historischer spielen kann, als Bereicherung des Hobbys. Oder bin ich wo
falsch abgebogen?
Mittlerweile geht es wohl um des Kaisers Bart! :rolleyes:
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970 - 01:00:00 von 1527860914 »
Gespeichert
The North Remembers!

Camo

  • Administrator
  • BĂŒrger
  • *****
  • BeitrĂ€ge: 1.743
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #39 am: 01. Juni 2018 - 16:15:31 »

Zitat von: \'Pedivere\',\'index.php?page=Thread&postID=273995#post273995
\" die Frage die Raum wie es sich auswirkt, dass der Wargamer die genauen Positionen der feindlichen Truppen\"
bei CoC kennt er sie nicht, es gibt nur fĂŒr den Gegner nicht einsehbare Jump off Points die vorher in einer SpĂ€hphase ausgespielt werden. Dort erscheinen die Truppen nach Befehl.

\" ihre AusrĂŒstung\"
die BasisausrĂŒstung ist bekannt, nĂ€mlich der Standardplatoon, der Rest nicht. Man kennt nur den Punkte Unterschied der die Menge der UnterstĂŒtzung definiert. Was kommt ist nicht bekannt.

\" und ihre Kampfstatistik kennt.\"
Die menschlichen stats sind fĂŒr alle gleich, und bei den bevorzugten Taktiken und Organisation wĂŒrde das unter militĂ€rischer Spionage fallen. Davon abgesehen haben unterschiedliche TruppenqualitĂ€tetn unterschiedliche handicaps dieses Wissen des Spielers zu verwerten

Wenn man \"historisch korrekt\" spielen will, kennt der Gegner all das, weil er sich nĂ€mlich mit dem Gefecht beschĂ€ftigt hat. OOB, Aufstellung, wer bewegt sich wohin, wo waren Hinterhalte... es gibt keine Überraschung und der Spieler kann sich - völlig unhistorisch - auf den Gegner einstellen. Anders bei \"historisch inspiriert\", da kann man frei handeln. \"Historisch korrekt\" wĂŒrde bedeuten, genau die VorgĂ€nge damals nachzuspielen... empfĂ€nde ich auf Dauer als extrem langweilig, da selbst das Ergebnis feststeht. ;)

Zitat von: \'Pedivere\',\'index.php?page=Thread&postID=273995#post273995
FĂŒr Turniere ist BA natĂŒrlich viel besser geeignet, wer auf sowas Bock hat.
Turniere sind sowas von historisch unkorrekt, das glaubt man gar nicht. ;)
Gespeichert
Noch sind wir zwar keine gefÀhrdete Art, aber es ist nicht so, dass wir nicht oft genug versucht hÀtten, eine zu werden.
(Douglas Adams)

Barbarus

  • Leinwandweber
  • **
  • BeitrĂ€ge: 244
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #40 am: 01. Juni 2018 - 18:26:12 »

Jetzt werd ich schon in Threads erwÀhnt, in denen ich garnichts geschrieben hab....
Gespeichert

Darkfire

  • Bauer
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 972
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #41 am: 02. Juni 2018 - 08:53:55 »

Ähhhmm...der Begriff Wargame ist von der Historie richtig, nur betreiben wir heute kein Wargame mehr. Als dieser Begriff entstand (Wargame-Kriegsspiel), hatte das ganze auch noch eine andere Bedeutung. Das \"Kriegsspiel\" war ursprĂŒnglich eine toternste Simulation zur Ausbildung von Offizieren der preusischen Armee...und selbst H.G. Wells \"spielte\" eigentlich nur die britischen FeldzĂŒge nach, bzw. wollte Kinder auf die militĂ€rische Laufbahn vorbereiten...so viel zum Kontext mit der Zeit, als der Begriff Wargaming entstand.

Wir betreiben heute, richtigerweise, Tabletop Spiele, als strategische Simulationen mit Figuren. NatĂŒrlich, und das liegt einfach in der Natur der Sache, geht es hier um kriegerische Auseinandersaetzungen, egal ob Gettysburg oder Ringkrieg. Warum ist das so...weil es die einzige kompetitieve Auseinandersetzung ist, die der Mensch kennt...auch Schach oder Fußball sind eigentlich nichts anderes, mit einer Taktik den \"Gegner\" schlagen.

Wer nun was fĂŒr eine Art von Tabletop betreibt ist dem persönlichen Gusto ĂŒberlassen....\"Patzifisten\" ziehen eher Fantasy  oder SF vor ;) Wer sich fĂŒr historisches Spielk entscheidet, hat wohl schon immer eine Neigung zu MilitĂ€r und Geschichte gehabt. Und hier kommen nun die Abstufungen, zwischen dem \"ernsthaften\" historischen Spieler, der genau recheriert, was an Uniform, AusrĂŒstung und Aufstellung zu dem Zeitpunkt der Auseinandersetzung vorhanden war und genau die AusgangsstĂ€rken und Einheiten simuliert...und dem \"Flavor\" Spieler, der einfach historische Einheiten (die oft nicht weniger gut recheriert sind) nach Punkteliste in ein ausgewogenes What-If-Gefecht fĂŒhrt.

Und natĂŒrlich wird der Spieler von Medien beinflußt, gut oder schlecht.....denn es gibt auch nicht so stimmige UniformbĂŒcher  :S  Ob nun jemand seine Römer im Astrerix-Style bemalt oder man haufenweise BĂŒcher, z.T. mehr als 100 Jahre alt, wĂ€lzt.....es ist immer das persönliche an dem Spiel. Ich persönlich finde z.B. Hopliten mit schönen korinthischen Helmen ansehnlicher, als die doofen Granatenhelme der Spartaner....obwohl sie vielleicht fĂŒr den gespieleten Konflikt stimmiger wĂ€ren. Was aber nicht heißt, das die Rechere nicht vorhanden ist und die Möglichkeit einer korrekten historischen Darstellung.

Und, so denke ich, ist das das schöne an unserem Hobby, das man unbeschrĂ€nkte Möglichkeiten hat und sich soviel oder sowenig wie möglich vertiefen kann...und es eine tolle Interaktion mit anderen Spielern gibt. Und ich glaub, es wĂŒrde auch mal Spaß machen gene Us-Marins in himmelblauen Uniformen zu spielen  :D
Gespeichert
Projekte 2018:
FIW 28 mm: England 20%, Frankreich: 10%, Indians: 2%
Napoleon 1805 28 mm:Österreich Ari 70% Infanterie 10% Kavellerie 0%                               
KurfĂŒrstlich bayerische Armee bei HöchstĂ€dt: Ari  fertig, Lebgrenadiere 50%
Dead ManŽs Hand: Die Bösen 10%, Die Guten 0%

opa wuttke

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.235
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #42 am: 02. Juni 2018 - 10:43:33 »

Und wieder grĂŒĂŸt das Murmeltier...
Jedes Jahr tritt Einer an, uns zu erklÀren was richtiges/falsches Wargaming/Tabletop/Figurenschieben ist und - wenn man schon beim Thema ist -
es wird auch gleich noch der Begriff \"historisch\" geclaimed.
Mal auf die Idee gekommen, das die Auffassung, was \"historisch\" ist, mehr oder weniger spekulativ ist, paktisch seit jeher den Zeitgeist atmet ?
Kurzes Beispiel gefÀllig ? Bitteschön:
Vor 200 Jahren konnten 90% der Bewohner dieses Landes mit dem Wort \"Germanen\" wenig anfangen, 50 Jahre spÀter kannte ihn jeder und dank
von Bandel wußte auch jeder wie die ausgesehen haben. Bißchen spĂ€ter waren sie alle groß und blond und eigentlich eine Hochkultur, die Europa erst ins Licht gefĂŒhrt
haben, wĂ€hrend sie den lieben langen Tag brennende HolzrĂ€der den Hang hinab gerollt und Bier ausÂŽm Rinderhorn gesĂŒffelt haben. Nur ganz kurz drauf hatte sich diese Sichtweise
dahingehend relativiert, dass es  sich wohl doch eher um streitsĂŒchtige ungewaschene Tagediebe gehandelt hatte, die zudem erstaunlich wenig bodenstĂ€ndig waren, sondern lieber mit
 Sack und Pack herumwanderten. Im Jahre des Herren 2018 (darf man das so noch sagen ?!) sind wir uns bewußt, das \"Germanen\" vergleichsweise multikulturell  eingestellt und
zudem auch ziemliche Frauenversteher (darf ich das heute noch so sagen ?!) waren. NatĂŒrlich trugen sie alle Undercut und waren tĂ€towiert bis ĂŒber die Ohrmuscheln...
Ich prognostiziere, ohne meine These fundiert belegen zu können (muß ich das heute ĂŒberhaupt noch ?), dass in weiteren 50 Jahren die lieben Kleinen in der Schule lernen,
dass alle Germanen Muslime  waren.

Nach meinem DafĂŒrhalten hat Frank B. das Thema relativ zĂŒgig auf den Punkt gebracht

Zitat
Und \"den Mainstream\" definiert auch jeder fĂŒr sich. Vorzugsweise immer so, dass man selbst außerhalb, aber fast alle anderen zwangslĂ€ufig drin sind.

weil es genau darum geht und nichts anderes: Ich machs richtig und hab Recht und Du nicht !

Wer sich allerdings von einem  derart sachlichen Post auf den Schlips getreten fĂŒhlt...

Zitat
ĂŒbrigens @Frank Bauer, von einem Moderator erwarte ich einen anderen GesprĂ€chston als gerade eben verschleierte ad personam Seitenhiebe die eine Diskussion diskreditieren sollen. Wenn Du das fĂŒr eine Sommerloch-Diskussion hĂ€ltst, dann ist es ja interessant wieviele sich dafĂŒr interessieren....

...der braucht es glaub ich.
In Berlin sagt man dazu Mauljucker  ;)

Dit mußte jetz ma raus...
Schönes Wochenende noch  :hi:

P.S.:
Gehe nachher noch mit dem stadtbekannten Historiker HeinzK. nach Afrika. Vermutlich werden wir auf voodootrÀnkebrauende DschungelmedizinmÀnner treffen
und - wer weiß - auch den Elefantenfriedhof finden.
Wenn ich dann lustig drauf bin, poste ich ein paar Bilder vom Spiel im deutschsprachigen Forum fĂŒr historisches Tabletop und erklĂ€r euch Luschen mal, wie es  wirklich war.
Damals 1890.
In Afrika.

P.P.S.:
Also wie die Briten ein Empire erobern konnten mit einem Gewehr, dass nur 36\" weit schiesst, habe ich bis heute nicht verstanden.

 :mosking_1:
Gespeichert

tattergreis

  • BĂŒrger
  • ****
  • BeitrĂ€ge: 1.055
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #43 am: 02. Juni 2018 - 11:00:41 »

Der Grundstock meines Bild von nap. KriegsfĂŒhrung liegt sicherlich im Film Waterloo von 1970, aber es wurde ĂŒberlagert von Diagrammen von Exerzierreglements aus BĂŒchern.
Filme wie \"Alexander\" beeinflussen mein Bild von antiker KriegsfĂŒhrung gar nicht, denk ich. Bin wohl mehr BĂŒcherwurm.
Die Wochenschauen haben mich bestimmt auch beeinflusst, aber wahrscheinlich mehr akkustisch als optisch beim FoW-Spielen...

Zitat
Die QualitÀt dessen, was das Hobby (das historische, Fantasy kam ja spÀter) hat nicht zugenommen, obwohl Recherche z. B. einfacher ist denn je.
Das ist es aber nicht was ich kommentieren möchte, meine Meinung ist nicht maßgeblich dafĂŒr was die Leute am wargaming toll finden sollen.

Schade, dass Du das nicht kommentieren wolltest. WĂ€re interessant geworden. ;)

Ich denke, es ist sehr sinnvoll, sich mit der historischen Korrektheit von Regeln und Listen auseinanderzusetzen. Ich finde es immer sehr gut, wenn man genau weiß, was man gerade macht.Irgendwann weiß man dann, dass man sich als tabletopper mit einem mehr oder minder komplexen WĂŒrfelspiel beschĂ€ftigt.

cheers
Gespeichert
The principles being found, genius makes the
application of them ; in this consists the whole art of war._

Hanno Barka

  • Administrator
  • Edelmann
  • *****
  • BeitrĂ€ge: 3.693
    • Profil anzeigen
    • 0
historical wargaming - was formt unser Bild?
« Antwort #44 am: 02. Juni 2018 - 21:44:42 »

Da das Thema mittlerweile ziemlich ausgeufert ist, hab ich es an die Bar verschoben, ich glaube hier ist es besser aufgehoben.

Weitermachen! ;)
Gespeichert
Mit meiner brandneuen ergonomischen Gamingtastatur geschrieben. Kryptische Wortschöpfungen sind tastatur-, geschicklichkeits- und koordinationsbedingt und nicht als Zeichen geistigen Verfalls zu werten!

Graue Maus A.D. - Jetzt im Dienst Karthagos nördlich der italischen AlpenpÀsse.