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Autor Thema: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen  (Gelesen 16193 mal)

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Pappenheimer

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    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
"Die Abenteuer von Kapitän Bontekoes Schiffsjungen" (2007)
« Antwort #120 am: 15. Dezember 2021 - 09:26:19 »

Hier mal ein ganz anderer Film, keine Piraten und auch keine Pappschiffe.

"Die Abenteuer von Kapitän Bontekoes Schiffsjungen"
NL 2007
Regie: Steven de Jong
Darsteller: Pim Wessels, Martijn Hendrickx, Peter Tuinman, Cees Geel

Handlung: Hajo will wie sein Vater obwohl dieser auf einer Seereise verunglückt ist, Seemann werden. Schließlich gelingt es ihm gegen den Widerstand seiner Mutter als Schiffsjunge bei Kapitän Bontekoe anzuheuern, der mit seinem Ostindienfahrer kurz darauf in See sticht. Auf dem Schiff freundet er sich mit dem anderen Schiffsjungen Rolf an. Der unselbstständige Padde, der eigentlich bei Texel von Bord wollt, ist auch mit von der Partie. Auf der Fahrt widerfahren ihnen immer wieder Unglücke wie Skorbut, Sturm und Zusammenstöße mit einem besonders verbrecherischen Matrosen. Schließlich führt eine Unachtsamkeit Paddes dazu, dass das große Schiff "Nieuw Hoorn" explodiert. Die drei Schiffsjungen, der Kaufmann des Schiffes und noch zwei weitere Seeleute bringen sich auf einem Ruderboot in Sicherheit. Doch treffen sie auf einer Insel auf Eingeborene, die einen Teil der Männer töten. Mit Hilfe einer Insulanerin bauen die drei Jungs ein Floß um damit nach Batavia zu segeln. Dort treffen sie war ihren Kapitän wieder, aber Padde wird auch vorgeworfen das Schiff zerstört zu haben...

Ersteinmal muss ich sagen, dass mir viele der Handlungsorte sehr gut gefallen haben. Man sieht eben typisch niederländische Straßen. Der eigentliche Hauptdarsteller aber ist die "Batavia" welche in dem Film als der Ostindienfahrer fungierte. Für die Rückfahrt von Ostindien kommt noch ein kleinerer Dreimaster vor, der aber auch fantastisch aussieht. Warum dann am Ende auf einem Schiff aus dem 18.Jh. gedreht wurde (man beachte die Segel z.B.), weiß ich nicht. Auch die Szenen auf der tropischen Insel wirken wie vor Ort gedreht.
Gerade wegen dem Aufwand mit den beeindruckenden Schiffen, fragt man sich aber warum offenbar nichts mehr für die Ausstattung übrig blieb. Die Handlung müsste wohl in der ersten Hälfte des 17.Jh. spielen. Die "Nieuw Hoorn" stammt von 1618 und der historischem Willem Bontekoe war auch in dieser Zeit Kapitän. Doch die Kostüme und auch alles andere sind ein wilder Mix vom 17.-19. Jh. Auf Java gibt es sogar dann Soldaten, die nach 18.Jh. aussehen (mit viel Augen zudrücken).
Im Grunde genommen ist das Thema einer Seereise nach Ostindien auch sehr spannend und dass Hajo und die Mannschaft das große Geld wittern ist auch total plausibel. Aber dann kommt die eigentliche Handlung des Films rein und die ist schon so doof, dass es wehtut. Da hat Hajos Mutter nur eine Kartoffel pro Kind, verfeuert aber auf der völlig ungenutzten Kochstelle Holz im Wert von zig Kartoffeln - oder sollen die Leute so arm sein, weil sie so dumm sind? Dann sieht man jedes Missgeschick schon lange voraus: die Kerze der Tochter, das Loch im Eis usw.... Die meistenteils hölzernen Dialoge, die z.B. mal so klingen wie vom Audioguide eines Schiffahrtsmuseums abgespielt tun ihr übriges...
Aber die tollen Drehorte und die schönen Schiffe haben mich bei der Stange gehalten.

Darsteller **
Bilder ***
Schiffe *****
Story **
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2021 - 09:38:34 von Pappenheimer »
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