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  • 14. November 2019 - 12:33:48
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Autor Thema: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944  (Gelesen 459 mal)

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meyer

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Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« am: 18. September 2019 - 21:01:03 »

Nach meinem ersten ‚ÄěGreat Battles of WWII‚Äú Projekt (Charkow ¬ī42) bin ich auf den Geschmack gekommen und plane nun ein weiteres.
Nach langem √úberlegen und Recherchieren habe ich mich f√ľr die Ardennenoffensive 1944, The Battle of the Bulge entschieden. Genauer geht es um den Angriff der 4th Armoured Division in Richtung des eingeschlossenen Bastogne.

Also gibt es wieder viele kleine Figuren zu bemalen, außerdem muss eine schöne Platte entstehen, diesmal im frischen Winterkleid.
Ich werde euch mit auf die Reise durch dieses Projekt nehmen und an allen Teilaspekten teilhaben lassen. Es geht um Recherchen, die Entstehung einer Karte als Vorlage der Platte, die Minis, die Basegestaltung, die Entwicklung der Kampagne und vieles mehr.
Deshalb wird das Ganze eine Weile dauern, ich peile 2021 zur Fertigstellung des Projekts an.
Ich hoffe auf rege Anteilnahme und w√ľnsche viel Spa√ü beim Lesen.
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meyer

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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #1 am: 18. September 2019 - 21:01:22 »

Hintergrund, Historische Recherche ‚Äď OOB

Quellen:
-Ardennenoffensive 1944 - 5. Fallschirmjäger-Division (Wilhelm Weiss)
-Ardennen ¬ī44 ‚Äď Der Einsatz der 26. Volksgrenadier-Division, ehemalige Rheinisch-westf√§lische 26. Inf. Div., bei den K√§mpfen um Bastogne (Wilhelm Weiss)
-Die deutsche Fallschirmtruppe 1942-1945 (Hans Martin Stimpel)

Fortsetzung folgt...
« Letzte √Ąnderung: 13. November 2019 - 17:45:31 von meyer »
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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #2 am: 18. September 2019 - 21:01:41 »

Platzhalter: Kampagne ‚Äď Sonderregeln etc.
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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #3 am: 18. September 2019 - 21:01:57 »

« Letzte √Ąnderung: 13. November 2019 - 17:48:46 von meyer »
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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #4 am: 18. September 2019 - 21:02:12 »

Platzhalter: Minis, Base-Gestaltung
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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #5 am: 22. September 2019 - 19:14:24 »

Wie eingangs erw√§hnt, habe ich eine Weile √ľberlegt, bis ich auf das neue Szenario gekommen bin. Eigentlich liegt mein Interessengebiet ja eher an der Ostfront, aber die Quellenlage f√ľr den deutsch-sowjetischen Krieg ist bekannterma√üen sehr d√ľrftig. Ich wollte auch mal von einem reichlichen Rechercheangebot profitieren. Also entschloss ich mich f√ľr das n√§chste Projekt an die Westfront zu wechseln. Auch das deutlich abwechslungsreichere Terrain hat seine Reize.
Nach einer Weile der Unentschlossenheit blieb ich letzen Endes bei den Ardennen 1944 h√§ngen, jawoll jetzt kam auch noch Wintergel√§nde hinzu! Meine erste Wahl war der Vorsto√ü der 2. PzDiv in Richtung Maas, aber leider √ľberstieg der Operationsraum meine Kapazit√§ten (die Platte w√§re zu gro√ü geworden). Und dann stie√ü ich auf den Entsatzangriff der 4th Armored Division auf Bastogne: eine Folge von Gefechten, die sich an mehreren Tagen in einem begrenzten Raum zugetragen hatten, sich dabei aber trotzdem durch taktische Bewegungen und Kr√§fteverschiebungen auszeichneten und sich im Divisionsrahmen hielten.

Nachdem also das grobe Ger√ľst steht, beginne ich nun mit den Recherchen, ein Teil des Hobby, welcher bei mir einen immer gr√∂√üeren Stellenwert einnimmt. Great Battles of WWII schreit gerade nach selbst recherchierten Szenarien!

Anfangen will ich mit "Ardennenoffensive 1944 - 5. Fallschirmjäger-Division" von Wilhelm Weiss, Kindle Edition



Die 5. Fallschirmj√§ger Division war der "Hauptgegner" der 4th Armored Division s√ľdlich von Bastogne.
Das Buch fu√üt auf den Aufzeichnungen des damaligen Divisionskommandeurs Ludwig Heilmann. Der Autor Weiss wechselt in der Erz√§hlform zwischen der 3. Person und dem Ich-Erz√§hler als Heilmann. Die Wechsel sind verwirrend und lassen keinen Sinn erkennen. Im Endeffekt handelt es sich trotz beider Erz√§hlformen anscheinend ausschlie√ülich um die Erinnerungen Heilmanns (obwohl auch andere Quellen angegeben sind). Der Umfang ist mit 52 Seiten recht √ľbersichtlich.
Als Quelle war das Buch jedoch n√ľtzlich, da es Einblicke in die Struktur/Organisation der Division zu Beginn der Ardennenoffensive, aber auch w√§hrend des Angriffs der 4th Armored Division und vor allem in den Zustand der Division gibt. Bemerkenswert ist, dass Heilmann die ihm unterstellte F√ľhrung genauso wenig im guten Licht da stehen l√§sst, wie die √§lteren Dienstgrade der Division. Im Gegensatz dazu kommen die jungen Soldaten besser weg, "die Mannschaften dagegen machten einen besseren Eindruck". Insgesamt sch√§tzte Heilmann die Kampfkraft der Division als eher gering ein, der Ausbildungsstand war ungen√ľgend.
Nach diesen einleitenden Worten, folgt die Beschreibung des Auftrages der Division und die Beurteilung der Lage durch Heilmann. Auf die Meldung, dass die Division noch nicht zum Angriff bereit sein, soll Model als Befehlshaber West und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B erkl√§rt haben: "die Fallschirmj√§ger machen es mit ihrer K√ľhnheit".
Heilmann/Weiss beschreibt danach eine Besprechung von Divisionskommandeuren mit Hitler am 11. Dezember 1944: "Misslingt diese Offensive, dann gehen wir schlechten Zeiten entgegen".
Etwa zur H√§lfte des Buches beginnt die Schilderung der K√§mpfe ab dem 15. Dezember. Trotz des in den ersten Tagen positiv verlaufenden Angriffs zeigen sich die Schw√§chen der Division, mangelnde F√ľhrung und Kommunikation, fehlende schwere Waffen, mangelnde Motorisierung, fehlende Winterbekleidung. Obwohl eine Sturmgesch√ľtzbrigade den Angriff unterst√ľtzt, fehlt der Division noch das gesamte Fallschirmj√§ger Regiment 13.
Am 20./21. Dezember erreicht die Division trotz einiger Schwierigkeiten den Raum s√ľdlich Bastogne bis Martelange an der Sure. Die in den n√§chsten Tagen einsetzenden K√§mpfe gegen die 4th Armored Division werden leider nur kurz ber√ľhrt: "An den Weihnachtstagen wurde auf der gesamten Front der Division heftig gek√§mpft. Der Gegner √ľberrannte eine Ortschaft nach der anderen. Bataillonsweise gingen die Fallschirmj√§ger in die Gefangenschaft"
Das Buch setzt sich fort mit der Beschreibungen der K√§mpfe Ende Dezember, Anfang Januar, gekennzeichnet durch schwere R√ľckzugsk√§mpfe und ernsthaften Konflikten mit der 1.XX Panzer Division und vorgesetzten St√§ben. Die Kampfkraft der Division schwand immer mehr. Mit der Abl√∂sung Heilmanns als Divisionskommandeur am 12. Januar 1945 endet die Beschreibung der K√§mpfe. Das Buch schlie√üt mit einer kurzen Biographie Heilmanns ab.

Die Lekt√ľre des Buches war somit f√ľr das Szenario sehr erhellend. Das Auftreten der Fallschirm Sturmgesch√ľtz Brigade 11 bringt Abwechslung in die sehr von Infanterie gepr√§gte deutsche Aufstellung.
Bemerkenswert ist, dass trotz der schweren Verluste und der zweifelhaften Kampfkraft, die Fallschirmj√§ger die 4th Armored Division v√∂llig √ľberraschend aufhielten und damit die Pl√§ne f√ľr einen schnellen Vorsto√ü auf Bastogne und in die linke Flanke der 5. Panzerarmee durchkreuzten bzw. deutlich verz√∂gerten.
Mal sehen wie ich in dem Szenario der 5. FJDiv gerecht werde und welche Sonderregeln ich hierf√ľr nutzen werde.

Weiterhin auf der Liste stehen nun:
Patton at the Battle of the Bulge: How the General's Tanks Turned the Tide at Bastogne - Barron
Ardennen '44: Der Einsatz der 26. Volks-Grenadier-Division - Weiss
Die Ardennenoffensive - Beevor
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meyer

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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #6 am: 04. Oktober 2019 - 19:32:11 »

W√§hrend ich auf die n√§chsten B√ľcher warte, widme ich mich schon mal dem Gel√§nde.
Als Grundlage f√ľr die sp√§tere Platte nutze ich Kartenmaterial, topographische Karten, am besten zeitgen√∂ssische.

In fr√ľheren Recherchen hat mir der hier oft weitergeholfen:
wwii-photos-maps.com
Er hat jetzt den Server gewechselt:
ftp://jccalvin.ddns.net/
Leider bin ich durch die Systematik der Ordnerstruktur noch nicht ganz durchgestiegen, habe aber trotzdem ein paar n√ľtzliche Luftaufnahmen vom Dezember 1944 gefunden.

Letztendlich habe ich die gesuchten Karten hier gefunden:
http://www.coulthart.com/134/maps/map-index.htm
Mit den Sheets 121, 122 hat man schon den Gro√üteil des Operationsgebietes s√ľdlich Bastogne abgedeckt.
Dann habe ich hier noch Sheet 136 gefunden und habe damit alles Kartenmaterial zusammen:
http://legacy.lib.utexas.edu/maps/ams/belgium_50k/

Im Groben wird die Platte das Gebiet von Martelange im S√ľden bis Assenois im Norden, von Bigonville im Osten bis Cobreville im Westen abdecken und dabei eine etwa nordwestliche Ausrichtung haben.
In Martelange √ľberschritt die 4th Armored Division am 23.12.44 die Sure. Assenois war, auf dem Weg nach Bastogne, der letzte von den Deutschen besetzte Ort. Hier sa√ü die 26. Volksgrenadier Division, der rechte Nachbar der 5. Fallschirmj√§ger Division.

Um die Beschaffenheit und das Aussehen des Gel√§ndes zu recherchieren, helfen zeitgen√∂ssische Fotos aus B√ľchern und dem Internet. Au√üerdem habe ich entdeckt, dass man √ľber Google Street View einen sehr guten Eindruck von der Gegend bekommt.
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Decebalus

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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #7 am: 05. Oktober 2019 - 00:04:17 »

Gibt ja noch nicht viel zu sagen. Aber ich lese es und finde es spannend.
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meyer

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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #8 am: 27. Oktober 2019 - 10:07:18 »

Da ich die n√§chste Quelle f√ľr mein Projekt durchgearbeitet habe, hier eine kurze Zusammenfassung.



Ardennen ¬ī44 ‚Äď Der Einsatz der 26. Volksgrenadier-Division, ehemalige Rheinisch-westf√§lische 26. Inf. Div., bei den K√§mpfen um Bastogne

Das Buch war nun das zweite von Weiss, und ich muss sagen, dass ich ihn doch recht kritisch sehe. Nichtsdestotrotz war der vorliegende Band etwas umfangreicher und besser recherchiert als das Buch √ľber die 5. Fallschirmj√§ger Division. Die Geschehnisse wurden wieder ausschlie√ülich aus deutscher Sicht betrachtet, mal abgesehen vom Ende des Buches, dazu sp√§ter mehr. Gest√ľtzt auf zeitgen√∂ssische deutsche Quellen beschreibt Weiss, dessen Vater in der 26. VGD diente, die K√§mpfe der Division vom 16. bis 26. Dezember 1944. Mich pers√∂nlich interessierten vor allem die Geschehnisse, als die 4th Armored Division nach Norden auf Bastogne vorstie√ü und damit die 26. VGD in ihrem R√ľcken bedrohte.
Das Lesen fällt anfangs etwas schwerer weil Weiss gelegentlich die Regimentsnummern durcheinander schmeißt. Er beschreibt die Ausgangslage, Zusammensetzung und Zustand der Division, gefolgt von den ersten Tagen des Vormarsches.
Weiss ordnet die Ereignisse in einer Tageschronik.
Interessant fand ich die Beschreibung der Schwierigkeiten in der Verkehrsregelung der Wehrmachtsverb√§nde. Auch 1940 hatten sich in den Ardennen Staus gebildet, 1944 jedoch schien die Truppe damit gr√∂√üere Probleme zu haben. Das lag wohl nicht nur am schlechten Wetter und an den Wegsperren (die es auch 1940 gab), sondern schien die Ursachen in der fehlenden Koordination zu haben, ‚ÄěEs war ganz auff√§llig, wie der Truppe der Sinn und der Wert f√ľr eine geregelte Verkehrs- und Fahrdisziplin im Laufe der Kriegsjahre abhanden gekommen waren.‚Äú
Bemerkenswert die hohen Verluste, und das schon w√§hrend der ersten Tage. Zwischen 300 und 500 Mann verlor die Division Tag f√ľr Tag an Toten und Verwundeten! Damit musste die Division in kurzer Zeit ausbrennen.
Am 19. Dezember n√§herten sich die 26. VGD zusammen mit der 2. Panzer Division und der Panzerlehr Division Bastogne. Als die Stadt nicht im ersten Ansturm f√§llt, werden die beiden Panzerdivisionen um die Stadt herum dirigiert. So sollen diese Bewegungsfreiheit nach Westen erlangen. Damit entf√§llt die Aufgabe der Eroberung von Bastogne auf die 26. VGD, verst√§rkt nur durch das geschw√§chte Panzergrenadier Lehr-Regiment 901 der Panzerlehrdivision, einer  Kampfgruppe der 2. PzDiv (bis 23. Dezember) und einem Volks Artillerie Korps, welches aber verz√∂gert eintrifft.
Interessant wird es f√ľr meine Recherchen ab dem 23. Dezember. An diesem Tage gelingt es der 26. VGD Bastogne einzuschlie√üen, aber in ihrem R√ľcken zieht eine Bedrohung herauf. S√ľdlich der Division steht als Flankenschutz die 5. FJD, und dort scheint eine Krise entstanden zu sein. In Scharen zur√ľckflutende Fallschirmj√§ger ziehen durch Hompre, dem Divisionsgefechtsstand der 26. VGD. ‚ÄěDie Leute riefen auf Befragung, der Feind sei durchgebrochen. Er r√ľckte mit Panzern nach Norden vor und h√§tte Chaumont genommen.‚Äú Schlie√ülich k√∂nnen die Versprengten gesammelt werden. Mit eilig zusammengetrommelten, r√ľckw√§rtigen Einheiten der 26. VGD wird ein d√ľnner Sicherungsschleier nach S√ľden aufgebaut. Am 23. Dezember ein weiterer, besonders interessanter Eintrag: ‚ÄěDer Divisionskommandeur unterstellte sich vier zuf√§llig in Hompre stehende schwere Panzer‚Ķ‚Äú. Ich stellte mir nat√ľrlich die Frage was das f√ľr Panzer waren und welcher Einheit die angeh√∂rten? Die unbekannten Panzer kommen bei Chaumont zum Einsatz und k√∂nnen dort einige gegnerische Panzer ausschalten. Auf jeden Fall kann die 5. FJD die Lage wieder herstellen. Dennoch beziehen ab diesem Zeitpunkt das F√ľsilier Regiment 39 der 26. VGD und das Panzergrenadier Lehr-Regiment 901 mit schwachen Kr√§ften eine Auffangstellung um im Falle eines erneuten Durchbruchs bei der 5. FJD nicht pl√∂tzlich √ľberrascht zu werden. Aber die Fallschirmj√§ger scheinen vorerst zu halten. Am 24. Dezember trifft die mit gro√üen Hoffnungen begleitete 15. Panzergrenadier Division am westlichen Einschlie√üungsring von Bastogne ein, mit dieser Verst√§rkung soll die Stadt endlich fallen. Doch die Entt√§uschung ist gro√ü, die Division trifft nicht vollz√§hlig ein und hat schon Verluste erlitten. Was da unter den Befehl der 26. VGD tritt, entspricht eher einer schwachen Regimentsgruppe. Der Gro√üangriff am 25. Dezember scheitert, die Volksgrenadiere verlieren am ersten Weihnachtsfeiertag √ľber 800 Mann, die 26. VGD sieht sich au√üerstande weitere Angriffe im gr√∂√üeren Stil durchzuf√ľhren. Und in dieser ung√ľnstigen Situation spitzt sich die Lage bei der 5. FJD wieder zu, Chaumont geht verloren. Zwar wird f√ľr den 27. Dezember die F√ľhrer-Begleit-Brigade angek√ľndigt, aber am 26. Dezember dr√ľcken die Amerikaner weiter nach Norden und zerschlagen die ihnen gegen√ľberstehenden Fallschirmj√§ger. Die 26. VGD Division sieht sich au√üerstande weitere Truppen vom Belagerungsring abzuziehen. Die wenigen Sicherungseinheiten und Panzerabwehrgesch√ľtze k√∂nnen die vorr√ľckenden US-Panzer nicht aufhalten. Bei Assenois √∂ffnen Shermans einen schmalen Korridor nach Bastogne.
Damit endet der Hauptteil des Buches. Zusammenfassend finde ich es schade, dass man wieder nicht erkennen kann ob der Autor Zitate verwendet. Positiv zu erw√§hnen sind die seltenen Bilder, die meist aus US Quellen stammen und die zeitgen√∂ssischen Skizzen. Zum besseren Verst√§ndnis w√§re jedoch eine √ľbersichtliche Karte hilfreich gewesen.
Am Ende des Buches folgt die √úbersetzung eines Interviews mit General McAuliffe, dem kommandieren General der 101st Airborne Division, vom 5. Januar 1945. Hier erf√§hrt der Leser erstmals etwas mehr √ľber die Gegner der Wehrmacht. Das vorletzte Kapitel beinhaltet die √úbersetzung der Aufzeichnungen des VIII. US Corps zu den K√§mpfen rund um Bastogne.
Beide Übersetzungen sind eher holprig, von mäßiger Qualität und lassen einige Fragen offen.
Das Buch endet mit der am 22. Dezember √ľberreichten Kapitulationsaufforderung an die 101st Airborne Division. Die Antwort darauf ist in die Annalen der Kriegsgeschichte eingegangen ‚Äď ‚ÄěNuts!‚Äú.

Letztendlich kann ich f√ľr mein Projekt die 26. Volksgrenadier Division als Gegner der 4th Armored Division zwischen dem 23. und 26. Dezember 1944 ausschlie√üen. Nur wenige schwache Einheiten konnten sich den Angreifern entgegenstellen. Der Gro√üteil der Division war am Einschlie√üungsring um Bastogne gebunden. Der Hauptgegner war die 5. Fallschirmj√§ger Division.
Ich m√∂chte auf jeden Fall mehr √ľber die am 23. Dezember erw√§hnten schweren Panzer herausfinden. Im Internet h√§lt sich wacker der Einsatz von Jagdtigern bei Chaumont. Waren diese vielleicht von der schweren Panzerj√§gerabteilung 653 oder hat sich hier nur eine Legende manifestiert?*

* Habe inzwischen einen Tip von Wolflord bekommen: es könnten sich um Panther der Panzer Lehrdivision gehandelt haben.
"Generalmajor Kokott unterstellt sich sofort "4 schwere Panzer" - vermutlich Panther der II./Panzer-Lehr-Regiment - die auf dem Marsch aus der Werkstatt nach vorn waren. Zusammen mit herangeholten Teilen der 26. Division bildete er eine Kampfgruppe, die zum Angriff auf Grandrue und Remichampagne antrat. Mit Unterst√ľtzung von Sturmgesch√ľtzen gelang es, den Gegner nach Abschu√ü von 11 Shermans (CCB 4. (US)Panzer-Division) zur√ľckzuwerfen und eine neiue Stellung aufzubauen."
Quelle: Helmut Ritgen, Die Geschichte der Panzer-Lehr-Division im Westen 1944-1945, Motorbuch Verlag
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meyer

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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #9 am: 08. November 2019 - 15:13:26 »

Bei dem Nordolf konnte ich mir folgendes Buch ausleihen:


Die deutsche Fallschirmtruppe 1942-1945 von Hans Martin Stimpel

Habe mir nicht das ganze Buch vorgenommen, sondern nur den Teil mit der Wiederaufstellung der 5. FJD und deren Einsatz in den Ardennen 1944 durchgelesen.
Ein insgesamt umfangreich recherchiertes, gut zu lesendes Buch, dessen Gesamtlekt√ľre sich bestimmt lohnen w√ľrde. Der Autor, selbst Fallschirmj√§ger in den letzten Kriegsmonaten, erm√∂glicht einen sehr interessanten Blick auf diese au√üergew√∂hnliche Truppe, die ab 1942 mit dem Fallschirm in ihrem Namen nur noch sehr wenig gemein hatte...

F√ľr mein Projekt fand ich folgende Daten hilfreich:
Der Ausbildungsstand des Fallschirmj√§ger Regiments 15, des Fallschirmj√§ger Pionier Bataillons 5 und der Fallschirm Sturmgesch√ľtz Brigade 11 (watt ein Wort) wurden als "noch gut" bezeichnet. Gerade das Regiment 15 hatte, im Gegensatz zu den Regimentern 13 und 14, einen erfahrenen seit Kriegsbeginn im Einsatz stehenden "echten" Fallschirmj√§ger als Kommandeur (Oberst Gr√∂schke). Au√üerdem hatten vergleichsweise viele Soldaten des Regiments den Einsatz in der Normandie √ľberlebt und eine Auffrischungszeit in Deutschland hinter sich. Erw√§hnt wird auch die Kampfkraft der Flakabteilung 5 ohne n√§her auf die Zusammenstellung einzugehen.
Bemerkenswert ist die im Buch erwähnte Sollstärke der Division nach der Wiederaufstellung im Herbst 1944. Zitiert wird hier Gerhard Martin (Fallschirmpioniere in der Ardennenschlacht), wonach die Division 16000 Mann umfasst haben soll!
Auch die von der 5. FJD erbeuteten Shermans finden im Buch Erw√§hnung. Danach haben Fallschirm Pioniere am 20.12. bei Wiltz 20 Shermans erbeutet und diese anschlie√üend an die Sturmgesch√ľtz Brigade 11 √ľbergeben.
Zur Dislozierung/räumlichen Verteilung der 5. Fallschirmjäger Division am 23. Dezember habe ich auch ein wenig mehr erfahren können.
Am Ende des Buches findet man einige sehr √ľbersichtlich gestaltete Karten, so auch eine zum Angriffsweg der 5. FJD vom 16. bis 21. Dezember 1944.
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Tabletop Generals

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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #10 am: 08. November 2019 - 16:59:06 »

Gute B√ľcher hast du da zusammen gesucht. Die Zusammenfassung klingt sehr gut, mal schauen ob man das eine oder andere noch bekommen kann. Freue mich schon sehr auf die Umsetzung. Hoffe es klappt halbwegs so wie du es dir vorstellst.
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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #11 am: 08. November 2019 - 17:50:02 »

Ist zwar nicht meiner favorisierte Epoche aber ich freu mich auf jeden Fall auf die Spielplatte (und deren Entstehung, dann kann ich ev. wieder was abgucken).

Und vielleicht ergibts sich ja dann mal ein CON, auf dem ich das live sehen kann  ;)

Wegen der Recherche nutze ich ja f√ľr meine ACW Scenarios die John Tiller Gamesoftware.
Ich bin zwar nicht der detailversessene Historiker, so daß ich zur Exaktheit nichts sagen kann, aber scheinbar sind seine Recherchen ziemlich gut,egal was die beteiligten Einheiten betrifft, aber auch Gelände.

Ich habe die passende ACW-Variante f√ľr meine "Champion Hill" Platte genutzt.
Vielleicht wär das ja ggf. einen Blick Wert (kostet halt das Spiel).

http://www.johntillersoftware.com/PanzerCampaigns/Bulge44.html
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Mein 2mm ACW Projekt: Alles fertig!

US:
HQ = 10
CAV = 9
ART = 18
INF = 54

CS:
HQ = 8
CAV = 7
ART = 14
INF = 39

meyer

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Re: Drive like Hell - The Relief of Bastogne 1944
« Antwort #12 am: 09. November 2019 - 08:43:18 »

Ist zwar nicht meiner favorisierte Epoche aber ich freu mich auf jeden Fall auf die Spielplatte (und deren Entstehung, dann kann ich ev. wieder was abgucken).

Und vielleicht ergibts sich ja dann mal ein CON, auf dem ich das live sehen kann  ;)

Wegen der Recherche nutze ich ja f√ľr meine ACW Scenarios die John Tiller Gamesoftware.
Ich bin zwar nicht der detailversessene Historiker, so daß ich zur Exaktheit nichts sagen kann, aber scheinbar sind seine Recherchen ziemlich gut,egal was die beteiligten Einheiten betrifft, aber auch Gelände.

Ich habe die passende ACW-Variante f√ľr meine "Champion Hill" Platte genutzt.
Vielleicht wär das ja ggf. einen Blick Wert (kostet halt das Spiel).

http://www.johntillersoftware.com/PanzerCampaigns/Bulge44.html

Danke f√ľr den Link! Tolle Sache. Die Spiele scheinen tats√§chlich sehr umfangreich recherchiert zu sein, bis hinunter zur Kompanieebene. Die behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf, da gibt es sogar eine Kampagne zu Charkow 42!

Die Platte werde ich vorrausichtlich Ende nächsten Jahres anfangen, ist also ein langfristiges Projekt (bis 2021).
Aber meine Charkow Platte wird es wohl 2020 auf der Tactica zu sehen geben, und auf der Do or Dice.
« Letzte √Ąnderung: 09. November 2019 - 09:17:59 von meyer »
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